Kategorie: Klimawandel

  • Jetzt ist es offiziell: Der Verkauf von Neufahrzeugen mit Verbrennungsmotor wird ab 2035 eingestellt

    Jetzt ist es offiziell: Der Verkauf von Neufahrzeugen mit Verbrennungsmotor wird ab 2035 eingestellt

    Ab 2035 wird es in der Europäischen Union nicht mehr möglich sein, ein neues Auto mit Benzin-, Diesel- oder Hybridantrieb zu kaufen. Die EU-Abgeordneten und die Mitgliedsstaaten haben sich am Donnerstag, dem 27. Oktober, darüber geeinigt.

    Die EU hat das Aus für Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 bestätigt: Europaabgeordnete und Mitgliedsstaaten haben sich am Donnerstag, dem 27. Oktober, auf eine Regelung geeinigt, die symbolisch für die europäischen Klimaziele ist. „Historische Entscheidung der EU für das Klima“, twitterte der französische Europaabgeordnete Pascal Canfin (Renew Europe), Vorsitzender des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments, nach einigen Stunden Verhandlungen.

    Der für den „Grünen Pakt“ der EU zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, begrüßte eine Einigung, die „ein starkes Signal an die Industrie und die Verbraucher aussendet: Europa nimmt die Kurve zur emissionsfreien Mobilität“. Der vereinbarte Text, der auf einem Vorschlag der Kommission vom Juli 2021 beruht, sieht vor, die CO2-Emissionen von Neuwagen in Europa ab 2035 auf Null zu senken.

    Dies entspricht einem de facto Verkaufsstopp für neue Benzin- und Diesel-Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in der EU zu diesem Zeitpunkt, ebenso wie für Hybridfahrzeuge (Benzin-Elektro), zugunsten von 100%igen Elektrofahrzeugen oder E-Fuel-Motoren. Da das Auto, das wichtigste Fortbewegungsmittel der Europäer, knapp 15% der gesamten CO2-Emissionen in der EU verursacht, soll die neue Regelung dazu beitragen, die Klimaziele des Kontinents zu erreichen, insbesondere die CO2-Neutralität bis 2050.

    Dies ist die erste Einigung über einen Text des europäischen Klimapakets („Fit for 55“), mit dem die Treibhausgasemissionen der EU bis 2030 im Vergleich zu 1990 um mindestens 55% gesenkt werden sollen.

  • Klima: Die Welt läuft auf +2.6°C zu – Maßnahmen sind „erbärmlich“ unzureichend

    Klima: Die Welt läuft auf +2.6°C zu – Maßnahmen sind „erbärmlich“ unzureichend

    Zehn Tage vor der COP27 ist es wieder soweit: Die internationalen Bemühungen lassen die Erde auf eine Erwärmung von 2,6°C zulaufen, eine Tatsache, doe nach Ansicht des UNO-Chefs „erbärmlich“ ist.

    Dass die Staaten unserer Welt nicht dazu in der Lage sind, ihre eigenen Verpflichtungen einzuhalten, führt uns zu einer Erwärmung von 2,6 – 2,8°C. Bereits im Jahr 2022 waren die Auswirkungen des Klimawandels – dramatische Überschwemmungen, Dürren, Hitzewellen oder Waldbrände – bereits dramatisch hoch. Daran erinnert das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in einem Bericht, der die internationalen Bemühungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen analysiert.

    Das Pariser Abkommen, der wichtigste Vertrag zur Bekämpfung der Erderwärmung, der 2015 geschlossen wurde, legte doch das Ziel fest, den „Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur deutlich unter 2°C“ und wenn möglich auf 1,5°C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Eine Zeit, bevor die Menschen begannen, in großem Umfang fossile Brennstoffe zu nutzen, die wiederum die Treibhausgase produzieren, die für eine Erwärmung von heute bereits fast 1,2°C verantwortlich sind.

    Die letzte COP26 vor einem Jahr in Glasgow hatte die fast 200 Länder, die das Abkommen unterzeichnet hatten, dazu aufgerufen, ihre Verpflichtungserklärungen, in denen sie ihre Pläne zur Emissionsreduzierung detailliert darlegen, zu verbessern und zu verstärken.

    Bis Ende September hatten jedoch nur 24 Länder neue oder überarbeitete NDCs eingereicht, die nach Berechnungen des UNEP nur um einen zusätzlichen kleinen Prozentpunkt zur Senkung der Emissionen im Jahr 2030 beitragen würden.

    „Erbärmlich“ unzureichende Verpflichtungen, so UN-Generalsekretär Antonio Guterres in einer vernichtenden Videobotschaft. „Wir steuern auf eine globale Katastrophe zu“.

    Der neueste Bericht zeigt auf, dass die Summe der Zusagen für Maßnahmen oder externe Finanzierung „eine 66%ige Wahrscheinlichkeit bietet, die Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf etwa 2,6°C zu erhöhen“.

    Die effektive Umsetzung der derzeitigen Verpflichtungen würde dazu führen, dass die weltweiten Emissionen bis 2030 um maximal 10% im Vergleich zu heute sinken. Um das 2°C-Ziel einzuhalten, müssten die Emissionen aber um 30% sinken, um die Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, müssten sie um 45% sinken. Das ist drei- bis neunmal so viel.

    Wenn man die in letzter Zeit vermehrt eingegangenen nationalen Verpflichtungen zur „CO2-Neutralität“, die oft bis 2050 reichen, mit einbezieht, könnte der Anstieg möglicherweise auf 1,8°C begrenzt werden, was den Vorgaben von Paris entsprechen würde. Aber „dieses Szenario ist derzeit nicht glaubwürdig“, so der Bericht.

    Guterres wurde sehr direkt: „Verpflichtungen zur CO2-Neutralität sind wertlos, wenn es keine Pläne, Politiken und Aktionen gibt, die sie unterstützen“. „Unsere Welt kann es sich nicht mehr leisten, Greenwashing zu betreiben, sich zu verstellen und zu verzögern“.

    Ein anderer Bericht, der am Mittwoch von der UN-Klimabehörde veröffentlicht wurde, hatte ebenfalls auf „sehr unzureichende“ Verpflichtungen hingewiesen, obwohl er feststellte, dass die Emissionen ab 2030 sinken könnten.

    2022 ist „ein weiteres verschenktes Jahr“, kommentierte Anne Olhoff, Hauptautorin des UNEP-Berichts, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. „Das bedeutet nicht, dass die Länder die Sache nicht ernst nehmen. Aber insgesamt ist es sehr weit davon entfernt, zufriedenstellend zu sein“.

    Denn um die notwendigen rund 7% globale Emissionsreduktion pro Jahr zu erreichen, betont die UNO, ist die Zeit für eine „Schritt-für-Schritt“-Strategie vorbei. Im Gegenteil: „Eine groß angelegte, weit reichende, schnelle und systemische Transformation ist jetzt entscheidend“.

    Paradoxe Folge der Ukraine-Krise: Die durch die russische Invasion in der Ukraine ausgelöste Energiekrise zwingt Europa dazu, schnellstmöglich nachhaltige Alternativen für Gas, Kohle und Erdöl zu finden.

  • Was genau ist der Foehn-Effekt, dem Südfrankreich das aussergewöhnlich warme Wetter verdankt?

    Was genau ist der Foehn-Effekt, dem Südfrankreich das aussergewöhnlich warme Wetter verdankt?

    Frankreich erlebt einen extrem milden Oktober mit Temperaturen, die vielerorts die 20 °C-Marke deutlich überschreiten. Die Region Okzitanien ist aufgrund der Pyrenäen, die für einen „Föhn-Effekt“ sorgen, besonders betroffen.

    Der Südwesten ist derzeit von sommerähnlichem Wetter geprägt, das fast den ganzen Oktober über anhielt. Diese herbstlichen Wärmeperioden sind nichts Neues und werden durch ein klimatisches Phänomen verstärkt, das auf die Pyrenäen zurückzuführen ist: den Föhn-Effekt.

    Der Föhn, ursprünglich ein trockener und warmer Wind aus den Alpen, bezeichnet im weiteren Sinne alle trockenen und warmen Winde, die durch den „Foehneffekt“ entstehen. Dieser ist das Ergebnis eines Klimaphänomens, das durch ein Bergrelief verursacht wird.

    Wenn ein Windstrom auf einen Berg trifft, steigt er mit dem Relief auf. Der Luftdruck, der in der Höhe abnimmt, kühlt die Luft ab. Wenn dieser Wind viel Feuchtigkeit enthält, wird diese – da sich die Luft abkühlt – kondensieren. Die Feuchtigkeit wird sich also in Niederschlag verwandeln, der den vorderen Teil des Berges trifft. Die immer noch kalte Luft wird anschliessend den Gipfel erreichen, ohne die kondensierte Feuchtigkeit. Beim Abstieg auf der anderen Seite des Berges steigt der Atmosphärendruck wieder an und erwärmt die nun trockene Luft, sodass sie eine höhere Temperatur erreicht als vor dem Aufstieg. Die Luft wurde also durch diesen Föhneffekt sowohl erwärmt als auch getrocknet.

    Im Fall der Pyrenäen zieht ein Südwind über die Berge, der von Tiefdruckgebieten im Atlantik erzeugt wird. Sobald dieser Wind die Pyrenäen passiert hat, ist das Ergebnis warme und trockene Luft, die die Temperaturen hinter der Nordseite der Pyrenäen – in Frankreich also – steigen lässt. Im Herbst sind die Tiefdruckgebiete über dem Atlantik infolge der globalen Erwärmung häufiger und treten später auf, was immer später im Jahr auch wärmere Luft in den französischen Südwesten bringt.

    Diesem Wetterphänomen haben die Bewohner Okzitaniens Temperaturen bis zu 30°C zu verdanken.

  • Französische Staatsbank stellt Finanzierung von Öl- und Gasprojekten ein

    Französische Staatsbank stellt Finanzierung von Öl- und Gasprojekten ein

    Die staatliche französische Investitionsbank hat am Mittwoch erklärt, dass sie keine neuen Öl- und Gasprojekte mehr finanzieren wird, da sie ihr Engagement für den Klimawandel verstärkt. Die Caisse des Depots hat ihren ersten Aktionsplan zur Anpassung an den Klimawandel verabschiedet. Die Bankengruppe wird keine „Investitionen und Direktfinanzierungen von neuen Öl- und Gasförderprojekten und der direkt mit diesen neuen Projekten verbundenen Infrastruktur“ mehr tätigen. Außerdem will sie die Finanzierung von Ölgesellschaften einstellen, die keine Pläne zur Reduzierung der Produktion vorlegen. Die Caisse des Depots erklärte außerdem, dass sie den Schwellenwert für den Ausschluss von Finanzierungsmassnahmen von Unternehmen, die Einnahmen aus Kohle erzielen, auf fünf Prozent der Einnahmen herabsetzen werde. „Die Caisse des Depots hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zum ökologischen Wandel zu leisten“, sagte ihr Direktor Eric Lombard. Klimagruppen kritisieren regelmäßig, dass Banken…

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  • Frankreich erlebt heißesten Oktober aller Zeiten – 30 Grad für Donnerstag erwartet

    Frankreich erlebt heißesten Oktober aller Zeiten – 30 Grad für Donnerstag erwartet

    Frankreich ist auf dem besten Weg, den heißesten Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen zu erleben, für den Süden des Landes werden am Donnerstag Temperaturen von etwa 30 Grad vorhergesagt.

    In ganz Frankreich wurden im Oktober ungewöhnlich warme Temperaturen gemessen, die im Laufe der letzten Woche des Monats noch weiter ansteigen sollen. Der französische Wetterdienst Météo France sagt für den Südwesten am Donnerstag 30 °C voraus, auch in Nord- und Zentralfrankreich werden Temperaturen von 23 bis 25 °C erwartet.

    Aufgrund der ungewöhnlichen hohen Temperaturen ist Frankreich auf dem besten Weg, den wärmsten Oktober aller Zeiten zu erleben, mit Durchschnittstemperaturen, die 4 °C über den jahreszeitlichen Normen liegen.

    Die folgende Karte von Météo France zeigt die erwarteten Höchsttemperaturen für Donnerstag und Freitag.

    Kurzfristig ist dies eine gute Nachricht für Frankreichs Energiesparplan für den Winter, da Haushalte und Unternehmen das Einschalten der Heizung hinauszögern und so Gas und Strom sparen können, aber längerfristig warnen Wissenschaftler vor den Auswirkungen der Klimakrise und den weltweit steigenden Temperaturen.

    „Das ist keine gute Nachricht, denn es ist ein Zeichen der immer deutlicher werdenden globalen Erwärmung“, sagt zum Beispiel Fabio d’Andrea, Klimaspezialist am französischen Forschungsinstitut CNRS.

    Das heiße Wetter fiel mit geringen Niederschlägen im Oktober zusammen, was bedeutet, dass viele Teile Frankreichs immer noch unter extremer Trockenheit leiden und weiterhin Wassereinschränkungen gelten.

    In diesem Sommer herrschte in Frankreich die schlimmste Dürre seit mindestens 40 Jahren, und vielerorts hat sich der Grundwasserspiegel noch nicht wieder aufgefüllt – für etwa zwei Drittel Frankreichs gilt noch immer Dürrealarm. Insgesamt war der Sommer 2022 in Frankreich nach 2003 der zweitheißeste seit Beginn der Aufzeichnungen.

    „Die Grundwasserspiegel sind sehr niedrig und die Böden sind mindestens zwei Meter tief ausgetrocknet“, sagte Joel Limouzin, der beim größten französischen Bauernverband FNSEA für das Klimarisikomanagement zuständig ist, der Zeitung Le Parisien.

    „Wir bräuchten mehrere Wochen lang Dauerregen, damit das Wasser tief genug in den Boden eindringen kann.“

    Die längerfristige Wintervorhersage für Europa sagt einen „Kälteeinbruch“ im Dezember voraus, insgesamt aber einen überdurchschnittlich warmen Winter.

  • Warum die Tigermücken auch Ende Oktober noch stechen

    Warum die Tigermücken auch Ende Oktober noch stechen

    Auch die Tigermücken sind Ende Oktober noch weit verbreitet. Das zu warme Wetter erklärt diese späte Mückenplage, die sich von einem Jahr zum nächsten zu wiederholen beginnt. Dieses Jahr Ende des Monats Oktober mit den derzeitigen milden Temperaturen können viele Menschen in Frankreich ihren Garten nicht so richtig genießen. Sobald man nach draußen geht, wird man von Mücken gestochen… Aber angesichts der sehr warmen Temperaturen ist es kaum verwunderlich, dass es noch immer so viele Mücken gibt. Mücken sind im Oktober nicht unbedingt etwas Ungewöhnliches, wenn allerdings die Temperaturen so ungewöhnlich hoch sind, wie in diesem Oktober, ist die Situation besonders günstig für die Entwicklung von Mücken. Und insbesondere die Tigermücken haben von der Natur noch nicht das Signal erhalten, dass die Saison vorbei ist. Normalerweise hätten die Tigermücken im September drastisch zurückgehen müssen, aber in diesem Jahr entwickelt sich die Tigermücke sogar noch üppiger, weil es warm ist und …

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  • Landwirtschaft: Ungewöhnlich milder Oktober bringt die Natur durcheinander

    Landwirtschaft: Ungewöhnlich milder Oktober bringt die Natur durcheinander

    Der Oktober ist geprägt von Temperaturen, die im Vergleich zu anderen Jahren viel zu mild sind. Die Natur wird dadurch aus dem Konzept gebracht. Einige Sommergemüse werden immer noch geerntet, Sommerblumen blühen noch und einige Frühjahrskulturen kommen schon jetzt.

    In diesem Oktober hat man das Gefühl, dass der Sommer nicht enden will. In den Straßen von Sélestat (Bas-Rhin) herrschten am Dienstagnachmittag, dem 25. Oktober, 21 °C in der Sonne. Die Gärtner sind daher immer noch fleißig dabei, sich um die Sommerbepflanzung zu kümmern. Die Sommervegetation ist dank des ungewöhnlich milden Oktobers noch immer sehr lebendig. Der Oktober 2022 gilt als der wärmste, der je in Frankreich gemessen wurde.

    In Sélestat werden einige Herbstpflanzungen ausfallen und bis zum Frühjahr warten. Die Erzeuger passen sich an und beobachten Tag für Tag, wie sich die Natur verändert. In Lyon (Rhône) ist ein Gärtner erstaunt, dass er noch Tomaten, Auberginen, Paprika und sogar Erdbeeren ernten kann. Für die Jahreszeit ungewöhnliche Ernten. In Nizza (Alpes-Maritimes) sind Orangen, die normalerweise erst im Dezember geerntet werden, schon jetzt pflückbereit.

  • Globale Erwärmung: Zu Allerheiligen Juni-Temperaturen in Frankreich

    Globale Erwärmung: Zu Allerheiligen Juni-Temperaturen in Frankreich

    Es gibt keine richtigen Jahreszeiten mehr. Ende Oktober klettern die Temperaturen in Südwestfrankreich auf über 30 °C, Tornados fegen über Nordfrankreich hinweg und Waldbrände verwüsten immer noch Teile Spaniens…

    Die globale Erwärmung ist in unserem Leben angekommen! Und das Ergebnis ist gar nicht schön, wie der historisch trockene Sommer bewiesen hat. Ein weiteres Beispiel ist Sonntag, der 23. Oktober 2022.

    Man könnte denken, der Norden leide besonders, mit einem Tornado, dessen verheerende Auswirkungen in Conty, Somme, und Bihucourt, Pas-de-Calais zu sehen waren, aber es ist der Süden, der in Flammen steht. Das Thermometer streift die 30-Grad-Marke in Toulouse und übersteigt sie im Departement Aude sogar. Toll für die Urlauber während der Herbstferien, oder? Man vergisst schnell, dass genau deshalb die Waldbrandsaison in Spanien jetzt in die Verlängerung geht.

    Hochdruckgebiet, Tiefdruckgebiet und Föhneffekt
    Meteorologen drehen sich hilflos im Kreis, während sie Wetterphänomene entschlüsseln, die sie nicht kontrollieren können: das Hoch auf einer Achse von Spanien bis Mitteleuropa, das Tief über dem Atlantik und den Föhneffekt mit gar nicht lustigen Folgen für das Klima.

    Es ist das erste Mal, dass man so spät in der Saison die 30-Grad-Marke erreicht.

    Im Norden Spaniens die Wolken, in Frankreich blauer Himmel über den Strände des Golfe du Lion, die durch eine Süd-Südwestströmung erwärmt werden, die tropische Warmluft nach Südwestfrankreich bringt.

    „Zu dieser Jahreszeit waren 30°C in Toulouse noch nie beobachtet worden. Es ist das erste Mal, dass die 30°-Marke so spät in der Saison erreicht wird“, kommentierte Pascal Boureau, 38 Jahre lang Meteorologe bei Météo France. Der bisherige Rekord wird jetzt um ganze 2 Grad übertroffen. In der letzten Dekade lagen die bisherigen Rekorde im Oktober zwischen 27 und 29 Grad in der Region.“

    Bis in die erste Novemberwoche wird schönes Wetter erwartet
    Und das zu warme Wetter wird weiter anhalten. „Bis Ende Oktober werden wir auf einem Durchschnitt liegen, der nachmittags über 25 Grad und nachts über 15 Grad liegen wird“, fügt Pascal Boureau hinzu – viel zu warm für die Jahreszeit. Der Durchschnitt für Oktober in den letzten 30 Jahren liegt bei 19,7 Grad für die Höchsttemperatur und 10,9 Grad für die Tiefsttemperatur in der Nacht. „Für November und Dezember erwarten wir ebenfalls Temperaturen über der Norm, und man sollte bedenken, dass vor dem 5. oder 6. November keine nennenswerten Niederschläge erwartet werden.“

    Von den Waldbränden in Bilbao über das gute Wetter in Okzitanien bis hin zu den Tornados in Nordfrankreich hängt alles zusammen.

    Die Tornados sind auf die warme Luft zurückzuführen, die bis nördlich der Loire aufgestiegen ist. In Okzitanien gab es keinen so starken Kontrast zwischen der warmen Luft am Boden und der mit -12° nur relativ kühlen Luft in der Höhe, weshalb die Gewitter nur die Berge betrafen. In Nordfrankreich hingegen wurden -20° in 5.000 m Höhe und 22-23° in Bodennähe gemessen; das reichte aus, um heftige Gewitter zu erzeugen, die über die Somme und Pas de Calais hinwegfegten. Bei solchen Gegebenheiten können Tornados entstehen, aber mann kann nicht vorhersagen, ob und wo sie entstehen.

    Das bereitet den IPCC-Experten Kopfzerbrechen und Angst vor schlimmen Szenarien. Vor nicht allzu langer Zeit warnten sie davor, dass sich der globale Temperaturanstieg „in einem Tempo beschleunigt, das sehr wahrscheinlich dazu führen wird, dass die Erwärmung zwischen 2021 und 2040 die Schwelle von 1,5 °C seit dem vorindustriellen Zeitalter überschreitet“.

    Um die globale Erwärmung zu begrenzen und bis 2100 unter 2 °C zu stabilisieren, „müssen die CO2-Emissionen schnell gesenkt werden, mit dem Ziel, bis 2050 keine Nettoemissionen mehr zu verursachen, und auch die Emissionen anderer Treibhausgase müssen stark reduziert werden“, fordern die IPCC-Wissenschaftler.

    In den letzten sechs Monaten ist die Durchschnittstemperatur im Süden Frankreichs um 3,5 °C gestiegen.

    Der berühmte französische Kinderreim „Feuer, die Feuerwehr! V’là la maison qui brûle…“ (Das Haus brennt), bekommt eine ganz neue Bedeutung…

  • Frankreich zieht sich aus der Energiecharta zurück – weil diese die fossilen Brennstoffe bevorzugt

    Frankreich zieht sich aus der Energiecharta zurück – weil diese die fossilen Brennstoffe bevorzugt

    Präsident Emmanuel Macron kündigte am Freitag zum Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel an, dass Frankreich aus der 1994 ratifizierten Energiecharta aussteigen werde. Dieses von Klimaaktivisten kritisierte Abkommen sollte die Versorgung Westeuropas mit fossilen Energieträgern sichern.

    Frankreich segelt im Windschatten von Spanien und den Niederlanden. Paris will sich aus dem Energiechartavertrag (ECT) zurückziehen, einem 30 Jahre alten internationalen Abkommen, das private Investitionen in fossile Brennstoffe stark unterstützt, wie Präsident Emmanuel Macron am Freitag, dem 21. Oktober, bekannt gab.

    „Frankreich hat beschlossen, aus dem Vertrag über die Energiecharta auszusteigen, was von vielen gefordert wurde“, sagte der Staatschef am Rande des EU-Gipfels in Brüssel.

    Der Vertrag wird jedoch noch 20 Jahre nach dem Austritt eines Unterzeichnerlandes gelten.

    In seiner Stellungnahme vom Mittwoch hatte der Hohe Rat für Klimafragen (HCC) festgestellt, dass der Text der Charta die Verpflichtung der Unterzeichnerländer und ihrer jeweiligen Energiesektoren, bis 2030 so weit wie möglich CO2-neutral zu werden, behindert.

    Die Energiecharta wurde 1994 nach dem Ende des Kalten Krieges unterzeichnet, um Investoren in den Ländern Osteuropas und der ehemaligen UdSSR Sicherheiten zu bieten.

    Der Vertrag, an dem die EU und etwa 50 andere Länder beteiligt sind, ermöglicht es Unternehmen, vor einem privaten Schiedsgericht Entschädigungen von einem Staat zu fordern, dessen Entscheidungen die Rentabilität ihrer Investitionen beeinträchtigen, selbst wenn es sich um Entscheidungen für eine klimaschonende Politik handelt.

  • Die Klimaerwärmung in Frankreich könnte schlimmer werden als bisher angenommen

    Die Klimaerwärmung in Frankreich könnte schlimmer werden als bisher angenommen

    Wenn die Treibhausgasemissionen nicht drastisch sinken, könnten die Temperaturen in Frankreich laut einer neuen Studie bis zum Jahr 2100 im Vergleich zum Beginn des 20. Jahrhunderts um durchschnittlich 3,8 °C ansteigen.

    Die globale Erwärmung kündigt sich für Frankreich schlimmer als erwartet an. Die Temperaturen im Hexagon könnten im Jahr 2100 im Vergleich zum Beginn des 20. Jahrhunderts um durchschnittlich 3,8 °C ansteigen, wenn die Treibhausgasemissionen nicht drastisch sinken.

    „Das ist ein Anstieg, der um bis zu 50% höher ist als in früheren Prognosen“, sagt Aurélien Ribes, Klimatologe am Centre national de la recherche météorologique (CNRM) und einer der Autoren der Studie.

    Im schlimmsten Szenario, in dem weiterhin massiv auf fossile Energieträger (Öl, Gas, Kohle) zurückgegriffen wird, könnten die Durchschnittstemperaturen sogar um 6,7 °C steigen, warnt die Studie, die Anfang Oktober in der Fachzeitschrift „Earth Systems Dynamics“ erschienen ist. Im günstigsten Fall würde der Temperaturanstieg 2,3 °C betragen.

    Insgesamt würde sich „Frankreich stärker erwärmen (ca. +20%) als der globale Durchschnitt“, mit einem durchschnittlichen Anstieg von 0,36 °C pro Jahrzehnt, so Aurélien Ribes.

    Laut den Vereinten Nationen könnte die globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts durchschnittlich auf +2,7 °C ansteigen, wenn nichts unternommen wird.

    Um die Daten für Frankreich zu ermitteln, stützten sich die Forscher des CNRS, des CNRM und des Centre européen de recherche et de formation avancée en calcul scientifique (Cerfacs) auf Daten, die seit 1899 von rund 30 über das Land verteilten Wetterstationen gesammelt wurden.

    Die Experten untersuchten verschiedene Szenarien, von den optimistischsten, bei denen eine CO2-Neutralität nach großen internationalen Anstrengungen bis 2050 erreicht wird, bis zu den pessimistischsten, bei denen die Emissionen weiterhin steigen.

    Die Daten zeigen, dass die Durchschnittstemperatur im heutigen Frankreich schon um 1,66 °C höher liegt als im Zeitraum 1900-1930. „Davon sind 1,63 °C allein auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen“, betont Aurélien Ribes.

    „Jede Tonne CO2 zählt insofern, als die Erwärmung von der Höhe der kumulierten Emissionen abhängt“, fügt der Wissenschaftler hinzu und sagt, dass „für 2023 bereits +1,8 °C erwartet werden“.

    Der letzte Bericht der UN-Klimaexperten (IPCC) zeigte, dass die gesamte Erde aufgrund der durch menschliche Aktivitäten erzeugten Treibhausgase seit dem vorindustriellen Zeitalter im Durchschnitt bereits um fast 1,2 °C wärmer geworden ist.

    Aber ACHTUNG: Der Anstieg von 3,8 °C BIS ZUM Jahr 2100 in Frankreich ist nur ein Durchschnittswert, warnen die Forscher, denn in einigen Regionen, vor allem um das Mittelmeer herum oder in den Bergen, könnte die Erwärmung noch höher liegen.

    Außerdem könne die Erwärmung je nach Jahreszeit stark variieren. Während die Temperaturen im Winter um 3,2 °C (2,3 bis 4,2 °C je nach Region) ansteigen würden, könnte das Thermometer im Sommer mit einem durchschnittlichen Anstieg von 5,1 °C (3,6 bis 6,6 °C je nach Region) verrückt spielen.

    „Das würde bedeuten, dass wir weitaus stärkere Extremereignisse wie Hitze, Dürre, Überschwemmungen … erleben würden als im Sommer 2022, als die Erwärmung im Durchschnitt nur 4 °C betrug“, betont Julien Boé, Klimaforscher am CNRS. Sie werden auch häufiger und vor allem intensiver auftreten, warnt Aurélien Ribes.

    Laut Météo-France werden sich in einem Szenario mit 4 °C Erwärmung die Hitzewellen je nach Region auf 21 bis 94 Tage erstrecken – gegenüber heute sieben Tagen im Landesdurchschnitt – und die Häufigkeit dieser Ereignisse werde sich bis 2050 verdoppeln.

    Laut IPCC entspricht jedes zusätzliche Grad Erwärmung einem Anstieg der Niederschlagsmenge bei Stürmen und Gewittern um 7%.

    In jedem Fall wird die Erwärmung „Auswirkungen auf die Ökosysteme und die biologische Vielfalt haben, mit Lebensräumen, die für bestimmte Arten weniger günstig sein werden, die dann gezwungen wären, zu wandern, und natürlich auch auf das landwirtschaftliche System“, mit der Aufgabe bestimmter Kulturen aufgrund von Wassermangel oder einer Veränderung der Erntezyklen, erklärt der CNRS-Forscher Julien Boé.

    Einziger Lichtblick: „Das Tempo des Anstiegs dürfte sich nach 2030 verlangsamen“, meint Aurélien Ribes. Aber auch so werden wir, wenn sich nicht dramatisch etwas ändert, den +3,8 °C nicht entkommen.