Kategorie: Klimawandel

  • In diesen Regionen Frankreichs wird es in den nächsten 30 Jahren am heißesten werden

    In diesen Regionen Frankreichs wird es in den nächsten 30 Jahren am heißesten werden

    Laut einer Studie werden 65% der französischen Bevölkerung in den nächsten 30 Jahren mindestens 15 Tage mit ungewöhnlich heißen Temperaturen im Sommer erleben.

    Frankreich hat den zweitwärmsten Sommer seit dem Jahr 1900 erlebt. Und das ist erst der Anfang. Eine Studie des Nationalen Instituts für Statistik und Wirtschaftsstudien (Insee) und Météo-France zeigt, dass zwei Drittel der Franzosen in den nächsten dreißig Jahren mindestens fünfzehn Tage lang ungewöhnlicher Hitze im Sommer ausgesetzt sein werden.

    Und wenn wir von „ungewöhnlich heißen“ Tagen sprechen, meinen wir Temperaturen, die mindestens 5°C über der Referenztemperatur im Sommer in der Region liegen. Man bezieht sich dabei auf Durchschnittswerte, die zwischen 1976 und 2005 berechnet wurden.

    Dreißig Tage pro Jahr mit grosser Hitze

    Bisher lebten nur 14% der Franzosen in Gebieten, die im Sommer mehr als zwanzig ungewöhnlich heißen Tagen ausgesetzt waren. Aber in den nächsten dreißig Jahren werden nach Schätzungen des Insee 80% der französischen Bevölkerung zwischen fünfzehn und dreißig Hitzetagen im Juni, Juli und August ausgesetzt sein. Die Demografen des Insee-Instituts stützten sich auf die aktuelle Verteilung der Bevölkerung in Frankreich und auf Klimasimulationen mit einem Szenario mit weiterhin hohen Treibhausgasemissionen.

    Die Autoren weisen jedoch ausdrücklich darauf hin: Unabhängig davon, welches Szenario betrachtet wird, sind die Trends für die nächsten 30 Jahre nahezu gleichwertig. Bemühungen, um den Kohlenstoffausstoß ab jetzt zu senken, werden sich erst später auszahlen. In der Zwischenzeit werden die Temperaturen überall zunehmen. Die Bevölkerung in der Region Auvergne-Rhône-Alpes wird den Hitzewellen am stärksten ausgesetzt sein, danach folgen die Regionen Bourgogne-Franche-Comté und Okzitanien.

    Es wird nur sehr wenige Regionen geben, die verschont bleiben. Die jahreszeitlichen Durchschnittswerte werden überall immer öfter überschritten. Um den außergewöhnlich heißen Tage im Sommer zu entfliehen, muss man in die Bretagne, nach Korsika oder in die Normandie reisen oder aber das Glück haben, den Sommer über 1.000 m Höhe oder direkt an der Küste verbringen zu können.

    Laut dem Insee besteht dringender Handlungsbedarf bei der Isolierung von Wohnungen, der Begrünung der Städte und dem Schutz insbesondere der älteren Menschen. Im Jahr 2050 werden 16% der Franzosen über 75 Jahre alt sein, d. h. jeder sechste Franzose.

  • Hitzewellen und Rekordtemperaturen – Sommer wie 2022 könnten bis 2050 zur „Norm“ werden

    Hitzewellen und Rekordtemperaturen – Sommer wie 2022 könnten bis 2050 zur „Norm“ werden

    Besonders hohe Temperaturen, sehr lange Hitzeperioden… Frankreich hat gerade einen Rekordsommer hinter sich, seinen zweitwärmsten nach dem Sommer 2003. In einem Lagebericht zieht Météo France eine Bilanz der letzten Monate und blickt auf die kommenden Jahrzehnte.

    Immer wiederkehrende Hitzewellen und gebrochene Temperaturrekorde… In den letzten Monaten hatten die Franzosen zweifellos den Eindruck, einen außergewöhnlichen Sommer zu erleben. „Außergewöhnlich“, so lauteten auch die Worte der Wetterexperten von Météo France, die am Dienstag, den 30. August, ausführlich auf die seit Juni letzten Jahres aufgezeichneten Wetterdaten zurückblickten. Und dann kam die Warnung: Sommer wie in 2022 werden zweifellos zur Norm in Frankreich werden.

    Wie sah es in den letzten Monaten aus? Ein in vielerlei Hinsicht „heißer und trockener“ Sommer, der dem Sommer 2003 in Frankreich relativ ähnlich war. Das Land erlebte „den heißesten Sommer nach 2003“, so Matthieu Sorel, Klimatologe bei Météo-France. Das Thermometer spielte von Juni bis August verrückt: In diesen drei Monaten waren Temperaturen durchschnittlich 2,3°C höher als „normal“.

    Einige Regionen litten besonders unter den Hitzewellen: „Es gibt ein sehr starkes Signal von Hitze-Anomalien in den südlichen Regionen des Landes und in den Regionen der Westküste“, sagt der Klimatologe Matthieu Sorel. Konkret ist es das Departement Pyrénées-Orientales, das in den letzten drei Monaten die am weitesten von der Norm abweichenden Temperaturen verzeichnet hat.

    Mehrere Dutzend Wetterstationen registrierten Rekordtemperaturen, die seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1947 noch nie beobachtet wurden. Dies war unter anderem in Arcachon der Fall: Am Samstag, dem 18. Juni, wurden in Belin-Béliet im Val de l’Eyre im Osten des Arcachon-Beckens 43,2 °C gemessen – so viel wie noch nie zuvor in der Gironde. Auch in Biarritz (Pyrénées-Atlantiques) stieg das Quecksilber Mitte Juni bis auf 42,9 °C an. Sogar an der Spitze der Bretagne stieg das Thermometer im Juli auf 39,3 °C…

    Insgesamt listete Météo France 33 Tage mit starker Hitze im Jahr 2022 auf: eine bisher unerreichte Zahl. „Frankreich hat seit Juni drei Hitzewellen erlebt, was die Gesamtzahl der seit 1947 im Land registrierten Wellen auf 46 erhöht“, erklärt Matthieu Sorel.

    Auch bei diesen längeren Episoden mit besonders hohen Temperaturen waren der Südwesten und die Atlantikküste die Leidtragenden. 32 französische Departements, darunter Ariège, Tarn, Aude oder Aveyron, verzeichneten einen Rekord an lang anhaltenden Hitzewellen. In Albi zum Beispiel verharrte das Thermometer 21 Tage lang über 30 °C.

    Météo France verzeichnete zusätzlich zu den Hitzewellen 25% weniger Niederschlag als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Der Juli war sogar der trockenste Monat seit 1958. In Kombination mit dem ausbleibenden Regen sorgte die Hitze für eine ausgeprägte Trockenheit. „Die Trockenheit begann in diesem Jahr schon im Spätwinter und im frühen Frühling“, sagt Matthieu Sorel. „Wir sind also schon mit extrem trockenen Böden in die Sommersaison gestartet.“ Solche ausgetrockneten Böden werden sehr hart und haben grosse Schwierigkeiten, Feuchtigkeit aufzunehmen. Das führt dazu, dass in diesem Herbst starke Überschwemmungen zu befürchten sind, wenn es heftig regnet.

    Was wird in den kommenden Jahren zu erwarten sein?
    Ähnelt der Sommer 2022 tatsächlich einem „durchschnittlichen Sommer in der Mitte des Jahrhunderts“, wie es Météo France formuliert? Samuel Maurin, Forscher und Direktor des Centre national de recherches météorologiques, bestätigt: „Wir erwarten nicht, dass alle kommenden Sommer dem von 2022 ähneln werden. Es wird Wetterschwankungen geben. Aber die Perspektive ist eine globale Erwärmung und es ist sicher, dass wir mehr Sommer mit ähnlichen Wetterbedingungen wie 2022 erleben werden„.

  • Sommer 2022: „Möglicherweise der kühlste“ der nächsten 20 Jahre, warnt Agnès Pannier-Runacher

    Sommer 2022: „Möglicherweise der kühlste“ der nächsten 20 Jahre, warnt Agnès Pannier-Runacher

    Laut Météo France ist der Sommer 2022 nach 2003 der zweitwärmste jemals in Frankreich gemessene Sommer. „Die globale Erwärmung hat sehr konkrete Auswirkungen auf unser heutiges tägliches Leben“, sagt Agnès Pannier-Runacher. Die Ministerin für den Energiewandel war am Dienstag, dem 30. August, zu Gast bei dem Sender France Inter und zeigt mit dem Finger auf die „großen meteorologischen Unwägbarkeiten“, Dürren und Mega-Feuer, sowie die „gesundheitlichen Folgen“, die sie mit sich bringen. „Die Experten sind in dieser Frage sehr klar, den Sommer 2020 werden Sie nicht wieder erleben und der Sommer 2022 ist wahrscheinlich der kühlste Sommer, den Sie je erlebt haben oder in den nächsten 20 Jahren erleben werden“, sagt sie. Der Sommer 2022 ist laut Météo France nach dem Sommer 2003 der zweitheißeste Sommer, der je in Frankreich gemessen wurde. „Das sind Tatsachen. Es ist unverantwortlich, die Realität dieser Tatsachen nicht anzuerkennen“, meint Agnès Pannier-Runacher, die der Ansicht ist, dass…

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  • Hitzewelle, Dürre, Feuer: Meteo France zieht Bilanz nach einem Sommer der Rekorde

    Hitzewelle, Dürre, Feuer: Meteo France zieht Bilanz nach einem Sommer der Rekorde

    Météo France präsentierte am Dienstagmittag die Zusammenfassung der sommerlichen Messungen, die mehrere Rekorde gebrochen haben. So wurde zum Beispiel in der Bretagne die 40°C-Marke überschritten und Waldbrände haben seit Jahresbeginn 62.000 Hektar Land verwüstet.

    Die Hitzewellen, Brände wüten und in bisher verschonten Regionen herrscht Rekordtrockenheit… Météo France zieht am Dienstag, dem 30. August, die Bilanz eines beispiellosen Sommers. Unter den Auswirkungen des Klimawandels könnte das jedoch schnell zur Norm werden.

    „Der Sommer, den wir gerade erlebt haben, ist ein mächtiger Weckruf“, sagte Premierministerin Élisabeth Borne am Montag, nur wenige Tage nachdem Präsident Emmanuel Macron die Ansicht äusserte, dass das Land vor einem „großen Umschwung“ stehe, zu dem auch die Auswirkungen der Erderwärmung gehören.

    Die Zusammenfassung der Sommermesswerte – der meteorologische Sommer umfasst die Monate Juni, Juli und August – wird heute erst um 17 Uhr bekannt gegeben, aber im Laufe des Sommers hat Météo France schon viele Rekorde registriert.

    Wie diese „außergewöhnlichen Serien“ von aufeinanderfolgenden Hitzetagen (über 25°C), z. B. waren es in Marseille seit dem 9. Mai bereits 113 Tage. Die 102 Tage vom 14. Juni bis zum 23. September 2018 liegen weit abgeschlagen hinten. In Straßburg dauert die Serie seit dem 11. Juli, also bereits 50 Tage (bisheriger Rekord 33 Tage in 1976/2003/2018).

    In Nizza sind bis Montag 60 aufeinanderfolgende „Tropennächte“ gemessen worden, d. h. mit einer Temperatur, die nicht unter 20 Grad fiel, was eine körperliche Erholung besonders schwierig macht. Der bisherige Rekord von 58 Nächten stammte aus dem Jahr 2016.

    Drei Hitzewellen
    Ein Phänomen, das von Météo France Sud-Est auf den „Einfluss einer hohen Mittelmeertemperatur“ zurückgeführt wurde. Auch das Mittelmeer litt unter einer Hitzewelle, bei der die Wassertemperatur 4 bis 5 Grad über den normalen Temperaturen lag und dadurch die marinen Ökosysteme bedrohte.

    Fast das gesamte Land erstickte unter drei Hitzewellen, wobei die erste bereits im Juni auftrat. Viele absolute Hitzerekorde wurden gebrochen, sogar im Nordwesten des Landes, der bisher von grosser Hitze verschont war. Das Thermometer erreichte im Juli 39,3°C an der Spitze der Bretagne, in Brest, und unglaubliche 40,4°C in der normannischen Hafenstadt Dieppe.

    In Kombination mit dem ausbleibenden Regen förderte die Hitze eine starke Trockenheit, die inzwischen fast das gesamte Land betrifft, und machte die Vegetation besonders leicht brennbar. Das Ergebnis: eine traurige Bilanz der Waldbrände mit 62.000 Hektar verwüsteter Fläche seit Jahresbeginn gegenüber durchschnittlich 8.500 Hektar in der gleichen Zeit, wie aus den Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems (EFFIS) hervorgeht.

    Frankreich erlebte ungewöhnliche Brände, wie den Brand von Landiras in der südlichen Gironde, bei dem in zwei Bränden mehr als 20.000 Hektar verbrannten. Und es gab Brände bis in Gebiete, von denen man nie gedacht hätte, dass sie gefährdet sind, wie etwa der mythische bretonische Wald Brocéliande.

    Ein weiteres Opfer der Dürre sind die Landwirte, deren Ernten voraussichtlich spürbar zurückgehen werden (-18 % bei Mais, -20 % bei Kartoffeln), was die Regierung dazu veranlasst hat, Hilfen freizugeben.

    Besorgte Franzosen
    Die öffentliche Meinung wurde auch von beeindruckenden Gewitterepisoden geprägt, bei denen zum Beispiel am 18. August auf Korsika fünf Menschen ums Leben kamen. Auch wenn solche außergewöhnlichen Wetterphänomene nicht ausschliesslich auf den Klimawandel zurückzuführen sind, verstärkt dieser nach Ansicht von Klimaforschern ihre Intensität und Häufigkeit.

    Der Sommer 2022 könnte „einem durchschnittlichen Sommer in der Mitte des Jahrhunderts“ ähneln, wenn die für die Erwärmung verantwortlichen Treibhausgasemissionen nicht deutlich sinken, so die Modellrechnungen des Wetterdienstes Météo France.

    Der Kampf gegen den Klimawandel bestimmt zu einem großen Teil die politischen Auseinandersetzungen des Herbstes, von Debatten über Privatjets oder Swimmingpools bis hin zu Erklärungen der Regierung, die von der linken Opposition und Umwelt-NGOs beschuldigt wird, nicht genug zu tun.

    Der Sommer 2022 wird auf jeden Fall die öffentliche Meinung geprägt haben und den Klimawandel laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage auf den zweiten Platz der Sorgen der Franzosen (32%) direkt hinter der Inflation (33%) hieven. Laut einer weiteren Umfrage von Harris interactive für Challenges gaben 86% der Franzosen an, sich über dieses Thema Sorgen zu machen.

  • Abwasser, Meerwasser, Regenwasser – was kann gegen die Dürre helfen

    Abwasser, Meerwasser, Regenwasser – was kann gegen die Dürre helfen

    Seit Ende Juli ist Frankreich mit einer historischen Dürre konfrontiert, die in weiten Teilen des Landes zu hoher Wasserknappheit geführt hat. Da sich dieses Szenario aufgrund des Klimawandels wahrscheinlich in den kommenden Jahren wiederholen wird, suchen Wissenschaftler nach neuen Ressourcen. Sie lassen sich von Pionieren im Ausland, insbesondere in Wüstenländern, inspirieren und experimentieren mit verschiedenen Techniken.

    In rund 100 französischen Gemeinden sind die öffentlichen Leitungen abgestellt und es fließt kein Wasser mehr aus den Hähnen. Die außergewöhnliche Trockenheit, die das Land seit Ende Juli heimsucht – die schwerste seit 1959 – hat Flüsse und Grundwasser austrocknen lassen. Die Regierung, die Kommunalverwaltungen haben strenge Beschränkungen einführen müssen und müssen zum Teil das Trinkwasser in Tankwagen heran holen oder in Flaschen verteilten.

    Gleichzeitig fangen Experten und Wissenschaftler an, nach neuen Wegen suchen, um Wasser bereitzustellen und zu nutzen. In einigen Ländern sind einige dieser Ideen bereits weit verbreitet, doch in Frankreich haben sie noch Schwierigkeiten, sich durchzusetzen, was oft auf strenge Vorschriften und Umweltbedenken zurückzuführen ist.

    Wiederverwendung von Abwasser
    „Frankreich und die Europäische Union müssen die Wiederverwendung von Abwasser modernisieren“, eird Julie Mendret, Forscherin am Institut für Membranen der Universität Montpellier, von France 24 zitiert. „Heute werden in Frankreich weniger als 1% des Brauchwassers aufbereitet und wiederverwendet. In Italien sind es 8% und in Spanien 14%“, erläutert sie. „Wir sind weit entfernt von einigen Ländern, in denen dies völlig normal ist, insbesondere in Golfstaaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Katar. In Israel, das in diesem Bereich Pionierarbeit leistet, liegt der Anteil bei 80%.“

    In Europa wird das Wasser, das in unseren Wasserhähnen landet, aus dem Grundwasser gewonnen und dann in Trinkwasseraufbereitungsanlagen gereinigt. Nach dem Verbrauch wird es in Kläranlagen gereinigt, bevor es wieder in Flüsse geleitet wird. Würde es entsprechend bearbeitet, könnte es wieder in die Wasserleitungen zurückgeführt werden.

    In Frankreich werden täglich 19.000 m3 Abwasser wiederverwendet, um landwirtschaftliche Kulturen zu bewässern und Golfplätze zu bewässern. „Man könnte diese Verwendungszwecke durchaus ausweiten, um Straßen zu reinigen oder Grünflächen zu bewässern“, versichert Julie Mendret. „Und warum nicht noch einen Schritt weiter gehen und aus diesem recycelten Wasser wieder Trinkwasser reproduzieren?“

    In der Vendée wird das Jourdain-Projekt demnächst mit einer solchen Lösung experimentieren. Anstatt ins Meer geleitet zu werden, soll ein Teil des Wassers aus der Kläranlage der Gemeinde Les Sables-d’Olonne ausgeleitet und aufbereitet werden, bevor es wieder in die Trinkwasserkreisläufe eingespeist wird. Das wäre eine europäische Premiere, wird aber zum Beispiel in Singapur und sogar im afrikanischen Namibia bereits umgesetzt.

    Ihrer Meinung nach wird Frankreich durch „zu anspruchsvolle Vorschriften“ und Schwierigkeiten bei der Akzeptanz solcher Projekte auf lokaler Ebene gebremst. Im März hat die Regierung jedoch die Verwendungsmöglichkeiten für wiederaufbereitetes Wasser ausgeweitet, um das Grundwasser aufzufüllen oder Brände zu bekämpfen. Auf europäischer Ebene riefen die Mitgliedsländer am 3. August dazu auf, solche Projekte schneller voranzutreiben.

    Klar ist allerdings auch, dass nicht alles Wasser wiederverwertet werden kann. Nicht selten ist es unerlässlich, das geklärte Wasser wieder in Flüsse einzuleiten, um die Fließgeschwindigkeit aufrechtzuerhalten und die Artenvielfalt zu schützen. Aber solche Optionen bleiben vor allem für Küstengebiete, in denen Abwasser oft ins Meer geleitet wird, sehr interessant. Ins Meer abgeleitetes geklärtes Brauchwasser ist verlorenes Süßwasser.

    Nutzung von Regenwasser
    Experten und Expertinnen rufen dazu auf, die Nutzung von Regenwasser, das a priori nicht trinkbar ist, in Privathaushalten zu einzuführen. In Frankreich ist das gesamte Wasser, das für die verschiedensten Anwendungen verbraucht wird, wertvolles Trinkwasser. Bisher darf man in Frankreich Regenwasser nur zum Gießen des Gartens verwenden. In Belgien oder Deutschland funktionieren viele Häuser bereits schon seit einige Zeit mit Zweikreissystemen: Das Trinkwasser kommt nur in die Wasserhähne, um es zu trinken und zu duschen. Der Rest, Toilettenspülungen etc., wird mit Regenwasser gespeist, das in individuellen Tanks gelagert wird.

    Mit entsprechenden Systemen könnte man dieses nicht trinkbares Wasser sogar mehrfach verwenden. Einige L$änder recyceln es drei- oder viermal. In Israel sind es fünf oder sechs Kreisläufe, die diese „graue“ Wasser durchläuft.

    Meerwasser entsalzen
    Auf Korsika und in der Bretagne, in den kleinen Gemeinden Rogliano und auf der Insel Groix, wollten die Bürgermeister angesichts der Dürre eine andere Lösung ausprobieren: die Entsalzung von Meerwasser.

    Wie das Recycling von Abwasser wird auch diese Technik im Ausland bereits häufig eingesetzt. Die Internationale Vereinigung für Entsalzung, ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Industrieunternehmen und NGOs, zählt weltweit über 17.000 solcher Anlagen. Insgesamt sind mehr als 300 Millionen Menschen für ihren Wasserbedarf darauf angewiesen. Die größten Nutzer von Entsalzungsanlagen sind Saudi-Arabien und Israel. Auch die nordafrikanischen Maghreb-Staaten haben in den letzten Jahren massiv in diese Technik investiert. In Jordanien etwa soll bis 2026 eine Anlage am Roten Meer errichtet werden, die nach Angaben der Behörden 250 bis 300 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr produzieren soll, was etwa 750 Millionen Litern Wasser pro Tag entspricht.

    Diese Technik bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Entsalzungsanlagen sind sehr energieintensiv und daher für viele Gemeinden noch zu teuer. Vor allem aber produziert sie das Abfallprodukt Salzlauge, deren Entsorgung noch nicht zufriedenstellend geregelt ist. Laut einem UN-Bericht werden im Durchschnitt für jeden erzeugten Liter Süßwasser 1,5 Liter dieses salzhaltigen Schlamms wieder in den Ozean geleitet, was die Ökosysteme durcheinanderbringen kann.

    Nebel und Tau einfangen
    Anderswo auf der Welt gibt es eine Unzahl von Lösungen in kleinerem Maßstab. In Chile zum Beispiel wird Wasser aus dem Nebel gesammelt. Diese Technik, die es schon seit der präkolumbianischen Zeit gibt, ist sehr einfach: An nebligen Tagen werden engmaschige Netze aufgestellt. Die kleinen Wassertröpfchen bleiben darin hängen und rieseln dann in Container. Ein billiges, umweltfreundliches und natürliches Verfahren, das jedoch nur unter ganz bestimmten Wetterbedingungen funktioniert.

    Laurent Royon, Forscher am Interdisziplinären Laboratorium für Zukunftsenergien in Paris, untersucht die Möglichkeit, Tautropfen aufzufangen. „Diese Technik könnte überall eingesetzt werden, sogar in Wüsten, wo es nachts kalt ist“, wird der Wissenschaftler von France 24 zitiert. Experimente laufen bereits in Indien, Benin und Marokko. Die Ausbeute ist jedoch mit nur etwa 0,5 Litern pro Kubikmeter Luft und pro Nacht begrenzt.

    Eisberge bewegen, Regen fallen lassen…
    Während alle oben erwähnten Techniken bereits in mehr oder weniger großem Umfang weltweit eingesetzt werden, wollen andere Wissenschaftler noch einen Schritt weiter gehen und versuchen, bisher unerschlossene Wasserreservoirs anzuzapfen. In einer im Mai veröffentlichten Studie mit dem Titel „Unkonventionelle Wasserressourcen“ listen Forscher der Vereinten Nationen ein Dutzend solcher Möglichkeiten auf.

    Doch einige dieser Wege erweisen sich letztlich als kontraproduktiv. Ein Beispiel ist die „Wolkenimpfung“, mit der man Regen auf Kommando auslösen könnte. Die Idee, die seit den 1960er Jahren vor allem in China erforscht wird, besteht darin, das das in der Erdatmosphäre in den Wolken vorhandene Wasser zu nutzen. Nur 10-15% des in den Wolken enthaltenen Wassers fällt letztendlich als Regen. Forscher versuchen, die Niederschlagsmenge zu erhöhen, indem sie Aerosole beispielsweise durch kleine Raketen oder Feuerwerkskörper in die Wolken schiessen. Das Problem ist, dass nicht nur die Wirksamkeit dieser Technik umstritten ist, sondern dass eine Änderung des Wetters auch Kettenreaktionen in anderen Teilen der Welt auslösen könnte, die nur schwer vorhersehbar sind.

    Ebenso umstritten ist die Idee, Eisberge, die aus Süßwasser bestehen, zu bewegen. Fast vierzig Jahre lang beschäftigte dies den französischen Ingenieur Georges Mougin, der versuchte, riesigen Eisblöcke in Länder zu bewegen, die unter Dürre und Trockenheit leiden. Im Jahr 2010 kam man aber zu dem Schluss, dass es fünf Monate und 4.000 Tonnen Öl braucht, um einen Eisberg von Kanada auf die Kanarischen Inseln zu transportieren. Eine Idee also, die zu viele technologische, ökologische und finanzielle Probleme aufwirft.

  • Hitzewellen, Dürren – die Mittelmeerregionen werden stärker vom Klimawandel betroffen sein

    Hitzewellen, Dürren – die Mittelmeerregionen werden stärker vom Klimawandel betroffen sein

    Erlebt die Mittelmeerregion die heftigsten klimatischen Umwälzungen? Das legt zumindest der Weltklimarat (IPCC) nahe, der seit Jahren einen beeindruckenden Anstieg der Wassertemperaturen verzeichnet. Dies könnte zu Klimakatastrophen großen Ausmaßes führen.

    Seit einigen Tagen regnet es wieder in Frankreich, und schon jetzt sind besonders heftige Regenfälle und Gewitter im Mittelmeerraum zu verzeichnen. Plötzliche Überflutungen in Montpellier (Hérault), verheerende Brände in Spanien, Portugal und Frankreich und mörderische Gewitter auf Korsika und in Italien… Wie lassen sich diese Phänomene von bisher nicht gekannter Intensität erklären?

    Laut den Experten des Weltklimarates (IPCC) ist das Mittelmeerbecken einer der „Hotspots des Klimawandels“. Das erklären sie damit, dass in diesem Gebiet die Temperaturen in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich schneller steigen werden als anderswo. Die „Mediterranean Experts on Climate and Environmental Change“ (MedEcc) haben diesbezüglich mehrere Prognosen erstellt. Die Wissenschaftler stellen fest, dass die Temperatur des Mittelmeeres im Vergleich zum sogenannten „vorindustriellen Zeitalter“ bereits jetzt um 1,5°C angestiegen ist. In den letzten Wochen war der Anstieg der Wassertemperatur besonders deutlich zu spüren: An der korsischen Küste – und nicht nur dort – lag die gemessene Wassertemperatur bei 30°C. Solche Temperaturen kannte man bisher nur aus der Karibik. Bis 2040 könnten die Temperaturen in einigen Regionen des Mittelmeers um 2,2°C und in 80 Jahren sogar um 3,8°C ansteigen.

    Dies wird nicht nur große Auswirkungen auf die Meeresfauna haben, die im Mittelmeerraum nicht an solch hohe Temperaturen gewöhnt ist, sondern auch auf die menschen, die diese Gebiete bewohnen. Und das aus gutem Grund: Steigende Temperaturen im Meer begünstigen das Auftreten von starken Regenfällen und heftigen Gewittern. Feuchtwarme Luft vom Meer verursacht bei Kontakt mit kälterer Luft in der Höhe Gewitter und starke Niederschläge. Diese „mediterranen“ Phänomene sind umso problematischer, als die Böden, die durch die heißen Temperaturen im Sommer ausgetrocknet und sehr hart sind, nicht in der Lage sein werden, all dieses Wasser aufzunehmen. Deshalb sind Überschwemmungen größeren Ausmaßes zu befürchten.

    Das IPCC geht in seiner Analyse noch weiter. Die Wissenschaftler warnen, dass der Mittelmeerraum wahrscheinlich unter immer heftigeren Bränden leiden wird: „Die Fläche der verbrannten Wälder wird sich verdoppeln oder verdreifachen, je nachdem, welche Anstrengungen unternommen werden, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren“, erklären die Experten. All diese Wetterphänomene werden in den kommenden Jahren wahrscheinlich auf die 150 Millionen Menschen zu kommen, die rund um das Mittelmeer leben.

  • „Es ist an der Zeit, dass die Regierung den Klimawandel erkennt“, fordert der Bürgermeister von Bordeaux

    „Es ist an der Zeit, dass die Regierung den Klimawandel erkennt“, fordert der Bürgermeister von Bordeaux

    Pierre Hurmic, der grüne EELV-Bürgermeister von Bordeaux, äusserte sich am Freitag, dem 19. August 2022, auf Franceinfo. „Es ist an der Zeit, dass die Regierung das Ausmaß des Klimawandels und des klimatischen Leidens erkennt“, sagte der EELV-Bürgermeister von Bordeaux, Pierre Hurmic, am Freitag, dem 19. August. Nach den heftigen Gewittern auf Korsika, die mindestens fünf Todesopfer forderten, und nachdem in diesem Sommer in Frankreich mehr als 60.000 Hektar durch Brände zerstört wurden. „Wir traben langsam hinter dem Klima her, obwohl wir galoppieren sollten“. „Man nicht mit der Wahrheit tricksen. Man darf es nicht als Unfall sehen. Es ist kein Unfall“, meint der Bürgermeister von Bordeaux. „Die Klimaforscher, die Wissenschaftler sagen uns seit Jahren, dass diese extremen Wetterphänomene immer häufiger und immer intensiver werden. Wir verschliessen lieber die Augen“. „Das Reden funktioniert gut, aber was wir von der Regierung erwarten, sind konkrete Taten.“ (Pierre Hurmic, EELV-Bürger…

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  • Umwelt: Hunderte von Häusern an den französischen Küsten bedroht

    Umwelt: Hunderte von Häusern an den französischen Küsten bedroht

    Das Meer knabbert immer mehr die französischen Küsten an. Welche Zukunft haben Häuser in den bedrohten Gebieten? Im Baskenland bedroht die Küstenerosion kurzfristig 530 Wohnhäuser und 40 Geschäfte. Und das ist kein Einzelfall: In Frankreich gibt es keine Küstenregion, die von diesem Phänomen verschont bleibt. Zu nennen sind die Bretagne, die Normandie und die Region Hauts-de-France. Das alles ist das Ergebnis menschlicher Aktivitäten und der Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere des Anstiegs des Meeresspiegels. Um notwendige Massnahmen in den betroffenen Gebiete zu ermöglichen, sieht das Gesetz „Klima und Resilienz“ neue Regelungen für Wohnhäuser vor. Wenn Sie Eigentümer oder Mieter an der Küste sind, könnte sich für Sie in Zukunft einiges ändern. Zunächst sollten Sie nachschauen, ob Sie in einer der 126 Gemeinden auf der Liste leben, die im Dekret vom 29. April 2022 veröffentlicht wurde. Die betroffenen Gemeinden haben jetzt vier Jahre Zeit, um eine Kartierung des Rückgangs der Küstenlinie zu erstellen. Wozu wird diese Kartografie dienen? Sie wird Aufschluss darüber geben, welche Gebiete in welchem Zeitraum von Erosion bedroht sind. In den Gebieten, die in den nächsten 30 Jahren gefährdet sind, darf nicht mehr gebaut werden. Wenn Sie in einem Gebiet bauen möchten, das in 30 bis 100 Jahren gefährdet sein könnte, müssen Sie die für einen Abriss des Gebäudes erforderliche Summe bei der Caisse des dépôts hinterlegen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Gebietskörperschaften und der Staat ein Vorkaufs- und Enteignungsrecht haben werden. Es ist jedoch fraglich, ob sie die finanziellen Mittel werden aufbringen können, um dieses Recht auszuüben. In einigen der betroffenen Gebiete sind die Immobilien manchmal mehrere Millionen Euro wert… Zwar sieht das Gesetz eine Neubewertung der Immobilien für den Erwerb durch die öffentliche Hand vor, aber es wurde keine Formel für die Berechnung angegeben. Und die Frage der Umsiedlung von enteigneten Personen wird auch nicht behandelt. Für Mieter wird mit der Verordnung ein realer Anpassungsmietvertrag eingeführt, der eine vorzeitige Kündigung ermöglicht, wenn eine Gefahr durch Erosion unmittelbar bevorsteht. Im Moment geht es dem Staat jedoch darum, die wirtschaftlichen Aktivitäten in den bedrohten Gebieten aufrechtzuerhalten. Währenddessen schreitet das Meer weiter voran.
  • Waldbrände: Die EU erlebt laut Satellitendaten traurigen Rekordsommer

    Waldbrände: Die EU erlebt laut Satellitendaten traurigen Rekordsommer

    Seit Jahresbeginn gingen in der EU bereits mehr als 660.000 Hektar in Flammen auf. Der bisherige Rekord lag am 13. August 2017 bei 420.913 Hektar.

    Die Hochsaison der Waldbrände ist noch nicht vorbei und schon jetzt steigt die vorläufige Bilanz der Brände in der Europäischen Union auf  662.776 Hektar verbrannte Flächen und Wälder. Dies ist laut dem Europäischen Waldbrandinformationssystem (EFFIS), das seit 2006 mithilfe von Satellitenbildern des europäischen Copernicus-Programms entsprechende Statistiken führt, ein Rekord zu diesem Zeitpunkt des Jahres.

    Das am stärksten von Bränden betroffene Gebiet ist die Iberische Halbinsel. In Spanien, das wie Frankreich durch mehrere Hitzewellen ausgetrocknet wurde, wurden 246.278 Hektar Land von Bränden verwüstet, hauptsächlich in Galicien im Nordwesten des Landes. Die Lage verbesserte sich jedoch mit dem Rückgang der Temperaturen. Auch Portugal kämpft seit über einer Woche gegen ein Feuer in einem UNESCO-Schutzgebiet, das sich in der Bergregion Serra da Estrela befindet.

    Die globale Erwärmung wird den Trend verstärken.
    Nach Spanien belegen Rumänien (150.528 Hektar), Portugal (75.277 Hektar) und Frankreich (61.289 Hektar) die ersten Plätze in dieser traurigen Rangliste. Zwar hat Frankreich in den 1970er Jahren, bevor es europäische Standarddaten gab, noch schlechtere Jahre erlebt. Doch das Jahr 2022 ist laut den Copernicus-Zahlen das schlimmste seit 16 Jahren. Dies ist vor allem auf die beiden aufeinanderfolgenden Großbrände in der Gironde zurückzuführen, wo diese Woche Feuerwehrleute aus Deutschland, Polen und Österreich zur Unterstützung eintrafen.

    Die verbrannten Flächen (rote Kurve) in der EU sind laut Satellitendaten in diesem Jahr größer als im Durchschnitt des Zeitraums 2006-2021 (blaue Kurve). (EFFIS / COPERNICUS)

    Schon jetzt ist „2022 bereits ein Rekordjahr“, kommentiert Jesus San-Miguel, Koordinator von EFFIS. Der bisherige Rekord für Europa stammte aus dem Jahr 2017, als bis zum 13. August 420.913 Hektar in Rauch aufgingen und 988.087 Hektar innerhalb eines Jahres. „Ich hoffe, dass wir nicht den Oktober haben werden, den wir in jenem Jahr hatten“, fährt er fort. Damals waren in einem einzigen Monat europaweit rund 400.000 Hektar vernichtet worden.

    Die außergewöhnliche Trockenheit in Europa, gepaart mit Hitzewellen, erleichtert den Ausbruch von Bränden. Diese ultratrockenen Bedingungen waren früher eher in den Mittelmeeranrainerstaaten zu beobachten, aber „genau das ist jetzt auch in Mitteleuropa passiert“, fügt Jesus San-Miguel hinzu, obwohl diese Region bislang weitgehend von solchen Dürreperioden verschont war. Die anhaltende Klimaerwärmung in ganz Europa dürfte diesen Trend in Zukunft noch verstärken.

  • CO2-Emissionen durch Waldbrände in Frankreich haben 2022 alle Rekorde gebrochen

    CO2-Emissionen durch Waldbrände in Frankreich haben 2022 alle Rekorde gebrochen

    Im Jahr 2022 wurden allein in Frankreich bereits mehr als eine Million Tonnen CO2 durch Waldbrände in die Atmosphäre freigesetzt.

    Waldbrände haben langfristig negative Auswirkungen auf das Klima. Die Kohlendioxidemissionen, die durch die Brände allein in Frankreich in diesem Sommer verursacht wurden, erreichten den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2003, wie das Europäische Programm für den Klimawandel Copernicus am Freitag, dem 12. August, mitteilte.

    Neueste Schätzungen anhand von Satellitendaten des Copernicus Atmospheric Monitoring Service (CAMS) vom Donnerstag zeigen, dass die CO2-Emissionen durch Brände in Frankreich in den Monaten Juni, Juli und August die höchsten seit 2003 sind.

    Mehr als 60.000 Hektar verbrannte Fläche in Frankreich im Jahr 2022.
    Seit Jahresbeginn wurden in Frankreich bereits mehr als eine Million Tonnen CO2 durch Brände freigesetzt, während der Durchschnitt in dieser Zeit normalerweise bei etwas über 0,5 Millionen Tonnen liegt. Der aktuelle Rekord liegt bei fast 1,3 Millionen Tonnen über das ganze Jahr verteilt im Jahr 2003. Laut den Statistiken des Europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS brannten in Frankreich seit Januar 60.358 Hektar.

    Ein Großteil des europäischen Kontinents ist von dramatischen Waldbränden betroffen, die durch die Hitzewelle auf der Iberischen Halbinsel und in Südwestfrankreich „noch verschlimmert wurden“, erklärt Mark Parrington, Wissenschaftler bei Copernicus gegenüber Franceinfo. Die Wahrscheinlichkeit und Intensität von Hitzewellen wiederum wird durch die globale Erwärmung verschärft, die durch menschliche Aktivitäten und die Verbrennung fossiler Energieträger beschleunigt wird.