Kategorie: International

  • Donald Trump: Journalistin klagt erneut wegen Vergewaltigung gegen den Ex-Präsidenten

    Donald Trump: Journalistin klagt erneut wegen Vergewaltigung gegen den Ex-Präsidenten

    Eine Journalistin, die Trump vorwirft, sie in den 1990er Jahren vergewaltigt zu haben, hat am Donnerstag, dem 24. November, ihre Klage gegen den ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten erneut eingereicht. Die US-amerikanische Journalistin E. Jean Carroll, die Donald Trump beschuldigt, sie in den 1990er Jahren vergewaltigt zu haben, hat am Donnerstag ihre Zivilklage gegen den ehemaligen US-Präsidenten erneut aufgenommen. Dies ist einem neuen Gesetz in New York zu verdanken, das Opfer sexueller Übergriffe schützt. In einem doppelten Gerichtsverfahren wegen angeblicher Vergewaltigung und Verleumdung stehen sich seit 2019 vor dem Bundeszivilgericht in Manhattan die 78-jährige Carroll und der 76-jährige Donald Trump gegenüber, die beide im Oktober eidesstattliche Erklärungen vor einem New Yorker Richter vorgelegt hatten. In dem Verleumdungsverfahren hatte E. Jean Carroll, Autorin und ehemalige Kolumnistin der Zeitschrift Elle, Donald Trump im November 2019 zivilrechtlich verklagt. S…

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  • VIDEO: Das bislang schönste Tor der WM in Katar

    VIDEO: Das bislang schönste Tor der WM in Katar

    Eine Woche nach Beginn der Fußballweltmeisterschaft 2022 erzielte der Brasilianer Richarlison das bislang schönste Tor des Turniers.

    Was für ein Tor! Brasilien gelang am Donnerstag, dem 24. November, mit einem 2:0-Sieg gegen Serbien ein erfolgreicher Start in die Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Beide Tore erzielte Richarlison, der ein großartiges Spiel für die Seleção ablieferte.

    Der Stürmer von Tottenham Hotspur erzielte das bisher wohl schönste Tor der Weltmeisterschaft. Nach einem Zuspiel von Vinicius Jr. kontrollierte Richarlison den Ball im Mittelfeld mit dem linken Fuss, bevor er mit einem akrobatischen Fallrückzieher das Tor erzielte.

    „Das ist eines der schönsten Tore, die ich je geschossen habe“, freute sich Richarlison. „Es war ein magischer Abend, ein schöner Sieg und jetzt haben wir noch sechs Spiele, um unseren Traum zu erreichen“.

    Durch diesen Sieg ist Brasilien nur noch ein Spiel von der Qualifikation für das Achtelfinale entfernt. Am Montag müssen die Brasilianer die Schweiz schlagen, die sich mit 1:0 gegen Kamerun durchsetzte.

    Die Freude über den Sieg wurde durch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Neymar überschattet. Der Spieler des französische Klubs PSG wurde am Knöchel verletzt. Er musste das Spielfeld humpelnd verlassen. Eine Verletzung, die den brasilianischen Fans große Sorgen bereitet, die dafür beten, dass er schnell wieder auf die Beine kommt.

  • Spoofing: 142 Verhaftungen, 200.000 Opfer, 115 Millionen Euro Schaden…

    Spoofing: 142 Verhaftungen, 200.000 Opfer, 115 Millionen Euro Schaden…

    Eine betrügerische Website, die sich auf den Missbrauch von Telefonnummern spezialisiert hatte, wurde laut Europol zerschlagen. Weltweit wurden 142 Personen festgenommen.

    Das „Telefon-Spoofing“ ist in den letzten Jahren explosionsartig angestiegen. Kreditkartenbetrug mithilfe von Identitätsdiebstahl ist eine neue Art des Betrugs, die derzeit grassiert und immer mehr Menschen betrifft. Per Telefon und unter Vorspiegelung der Nummer einer Bankfiliale gibt sich ein Betrüger als Berater aus, um an persönliche Daten zu gelangen. Der Betrug ist kaum erkennbar: Auf dem Telefon erscheint die echte Nummer der Bank, aber es handelt sich tatsächlich um einen illegalen Anruf.

    142 Personen weltweit festgenommen
    Die Website „iSpoof“, die solche Dienstleistungen wie den Diebstahl von Telefonnummern anbot, wurde laut Europol jetzt zerschlagen. Weltweit wurden 142 Personen festgenommen, so die europäische Polizeiagentur, die die Ermittlungen koordinierte. Der Zeitung Guardian zufolge wurde der Hauptverdächtige Teejai F. bereits am 7. November festgenommen. Teejai F. ist ein 34-jähriger Mann, der in London lebt. Laut der niederländischen Polizei sollen auch Server in den Niederlanden beschlagnahmt worden sein. In Frankreich wurden laut einer Meldung der Zeitung Le Monde im Rahmen einer Voruntersuchung neun Personen in Polizeigewahrsam genommen und dann wieder freigelassen.

    115 Millionen Euro Schaden
    Laut Europol hätten die Administratoren der „iSpoof“-Website in weniger als zwei Jahren mehr als 3,7 Millionen Euro verdient. Die britischen Behörden schätzten den Schaden insgesamt aber auf mehr als 115 Millionen Euro. Die Behörden kündigten ausserdem an, dass sie rund 200.000 identifizierte Opfer warnen werden.

  • Ukraine-Krieg: Neue Bombardements treffen Kiew (Video)

    Ukraine-Krieg: Neue Bombardements treffen Kiew (Video)

    Mittwoch, 23. November, wurde die ukrainische Hauptstadt von Bombenangriffen getroffen, bei denen drei Menschen ums Leben kamen. In Saporischschja wurde eine Entbindungsstation zerstört. In der ukrainischen Hauptstadt, die am Mittwoch, dem 23. November, von neuen russischen Luftangriffen getroffen wurde, ertönten mehrmals Explosionen. „Wir haben eine Rakete einschlagen gehört. Wir haben Rauch gesehen. Die Fenster meines Hauses sind explodiert und dann sind alle zur U-Bahn gerannt“, berichtete eine Anwohnerin auf France Télévisions. In Kiew beklagten die örtlichen Behörden drei Tote und etwa zehn Verletzte. Die Luftangriffe trafen auch andere Großstädte in der Ukraine. Am frühen Mittwochmorgen wurde eine Entbindungsstation in der Region Saporischschja zerstört. Die Bilanz: drei Tote, darunter ein Neugeborenes. Kein Strom in LwiwIm Laufe des Tages stimmte das Europäische Parlament für einen Text, der Russland als Staat bezeichnet, der den Terrorismus fördert. Ein diplomatisches Symbol de…

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  • Ukraine-Krieg: Wolodymyr Selenskyj spricht nach russischen Luftangriffen von „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

    Ukraine-Krieg: Wolodymyr Selenskyj spricht nach russischen Luftangriffen von „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

    Wolodymyr Selenskyj verurteilte in einer Videobotschaft vor den Vereinten Nationen die russischen Luftangriffe gegen die Infrastruktur seines Landes als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Millionen Ukrainer sind ohne Heizung, Wasser und Nahrung, während der erste Schneefall einsetzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete am Mittwoch die russischen Angriffe gegen die ukrainische Energieinfrastruktur vor dem UN-Sicherheitsrat als ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. „Mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, mehreren Millionen Menschen ohne Energieversorgung, ohne Heizung und ohne Wasser ist dies offensichtlich ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagte Wolodymyr Selenskyj in einer kurzen Erklärung per Videoschaltung während einer Dringlichkeitssitzung vor dem Sicherheitsrat, die er selbst beantragt hatte. Neun Monate nach der russischen Invasion seines Landes am 24. Februar verurteilt Präsident Selenskyj die „Formel des Terrors“, die von den Streitkräft…

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  • Ukraine-Krieg: Warum die Russen Tausende von Waschmaschinen in der Ukraine stehlen

    Ukraine-Krieg: Warum die Russen Tausende von Waschmaschinen in der Ukraine stehlen

    Nachdem Russland immer stärker unter den internationalen Wirtschaftssanktionen leidet, die seit Beginn des Krieges in der Ukraine gegen das Land verhängt wurden, importiert der Kreml Tausende Haushaltsgeräte aus dem Ausland, um die darin befindlichen Mikrochips in die Hände zu bekommen. Nachdem der Krieg in der Ukraine die russische Wirtschaft immer mehr belastet, hat Moskau im Jahr 2022 doppelt so viele Waschmaschinen importiert wie im Jahr 2021. Seltsame Anschaffungen, die nicht auf ein gesteigertes Interesse der Bevölkerung an Waschmaschinen zurückzuführen sind, sondern auf einen Bedarf an Halbleitern, die in allen diesen Haushaltsgeräten vorkommen. Russland braucht nämlich dringend Mikrochips, die es nicht im eigenen Land herstellen kann. Also werden Waschmaschinen importiert und auch in der Ukraine gestohlen, um an diese wertvollen Teile heranzukommen. Gleichzeitig profitiert auch Kasachstan von diesem neuen Geschäft, indem es Kühlschränke und elektrische Pumpen, die ebenfalls Halbleiter enthalten, in großen Mengen an Russland weiterverkauft. Reparatur von militärischer Ausrüstung Nur ein kleiner Teil dieser Importe ist für die russische Bevölkerung bestimmt. Die so gewonnenen Halbleiter werden hauptsächlich zur Reparatur von Militärgeräten verwendet. „Solche Halbleiter findet man überall in modernen Waffen“, erklärt der französische General Nicolas Richoux gegenüber dem Sender TF1. Sie sind in den Ziel- und Schussvorrichtungen der Panzer und auch in Kommandosystemen verbaut. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula Von der Leyen, hat ebenfalls bestätigt, dass die russische Armee „Mikrochips sammelt“, um ihre militärische Ausrüstung reparieren zu können.
  • WM in Katar: Für das Match Frankreich-Australien soll die Klimaanlage im Stadion eingeschaltet werden

    WM in Katar: Für das Match Frankreich-Australien soll die Klimaanlage im Stadion eingeschaltet werden

    Umweltschützer sind entsetzt: Les Bleus werden am Dienstag, dem 22. November, bei ihrem WM-Auftaktspiel gegen die „Socceroos“ in einem künstlich gekühlten Stadion spielen. Es sollen 24 Grad im Stadion erreicht werden, obwohl die Außentemperatur laut Vorhersagen nur 1 oder 2 Grad höher liegen wird.

    Die künstliche Kühlung des Stadions hatte bereits am Sonntag, dem 20. November, während des Eröffnungsspiels Katar-Ecuador zu einer Kontroverse geführt. Bei einer Außentemperatur von etwa 27 Grad wurde die Klimaanlage im Al-Bayt-Stadion in der Stadt Al Khor eingeschaltet, und zwar offenbar zu stark, wie mehrere Zuschauer vor Ort berichteten.

    Am Dienstag, dem 22. November, spielen nun auch die Franzosen in einem klimatisierten Stadion. Bei ihrem Auftaktspiel gegen Australien um 20 Uhr werden die Lüftungsschächte des Al-Janoub-Stadions in der Stadt Al Wakrah eiskalte Luft ausspucken, um die Temperatur im Stadion auf höchstens 24 Grad Celsius zu halten.

    Dies wirft Fragen auf und wird von Umweltschützern kritisiert, da die Außentemperatur beim Anpfiff laut Wetterprognosen etwa 25 Grad betragen soll. Laut dem Sender RMC haben die Organisatoren aber mitgeteilt, dass die Stadion-Klimaanlage während des Spiels ausgeschaltet wird, sollten die Temperaturen sinken.

  • Ukraine-Krieg: Vier von den Russen genutzte „Folterstätten“ in Cherson entdeckt

    Ukraine-Krieg: Vier von den Russen genutzte „Folterstätten“ in Cherson entdeckt

    In der kürzlich von den russischen Besatzern zurückeroberten Stadt Cherson wurden ukrainischen Berichten zufolge vier „Folterstätten“ entdeckt, die von den Russen während der achtmonatigen Besatzung genutzt wurden.

    Die ukrainische Staatsanwaltschaft gab am Montag, dem 21. November bekannt, dass sie vier „Folterstätten“ in Cherson entdeckt hat, die von den Russen während ihrer Besetzung der südukrainischen Stadt bis zu ihrer Rückeroberung durch die Kiewer Truppen am 11. November benutzt wurden.

    Die ukrainische Staatsanwaltschaft teilte auf Telegram mit: „In Cherson stellen die Staatsanwälte weiterhin Verbrechen Russlands fest: In vier Gebäuden wurden Folterstätten errichtet“. Kiew hat seit der Befreiung der Stadt wiederholt russische „Kriegsverbrechen“ und „Gräueltaten“ in der Region angeprangert.

    In seiner täglichen Ansprache erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass allein am Sonntag fast 400 russische Angriffe im Osten des Landes stattgefunden hätten. Im Süden des Landes, in Cherson, das die ukrainischen Truppen vor kurzem zurückerobert haben, sahen sich die Bewohner nach achtmonatiger Besetzung ebenfalls mit russischen Bombenangriffen konfrontiert.

  • „One Love“-Armbinde als Zeichen der Unterstützung für die LGBTQ+-Gemeinschaft in Katar unerwünscht?

    „One Love“-Armbinde als Zeichen der Unterstützung für die LGBTQ+-Gemeinschaft in Katar unerwünscht?

    Die Kapitäne einiger Nationalmannschaften, die bei der Fußballweltmeisterschaft 2022 antreten, wollten eigentlich die Armbinde mit dem bunten Herz tragen. Daraus wird nun nichts. Die Initiative war einige Wochen vor Beginn der WM von einigen Nationen ins Leben gerufen worden.

    Sie verzichten aus „Angst vor sportlichen Sanktionen“. Am Montag, dem 21. November, einen Tag nach Beginn der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar, gaben die sieben Verbände, die die „One Love“-Armbinde für den Kapitän ihrer jeweiligen Nationalmannschaft in Erwägung zogen, ihren Verzicht bekannt.

    Aus welchem Grund? Was ist diese Armbinde und wer hat diese Initiative gestartet? 

    Es handelt sich um eine Initiative aus zehn Ländern. Zehn Verbände mit den Niederlanden an der Spitze, zunächst nur von Deutschland unterstützt. Später schlossen sich acht weitere Länder der Bewegung an: Frankreich, England, Belgien, Dänemark, Norwegen, Schweden, die Schweiz und Wales. Das Ziel: Die Kapitäne jeder dieser Nationalmannschaften sollten während der Spiele der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar die „One Love“-Armbinde am Arm tragen.

    Es ging bei der Initiative darum, Inklusivität zu fördern und das Bewusstsein für die Probleme der LGBTQ+ Community (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Queers, Intersexuelle und Asexuelle) zu schärfen. Diese Armbinde in Katar zu tragen, hat eine ganz besondere Bedeutung: Homosexuelle Liebe ist dort illegal.

    Es ist eine Armbinde mit weißem Hintergrund, auf der in schwarzen Großbuchstaben „One Love“ geschrieben steht. Daneben befindet sich ein mehrfarbiges Herz mit den Farben rot, schwarz, grün, orange, gelb und blau. Es soll eine Botschaft der Vielfalt sein, sowohl in Bezug auf die Herkunft als auch auf die Sexualität. Die Farben unterscheiden sich von denen der LGBTQ+-Flagge und im Inneren des bunten Herzens befindet sich die Zahl „1“, die an die Botschaft „One Love“ erinnert.

    Die FIFA stellte sich von Anfang an gegen das Tragen der Armbinde durch die Spieler. Der Weltverband hat sich schon immer gegen politische Botschaften im weitesten Sinne in den Stadien ausgesprochen. Wobei, und das sollte einmal deutlich gesagt werden: Menschenrechte sind Grundrechte und der Einsatz dafür ist keine politische Botschaft, sondern vielmehr eine grundlegende und selbstverständliche Pflicht für mündige Bürger.

    Die Fifa hat lange Zeit zu diesem Thema geschwiegen. Da sie darin eine versteckte Kritik am Gastgeberland sieht, reagierte sie am Samstag, dem 19. November, mit der Einführung ihrer eigenen Kapitänsarmbinden, die weitaus konsensfähigere Botschaften wie „Rettet den Planeten“, „Bildung für alle“ oder „Nein zu Diskriminierung“ tragen.

    Aus Angst vor „sportlichen Sanktionen“, wie sie am Montag in einer Pressemitteilung bekannt gaben, verzichten nun die Mannschaften der oben genannten Länder auf das Tragen der „One Love“-Armbinden. Die FIFA ist sich nicht zu schade, Spielern, die die „One Love“-Armbinden tragen, mit gelben Karten ab dem Betreten des Spielfelds zu bedrohen. Die betreffenden Verbände (Niederlande, Deutschland, Wales, Belgien, Dänemark und die Schweiz) waren zwar „bereit, Geldstrafen zu zahlen, die bei Verstößen gegen die Ausrüstungsvorschriften verhängt werden“, wollten aber „ihre Spieler nicht in die Situation bringen, dass sie verwarnt werden oder sogar das Spielfeld verlassen müssen“ (im Falle einer zweiten gelben Karte).

    Unglaublich, wie ein kleines Stück Stoff die Herrscher des weltweiten Fussballs in Rage bringen kann…

    Für Frankreich, das ursprünglich Mitglied der Initiative war, hatte der Torwart und Mannschaftskapitän Hugo Lloris bereits vor einigen Tagen angekündigt, dass er die Armbinde nicht tragen werde.

  • Ukraine-Krieg: Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja laut IAEO-Chef „Wahnsinn“

    Ukraine-Krieg: Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja laut IAEO-Chef „Wahnsinn“

    Der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) prangert „vorsätzliche und gezielte“ Schüsse auf das größte Atomkraftwerk Europas an.

    Der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) prangerte am Sonntag einen „vorsätzlichen und gezielten“ Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja an. Er ruft dazu auf, „diesen Wahnsinn zu stoppen“.

    Russland und die Ukraine beschuldigten sich erneut gegenseitig, das im Süden der Ukraine gelegene und von der russischen Armee besetzte Atomkraftwerk beschossen zu haben. „Ein gutes Dutzend“ Angriffe wurde am Wochenende von Samstag bis Sonntag auf die Anlage gezählt.

    „Es hat Explosionen auf dem Gelände dieses wichtigen Atomkraftwerks gegeben, was völlig inakzeptabel ist“, sagt Rafael Grossi in einem Interview mit dem französischen Sender BFMTV. „Wer auch immer das getan hat, es muss sofort aufhören“, fordert der IAEO-Chef und betont: „Die Leute, die das tun, wissen genau, wo sie zuschlagen“.

    „Das Kraftwerk liegt an der Frontlinie, es gibt militärische Aktivitäten, die sehr schwer zu durchschauen sind, es sind russische und ukrainische Truppen im Einsatz“, sagt Rafael Grossi.

    Für das russische Verteidigungsministerium „hört das Kiewer Regime nicht auf zu provozieren, um die Gefahr einer Katastrophe im Atomkraftwerk Saporischschja zu schaffen“. Am Samstag und Sonntag hätten die ukrainischen Streitkräfte mehr als 20 „großkalibrige Granaten“ auf das Kraftwerk abgefeuert, heißt es in der Erklärung Moskaus. Diese seien insbesondere zwischen den Energieblöcken Nummer 4 und 5 eingeschlagen. Ein getroffenes Nebengebäude beherberge ein Lager für Kernbrennstoffe, zitierte die amtliche russische Nachrichtenagentur TASS einen Beamten des russischen Atomstromproduzenten Rosenergoatom.

    Trotz der Bombardierungen „entspricht der Strahlungspegel im Bereich des Kraftwerks weiterhin der Norm“, meldet die IAEA.

    Die ukrainische Atombehörde beschuldigt ihrerseits Russland, das Kraftwerksgelände bombardiert zu haben. „Heute Morgen, am 20. November 2022, wurden nach zahlreichen russischen Bombardements mindestens 12 Treffer auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja registriert“, erklärte die ukrainische Energoatom und beschuldigte die Russen, „wieder einmal eine nukleare Erpressung zu organisieren und die ganze Welt in Gefahr zu bringen“.

    Die IAEO, die zwei Inspektoren vor Ort in dem Kraftwerk hat, führt derzeit eine Bewertung der Schäden durch. „Es gab Schäden an ziemlich heiklen Stellen“, meint Rafael Grossi. Die Reaktoren seien aber nicht betroffen, sondern „eher der Bereich, in dem sich die frischen und abgebrannten Brennstoffe befinden“. „Wir rechnen damit, dass wir am Montag sehr früh eine Bestandsaufnahme machen können“, fügt er hinzu und erklärt, dass die Inspektoren am Sonntag die Gebäude nicht verlassen konnten, da die Situation zu gefährlich gewesen sei.

    Der französische Präsident Emmanuel Macron sprach am Sonntag mit dem IAEO-Chef über die Lage im Kraftwerk Saporischschja und wird laut der französischen Präsidentschaft auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij sprechen.