Kategorie: Südwest

  • Brände in der Gironde: Der Wald brennt unter der Erde immer noch

    Brände in der Gironde: Der Wald brennt unter der Erde immer noch

    In der Gironde schwelt das Feuer nach den monatelangen Bränden im Sommer immer noch. In der Gemeinde Hostens sind die Flammen zwar nicht mehr sichtbar, aber der Wald brennt unter der Erde weiter. Die Situation beunruhigt den Bürgermeister.

    Zweieinhalb Monate nach dem ersten Wiederaufflammen des Feuers brennt es mehr denn je in Hostens (Gironde) – diesmal aber unterirdisch. Der Bürgermeister der Gemeinde, Jean-Louis Dartiailh, hat den Zugang zum Wald von Lac du Bousquet verboten. „Es besteht die Gefahr, dass Bäume umstürzen und das Risiko, in einen unterirdischen Holzkohleofen zu fallen, in dem eine Person sofort verbrennen wird“, erklärt er. Zur Zeit kann sich der Boden jederzeit über einer 600 Grad heißen Glutgrube öffnen.

    Die Oberfläche wird brüchig, sobald der untere Waldboden verbrannt ist.
    „Wenn der untere Waldboden erst einmal verbrannt ist, wird der Boden untergraben und anschliessend, wenn alles verbrannt ist, wird die die Oberfläche aufreißen“, befürchtet Bürgermeister Jean-Louis Dartiailh. Es wird noch viel Regen nötig sein, um das unterirdische Feuer in Hostens zu löschen. Der Waldboden kann sogar bei 75% Feuchtigkeit weiterschwelen.

  • SNCF: TER-Verkehr in Okzitanien nach Angriff auf zwei Kontrolleure gestört

    SNCF: TER-Verkehr in Okzitanien nach Angriff auf zwei Kontrolleure gestört

    Kontrolleure der SNCF legten die Arbeit nieder und machten von ihrem Streikrecht Gebrauch, nachdem zwei Kollegen am späten Abend des 11. November angegriffen wurden.

    Zwei Kontrolleure der SNCF wurden am Freitag, dem 11. November, in Port-la-Nouvelle (Aude) angegriffen, wie der Sender France 3 Okzitanien berichtete. Der TER-Verkehr in der Region ist am Samstag, dem 12. November, noch nicht wieder normal angelaufen, nachdem mehrere Kontrolleure der SNCF ihre Arbeit niedergelegt und ihr Streikrecht in Anspruch genommen haben.

    Der Angriff soll sich während einer Fahrscheinkontrolle eines Fahrgastes ereignet haben, der aus Verärgerung über eine Geldstrafe einem der beiden Kontrolleure einen Faustschlag versetzt haben soll. Die beiden Eisenbahner mussten ärztlich versorgt werden und eine polizeiliche Untersuchung ist eingeleitet worden.

    Der TER-Verkehr ist laut Midi Libre derzeit teilweise unterbrochen, der TGV- und Intercity-Verkehr ist nicht beeinträchtigt. Die SNCF gab bekannt, dass Busverbindungen eingerichtet wurden, um die gestrichenen TER-Züge zu ersetzen.

  • 45.000 Einwohner im südlichen Tarn könnten innerhalb eines Monats ohne Trinkwasser sein

    45.000 Einwohner im südlichen Tarn könnten innerhalb eines Monats ohne Trinkwasser sein

    Da es nicht regnet, haben 16 Gemeinden im Süden des Departements Tarn nur noch einen Monatsvorrat an Trinkwasser. Die Bürgermeister schlagen Alarm und appellieren die Bevölkerung, den Verbrauch einzuschränken.

    45.000 Einwohner im südlichen Tarn, ganz zu schweigen von zahlreichen Unternehmen, könnten innerhalb von 30 Tagen ohne Trinkwasser dastehen. Die Bürgermeister der Region rufen die Einwohner dazu auf, „eine bürgerliche Haltung einzunehmen und viel Zivilcourage beim Wasserverbrauch an den Tag zu legen“. Das heißt, Wasser so gut wie möglich zu sparen, um nicht Gefahr zu laufen, dass es in Kürze ausgeht. Schuld daran sind eine seit Monaten anhaltende historische Dürre und pessimistische Wettervorhersagen, was den Regen für die nächsten Wochen betrifft.

    „Eine beispiellose Krise“

    Olivier Fabre, Bürgermeister von Mazamet und Vorsitzender des Zweckverbands der Täler von Arnette und Thoré (Sivat), der die Gemeinden Aiguefonde, Aussillon, Bout-du-Pont-l’Arn, Caucalières, Mazamet und Saint-Amans-Soult mit Trinkwasser versorgt, erklärte: „Wir befinden uns in einer beispiellosen Wassermangelkrise. Wir haben noch eine Reserve von 30 Tagen im Staudamm von Saint-Peyres und die sinkt zusehends“.
    Vincent Colom, Bürgermeister von Lagarrigue und Vorsitzender des Zweckverbands für Trinkwasserversorgung (Smaep) Pas des Bêtes, der die Gemeinden Boissezon, Labruguière, Lagarrigue, Navès, Noailhac, Payrin, Pont-de-Larn, Saïx, Valdurenque und Viviers-les-Montagnes versorgt, äußerte sich ähnlich alarmierend. „Im Gegensatz zu dem, was man glauben könnte, gibt es kein unbegrenztes Wasser, die Lage ist ernst“, sagt Vincent Colom, der am Dienstag alle Bürgermeister der betroffenen Gemeinden auf dem Staudamm Pas des Bêtes versammelt hat, um ihnen den Wasserstand zu zeigen, den man noch nie so niedrig gesehen hat. Zu dieser Jahreszeit ist der Stausee normalerweise voll, jetzt fehlen fast vier Meter. Und je niedriger das Wasser steht, desto komplizierter wird dessen Aufbereitung.

    „Gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen“

    Die Bürgermeister fordern die Bevölkerung auf, den bis Ende November geltenden Präfekturerlass zu beachten, der beispielsweise das Gießen und das Waschen von Autos verbietet. Bürgermeister Olivier Fabre weist ausserdem darauf hin, dass „kleine Gesten zum Wassersparen zusammengenommen eine beträchtliche Menge ausmachen“, wie das Duschen statt Baden, das Spülen von Lebensmitteln in einer Schüssel statt unter einem aufgedrehten Wasserhahn, usw..

    Es ist nicht einmal möglich, punktuelle Wasserabschaltungen vorzunehmen, um das Netz zu entlasten. „Wenn es zu einer Unterbrechung der Versorgung kommt, wissen wir nicht, wie wir es wieder zum Laufen bringen sollen. Das ist noch nie passiert. Um das 450 km lange Netz von Boissezon bis Viviers zu füllen, dauert es 48 Stunden, bis ein normaler Druck herrscht. Das wird erhebliche gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen haben“, warnt Vincent Colom.

    Der Bürgermeister von Labrugière, David Cucullières, ist der Meinung: „Die Klimaerwärmung macht auch vor ländlichen und Waldgemeinden nicht halt. Eine Situation, die in Zukunft ein umfassenderes Nachdenken erfordern wird.“

  • Das Departement Gers wird von Sturm schwer getroffen

    Das Departement Gers wird von Sturm schwer getroffen

    Entwurzelte Bäume, weggewehte Dächer und mehrere beschädigte Häuser: Das ist die traurige Bilanz nach einem Ministurm, der am Freitag, dem 4. November, über den Norden des Departements Gers hinwegzog.

    Es war ein sehr lokaler aber zerstörerischer Sturm, der den Norden des Departements Gers am Freitagnachmittag, dem 4. November, heimsuchte. Starke Windböen, begleitet von sintflutartigen Regenfällen, gingen in einem schmalen Korridor zwischen Mouchan und Valence-sur-Baïse und in Preignan nieder. Einige Augenzeugen berichten sogar von einem Mini-Tornado, der gegen 12 Uhr über die Gemeinde Mouchan hinwegfegte. Dutzende Bäume wurden in der Gegend entwurzelt. Scheunen und einige Nebengebäude drohten einzustürzen. Mehrere Gemeindestraßen wurden aus Sicherheitsgründen für den Verkehr gesperrt.

    Die Feuerwehr des Departements Gers musste etwa 15 Einsätze durchführen, um Häuser zu schützen, deren Dächer weggeweht wurden, und um umgestürzte Telefon- und Strommasten zu beseitigen. Glücklicherweise gab es keine Verletzten. Ein Teil des Dorfes Mouchan war jedoch einige Stunden lang ohne Strom.

    Laut EDF wurde etwa ein Kilometer Stromleitung durch die Sturmböen abgerissen.

    Neben der Gemeinde Mouchan waren auch die Gemeinde Mansencôme und ein Teil von Valence-sur-Baïse betroffen. Die Einsätze der Rettungskräfte dauerten den ganzen Nachmittag.

  • Porschefahrer wird auf der A62 mit 203 km/h geblitzt und muss sofort 1.750 Euro zahlen

    Porschefahrer wird auf der A62 mit 203 km/h geblitzt und muss sofort 1.750 Euro zahlen

    Der Osteuropäer, der in seinem Porsche auf dem Weg nach London war, musste auf der Stelle 1.750 Euro bezahlen, um mit seinem Fahrzeug weiterfahren zu können.

    Ein Autofahrer, der mit 203 km/h auf der A 62 in Höhe von Campsas (Tarn-et-Garonne) unterwegs war, wurde von der Gendarmerie der Verkehrssicherheitsstaffel des Departements Tarn-et-Garonne (EDSR) abgefangen.

    Der Mann aus einem osteuropäischen Land, der mit seinem Porsche den Kontinent durchquerte, um mit seiner Frau über Paris nach London zu reisen, musste eine hohe Geldstrafe zahlen, damit sein Auto nicht beschlagnahmt wurde. Da er kein EU-Bürger war, musste er bei der Gendarmerie eine Sofortzahlung in Höhe von 1.750 Euro leisten und erhielt darüber hinaus ein Fahrverbot für Frankreich.

    Nach der Zahlung des Bußgeldes setzte sich dann die Frau des Mannes ans Steuer und die Reise ging weiter… 

    Der Porsche wurde mit 203 km/h auf der A62 bei Campsas angehalten. (Photo: Gendarmerie)
  • 82-jährige Frau tot in einem See in Tournefeuille bei Toulouse aufgefunden

    82-jährige Frau tot in einem See in Tournefeuille bei Toulouse aufgefunden

    Die Leiche der 82-Jährigen wurde am späten Vormittag des 1. Novembers im Lac des Pêcheurs in Tournefeuille gefunden. Die Todesursache ist noch nicht bekannt.

    Der Alarm ging am Dienstagmorgen, dem 1. November, um 11.46 Uhr bei der Feuerwehr des Départements Haute-Garonne ein. Zeugen hatten gemeldet, dass eine leblose Person im Lac des Pêcheurs in Tournefeuille gesichtet wurde. Das aus Tauchern bestehende Wasserrettungsteam der Feuerwehr traf kurz darauf am Lac des Pêcheurs ein. Es gelang ihnen, das Opfer zu bergen. Nach ersten lebensrettenden Massnahmen wurde die Frau für tot erklärt.

    Es handelt sich um eine 82-jährige Frau. Wie immer in solchen Fällen wurde eine Autopsie angeordnet, um die genaue Todesursache zu ermitteln. Eine polizeiliche Untersuchung wurde eingeleitet. Bisher ist nicht bekannt, wie die Frau in den See gelangt ist, ob sie ertrunken ist, ob sie gestürzt ist oder vielleicht einen Schwächeanfall erlitten hat.

  • Wetter: Ein neuer Sturm mit dem Namen Denise wird den Westen Frankreichs treffen

    Wetter: Ein neuer Sturm mit dem Namen Denise wird den Westen Frankreichs treffen

    Nach dem Sturm Claudio wird Denise am Donnerstag, dem 3. November, über zwei Drittel des Frankreichs fegen.

    Nach dem Sturm Claudio, der am Montag, dem 31. Oktober, über den Nordwesten Frankreichs geweht hat, sind am Donnerstag, dem 3. November, im Westen des Landes erneut starke Böen zu erwarten, berichtet Actu.fr.

    „Eine sehr aktive atlantische Störung mit dem Namen Denise soll Frankreich über die Vendée erreichen und zwei Drittel des Landes überqueren, mit starken Windböen mit Sturmcharakter“.

    Böen von mehr als 130 km/h sollen über den Westen des Landes fegen.
    Dieses neue Tiefdruckgebiet wird voraussichtlich über einen großen Teil des Südwestens Frankreichs mit sehr starken Winden vor allem in einem Sektor zwischen Les Sables-d’Olonne (Vendée), dem Süden von Nantes (Loire-Atlantique) und dem Norden der Gironde, hinwegfegen.

    Météo France sagt für diese Gebiete Böen von mehr als 130 km/h und im Landesinneren von mehr als 100 km/h voraus.

  • Météo France: Dürre und Trockenheit in Südfrankreich nehmen zu

    Météo France: Dürre und Trockenheit in Südfrankreich nehmen zu

    In Okzitanien handelt es sich um „die grösste Trockenheit, die zu dieser Jahreszeit seit 1958 gemessen wurde“, meldet Meteo France am Freitag.

    Die Sorge wird immer grösser. Während der Sommer mit einem Rekord-Oktober in Bezug auf die hohen Temperaturen in Frankreich in die Verlängerung geht, setzt sich die historische Dürre im Land fort und verschlimmert sich sogar im Süden, wie Météo France am Freitag, dem 28. Oktober, bekannt gab.

    „Der Oktober 2022 dürfte in Frankreich der wärmste Oktober seit Beginn der Messungen im Jahr 1945 sein, mit einer Durchschnittstemperatur, die im gesamten Monat um oder sogar über 17 °C (3 bis 4 °C über dem Normalwert) liegen dürfte“, bestätigte Météo France am Freitag.

    Zu wenige Niederschläge
    Neben einer für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperatur waren die Niederschläge „im größten Teil des Landes weniger häufig als üblich, im Durchschnitt bis heute um mehr als 30% zu niedrig“. Das Regen-Defizit auf einer Achse vom Baskenland bis zur Region PACA und Korsika beträgt mehr als 70%, so Météo France in einer Pressemitteilung.

    Ergebnis: Die Sommertrockenheit bleibt nicht nur bestehen, sondern verschlimmert sich sogar in mehreren Regionen. So sind die Böden „in Auvergne-Rhône-Alpes und der Normandie etwas trockener als normal“, während in den Regionen Nouvelle-Aquitaine und Okzitanien die Trockenheit „einem Zustand entspricht, der normalerweise im Hochsommer beobachtet wird“. „In Okzitanien handelt es sich um die grösste Trockenheit, die zu dieser Jahreszeit seit 1958 je gemessen wurde“.

    In den Regionen Burgund-Franche-Comté, Bretagne, Centre-Val-de-Loire, Grand-Est und Île-de-France erreichten die Böden jedoch „wieder einen für diese Jahreszeit normalen Zustand“. Am Donnerstag berichtete das Ministerium für den ökologischen Übergang, dass in 78 Departements noch Einschränkungen für die Wassernutzung gelten.

  • Vor 50 Jahren startete der erste Airbus A300B in Toulouse zum Erfolg

    Vor 50 Jahren startete der erste Airbus A300B in Toulouse zum Erfolg

    Am 28. Oktober 1972 um 10.39 Uhr hob der erste Airbus der Geschichte, der A300 B, ab, um das erste Kapitel einer Erfolgsgeschichte zu schreiben. Fünfzig Jahre später ist der Konzern aus Toulouse vor Boeing die weltweite Nr. 1 in der zivilen Luftfahrt.

    Vor 50 Jahren machte Airbus seine Ambitionen öffentlich bekannt. Man wollte ein ziviles Transportflugzeug herstellen und verkaufen, um mit den Amerikanern zu konkurrieren. Es war der 28. Oktober 1972. In Saint-Martin-du-Touch, auf dem Gelände der Aérospatiale (damals hieß es noch nicht Airbus), herrschte Hochbetrieb. An diesem Tag trugen die Ingenieure und Direktoren Anzug und Krawatte…

    Sie waren gekommen, um dem Erstflug eines neuen Zivilflugzeugs beizuwohnen: dem Airbus A300 B, dem ersten einer Reihe von Flugzeugen, die sich als mehr äusserst erfolgreich erweisen sollten. Für die Inszenierung standen auf dem Rollfeld zwei Flugzeuge nebeneinander vor 2.000 Gästen, die aus ganz Europa angereist waren. Die majestätische Concorde, frisch aus der Fabrik, und das neugeborene Flugzeug, der A300 B, dessen Aerodynamik weniger anmutig erschien und die Massen zunächst garnicht begeisterte.

    In Amerika lachte man über das neue Flugzeug.
    Um 10.39 Uhr hob der A300 B mit dem Testpiloten Max Fischl und Bernard Zieggler, dem Leiter der Flugversuche, im Cockpit ab. das Flugzeug, das von dem deutsch-französischen Tandem Roger Béteille (Frankreich) und Felix Kracht (Deutschland) entwickelt wurde, sollte Europa auf dem Markt für zivile Luftfahrt weit voranbringen, der damals von drei Amerikanern beherrscht wurde: Boeing, Mc Donnell Douglas und Lockheed.

    In den USA machte man sich über die Ambition der Europäer lustig. Der kommerzielle Start des A300 B war in der Tat mehr als mühsam. Die Maschine konnte 250 Passagiere befördern, hatte jedoch nur eine geringe Reichweite: Sie konnte anfangs nur 2.200 km zurücklegen, was aber bald auf 5.500 km aufgestockt wurde.

    Mit dem A320 kam der Erfolg
    Um für den A300 zu werben, wurden 1973 und 1974 Verkaufstouren in den USA organisiert, doch der Auftragsbestand erreichte bis 1976 nur 33 Flugzeuge, die von Air France und Lufthansa gekauft wurden. Erst 1978 bestellte die amerikanische Eastern Airlines 23 Exemplare und öffnete damit die Türen zum amerikanischen Kontinent. Buchstäblich im letzten Moment, denn Airbus stand damals kurz vor dem Bankrott.

    Der A300 B ermöglichte es Airbus vor allem, das nötige Know-how zu erwerben, um 1988 den A320 auf den Markt zu bringen. Der brachte die bei der Concorde erprobte elektrische Flugsteuerung und reduzierte die Anzahl der Piloten im Cockpit von drei auf zwei. Er wurde zum Bestseller der Airbus-Familie. Mit seinen Derivaten und der neuen Version NEO, die 15% weniger Kerosin verbraucht, wurde der A320 mit über 17.000 Flugzeugen zum meistverkauften Flugzeug in der Geschichte der zivilen Luftfahrt. Er wird in Toulouse, Hamburg, Mobile in den USA und in Tianjin in China zusammengebaut – ein Symbol für die Internationalisierung von Airbus.

    Der Erfolg des A320 veranlasste Airbus dazu, eine „Familie“ von Flugzeugen zu entwickeln, die sich die gleichen Cockpits und die gleichen Regeln für das Fliegen teilen. Es folgten 1991 der vierstrahlige Langstreckenjet A340 und 1992 der zweistrahlige A330, der noch heute in der NEO-Version existiert. Mit stetig wachsenden Marktanteilen wollte Airbus das letzte Monopol von Boeing brechen: den Markt für sehr große Flugzeuge, der von der 747 dominiert wurde.

    So wurde 2005 der A380 auf den Markt gebracht. Der Riesenflieger wird zwar für seinen technologischen Vorsprung und seinen Komfort berühmt, doch mit nur 251 Bestellungen ist er kein kommerzieller Erfolg geworden. Seine Produktion wird 2021 wieder eingestellt. Airbus setzt nun auf seinen hochmodernen A350, um sich auf dem Markt für Langstreckenflugzeuge durchzusetzen.

    In den letzten 50 Jahren hat Airbus, das in Pariser Büros mit 30 Mitarbeitern begann, weltweit mehr als 55.000 Menschen beschäftigt, davon 25.000 in Toulouse, das zum internationalen Hauptsitz des Unternehmens wurde. Mit all seinen Geschäftsbereichen (Raumfahrt, Hubschrauber, Verteidigung) verzeichnet Airbus einen Umsatz von 52 Milliarden Euro und ist vor dem ewigen Rivalen Boeing zur weltweiten Nummer eins im Bereich der zivilen Luftfahrt aufgestiegen.

  • Was genau ist der Foehn-Effekt, dem Südfrankreich das aussergewöhnlich warme Wetter verdankt?

    Was genau ist der Foehn-Effekt, dem Südfrankreich das aussergewöhnlich warme Wetter verdankt?

    Frankreich erlebt einen extrem milden Oktober mit Temperaturen, die vielerorts die 20 °C-Marke deutlich überschreiten. Die Region Okzitanien ist aufgrund der Pyrenäen, die für einen „Föhn-Effekt“ sorgen, besonders betroffen.

    Der Südwesten ist derzeit von sommerähnlichem Wetter geprägt, das fast den ganzen Oktober über anhielt. Diese herbstlichen Wärmeperioden sind nichts Neues und werden durch ein klimatisches Phänomen verstärkt, das auf die Pyrenäen zurückzuführen ist: den Föhn-Effekt.

    Der Föhn, ursprünglich ein trockener und warmer Wind aus den Alpen, bezeichnet im weiteren Sinne alle trockenen und warmen Winde, die durch den „Foehneffekt“ entstehen. Dieser ist das Ergebnis eines Klimaphänomens, das durch ein Bergrelief verursacht wird.

    Wenn ein Windstrom auf einen Berg trifft, steigt er mit dem Relief auf. Der Luftdruck, der in der Höhe abnimmt, kühlt die Luft ab. Wenn dieser Wind viel Feuchtigkeit enthält, wird diese – da sich die Luft abkühlt – kondensieren. Die Feuchtigkeit wird sich also in Niederschlag verwandeln, der den vorderen Teil des Berges trifft. Die immer noch kalte Luft wird anschliessend den Gipfel erreichen, ohne die kondensierte Feuchtigkeit. Beim Abstieg auf der anderen Seite des Berges steigt der Atmosphärendruck wieder an und erwärmt die nun trockene Luft, sodass sie eine höhere Temperatur erreicht als vor dem Aufstieg. Die Luft wurde also durch diesen Föhneffekt sowohl erwärmt als auch getrocknet.

    Im Fall der Pyrenäen zieht ein Südwind über die Berge, der von Tiefdruckgebieten im Atlantik erzeugt wird. Sobald dieser Wind die Pyrenäen passiert hat, ist das Ergebnis warme und trockene Luft, die die Temperaturen hinter der Nordseite der Pyrenäen – in Frankreich also – steigen lässt. Im Herbst sind die Tiefdruckgebiete über dem Atlantik infolge der globalen Erwärmung häufiger und treten später auf, was immer später im Jahr auch wärmere Luft in den französischen Südwesten bringt.

    Diesem Wetterphänomen haben die Bewohner Okzitaniens Temperaturen bis zu 30°C zu verdanken.