Schlagwort: Rechtspopulismus

  • Sarkozys Tabubruch: Warum der Altpräsident das republikanische Bollwerk gegen den Rassemblement National aufkündigt

    Sarkozys Tabubruch: Warum der Altpräsident das republikanische Bollwerk gegen den Rassemblement National aufkündigt

    Die Veröffentlichung weniger Zeilen genügte, um ein politisches Beben auszulösen. In seinem neuen Buch Le Journal d’un prisonnier spricht sich Frankreichs ehemaliger Präsident Nicolas Sarkozy gegen die „Front républicain“ aus – jenes parteiübergreifende Bündnis, das seit Jahrzehnten darauf abzielt, die extreme Rechte in der Fünften Republik von der Macht fernzuhalten. Stattdessen plädiert er für eine „möglichst breite Sammlung der Rechten – ohne Ausgrenzung, ohne Verdammung“. Ein Satz, der nicht nur für seine Partei, sondern für die gesamte französische Politik weitreichende Konsequenzen haben könnte. Ein programmatischer Bruch mit der Vergangenheit Sarkozys Aussagen markieren einen tiefgreifenden Kurswechsel. In der Vergangenheit galt er als Garant für die republikanische Mauer gegen den Front National – heute Rassemblement National (RN). Nun stellt er nicht nur den Sinn dieser Mauer in Frage, sondern sucht aktiv die ideologische Nähe zu Marine Le Pen. In dem Buch, das während seiner …

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  • Kommentar: Und täglich grüßt das Murmeltier – Der RN und seine nie endenden Eskapaden

    Kommentar: Und täglich grüßt das Murmeltier – Der RN und seine nie endenden Eskapaden

    Man könnte meinen, irgendwann sei doch mal Schluss. Ein Punkt erreicht. Die Grenze des moralisch Zumutbaren überschritten. Aber nein – der Rassemblement National (RN), dieser politische Dauerbrenner des französischen Grauens, beweist erneut, dass das Fass der Dreistigkeit nach unten offen ist. Und diesmal? Ein sogenanntes „Mediatraining“ – von europäischen Steuergeldern finanziert, versteht sich –, das offenbar nicht etwa der Aufklärung über Brüsseler Agrarpolitik diente, sondern der stilistischen Politur von Präsidentschaftskandidat*innen in Frankreich.

    Wie charmant. Öffentliches Geld für private Machtträume. Ist ja nicht das erste Mal. Wird auch nicht das letzte Mal sein.

    Jordan Bardella, dieser smarte Posterboy der Rechten, ließ sich offenbar ab Herbst 2021 von einem Coach medienfit machen. Nicht etwa, um in Straßburg glänzend über Richtlinien zur Netzneutralität zu debattieren – sondern um die Bühnenreife für die französische Präsidentschaftskampagne zu erlangen. So steht es jedenfalls im „Canard Enchaîné“, und der hat in der Vergangenheit mehr Licht in dunkle Ecken gebracht als jede französische Staatsanwaltschaft in zwei Jahrzehnten.

    Aber was soll’s. Der RN? Der lebt doch davon, dass ihn all das nicht kratzt. Wählerstimmen sind bekanntlich klebrig wie Honig, sobald sich die Opferrolle inszenieren lässt. „Die da oben gegen uns“, „Hexenjagd der Eliten“ – das altbekannte Lied. Dabei müsste man eigentlich fragen: Wer jagt hier eigentlich wen?

    Denn diese neue Klage der Anti-Korruptionsorganisation AC!! ist kein Einzelfall. Sie reiht sich ein in ein ganzes Bestiarium juristischer Verfahren: Assistenzskandale, Geldflüsse in schwarze Löcher, verschwundene Budgets. Jüngst erst: Die Sache mit den 4,3 Millionen Euro, die der EU-Gruppierung „Identität und Demokratie“ – in trauter Gemeinsamkeit mit dem RN – irgendwie… sagen wir mal: „abhandenkamen“. Zwischen 2019 und 2024. Kein Scherz.

    Man fragt sich unweigerlich: Wird im RN eigentlich auch mal regulär gearbeitet? Oder ist das Parteiprogramm inzwischen eine Art Workshop in kreativer Buchhaltung?

    Die Liste der Vergehen ist so lang, dass selbst ein altgedienter Gerichtsdiener sie kaum mehr tragen könnte. Und mittendrin: Marine Le Pen, die Grande Dame des politischen Scheinwerferlichts. In erster Instanz zu fünf Jahren Unwählbarkeit verurteilt – wegen der berühmten Affäre um EU-Parlamentsassistent*innen, die angeblich mehr mit Wahlkampf in Frankreich als mit Europapolitik zu tun hatten. Aber klar: Alles nur ein Versehen. Ein bedauerliches Missverständnis. Sicher.

    Man sollte meinen, eine Bewegung, die so viel von „Werten“, „Nation“ und „Ehre“ faselt, würde sich auch ein Mindestmaß an Integrität auf die Fahne schreiben. Doch stattdessen scheint man beim RN das Prinzip der öffentlichen Finanzierung in eine Art politischen Wildwuchs verwandelt zu haben. Wo’s Geld gibt, wird zugegriffen. Ob gerechtfertigt oder nicht, ist nebensächlich – Hauptsache, es zahlt am Ende jemand anders.

    Was bleibt, ist ein beunruhigendes Muster: Ein Parteiapparat, der sich systematisch aus öffentlichen Kassen bedient, um seine Macht zu zementieren. Eine Rechtsaußenpartei, die demokratische Institutionen mit kühler Berechnung ausnutzt – während sie gleichzeitig behauptet, genau diese Institutionen seien „korrupt“ und „abgehoben“.

    Das ist, als würde ein Dieb die Polizei beschimpfen, weil sie ihn beim Stehlen stört.

    Doch der vielleicht bitterste Beigeschmack: Dass sich weite Teile der Bevölkerung längst daran gewöhnt haben. Ach ja, wieder ein Skandal beim RN – und morgen geht’s weiter. Irgendwann wird aus Empörung Gleichgültigkeit. Und das ist gefährlicher als jeder Finanztrick.

    Denn wer sich an das Unrecht gewöhnt, öffnet dem nächsten Machtmissbrauch Tür und Tor.

    Und wer weiß – vielleicht sitzt der nächste Mediatrainer ja schon bereit, finanziert mit Geldern, die eigentlich für etwas anderes gedacht waren. Zum Beispiel für Europa.

    Ein Kommentar von Daniel Ivers

  • Bruch mit der Partei – Der tiefe Fall des David Rachline

    Bruch mit der Partei – Der tiefe Fall des David Rachline

    Er galt als Aushängeschild einer neuen Generation im Rassemblement National – jung, mediengewandt, lokal verankert. Jetzt tritt David Rachline ab. Leise. Fast schleichend. Der Bürgermeister von Fréjus im südfranzösischen Département Var hat seinen Rückzug aus der Parteispitze erklärt. Eine Entscheidung, die mehr sagt als tausend Worte – und tiefe Risse im politischen Fundament der französischen Rechten offenbart. Offiziell heißt es, er wolle Schaden vom RN abwenden. Die öffentlichen Anschuldigungen dürften nicht zur Belastung für die Partei werden. Doch die Inszenierung vom selbstlosen Rückzug hält nur auf den ersten Blick. Denn hinter den Kulissen wurde längst der Stecker gezogen. Marine Le Pen, noch immer die unumstrittene Hauptfigur im Machtzentrum des RN, ließ keinen Zweifel daran: Rachlines Zeit als Vizepräsident ist abgelaufen. „Das ist in Klärung“, sagte sie am Morgen seines Rücktritts. Stunden später folgte die Bestätigung. Kein Drama. Keine Tränen. Nur ein nüchternes Ende eine…

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  • Ein Erdrutschszenario mit Vorbehalt

    Ein Erdrutschszenario mit Vorbehalt

    Ein Meinungsbild mit politischem Sprengstoff: Jordan Bardella, Präsident des Rassemblement National (RN), würde nach einer aktuellen Umfrage in allen getesteten Konstellationen die Präsidentschaftswahl 2027 für sich entscheiden – und zwar unabhängig vom Gegenkandidaten. Selbst prominente Persönlichkeiten wie der ehemalige Premierminister Édouard Philippe, Ex-Premierminister Gabriel Attal, der Sozialdemokrat Raphaël Glucksmann oder der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon würden demnach gegen ihn unterliegen. Dieser Befund, erhoben rund anderthalb Jahre vor dem Wahltag, entfaltet bereits jetzt eine erhebliche Resonanz innerhalb des politischen Systems Frankreichs. Er wirft Fragen auf – über die strategische Schwäche der etablierten Kräfte, über die Dynamik der Rechten und über die langfristige Wirksamkeit des sogenannten „Front républicain“, jener informellen Allianz gegen den RN. Die Formel Bardella – Stil, Strategie, Sympathie Dass Jordan Bardella zum potenziellen Staatspräsidenten avanci…

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  • „Ich gebe absolut nicht auf“ – Marine Le Pen bleibt entschlossen, 2027 für das Präsidentenamt zu kandidieren

    „Ich gebe absolut nicht auf“ – Marine Le Pen bleibt entschlossen, 2027 für das Präsidentenamt zu kandidieren

    Marine Le Pen zeigt sich kämpferisch. Trotz eines Urteils, das ihre politische Zukunft gefährden könnte, bekräftigte die Vorsitzende der Fraktion des Rassemblement National (RN) am vergangenen Wochenende ihre Entschlossenheit, bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 erneut anzutreten. In einem Interview betonte sie: „Ich gebe absolut nicht auf, ich bin äußerst kampfbereit.“ Die Äußerung folgte auf mediale Spekulationen über einen möglichen Rückzug, nachdem Details zu ihrem bevorstehenden Berufungsverfahren öffentlich wurden. Sie stellte klar, dass es sich dabei keineswegs um eine Resignation handle – vielmehr sehe sie sich durch die juristische Lage gezwungen, auch einen alternativen Fahrplan in Betracht zu ziehen, sollte ein Urteil in letzter Instanz zu nah an die Wahltermine rücken. Ein Schuldspruch mit weitreichenden Folgen Marine Le Pen war im Frühjahr 2025 in erster Instanz zu fünf Jahren Unwählbarkeit verurteilt worden – also zu einem temporären Ausschluss von der Ausübun…

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  • Marine Le Pen entmachtet: Frankreichs oberstes Verwaltungsgericht bestätigt Amtsverlust

    Marine Le Pen entmachtet: Frankreichs oberstes Verwaltungsgericht bestätigt Amtsverlust

    Frankreichs politisches Establishment erlebt ein juristisches Beben: Der Conseil d’État, das oberste Verwaltungsgericht Frankreichs, hat die Amtsenthebung Marine Le Pens als Départementrätin im Pas-de-Calais bestätigt. Diese Entscheidung folgt auf ihre Verurteilung im März 2025 im Zusammenhang mit der Affäre um die fiktive Beschäftigung europäischer Parlamentsassistenten durch den Front National (heute Rassemblement National). Die einstige Präsidentschaftskandidatin verliert damit ein weiteres politisches Mandat – und gerät zunehmend unter Druck. Ein juristischer Präzedenzfall mit politischer Wucht Am 10. November 2025 wies der Conseil d’État – Frankreichs oberstes Verwaltungsgericht – die Beschwerde Marine Le Pens zurück, mit der sie sich gegen ihre démission d’office wehrte, also die zwangsweise Amtsenthebung durch den Präfekten des Pas-de-Calais. Diese war nach ihrer Verurteilung durch das Strafgericht von Paris im März erfolgt: fünf Jahre Unwählbarkeit, sofort vollstreckbar, sowie …

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  • Jordan Bardella – Kronprinz im Wartestand

    Jordan Bardella – Kronprinz im Wartestand

    Im Rassemblement National (RN) hat sich eine leise, aber tiefgreifende Machtverschiebung vollzogen. Während Marine Le Pen – jahrelang unangefochtene Galionsfigur der französischen Rechten – durch juristische Turbulenzen geschwächt ist, rückt Jordan Bardella zunehmend ins Zentrum der politischen Bühne. Der 30-jährige Parteipräsident gibt sich loyal, doch seine Positionierung ist unmissverständlich: Sollte Le Pen 2027 nicht kandidieren können, stehe er bereit. Ein Erbe mit Ablaufdatum? Marine Le Pen war über zwei Jahrzehnte hinweg das Gesicht und die Stimme des RN – sie hat den Übergang vom Front National zum modernisierten Rassemblement National maßgeblich geprägt. Drei Mal trat sie bei Präsidentschaftswahlen an, zuletzt 2022 mit knapp 42 % in der Stichwahl gegen Emmanuel Macron. Doch im Frühjahr 2025 folgte ein juristischer Einschnitt: Fünf Jahre Unwählbarkeit wegen Veruntreuung von EU-Geldern im Zusammenhang mit der Beschäftigung parteinaher Mitarbeiter als Parlamentsassistenten. Zwar…

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  • Symbolische Abstimmung: Ein kleiner Schritt mit großer Bedeutung

    Symbolische Abstimmung: Ein kleiner Schritt mit großer Bedeutung

    Am 30. Oktober 2025 hat die französische Nationalversammlung mit 185 gegen 184 Stimmen eine von der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN) eingebrachte Resolution angenommen. Diese fordert die formale „Dénonciation“ – also die Aufkündigung – des bilateralen Abkommens von 1968 zwischen Frankreich und Algerien. Obwohl die Resolution rechtlich nicht bindend ist, markiert sie einen politischen Einschnitt: Zum ersten Mal seit Bestehen der Fünften Republik wurde ein Text des RN im Parlament angenommen. Dieser symbolische Erfolg steht für weit mehr als eine einfache Abstimmung: Er signalisiert einen neuen parlamentarischen Einfluss des RN und stellt zugleich ein Tabu in der französischen Migrations- und Erinnerungspolitik in Frage.

    Das Abkommen von 1968: Ein Relikt der postkolonialen Ordnung Der sogenannte „Accord franco-algérien“ von 1968 regelt die Einreise, den Aufenthalt und die Beschäftigung algerischer Staatsangehöriger in Frankreich. Er entstand in einem Kontext, in d…

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  • „Alle fangen an, wirklich besorgt zu sein“ – Frankreichs politische Krise lässt in Straßburg die Alarmglocken erklingen

    „Alle fangen an, wirklich besorgt zu sein“ – Frankreichs politische Krise lässt in Straßburg die Alarmglocken erklingen

    Straßburg. Eigentlich wird hier über den Zustand der Welt debattiert – Migration, Klima, internationale Beziehungen. Doch in letzter Zeit rückt ein anderes Thema immer stärker in den Vordergrund: Frankreich. Nicht als klassisches Mitgliedsland. Sondern als Unsicherheitsfaktor. „Alle fangen an, wirklich besorgt zu sein“, so bringt es ein EU-Parlamentarier auf den Punkt – auch wenn der Satz so nirgends offiziell auftaucht, beschreibt er exakt die Stimmung hinter den Kulissen. Wenn die zweitgrößte Volkswirtschaft ins Schlingern gerät Frankreich steckt in einer politischen Dauerkrise. Seit der Auflösung der Nationalversammlung im Jahr 2024 hat kein Kabinett mehr lange gehalten. Regierungen kamen und gingen – Barnier, Bayrou, Lecornu –, doch keine konnte eine stabile Mehrheit hinter sich vereinen. Der politische Kompass scheint verloren.Was einst als französisches Innenproblem galt, beginnt nun, europäische Kreise zu ziehen. Denn ein instabiles Frankreich bedeutet ein instabiles Europa – wi…

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  • Europas radikale Rechte stilisiert Charlie Kirk zum Märtyrer – und andere World-News

    Europas radikale Rechte stilisiert Charlie Kirk zum Märtyrer – und andere World-News

    In den vergangenen Jahren zeigten sich die rechtspopulistischen Bewegungen in Europa von Land zu Land ziemlich unterschiedlich. In Italien stand das Thema Migration im Zentrum. In Frankreich dominierten Klagen über den Verrat der städtischen Eliten an der ländlichen Bevölkerung. Polnische Nationalisten wiederum beschäftigten sich nahezu obsessiv mit allem, was mit L.G.B.T.Q. zu tun hatte.

    Im Jahr 2019 reiste Steve Bannon, seinerzeit Chefideologe im Umfeld von Präsident Trump, durch Europas Hauptstädte mit dem Ziel, die Kräfte der extremen Rechten zu einen. Dieses Vorhaben verlief im Sande. Doch mittlerweile scheint sich da eine bemerkenswerte Änderung zu vollziehen.

    Nach dem Attentat auf den US-amerikanischen rechtskonservativen Aktivisten Charlie Kirk gab es eine Kundgebung der radikalen Rechten in Madrid, gemeinsam mit Parteivertretern aus ganz Europa und darüber hinaus.

    Es gab natürlich die üblichen Themen, die auf solchen Veranstaltungen immer wieder auftauchen: Migration, nationale Souveränität, die „bedrohliche“ Europäische Union. Doch das neue, alles dominierende Thema war diesmal Charlie Kirk. Das überrascht nicht wirklich – viele der europäischen rechtsextremen Parteien pflegen schon seit Jahren, teils Jahrzehnten, eine Erzählung von politischer Verfolgung. Das Attentat auf Kirk wurde sofort als unumstößlicher Beleg für diese angebliche Verfolgung interpretiert. Europäische Rechtspopulisten sind offen der Meinung, man müsse Kirk nun „nutzen“, um politische Mobilisierung zu betreiben.

    Könnte Charlie Kirk posthum das erreichen, woran Bannon scheiterte?

    Bannon wollte damals Politiker für eine Initiative gewinnen, die er „The Movement“ nannte. Einer der Gründe, warum das nicht funktionierte, war, dass viele Europäer das Gefühl hatten, es gehe dabei in erster Linie um Bannon selbst. Charlie Kirk hingegen hatte eine viel organischere Verbindung zur europäischen Rechten, besonders zur jungen Generation. Er war auf ihren Handys präsent, übersetzt in ihre jeweiligen Sprachen. Dass jemand, den man irgendwie persönlich kannte, vor laufender Kamera getötet wurde – das hat eine enorme Wirkung. Und, dass dies in Amerika passiert, ist von Bedeutung. Denn die USA haben mittlerweile eine Führungsrolle im globalen rechtspopulistischen Raum übernommen.

    Insgesamt ist das ein Ausdruck dafür, dass das rechtsextreme Parteiensystem inzwischen global deutlich stärker vernetzt ist. Das liegt einerseits an sozialen Medien – an der globalen Wirkung von Plattformen wie X, Instagram und YouTube. Andererseits spiegelt es eine gezielte Strategie wider: Die rechten Parteien wollen näher zusammenrücken. Sie treten bewusst gegenseitig auf ihren Veranstaltungen auf. Sie teilen die gleichen politischen Themen – und dieselbe, strategisch nützliche Mythologie der Opferrolle. All das führt dazu, dass ein Ereignis von der Tragweite des Attentats auf Charlie Kirk weit über die USA hinaus wirkt – bis tief hinein nach Europa und darüber hinaus.


    TOP-MELDUNGEN

    Maximaler Pomp für Trump im Vereinigten Königreich
    Am ersten Tag seines Staatsbesuchs in Großbritannien nahmen Präsident Trump und seine Frau Melania an einem opulenten Staatsbankett auf Schloss Windsor teil. König Charles III. würdigte die „besondere Beziehung“ zwischen dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten. Trump bezeichnete den Besuch seinerseits als eine der „größten Ehren“ seines Lebens.
    „Der Präsident schien rundum zufrieden“, da waren sich die Beobachter einig. Ziel der britischen Seite: Trump gegenüber Premierminister Keir Starmer bei den heute anstehenden Verhandlungen milde zu stimmen.
    Nicht alle im Land teilten diese Einstellung: Tausende Demonstranten versammelten sich in London und protestierten gegen den Besuch.

    Proteste in Nepal
    Bei Protesten in Nepal kam es zu Brandanschlägen. Dabei wurden Regierungsgebäude, wichtige Gerichtsakten und sogar Dokumente zu internationalen Abkommen und Staatsinvestitionen zerstört.


    WEITERE NACHRICHTEN

    • USA: Der Sender ABC hat die Late-Night-Show von Jimmy Kimmel auf unbestimmte Zeit abgesetzt, nachdem ein Trump-Vertrauter dem Sender wegen Kimmels Kommentaren zur Ermordung Charlie Kirks Konsequenzen angedroht hatte.
    • Aleksei Nawalny: Die Organisation und die Witwe des russischen Oppositionsführers präsentierte neue Beweise, wonach Nawalny in der Haft vergiftet worden sei.
    • Gaza: Das israelische Militär kündigte eine neue Evakuierungsroute aus Gaza-Stadt an. Der Druck wächst angesichts Hunderttausender Palästinenser, die sich dort noch aufhalten.
    • USA: Die US-Notenbank senkte den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt – die erste Zinssenkung seit Dezember, trotz gemischter Wirtschaftssignale.
    • Rohstoffe: Die US-Regierung kündigte Investitionen in Höhe von 75 Millionen US-Dollar an, um den Abbau von Mineralien in der Ukraine zu beginnen.
    • Zölle: Donald Trump rief Indiens Premierminister Narendra Modi an, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren. Beobachter in Indien werten dies als mögliches Signal für ein neues Handelsabkommen.
    • Klima: Steigen die Temperaturen weiter, könnten laut einer Studie bis zum Ende des Jahrhunderts fast alle Korallen im Atlantik ihr Wachstum einstellen und der Erosion anheimfallen.
    • Protest: Einer der Gründer von Ben & Jerry’s trat zurück. Er erklärte, das soziale Engagement der Marke sei unter Unilevers Kontrolle „zum Schweigen gebracht“ worden.

    Autor: P. Tiko