Schlagwort: Justiz

  • Alègre, Lelandais, Rançon – haben diese französischen Mörder noch weitere Verbrechen begangen?

    Alègre, Lelandais, Rançon – haben diese französischen Mörder noch weitere Verbrechen begangen?

    Die Angehörigen von Isabelle Mesnage, die 1986 in Nordfrankreich ermordet wurde, mussten bis Juni 2022 warten, bis ihr Mörder, Jacques Rançon, vor Gericht gestellt wurde. Um ungeklärte Kriminalfälle schneller zu lösen, wurde in Frankreich gerade eine neue Art von Ermittlungen eingeführt.

    Patrice Allègre, Nordahl Lelandais oder Pascal Jardin: Die nationale Abteilung für Cold Cases mit Sitz in Nanterre hat seit ihrer Gründung vor einem Jahr neun Fälle aufgenommen. Die neun Täter waren bereits wegen Serienverbrechen rechtskräftig verurteilt. Es besteht jedoch der Verdacht, dass sie weitere Verbrechen begangen haben könnten. Die französische Justiz will nun nicht identifizierten Opfer eines Kriminellen in einem neuen Verfahrensrahmen Gerechtigkeit widerfahren lassen.

    Der neue Verfahrensrahmen ermöglicht es jetzt einem Richter, nicht wie bisher nur eine bestimmte Tat, sondern den gesamten Lebenslauf eines Beschuldigten zu untersuchen und dabei nach Übereinstimmungen mit ungeklärten Fällen zu suchen.

    Früher bereiteten solche Untersuchungen Polizisten und Gendarmen unüberwindbare Zeitprobleme – diese Art von Ermittlungen erfordert sehr lange und gründliche Untersuchungen – oder sie stiessen auf Hindernisse, die mit den territorialen Zuständigkeiten der Gerichte zusammenhingen. Aufgrund dessen sind der französischen Justiz andere Opfer bekannter Serientäter wie Alègre, Lelandais und Rançon sehr lange entgangen. Anwälte und Familien von möglichen Opfern hofften seit langem auf die Einführung dieser Art von Untersuchungen.

    Mit der neuen Art der kriminellen Untersuchung hätte man schon weitaus früher erkennen können, dass zum Beispiel Jacques Rançon, der Mörder des Bahnhofs von Perpignan, sich in der Region Amiens aufhielt, als es in dieser Gegend zu vermehrten Vermisstenfällen kam, sagt Rechtsanwältin Corinne Hermann. „Man hätte die Ermittlungen früher zusammenbringen können“, sagt sie, und er hätte wahrscheinlich nicht erst nach 34 Jahren verurteilt werden können.

    Die Ermittler, die mit den neun Serientätern betraut sind, werden zunächst alle verfügbaren Akten zusammenbringen und dann überall, wo sie können, nachforschen, um das Leben des jeweiligen Täters bis ins kleinste Detail nachzuvollziehen. Die Orte, an denen einer der Täter wohnte, seine Arbeit und seine Reisen werden untersucht, Angehörige befragt, Fotos aus der Zeit oder offizielle Dokumente beschafft. Das kann sogar bis zu Schulzeugnissen gehen, um zu Lehrern und Mitschülern Kontakt zu bekommen.

    Der Lebensweg der Serientäter wird dann mit ungeklärten Fällen verglichen, um zu sehen, ob eine verschwundene oder tot aufgefundene Person ihren Weg gekreuzt hat.
    Die Ermittler haben das Ziel, ein genaues „kriminalistisches Gedächtnis“ aufzubauen und die kriminalistische Archivierung mit der Schaffung einer neuen gemeinsamen nationalen Datenbank mit allen ungeklärten Verbrechen, aber auch mit vermissten Personen oder verdächtigen Selbstmorden einzurichten. Bisher sind viel zu oft Verfahrensakten aufgrund der gesetzlichen Regelungen zur Aufbewahrungsdauer vernichtet worden. Das Rechtssystem hatte damals nicht vorausgesehen, dass 20 Jahre später Fälle neu bearbeitet und aufgeklärt werden können.

    Zum jetzigen Zeitpunkt sind neun Männer, die bereits wegen Vergewaltigung oder Mord verurteilt wurden, Ziel von Ermittlungen, die als „krimineller Werdegang“ bezeichnet werden. Polizisten und Gendarmen werden ihre Lebensläufe nachverfolgen und nach weiteren Opfern suchen.

    Hier die bekanntesten 7 Namen:

    1. Nordahl Lelandais

    Der ehemalige Soldat wurde bereits zu lebenslanger Haft für den Mord an der kleinen Maëlys de Araujo im Jahr 2017 und zu 20 Jahren für den Mord an dem Unteroffizier Arthur Noyer verurteilt.
    bereits vor Beginn der neuen Untersuchungen waren 40 Fälle, konzentriert in der Region Auvergne-Rhône-Alpes, von den Ermittlern ins Visier genommen worden. Darunter auch das Verschwinden von zwei Männer, die im Abstand von einem Jahr nach dem Besuch desselben Musikfestivals im Fort de Tamié verschwanden. Keiner der 40 Fälle konnte ihm bisher eindeutig zugeordnet werden.

    2. Patrice Alègre

    Der 54-jährige Patrice Alègre wurde 2022 wegen der Vergewaltigung von sechs Frauen und dem Mord an fünf von ihnen zu lebenslanger Haft mit einer Sicherheitsverwahrung von 22 Jahren verurteilt. Diese Verbrechen wurden zwischen 1989 und 1997 begangen. In fünf Fällen von Mord und Totschlag sowie in einem Fall von Vergewaltigung, der zwischen 1987 und 1992 begangen worden war, wurde das Verfahren gegen den Serienmörder eingestellt. Die Ermittler, die seinen Lebenslauf erneut untersuchen sollen, werden sich auf den Zeitraum 1990-1997 konzentrieren, d. h. sieben Jahre ohne ein einziges Verbrechen, was angesichts seines Profils Fragen aufwirft.

    3. Patrick Trémeau

    Der 59-jährige Mann, der den Spitznamen „Vergewaltiger der Parkhäuser“ trägt, wurde wegen 17 Vergewaltigungen oder Vergewaltigungsversuchen verurteilt, die er hauptsächlich im elften und zwanzigsten Arrondissement von Paris und in der Pariser Region in den 1980er bis 2000er Jahren begangen hatte. Er agierte hauptsächlich nachts und überfiel seine Opfer in Tiefgaragen. Sein krimineller Werdegang wurde von mehreren Verhaftungen und Inhaftierungen unterbrochen.

    4. Jacques Rançon

    Jacques Rançon, der auch als „Mörder des Bahnhofs von Perpignan“ bezeichnet wird, ist einer der wenigen Kriminellen, die zweimal zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Im Jahr 2018 für die Vergewaltigung und Ermordung von zwei Frauen in Perpignan in den Jahren 1997 und 1998. Dann 2022 im Berufungsverfahren für die Vergewaltigung und Ermordung von Isabelle Mesnage im Jahr 1986. Nach einer Einstellung des Verfahrens im Jahr 1992 wurden die Ermittlungen dann im Jahr 2017 wieder aufgenommen, als die Anwältin der Familie Mesnage, Jacques Rançon mit dem Tod der jungen Frau in Verbindung brachte. Der ehemalige Gabelstaplerfahrer sprach selbst von einem Opfer, dem er „die Füße abgeschnitten“ habe, was bei keinem der Fälle, für die er verurteilt wurde, zutraf.

    5. Pascal Jardin

    Der etwa 60-jährige Mann wurde 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er 1996 in der Region Saône-et-Loire eine der „Vermissten der A6“, Christelle Blétry im Alter von 20 Jahren, vergewaltigt und mit 123 Messerstichen getötet hatte. Der Fall hatte eine Untersuchung mehrerer ähnlicher Fälle ausgelöst, die unter dem Namen „Verschwundene von Saône-et-Loire“ bekannt sind. Da er bereits 2004 wegen versuchter sexueller Nötigung verurteilt worden war, ist nicht auszuschließen, dass er noch weitere Taten begangen haben könnte, insbesondere in der Region Landes, wo er vor seiner Festnahme ein neues Leben begonnen hatte.

    6. Der belgische Wiederholungstäter Willy Van Coppernolle

    Dieser belgische Intensivtäter, der heute 79 Jahre alt ist, wurde in Belgien wiederholt verurteilt, unter anderem wegen sexueller Übergriffe. In Frankreich wurde er 1995 zu lebenslanger Haft mit einer Sicherheitsverwahrung von 22 Jahren verurteilt, weil er im März 1993 den 11-jährigen Abdel im Departement Gard ermordet und vergewaltigt und wenige Tage später zwei weitere Jugendliche in derselben Region vergewaltigt hatte.

    7. Pascal Lafolie

    Der 56-jährige Mann wurde 2021 durch DNA-Übereinstimmung eines 27 Jahre zuvor begangenen Mordes überführt: des Mordes an der 17-jährigen Schülerin Nadège Desnoix, die 1994 in Château-Thierry (Aisne) getötet worden war. Er wurde in Ille-et-Vilaine, wo er lebte, festgenommen, gab den Mord zu und wurde angeklagt. Er war bereits 1997 und 2002 wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe verurteilt worden.

  • Eric Zemmour: Kassationsgericht hebt Freispruch wegen Aufstachelung zum Rassenhass auf

    Eric Zemmour: Kassationsgericht hebt Freispruch wegen Aufstachelung zum Rassenhass auf

    Eric Zemmour wurde in erster Instanz zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt, aber im Berufungsverfahren im September 2021 freigesprochen. Der rechtsextreme Polemiker Eric Zemmour wird wegen einer Hasstirade gegen den Islam und die Einwanderung aus dem Jahr 2021 erneut vor Gericht erscheinen müssen, nachdem das Kassationsgericht am Dienstag, dem 21. Februar, einen Freispruch vom September 2021 aufgehoben hat. Das höchste Gericht ordnete eine neue Verhandlung vor dem Berufungsgericht in Paris für den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten an, der somit wegen öffentlicher Beleidigung und Aufstachelung zum Rassenhass erneut vor Gericht gestellt wird. Bei einem politischen Treffen mit dem Namen „Konvent der Rechten“, das von Angehörigen der rechtsextremen Ex-Abgeordneten Marion Maréchal am 28. September 2019 organisiert wurde, hatte Eric Zemmour eine Rede gehalten, in der er „kolonisierende“ Einwanderer und eine „Islamisierung der Straße“ anprangerte. In der ersten Instanz hatte ein …

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  • Bestechung bei der Führerscheinprüfung: Prüfer und Fahrschulleiterin verhaftet

    Bestechung bei der Führerscheinprüfung: Prüfer und Fahrschulleiterin verhaftet

    Ermittler in der Gironde beschlagnahmten 296.000 Euro – Zahlungen für den Kauf von Führerscheinen. Insgesamt fünf Personen wurden festgenommen, aber unter richterlicher Aufsicht wieder auf freien Fuß gesetzt.

    Fünf Personen wurden laut Franceinfo am vergangenen Dienstag im Zusammenhang mit einem Verdachtsfall von Führerscheinbestechung festgenommen. Unter diesen Personen befanden sich ein Inspektor und eine Fahrschulleiterin aus einem Problemviertel in Bordeaux.

    Die Verhafteten wurden unter richterlicher Aufsicht wieder freigelassen. Sie werden später vor Gericht gestellt werden. Die Ermittlungen ergaben, dass zwei Mittelsmänner die Führerscheinbewerber – überwiegend aus Bulgarien und der Türkei, von denen sich einige illegal im Land aufhielten – mit der Fahrschulleiterin in Kontakt brachten. Ein Familienmitglied der Fahrschulleiterin wird verdächtigt, das Geld, das sie erhielt, gewaschen zu haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Bewerber ihre Führerscheine schlicht und einfach gekauft haben.

    Mindestens 108 gekaufte Führerscheine
    Bisher haben die Ermittlungen ergeben, dass mindestens 108 Personen ihren Führerschein auf diese Weise gekauft haben. Die Polizei geht allerdings davon aus, dass es sicherlich noch viel mehr waren. Bisher wurden insgesamt 296.000 Euro beschlagnahmt, davon 40.000 Euro in bar und 256.000 Euro auf Bankkonten, die Bareinzahlungen zugeordnet werden konnten.

    Die Kandidaten kauften ihren Führerschein für jeweils etwa 6.500 Euro. Die Leiterin der Fahrschule hat wahrscheinlich 1.000 Euro pro Führerschein kassiert. Der Vermittler erhielt 5.000 EUR, der amtliche Prüfer bekam 500 EUR pro Führerschein.

  • Frankreich: Arbeitsminister Olivier Dussopt wegen „Günstlingswirtschaft“ unter Verdacht

    Frankreich: Arbeitsminister Olivier Dussopt wegen „Günstlingswirtschaft“ unter Verdacht

    Gegen Olivier Dussopt wurde eine Voruntersuchung wegen illegaler Interessennahme eingeleitet worden. Dabei ging es um zwei Lithografien des Malers Gérard Garouste, die ihm 2017, als er Abgeordneter und Bürgermeister von Annonay war, von einem Unternehmen geschenkt worden waren. Das Parquet National Financial (PNF) sieht den Straftatbestand der „Günstlingswirtschaft“ für einen möglichen Prozess gegen Arbeitsminister Olivier Dussopt möglicherweise als erfüllt. Der Fall bezieht sich auf einen öffentlichen Auftrag, der Ende der 2000er Jahre mit dem Wasseraufbereitungskonzern Saur abgeschlossen wurde. In einer Mitteilung an den Anwalt Dussopts heisst es: „… ist die Staatsanwaltschaft der Ansicht, dass ein einziger Vorwurf bestehen bleibt, in diesem Fall ein formeller Verstoß wegen Günstlingswirtschaft bei einem öffentlichen Auftrag aus dem Jahr 2009“. Das erklärte Olivier Dussopt selbst gegenüber der Nachrichtenagentur AFP und fügte hinzu, dass ihm „keine Korruption“ vorgeworfen wird. Die…

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  • Sohn des französischen Justizministers wegen Verdachts auf häusliche Gewalt von Richter vernommen

    Sohn des französischen Justizministers wegen Verdachts auf häusliche Gewalt von Richter vernommen

    Der Sohn von Eric Dupond-Moretti wurde wegen des Verdachts auf häusliche Gewalt angeklagt, wie der Sender BFTMV berichtet. Raphaël Dupond-Moretti, Sohn des französischen Justizministers, wurde wegen des Verdachts auf häusliche Gewalt verhaftet und angeklagt, wie der Sender BFMTV berichtet. Der Sohn des Ministers soll am Samstagabend, dem 28. Januar, von einem Richter vernommen worden sein, bevor er unter richterliche Aufsicht gestellt und wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Bereits Anfang der Woche war Raphaël Dupond-Moretti in Savoyen wegen des Verdachts auf häusliche Gewalt in Polizeigewahrsam genommen worden, wie der Sender TF1 meldete. Schläge und Tritte Eine Nachbarin soll die Polizei alarmiert haben. Als die Gendarmen eintrafen, war Raphaël Dupond-Moretti nicht mehr am Ort des Geschehens. Seine Partnerin hatte sich zur Nachbarin geflüchtet und gab zu Protokoll, dass sie Faustschläge und Tritte erhalten habe. Wie TF1 berichtete, befand sich Raphaël Dupond-Moretti in Courchevel i…

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  • Paris: Ehemaliger Justizminister Michel Mercier zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt

    Paris: Ehemaliger Justizminister Michel Mercier zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt

    Insgesamt zahlte er im Rahmen seiner Tätigkeit als Senator Scheingehälter in Höhe von 50.000 Euro an seine Frau und 37.000 Euro an eine seiner Töchter. Der ehemalige Justizminister Michel Mercier wurde am Donnerstag, dem 26. Januar, vom Pariser Strafgericht zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der ehemalige Justizminister von Nicolas Sarkozy (2010-2012) wurde der Veruntreuung öffentlicher Gelder für schuldig befunden, weil er seiner Frau und einer seiner Töchter fiktive Parlamentsjobs verschafft hatte. Er erhielt eine Geldstrafe von 50.000 Euro. darüber hinaus kann er sich 5 Jahre lang nicht als Abgeordneter wählen lassen und erhielt ein dreijähriges Verbot der Ausübung eines öffentlichen Amtes. Insgesamt zahlte Michel Mercier damals als Senator zwischen 2005 und 2009 Gehälter in Höhe von 50.000 EUR an seine Frau und zwischen 2012 und 2014 Gehälter in Höhe von 37.000 EUR an seine Tochter. Die Staatsanwaltschaft forderte vier Jahre Haft, davon ein Jahr ohne Bewährung. In einem …

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  • Feminizid: Youtube-„Verführungsexperte“ wegen Mordes an seiner Ex-Freundin zu lebenslanger Haft verurteilt

    Feminizid: Youtube-„Verführungsexperte“ wegen Mordes an seiner Ex-Freundin zu lebenslanger Haft verurteilt

    Ein selbsternannter Youtuber und „Experte für Verführung“ und „Männlichkeit“ wurde am Mittwoch, dem 25. Januar, vom Schwurgericht des Departements Yvelines zu lebenslanger Haft verurteilt. Er wurde für schuldig befunden, seine Ex-Freundin mit fast 80 Messerstichen ermordet und mehrfach auch auf ihre Schwester und den neuen Lebensgefährten der Getöteten eingestochen zu haben.

    Ein selbsternannter „Experte für Verführung“ und „Männlichkeit“ wurde am Mittwoch, dem 25. Januar, vom Schwurgericht des Departements Yvelines zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er seine ehemalige Lebensgefährtin mit fast 80 Messerstichen ermordet und mehrfach auf ihre Schwester und den neuen Lebensgefährten eingestochen hatte. Der heute 41-jährige Mickaël Philétas wurde des Mordes an der 34-jährigen Melanie Ghione, des versuchten Mordes an dem neuen Lebensgefährten des Opfers und des versuchten Mordes sowie der sexuellen Nötigung mit vorgehaltener Waffe an ihrer jüngeren Schwester im Januar 2020 für schuldig befunden.

    „Wir wollten die schwerste Strafe und wir haben sie bekommen“, sagte die Mutter des Opfers, die als Nebenklägerin an dem Prozess teilnahm, als sie den Gerichtssaal verließ.

    Die Generalstaatsanwältin beschrieb die tat als ein „wildes Verbrechen“, an dessen Vorsatz „kein Zweifel“ bestand, und forderte lebenslange Haft mit einer Sicherheitsverwahrung von 22 Jahren. Der Verteidiger hatte das Gericht in seinem Plädoyer erfolglos gebeten, nicht von Vorsatz auszugehen. Mickaël Philétas reagierte nicht sichtbar auf die Verkündung des Urteils.

    Im Januar 2020 drang der Youtuber mitten in der Nacht in die Wohnung seiner Ex-Freundin ein, weil er nach eigenen Angaben „besessen“ von der Idee war, herauszufinden, ob sie sich mit einem anderen Mann traf. Er fügte ihr fast 80 Messerstiche zu. Der Tod von Melanie G. wurde kurz nach dem Eintreffen der Rettungskräfte am Tatort festgestellt.

    Der Angeklagte unterhielt einen Youtube-Kanal mit fast 1.000 Videos, in denen er sich selbst als „Virtuose der Verführung“ und „Spezialist für Männlichkeit“ bezeichnete und die „Kastration“ von Männern durch ihre Partnerinnen beklagte. „Es ist klar, dass Mickaël Philétas nicht toleriert, dass eine Frau ihm die Stirn bietet“, sagte die Staatsanwältin in ihrem Schlussplädoyer.

    Mickaël Philétas war bereits 2015 wegen Gewalt gegen eine ehemalige Lebensgefährtin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

  • Justiz: Sammelklage wegen Betrugs gegen Influencer

    Justiz: Sammelklage wegen Betrugs gegen Influencer

    Eine Premiere in Frankreich: Rund 100 Personen klagen gemeinsam gegen Influencer, denen sie vorwerfen, sie dazu verleitet zu haben, riskante zu investieren. 

    Ein Influencer-Paar wird wegen Betrugs angeklagt. Von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten aus warben Marc und Nadé Blata für alle möglichen Produkte, darunter auch Finanzprodukte. Sie bieten insbesondere an, von echten Händlern ausgeübte Optionen zu kopieren, um so mühelos Gewinne zu erzielen. Melissa, eine Klägerin, glaubte den Versprechungen. „Ich habe es ein erstes Mal mit 500 Euro versucht und alles verloren. Nadé Blata sagte mir, dass es meine Schuld sei, weil ich seine Ratschläge nicht genau befolgt hätte“, erzählt sie dem Sender France 3. Sie versuchte es noch einmal und verlor erneut.

    88 Personen erstatten Anzeige wegen „bandenmäßigen Betrugs“. Dies ist eine Premiere in Frankreich. Im Rahmen ihrer Kollektivklage wollen die Opfer jeden Influencer vor Gericht bringen, der mit dem Geld seiner Abonnenten spielt. „Sie nutzen per Definition den Einfluss, den sie auf ein extrem großes Publikum ausüben (…), um entweder Komplize von Veruntreuung oder direkt Täter von Veruntreuung zu sein“, kommentiert Rechtsanwalt Alexandre Dakos, Anwalt des Klägerkollektivs „Aide aux victimes d’influenceurs“ (Hilfe für die Opfer von Influencern). Das Kollektiv hofft auf die Einleitung einer Untersuchung. Bisher waren Einzelklagen jedesmal erfolglos.

  • Innenminister Gérald Darmanin: Einstellung des Verfahrens wegen Vergewaltigung bestätigt

    Innenminister Gérald Darmanin: Einstellung des Verfahrens wegen Vergewaltigung bestätigt

    Sophie Patterson-Spatz hatte im Frühjahr 2017 eine Anzeige wegen Vergewaltigung gegen Gérald Darmanin eingereicht. Die Tat soll sich 2009 in Paris ereignet haben. Die Ermittlungskammer des Pariser Berufungsgerichts bestätigte am Dienstag, dem 24. Januar, die Einstellung des Verfahrens zugunsten von Gérald Darmanin, der 2017 von Sophie Patterson-Spatz beschuldigt wurde, sie im Jahr 2009 vergewaltigt zu haben. Die Klägerin hatte Berufung gegen die Einstellungsverfügung eingelegt, die ein Pariser Untersuchungsrichter am 8. Juli 2022 im Rahmen einer im Sommer 2020 eingeleiteten Untersuchung wegen Vergewaltigung unterzeichnet hatte. Bei einer nichtöffentlichen Anhörung am 13. Dezember 2022, bei der weder Klägerin noch Beklagter anwesend waren, beantragte die Generalstaatsanwaltschaft die Bestätigung der Einstellung des Verfahrens. In ihren schriftlichen Anträgen schloss die Staatsanwaltschaft die „Hypothese falscher oder böswilliger Anschuldigungen“ von Sophie Patterson-Spatz zwar aus, vert…

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  • 2 französische und 3 deutsche Gangster nach Überfall auf Geldtransporter in Deutschland bei Paris verhaftet

    2 französische und 3 deutsche Gangster nach Überfall auf Geldtransporter in Deutschland bei Paris verhaftet

    Die fünf Verdächtigen wurden wenige Stunden nach dem Angriff auf einen Geldtransporter bereits in der vergangenen Woche in der Nähe von Paris festgenommen.

    Fünf Männer, darunter zwei Freunde des bekannten französischen Bankräubers Antonio Ferrara, wurden am Dienstag nach dem Überfall in Deutschland auf einen gepanzerten Geldtransporter letzte Woche in der Region Paris festgenommen und inhaftiert, wie Franceinfo am Mittwoch, dem 18. Januar, unter Berufung auf Justiz-Quellen.

    Die Männer waren letzte Woche von Polizisten der Zentralstelle zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens (Oclco) in der Nähe von Paris nur wenige Stunden nach der Tat festgenommen worden. Mehrere von ihnen werden verdächtigt, einen Geldtransporter in Saarlouis, 10 Kilometer von der französischen Grenze entfernt, überfallen zu haben. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Ermittler laut einer mit dem Fall vertrauten Quelle mehr als 600.000 Euro.

    Ein sechster Verdächtiger wurde festgenommen.
    Die Verdächtigen wurden wegen „krimineller Vereinigung“ und wegen „organisierten Bandendiebstahls mit Waffen“ angeklagt, wie eine Justizquelle berichtete. Darüber hinaus wurde am Mittwoch ein sechster Verdächtiger im Zusammenhang mit dem Überfall festgenommen.

    Zu den Festgenommenen gehörten der 56-jährige Franzose Abeldkrim Lho und der 45-jährige Loïc Delière. Sie waren bereits zu 22 bzw. 20 Jahren Zuchthaus verurteilt worden, nachdem sie im Jahr 2000 in Nanterre einen Sprengstoffanschlag auf einen Geldtransporter verübt hatten, bei dem einer der Geldkuriere ums Leben gekommen war. Loïc Delière wurde im Jahr 2000 zusätzlich zu 9 Jahren Haft verurteilt, da er im selben Jahr einen Brink’s-Transporter in Gentilly (Val-de-Marne) überfallen hatte. 30 Millionen Francs aus der Beute wurden damals sichergestellt.