Schlagwort: Justiz

  • Klima: Klage gegen TotalEnergies wegen fahrlässiger Tötung

    Klima: Klage gegen TotalEnergies wegen fahrlässiger Tötung

    Eine Klage gegen den französischen Total-Konzern wurde von mehreren Umweltorganisationen eingereicht, die den Ölkonzern der fahrlässigen Tötung beschuldigen.

    Eine Klimabombe – so bezeichnen die Gegner eines Projekts von TotalEnergies in Uganda das Vorhaben des französischen Ölmultis. Dort soll inmitten eines Wildreservats Öl gefördert werden, ebenso wie auch bei anderen Projekten des Ölkonzerns. Vier Verbände beschlossen nun, eine Klage gegen den Konzern einzureichen. „Total gehört zur Spitzengruppe derer, die hartnäckig auf der Zerstörung der Atmosphäre beharren“, erklärt William Bourdon, Anwalt der Verbände.

    Es ist das erste Mal, dass gegen Total eine Klage wegen fahrlässiger Tötung eingereicht wurde. Hintergrund sind die verheerenden Brände, das Schmelzen der Gletscher, aber auch die jüngsten Hitzewellen. Auf Anfrage erklärt TotalEnergies, dass es noch „keine Kenntnis von dieser Klage hat und nicht weiß, worauf sie abzielt“. Jedes neue fossile Projekt ist eine Bedrohung für das Klima, so die Klimaforscherin Yamina Saheb gegenüber Franceinfo.

  • Gérard Depardieu verteidigt sich: „Ich habe nie eine Frau missbraucht“!

    Gérard Depardieu verteidigt sich: „Ich habe nie eine Frau missbraucht“!

    „Ich bin weder ein Vergewaltiger noch ein Frauenfeind“, sagt der Schauspieler, der von mindestens 15 Frauen öffentlich sexistischer und sexueller Gewalt bezichtigt wurde. Depardieu sagt, dass er nun endlich auch das Wort ergreife, um „seine Wahrheit zu sagen“. In einem kurzen offenen Brief, der am S…

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  • Paris: Französischer Afro-Trap-Rapper MHD wegen Mordes zu 12 Jahren Haft verurteilt

    Paris: Französischer Afro-Trap-Rapper MHD wegen Mordes zu 12 Jahren Haft verurteilt

    Kurz vor der Verkündung des Urteils hatte der Rapper erneut seine Unschuld beteuert. Er hat nun zehn Tage Zeit, um Berufung einzulegen. Vom aufsteigenden Stern am Himmel des „Afro-Trap“ direkt ins Gefängnis: Der französische Rapper MHD wurde am Samstag, dem 23. September, vom Pariser Schwurgericht, …

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  • Klima: 6 junge Portugiesen verklagen 32 Staaten vor EU-Gerichtshof für Menschenrechte wegen Untätigkeit

    Klima: 6 junge Portugiesen verklagen 32 Staaten vor EU-Gerichtshof für Menschenrechte wegen Untätigkeit

    Die Zahl der Klagen gegen Untätigkeit im Klimabereich nimmt zu. Eine Klage von sechs jungen Portugiesen gegen 32 Länder wird ab dem 27. September vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg verhandelt.

    Es sieht immer aus wie David gegen Goliath: Ab dem 27. September wird in Straßburg die Klage von sechs jungen Portugiesen verhandelt, die 32 Staaten wegen Untätigkeit im Klimabereich verklagen.

    Es ist eine Geschichte, die 2017 beginnt, als das Haus von Claudia Duarte Agostinho mit Asche bedeckt wird. In diesem Sommer herrscht in der Region Leiria in Portugal eine starke Hitzewelle. Rund 180.000 Hektar Wald gingen in Flammen auf und 117 Menschen kamen bei den Bränden ums Leben. Eine Juristin, die in einer Klimaschutz-NGO (GLAN) aktiv ist, setzt der jungen Claudia den Floh ins Ohr, dass sie ja eine Klage einreichen könne.

    Claudia überzeugt ihren Bruder, ihre Schwester, eine Nachbarin und zwei Freunde, die ebenfalls gerade erst dem Teenageralter entwachsen sind. Damals war noch nicht die Rede von Streiks oder Jugendmärschen für das Klima. Die jungen Leute brauchen drei Jahre, um ihren Fall juristisch zu untermauern.

    Weltweit sind mehr als 2.500 Fälle anhängig.
    Die Gruppe beruft sich auf die Artikel 2, 8 und 14 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK). Sie sagen, dass ihr Recht auf Leben und geistige und körperliche Unversehrtheit durch Brände und Hitzewellen, die aus dem Klimawandel resultieren, bedroht sind. Die Brände dieses Sommers haben ihre Entschlossenheit nur noch verstärkt: „Es wird noch extremere Hitzewellen geben, die einen Monat oder länger andauern werden. Das wird unglaublich sein. Die Regierungen der Welt haben die Macht, dies zu verhindern. Die europäischen Regierungen entscheiden sich bisher dafür, ihren Teil der Verantwortung nicht zu übernehmen. Wir können nicht tatenlos zusehen, was passiert“, sagt die 23-jährige Catarina Mota.

    Die jungen Portugiesen, die heute zwischen 11 und 24 Jahre alt sind, werfen 32 Staaten vor, nicht genug zu tun, um ihre Treibhausgasemissionen zu senken und die Jugend zu schützen.

    Bei den in der Klage genannten Ländern handelt es sich um 27 EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern) sowie um Norwegen, Russland, die Schweiz, das Vereinigte Königreich und die Türkei.

    Vor dem EGMR ist eine solche Klage ein Novum. Außerdem gab es noch nie so viele Länder, die gleichzeitig vor Gericht geladen waren. Gearóid Ó Cuinn, Sprecherin des Global Legal Action Network, sagte: „Die Tatsache, dass der Gerichtshof die Prüfung des Falls durch die Große Kammer zugelassen hat, ist eine äußerst bedeutsame Entwicklung, die zeigt, wie ernst er den Klimawandel als Menschenrechtsfrage betrachtet.“

    Die Zahl der Klagen gegen die klimapolitische Untätigkeit von Regierungen oder großen Unternehmen nimmt drastisch zu. Das Sabin Center der Columbia University in den USA, ein Forschungszentrum, das sich mit diesen Fragen beschäftigt, hat bis September 2023 über 2.500 laufende Fälle aufgelistet, davon 1.600 allein in den USA.

    Und manchmal funktioniert es: 2019 wies der Oberste Gerichtshof der Niederlande die Regierung an, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren, was Den Haag tatsächlich dazu veranlasste, das Tempo der Maßnahmen zu beschleunigen.

    Wenn Claudia und ihre Freunde vor Gericht Erfolg haben, sind die 32 Länder (darunter auch Portugal und Frankreich) gesetzlich verpflichtet, zu handeln und ihren multinationalen Unternehmen neue Vorschriften aufzuerlegen. Dieses Urteil kann im Endeffekt sogar noch verbindlicher sein als das Pariser Klimaabkommen.

  • Mobbing: Nach Selbstmord der 15-jährigen Tochter klagen Eltern in Frankreich gegen TikTok

    Mobbing: Nach Selbstmord der 15-jährigen Tochter klagen Eltern in Frankreich gegen TikTok

    Die Eltern der 15-jährigen Marie, einer Jugendlichen aus dem Departement Bouches-du-Rhône, haben nach dem Selbstmord ihrer Tochter im Jahr 2021 nun Klage gegen TikTok eingereicht. Die junge Frau war auf TikTok wegen ihres Gewichts gemobbt worden. Die Klage ist eine Premiere in Frankreich. „TikTok tr…

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  • Notre-Dame de Paris: Untersuchung nach Versteigerung von Kirchenfenstern eingeleitet

    Notre-Dame de Paris: Untersuchung nach Versteigerung von Kirchenfenstern eingeleitet

    Die Glasfenster der Kathedrale Notre-Dame de Paris aus dem 13. Jahrhundert, die jetzt versteigert wurden, waren bereits vor mehr als 150 Jahren verschwunden.

    Die Pariser Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet, nachdem Glasfenster der Kathedrale Notre-Dame in Paris aus dem 13. Jahrhundert mehr als 150 Jahre nach ihrem Verschwinden versteigert wurden, wie der Sender Franceinfo berichtet. Die Ermittler der Brigade de répression du banditisme, die auf den Diebstahl von Kunstgegenständen spezialisiert sind, sind mit den Untersuchungen beauftragt.

    Die versteigerten Buntglasfenster befanden sich bis zum 19. Jahrhundert im Querschiff von Notre-Dame de Paris. Es handelt sich um zwei kleine runde Scheiben mit blauem Hintergrund und roter Umrahmung: eine mit einem Engel, der ein Weihrauchfass hält, und die andere mit einem Kerzenleuchter. Die Anfang Juli 2023 gegründete Vereinigung LumiÈre sur le patrimoine geht davon aus, dass sie im Jahr 1862 gestohlen wurden, bevor sie 2015 wieder auftauchten und bei einer Auktion für insgesamt mehr als 230.000 US-Dollar verkauft wurden. Das Anfang Juli 2023 gegründete Kollektiv hat Klage wegen „Diebstahls“ und „Hehlerei“ eingereicht.

    Das Auktionshaus Sotheby’s versicherte seinerseits gegenüber franceinfo, dass es laut den Experten keine rechtlichen Hindernisse für den Verkauf gegeben habe. „Die Glasfenster wurden 1862 von Viollet-le-Duc im Rahmen der berühmten Restaurierung von Notre-Dame ausgebaut und dann von dem Glasermeister Edouard Didron zwischen 1877 und 1905 verkauft“.

    „Ähnliche Stücke mit derselben Herkunft gehören heute zur Sammlung des Musée d’Art et d’Histoire de Genève“, so Sotheby’s weiter. Eine Schilderung der Herkunft, die die Polizisten der Brigade de répression de banditisme nun überprüfen müssen, vor allem mithilfe von Archiven.

    Bevor Sotheby’s die Kirchenfenster 2015 zum Verkauf anbot, habe man die „notwendigen Recherchen, Sorgfaltspflichten und Kontrollen“ durchgeführt, um „sicherzustellen, dass dem Verkauf keine rechtlichen Hindernisse im Wege stehen“. Das Auktionshaus beteuert außerdem, dass man alle erforderlichen Genehmigungen der zuständigen Behörden, einschließlich der Ausfuhrbescheinigungen, eingeholt habe. Auch „Experten und Museumskuratoren wurden benachrichtigt“.

    Das Auktionshaus versichert außerdem, dass es von der Vereinigung LumiÈre sur le patrimoine im Vorfeld der eingereichten Klage nicht kontaktiert worden sei. Sollte sich der Diebstahl bewahrheiten, könnte das Kulturministerium die Kirchenfenster zurückfordern, da sie 1862 dem Staat gehörten.

  • Toulouse: Gefängnisstrafe für zwei Minderjährige weil sie eine Frau misshandelt und entstellt haben

    Toulouse: Gefängnisstrafe für zwei Minderjährige weil sie eine Frau misshandelt und entstellt haben

    Am 19. Juli wurde ein Paar auf der Place du Capitole in Toulouse brutal angegriffen und misshandelt. Vier Minderjährige im Alter zwischen 14 und 17 Jahren wurden daraufhin festgenommen.

    Zwei der vier Minderjährigen, die im Juli in Toulouse ein Ehepaar angegriffen haben sollen, wurden am Dienstag zu einer Haftstrafe verurteilt, wie der Sender France Bleu Occitanie am Mittwoch berichtete. Die Anhörung der beiden in den Fall verwickelten Minderjährigen fand am Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. 

    18 Monate Gefängnis ohne Bewährung für einen 16-jährigen Angreifer – die Gesamtstrafe lautete auf 36 Monate, davon 18 auf Bewährung und sechs Monate Gefängnis ohne Bewährung für einen anderen, ebenfalls 16-jährigen Angreifer – Gesamtstrafe 18 Monate, davon 12 auf Bewährung.

    Am 19. Juli war ein Paar auf der Place du Capitole in Toulouse von einer gruppe Jugendlicher brutal angegriffen worden. Die 19-jährige Frau war mit zerbrochenen Flaschen verletzt und entstellt worden und hatte die Fotos ihres Gesichts in sozialen Netzwerken verbreitet. Der Bürgermeister von Toulouse, Jean-Luc Moudenc, reagierte auf X und bezeichnete die Tat als „wilde und barbarische Gewalt“.

    Die vier beschuldigten Minderjährigen, zwei Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, waren kurz nach der Tat festgenommen worden. Einige von ihnen wurden aufgrund eines schwierigen sozialen Hintergrunds bereits vom Jugendamt betreut, andere waren der Justiz bisher nicht bekannt. Drei von ihnen wurden unter gerichtliche Aufsicht gestellt. Die 17-jährige Hauptangreiferin wurde in Untersuchungshaft genommen und wartet noch auf ihren Prozess.

  • Paris: Freispruch für Rechtspolitiker Eric Zemmour aufgehoben – er wird nun erneut vor Gericht gestellt

    Paris: Freispruch für Rechtspolitiker Eric Zemmour aufgehoben – er wird nun erneut vor Gericht gestellt

    Der rechtsextreme Politiker war wegen seiner Äußerungen auf dem Sender CNews in den Jahren 2021und 2022 freigesprochen worden. Zemmour hatte die Judenverfolgung in Frankreich unter Pétain geleugnet. Eric Zemmour muss sich erneut für seine Äußerungen über Marschall Pétain vor Gericht verantworten. Das Kassationsgericht hob am Dienstag, dem 5. September, die Entscheidung des Berufungsgerichts in Paris auf, das ihn 2022 in zweiter Instanz freigesprochen hatte. Der Vorsitzende der rechtsextremen Partei Reconquête und früherer Präsidentschaftskandidat war wegen Leugnung eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit angeklagt worden, weil er drei Jahre zuvor auf dem Fernsehsender CNews behauptet hatte, Marschall Pétain habe die französischen Juden „gerettet“. „Das ist nun einmal die Realität“, hatte Eric Zemmour sogar bekräftigt. Diese Äußerungen veranlassten mehrere Assoziationen zur Bekämpfung von Rassismus und Antisemitismus, vor Gericht zu ziehen. Nach dem Freispruch durch das Berufungsgeri…

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  • Straßburg: Mann trampelt auf der Straße auf seine Katze ein und wird zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt

    Straßburg: Mann trampelt auf der Straße auf seine Katze ein und wird zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt

    Der 43-jährige Mann war im April auf offener Straße dabei erwischt worden, wie er auf das in einer Tasche eingesperrte Tier trampelte. Jetzt wurde er von einem Gericht in Straßburg zu neun Monaten Haft verurteilt, von denen er sechs Monate absitzen muss.

    Der Mann, der im April dieses Jahres in Straßburg seine Katze auf offener Straße brutal getreten hatte, wurde jetzt zu sechs Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt, wie der Sender France Bleu Alsace am Dienstag, 5. September, berichtete.

    Der 43-jährige Angeklagte, der die armenische Staatsangehörigkeit besitzt, war der Justiz bis dahin unbekannt. Er erschien am Dienstag vor dem Straßburger Gericht wegen schwerer Misshandlung und Grausamkeiten gegenüber Haustieren. Ihm wurde vorgeworfen, seine Katze Louna im April im Stadtteil Neuhof (Straßburg) auf offener Straße brutal durch Fußtritte misshandelt zu haben.

    Der Mann war festgenommen worden, als er seine fünfjährige Katze, die in eine Tasche gesperrt war, brutal verletzte. Eine Freiwillige des Tierschutzvereins hatte die Szene bemerkt. Sie hatte daraufhin den Täter verfolgt und selbst festgenommen, bevor sie die Polizei rief. Der sozial gut integrierte Armenier, Vater von drei Kindern und Reinigungskraft in einem Restaurant in der Straßburger Innenstadt, wurde in Polizeigewahrsam genommen und gab einen einzigen Tritt gegen das Tier zu. Seiner Meinung nach war die Katze aggressiv und hatte ihn gebissen. Er gab an, dass er die Katze lediglich in einem Park aussetzen wollte.

    Auch bei der Anhörung vor Gericht beteuerte der Angeklagte, dass er die Katze nur einmal getreten habe, weil sie ihn gerade gekratzt und gebissen hatte. Die tierärztlichen Befunde und die Zeugenaussagen bestätigten seine Aussagen jedoch nicht. Die Katze hat nach den Misshandlungen ein Auge verloren und war durch die Misshandlungen lebensgefährlich verletzt worden.

    Der Angeklagte wurde zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, von denen 3 zur Bewährung ausgesetzt wurden. Dem Mann wurde außerdem verboten, ein Haustier zu halten. Darüber hinaus wurde er dazu verurteilt, mehrere hundert Euro an fünf Vereine zu zahlen, die als Nebenkläger aufgetreten waren, darunter auch der Straßburger Tierschutzverein. Der Katze geht es inzwischen besser und sie wurde in einer Pflegefamilie untergebracht.

  • Marokko: Franco-Marokkaner auf Jet-Ski von der algerischen Küstenwache erschossen

    Marokko: Franco-Marokkaner auf Jet-Ski von der algerischen Küstenwache erschossen

    Ein 29-jähriger Franko-Marokkaner und sein 40-jähriger Cousin starben bereits am 29. August an der Küste zwischen Marokko und Algerien durch Schüsse der algerischen Küstenwache.

    Die Familie von zwei Urlaubern, darunter ein Franko-Marokkaner, die Ende August im marokkanisch-algerischen Grenzgebiet auf See durch Schüsse getötet wurden, die der algerischen Küstenwache zugeschrieben werden, will in Frankreich eine Klage einreichen, wie die Anwälte am Sonntag, dem 3. September, ankündigten. Die Klage werde „am Montag oder Dienstag“ wegen „vorsätzlichen Mordes, Mordversuchs, Entführung eines Schiffes und unterlassener Hilfeleistung für eine Person in Gefahr“ eingereicht, erklärte Hakim Chergui, einer der Anwälte, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

    „Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen dem Königreich Marokko und der Republik Algerien kann nicht die Begehung eines Verbrechens rechtfertigen und noch weniger die Straflosigkeit der Täter“, schreiben die Anwälte in einer Erklärung. „Aus diesem Grund haben sie (die Familie) aufgrund des Schweigens der algerischen Behörden, auf deren Gebiet die Morde stattfanden, keine andere Wahl, als sich an die französische Justiz zu wenden, damit dieses Drama von namenloser Grausamkeit vollständig aufgeklärt wird“, heisst es in der Erklärung weiter.

    Algerien spricht zunächst von „Warnschüssen“ und dann von „Schüssen“
    Laut der Aussage des 33-jährigen Franco-Marokkaners Mohamed Kissi verloren die vier Urlauber, zu denen auch er selbst gehörte, am 29. August bei einem Ausflug mit dem Jet-Ski auf dem Meer die Orientierung. Sie wurden von einem Boot der algerischen Küstenwache angegriffen und es wurden Schüsse abgegeben. Sein Bruder Bilal Kissi, ein 29-jähriger französisch-marokkanischer Kaufmann, und ihr Cousin Abdelali Mechouar, ein 40-jähriger, in Frankreich lebender Marokkaner, wurden bei dem Vorfall getötet.

    Das algerische Verteidigungsministerium reagierte am Sonntag und sprach von einer „Verweigerung des Gehorsams“ seitens der Urlauber. „Nach einer akustischen Warnung und der mehrmaligen Aufforderung, anzuhalten, weigerten sich die Betroffenen, der Aufforderung nachzukommen und flüchteten mit gefährlichen Manövern“, so das Ministerium. Nach mehreren Warnschüssen „wurden Schüsse abgefeuert, die einen der Jetskis zum Anhalten zwangen, während die beiden anderen flüchteten“.