Schlagwort: Justiz

  • Automatische Radargeräte: Mit einem Trick kann man in Frankreich oft das Bußgeld vermeiden

    Automatische Radargeräte: Mit einem Trick kann man in Frankreich oft das Bußgeld vermeiden

    Sie wurden in Frankreich von einem automatischen Radargerät geblitzt? Achten Sie bei der Anfechtung des Verstoßes darauf, dass Sie unbedingt ein spezielles Dokument einfordern sollten: den Nachweis über Genauigkeit des Gerätes.

    Was hat das Gericht in Auch am Montag, dem 15. Januar, dazu veranlasst, einen Autofahrer freizusprechen, der in der Nähe einer kleinen Gemeinde im Departement Gers eine Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 50 km/h begangen hatte? Die mögliche Ungenauigkeit einer Kontrolle durch das Radargerät.

    Wenn Sie in Frankreich ein Verkehrsdelikt anfechten, haben Sie das Recht, das „carnet métrologique“ des Radargeräts zu verlangen, das Sie geblitzt hat, d. h. ein offizielles Dokument, das gewissermaßen das „Gesundheitsbuch“ und Nachweis über die Genauigkeit des Radargeräts darstellt, wie die Fachseite radars-auto.com erklärt. Dieses Dokument dient dazu, „die Zuverlässigkeit und Effizienz“ der Radargeräte zu gewährleisten.

    Das Messbuch „enthält nicht nur die wichtigsten Daten zur Identifizierung des Radargeräts (Seriennummer, Marke, Modell usw.)“, sondern auch „alle Informationen über die durchgeführten Überprüfungen und die eventuellen Reparaturen, denen es unterzogen wurde (Datum, Umfang der Reparatur usw.)“, so radars-auto.com. Mit anderen Worten: Es garantiert, dass das Radargerät den Vorschriften entspricht und sehr genau „blitzt“.

    Die Beantragung dieses Dokuments kann allerdings nur erfolgen, wenn man den Bußgeldbescheid vor Gericht anficht. „Zu diesem Zeitpunkt müssen Sie die Kopie der Fallakte beim Staatsanwalt anfordern“, erklärt radars-auto.com, und unbedingt einen Antrag auf zusätzliche Informationen stellen. Das Gericht muss dann die Vorlage dieses Dokuments anordnen und gegebenenfalls die Verhandlung verschieben.

    Wenn die Justiz nicht in der Lage ist, das angeforderte Dokument zu liefern, oder wenn sich herausstellt, dass regelmäßige Überprüfungen des Radargeräts nicht durchgeführt wurden, kann ein Anwalt die Nichtigkeit der Strafverfolgung und den Freispruch des Autofahrers beantragen. So geschah es vor wenigen Tagen in Auch im Departement Gers. Denn: Wenn diese Überprüfungen unterlassen werden, liegt eine Verfahrensunregelmäßigkeit vor, die zwangsläufig zur Einstellung des Verfahrens führen muss.

    Darüber hinaus unterliegen, so überraschend es auch klingen mag, in Frankreich auch Alkoholmessgeräte denselben Anforderungen: Wenn die Behörde bei der Gerichtsverhandlung nicht nachweisen kann, dass das jeweilige Gerät den Anforderungen entsprach und genauestens geeicht war, kann ein Autofahrer, der positiv auf Alkohol getestet wurde, also ziemlich entspannt sein.

  • Alain Delon: Der Schauspieler und Tochter Anouchka klagen gegen Sohn und Bruder Anthony Delon

    Alain Delon: Der Schauspieler und Tochter Anouchka klagen gegen Sohn und Bruder Anthony Delon

    Der französische Filmstar Alain Delon kündigte am Donnerstag, dem 4. Januar, eine Klage gegen seinen Sohn Anthony an, nachdem dieser in einem Interview mit der Zeitschrift Paris Match angekündigt hatte, dass er eine Klage gegen seine Schwester Anouchka Delon eingereicht habe.

    Die Delons zerfleischen sich. Alain Delon ist extrem schockiert über die Anzeige, die sein Sohn Anthony gegen seine Schwester Anouchka eingereicht hat und kündigte am 4. Januar an, dass er selbst Klage gegen Anthony einreichen werde. Am Mittwoch beschuldigte Anthony Delon seine Schwester in einem Interview mit der Zeitschrift Paris Match, die „Notlage“, in der sich ihr Vater befände, der seit einem Herzanfall im Jahr 2019 sehr geschwächt sei, „verschleiert“ zu haben. Anouchka Delon kündigte im Anschluss daran ebenfalls eine Klage gegen ihren Bruder Anthony wegen Verleumdung an.

    In einer Stellungnahme erklärte der Anwalt des Schauspielers, dass Alain Delon „die Aggressivität seines Sohnes Anthony nicht mehr ertragen kann, der ihm ständig sagt, er sei senil, und was noch schockierender ist, ist, dass sein Sohn behauptet, er habe sein letztes Weihnachtsfest erlebt“ und kündigte an, dass bald eine Klage wegen Verleumdung eingereicht werden solle.

    Der bekannte Schauspieler Alain Delon „sagte mir auch, dass sein Sohn Anthony sich im Gegensatz zu Anuschka nie (…) wirklich um ihn gekümmert hat und ihn auch heute noch kaum besucht“, berichtet der Anwalt außerdem.

    „Er hat wieder einmal den Namen seines berühmten Vaters ausgenutzt, um Werbung für sich zu machen, indem er ein Buch veröffentlicht hat, das diesen belastet. Alain Delon sagte mir sogar: ‚Er soll mich in Ruhe lassen und meine Tochter in Ruhe lassen’“, berichtete Rechtsanwalt Ayela weiter. „Er bat mich, eine Klage einzureichen, zunächst wegen Verleumdung. Und auch, die notwendigen Verfahren zu prüfen, damit die Drohungen gegen ihn und seine Tochter aufhören“.

    Alain Delon war in den Jahren 1959 bis 1963 Lebensgefährte der deutschen Schauspiel-Legende Romy Schneider.

  • Nizza: Profi-Fußballer Youcef Atal wegen Aufstachelung zum Hass zu 8 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt

    Nizza: Profi-Fußballer Youcef Atal wegen Aufstachelung zum Hass zu 8 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt

    Youcef Atal, ein algerischer Nationalspieler und Rechtsaußen des französischen 1.Ligisten OGC Nizza, wurde am Mittwoch zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen Israel und der Hamas ein Video auf seinem Instagram-Kanal geteilt hatte, in dem zu einem „schwarzen Tag für die Juden“ aufgerufen wurde.

    Die Strafe wurde am Mittwoch, dem 3. Januar, gegen 13.30 Uhr gefällt. Youcef Atal wurde heute Mittag wegen Aufstachelung zum Hass aus religiösen Gründen vor dem Gericht in Nizza an der Côte d’Azur verurteilt.

    Am 7. Oktober, fünf Tage nach den grausamen Angriffen der islamistischen Terrorbewegung Hamas auf Israel und dem Beginn der israelischen Bombenangriffe auf Gaza, hatte der Rechtsaußen von Nizza auf Instagram ein Video des Predigers Mahmoud Al Hasanat geteilt. Der Prediger sprach zunächst mit Tränen in den Augen über das Schicksal der Kinder in Gaza unter israelischen Bomben. Dann verschärfte er seinen Ton und forderte Gott auf, „einen schwarzen Tag über die Juden“ zu bringen und den Bewohnern von Gaza „die Hand zu begleiten“, wenn sie „den Stein werfen“.

    8 Monate Gefängnis auf Bewährung
    Als er das Video teilte, war Youcef Atal mit der Nationalmannschaft in Algerien. Nachdem er vom Management des OGC Nizza vor dem polemischen Charakter der Äußerungen in dem Video gewarnt worden war, hatte er den Post am nächsten Tag mit einer Entschuldigungsnachricht entfernt. Vor Gericht entschuldigte sich Atal erneut und wiederholte immer wieder, dass er „eine Botschaft des Friedens“ habe senden wollen und dass er sich das Video nicht bis zum Ende angesehen habe, bevor er es geteilt habe.

    Youcef Atal wurde wegen Aufstachelung zum Hass aus religiösen Gründen zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er muss außerdem eine Geldstrafe in Höhe von 45.000 Euro zahlen und das Urteil auf eigene Kosten in der regionalen Tageszeitung Nice-Matin und in der Zeitung Le Monde veröffentlichen, so das Strafgericht von Nizza in seinem Urteil.

  • Gefängnisse: 75.677 Menschen waren am 1. Dezember in Frankreich inhaftiert – ein neuer Rekord

    Gefängnisse: 75.677 Menschen waren am 1. Dezember in Frankreich inhaftiert – ein neuer Rekord

    Eigentlich verfügten die französischen Gefängnisse am 1. Dezember nur über 61.359 betriebsbereite Plätze. Mit 75.677 belegten Plätzen lag die Gesamtdichte in französischen Gefängnissen bei 123,3%.

    Im Laufe der Monate stieg dieser traurige Rekord immer weiter an. Die Zahl der Häftlinge in Frankreich erreichte am 1. Dezember einen neuen Höchststand: 75.677 Personen saßen in Haft, im Vormonat waren es 75.130. Dies geht aus Zahlen hervor, die das Justizministerium am Freitag, dem 29. Dezember veröffentlichte. Diese Zahl ist laut den Statistiken der Gefängnisverwaltung die höchste, die jemals in dem Land verzeichnet wurde.

    Obwohl die französischen Gefängnisse am 1. Dezember eigentlich nur über 61.359 betriebsbereite Plätze verfügten, lag die allgemeine Gefängnisdichte bei 123,3%. In den Haftanstalten, in denen Häftlinge, die auf ihr Urteil warten und somit eigentlich als unschuldig gelten, sowie zu kurzen Strafen verurteilte Häftlinge einsitzen, liegt die Belegungsrate bei unglaublichen 148,5 %. In 11 Einrichtungen erreicht oder übersteigt sie sogar die 200%.

    Insgesamt sind in den französischen Gefängnissen 17.506 Personen inhaftiert, die im Vergleich zu den verfügbaren Plätzen zu viel sind. Aufgrund dieser Überbelegung sind 2.748 Häftlinge gezwungen, auf einer Matratze auf dem Boden zu schlafen. Vor einem Jahr waren es noch 2.133. Die Regierung plant, bis 2027 15.000 neue Gefängnisplätze zu bauen, nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Frankreich im Juli erneut wegen der unhaltbaren Zustände verurteilt hat.

  • „Die Affäre des Jahrhunderts“: Französischer Staat entgeht einem Zwangsgeld von 1.1 Milliarden Euro

    „Die Affäre des Jahrhunderts“: Französischer Staat entgeht einem Zwangsgeld von 1.1 Milliarden Euro

    NGOs, die sich zu einem Kollektiv zusammengeschlossen hatten, klagten vor Gericht, dass Frankreich seine Verpflichtungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen nicht einhält, und beantragten ein Zwangsgeld gegen den Staat.

    Das Gericht hat den im Kollektiv „L’Affaire du siècle“ zusammengeschlossenen NGOs nicht Recht gegeben. Diese hatten ein Zwangsgeld in Höhe von 1,1 Milliarden Euro gegen den französischen Staat gefordert, dem sie unzureichende Maßnahmen gegen die globale Erwärmung vorwarfen. In seinem Urteil vom Freitag, dem 22. Dezember, vertrat das Verwaltungsgericht von Paris die Auffassung, dass die „Wiedergutmachung des ökologischen Schadens zwar verspätet, aber nunmehr vollständig“ sei, da der Staat „gemäß der ihm erteilten Anordnung Maßnahmen ergriffen oder umgesetzt hat, die geeignet sind, den fraglichen Schaden zu beheben“.

    Das Gericht folgte der Meinung des öffentlichen Berichterstatters, der bei der Anhörung am 8. Dezember erklärt hatte, dass die jüngsten Daten zu den nationalen CO2-Emissionen, nämlich ein Rückgang um 4,3 % für das Jahr 2023 und um 2,7 % für 2022, „die Annahme erlauben, dass der Schaden vollständig wiedergutgemacht wurde“. Der französische Staat wurde erneut von mehreren Umweltverbänden (Notre affaire à tous, Greenpeace, Oxfam) verklagt, die die Meinung sind, dass Frankreich seine Verpflichtungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen nicht einhalte.

    Im Februar 2021 hatte das Verwaltungsgericht Paris den Klägern in einem ersten Urteil Recht gegeben und den Staat für die Nichteinhaltung seiner Verpflichtungen und den daraus resultierenden „ökologischen Schaden“ verantwortlich erklärt. Im Oktober desselben Jahres ordnete das Gericht dann an, dass die 15 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent, die Frankreich im Vergleich zu seinen Zielen für 2015-2018 zu viel emittiert hatte, bis spätestens zum 31. Dezember 2022 ausgeglichen werden müssen.

    Die NGOs waren der Ansicht, dass dieses Urteil nicht umgesetzt worden war, und forderten diesmal im Rahmen eines neuen Verfahrens, das im Juni 2023 eingeleitet wurde, finanzielle Strafen. Das geforderte Zwangsgeld in Höhe von 1,1 Milliarden Euro entsprach nach den Berechnungen der NGOs neun bereits aufgelaufenen Halbjahren der Verzögerung.

  • Auvergne: Ein Fluss voller Saphire sorgt für Streit zwischen Nachbarn

    Auvergne: Ein Fluss voller Saphire sorgt für Streit zwischen Nachbarn

    Seit einigen Jahren beutet einer der Eigentümer eines Geländes, auf dem sich ein Fluss befindet, in dem es von Auvergne-Saphiren nur so wimmelt, das Edelstein-Vorkommen aus. Da der Fluss aber durch mehrere Privatgrundstücke fließt, fordern die anderen Anwohner nun ihr Recht ein und haben ihren Nachbarn verklagt.

    Der Fluss ist voller Auvergne-Saphire und seit einigen Jahren wird das Vorkommen offiziell von einem der Eigentümer des Geländes abgebaut. Der Fluss fließt jedoch durch mehrere Privatgrundstücke. Andere Anwohner fordern nun ihr Recht ein. Sie haben ihren Nachbarn vor Gericht gezerrt. „Wir fühlen uns enteignet und hätten uns wirklich gewünscht, dass der Nachbar transparent mit uns umgeht. Wir möchten wissen, in welchem Umfang und wo die Saphire entnommen wurden“, sagt eine der klagenden Anwohnerinnen gegenüber dem Sender France 2.

    Das Urteil wird am Freitag, den 29. Dezember erwartet.
    Laut Patrick Roesch, dem Anwalt der Kläger, müssen sich die Eigentümer den Wasserlauf zu gleichen Teilen teilen. Die schönsten tiefblauen Saphire können schon bei einem Gewicht von weniger als einem Gramm mehrere Tausend Euro erzielen. Die Kläger fordern eine vorläufige Entschädigung in Höhe von einer Million Euro von dem Eigentümer, der den Abbau der Edelsteine betreibt. Das Urteil wird für Freitag, den 29. Dezember erwartet.

  • Frankreich: gerichtliche Beschlagnahmungen erreichten Rekordhöhe im Jahr 2023

    Frankreich: gerichtliche Beschlagnahmungen erreichten Rekordhöhe im Jahr 2023

    Im Jahr 2023 wird die Summe der gerichtlichen Pfändungen in Frankreich voraussichtlich eine Milliarde Euro übersteigen – ein Novum. Ein Rekord, der zum Teil auf die 461 Millionen Euro an Immobilien zurückzuführen ist, die in diesem Jahr allein wegen Steuerhinterziehung gepfändet wurden.

    Die Justiz ist nicht wenig stolz: Diese teuren Luxusflitzer wurden von Kriminellen konfisziert. Betrüger, Schmuggler, Hehler – sie alle wurden vom Staat um ihre illegal erworbenen Werte gebracht. Innerhalb von drei Jahren, von 2019 bis 2022, stiegen die Beschlagnahmungen von 484 Millionen Euro auf 771 Millionen Euro, um 2023 wahrscheinlich einen Rekordwert von einer Milliarde Euro zu erreichen. Vor drei Wochen wurde von der AGRASC (Agence de gestion et de recouvrement des avoirs saisis et confisqués) in Besançon (Departement Doubs) eine beispiellose Auktion mit Luxusuhren veranstaltet, die erst vor kurzem beschlagnahmt worden waren.

    Wenn kriminelles Vermögen Gutes bewirkt
    Eine Jacht, die einem Weißrussen gehörte, der in einen Fall von Geldwäsche verwickelt war, wurde vom Staat beschlagnahmt. Auch luxuriöse Wohnungen wurden von den Dienststellen der Finanzämter, deren Personalbestand sich inzwischen verdoppelt hat, beschlagnahmt. Doch nicht nur die Schwerkriminalität ist das Ziel der Fahnder. Jedes Jahr versuchen verurteilte Straftäter, ihr Vermögen vom Staat zurückzuerhalten. Nur 20 % gelingt dies, nämlich denen, die freigesprochen werden.

    „Ihr Vermögen ist das, wofür sie ihre kriminellen Aktivitäten betreiben. Wenn man ihnen das wegnimmt, bestraft man sie“, erklärt Fabrice Rizzoli, Spezialist für organisierte Kriminalität und Vorsitzender der Vereinigung Crim’HALT. Die französische Justiz beschlagnahmt auch immer mehr Immobilien, um sie weiterzuverkaufen: 168 Immobilien im Jahr 2022, gegenüber nur 58 im Jahr 2017. Einige werden zu Sozialwohnungen, Aufnahmezentren für misshandelte Frauen oder Flüchtlinge.

  • Manipulierte Stromzähler: Für 1.000 € senkten zwei Betrüger den Stromverbrauch ihrer Kunden um 75%

    Manipulierte Stromzähler: Für 1.000 € senkten zwei Betrüger den Stromverbrauch ihrer Kunden um 75%

    In Besançon wurden am Freitag zwei Männer verurteilt, die Linky-Zähler mehrerer Privatpersonen und Unternehmen manipuliert haben. Für 1.000 bis 2.500 Euro reduzierten sie den Verbrauch ihrer Kunden um bis zu 75 %.

    Die französische Stromgesellschaft Enedis ist noch dabei, die Höhe des Schadens zu berechnen. Am 15. Dezember wurden zwei Männer in Besançon wegen bandenmäßigen Betrugs verurteilt. Der Grund: Sie manipulierten digitale Linky-Zähler mit einem System, das einen geringeren Verbrauch an Enedis schickte. Ein Betrug, der die Auftraggeber zwischen 1.000 und 2.500 Euro kostete und es ermöglichte, den registrierten Verbrauch künstlich um bis zu 75 % zu senken.

    Der zuständige Staatsanwalt erklärte, dass sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen von diesen betrügerischen Dienstleistungen profitiert hätten. „Bei den Nutznießern handelt es sich in der Mehrzahl nicht um bedürftige Personen“. Er nannte zum Beispiel einen Bäcker, ein Gestüt, eine Vermögensagentur und sogar einen stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Belfort.

    Auch die Personen, die Manipulationen ihrer Zähler beauftragt haben, werden von der Justiz verfolgt. Der Staatsanwalt erklärte: „Ich fordere die Personen, die solche Gerät haben, auf, sich selbst mit den Behörden in Verbindung zu setzen, um die Situation zu regeln, bevor die Gendarmen kommen, um den Betrug festzustellen.“

    Die Betrüger arbeiteten zu zweit. Der erste, ein 46-jähriger Mann mit Wohnsitz in Offemont im Territoire de Belfort, warb Privatpersonen oder Unternehmen an, um ihnen seine „Dienste“ anzubieten. Der zweite, ein 32-jähriger Mann, der in der Nähe von Besançon wohnt, kümmerte sich um die Installationen.

    Beide Personen bekannten sich schuldig und wurden verurteilt. Der „Installateur“ wurde zu 24 Monaten Haft, davon 12 Monate auf Bewährung, 10.000 EUR Geldstrafe, der Verpflichtung, Enedis den erlittenen Verlust zurückzuzahlen, und 15 Jahren Verbot, ein Unternehmen zu führen, verurteilt. Der „Werber“ wurde zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt und muss Enedis ebenfalls Geld zurückzahlen.

  • Ex-Frau des französischen Serienmörders Michel Fourniret zu lebenslanger Haft verurteilt

    Ex-Frau des französischen Serienmörders Michel Fourniret zu lebenslanger Haft verurteilt

    Monique Olivier, Ex-Frau des Serienmörders Michel Fourniret stand drei Wochen lang vor Gericht und wurde am Dienstagabend der Mittäterschaft an der Entführung und anschließenden Ermordung der jungen Frauen und Fourniret-Opfer Marie-Angèle Domèce, Joanna Parrish und Estelle Mouzin für schuldig befunden.

    Ein Kapitel der französischen Justizgeschichte scheint abgeschlossen. Nach drei Wochen Verhandlung vor dem Schwurgericht des Departements Hauts-de-Seine in Nanterre endete am Dienstag, dem 19. Dezember, der Prozess gegen Monique Olivier. Die Ex-Frau von Michel Fourniret wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit einer Sicherheitsverwahrung von 20 Jahren verurteilt. Die 75-Jährige war wegen Beihilfe zur Entführung und Freiheitsberaubung mit Todesfolge an der 9-jährigen Estelle Mouzin und wegen Beihilfe zur Entführung, Freiheitsberaubung und Mord mit vorheriger, anschließender oder begleitender Vergewaltigung an der 19-jährigen Marie-Angèle Domèce und der 20-jährigen Joanna Parrish angeklagt.

    „Endlich wurde der Gerechtigkeit Genüge getan“, reagierten die Familien der Opfer nach dem Urteil und zeigten sich zufrieden, dass „die Verantwortung von Monique Olivier“ für die grausamen Taten nun gerichtlich festgestellt wurde. Die Strafe, die das Gericht gegen die Angeklagte verhängte, die bereits 2008 zu lebenslanger Haft und 2018 zu 20 Jahren Haft verurteilt worden war, schien bei den Herausforderungen dieses Prozesses jedoch fast zweitrangig zu sein. Die 75-Jährige kann frühestens im Dezember 2035 aus der Haft entlassen werden. Sie wird dann 87 Jahre alt sein. Die Erwartungen der Nebenkläger richteten sich vor allem auf mögliche Antworten, die sie noch hätte geben können. In dieser Hinsicht wurden die Angehörigen von Estelle Mouzin jedoch enttäuscht.

    Auch wenn sie im Fall der 1993 im Departement Orne verschwundenen Lydie Logé ein weiteres Mal angeklagt ist, ist es aufgrund ihres Alters wahrscheinlich eines der letzten Male gewesen, dass Monique Olivier vor einem Schwurgericht erschien. Die Frau, die dem „Monster der Ardennen“ auf seinem kriminellen und mörderischen Weg zur Seite stand, ist die einzige, die die Geheimnisse des Vergewaltigers und Serienmörders, der im Mai 2021 starb, preisgeben kann.

    Monique Olivier hat zugegeben, dass sie dazu beigetragen hat, Marie-Angèle Domèce und Joanna Parrish durch ihre Anwesenheit im Fahrzeug von Michel Fourniret – sie war bei der Entführung von Marie-Angèle Domèce 1988 im siebten Monat schwanger – Vertrauen bei den Opfern zu erwecken, obwohl sie genau wusste, dass sie in den Tod fahren würden. Sie gab schließlich auch zu, die junge Estelle Mouzin am Tag nach ihrer Entführung mehrere Stunden in einem eiskalten Haus in Ville-sur-Lumes in den Ardennen festgehalten zu haben.

    „Ich weiß nicht“, „Ich kann mich nicht mehr erinnern“, wiederholte ansonsten die Frau ohne Unterlass, die sich selbst als Opfer von Michel Fourniret darstellt, und versicherte, dass der Serienmörder sie „benutzt“ habe. Die Familien Domèce und Mouzin hofften, endlich zu erfahren, wo die sterblichen Überreste der beiden Opfer begraben sind. Nur der nackte, gefolterte Körper der Britin Joanna Parrish wurde am 17. Mai 1990 treibend im Fluss Yonne gefunden.

    Trotz der umfassenden Arbeit der Ermittler und des Gerichts bleiben für die Angehörigen der Opfer noch viele Fragen offen, die ihnen aber wohl niemand mehr wird beantworten können…

  • Prozess: 10.000 Tonnen Müll illegal in gnaz Frankreich verteilt

    Prozess: 10.000 Tonnen Müll illegal in gnaz Frankreich verteilt

    Der Angeklagte soll in Frankreich fast 10.000 Tonnen Abfall illegal entsorgt haben. Der Prozess gegen Johnny Demeter wurde am Montagmorgen, dem 18. Dezember, in Lille eröffnet.

    Seit vier Jahren verschmutzen Hunderte Tonnen Müll und Bauschutt aus Belgien die Böden der ländlichen Gebiete an der Mosel. Sie wurden von Kriminellen dort abgeladen, die auf diese Weise mehr als ein Dutzend französische Gemeinden durch illegale Mülldeponien verschmutzt haben. Seit Montag, dem 18. Dezember, stehen neun Personen in Lille (Nordfrankreich) vor Gericht. 2019 mussten die Bewohner von Rédange (Moselle) mit ansehen, wie mehrere Lastwagen 250 Tonnen Abfall auf einem Privatgrundstück abkippten. „Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, war mir zum Heulen zumute“, gesteht Jessica Dautruche, Mitglied des Kollektivs „J’aime ma forêt“ (Ich liebe meinen Wald), vor der Kamera des Senders France 2.

    Die Müllberge sind immer noch da
    Vier Jahre später sind die Müllberge immer noch da. Um sie entfernen zu lassen, müssten mehr als 200.000 Euro ausgegeben werden. „Die Gemeinde Rédange hat 1.000 Einwohner, da kann man nicht soviel Geld ausgeben…“, kommentiert der Bürgermeister der kleinen Gemeinde, Daniel Cimarelli. Im Zentrum der illegalen Müllentsorgung steht Johnny Demeter. Der aus der Region Paris stammende Mann gab sich als Abfallmakler aus. Bei der Eröffnung des Prozesses in Lille am Montagmorgen hielt er sich bedeckt und sagte nur, dass er alles zutiefst bereue.