Schlagwort: Gesetzgebung

  • Darf eine Bäckerei bald am 1. Mai öffnen? Frankreichs neuer Gesetzesvorstoß sorgt für Debatten

    Darf eine Bäckerei bald am 1. Mai öffnen? Frankreichs neuer Gesetzesvorstoß sorgt für Debatten

    Ein frisches Baguette am 1. Mai? Was nach einer kleinen Selbstverständlichkeit klingt, ist in Frankreich ein Politikum. Ein neuer Gesetzentwurf im französischen Senat könnte es bald ermöglichen, dass Bäckereien und Blumenläden am Tag der Arbeit öffnen dürfen – mit ausdrücklicher Unterstützung der Regierung. Doch was steckt dahinter? Und warum erhitzt ausgerechnet ein Feiertag wie der 1. Mai, der traditionell als fester Ruhetag gilt, die Gemüter so sehr? Ein Gesetz für den Alltag Der Vorstoß kommt von den zentristischen Senatoren Annick Billon (Vendée) und Hervé Marseille, dem Vorsitzenden der Union centriste. Ihr Ziel: Den Arbeitsalltag von Bäckern und Floristen an den Bedürfnissen der Realität ausrichten. Und das, so meinen sie, sei besonders am 1. Mai notwendig. Klingt erstmal harmlos – schließlich gehört der frische Strauß oder das knusprige Croissant für viele Franzosen zur Alltagskultur. Doch die Regelung betrifft nicht nur einen kleinen Kreis von Gewerbetreibenden. Vielmehr steht…

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  • Frankreich gibt der Wissenschaft ein Zuhause: Aix-Marseille wird Zufluchtsort für US-Forscher

    Frankreich gibt der Wissenschaft ein Zuhause: Aix-Marseille wird Zufluchtsort für US-Forscher

    Während in den USA die wissenschaftliche Freiheit zunehmend unter Druck gerät, öffnet Frankreich seine Türen – im wahrsten Sinne des Wortes. Ab Juni empfängt die Universität Aix-Marseille rund 20 amerikanische Forscher, die in ihrer Heimat mit wachsender Repression zu kämpfen haben. Unter dem vielsagenden Namen „Safe Place for Science“ entsteht damit nicht nur ein wissenschaftliches Schutzprogramm, sondern auch ein kraftvolles Statement gegen die Politisierung der Forschung.

    Forscher unter Beschuss Seit Donald Trumps Rückkehr an die Macht hat sich für viele Wissenschaftler in den USA das Klima drastisch verschärft. Besonders betroffen: Forscher in sensiblen Bereichen wie Klimawandel, öffentliche Gesundheit oder Sozialwissenschaften. Berichte über gestrichene Fördermittel, politisch motivierte Entlassungen und sogar gelöschte Forschungsdaten sind keine Seltenheit mehr – ein Albtraum für jede akademische Laufbahn. Einige Betroffene verloren nicht nur ihre Projekte, sondern gleich ihre k…

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  • Stillstand im französischen Parlament: Wenn Gesetze im Stau stehen

    Stillstand im französischen Parlament: Wenn Gesetze im Stau stehen

    Im französischen Parlament herrscht dicke Luft – und das nicht nur wegen politischer Differenzen. Die Assemblée nationale, das Herzstück der französischen Gesetzgebung, steckt fest. Gesetze stauen sich, Debatten ziehen sich endlos hin, und der Eindruck entsteht, als wäre der parlamentarische Motor kurz vor dem Kolbenfresser. Willkommen im „embouteillage législatif“, dem Gesetzesstau. Wenn Mehrheiten wackeln Seit den Parlamentswahlen 2024 ist die Regierung ist auf wechselnde Allianzen mit Gruppen wie dem MoDem, Horizons oder Teilen der Republikaner angewiesen – keine einfache Konstellation. Jeder Koalitionspartner kocht sein eigenes politisches Süppchen, Kompromisse sind mühsam, und der Gesetzgebungsprozess verläuft schleppend. Ein Paradebeispiel dafür: das Budgetgesetz zur Finanzierung der Sozialversicherung 2025. Die Opposition nutzte jede Gelegenheit, um das ursprüngliche Reformpaket – besonders im Bereich der Renten – umzuschreiben. Das Ergebnis: ein Text voller Änderungen und ein S…

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  • Änderung des Rechts auf der Straße? Nein, danke!

    Änderung des Rechts auf der Straße? Nein, danke!

    Es gibt Grundsätze in einer Demokratie, die stehen nicht zur Debatte – selbst wenn die Emotionen überkochen. Gerade deshalb lohnt es sich, einen klaren Blick auf den Fall Marine Le Pen zu werfen. Nicht, um Partei zu ergreifen, sondern um die Frage zu stellen: Dürfen wir unter dem Druck der Straße über rechtsstaatliche Prinzipien verhandeln?

    Ganz sicher nicht.

    Ja, es ist ein valider Punkt, darüber nachzudenken, ob Strafen wie eine politische Unwählbarkeit tatsächlich schon vor dem Abschluss aller Rechtsmittel in Kraft treten sollten. Denn was, wenn sich ein Urteil in zweiter oder dritter Instanz doch als fehlerhaft entpuppt? Dann stünde nicht nur die Person, sondern das ganze Justizsystem beschädigt da – wie ein Haus, dem plötzlich das Fundament fehlt.

    Aber – und das ist entscheidend – ein solch tiefgreifender Eingriff in das französische Straf- und Wahlrecht darf niemals im Schatten eines konkreten Falls entschieden werden. Schon gar nicht, wenn dieser Fall eine so polarisierende Figur wie Marine Le Pen betrifft.

    Denn dann vermischt sich plötzlich das Prinzip mit der Person. Und das ist brandgefährlich.

    Man stelle sich vor: Wir ändern die Spielregeln nicht aus rationaler Überzeugung, sondern weil eine politische Bewegung laut genug schreit. Weil Demonstranten die Plätze der Hauptstadt füllen, weil Parteianhänger Druck machen, weil Parteifunktionäre von einer „Justizverschwörung“ fabulieren. Wollen wir wirklich ein System, das dem Druck der Straße weicht?

    Die Antwort muss lauten: Niemals.

    Rechtsstaatlichkeit bedeutet auch, sich Zeit zu nehmen. Innehalten. Prüfen. Diskutieren – sachlich, ruhig, juristisch fundiert. Nicht mit Megafonen, sondern mit Verstand. Wer jetzt unter dem Eindruck von Le Pens Urteil eine Reform anstößt, läuft Gefahr, das Recht der politischen Opportunität zu opfern.

    Und dann?

    Dann öffnen wir Türen, die besser verschlossen bleiben. Türen, durch die künftig auch andere marschieren könnten – mit weniger demokratischen Absichten, aber dem gleichen Anspruch, die Gesetze im eigenen Sinne zu beugen.

    Die Frage, ob ein Urteil erst nach Ausschöpfung aller Instanzen Wirkung zeigen soll, ist berechtigt. Sie verdient es, diskutiert zu werden. Aber nicht heute, nicht jetzt, und vor allem nicht wegen einer einzigen Person.

    Denn Recht braucht Abstand. Und Haltung.

    Ein Kommentar von M.A.B.

  • Reform des französischen Sexualstrafrechts: Zwischen Symbolpolitik und Rechtsunsicherheit

    Reform des französischen Sexualstrafrechts: Zwischen Symbolpolitik und Rechtsunsicherheit

    Die französische Nationalversammlung hat am 1. April 2025 in erster Lesung eine Gesetzesinitiative verabschiedet, die das Sexualstrafrecht des Landes grundlegend verändern könnte. Der transpartisan eingebrachte Text sieht vor, die Definition von Vergewaltigung und sexueller Gewalt im Strafgesetzbuch um die explizite Voraussetzung der Einwilligung zu erweitern. Der Gesetzesvorschlag gilt als Reaktion auf öffentlichkeitswirksame Strafverfahren wie den „Fall Mazan“ und wird von Teilen der Politik und Zivilgesellschaft als Fortschritt im Kampf gegen sexualisierte Gewalt gefeiert. Doch nicht alle sind überzeugt – Juristen, Abgeordnete und Feministinnen äußern erhebliche Bedenken. Eine neue Definition sexueller Gewalt Bislang definierte das französische Strafrecht Vergewaltigung als sexuellen Akt unter Anwendung von „Gewalt, Drohung, Nötigung oder Überrumpelung“. Die neue Gesetzesinitiative würde diese Kriterien nicht ersetzen, sondern ergänzen: Künftig soll jeder sexuelle Akt ohne ausdrückl…

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  • Kampf um saubere Luft: Frankreich diskutiert über die Abschaffung der Umweltzonen

    Kampf um saubere Luft: Frankreich diskutiert über die Abschaffung der Umweltzonen

    Die Entscheidung schlug ein wie ein Blitz: Am 26. März 2025 hat die Sonderkommission der französischen Nationalversammlung für die Abschaffung der sogenannten ZFE – also der städtischen Umweltzonen – gestimmt. Diese Zonen sollten eigentlich helfen, die Luftverschmutzung in den Städten zu reduzieren, indem sie besonders schmutzige Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen. Und jetzt? Alles steht wieder zur Debatte. Politik kontra Umwelt – oder umgekehrt? Die Gegner der ZFE kommen vor allem aus dem Lager der Rechten und des Rassemblement National. Ihr Hauptargument: Die Umweltzonen treffen die Falschen – nämlich Menschen mit kleinem Geldbeutel. Wer sich kein modernes Auto leisten kann, wird regelrecht ausgesperrt. Der republikanische Abgeordnete Ian Boucard bringt es auf den Punkt: Die ZFE „verschärfen soziale Ungleichheiten“. Denn während Besserverdiener sich bequem einen Elektroflitzer zulegen können, stehen Geringverdiener oft vor der Wahl: entweder tief in die Tasche greifen oder Bus und Bahn…

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  • Frankreich rehabilitiert Frauen, die vor 1975 wegen Abtreibung verurteilt wurden

    Frankreich rehabilitiert Frauen, die vor 1975 wegen Abtreibung verurteilt wurden

    Ein halbes Jahrhundert nach der historischen Legalisierung der Abtreibung hat der französische Senat am 20. März ein starkes Zeichen gesetzt: Frauen, die vor der Einführung der sogenannten Loi Veil im Jahr 1975 wegen eines Schwangerschaftsabbruchs verurteilt wurden, sollen offiziell rehabilitiert werden. Und nicht nur sie – auch jene, die ihnen damals geholfen haben. Das ist mehr als nur ein juristischer Akt. Es ist eine symbolische Anerkennung jahrzehntelangen Leids, das viele Frauen still ertragen haben – beschämt, verschwiegen, vergessen. Diese neue Gesetzesinitiative ist eine Art späte Wiedergutmachung für eine Zeit, in der weibliche Selbstbestimmung strafbar war. Ein einstimmiger Senat – selten genug Das Gesetzesvorhaben stammt aus den Reihen der sozialistischen Fraktion, initiiert von Laurence Rossignol, einst Ministerin für Frauenrechte. Unterstützt wurde es von der Regierung – und es wurde einstimmig angenommen. Eine politische Einigkeit, die man nicht alle Tage erlebt. In den …

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  • Einschränkung von Sozialleistungen für Ausländer: „Ein gefährlicher Bruch mit dem Sozialmodell“

    Einschränkung von Sozialleistungen für Ausländer: „Ein gefährlicher Bruch mit dem Sozialmodell“

    Eine geplante Gesetzesänderung sorgt in Frankreich für heftige Diskussionen. Der Senat hat eine Vorlage der konservativen Partei Les Républicains angenommen, die den Zugang zu bestimmten Sozialleistungen für Ausländer einschränken soll. Konkret sollen Menschen ohne französische Staatsbürgerschaft erst nach einer Aufenthaltsdauer von mindestens zwei Jahren Anspruch auf Leistungen wie Wohnbeihilfe (APL), Familienbeihilfe oder die Unterstützung für ältere Menschen (APA) haben. Die Organisation Médecins du Monde warnt eindringlich vor den Folgen. Sie sieht in dem Vorstoß eine „getarnte nationale Bevorzugung“ und eine „schwerwiegende Bedrohung des französischen Sozialmodells“. Eine grundlegende Veränderung des Sozialstaats Matthias Thibeaud, Experte für Gesundheitsrechte bei Médecins du Monde, erklärt, dass bereits heute einige Sozialleistungen – etwa das Arbeitslosengeld RSA oder die Aktivitätsprämie – an einen legalen Aufenthalt geknüpft sind. Diese Regelung sei jedoch mit der Integration…

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  • Frankreich: Senat will Frauen rehabilitieren, die vor 1975 illegal abgetrieben haben

    Frankreich: Senat will Frauen rehabilitieren, die vor 1975 illegal abgetrieben haben

    Fast 50 Jahre nach der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in Frankreich steht eine historische Entscheidung bevor: Der französische Senat wird am 20. März über eine Gesetzesvorlage abstimmen, die Frauen rehabilitieren soll, die vor 1975 wegen illegaler Abtreibung verurteilt wurden. Ein längst überfälliger Schritt Bis zur Einführung des Loi Veil 1975 – benannt nach der damaligen Gesundheitsministerin Simone Veil – war der Schwangerschaftsabbruch in Frankreich verboten und strafbar. Unzählige Frauen wurden damals verurteilt, weil sie eine illegale Abtreibung durchführen ließen oder anderen dabei halfen. Viele mussten gefährliche, oft lebensbedrohliche Eingriffe in Kauf nehmen. Nun soll das französische Parlament diese Vergangenheit offiziell aufarbeiten. Die ehemalige Frauenrechtsministerin Laurence Rossignol, die die Gesetzesinitiative eingebracht hat, erklärte: „Es ist an der Zeit, dass die Scham den Platz wechselt – nicht die Frauen, sondern die damalige Gesetzgebung war krimi…

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  • Frankreich: Kommt eine neue gesetzliche Definition von Vergewaltigung?

    Frankreich: Kommt eine neue gesetzliche Definition von Vergewaltigung?

    Die französische Nationalversammlung wird Ende März über eine Gesetzesänderung beraten, die den Begriff der Vergewaltigung klarer definieren soll. Kernpunkt der Reform: Der Begriff des Einverständnisses (Consentement) soll ausdrücklich in das Strafrecht aufgenommen werden. Für Opferverbände ein längst überfälliger Schritt – für Kritiker eine rechtliche Gratwanderung. Was soll sich ändern? Bislang definiert das französische Strafrecht eine Vergewaltigung als sexuellen Akt unter Anwendung von Gewalt, Zwang, Drohung oder Überraschung. Das Problem: Fehlt eine dieser Voraussetzungen, kann ein Täter straffrei ausgehen – selbst wenn das Opfer eindeutig keinen Sex wollte. Die neue Gesetzesvorlage, eingebracht von den Abgeordneten Véronique Riotton (Ensemble) und Marie-Charlotte Garin (Écologiste), will diese Lücke schließen. Demnach gilt künftig:

    Einverständnis muss aktiv und freiwillig gegeben werden. Schweigen oder fehlender Widerstand sind kein Zeichen der Zustimmung. Das Einverständnis ka…

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