Schlagwort: Einzelhandel

  • Frankreich gegen Shein: Warum die Mode-Plattform jetzt am Pranger steht

    Frankreich gegen Shein: Warum die Mode-Plattform jetzt am Pranger steht

    Der Fall ist explosiv – und weit mehr als nur ein Streit um Online-Shopping. Die französische Regierung hat ein Verfahren gegen Shein eingeleitet, einen der mächtigsten Player im globalen Fast-Fashion-Geschäft. Der Vorwurf: Der Konzern verbreite verbotene Produkte auf seiner Plattform – darunter sogar sexuell konnotierte Puppen mit kindlichem Aussehen und gefährliche Waffen. Doch hinter dem Skandal steckt ein viel tiefer liegender Konflikt. Es geht um das digitale Machtgefüge, um Verbraucherschutz, um europäische Standards – und nicht zuletzt um die Zukunft der Modeindustrie. Ein Tabubruch auf offener Bühne Am 5. November 2025 verkündete Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu einen ungewöhnlich scharfen Schritt: Die Plattform Shein solle auf dem französischen Markt „suspendiert“ werden. Die Begründung? Auf der Marketplace-Sektion – also dem Bereich, in dem Drittanbieter ihre Produkte über Shein vertreiben – wurden Artikel gefunden, die laut französischem Recht klar illegal sind….

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  • Landleben ohne Laden? Wie Dörfer dem Verschwinden ihrer Geschäfte trotzen können

    Landleben ohne Laden? Wie Dörfer dem Verschwinden ihrer Geschäfte trotzen können

    Manche Verluste geschehen leise – bis man merkt, was fehlt. In Frankreichs ländlichen Gemeinden sind es die kleinen Läden, die nach und nach verschwinden. Bäckerei, Lebensmittelladen, Tabac-Presse – sie schließen, und oft bleibt nichts zurück als ein leerstehendes Schaufenster und ein langes Gesicht im Dorf. Doch was genau steckt hinter diesem Rückzug? Und vor allem: Gibt es einen Weg zurück – oder besser: nach vorn? Der schleichende Rückzug des Dorfladens Die Zahlen sind deutlich: In 59 Prozent der ländlichen Gemeinden Frankreichs gibt es keinen einzigen Laden mehr. Die Hälfte der Bewohner dieser Orte muss bereits mehrere Kilometer fahren, um frisches Brot oder Milch zu kaufen. Dieser Verlust ist keine Momentaufnahme, sondern das Ergebnis eines langfristigen Trends. Zwischen 1993 und 2007 schrumpfte die Zahl der kleinen Lebensmittelläden drastisch – und auch wenn sich die Entwicklung verlangsamt hat, ist der Rückgang keineswegs gestoppt. Besonders Gemeinden mit weniger als 2.500 Einwo…

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  • 10.000 Euro für ein Stück Dorfseele: Courgains kämpft um seine letzte Metzgerei

    10.000 Euro für ein Stück Dorfseele: Courgains kämpft um seine letzte Metzgerei

    Im Norden des Départements Sarthe steht ein Dorf von 600 Einwohnern vor einer schlichten, aber existenziellen Frage: Wer übernimmt die letzte Boucherie-Charcuterie-Traiteur – und hält damit ein Stück Alltag am Laufen? Courgains setzt dafür eine ungewöhnliche Marke. Die Kommune lobt 10.000 Euro aus, damit ein Profi die Türen der Metzgerei weiter offenhält. Kein PR-Gag, sondern bitterer Ernst. Didier Lallier, seit 36 Jahren der Metzger des Ortes, plant seinen Ruhestand im November 2025. Drei Jahre lang suchte er vergeblich nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger. Ohne Erfolg. Das Dorf schaut jetzt nicht länger zu, wie ein zentraler Baustein lokaler Versorgung ins Wanken gerät. Bürgermeister Patrick Manuel zieht die Reißleine und verspricht eine einmalige Prämie für jene Person, die den Laden weiterführt. Eine klare Ansage – und ein Wagnis für den Gemeindehaushalt. Warum all der Aufwand? Weil eine Metzgerei in einem ländlichen Mikrokosmos viel mehr ist als ein Verkaufsraum. Sie ist …

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  • Fast Fashion aus Fernost: Droht nun das Aus für Billigimporte?

    Fast Fashion aus Fernost: Droht nun das Aus für Billigimporte?

    Der französische Markt wird derzeit von einer Welle günstiger Kleinstsendungen aus China überschwemmt. Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress bringen jeden Tag Tausende Pakete ins Land – meist unterhalb der Zollfreigrenze von 150 Euro. Diese Entwicklung ruft nicht nur heimische Einzelhändler auf den Plan, sondern auch die Politik. Doch was steckt hinter dem Vorstoß, diese kleinen Pakete zu besteuern? Billigmode auf Kosten der Fairness Yann Rivoallan, Präsident der Fédération française du prêt-à-porter féminin (FFPAPF), bringt es auf den Punkt: „Das ist nur Show.“ Er meint die Pläne, kleine Warensendungen aus China zu besteuern. Seiner Meinung nach wird dies kaum etwas ändern, solange Anbieter wie Shein weiterhin in der Lage sind, ihre Waren zu Spottpreisen auf den europäischen Markt zu schleusen. Für ihn ist das Ganze ein reines Feigenblatt. Rivoallan geht noch weiter: Er kritisiert nicht nur die ökonomischen Folgen dieser Importe, sondern auch die sozialen und ökologischen – von d…

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  • Arras kämpft um sein Herz – Wie eine Stadt ihr Zentrum lebendig halten will

    Arras kämpft um sein Herz – Wie eine Stadt ihr Zentrum lebendig halten will

    Der Charme von Arras liegt nicht nur in seinen prachtvollen flämischen Fassaden und historischen Plätzen – sondern auch in seinem lebendigen Zentrum. Doch wie viele mittelgroße Städte in Frankreich steht auch Arras vor einer harten Realität: dem täglichen Kampf der lokalen Händler um Kundschaft, Präsenz und wirtschaftliches Überleben.

    Fortschritt ja – aber gebremst

    Seit 2016 unternimmt die Stadt große Anstrengungen, um ihren Stadtkern zu revitalisieren. Unterstützt durch das nationale Programm „Action cœur de ville“, wurden bis 2020 23 Gebäude renoviert, 43 Wohnungen geschaffen und 56 neue Geschäfte eröffnet. Die Leerstandsquote sank deutlich – von 22 Prozent im Jahr 2016 auf 9 Prozent nur vier Jahre später. Klingt nach Erfolg, oder?

    Doch wer durch die Gassen von Arras schlendert, spürt: Die Herausforderungen bleiben. Die Konkurrenz durch Einkaufszentren am Stadtrand und der Onlinehandel machen vielen kleinen Läden schwer zu schaffen. Hinzu kommen die Spätfolgen der Corona-Pandemie – mit erschöpften Rücklagen und verändertem Kaufverhalten der Bürger.

    Lokale Antworten auf globale Probleme

    Die Stadt hat reagiert: Eine eigene Anlaufstelle für Geschäftsleute unterstützt bei Fassadenrenovierungen, Geschäftseröffnungen und konkreten Finanzhilfen. Dazu kommen Studien, die den Bedarf in einzelnen Vierteln ermitteln – um Leerstand gezielter zu bekämpfen.

    Doch damit nicht genug. Arras setzt auf Partnerschaften – etwa mit der URSSAF oder dem Handelsgericht – um frühzeitig eingreifen zu können, wenn Unternehmen ins Schlingern geraten. Es geht um Prävention, nicht bloß um Schadensbegrenzung.

    Kultur trifft Kaufkraft

    Die Stadt denkt dabei über das rein Wirtschaftliche hinaus. Mit Pop-up-Stores, Straßenfesten und einer gezielten Förderung des lokalen Handwerks wird das Zentrum zum Erlebnisort. Denn ein belebter Stadtkern braucht mehr als Schaufenster – er braucht Atmosphäre.

    Auch Nachhaltigkeit spielt eine Rolle: Mehr Fahrradwege, bessere Busverbindungen und eine Aufwertung des öffentlichen Raums sollen den Zugang erleichtern und die Innenstadt langfristig stärken. Denn was nützt das schönste Schaufenster, wenn niemand daran vorbeigeht?

    Ein Modell mit Vorbildfunktion?

    Arras ist bei weitem kein Einzelfall. Städte wie Pau, Bourges oder Laval kämpfen mit ähnlichen Problemen – und könnten von den Ansätzen in Arras lernen. Denn klar ist: Wer Innenstadtentwicklung nur mit Beton und Parkplätzen denkt, greift zu kurz. Es braucht ein ganzheitliches Konzept – sozial, wirtschaftlich und kulturell.

    Die Händler in Arras wünschen sich vor allem eines: eine verlässliche Perspektive. Wer einen Laden führt, braucht Planungssicherheit – und eine Stadt, die an die eigene Zukunft glaubt. Mit gezielter Unterstützung, klugen Investitionen und dem Mut, neue Wege zu gehen, kann das gelingen.

    Und was bleibt?

    Arras zeigt, dass man gegen Leerstand, Onlinehandel und Passivität ankommen kann – wenn man früh genug anfängt und konsequent bleibt. Doch die Balance bleibt empfindlich. Der kleinste Rückschritt, und der Weg nach vorne wird steinig.

    Vielleicht ist genau das die eigentliche Herausforderung: Nicht nur das Zentrum zu renovieren – sondern seine Seele lebendig zu halten.

    Von M.A.B.

  • Kaufkraft der Senioren: Wie die ältere Generation den Konsum ankurbelt

    Kaufkraft der Senioren: Wie die ältere Generation den Konsum ankurbelt

    Die Kaufkraft in Frankreich hat 2024 eine überraschende Wendung genommen. Eine Studie des BPCE enthüllt, dass vor allem die Generation 55+ maßgeblich zum Aufschwung beigetragen hat. Doch was steckt wirklich hinter diesen Zahlen?

    Ein Comeback des Konsums Nach den neuesten Projektionen der Banque de France wuchs der Konsum 2024 um 0,8 %. Das klingt zunächst unspektakulär, ist aber nach den turbulenten Jahren von Inflation und Krisen ein positives Zeichen. Besonders bemerkenswert: Senioren über 64 legten bei ihren Ausgaben um satte 8 % zu, während die Generation 55-64 ein Plus von 6 % verzeichnete. Zum Vergleich: Bei den unter 35-Jährigen stagnierte der Konsum mit nur 0,5 %. Was bedeutet das? Ganz einfach: Ältere Konsumenten sind die neuen Zugpferde der Wirtschaft.

    Der Blick ins Einkaufsverhalten Die BPCE-Studie basiert auf anonymisierten Daten von 20 Millionen Bankkarten. Statt abstrakter Theorien liefert sie greifbare Fakten zu den Konsumgewohnheiten. Dabei zeigt sich: Senioren invest…

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  • OTERA in Nizza: Transparenz als Schlüssel für den Erfolg

    OTERA in Nizza: Transparenz als Schlüssel für den Erfolg

    In Nizza gibt es seit einiger Zeit einen Laden, der das Prinzip der Preistransparenz auf die Spitze treibt – und das Konzept kommt hervorragend an. OTERA, ein Supermarkt, der vor allem auf Produkte aus der Region setzt, sorgt bei den Kunden für Vertrauen, indem er offenlegt, wie sich die Preise zusammensetzen. Keine versteckten Kosten, keine undurchsichtigen Margen – hier weiß man genau, wohin jeder Cent fließt. Aber was macht diese Herangehensweise so besonders, und warum scheint sie bei den Verbrauchern einen Nerv zu treffen? Ein Beispiel, das Schule machen könnte OTERA in Nizza zeigt deutlich, dass Transparenz kein bloßes Schlagwort ist, sondern tatsächlich Mehrwert bietet. Der Supermarkt verzichtet bewusst auf Zwischenhändler und Zentraleinkäufer – 60 % der Waren stammen direkt aus der Region und kommen ohne Umwege auf die Regale. Dadurch profitieren die Landwirte, und die Kunden haben das Gefühl, dass sie mit ihrem Einkauf direkt die lokalen Produzenten unterstützen. Ein Beispiel …

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  • Zwischen Tradition und Moderne: Die Einkaufskultur in Frankreich im Zeitalter des Internets

    Zwischen Tradition und Moderne: Die Einkaufskultur in Frankreich im Zeitalter des Internets

    Leserfrage: Gibt es in Frankreich auch den Internethype alles im Netz zu bestellen? Oder ist die Einkaufskultur immer noch regional?

    In einer Welt, die zunehmend von der digitalen Revolution geprägt wird, steht auch die charmante und traditionsreiche Einkaufskultur Frankreichs vor einem Dilemma: Soll sie sich dem unaufhaltsamen Zug des Online-Handels anschließen oder an ihren regionalen und lokalen Traditionen festhalten? Die Antwort ist so komplex und nuanciert wie Frankreich selbst. Einerseit…

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  • Frankreich: Es gibt immer mehr Geschäfte mit „freien Preisen“

    Frankreich: Es gibt immer mehr Geschäfte mit „freien Preisen“

    In immer mehr Boutiquen und Geschäften in Frankreich liegt der Preis der Produkte im Ermessen der Verbraucher. In anderen vereinbaren Verkäufer und Käufer einen Preis im Vergleich mit Online-Preisen. Alternative Handelsformen, die in einem inflationären Umfeld immer attraktiver werden.

    In einem Baumarkt in Brest (Departement Finistère) sind an den Produkten keine Preise mehr angeschrieben. Hier einigen sich Verkäufer und Käufer auf einen Preis, nachdem sie Vergleiche mit demselben Produkt im Internet angestellt haben. Die hier verkauften Materialien stammen meist aus Spenden von Privatpersonen, aus unverkauften Waren großer Handelsketten oder von Baustellen. Eine attraktive Initiative inmitten einer zeit der Inflation.

    Ein solidarisches System, das auch für Geringverdiener zugänglich ist.
    „Was wir verdienen müssen, sind sowohl die Kosten für die Akquise, Transportkosten als auch das Personal, das sortieren und verkaufen muss“, erklärt Jeanne La Prairie, Entwicklungsbeauftragte des Ladens „La réserve des matériaux“ das innovative System auf dem Sender France 2. Ein ähnliches Preissystem gibt es inzwischen auch in Bäckereien. In Rennes (Departement Ille-et-Vilaine) etwa wird das Brot zum Beispiel in drei Preisstufen angeboten. Eine Möglichkeit, auch Menschen mit geringen Mitteln das Einkaufen zu ermöglichen.

  • Inflation: „Keine signifikante Preissenkung vor März 2024“ – sagt der Chef der Système-U-Geschäfte

    Inflation: „Keine signifikante Preissenkung vor März 2024“ – sagt der Chef der Système-U-Geschäfte

    Dominique Schelcher, Vorstandsvorsitzender der Einzelhandelsgruppe Système U, zeigt sich erfreut über die derzeitige Stabilisierung der Preise im Lebensmittelsektor. Obwohl er für den Herbst attraktive Sonderangebote in den Regalen seiner Geschäfte ankündigt, sagt er einen deutlichen Preisrückgang erst für März nächsten Jahres voraus, wenn die nächsten Verhandlungen zwischen Einzelhändlern und Lieferanten abgeschlossen sind.

    Der Höhepunkt der Inflation scheint in Frankreich überwunden zu sein und das Preisniveau könnte sich zum Besseren wenden. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Preise von vor der Ukraine-Krise jemals wieder erreicht werden, sondern dass eine gewisse Anzahl von Preisen mit der günstigen Entwicklung der Rohstoffpreise sinken wird.

    Allerdings werden die Lebensmittelpreise nicht vor den nächsten Verhandlungen des Einzelhandels mit den Herstellern, die zwischen dem 1. Dezember und dem 28. Februar 2024 angesetzt sind, deutlich fallen. Mit anderen Worten: nicht vor März 2024.

    Dominique Schelcher fordert, dass die französische Regierung dem Einzelhandel erlauben sollte, das ganze Jahr über die Preise mit den Herstellern zu verhandeln. Bisher finden diese Verhandlungen in Frankreich nur im Frühjahr und Herbst statt.

    In diesem Zusammenhang bedauert der Chef der Système-U-Supermärkte, dass Industrie und Hersteller den Franzosen in der Zeit der Inflation nicht mehr geholfen haben. Preissenkungen der Energie und Rohstoffe würden nicht rasch genug und in zu geringem Umfang an die Verbraucher weitergegeben.

    Kunden sollten ab Herbst aufmerksam auf die Preisetiketten in den Regalen achten. Der Einzelhandel rechnet damit, dass es zu Beginn des Herbstes Preissenkungen geben wird, insbesondere bei den entsprechenden Eigenmarken. Und manche Hersteller, die ihre Preise nicht dauerhaft senken, aber dennoch schon Sonderangebote angekündigt.

    Im Herbst kommt also eine gute Zeit auf Schnäppchenjäger zu.