Kostenlos Bus und Bahn fahren? Donnerwetter, die Politik hat das Denken entdeckt!

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Warum muss eigentlich erst der Spritpreis explodieren, bevor Politiker auf Ideen kommen, die anderswo längst funktionieren? Valenciennes macht den öffentlichen Nahverkehr kostenlos. Eine vernünftige Entscheidung – mit einer geradezu peinlichen Verspätung.

Da muss man doch wirklich zweimal hinschauen! Im nordfranzösischen Valenciennes dürfen die Menschen seit dem 1. Oktober kostenlos Bus und Straßenbahn fahren. Drei Monate lang. Einfach so! Weil Benzin und Diesel teuer geworden sind und die Bürger finanziell entlastet werden sollen.

JA, POTZBLITZ! GEHT DOCH!

Aber Moment mal: Warum braucht es dafür eigentlich eine Krise? Warum müssen die Preise an den Tankstellen erst durch die Decke schießen, bevor jemand im Rathaus auf die revolutionäre Idee kommt, dass öffentlicher Nahverkehr vielleicht tatsächlich öffentlich und für alle zugänglich sein sollte?

Und jetzt halten Sie sich fest: Die Idee ist nicht einmal neu!

Andere machen es längst vor

Dunkerque hat seine Busse bereits 2018 kostenlos gemacht. Montpellier folgte 2023 für seine Einwohner. Auch in Calais, im Douaisis und seit Anfang 2026 im Großraum Lens gibt es entsprechende Modelle.

Und trotzdem tut man in Valenciennes beinahe so, als hätte man gerade das Rad erfunden. Dabei hat man lediglich beschlossen, es drei Monate lang ohne Fahrschein rollen zu lassen!

Besonders bemerkenswert: Ein konservativer und ein kommunistischer Kommunalpolitiker haben sich auf die Maßnahme verständigt. Rechts und links arbeiten zusammen, weil es den Menschen hilft.

UNFASSBAR! POLITIKER LÖSEN EIN PROBLEM, STATT SICH GEGENSEITIG ZU ERKLÄREN, WARUM ES UNLÖSBAR IST!

Vielleicht sollte man dieses Verfahren patentieren lassen.

700.000 Euro? Und was kostet der Stillstand?

Rund 700.000 Euro soll die Aktion kosten. Natürlich werden jetzt die üblichen Bedenkenträger nervös. Wer soll das bezahlen? Wo kommt das Geld her? Und überhaupt: Was, wenn die Bürger plötzlich tatsächlich Bus fahren?

Ja, öffentlicher Verkehr kostet Geld. Überraschung! Straßen kosten ebenfalls Geld. Parkplätze auch. Staus verursachen wirtschaftliche Schäden. Aber sobald jemand vorschlägt, Busfahrten kostenlos anzubieten, wird plötzlich jeder Kommunalpolitiker zum obersten Rechnungshofpräsidenten.

Dabei geht es nicht nur um Klimaschutz. Es geht um soziale Teilhabe, um Kaufkraft und um Menschen, die sich jeden Euro zweimal überlegen müssen.

Kostenlos allein reicht allerdings nicht

Natürlich wird ein kostenloser Bus niemanden überzeugen, wenn er nur zweimal täglich fährt und die nächste Haltestelle fünf Kilometer entfernt liegt. Wer die Menschen aus ihren Autos holen will, braucht verlässliche Verbindungen, vernünftige Fahrpläne und ein attraktives Angebot.

Aber genau deshalb ist die Entscheidung von Valenciennes interessant: Man probiert etwas aus, statt jahrelang Gutachten darüber schreiben zu lassen, warum es möglicherweise nicht funktionieren könnte.

Und dann kommt der eigentliche Irrsinn: Am 31. Dezember ist erst einmal Schluss. Danach sollen die Ergebnisse ausgewertet werden.

DREI MONATE VERNUNFT AUF PROBE! UND ANSCHLIESSEND WIEDER ZURÜCK ZUM FAHRKARTENAUTOMATEN?

Vielleicht entdecken die Verantwortlichen ja, dass gute Verkehrspolitik nicht erst beginnen sollte, wenn eine Krise die Bürger an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten bringt.

Denn die entscheidende Frage lautet nicht, warum Valenciennes seine Busse kostenlos macht.

SONDERN WARUM ANDERE STÄDTE NOCH IMMER SO TUN, ALS WÄRE DAS EINE VÖLLIG VERRÜCKTE IDEE!

Daniel Ivers

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