Kommentar: Vom Untergang des Tankwarts keine Spur – Plötzlich schafft die Elektromobilität neue Arbeitsplätze

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Manchmal schreibt die Wirklichkeit die schönsten Satiren selbst. Jahrelang wurde uns erzählt, die Elektromobilität vernichte Arbeitsplätze, mache ganze Branchen überflüssig und führe direkt in den wirtschaftlichen Abgrund. Und jetzt? Ausgerechnet an den Ladesäulen entstehen neue Berufe – Tätigkeiten, die vor wenigen Monaten kaum jemand auf dem Schirm hatte. Das ist schon fast tragikomisch.

Da stehen sie nun, die sogenannten Bornisten, helfen verzweifelten Fahrern beim Laden, erklären Apps, lösen technische Probleme und sorgen dafür, dass die Reise weitergeht. Ein neuer Beruf für eine neue Zeit. Dumm nur, dass dieses Bild so gar nicht in das Drehbuch der ewigen Untergangspropheten passt.

Natürlich wird es Menschen geben, die trotzdem behaupten, das seien „keine richtigen Jobs“. Wahrscheinlich fehlen ihnen der Geruch von Diesel, ölverschmierte Hände und eine Zapfpistole in der Hand. Denn für manche scheint Fortschritt nur dann akzeptabel zu sein, wenn er aussieht wie 1985. Alles andere? Teufelszeug.

Dabei wiederholt sich lediglich, was die Geschichte seit Jahrhunderten zeigt. Technischer Fortschritt lässt Berufe verschwinden – und schafft gleichzeitig neue. So war es bei der Industrialisierung, beim Computer, beim Internet und jetzt eben bei der Elektromobilität. Wer ernsthaft geglaubt hat, eine neue Technologie käme ganz ohne neue Aufgaben und neue Arbeitsplätze aus, hat entweder die Geschichte ignoriert oder wollte sie nie verstehen.

Die eigentliche Pointe liegt jedoch woanders: Dieselben Stimmen, die ständig mehr Innovation fordern, empören sich, sobald Innovation tatsächlich vor der eigenen Haustür ankommt. Dann wird plötzlich jeder neue Beruf klein geredet, jede Veränderung zum Weltuntergang erklärt und jede positive Entwicklung reflexartig schlechtgemacht. Sarkasmus könnte diese Widersprüche kaum besser schreiben.

Die Zukunft hält sich eben nicht an ideologische Wunschzettel. Sie rollt leise heran, steckt den Ladestecker ein und schafft dabei ganz nebenbei Arbeitsplätze, mit denen gestern noch niemand gerechnet hat. Das mag manchen ärgern – ändern wird es den Lauf der Dinge nicht.

Andreas M. B.

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