Emmanuel Macron hatte Anfang November angekündigt, dass Frankreich den Bau von neuen Reaktoren in Angriff nehmen wolle, doch seitdem wurden keine Einzelheiten zu diesem Vorhaben genannt.
Zwei Monate nach den Ankündigungen des Präsidenten gibt es langsam etwas mehr Klarheit. Die neuen Atomreaktoren, die Frankreich bauen will, könnten 2023 zur Genehmigung eingereicht werden, um 2035-2037 in Betrieb genommen zu werden, wie Bérangère Abba, Staatssekretärin im Ministerium für den ökologischen Übergang, am Donnerstag, dem 6. Januar im Senat mitteilte.
Es würde sich „um EPR2-Reaktoren handeln, ein Modell, das im Vergleich zu den Erfahrungen mit den vorherigen EPRs verbessert wurde“, sagte sie anlässlich einer Debatte mit Senatoren über die Sicherheit der Atomenergie.
„Wir stellen uns einen Zeitplan für die Einreichung der Unterlagen um das Jahr 2023 vor, damit sie 2035-2037 in Betrieb gehen zu können.“
Emmanuel Macron hatte Anfang November angekündigt, dass Frankreich rund 20 Jahre nach der I…
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Für die einen ist es ein Unding, für die anderen eine Geschäftsstrategie: Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa wird 18.000 Flugzeuge ohne Passagiere fliegen lassen.
Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa wird leere Flugzeuge ohne einen einzigen Passagier fliegen lassen. Es werden 18.000 Flüge durchgeführt, die als unnötig erachtet werden. Das Ziel? Ihre wertvollen Flugslots nicht zu verlieren. Das sind Start- und Lande-Slots, die an Flughäfen vergeben werden. „Wir werden gezwungen sein, diese Flüge durchzuführen, weil die Start- und Landerechte für eine Fluggesellschaft so wichtig sind. Sie sind von essentieller Bedeutung, um unser Netzwerk für die Zukunft zu sichern“, berichtet Maaike Andries, Sprecherin von Brussels Airlines, einer Tochter der deutschen Lufthansa.
Vor Covid verlangten die europäischen Vorschriften, dass 80% der Flüge eines Flugslots durchgeführt werden mussten, um diesen nicht zu verlieren. Diese Maßnahme wurde während der Covid-Krise mehrere Monate lang ausgesetzt, um die Fluggesellschaften zu entlasten. Nun verlangt Brüssel erneut, dass 50% der Flugrechte genutzt werden müssen, unabhängig von der Zahl der Reservierungen. Die belgische Regierung will nun versuchen, das europäische Gesetz zu ändern. „Das ist ökonomischer, ökologischer und auch sozialer Unsinn“, äussert sich George Gilkinet, belgischer Minister für Mobilität und Transport.
Brüssel plant, Gas und Atomenergie mit dem Label „grüne Energie“ zu versehen, was Investitionen in diese Energien fördern und die schnellere Erreichung der CO2-Neutralität ermöglichen könnte.
Sind Gas- und Atomkraftwerke gut für das Klima? Das ist eine sehr umstrittene Entscheidung, die die Europäische Kommission nun zur Abstimmung stellen will. Die Kommission schlägt vor, Gas- und Atomkraftwerke als Energieträger einzustufen, die zum Klimaschutz beitragen, eine Position, die von Frankreich vertreten wird. Pascal Canfin, Vorsitzender des Umweltausschusses im Europäischen Parlament, sagte: „Wir brauchen alle kohlenstofffreien Energien, um die globale Erwärmung zu bekämpfen“.
Anti-Atomkraft-Länder lehnen sich gegen den Vorschlag auf. Mithilfe dieses Labels würden Investoren ermutigt, ihr Geld in Gas und Atomkraft zu investieren. Doch einige Anti-Atomkraft-Länder wie Deutschland, Österreich und Luxemburg kritisieren den Vorschlag Brüssels als „Provokation“. „Wir können nicht sagen, dass Atomkraft eine nachhaltige Energie ist. Wir sollten kein Geld für neue nukleare Verrücktheiten investieren“, stellt der Europaabgeordnete Damien Carème fest. Um die Maßnahme zu stoppen, müssten sich 20 EU-Mitgliedsländer dagegen aussprechen.
In Frankreich wird sich der Alltag der Autofahrer im Jahr 2022 ändern. Es werden mehrere Maßnahmen umgesetzt.
Ökologischer Malus, Gewichtssteuer für Fahrzeuge, Erhöhung der Mautgebühren… Mehrere neue Maßnahmen erwarten die Autofahrer im Jahr 2022. Die Boni, insbesondere für den Kauf von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen, werden allerdings auch beibehalten.
In diesem Jahr steigt der „ökologische Malus“ und kann einen Autofahrer, der ein umweltschädliches Modell gekauft hat, bis zu 40.000 Euro Strafsteuer kosten. Diese Maßnahme betrifft insbesondere Geländewagen und Sportwagen. Der ökologische Malus wird ab einem CO2-Ausstoß von 128 g pro Kilometer ausgelöst. Zum Beispiel wird der Kauf eines Dacia Duster mit Benzinmotor mit 330 Euro berechnet, was einer Erhöhung der Steuer um 100 Euro entspricht.
Im Jahr 2023 wird der ökologische Malus erneut erhöht und soll dann bis zu 50.000 Euro betragen.
Eine gewichtsabhängige Kfz-Steuer betrifft in diesem Jahr zunächst nur Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 1,8 Tonnen, wobei für jedes zusätzliche Kilogramm 10 Euro fällig werden. Diese neue Besteuerung gilt jedoch nicht für Plug-in-Hybrid- und Elektroautos. Für Familien mit mehr als drei Kindern ist ebenfalls ein Abschlag vorgesehen.
Erhöhung der Mautgebühren
Am Freitag, 3. Dezember, bestätigte das Verkehrsministerium eine Erhöhung der Mautgebühren für Autobahnen im Jahr 2022 um durchschnittlich 2% auf dem gesamten gebührenpflichtigen nationalen Autobahnnetz.
Die Boni
Käufer von Elektrofahrzeugen erhalten weiterhin einen Bonus in Höhe von 6.000 Euro. Eigentlich sollte er im Juli auf 5.000 Euro gesenkt werden, doch die Frist wurde verschoben. Eine gute Nachricht auch für Käufer von Plug-in-Hybridfahrzeugen, für die weiterhin einen Zuschuss von 1.000 erhalten. Dieser soll jedoch im nächsten Sommer abgeschafft werden.
Die Versicherungsprämien werden 2022 voraussichtlich nicht steigen. Ausserdem soll der Einbau eines Geschwindigkeitsbegrenzers in neue Modelle ab diesem Jahr Pflicht werden.
In den nächsten Tagen werden in mehreren französischen Städten Lautstärke-Messgeräte aufgestellt, die den Lärm von Motorrädern messen sollen. Das allererste wird am Dienstag, 4. Januar, im Departement Yvelines in Betrieb genommen. Die ersten Strafzettel mit 135 € Bußgeld sollen im Laufe des Jahres ausgestellt werden.
Wer hat sich nicht schon einmal die Ohren zugehalten, wenn ein lautes Motorrad vorbeifuhr? Im Chevreuse-Tal (Yvelines) werden die Einwohner im Sommer von Motorengeräuschen gequält, die durch nicht zugelassene Auspuffanlagen oder durch Überdrehen des Motors verursacht werden, berichtet die Zeitung Le Parisien. Um solche Verhaltensweisen und die Lärmbelästigung einzudämmen, wird am Dienstag, dem 4. Januar, in Saint-Lambert auf der D46 ein Radargerät der neuen Generation aufgestelltn.
Akustische Radargeräte sollen in den nächsten Tagen auch in anderen Städten aufgestellt werden: Paris, Nizza (Alpes-Maritimes), Toulouse, Bron (Rhône), Rueil-Malmaison (Hauts-de-Seine), Villeneuve-le-Roi (Val-de-Marne) und Saint-Forget (Yvelines).
Gemäß einem Dekret, das demnächst veröffentlicht werden soll, werden in jeder betroffenen Stadt drei Geräte am Straßenrand installiert, meldet Le Parisien, um „eine automatische Kontrolle des Lärmemissionsniveaus der Fahrzeuge“ durchzuführen.
Nach einer Testphase ab Dienstag folgt im ersten Halbjahr eine Zulassungsphase für das Radargerät. Die Strafverfolgung soll im Laufe des Jahres 2022 beginnen, wobei für Zuwiderhandlungen ein Bußgeld von 135 Euro vorgesehen ist. Diese Radargeräte zielen auf „Verhaltensweisen von Personen ab, die ihr Motorrad oder ihren Roller absichtlich manipulieren“, erklärt der Abgeordnete Jean-Noël Barrot, der das Projekt initiiert hat, auf Anfrage von Le Parisien.
Über den zulässigen Lärmpegel hingegen wurde noch nicht endgültig entschieden. Er wird erst nach Abschluss der Zulassungsphase „je nach den gesammelten Daten“ per Ministerialerlass festgelegt.
Die hohen Dezibelwerten sind ein Thema bei der öffentlichen Gesundheit. Wie die Zeitung Le Parisien berichtete, führt laut dem Observatoire du bruit en Île-de-France zu hoher Lärm dazu, dass die Bewohner der Region Paris fast elf Monate ihrer Lebenserwartung bei ansonsten guter Gesundheit verlieren. Lärm ist aber auch ein wirtschaftliches Thema: Laut der Agentur für den ökologischen Übergang (Ademe) kostet er fast 147 Milliarden Euro pro Jahr. Dieser Schaden entsteht vor allem durch die gesundheitlichen Auswirkungen aufgrund von Schlafmangel und dem Wertverlust von lärmbelasteten Wohnungen.
Keine Plastikverpackungen mehr für Obst und Gemüse und Autowerbung, die dafür wirbt, zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren, statt mit dem Auto: Ab 2022 werden die französischen Verbraucher durch eine Reihe neuer Vorschriften zu umweltfreundlicheren Verhaltensweisen angehalten.
Die von der Regierung von Präsident Emmanuel Macron geförderten Maßnahmen sollen die Umweltverschmutzung und die Auswirkungen von Autos auf die Treibhausgasemissionen verringern.
Ab Samstag, 01.01.2022, dürfen Lauch und Karotten, Tomaten und Kartoffeln, Äpfel und Birnen und etwa 30 weitere Artikel nicht mehr in Plastikverpackungen verkauft werden. Stattdessen sollten sie in andere recycelbare Materialien eingewickelt werden. Bei empfindlicheren Früchten wie Beeren und Pfirsichen ist Plastik noch erlaubt, soll aber in den kommenden Jahren schrittweise auch verboten werden.
Die Regierung geht davon aus, dass durch die neue Verordnung etwa 1 Milliarde Plastikabfälle pro Jahr vermieden werden.
Zeitschriften und andere Publikationen müssen künftig ohne Plastikverpackungen versandt werden, und Fast-Food-Restaurants dürfen Kindern kein Plastikspielzeug mehr kostenlos anbieten.
Im beginnenden Jahr muss nun auch die französische Autowerbung eine Botschaft enthalten, die die Menschen dazu anregt, umweltfreundlichere Verkehrsmittel zu wählen. Ab März muss Autowerbung eine von drei Botschaften enthalten: „Gehen Sie für kurze Strecken lieber zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad“, „Denken Sie über Fahrgemeinschaften nach“ oder „Benutzen Sie täglich öffentliche Verkehrsmittel“.
Einem vergangene Woche veröffentlichten Erlass zufolge gilt die neue Regelung für Werbung im Fernsehen, im Radio, in Zeitungen, auf Plakatwänden und im Internet. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro (56.652 US-Dollar) pro veröffentlichter Werbung rechnen.
Ähnliche Botschaften sind in Frankreich müssen bereits seit 2007 in der Werbung für verarbeitete Lebensmittel enthalten sein, wie z. B. „Für Ihre Gesundheit sollten Sie nicht zu fett, zu süß oder zu salzig essen“.
Der Verkehrssektor ist in Frankreich für etwa 31% der Treibhausgasemissionen verantwortlich, wobei die Hälfte davon auf den Individualverkehr entfällt.
Ebenfalls im Jahr 2022 werden die französischen Telefon- und Internetanbieter aufgefordert, ihren Kunden eine Schätzung der Treibhausgasemissionen mitzuteilen, die durch ihre Online-Aktivitäten und die Nutzung von Mobiltelefonen entstehen.
Damit soll das öffentliche Bewusstsein für die Umweltauswirkungen der digitalen Technologie geschärft werden. Emissionen entstehen hier vor allem durch Rechenzentren, die Energie für die Bereitstellung von Servern verbrauchen. Einem Bericht des Senats zufolge war dieser Sektor 2019 für 2% der Treibhausgasemissionen in Frankreich verantwortlich.
Das Jahr 2021 war nicht so warm wie die letzten Jahre, aber es gab dennoch Extremereignisse, von denen einige die Handschrift der globalen Erwärmung tragen.
2021 ist nicht das wärmste Jahr, das jemals weltweit gemessen wurde. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) geht davon aus, dass das Jahr 2021 den fünften oder siebten Platz belegen wird (nur wenige Zehntelgrade von den Jahren 2016, 2020, 2019, 2018, 2017 und 2015 entfernt).
Das verhinderte jedoch keine spektakulären Extremereignisse wie die „Hitzekuppel“ im Juni im Nordwesten Nordamerikas oder die Überschwemmungen in Deutschland, die mit der globalen Erwärmung in Verbindung gebracht werden. „Die Temperatur der Erde steigt weiter an, weit über die normalen Schwankung hinaus. Wir leiden unter dem Energiezuwachs in der Atmosphäre, der sich auf die eine oder andere Weise bemerkbar macht“, analysiert Robert Vautard, Klimatologe und Direktor des Instituts Pierre-Simon Laplace.
Die Spätfrost-Episode in Frankreich. Sie erinnern sich bestimmt an die beeindruckenden Bilder von Weinbergen, in denen Feuer entfacht wurden, um sie gegen die Kälte zu schützen. Anfang April wurde Frankreich von mehrtägigem Frost heimgesucht, der laut dem Landwirtschaftsminister die „größte agronomische Katastrophe des Jahrhunderts“ auslöste. Durch einen besonders milden März, hatten viele Pflanzen, wie die Weinreben, begonnen, sich zu entwickeln, als wäre der Frühling bereits da. Un dann kam der Frost und zertsörte viele frühen Knospen und bedrohte die zukünftige Ernte.
Feuer in den Weinbergen sollten drohende Frostschäden eingrenzen.
Solche katastrophalen Temperaturschwankungen tragen die Handschrift der globalen Erwärmung, die durch den Verbrauch fossiler Energieträger (Kohle, Öl, Gas) verursacht wird. In einer Studie kamen Wissenschaftler zu dem Schluss, dass der Klimawandel solche Ereignisse um 20% bis 120% wahrscheinlicher gemacht hat.
Die „Hitzekuppel“ in Kanada und den USA 49,6°C. Mit dieser Temperatur, die am 30. Juni erreicht wurde, brach das Dorf Lytton (British Columbia) den Rekord für Kanada und alle Regionen, die jenseits des 50. nördlichen Breitengrades liegen. Hinter dieser spektakulären Zahl verbirgt sich eine tagelange Hitzewelle im Westen Kanadas und dem Nordwesten der USA, ein zusammengebrochenes Stromnetz in Portland (Oregon, USA), Straßensperrungen wegen geschmolzenen Bitumens in Seattle (Washington State, USA), für gefährdete Bevölkerungsgruppen eingerichtete „Kühlzentren“ und plötzliche Todesfälle. Das kanadische Dorf Lytton wurde einige Tage später von den Flammen zerstört und die Region wurde dann im November von heftigen Überschwemmungen heimgesucht.
Verursacht wurde die „Hitzekuppel“ durch eine sehr warme Luftmasse, die aus Mexiko kam und im Norden von einem Hochdruckgebiet eingeschlossen wurde. Wissenschaftler bestätigen, dass die gemessenen Temperaturen etwa 2°C höher waren, als sie gewesen wären, wenn dieses extreme Hitzeereignis stattgefunden hätte, bevor der Mensch damit begann, Treibhausgase in die Atmosphäre zu pumpen. „Ein Ereignis wie dieses, das bisher einmal alle 1.000 Jahre auftritt, wird in einer zukünftigen Welt mit 2°C Erwärmung etwa alle 5 oder 10 Jahre stattfinden“, schlussfolgern sie. Zur Erinnerung: Wenn sich nichts ändert, werden wir diese 2°C mehr um das Jahr 2050 herum erreichen, und wir haben bereits die Hälfte des Weges zurückgelegt, da die globalen Durchschnittstemperaturen im Jahr 2021 bereits mehr als 1°C über denen der vorindustriellen Zeit liegen.
Tödliche Überschwemmungen in Deutschland und Belgien. Deutschland und Belgien unter Wasser. Zwischen dem 12. und 15. Juli gingen in beiden Ländern sintflutartige Regenfälle, die durch ein Kaltluftphänomen ausgelöst wurden, nieder und führten zu tödlichen Überschwemmungen und Erdrutschen. „Das sind Überschwemmungen, die unsere Vorstellungskraft übersteigen, wenn man die Auswirkungen vor Ort sieht“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel damals. Die Bilanz war dramatisch: Mindestens 184 Tote in Deutschland und 38 Tote in Belgien.
Laut einer IPCC-Studie ist auch diese Katastrophe mit dem Klimawandel verbunden, der so ein Ereignis neunmal wahrscheinlicher gemacht hat. Der Klimawandel hat auch „die Regenmenge an einem Tag zwischen 3 und 19 Prozent ansteigen lassen“. Der Klimatologe Jean-Pascal Van Ypersele sagte auf dem Sender RTBF: „Man kann nicht sagen, dass wir nicht gewarnt wurden. Der Weltklimarat und die Wissenschaftler schlagen schon so lange Alarm und werden so wenig gehört!“
Das größte Feuer in der Geschichte Kaliforniens Es war der schlimmste Brand in einer Region, die es gewohnt ist, regelmässig von den Flammen heimgesucht zu werden. Das Dixie-Feuer, das am 13. Juli in den Bergen nördlich von Sacramento ausgebrochen war, wurde erst 103 Tage später, am 25. Oktober, unter Kontrolle gebracht und verwüstete 389.837 Hektar. „Vor fünfzehn Jahren wäre ein Brand von 40.000 Hektar das größte Feuer unserer Karriere gewesen. Heute haben wir Brände von fast 400.000 Hektar“, stellte der Feuerwehrmann Kristen Allison in der New York Times fest.
In seinem jüngsten Bericht vom August 2020 stellt der Weltklimarat (IPCC) fest, dass „die klimatischen Bedingungen für Brände in Mexiko, im Westen und Nordwesten Nordamerikas zugenommen haben, hauptsächlich aufgrund der steigenden Temperaturen“, die Böden und Pflanzen austrocknen. Und das ist erst der Anfang, wie von dieser Expertengruppe vorausgesagt wird.
Tödliche Überschwemmungen in China Vom 17. bis 21. Juli kam es in der chinesischen Provinz Henan zu extremen Niederschlägen. Laut WMO „fielen am 20. Juli in Zhengzhou 201,9 Liter Regen pro m2 in einer Stunde, ein Rekord für das Land“. Das Wasser drang in die U-Bahn ein und tötete 14 Menschen, die in einem Zug eingeschlossen waren. Weitere Personen wurden in Parkhäusern oder Tunneln eingeschlossen. Insgesamt starben 302 Menschen.
Sibirien in Flammen Es ist eine Katastrophe, die sich fernab von unseren Blicken abspielt. In den unbewohnten Weiten des russischen Sibiriens brennen die Wälder aus. Insbesondere im Nordosten der Region, in der Republik Sacha, war die Brandsaison aufgrund ihrer Größe und der seit Anfang Juni anhaltenden Brände „ungewöhnlich“, wie der europäische Erdbeobachtungsdienst Copernicus feststellte.
Der IPCC erwartet, dass „die Dauer und Häufigkeit der Brandsaison zunehmen wird, mit starken Auswirkungen in Indien, China und Russland“. Wie in Nordamerika sind diese Brände groß genug, um die globale Erwärmung zu verstärken. Laut der Copernicus-Beobachtungsstelle verzeichnete der Juli mit 1.258 Megatonnen CO2-Emissionen, von denen mehr als die Hälfte auf die Brände in Nordamerika und Sibirien zurückzuführen ist, einen Weltrekord seit Beginn der satellitengestützten Messungen.
Dürre und Hungersnot in Madagaskar Seit 2019 wird der südliche Teil der Insel Madagaskar von einer beispiellosen Dürre heimgesucht, die mehr als eine Million Menschen in eine akute Hungersnot versetzt hat.
Im Juni bezeichnete das Welternährungsprogramm (WFP) die Krise als erste Hungersnot, die auf die durch menschliche Aktivitäten verursachte globale Erwärmung zurückzuführen ist. In seinem jüngsten Bericht schätzt der IPCC mit mittlerer Sicherheit, dass Dürren in Madagaskar ab einer globalen Erwärmung von 2°C weiter zunehmen werden.
Brände rund um das Mittelmeer Das Mittelmeer brennt. Den ganzen August über gab es in mehreren Ländern der Mittelmeerregion große Brände. In Griechenland wüteten im Juli und August Waldbrände auf den Inseln Euböa und Rhodos sowie im Großraum Athen und auf dem Peloponnes, die 100.874 Hektar Pinienwälder, Wälder und Olivenhaine zerstörten und drei Menschen töteten. Das gleiche Bild in der Türkei, wo mehr als 95.000 Hektar Land in Rauch aufgingen und acht Menschen beim Absturz eines Canadair-Löschflugzeugs starben. In Algerien starben in diesem Sommer mindestens 69 Menschen im Norden des Landes. Auch Marokko, Spanien, Italien und einige Mittelmeerregionen Frankreichs erlebten einen Sommer mit mehreren Waldbränden.
Das IPCC bezeichnet eine Zunahme der Bedingungen, die Brände in der Mittelmeerregion begünstigen, als sehr wahrscheinlich.
Überschwemmungen und Erdrutsche in Indien In diesem Herbst kam es in Indien zu heftigen Überschwemmungen und Erdrutschen, die teilweise ganze Familien in ihren Häusern begruben. Mindestens 102 Menschen starben im Oktober im Himalayastaat Uttarakhand und in Kerala. Im November starben mindestens 30 Menschen oder wurden aufgrund von Sturzfluten im Süden des Landes vermisst.
Die zunehmend unberechenbaren und extremen Wetterbedingungen, die Südasien in den letzten Jahren heimgesucht haben, werden laut Experten durch den Klimawandel verursacht und durch Abholzung, den Bau von Staudämmen und übermäßige Stadtentwicklung noch verschärft. Das IPCC stellte in den letzten Jahren eine Zunahme von Regenüberschwemmungen in der Region Asien fest und erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt.
Hurrikan Ida in den USA Ende August und Anfang September traf der Hurrikan der Kategorie 4 „Ida“ zunächst auf den Süden und dann auf den Osten der USA. Obwohl er in Louisiana auf Land traf, forderte Ida die meisten Opfer, als er auf New York City traf und der Hurrikan nur noch ein Sturm war. Mindestens 47 Menschen starben in der Millionenmetropole und ihrer Umgebung an den Folgen der sintflutartigen Regenfälle, die zu Überschwemmungen führten. „Wir müssen auf Wissenschaftler, Ökonomen und Spezialisten für nationale Sicherheit hören, sie alle sagen uns, dass wir Alarmstufe Rot haben, dass das Land und die Welt aufgrund des Klimawandels in Gefahr sind“, sagte Präsident Joe Biden.
Tritium-kontaminiertes Abwasser trat am 25. November in einen wasserdichten Tank unterhalb des Atomkraftwerks Tricastin aus. Die Behörde für nukleare Sicherheit versichert, dass kein Risiko bestehe, da die Verschmutzung auf das Innere des Geländes beschränkt sei. Doch nach der Klage eines ehemaligen leitenden Angestellten werden die Zweifel von Atomkraftgegnern genährt.
„Großes radioaktives Leck im AKW Tricastin“. Seit dem Artikel, der am Sonntag von Mediapart veröffentlicht wurde, wird die Diskussion zwischen Befürwortern und Kritikern der Atomindustrie in Frankreich wieder lauter.
Die am 20. Dezember veröffentlichte Information hatte jedoch nur zu einigen kurzen Artikeln in der Lokalpresse geführt, die sich an die Schlussfolgerungen von EDF gehalten hatte: „Dieses Ereignis hat keine gesundheitlichen Folgen.“ Die französische Behörde für nukleare Sicherheit (Autorité de sûreté nucléaire) hatte den Betreiber am 23. Dezember entlastet und den Vorfall auf Stufe 0 der internationalen Skala für nukleare Ereignisse INES eingestuft. Unter Ereignissen der Stufe 0 sind ungewöhnliche Vorkommnisse zu verstehen, die Abweichungen von den erwarteten Standards zeigen, aber aus Sicht der nuklearen Sicherheit keine Konsequenzen haben.
In Frankreich gibt es bis zu drei solcher Ereignisse pro Tag. Warum zieht dieses Ereignis also mehr Aufmerksamkeit auf sich als die anderen? Wahrscheinlich ist es nicht so sehr das Ereignis selbst, das sich am 25. November 2021 ereignete, sondern der politische Kontext in einer Zeit des Vorwahlkampfs.
Zunächst zu den Fakten: Zwischen dem 25. November und dem 8. Dezember 2021 sickerten 900 Liter tritiumhaltige Abwässer in den Boden und verursachten eine anormale radiologische Aktivität, wobei der Höhepunkt der Verschmutzung am 12. Dezember in der unterirdischen Wanne erreicht wurde. Die Behörde für nukleare Sicherheit (ASN) erklärte die Verschmutzung am 23. Dezember für „auf das Innere der geotechnischen Umschließung des Standorts begrenzt“.
Eine Klage wegen „Gefährdung des Lebens anderer“ und „Verstößen gegen das Umweltgesetzbuch“
Anfang Oktober 2021 reichte ein EDF-Manager, ein ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung des Kraftwerks Tricastin, beim Pariser Gericht Klage ein, um eine „Politik der Vertuschung“ von Sicherheitsvorfällen und -abweichungen anzuzeigen.
Seine Klage wegen „Gefährdung des Lebens anderer“ und „Verstößen gegen das Umweltgesetzbuch“ ist ein Warnsignal für den Betreiber EDF, das besser daran täte, nach jedem Vorfall schneller und vollkommen transparent zu berichten, wenn er nicht will, dass die Vorfälle von Atomkraftgegnern, die im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen energischer und lauter denn je sind, erfolgreich benutzt werden.
Etwa 30 Obst- und Gemüsesorten, die in Plastik verpackt sind, werden am Samstag, den 1. Januar, aus den Regalen verschwinden.
In französischen Supermärkten gibt es zu viele Plastikverpackungen. Ab Samstag, dem 1. Januar, werden daher die Verpackungen von 30 Obst- und Gemüsesorten verboten. In Paris wird die Maßnahme eher mit Begeisterung aufgenommen. „Das ist sehr gut, weil es überall zu viele Verpackungen gibt“, meint eine Kundin vor der Kamera von France 2. Plastik muss durch Pappe oder Netze ersetzt werden.
Frist für empfindliches Obst und Gemüse Für die Erzeuger bedeutet das, dass sie sich anpassen müssen. Jean-Luc Soury ist Direktor der Genossenschaft Limdor in der Region Limousin. Er hat 100.000 Euro in neue Maschinen investiert, um die Äpfel von rund 50 Landwirten zu verpacken. Er schätzt, dass die Produktion durch die neue Maßnahme 13% teurer wird. „Das ist eine weitere Belastung, die wir nicht auf die Verkaufspreise umlegen können“, bedauert er, auch wenn er sagt, er sei sich „des ökologischen Problems bewusst“.
Äpfel, Birnen, Zitronen und Paprika werden zu den ersten gehören, die auf Null-Plastik umgestellt werden. Für Obst und Gemüse, das als empfindlich und schwer zu transportieren gilt, gilt noch eine Frist bis 2026.
Am 1. Januar 2022 treten neue Bestimmungen des Anti-Verschwendungsgesetzes in Kraft und dadurch wird sich einiges für die Franzosen ändern.
Das am 10. Februar 2020 veröffentlichte Gesetz gegen Verschwendung oder AGEC-Gesetz sieht unter anderem vor, dass Einwegverpackungen aus Kunststoff bis 2040 nicht mehr auf dem Markt erhältlich sein sollen. In diesem Rahmen wurden am 1. Januar 2021 Strohhalme, Einwegbesteck und Rührstäbchen verboten. Am 1. Januar 2022 werden neue Bestimmungen des Gesetzes in Kraft treten. Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Maßnahmen.
Ende der Plastikverpackungen für Obst und Gemüse
Frisches Obst und Gemüse unter 1,5 kg darf nicht mehr in Plastik verpackt werden. Diese Änderung betrifft etwa 30 Produkte: Lauch, Zucchini, Auberginen, Paprika. Die Maßnahme soll die Hersteller dazu zwingen, sich anzupassen, auch wenn bis 2026 Toleranzen gelten, insbesondere für rote Früchte, die empfindlicher sind.
Teebeutel aus nicht biologisch abbaubarem Kunststoff werden künftig ebenfalls verboten.
Verbot von Plastikspielzeug in Fast-Food-Restaurants
Fast-Food-Restaurants dürfen Plastikspielzeug nicht mehr kostenlos verteilen. McDonald’s Frankreich hatte dieser gesetzlichen Verpflichtung bereits vorgegriffen und angekündigt, ab Februar 2021 Plastikspielzeug aus seinem Kindermenü zu streichen und „umweltfreundlichere Spiele anzubieten“.
Verpflichtung zu Wasserspendern in Einrichtungen mit Publikumsverkehr
In Einrichtungen mit Publikumsverkehr muss mindestens ein öffentlich zugänglicher Trinkwasserspender vorhanden sein, sofern dies realisierbar ist. „Gaststätten und Schankwirtschaften sind verpflichtet, auf ihrer Speisekarte oder auf einer Aushangfläche deutlich sichtbar auf die Möglichkeit hinzuweisen, dass die Verbraucher kostenloses Trinkwasser verlangen können“, heißt es im Gesetz. „Diese Einrichtungen müssen ihren Kunden Zugang zu frischem oder temperiertem Trinkwasser gewähren“.
Verbot der Vernichtung von unverkaufter Kleidung
Um Spenden und das Recycling von Produkten zu fördern, verbietet das Anti-Verschwendungsgesetz Herstellern, Händlern und Online-Shops, ihre unverkauften Textilien wegzuwerfen. Die Kleidungsstücke müssen zwingend gespendet, wiederverwendet, wiederverwertet oder recycelt werden. Auch Hygieneartikel werden von dieser Maßnahme betroffen sein.
Das Triman-Logo ist auf Produkten verpflichtend
Das Triman-Logo muss auf allen Produkten sichtbar sein. „Sein Vorhandensein bedeutet nicht unbedingt, dass der Abfall in eine Recyclingtonne geworfen werden muss, sondern dass der Abfall einer Sortierregel unterliegt: Rücknahme im Geschäft für elektrische und elektronische Geräte, spezielle Sammelbehälter für Batterien… „, erklärt das Ministerium für den ökologischen Übergang auf seiner Website.
Möglichkeit für Apotheken, Medikamente einzeln zu verkaufen
Um die Verschwendung von Arzneimitteln zu vermeiden, können Apotheken, wenn die Darreichungsform dies zulässt, bestimmte Arzneimittel einzeln abgeben.