Kategorie: Gesellschaft

  • Friedensnobelpreis: Iranische Aktivistin Narges Mohammadi ausgezeichnet

    Friedensnobelpreis: Iranische Aktivistin Narges Mohammadi ausgezeichnet

    Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an Narges Mohammadi für „ihren Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen im Iran und ihren Kampf für die Förderung von Menschenrechten und Freiheit für alle“, wie das norwegische Nobelkomitee am Freitag bekannt gab.

    Der Friedensnobelpreis 2023 wird an die iranische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi verliehen. Das Komitee würdigt damit „ihren Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen im Iran und ihren Kampf für die Förderung der Menschenrechte und die Freiheit für alle“. Die 51-jährige Aktivistin ist in einem Gefängnis der Islamischen Republik inhaftiert.

    Aus dem Gefängnis heraus setzt Narges Mohammadi ihren Kampf fort. „Das Leben im Gefängnis ist für mich eine spezifische Form und Manifestation des Lebens. Mir geht es gut. Ich bin wirklich zuversichtlich und bleibe aktiv“, vertraute sie im Juli dem französischen Sender RFI an. Sie „prangert außerdem die Vergewaltigungen in der Haft ihrer Mitgefangenen an“, erklärte die Anwältin Chirinne Ardakani im September auf dem französischen Sender France Inter.

    Narges Mohammadi ist bereits Preisträgerin mehrerer internationaler Auszeichnungen, darunter der Weltpreis für Pressefreiheit (2023), der Olof-Palme-Preis für Menschenrechte (2023) und der Sacharow-Preis (2018).

  • In Rennes steht eine Mutter vor Gericht – hatte sie ihren 14-jährigen Sohn seit seiner Geburt versteckt?

    In Rennes steht eine Mutter vor Gericht – hatte sie ihren 14-jährigen Sohn seit seiner Geburt versteckt?

    Eine 48-jährige Frau muss sich vor dem Strafgericht in Rennes verantworten. Als ihr 14-jähriger Sohn im Juli 2022 ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wog er nur 27 kg. 

    Hat die 48-jährige Stéphanie ihren 14-jährigen Sohn misshandelt? Dies will das Strafgericht von Rennes (Ille-et-Vilaine) ab Donnerstag, dem 5. Oktober, klären. Das Gericht muss über einen Fall entscheiden, der im Frühjahr in die Medien kam, nachdem ein Artikel in der Zeitung Ouest-France erschienen war, in dem behauptet wurde, eine Mutter habe die Existenz ihres 14-jährigen Sohnes seit seiner Geburt verschwiegen. Das Sorgerecht für den Teenager, der in den Medien Pierre-Alexandre (ein Pseudonym) genannt wurde, wurde ihr im Sommer 2022 entzogen: Der junge wurde seitdem in einem Kinderheim untergebracht. Stéphanie bestreitet jegliche Vernachlässigung und hat nicht gezögert, sich offen in Fernsehinterviews zu verteidigen.

    Der Fall begann im Juli 2022, als Stéphanie mit ihrem Sohn, der wahrscheinlich einen Schwächeanfall erlitten hatte, in der Notaufnahme des Krankenhauses von Rennes erschien. In einer TV-Sendung erklärte sie später, dass der Junge einen anaphylaktischen Schock erlitten habe, nachdem er Halspastillen geschluckt hatte.

    Die Ärzte waren von Anfang an alarmiert über die extreme Magerkeit des Jugendlichen, der laut der Staatsanwaltschaft Rennes nur 27 kg wog und 1,47 m groß war, was der Hälfte des Durchschnittsgewichts eines Jugendlichen seines Alters entspricht. Besorgt schalteten die Ärzte den Sozialdienst ein. Laut der Zeitung Ouest-France entdeckten sie auch „einen intellektuellen Entwicklungsrückstand“ und Schwierigkeiten, sich auszudrücken.

    Der Junge wurde auf den Philippinen geboren, der Vater gilt als unbekannt. Die Mutter hatte ihn zwar bei der französischen Botschaft angemeldet, zurück in Frankreich ging er aber später nie zur Schule und wurde auch nie geimpft.

    Am 4. Juli 2022 entzog die Staatsanwaltschaft Stéphanie das Sorgerecht für ihren Sohn. Die Mutter des Teenagers wurde damals ein erstes Mal in Polizeigewahrsam genommen und die Staatsanwaltschaft leitete eine Voruntersuchung ein. Zehn Monate später, im Mai 2023, wird sie erneut in Polizeigewahrsam genommen und dann bis zu ihrem Prozess unter gerichtliche Aufsicht gestellt.

    Stéphanie wehrt sich jedoch gegen das Urteil der Ärzte und versichert, dass sie ihren Sohn immer „ausreichend gefüttert“ habe. Gegenüber France Bleu schwört sie, dass das Kind „nie mit leerem Magen eingeschlafen ist“. Der Junge, den die Zeitung Le Figaro treffen konnte, versichert seinerseits: „Zu Hause konnte ich, wenn ich einen kleinen Hunger hatte, nehmen, was ich wollte.“

    Sie versichert ausserdem, dass sie ihren Sohn selbstständig zu Hause unterrichtet habe. „Wir waren sehr oft in der Bibliothek, im Museum, im Theater, im Kino und haben uns Ausstellungen angesehen“, beschrieb sie die Situation auf dem Sender BFMTV. „Er hat Kenntnisse, die manchmal besser sind als bei einem Kind, das zur Schule geht, und es gibt bestimmte Fächer, in denen er weniger Kenntnisse hat, da er keine eigentliche Schulbildung genossen hat“.

    Nach Informationen der Zeitung Ouest-France soll „Pierre-Alexandre“ die meiste Zeit eingesperrt gewesen sein, was der Teenager und seine Mutter aber entschieden bestreiten. „Ich hatte ein sehr reiches Umfeld, ich ging zu Antiquitätenhändlern, zu Buchhändlern, ich machte Aktivitäten, die mir gefielen“, versicherte er gegenüber dem Figaro und fügte hinzu, dass er „zum Beispiel an Pokémon-Kartenturnieren teilnahm. An solchen Orten habe ich Freunde in meinem Alter gefunden“.

    „Ich kümmere mich um mein Kind. Wir leben einfach nur einfach und glücklich, weil wir ein Recht auf unser Leben haben, wie jeder andere auch“, verteidigte sich Stéphanie im Sender France Bleu.

    Stéphanie bereitet sich nun darauf vor, wegen „Entziehung der gesetzlichen Pflichten durch einen Elternteil, die die Gesundheit, Sicherheit, Moral oder Erziehung seines Kindes gefährdet“ und „Vorenthaltung von Pflege oder Unterhalt, die die Gesundheit eines unter 15-jährigen Minderjährigen durch einen Verwandten in aufsteigender Linie oder eine Autoritätsperson gefährdet“ vor Gericht Rede und Antwort zu stehen. Ihr droht eine siebenjährige Haftstrafe und eine Geldstrafe von 100.000 EUR.

  • Frankreich: Präsident Emmanuel Macron strebt Verfassungsänderung an

    Frankreich: Präsident Emmanuel Macron strebt Verfassungsänderung an

    In seiner Rede vor dem Verfassungsrat anlässlich des 65-jährigen Bestehens der Fünften Republik sprach sich der französische Präsident dafür aus, das Recht auf Abtreibung so schnell wie möglich in der Verfassung zu verankern. Außerdem möchte er die Möglichkieten für Volksentscheide erweitern. Die inzwischen 65 Jahre alte französische Verfassung von 1958 muss nach Ansicht des Staatschefs erneuert werden. Erste Änderung: Artikel 11 über die Volksabstimmung, die auf die Organisation der öffentlichen Gewalt und wirtschaftliche und soziale Reformen beschränkt ist. Emmanuel Macron will den Artikel, natürlich unter Wahrung der Rechtsstaatlichkeit, ausweiten. Die Republikaner wollen insbesondere auch Migrationsfragen einbeziehen. Ein weiterer Wunsch des Präsidenten ist die Vereinfachung des sogenannten Referendums der geteilten Initiative (RIP). Dafür werden derzeit 185 Parlamentarier und 4,7 Millionen Wähler benötigt, um es auszulösen. Das soll vereinfacht und erleichtert werden. Das Recht au…

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  • Louis Vuitton Boutique von Umwelt-Aktivisten mit oranger Farbe beschmiert

    Louis Vuitton Boutique von Umwelt-Aktivisten mit oranger Farbe beschmiert

    Die Aktivisten fordern größere Investitionen in die thermische Sanierung von Gebäuden.

    Am Montagnachmittag, 2. Oktober in Paris, mitten in der „Fashion Week“, versammelten sich Neugierige und Modefans auf den Champs-Elysées vor dem Hauptsitz von LVMH und dem angrenzenden Geschäft kurz vor der geplanten Modenschau, als drei Umweltaktivisten der Gruppe Dernière Rénovation die Fassade mit einer besonders auffälligen orangefarbenen Farbe besprühten. 

    Die Polizei griff innerhalb von Sekunden ein und verhaftete die Aktivisten, die auf ihren T-Shirts eine Aufschrift in schwarzer Schrift trugen: „Ihr Egoismus tötet“. Eine illegale, aber legitime Aktion, wie Simon, einer der Aktivisten, meint und erklärt: „Die LVMH-Gruppe und insbesondere Kering sind Meister bei der Steuerflucht. Die Steuerflucht in Frankreich beläuft sich auf 15 Milliarden Euro pro Jahr, und unsere Forderung besteht darin, 12 Milliarden Euro pro Jahr in Projekte zur thermischen Gebäudesanierung zu stecken.“

    „LVMH hat Blut an den Händen“
    Diese Forderung sei alles andere als nur eine Anekdote. „Heute ist der Bausektor der drittgrößte Posten bei den Treibhausgasemissionen“, sagt der Aktivist.

    „Es gibt 5 Millionen ungenügend isolierte Unterkünfte in Frankreich, das betrifft ungefähr 12 Millionen Menschen und es gibt jedes Jahr 2.200 Todesfälle, die direkt auf schlechte Wohnbedingungen zurückzuführen sind.“ Das sagt Umwelt-Aktivist Simon gegenüber dem Sender Franceinfo.
    Bessere thermische Isolierung war Bestandteil des Maßnahmenkatalogs des Bürgerkonvents für das Klima und wurde von der Regierung bisher nur ungenügend angegangen, weshalb es zu der illegalen, aber für die Aktivisten von Dernière Rénovation legitimen Aktion kam. Eine Aktion, die nicht verhinderte, dass die Louis Vuitton-Modenschau stattfand – in einem Saal, der mit orangefarbenem Polyethylen ausgekleidet war…

    Draußen vor der Tür führte der Influencer Jeremstar eine weitere Protestaktion durch. Mit Kunstblut bedeckt, in einer Verkleidung als „gehäutete Schlange“, lief er über einen Laufsteg und rief: „Ihre Handtaschen und Accessoires lassen Tiere leiden. LVMH hat Blut an den Händen!“

  • Inflation: Ein neuartiges Projekt wird in Bordeaux gestartet – es soll insbesondere Studenten helfen

    Inflation: Ein neuartiges Projekt wird in Bordeaux gestartet – es soll insbesondere Studenten helfen

    Angesichts der steigenden Preise in den Supermärkten nehmen 150 Jugendliche aus Bordeaux an einem in Frankreich bislang einzigartigen Experiment teil. Es ist ein in Frankreich einzigartiges Experiment, das am Montag, dem 2. Oktober, in Bordeaux startet, um die Verarmung von Studenten zu bekämpfen: 1…

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  • Gérard Depardieu verteidigt sich: „Ich habe nie eine Frau missbraucht“!

    Gérard Depardieu verteidigt sich: „Ich habe nie eine Frau missbraucht“!

    „Ich bin weder ein Vergewaltiger noch ein Frauenfeind“, sagt der Schauspieler, der von mindestens 15 Frauen öffentlich sexistischer und sexueller Gewalt bezichtigt wurde. Depardieu sagt, dass er nun endlich auch das Wort ergreife, um „seine Wahrheit zu sagen“. In einem kurzen offenen Brief, der am S…

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  • Geburtenrate in Frankreich auf dem Tiefpunkt: schlechte Nachrichten für die Renten

    Geburtenrate in Frankreich auf dem Tiefpunkt: schlechte Nachrichten für die Renten

    Geopolitische Unsicherheiten, Klimaerwärmung, Wohnungsnot… Die Menschen in Frankreich bekommen immer weniger Kinder. Ein seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie dagewesener Geburtenrückgang, die die Alterung der Bevölkerung beschleunigt. Das ist Gift für das Gleichgewicht des Rentensystems. Frankreich gehört jedoch nach wie vor zu den Ländern mit der höchsten Geburtenrate in Europa.

    Im vergangenen Jahr wurden in Frankreich 726.000 Babys geboren. Das war der niedrigste Stand seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Nachdem die Zahl der Geburten 2022 einen seit 1945 nicht mehr erreichten Tiefststand erreicht hatte, fiel sie in den ersten acht Monaten des Jahres 2023 um weitere 7 %, wie aus einer am 28. September veröffentlichten Studie des amtlichen Statistikinstituts Insee hervorgeht.

    „Wenn sich dieser Trend fortsetzt, dürfte die Zahl der Geburten im Jahr 2023 unter die symbolische Marke von 700.000 fallen“, kommentierte Chloé Tavan, Leiterin der Abteilung für demografische Erhebungen und Studien beim Insee, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Didier Breton, Professor für Demografie an der Universität Straßburg und assoziierter Forscher am Institut national d’études démographiques (Ined), stimmt dem zu: „Das Jahr 2023 könnte einen neuen historischen Tiefstand markieren, einen echten Absturz“.

    Eine niedrige Geburtenrate führt zwangsläufig zu einem Phänomen der demografischen Alterung. Und dies wiederum führt zu Folgen, die antizipiert werden müssen, wie zum Beispiel die Anpassung der Rentensysteme oder auch die Betreuung des immer höheren Anteils der älteren Menschen im Vergleich zur übrigen Bevölkerung.

    Mit einer durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau von 1,8 stand Frankreich im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn bislang recht gut da. Jetzt bewegt sich das Land jedoch in Richtung eines in Europa zu beobachtenden Durchschnitts von 1,5 Kindern pro Frau.

    Frankreich nähert sich den anderen EU-Ländern an, in denen die Geburten zwischen 2021 und 2022 im Durchschnitt ebenfalls um 5 % zurückgingen: -2 % in Spanien und Italien, -7 % in Deutschland, -8 % in Polen.

    Inflation, Wohnungsnot und Krieg in der Ukraine
    Der sinkende Trend der Geburtenrate in den letzten zehn Jahren war nicht immer kontinuierlich. Seit 2011 geht die Zahl der Geburten jedes Jahr zurück, aber 2021 erlebte Frankreich einen leichten Aufschwung. 2021 war das Jahr der Lockdowns im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie.

    Derzeit könnten die Inflation und die Wohnungsnot den Wunsch nach einem Kind beeinflussen, aber auch geopolitische und klimatische Unwägbarkeiten sind eine zusätzliche Quelle der Unsicherheit für die Zukunft.

    Dies gilt umso mehr, als einige junge Franzosen sich inzwischen als „childfree“ oder „ginks“ bezeichnen und sich gegen Kinder entscheiden, um die Umwelt zu schonen. Innerhalb von etwa zehn Jahren hat das Thema der Kinderlosigkeit in der Gesellschaft seinen Weg gefunden. Die französischen Jugendlichen sind dank der immer weiter verbreitenden Veröffentlichung von Studien über die globale Erwärmung und des Auftauchens von Fragen der Schädigung der biologischen Vielfalt in der öffentlichen Debatte besser informiert und entscheiden sich deshalb immer öfter gegen eigene Kinder.

    Die niedrigen Geburtenraten könnten auch an der hohen Unfruchtbarkeit in der Welt scheitern, die inzwischen einen von sechs Menschen betrifft und kein Land verschont, so die WHO, die Unfruchtbarkeit als „großes Gesundheitsproblem in allen Ländern und Regionen der Welt“ bezeichnet.

    Bei Männern haben Studien einen Rückgang der Fruchtbarkeit von 50 % nachgewiesen, was mit dem Einsatz Pestiziden und einer sich verschlechternden Umwelt in Verbindung gebracht wird.

  • Frankreichs Geburtenzahl auf dem niedrigsten Stand seit Ende des Zweiten Weltkriegs

    Frankreichs Geburtenzahl auf dem niedrigsten Stand seit Ende des Zweiten Weltkriegs

    Die Zahl der Geburten in Frankreich, die 2022 bereits den niedrigsten Stand seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erreicht hatte, fiel in der ersten Hälfte des Jahres 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um weitere fast 7%, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag mitteilte.

    Die Franzosen bekommen immer weniger Kinder. „Im ersten Halbjahr 2023 gab es 24.400 Geburten weniger als im Jahr 2022, was einem Rückgang von 6,8 % entspricht“, berichtet das nationale Statistikinstitut Insee. „Im Jahresvergleich ist der Juni 2023 der zwölfte Monat in Folge, in dem ein Rückgang zu verzeichnen ist.“

    Im Laufe des Jahres 2022 wurden in Frankreich 726.000 Babys geboren, 2,2 % weniger als im Jahr 2021. Dies ist die niedrigste Anzahl an Geburten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, berichtet das Insee und bestätigt damit Daten, die bereits im Januar veröffentlicht wurden. Die Geburtenzahlen liegen um 20,8% unter dem Höchststand der Nachkriegszeit im Jahr 1971.

    Seit 2011 geht die Zahl der Geburten jedes Jahr zurück, mit Ausnahme des Jahres 2021, das Jahr nach den Covid-Lockdowns. Innerhalb von zwölf Jahren, zwischen 2010 und 2022, beträgt der Rückgang 12,8%. Kumuliert über die ersten acht Monate des Jahres 2023 wurden etwa 35.000 weniger Kinder geboren als im gleichen Zeitraum des Jahres 2022, was einem Rückgang von 7,2% entspricht.

    „Wenn sich dieser Trend im Jahresverlauf fortsetzt, dürfte die Zahl der Geburten im Jahr 2023 unter 700.000 fallen“, kommentierte Chloé Tavan, Leiterin der Abteilung für Bevölkerungsumfragen und -studien beim französischen Statistikamt Insee. „Der Rückgang der Geburten ist in allen Regionen und Altersgruppen zu beobachten, mit Ausnahme der Mütter über 40 Jahre, ein Hinweis auf spätere Mutterschaften“.

    Tatsächlich stieg die Zahl der Geburten von Müttern im Alter ab 40 Jahren zwischen 2021 und 2022 um 3,3 %, stellt das Insee fest. Bei Frauen im Alter von 25 bis 29 Jahren gingen die Geburten zwischen 2021 und 2022 dagegen um 2,7% zurück, bei Frauen im Alter von 30 bis 34 Jahren sogar um 3,6%.

    Im Jahr 2022 sind die Mütter in Frankreich im Durchschnitt 31,2 Jahre alt, ein Alter, das „seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre, als es mit 26 Jahren seinen Tiefpunkt erreichte, kontinuierlich gestiegen ist“, so das Insee.

    Der gleiche Trend ist auch in anderen EU-Ländern zu beobachten: Die Geburtenzahlen sind zwischen 2021 und 2022 in der gesamten EU um 5 % zurückgegangen, wobei der Rückgang in Spanien und Italien (-2 %), aber noch stärker in Deutschland (-7 %) und Polen (-8 %) deutlich ausgeprägt war.

    In Frankreich fanden zwei Drittel (65%) aller Geburten außerhalb der Ehe statt. Bis Ende der 1970er Jahre betrug dieser Anteil nicht mehr als 10%. 79% der im Jahr 2022 geborenen Babys tragen ausschließlich den Namen ihres Vaters, gegenüber 83% im Jahr 2012.
    68% der Neugeborenen haben Eltern, die beide in Frankreich geboren wurden. Zehn Jahre zuvor war dies noch bei drei Vierteln der Geburten der Fall (73%).

  • Frankreich: Antisemitismus an den Universitäten beunruhigt die Politik

    Frankreich: Antisemitismus an den Universitäten beunruhigt die Politik

    Mehr als neun von zehn Studierenden jüdischen Glaubens geben an, während ihres Studiums an einer französischen Universität Opfer antisemitischer Handlungen oder Äußerungen geworden zu sein. Selbst an den Universitäten ist der Antisemitismus in Frankreich weit verbreitet. Dies geht aus einer Ifop-Umfrage hervor, die von der Union des étudiants juifs de France (UEJF) in Auftrag gegeben wurde. Erste Feststellung: 91 % der jüdischen Studierenden haben bereits antisemitische Handlungen oder Äußerungen erlebt. Von stigmatisierenden Bemerkungen über zweifelhafte Witze über den Holocaust bis hin zu Beleidigungen und körperlichen Angriffen. „Frankreich ist nicht antisemitisch, aber hinter diesen Zahlen an den Universitäten stehen Studenten, die Angst haben, an die Universität zu gehen“, räumt Regierungssprecher Olivier Véran ein. Eine beunruhigende antisemitische Tendenz.In derselben Umfrage sticht eine zweite Feststellung ins Auge: Die befragten Studierenden sind der Meinung, dass antisemitisc…

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  • Schauspieler Dérard Depardieu versteigert millionenschwere Kunstsammlung

    Schauspieler Dérard Depardieu versteigert millionenschwere Kunstsammlung

    France Télévisions berichtete am Dienstag über den Verkauf von 250 Kunstwerken, die dem Schauspieler Gérard Depardieu gehören, darunter Bronzen von Auguste Rodin, Germaine Richier und Bilderserien von Henri Michaux und Eugène Leroy. Die Kunstsammlung des Schauspielers Gérard Depardieu, die gestern und heute im Pariser Hôtel Drouot versteigert wird, ist „eine Sammlung von sehr, sehr seltener Qualität“, sagt Auktionator David Nordmann. 250 Werke werden seit Dienstag an zwei Tagen im Hôtel Drouot in Paris versteigert, organisiert vom Auktionshaus Ader. „Es ist eine relativ umfassende Sammlung, die von kleinen Bronzen von Rodin bis zu einer riesigen Bronze von Germaine Richier reicht“, stellt es der Auktionator vor. „Wir haben eine Reihe von Bilderserien wie zum Beispiel eine Serie von Henri Michaux oder Eugène Leroy. Und dann haben wir eine ganze Abteilung für Nachkriegskunst, Gérard Depardieu mochte insbesondere Poliakoff sehr. Und dann haben wir besondere Affinitäten zur zeitgenössischen Kunst, wie zum Beispiel die Künstlerin mit Down-Syndrom, Maryam, die der Schauspieler auf einer Reise nach Aserbaidschan kennengelernt hatte“. Gérard Depardieu begann mit dem Sammeln von Kunstwerken, als er in den 1980er Jahren in dem Film Camille Claudel die Rolle von Rodin spielte. „Er verbrachte mehrere Wochen im Atelier Rodins in Meudon, aber auch im Museum in der Rue de Varenne in Paris“, erzählt David Nordmann. „Er verbrachte Tage um Tage mit seinen Skulpturen, schlief in Rodins Bett und wurde auf diese Weise von einer Leidenschaft für die Kunst durchtränkt.“ Das war offensichtlich der Startschuss für ein großes Sammler-Abenteuer, das fast dreißig Jahre lang dauerte. Diese Werke seien „Herzensangelegenheiten, Leidenschaften, er interessiert sich für einen Künstler und will alles über ihn wissen, er verschlingt alles über den Künstler, er kennt ihn sehr gut. Er spricht sogar sehr gut über ihn“, erzählt der Auktionator. „Es ist wirklich eine Sammlung, die ihm eigen ist, die ihm ähnelt, und jedes einzelne Werk, das er auswählt, ist von Anfang bis Ende gut durchdacht, und es ist eine Sammlung von sehr, sehr seltener Qualität“. Die Preise für die Kunstwerke liegen zwischen einigen hundert Euro und mehreren hunderttausend Euro. Gérard Depardieu hat darauf bestanden, dass alle Leute ein wichtiges Kunstwerk kaufen können, dass es alle Preisklassen gibt und „alle Geldbeutel, auch die bescheidensten, mit einem Stück der Depardieu-Sammlung zurückkommen können“, so Auktionator David Nordmann. Der Höhepunkt der Auktion ist ohne Frage Los Nummer 43, „L’homme qui marche“, eine Bronzesilhouette, die von Germaine Richier geformt wurde. Es ist auch eines der imposantesten Stücke der Sammlung. Das Werk ist mit einem Mindestpreis von 500.000 Euro angesetzt, es wird auf rund 800.000 Euro geschätzt, könnte aber auch für über eine Million Euro weggehen. Bei 250 Werken dürfte der Gesamterlös der Auktion 3 bis 5 Millionen Euro betragen.