Kategorie: Frankreich

  • Ökologie: Aktivisten verwüsten Zement-Fabrik

    Ökologie: Aktivisten verwüsten Zement-Fabrik

    In der Nähe von Marseille wurde bereits am Samstag, dem 10. Dezember, ein Standort des Zementherstellers Lafarge von Umweltaktivisten vandalisiert. Mehrere Dutzend Personen drangen in weißen Schutzanzügen auf das Gelände ein. Eine Zementfabrik von Lafarge wurde am Samstag, dem 10. Dezember, nördlich von Marseille (Bouches-du-Rhône) überfallen. Mehrere Dutzend Personen in weißen Overalls brachen in das Zementwerk ein. Ziel war es, über die Umweltverschmutzung zu informieren, die bei der Zementproduktion entsteht. „Was wir als bloßen Sachschaden betrachten (…) ist absolut nichts im Vergleich zu den Schäden, die das Unternehmen und diese Industrie für die Gesundheit und die Umwelt anrichten“, sagte ein Aktivist, der behauptete, an der gewalttätigen Aktion teilgenommen zu haben, auf dem Sender France 2. Nach Angaben des Unternehmens ist der Schaden beträchtlich. Die Unternehmensleitung setzt alles daran, den Betrieb so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. „Es war wirklich enorme Gewal…

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  • Mann verletzt mit Beil und Messer vier Menschen in einer Lidl-Filiale

    Mann verletzt mit Beil und Messer vier Menschen in einer Lidl-Filiale

    Vier Personen wurden am Montag, dem 12. Dezember, in einer Lidl-Filiale in Jeumont im Norden Frankreichs mit Beil und Messer verletzt, zwei davon schwer. Der Angreifer war ein Mann, der anschließend versuchte, sich das Leben zu nehmen. Ein Mann hat am Montag, dem 12. Dezember, in einer Lidl-Filiale in Jeumont im Norden Frankreichs vier Personen verletzt, zwei davon schwer. Die beiden Schwerverletzten befinden sich nicht in Lebensgefahr, im Gegensatz zu dem Täter, der einen Selbstmordversuch unternommen hat, wie die Polizei erklärte. Die Tat ereignete sich gegen 19 Uhr, als der Mann unter anderem mit einem Beil bewaffnet in den Laden kam und dann auf die Kunden losging. Etwa zehn Personen waren zu diesem Zeitpunkt vor Ort. Der Angreifer trug auch zwei Messer mit sich. Laut der Polizei trug der Angreifer neben dem Beil auch zwei Messer mit sich. Derzeit gibt es noch keine Anhaltspunkte für die Motivation des Angreifers, der laut Polizei noch nicht identifiziert worden sei. Der etwa 40-jährige Mann hatte keine Papiere bei sich und versuchte, sich nach der Tat das Leben zu nehmen, indem er sich mit dem Messer an der Kehle verletzte.
  • In mehreren Departements Kälte-Notfallpläne ausgelöst

    In mehreren Departements Kälte-Notfallpläne ausgelöst

    Angesichts der winterlichen Temperaturen haben mehrere Departements am Montag, dem 12. Dezember, den Notfallplan „große Kälte“ ausgelöst. Er ermöglicht insbesondere die Bereitstellung von zusätzlichen Notunterkunftsplätzen. In Paris kündigte die Präfektur den Start des Kältenotfallplans an, nachdem am vergangenen Wochenende „erste Präventivmaßnahmen“ ergriffen worden waren, um eine grössere Anzahl gefährdeter Personen aufnehmen zu können. Dreißig zusätzliche Plätze in Unterkünften für Obdachlose wurden ab Montagabend geöffnet, um alleinstehende Frauen aufzunehmen. Die Behörden planen, weitere 100 Plätze für Menschen auf der Straße zur Verfügung zu stellen, um die Notunterkünfte zu unterstützen, die laut Angaben der Stadtverwaltung „jede Nacht fast 200.000 Menschen“ aufnehmen können. Der Notfallplan für große Kälte wurde auch im Departement Rhône ausgelöst, wie die Präfektur der Region Auvergne-Rhône-Alpes in einer am Montagabend veröffentlichten Erklärung mitteilte. 67 zusätzliche Unte…

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  • Paris: Die Kosten für die Olympischen Spiele 2024 bring3n die Regierung ins Schwitzen

    Paris: Die Kosten für die Olympischen Spiele 2024 bring3n die Regierung ins Schwitzen

    Die Rechnung wird sich auf mindestens 4,4 Milliarden Euro belaufen, wie das Organisationskomitee am Montag bekannt gab. Das entspricht einer Steigerung von 10% gegenüber dem ursprünglichen Kostenrahmen. Die Regierung sucht verzweifelt nach neuen Finanzierungsquellen. Der Verwaltungsrat der Olympischen Spiele Paris 2024 bestätigte am Montag, dem 12. Dezember, ein notwendiges Budget von etwa 4,4 Milliarden Euro, was 10% mehr ist als ursprünglich geplant. Wer aber wird die Kosten tragen? „Die Spiele werden die Spiele bezahlen“, wiederholen die Regierung und die Organisatoren. Das Problem ist, dass die Rechnung aufgrund der Inflation immer weiter aufgebläht wird. Als die Olympischen Spiele beschlossen wurden, gab es weder den Krieg in der Ukraine noch steigende Energiepreise oder Materialknappheit. Ende 2022 explodieren nun die Kosten für den Bau der Infrastruktur um 10 bis 20%. Außerdem wurden bei der ursprünglichen Planung auch Ausgaben unterschätzt, wie zum Beispiel die für die Sicherhe…

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  • Zusatzheizungen: Welche Modelle sind am günstigsten?

    Zusatzheizungen: Welche Modelle sind am günstigsten?

    Weil die Energiepreise explodieren, greifen viele Franzosen jetzt zu individuellen Zusatzheizungen. Doch welche Modelle sind am günstigsten?

    Elektro-, Gas-, Öl- und Ölbadheizungen sind auf dem Markt erhältlich, und viele Franzosen nutzen sie, um ihre Energierechnung zu senken. Allerdings müssen diese Heizungen dann auch wirklich sparsam sein.

    Elektrische Heizungen: billig zu kaufen, aber energieintensiv
    Elektrische Heizungen sind mit Preisen ab etwa zwanzig Euro bei weitem die günstigsten Modelle in der Anschaffung. Sie sind praktisch und kompakt, aber nicht die energieeffizientesten, da sie viel Strom verbrauchen.

    Laut TotalEnergies kostet „eine Stunde Nutzung dieser Geräte 0,28 Eurocent, also doppelt so viel wie ein fest installierter Heizkörper“. Eine punktuelle Nutzung solcher Geräte – eine halbe Stunde pro Tag – kostet monatlich 4,2 Euro. Das elektrische Modell ist vielleicht eine praktische Lösung für eine kurze Zeit, aber nicht die beste für den Geldbeutel.

    Ölbadheizung: die goldene Mitte
    Ölbadheizungen gehören ebenfalls zu den preisgünstigen Heizungen auf dem Markt. Für ein solches Modell muss man zwischen 30 und 150 Euro einplanen. Sie sind praktisch und sparsam, heizen schnell auf und halten den Raum länger auf Temperatur. Dank eines Thermostats kann die verwendete Leistung kontrolliert werden. Aber Vorsicht! Wenn man wirklich sparen will, darf man das Gerät nicht den ganzen Tag am Stromnetz hängen lassen, sondern es nur vorübergehend nutzen.

    Gas: Die Sparsamsten
    Bei den Zusatzheizungen, die dauerhaft Wärme spenden, sind Gasgeräte gut positioniert, da sie mehr Wärme abgeben als andere Geräte. Allerdings haben diese Modelle einen durchschnittlichen Verkaufspreis von fast 150 Euro. Hinzu kommt der Kauf von Gasflaschen – Butan oder Propan -, deren Preise bei etwa 15 Euro beginnen. Diese Modelle sind zwar relativ günstig, es müssen aber einige Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden. So sollten sie nicht in der Nähe von Sofas, Sesseln oder Wänden aufgestellt werden und man sollte unbedingt vermeiden, sie zu bewegen oder brennbare Produkte in der Nähe zu lagern.

    Und sehr wichtig: Gasheizung können Kohlenmonoxiddämpfe erzeugen, die man auf gar keinen Fall einatmen sollte.

    Mit Ölöfen: schnelles Aufheizen
    Dochtöfen, die Erdöl als Brennstoff verwenden, haben den Vorteil, dass die Temperatur schnell ansteigt, und sind relativ preiswert (100 Euro für die günstigsten Modelle). Sie sind zwar einfach zu bedienen, haben aber den Nachteil, dass sie ziemlich energieintensiv sind. Um sie zu betreiben muss man 20-Liter-Kanister mit Brennstoff kaufen, die zwischen 20 und 40 Euro kosten.

    Außerdem sollten wie bei Gasöfen bei der Installation mehrere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Bei diesen Modellen besteht Verbrennungsgefahr und auch sie neigen dazu, Kohlenmonoxid auszustoßen.

    Es gibt auch elektronische Ölöfen auf dem Markt, die sich programmgesteuert ein- und ausschalten. Sie sind jedoch teurer und kosten in den meisten Geschäften ab etwa 250 Euro.

    Holz: Hohe Investition für beste Leistung
    Mit der sehr guten Energieeffizienz ist ein Holzofen zweifellos die beste Zusatzheizung zu einer Elektroheizung oder einer Wärmepumpe. Wer sich für eine solche Anlage entscheidet, sollte die Installation genau planen und sich die beste individuelle Lösung überlegen: Der reine Holzofen wird als Zusatzheizung empfohlen, während der Pelletofen über einen längeren Zeitraum hinweg eine konstante Wärmeabgabe ermöglicht.

    Aber, der Preis ist hoch: Man muss mit 1.500 bis 4.500 Euro für einen Scheitholzofen (inklusive Einbau) und 2.500 bis 5.500 Euro für einen Pelletofen (inklusive Einbau) rechnen. Ausserdem kommen 55 bis 100 Euro pro Ster Holz hinzu oder etwa 5 Euro pro 15-kg-Sack Pellets.

  • Mont-Blanc: Der Tunnel wird im Jahr 2023 wegen Bauarbeiten geschlossen sein

    Mont-Blanc: Der Tunnel wird im Jahr 2023 wegen Bauarbeiten geschlossen sein

    Der Mont-Blanc-Tunnel muss 2023 geschlossen werden, um Asbest zu entfernen und die Fahrbahn neu zu asphaltieren. Die Verlagerung des Autoverkehrs bereitet den Anwohnern Sorgen.

    Im Jahr 2023 wird der Mont-Blanc-Tunnel wegen Bauarbeiten geschlossen werden müssen. Die geplanten Bauarbeiten sind umfangreich: Die Fahrbahn muss erneuert und die Deckengewölbe müssen von Asbest befreit werden. Um nach Italien zu gelangen, müssen die Autofahrer im kommenden Jahr den Tunnel des Großen St. Bernhard oder den Fréjus-Tunnel im Maurienne-Tal benutzen. Dies gefällt den Anwohnern nicht wirklich. „Wir erleben schon viel Verschmutzung durch den Verkehr, der jetzt schon durchfährt, das wird durch die Umleitungen nicht besser“, prophezeit ein Mann gegenüber France 2.

    100.000 Autos und LKWs pro Monat
    Der Mont-Blanc-Tunnel ist im Jahr 1965 eröffnet worden, als Asbest noch in fast allen Bauwerken verwendet wurde. Um es zu entfernen, wurden zwei Lösungen in Betracht gezogen: den Tunnel für drei oder vier Jahre zu schliessen oder ihn 18 Jahre lang vier Monate im Jahr zu schließen. Die Verantwortlichen bevorzugen die zweite Version, da sie befürchten, dass sich die Gewohnheiten der LKW-Fahrer bei einer zu langen Schließung komplett ändern könnten. Jeden Monat fahren 100.000 Autos und Lastwagen durch den Mont-Blanc-Tunnel.

  • Genealogie: Ahnenforschung wurde zu einem der beliebtesten Hobbys der Franzosen

    Genealogie: Ahnenforschung wurde zu einem der beliebtesten Hobbys der Franzosen

    Die Genealogie findet in Frankreich immer mehr Anhänger: Mehr als 10 Millionen Franzosen haben mit der Suche nach ihren Vorfahren begonnen. Die Digitalisierung vieler Archivdokumente hat die Suche erleichtert.

    Bisher hat es so etwas noch nie gegeben. Rathäuser, Archive und mittlerweile auch Internetportale werden von neuen Fans belagert, die nach ihren Vorfahren suchen. Die Praxis ist sogar zu einer französischen Leidenschaft geworden, denn die Genealogie steht auf der Liste der Lieblingsbeschäftigungen der Franzosen an dritter Stelle, hinter den Hobbys Heimwerken und Gartenarbeit. Jean Legrand, Vizepräsident des französischen Genealogieverbands, wird von der Zeitung DDM zitiert: „Das ist ein Erfolg, der zweifellos das dringende Bedürfnis der Franzosen zeigt, sich mit ihren Wurzeln zu verbinden.“

    Die Zahlen belegen es: Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Ifop, die dieses Jahr für die spezialisierte Website Geneanet durchgeführt wurde, geben sieben von zehn Franzosen an, sich für ihre Herkunft zu interessieren, und landesweit haben bereits mehr als 10 Millionen Menschen begonnen, die Geschichte ihrer Familie zu erforschen.

    „Heute gibt es 40.000 Mitglieder in über 160 Vereinen“, erklärt Jean Legrand. „Einige Vereine arbeiten nur in bestimmten geografischen Gebieten. Andere führen umfangreiche Forschungen zu bestimmten Bevölkerungsgruppen durch, wie zum Beispiel zu bestimmten Berufen.“ Was das Profil der neuen Hobby-Genealogen betrifft: „Noch vor einigen Jahren waren 99% von ihnen Rentner. Wir haben jetzt jüngere Bevölkerungsgruppen – 40- oder 50-Jährige, die in das große Feld der Genealogie eintauchen.“

    Bedürfnis nach „familiären Bezugspunkten“
    Diese wachsende Begeisterung für die Genealogie wirft ein Licht auf unser heutiges Gesellschaftsmodell: „Vor 70 bis 80 Jahren gab es eine Zeit, in der die Familien im weitesten Sinne des Wortes – Brüder, Schwestern, Eltern, aber auch Onkel, Tanten und Cousins – relativ nahe beieinander lebten, zum Beispiel in einem Dorf“, kommentiert Jean Legrand. „Heute sind die Familien jedoch geografisch und in ihren Beziehungen zersplittert. Die Menschen leben in allen Ecken des Landes und sogar im Ausland. Dies begünstigt den Verlust familiärer Bezugspunkte und ich denke, dass unsere Gesellschaft heute darauf angewiesen ist, diese wiederzufinden.“

    Vor fast drei Jahren wirkte die Covid-19-Pandemie wie ein Beschleuniger. Viele Franzosen nutzten die Zeit, um in der Vergangenheit zu stöbern: „Während der Pandemie mussten sich die Franzosen beschäftigen. Viele dachten, dass dies die Gelegenheit sei, ihren Stammbaum zu erforschen“. Aber wie kann man eine solch komplexe Forschung durchführen, wenn man zu Hause sitzt? Indem man sich auf die Digitalisierung öffentlicher Dokumente stützt. Im Jahr 2003 begann Frankreich mit dem großen Projekt der Digitalisierung von Verwaltungsquellen, allen voran die Zivilstandsregister. Das Ergebnis: Mehr als 95% aller Dokumente, die früher in staubigen Archiven aufbewahrt wurden, sind heute online verfügbar.

    Mit nur wenigen Klicks kann man Vorfahren finden, die im 18. Jahrhundert gelebt haben. Aber: Nur etwa 2% der von Frankreich aufbewahrten Archive sind bis heute digitalisiert. Es gibt noch Millionen und Abermillionen von Dokumenten, die darauf warten, digitalisiert zu werden. Das lässt auf immer spannendere Entdeckungen in den kommenden Jahren hoffen.

  • Lebensmittel: Neue Kennzeichnungsstandards sollen Verschwendung eindämmen

    Lebensmittel: Neue Kennzeichnungsstandards sollen Verschwendung eindämmen

    Um die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren, werden in Frankreich neue Kennzeichnungsstandards in Kraft treten. 

    Mitte November kündigte die Regierung an, dass die Kennzeichnung von Lebensmitteln reformiert werden soll, um die Verschwendung einzudämmen. Das betrifft allerdings nur Produkte mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum wie zum Beispiel Kuchen oder Nudeln mit dem Hinweis ‚Am besten vor dem … verbrauchen‘. Das sind Lebensmittel, die nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch problemlos verbraucht werden können, aber zu oft in den Müll geworfen werden.

    Zwei neue Aufschriften auf den Produkten
    Um zu verhindern, dass diese Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums weggeworfen werden, werden zwei neue Aufschriften vorgesehen: „Für einen optimalen Genuss“ und „Dieses Produkt kann nach diesem Datum verzehrt werden“. Zum Beispiel sind Zucker, Honig oder Essig unabhängig von ihrem Ablaufdatum noch gut zu verzehren. Für Produkte wie Nudeln, Reis, Mehl oder auch Konserven gilt, dass sie unter optimalen Bedingungen aufbewahrt werden müssen. Das gilt zum Beispiel auch für Schokolade.

  • Gorgonien, die Korallen des Mittelmeers, werden von steigenden Meerestemperaturen stark geschädigt

    Gorgonien, die Korallen des Mittelmeers, werden von steigenden Meerestemperaturen stark geschädigt

    Im Mittelmeer sind die Gorgonienwälder extrem wichtig für das marine Ökosystem. Doch die Hitzespitzen dieses Sommers haben sie zum Teil absterben lassen. Alexis Rosenfeld, Gründer von 1 Ocean, sucht nach einer Möglichkeit, sie wiederherzustellen.

    „Die Wassertemperaturen erreichten bis zu einer Tiefe von etwa 30 Metern bisher unerreichte Werte und viele dieser Tiere haben nicht überlebt.“ Gorgonien sind Wälder von Korallentieren, die im Mittelmeer leben und sehr wichtig für das Ökosystem sind. Doch in diesem Sommer lag die Wärme des Meerwassers 4 bis 6 Grad über den normalen Temperaturen. Die Hitzewellen des Sommers übertrugen sich auch auf das Meer und führten zu sogenannten ozeanischen Hitzewellen. Alexis Rosenfeld ist Forscher, Fotograf und der Gründer von 1 Ocean, einem Projekt in Zusammenarbeit mit der UNESCO. 

    Von 0 bis 30 Meter „war es wie ein großes Feuer. Der gesamte Bestand der Gorgonien war tot“, erklärt Alexis Rosenfeld. In einer Tiefe von über 30 Metern sieht die Situation noch ganz anders aus: „Es ist ein richtiger Tierwald, der dicht ist, es gibt Fischschwärme“. Möglicherweise eine Hoffnung für das Überleben dieser Art.

    Es ist eine genetische Studie, die an Schiffswracks durchgeführt wird. Warum an Wracks? „Weil Wracks vor allem deshalb interessant sind, weil man ihr Alter auf den Tag genau kennt. Man kennt also genau das maximale Alter des Gorgonien-Bestands, der auf einem speziellen Wrack existiert. Die Wissenschaftler und Biologen werden Proben, kleine Stücke von Gorgonien sammeln, um zu untersuchen, ob alle Gorgonien zur selben Familie gehören oder nicht“, erläutert Alexis Rosenfeld.

  • Sexuelle Gewalt gegen Minderjährige: Zivilgericht verurteilte einen Mann 30 Jahre nach der Tat

    Sexuelle Gewalt gegen Minderjährige: Zivilgericht verurteilte einen Mann 30 Jahre nach der Tat

    Jeremy Garamond, der in seiner Kindheit Opfer sexueller Übergriffe geworden war, wandte sich an die Zivilgerichtsbarkeit, um eine Entschädigung für strafrechtlich verjährte Taten zu erhalten.

    Eine Verurteilung für Taten, die bis in die frühen 1990er Jahre zurückreichen. Ein Mann wurde am 17. November, von der vierten Kammer des Pariser Zivilgerichts wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige verurteilt, dreißig Jahre nach den Taten. Die Verurteilung durch die Ziviljustiz, über die der Sender BFMTV berichtete, erfolgte obwohl die Taten in den Augen der Strafjustiz verjährt waren. Die Nebenkläger bezeichneten die Entscheidung als „beispiellos“.

    Der heute 46-jährige Jeremy Garamond war zwischen seinem 12. und 15. Lebensjahr wiederholt Opfer sexueller Übergriffe geworden. Der Missbrauch wurde José Bruneau de la Salle angelastet, einem engen Vertrauten der Familie und einer bekannten Figur aus der Welt des französischen Pferdesports. Jérémy Garamond beschuldigt ihn eines Dutzends sexueller Übergriffe in einem Auto sowie eines nächtlichen sexuellen Übergriffs im Jahr 1990. Gegen den Pferdezüchter liegt noch eine weitere Klage wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige vor.

    Unterschiedliche Verjährungsfristen im Straf- und Zivilrecht
    Das Opfer hatte seinem Vater damals davon erzählt, die Vorfälle dann aber jahrelang verdrängt. Das Opfer beschliesst 2018, sich an die Justiz zu wenden, fast dreißig Jahre nach den Ereignissen.

    Ein zu großer Zeitraum für das französische Strafrecht, da die Taten strafrechtlich verjährt sind, was bedeutet, dass dort keine gerichtlichen Schritte mehr möglich sind. Angesichts dieser Verjährung gingen Jeremy Garamond und sein Anwalt in ein Zivilverfahren und bekamen Recht, wodurch der Angeklagte schlussendlich doch zur Verantwortung gezogen werden konnte.

    „Es ist das erste Mal, dass eine solche Entscheidung in einem Zivilverfahren getroffen wurde“. (Olivier Pardo, Anwalt des Opfers gegenüber Franceinfo)

    Der Rechtsverstoss im Zivilrecht wird ab dem sogenannten „Konsolidierungsdatum“ des Zustands des Opfers festgestellt, d. h. ab dem Zeitpunkt, an dem die persönlichen Folgen festgestellt sind und einen dauerhaften Charakter annehmen. In Frankreich tritt die Verjährung im Strafrecht zwanzig Jahre nach der Tat ein, wenn die Gewalt an einem Minderjährigen begangen wurde. In der Ziviljustiz tritt die Verjährung für denselben Sachverhalt zwanzig Jahre nach dem Zeitpunkt der „Konsolidierung“ ein und nicht zwanzig Jahre nach den Ereignissen. Von diesem Zeitpunkt an ist es möglich, den Grad der Folgen oder der Behinderung zu schätzen, der durch die in der Kindheit erlittenen sexuellen Übergriffe verursacht wurde.

    Im vorliegenden Fall wurde die Schädigung bei Jeremy Garamond erst 2018 „konsolidiert“, dem Jahr, in dem er sich zum ersten Mal an die Justiz wandte. „Man kann einen Schaden nicht quantifizieren, solange er sich noch im Aufbau befindet“, wird Audrey Darsonville, Professorin für Strafrecht an der Universität Paris Nanterre, von Franceinfo zitiert.

    Fast 103.000 Euro Entschädigung gefordert.
    Um das Datum zu bestimmen, wurde ein Gutachten erstellt, das vom Opfer bezahlt werden musste. Der psychiatrische Sachverständige urteilte, dass sich der Schaden erst 2018 endgültig verfestigte und zeigte, dem Jahr, in dem sich das Opfer an die Justiz wandte. Die Taten sind daher zivilrechtlich nicht verjährt. Eine weitere Besonderheit dieses Prozesses war, dass die Fakten, die in der Gerichtsverhandlung verhandelt wurden, auf keiner vorherigen polizeilichen Untersuchung beruhten. „Es handelt sich um eine von uns selbst durchgeführte Untersuchung“, räumt der Anwalt ein.

    Eine Anhörung zur Festlegung der Höhe des Schadensersatzes, der dem Opfer zu zahlen ist, soll in knapp zwei Monaten stattfinden, erklärt sein Anwalt gegenüber Franceinfo. Für die verschiedenen sexuellen Übergriffe, die er in seiner Kindheit erlitten hatte, forderte Jeremy Garamond eine Entschädigung von fast 103.000 Euro. Die bei der Gerichtsverhandlung festgelegte Summe werde an Vereine gespendet, versichert das Opfer. Da der Prozess in einem Zivilverfahren stattfand, zieht die Verurteilung keine Gefängnisstrafe nach sich. „Was mein Mandant wollte, war in erster Linie ein Gerichtsverfahren und die Anerkennung der Schuld des Schädigers“, erklärte Rechtsanwalt Olivier Pardo.

    Diese Entscheidung, die in der Berufung und anschließend in der Kassation noch aufgehoben werden kann, ist für die Rechtsexpertin Audrey Darsonville „besonders interessant“. „Es ist eine Anerkennung der Existenz eines Schadens durch die Justiz. „Wenn die Taten im Strafrecht verjährt sind, kann dies eine Lösung für Opfer sein, die trotzdem eine Verurteilung wollen“, betont sie. Die Juristin schränkt aber ein: „Das kann nur von Fall zu Fall so sein, man darf nicht hoffen, dass es für alle und in allen Gerichtsbarkeiten anwendbar ist“.