Kategorie: À la une

  • Benzinknappheit: Streikende geben trotz Druck der Regierung nicht nach

    Benzinknappheit: Streikende geben trotz Druck der Regierung nicht nach

    Die französische Regierung forderte am Dienstag die „unverzügliche“ Aufhebung der Blockaden der Treibstoffdepots und drohte mit einer „Intervention“, um „die notwendigen Mitarbeiter zu requirieren, um die Depots und die Raffinerien wieder in Betrieb zu nehmen“. Diese Drohung blieb jedoch wirkungslos und die Streikenden setzen sowohl bei TotalEnergies als auch bei Esso-ExxonMobil ihre Streiks fort.

    Die Regierung, die unter starkem Beschuss der Opposition steht, forderte am Dienstag, dem 11. Oktober, die „unverzügliche“ Aufhebung der Blockaden der Treibstoffdepots und drohte mit einer „Intervention“, um die Situation zu lösen. Die Streikenden geben jedoch nicht nach und verlängerten sogar die Streiks sowohl bei TotalEnergies als auch bei Esso-ExxonMobil.

    „Wenn es Verhandlungsvorschläge gibt, muss man sie aufgreifen. Sonst ist es kein Streik mehr, um Ergebnisse zu erzielen, sondern ganz einfach eine Blockade des Landes, und das ist nicht akzeptabel“, sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire auf France Info.

    „Wenn die CGT es kategorisch ablehnt, diese Verhandlungen zu führen, werden wir kein anderes Mittel haben, als die notwendigen Mitarbeiter zu requirieren, um die Depotsund die Raffinerien wieder in Betrieb zu nehmen, ganz einfach deshalb, weil unsere Landsleute nicht Kollateralopfer eines sozialen Konflikts zwischen einer Gewerkschaftsorganisation und einem Privatunternehmen sein dürfen“, betonte der Wirtschaftsminister.

    „Die Regierung ruft dazu auf, dass die Gesamtheit der Blockaden unverzüglich aufgehoben wird. Andernfalls werden wir unsere Verantwortung übernehmen, d.h. wir könnten uns veranlasst sehen, sie aufzuheben“, warnte Regierungssprecher Olivier Véran auf RTL am Tag nach einer Krisensitzung bei Premierministerin Elisabeth Borne.

    „Die Geschäftsleitung von TotalEnergies hat Recht, wenn sie die Aufhebung der Blockaden fordert, bevor sie in die Verhandlungen geht“, so der Regierungssprecher.

    „Heute Morgen haben die Beschäftigten mit großer Mehrheit für die Fortsetzung des Streiks gestimmt, wir warten immer noch auf nähere Angaben zu den Verhandlungen seitens der TotalEnergies-Geschäftsleitung“, stellte Eric Sellini, CGT-Koordinator, seinerseits fest.

    Der TotalEnergies-Konzern verzeichnete im ersten Halbjahr einen Gewinn von 10,6 Milliarden US-Dollar.

    Die Raffinerie in der Normandie, das Treibstofflager Flandres in der Nähe von Dünkirchen und die Bioraffinerie La Mède (Bouches-du-Rhône) setzen den Streik fort, dem sich heute auch Autobahntankstellen des Argedis-Netzes, einer Tochtergesellschaft von TotalEnergies, anschlossen.

    „Infragestellung des Streikrechts“
    Auf Seiten von Esso-ExxonMobil verlängerten die beiden Raffinerien Notre-Dame-de-Gravenchon (Seine-Maritime) und Fos-sur-Mer (Bouches-du-Rhône) die Streiks, zu denen die Gewerkschaften FO und CGT aufgerufen hatten, obwohl am Vortag ein Lohnabkommen von zwei Organisationen unterzeichnet worden war, die auf Konzernebene, nicht aber auf Ebene der Raffinerien die Mehrheit der Angestellten vertreten, wie die CGT mitteilte.

    Im Falle einer Requirierung durch die Behörden „werden wir vor Gericht gehen, um sie annullieren zu lassen“, versichert die CGT und beklagt „eine Infragestellung des Streikrechts“.

    Von Nord- bis Südfrankreich spielten sich die gleichen Szenen ab: geschlossene Tankstellen, endlose Warteschlangen, steigende Preise und eine gedrückte Stimmung.

    „Wir sind nicht hier, um das Leben der Franzosen zu blockieren, sondern um würdige Lebensbedingungen zu fordern“, sagt Lionel Arbiol, Sprecher der CGT Esso.

    Olivier Véran seinerseits versprach die Wiederherstellung eines „normalen Betriebs innerhalb von 15 Tagen“, d. h. noch vor den französischen Herbstferien.

    Die Opposition gibt der Regierung die Schuld an der Krise: Die Rechte und die extreme Rechte kritisierten „mangelnde Antizipation“ und „Hektik“, während die Linke „Drohungen gegen die Arbeitnehmer, aber Streicheleinheiten für die Bosse“ anprangerte.

  • In einem Ort in den Alpes-Maritimes verbietet Gemeindeverordnung Wäsche im Freien zu trocknen

    In einem Ort in den Alpes-Maritimes verbietet Gemeindeverordnung Wäsche im Freien zu trocknen

    In Valbonne (Alpes-Maritimes) verbietet eine Gemeindeverordnung den Bewohnern, ihre Wäsche im Freien aufzuhängen. Die Stadtverwaltung begründet dies damit, die Ästhetik des historischen Dorfkerns schützen zu wollen. Der macronistische Abgeordnete Gilles Le Gendre hatte gerade vorgeschlagen, Wäschetrockner abzuschaffen, doch jetzt dürfen die Bewohner des Ortes Valbonne (Alpes-Maritimes) ihre Wäsche nicht mehr im Freien trocknen. Die Bewohner sind entsetzt, um so mehr, da die Franzosen derzeit aufgefordert werden, Energie zu sparen und ihre Haushaltsgeräte so wenig wie möglich zu benutzen. Das Verbot des Freiluft-Wäschetrocknens wurde durch einen städtischen Erlass umgesetzt. Die Stadtverwaltung will mit dieser Maßnahme die Ästhetik des historischen Zentrums von Valbonne und insbesondere des „geschützten Bereichs“ des Dorfes bewahren, wie der Sender TF1 Info berichtet. Bei Zuwiderhandlung müssen die Einwohner mit einer Geldstrafe von 35 Euro rechnen. Eine Petition wird vorbereitet Unter…

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  • Benzinknappheit: Präfekten sollen das Füllen von Kanistern in ganz Frankreich verbieten

    Benzinknappheit: Präfekten sollen das Füllen von Kanistern in ganz Frankreich verbieten

    Angesichts des Kraftstoffmangels wird die Regierung die Präfekten auffordern, das Befüllen von Kanistern an den Zapfsäulen zu verbieten. Aufgrund der Streiks bei Esso und TotalEnergies ist derzeit ein Drittel der Tankstellen in Frankreich ganz oder teilweise geschlossen, weil sie nicht beliefert wurden. Angesichts der Situation erwägt die Regierung nun, einen Erlass zu veröffentlichen, der das Befüllen von Kanistern an den Zapfsäulen auf nationaler Ebene zu verbieten. Das meldet der Sender BFMTV unter Berufung auf eine Quelle im Ministerium für den Energiewandel. Laut der Zeitung Le Figaro hat die Ministerin Agnès Pannier Runacher bereits vorab „alle Präfekten aufgefordert, diese Maßnahme lokal zu ergreifen“. Und schon am Samstag hat die Präfektur der Vogesen ein viertägiges Verkaufsverbot von Kraftstoffen „in Behältern vom Typ Kanister oder Kanne“ erlassen. Ähnliche Anweisungen gab es auch im Val-d’Oise und in allen Departements der Region Hauts-de-France . Kraftstoffverkauf in drei s…

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  • Benzinknappheit: Trockene Zapfsäulen, leere Autos, sozialer Konflikt… die Situation wird immer schlimmer

    Benzinknappheit: Trockene Zapfsäulen, leere Autos, sozialer Konflikt… die Situation wird immer schlimmer

    An einer von drei Tankstellen in Frankreich fehlt mindestens ein Kraftstoff. Die Geschäftsleitungen von TotalEnergies und Esso-ExxonMobil beginnen endlich Gespräche mit den streikenden Raffineriearbeitern. Die Regierung versichert, dass sich die Lage in den nächsten Tagen verbessern wird. In den vergangen Tagen mussten immer mehr französische Autofahrer mehrere Tankstellen anfahren, bevor sie tanken konnten. Der Ansturm der Autofahrer auf die TotalEnergies-Tankstellen und die Streiks, die in den Raffinerien für bessere Löhne begonnen wurden, haben die Spannungen und die Engpässe an den Zapfsäulen verschärft. 30% aller Tankstellen in Frankreich fehlte am Sonntagnachmittag mindestens ein Kraftstoff, wie das Ministerium für den Energiewandel mitteilte. Am Samstag waren es noch 21%. Die Situation verschärfte sich also im Laufe des Wochenendes. In der Region Hauts-de-France ist die Lage am heikelsten: 55% der Tankstellen haben mindestens einen Kraftstoff zu wenig. In der Region Ile-de-Franc…

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  • Grundsteuer: Die Steuern für Hausbesitzer schnellen in die Höhe

    Grundsteuer: Die Steuern für Hausbesitzer schnellen in die Höhe

    Die Grundsteuersätze werden in diesem Jahr durch den Anstieg der Inflation erhöht. Einige Gemeinden haben ausserdem beschlossen, ihre eigenen Steuersätze zu erhöhen, um den Wegfall der Wohnsteuer zu kompensieren. Und für 2023 sieht es noch schlimmer aus…  Achtung: Hausbesitzer in Frankreich haben bis spätestens 22. Oktober Zeit, die Grundsteuer zu bezahlen. Die Bescheide wurden von der Direction des finances publiques bereits Ende August verschickt und brachten in diesem Jahr einige Überraschungen mit sich. Die Grundsteuer, die nur Eigentümer  und nicht die Mieter betrifft, ist im Jahr 2022 sprunghaft angestiegen, viel stärker als im Jahr 2021. Laut einer Studie haben die französischen Großstädte die Grundsteuer (bebaute und unbebaute Grundstücke) im Jahr 2022 um 1,9% erhöht. Insgesamt hat ein Viertel der französischen Großstädte und Ballungsräume ihre Steuersätze in diesem Jahr erhöht. Ein Anstieg der Steuergrundlagen um 3,4%. Auch wenn nicht alle Steuerzahler gleichermassen betroff…

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  • Ukraine-Krieg: Russland hat am Morgen mindestens 75 Raketen auf mehrere Städte des Landes abgefeuert

    Ukraine-Krieg: Russland hat am Morgen mindestens 75 Raketen auf mehrere Städte des Landes abgefeuert

    Die Hauptstadt Kiew war nicht die einzige von der Rachelust Putins betroffene Stadt. Es wurde unter anderem von Angriffen in Lwiw (West), Dnipro (Mitte) und Saporischschja (Süd) berichtet. „Die Ukraine steht unter Raketenbeschuss“, meldet am Montag, dem 10. Oktober, Präsidentenberater Kirill Timoschenko. Mehrere ukrainische Städte sind von Bombenangriffen betroffen: Kiew, die Hauptstadt, Lviv (West), Dnipro (Mitte) oder Saporischschja (Süd). „Am Morgen hat der Aggressor mindestens 75 Raketen abgefeuert (von denen) 41 von unserer Luftabwehr abgeschossen wurden“, erklärte der ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Saluznij auf Telegram und erklärte, dass Russland auch „Kampfdrohnen“ eingesetzt habe. „Sie versuchen, uns zu zerstören und vom Erdboden zu tilgen“, reagierte auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij. In Kiew wurden bei den Bombenangriffen mindestens fünf Menschen getötet und zwölf verletzt. Dies teilte die Polizei in einer ersten Bilanz mit, die auf Facebook veröffentl…

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  • Der bekannte französiche Philosoph und Soziologe Bruno Latour ist tot

    Der bekannte französiche Philosoph und Soziologe Bruno Latour ist tot

    Bruno Latour, der als einer der größten zeitgenössischen Intellektuellen Frankreichs galt, verstarb in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Alter von 75 Jahren. Für die internationale Presse war er „der berühmteste und unverstandenste französische Philosoph“: Bruno Latour, eine wichtige Figur in der…

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  • Streik bei TotalEnergies: Gewerkschaft CGT lenkt ein und ist ab Montag zu Verhandlungen bereit

    Streik bei TotalEnergies: Gewerkschaft CGT lenkt ein und ist ab Montag zu Verhandlungen bereit

    Die CGT, die bei den laufenden Streiks bei TotalEnergies federführend ist, ist laut einem offenen Brief, der am Samstag an den Vorstandsvorsitzenden des Total-Konzerns gerichtet wurde, bereit, ab Montag Verhandlungen über die Lohnerhöhungsforderungen aufzunehmen und ihre Forderungen nach Neueinstellungen und Investitionen zunächst zurückzustellen.

    „Mit dem Ziel, die festgefahrene Situation zu durchbrechen, wiederholen wir unsere Forderung nach der Aufnahme von Verhandlungen, in der Hoffnung, dass Sie dem endlich zustimmen. Wir sind bereit, Verhandlungen ab Montag für unsere Lohnforderung zu beginnen“, schrieb Eric Sellini, CGT-Koordinator bei TotalEnergies, in dem offenen Brief an den Konzernchef Patrick Pouyanné, der über Twitter verbreitet wurde.

    Höhere Löhne, Neueinstellungen, Investitionen…
    Die CGT fordert 10% Lohnerhöhung für 2022, nachdem der Total-Konzern im ersten Halbjahr einen Gewinn von 10,6 Milliarden Dollar erzielt hat. Die Unternehmensleitung erinnert ihrerseits daran, dass sie bereits durchschnittliche Lohnerhöhungen von 3,5% im Jahr 2022 gewährt hat, und verweist auf eine für den 15. November anberaumte Verhandlungsrunde über die Löhne für 2023. Bisher gab sich die Geschäftsleitung unflexibel in Bezug auf diesen Zeitplan.

    Neben der Lohnerhöhung forderte die CGT seit mehreren Monaten weitere Neueinstellungen in Frankreich und einen „massiven Investitionsplan“. „Wenn das die Dinge voranbringen kann, lassen wir die Problematik der Arbeitsplätze und die der Investitionen vorerst beiseite“, erklärte Eric Sellini gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Gewerkschaft forderte insbesondere, „die Frage der Leiharbeit und der Kurzverträge gründlich zu überdenken“.

    Die derzeitige Benzinknappheit, die eine unmittelbare Folge der Weigerung der Geschäftsleitung Gespräche über Lohnerhöhungen zu beginnen, „führt zu großer Unzufriedenheit und droht die Wirtschaft des Landes zu verlangsamen“, heißt es in dem Schreiben weiter, um das Zugeständnis der Gewerkschaft zu erklären. Es wird auch auf die Unterstützung der Regierung hinsichtlich der Lohnerhöhungen hingewiesen. „Die Beschäftigten des Unternehmens haben durch ihre Arbeit dafür gesorgt, dass der Konzern riesige Gewinne erzielt hat“, heißt es in dem Schreiben weiter. „Ein Beweis dafür ist die Möglichkeit der Geschäftsleitung, extrem schnell einen außergewöhnlichen Betrag von 2,62 Milliarden Euro für die Aktionäre bereitzustellen.“

    „Man ist sehr schnell dabei, die Aktionäre zu belohnen, aber man sagt den Arbeitnehmern, dass sie unbedingt warten müssen: Warum diese unterschiedliche Behandlung?“, fragte Thierry Defresne, CGT-Sekretär zuständig für TotalEnergies, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP . Der Vorstandsvorsitzende von TotalEnergies, Patrick Pouyanné, hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Streik geäußert, doch in einem konzerninternen Video am Dienstag räumte er ein, dass „die Ergebnisse des Unternehmens 2022 außergewöhnlich gut sind“, und versprach den Angestellten: „Wir werden euch nicht vergessen“.

  • Iran: Frankreich ruft seine Bürger auf, das Land zu verlassen

    Iran: Frankreich ruft seine Bürger auf, das Land zu verlassen

    Aufgrund des Risikos von willkürlichen Festnahmen ruft Frankreich seine Staatsangehörigen, die sich im Iran befinden, dazu auf, das Land so schnell wie möglich zu verlassen, teilte das Aussenministerium am Freitag mit. Paris fordert seine Staatsbürger, die derzeit im Iran befinden, auf, das Land so schnell wie möglich zu verlassen, so das französische Aussenministerium am Freitag, den 7. Oktober. „Jeder französische Bürger, auch mit doppelter Staatsbürgerschaft, setzt sich einem hohen Risiko der Verhaftung, willkürlichen Inhaftierung und unfairen Verurteilung aus“, so das Außenministerium auf seiner Website. „Dieses Risiko betrifft auch Personen, die lediglich einen touristischen Besuch machen.“ „Im Falle einer Festnahme oder Inhaftierung sind die Achtung der Grundrechte und die Sicherheit der Personen nicht gewährleistet“, fügte das Ministerium hinzu. Das Ministerium erklärt auch, dass die französische Botschaft in Teheran über eine „sehr eingeschränkte“ Kapazität verfüge, um den kons…

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  • Krim-Brücke: Autobombe explodiert auf der strategisch wichtigen Verbindung

    Krim-Brücke: Autobombe explodiert auf der strategisch wichtigen Verbindung

    Die strategisch wichtige Brücke, die die Krim mit dem russischen Festland verbindet, war am Samstagmorgen das Ziel einer Autobombe. Die Brücke ist für die russische Armee im Krieg mit der Ukraine von entscheidender Bedeutung. Russland will eine Untersuchung einleiten.

    Eine Autobombe löste ein großes Feuer auf der Krim-Brücke aus, die ein Symbol für die Annexion der gleichnamigen ukrainischen Halbinsel ist. Das russische Nationale Antiterrorkomitee gab am Samstagmorgen bekannt, dass die Brücke in Brand geraten sei, ohne jedoch die Ukraine direkt zu beschuldigen. Die Brücke, die auf Anweisung von Wladimir Putin vor vier Jahren mit großem Aufwand gebaut wurde, dient unter anderem dem Transport von militärischer Ausrüstung der in der Ukraine kämpfenden russischen Armee.

    „Heute um 06:07 Uhr auf dem Straßenteil der Krim-Brücke (…) fand die Explosion einer Autobombe statt, die auch zum Brand von sieben Eisenbahntankwagen führte, die in Richtung Krim unterwegs waren“, zitierten russische Agenturen das Antiterrorkomitee. Ein Sprecher des Kremls sagte der Agentur Ria Novosti, dass Wladimir Putin die Bildung einer Regierungskommission zur Ermittlung der Ursachen angeordnet habe.

    Nach Angaben des russischen Antiterrorkomitees wurden zwei Straßenspuren beschädigt, der Brückenbogen blieb jedoch unberührt. Der Leiter der Krim-Versammlung, des von Russland eingesetzten Regionalparlaments, Wladimir Konstantinow, verurteilte einen Schlag „der ukrainischen Vandalen“. Sollte die Ukraine hinter dem Feuer und der Explosion auf der Krim-Brücke stecken, wäre es ein Schlag ins Gesicht Russlands.

    https://twitter.com/am_misfit/status/1578605187568398336

    Die Ukraine spottet
    Ukrainischen Beamte gaben am Samstag vermehrt spöttische und ironische Kommentare zu der Explosion ab, ohne jedoch die Verantwortung dafür zu übernehmen. Russland reagierte und verurteilte die ukrainische Reaktion auf die Explosion der Krim-Brücke als Zeichen für die „terroristische Natur“ der Ukraine. „Die Reaktion des Kiewer Regimes auf die Beschädigung einer zivilen Infrastruktur zeigt seinen terroristischen Charakter“, sagte die Sprecherin der russischen Diplomatie, Maria Sacharowa, die von russischen Nachrichtenagenturen zitiert wurde.

    Eine für Russland wichtige Brücke
    Russland hat seit Anfang September eine militärische Niederlage nach der anderen hinnehmen müssen. Seine Truppen wurden sowohl im Nordosten als auch im Süden des Landes zum Rückzug gezwungen, insbesondere in der Region Cherson, die an die Krim grenzt und deren Annexion Putin beschlossen hat. Das Feuer auf der großen Straßen- und Eisenbahnbrücke, die die von Russland annektierte ukrainische Krim mit russischem Territorium verbindet, bringt den Verkehr zwischen Russland und der Krim auf Schiene und Straße vollständig zum Erliegen.

    Die Brücke ist für den Personen- und Gütertransport auf die Halbinsel, aber auch für die in der Ukraine stationierten Truppen von entscheidender Bedeutung. Die 2018 eröffnete Brücke über die Straße von Kertsch wurde zum Symbol für die Annexion der ukrainischen Halbinsel im Jahr 2014. Russland hat stets behauptet, dass die Brücke trotz der Kämpfe in der Ukraine sicher sei und hat Kiew mit harter Vergeltung gedroht, falls die ukrainischen Streitkräfte diese oder andere Infrastruktur auf der Krim angreifen sollten.