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  • Paris: Metros und Lokalzüge sind acht Monate vor den Olympischen Spielen in schlechtem Zustand

    Paris: Metros und Lokalzüge sind acht Monate vor den Olympischen Spielen in schlechtem Zustand

    Bei der Pariser U-Bahn weisen fünf Linien eine Pünktlichkeit von weniger als 85 % zu den Hauptverkehrszeiten auf.

    Der Druck auf die Verkehrsbetriebe in Paris und der Region Ile-de-France steigt. Mit fünf Metro- und drei RER-Linien, die sich im Oktober „in großen Schwierigkeiten“ befanden, schlug Ile-de-France Mobilités (IDFM) am Dienstag, dem 5. Dezember, knapp acht Monate vor den Olympischen Spielen, die Alarmglocke. Valérie Pécresse, die Präsidentin der Region Ile-de-France, „erinnert die RATP an die Notwendigkeit, das Ruder herumzureißen und alle Züge erfolgreich fahren zu lassen“, erklärte die Verkehrsbehörde in einer Pressemitteilung.

    In der Metro weisen fünf Linien in den Spitzenzeiten eine Pünktlichkeit von weniger als 85 % auf. Dies führt zu überfüllten U-Bahnen und Bahnsteigen sowie zu sehr schlechten Reisebedingungen für die Fahrgäste auf den Linien 3, 6, 7, 8 und 13. Die auf diesen fünf Linien angezeigten Unpünktlichkeiten „gab es vor dem Covid nicht“, beklagt die Verkehrsbehörde.

    Auch bei den S-Bahnen ist es nicht viel besser. Die Linien B – teilweise von der RATP betrieben – und D – SNCF – werden mit einer Pünktlichkeitsrate von 85 % ebenfalls als „problematisch“ eingestuft. Die Behörde hat bereits angekündigt, dass sie einige Nutzer in Höhe von „einem Monatpreis des Navigo-Passes“ entschädigen wird. „Bei der Regionalzuglinie RER C liegen die Ergebnisse auch unter den Zielen, verbessern sich aber“, so die IDFM. Die Regionalzüge kommen insgesamt besser weg, mit Ausnahme der Linie P und der Linie R.

    Diese Ergebnisse sind eine schlechte Nachricht für die Region. Vor einer Woche noch hatten die Behörden, allen voran Valérie Pécresse und der französische Verkehrsminister Clément Beaune die Äußerungen der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo über die Schwächen des Transportwesens im Hinblick auf die Olympischen Spiele kritisiert. Seitdem hat sich die Rhetorik seitens der IDFM jedoch deutlich geändert, nachdem mehrere Probleme öffentlich wurden, insbesondere ein Mangel von Fahrern und die Schwierigkeiten bei der Einstellung von Wartungspersonal.

  • Côtes-d’Armor: Aus Rache zerstach ein Stadtpolizist fast 200 Reifen und terrorisierte seine Gemeinde

    Côtes-d’Armor: Aus Rache zerstach ein Stadtpolizist fast 200 Reifen und terrorisierte seine Gemeinde

    In der Gemeinde Tréguier (Departement Côtes-d’Armor) wurden seit mehreren Wochen Fahrzeuge beschädigt und Reifen aufgeschlitzt. Ende November wurde ein Verdächtiger festgenommen: Ein 56-jähriger Stadtpolizist. Er hat ein Geständnis abgelegt und wird im Januar vor Gericht erscheinen müssen.

    Seit Wochen war die beschauliche Ruhe der Gemeinde Tréguier (Côtes-d’Armor) und der umliegenden Gemeinden gestört. Viele Einwohner mussten in den letzten Wochen hilflos mit ansehen, wie zahlreiche Autos beschädigt und hunderte Reifen zerstochen wurden. „Ältere Damen erzählten mir, dass sie darauf achteten, abends nicht zu spät auf die Straße zu gehen. Sogar junge Leute haben mir erklärt, dass sie besorgt sind und aufpassen“, berichtet ein Ladenbesitzer in der Zeitung Le Télégramme.

    Und schließlich dann das Ende des Schreckens: Am Dienstag, dem 28. November, nahmen Polizeikräfte dank der Zeugenaussagen zweier Anwohner einen 56-jährigen Mann fest. Es handelte sich dabei um einen Stadtpolizisten aus Tréguier. In Polizeigewahrsam erklärte der Betroffene, er habe Konflikte mit den Opfern gehabt, insbesondere aufgrund seiner Funktion als Stadtpolizist im Rathaus von Tréguier, wie die Zeitung 20 Minutes berichtet.

    Der 56-Jährige wurde von der Staatsanwaltschaft Saint-Brieuc unter gerichtliche Aufsicht gestellt. Er wird im kommenden Januar vor Gericht erscheinen müssen.

  • Journalisten entdecken menschlichen Schädel auf einem Strand in der Bretagne

    Journalisten entdecken menschlichen Schädel auf einem Strand in der Bretagne

    Zwei Journalisten entdeckten am Mittwoch am Strand einer kleinen Insel im Morbihan einen menschlichen Schädel. Ein ähnlicher Fund war bereits Ende November von Spaziergängern gemacht worden.

    Ihr Spaziergang am Strand wurde zu einem makabren Ereignis. Zwei Spaziergänger gingen auf der Insel Hoëdic am Strand entlang, als sie auf einen menschlichen Schädel stießen. Die makabre Entdeckung wurde von zwei Journalisten der Zeitung Télégramme gemacht, die gerade eine Reportage über die kleine Insel im Département Morbihan mit weniger als 100 Einwohnern machten, wie die Zeitung 20 Minuten berichtet.

    Als sie sich am Strand von Port de la Croix aufhielten, sahen sie eine Form im Sand liegen. Da sie schnell begriffen, worum es sich handelte, alarmierten sie die Polizei und erfuhren, dass sie nicht die ersten waren, die eine solche Entdeckung gemacht hatten. Ende November wurde bereits ein anderer Schädel entdeckt.

    Die Staatsanwaltschaft Lorient leitete eine Untersuchung ein. Eine Kohlenstoff-14-Datierung soll nun festlegen, wie lange die Knochen schon dort lagen. Laut der Gemeindeverwaltung von Hoëdic könnten diese durch die jüngsten Stürme und Starkwinde auf dem Strand verstreut worden sein. Möglicherweise sind die Verstorbenen schon vor mehreren Jahrhunderten dort von ihren Angehörigen begraben worden.

  • Frankreich: Gaspreise könnten auch 2024 nochmal stark steigen

    Frankreich: Gaspreise könnten auch 2024 nochmal stark steigen

    Die Durchleitungsgebühren für Gas könnten im Juli 2024 einen großen Sprung nach oben machen, der auf den Rechnungen der Verbraucher nicht unbemerkt bleiben wird. Mit der Erhöhung des Gasdurchleitungstarifs um 30% zum 1. Juli 2024 könnte die Rechnung für Privathaushalte im nächsten Jahr nochmals weiter in die Höhe schnellen. Der Transport bis zum Heizkessel oder zum Herd macht nämlich ein Drittel des Endpreises für diesen Brennstoff aus. Dies bedeutet einen Anstieg von 6,3 % für Kunden, die Gas zum Heizen verwenden, und von 11,3 % für Kunden, die es für ihre Küche oder ihren Warmwasserbereiter nutzen, so die vorläufigen Zahlen der französischen Energie-Regulierungskommission (Commission de régulation de l’énergie, CRE). Die Zahl der Gaskunden ist gesunken.Branchenvertreter forderten sogar eine stärkere Erhöhung, um den Rückgang der Zahl der Gaskunden seit 2018 auszugleichen. Die Entscheidung wird von der Regierung getroffen. Sie ist es auch, die eine solche Preiserhöhung, die für mindes…

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  • Kostenlose Sofortüberweisungen werden in Kürze auch in Frankreich allgemein eingeführt

    Kostenlose Sofortüberweisungen werden in Kürze auch in Frankreich allgemein eingeführt

    Die kostenlose Sofortüberweisung wird bald von allen französischen Bankinstituten angeboten werden, da sie durch ein bevorstehendes Gesetz der Europäischen Union dazu gezwungen werden. Wer hat sich nicht schon einmal über seine Bank beschwert, weil sie nicht schnell genug reagiert, wenn es darum geht, eine eilige Überweisung durchzuführen? In Frankreich kann es bis zu drei Tage dauern, bis Geldüberweisungen von Privatperson zu Privatperson wirksam werden. Es sei denn, Sie bezahlen für die Transaktion, damit sie sofort erfolgt, wobei eine Gebühr anfällt, die je nach Bank zwischen 80 Cent und 1 Euro liegt. Diese Zeiten werden bald vorbei sein, da eine EU-Verordnung, die derzeit verabschiedet wird, bald alle Bankinstitute dazu verpflichten wird, ihren Kunden diesen Service kostenlos anzubieten. So wie es in vielen anderen Ländern bereits der Fall ist. Der stellvertretende Direktor für Studien der Banque de France, Julien Lassalle, wurde von der Zeitung Le Parisien zitiert, dass die endgül…

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  • Sanitäter wollen 13-Jährige nicht behandeln – sie stirbt an einer Gehirnblutung

    Sanitäter wollen 13-Jährige nicht behandeln – sie stirbt an einer Gehirnblutung

    Es passierte schon im vergangenen Juni: Mehrere Feuerwehrsanitäter wurde zu der 13-jährigen Aïcha gerufen. Sie ließen die kranke Jugendliche aber zu Hause zurück, da sie annahmen, dass sie simulierte. Das Mädchen litt jedoch an einer Gehirnblutung und starb einige Tage später im Krankenhaus. Eine Untersuchung der Online-Zeitung Mediapart vom Sonntag, dem 3. Dezember, enthüllt Mängel bei der Behandlung eines jungen Mädchens durch die Feuerwehr, die zu dessen Tod führten. Die Ereignisse gehen auf den 20. Juni zurück. Die 13-jährige Aïcha feierte ihren Geburtstag im 19. Arrondissement von Paris und fühlte sich plötzlich schlecht. Ihre Augen schielen, sie ist sehr müde und hat Schwierigkeiten, zu sprechen und bei Bewusstsein zu bleiben. Ihre Mutter kontaktiert daraufhin schnell die Feuerwehr, deren Sanitäter kurz darauf vor Ort eintreffen. Laut Mediapart verbrachten die Rettungskräfte 30 Minuten damit, festzustellen, dass Aïcha einen Schwächeanfall lediglich vortäuschte. In einer Tonaufnah…

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  • Historische Dürre: Schiffe sollen Barcelona mit Wasser versorgen

    Historische Dürre: Schiffe sollen Barcelona mit Wasser versorgen

    Die spanische Region Katalonien rund um Barcelona ist von einer historischen Dürre betroffen. Um diese zu bewältigen, wurde eine Meerwasserentsalzungsanlage gebaut, doch die Situation ist so angespannt, dass dies möglicherweise nicht ausreicht. Die Entsendung von Tankschiffen aus Marseille scheint unvermeidlich.

    In Spanien, im Hafen von Barcelona, wird derzeit ein spezielles Terminal eingerichtet. Bald können dort täglich zwei Tankschiffe aus Marseille abgefertigt werden. Katalonien bereitet sich tatsächlich darauf vor, sich bis zum nächsten Frühjahr per Schiff mit Wasser zu versorgen. Die Meerwasserentsalzungsanlagen laufen auf Hochtouren, und dennoch hat Katalonien angesichts der schlimmsten Dürre seit über einem Jahrhundert keine andere Wahl, als drastische Maßnahmen zu ergreifen. In der Region hat es seit drei Jahren nicht mehr oder kaum noch geregnet.

    „Wenn es notwendig ist, Wasser mit Schiffen zu holen, dann werden diese Schiffe vor dem Sommer ankommen. Wir haben die Verpflichtung, sicherzustellen, dass unsere Ressourcen ausreichen, um die Bevölkerung zu versorgen“, erklärte David Mascort, katalanischer Umweltminister.

    Bereits 2008 musste sich Barcelona Wasser per Schiff liefern lassen. Niemand konnte und wollte sich vorstellen, dass man dieses Szenario noch einmal erleben werde, denn in der Zwischenzeit wurde in Barcelona die größte Entsalzungsanlage Europas gebaut. Trotz allem ist nicht genug Wasser vorhanden. „In den letzten 15 Jahren haben wir uns auf eine Situation vorbereitet, die mindestens der von 2008 entspricht, aber nicht auf eine Dürre, die doppelt so schlimm ist wie die von 2008“, sagt David Mascourt. „Wenn wir heute in der gleichen Situation wie 2008 wären, müssten wir keine Maßnahmen ergreifen.“

    Wasser per Schiff ist acht- bis zehnmal teurer als die Herstellung von Wasser mit Entsalzungsanlagen, ganz zu schweigen von den Energiekosten des Transports. Dennoch hat die Region laut Samuel Reyes, Direktor der katalanischen Wasserbehörde, keine andere Wahl.

    „Es ist besser, Wasser für drei oder vier Euro pro Kubikmeter zu kaufen, als die Wasserhähne abdrehen zu müssen“, meint er. Und um das blaue Gold zu sparen, werden noch strengere Einschränkungen in Betracht gezogen. Unter anderem könnte der Druck der Wasserhähne reduziert werden.

  • Frankreich: 84 wegen Terrorismus verurteilte Häftlinge seit Jahresbeginn aus Gefängnissen entlassen

    Frankreich: 84 wegen Terrorismus verurteilte Häftlinge seit Jahresbeginn aus Gefängnissen entlassen

    Bis zum Ende des Jahres werden insgesamt 86 wegen Terrorismus verurteilte Häftlinge aus französischen Gefängnissen entlassen worden sein. Das Innenministerium erklärte am Montag, dass jeder von ihnen sehr genau überwacht werde und je nach Gefährlichkeit die Überwachung angepasst werde.

    Insgesamt 84 verurteilte Terroristen sind seit Jahresbeginn aus einem französischen Gefängnis entlassen worden, und zwei weitere sollen bis Ende des Jahres noch entlassen werden, so dass die Gesamtzahl bis Ende 2023 auf 86 steigen wird, wie das Innenministerium am Montagabend, den 4. Dezember, gegenüber dem Sender Franceinfo erklärte. Im Jahr 2024 werden 36 Häftlinge, die wegen Terrorismus verurteilt wurden, aus dem Gefängnis entlassen werden, 2025 werden es 34 sein.

    Jedes Mal, wenn ein wegen Terrorismus verurteilter Häftling aus dem Gefängnis entlassen wird, wird er sehr genau überwacht, versichert das Innenministerium. Jeder von ihnen wird anhand einer Tabelle bewertet, wobei die Einstufung von 1 (sehr gefährlich) bis 3 (wenig gefährlich) reicht. Je nach dieser Einstufung wird ihnen ein spezieller Überwachungsstatus zugewiesen. Für die gefährlichsten ist die Direction générale de la sécurité intérieure, der französische Inlandsgeheimdienst DGSI, zuständig.

    Dies war übrigens auch bei dem Attentäter in der Nähe des Eiffelturms der Fall, der am Samstagabend, dem 2. Dezember, einen deutschen Touristen tötete und einen Engländer schwer verletzte. Er wurde seit seiner Entlassung aus der Haft im Jahr 2020 vom Geheimdienst überwacht. Dem Innenministerium zufolge gehörte er jedoch zu einer kompliziert zu analysierenden Kategorie, nämlich den als „ambivalent“ eingestuften Personen: weder völlig ungefährlich, aber auch nicht besonders gewalttätig.

    Der Inlandsgeheimdienst stellt zwei zusätzliche Psychiater ein
    Bei der Entlassung der wegen Terrorismus verurteilten Häftlinge aus dem Gefängnis werden zahlreiche Maßnahmen der administrativen Kontrolle und Überwachung ergriffen. 80 % dieser Maßnahmen werden sofort bei der Entlassung der Person aus der Haft ergriffen und fast 95 % dieser Entlassenen sind Ziel von Verwaltungsmaßnahmen.

    Seit Juli 2018 wurden 351 Abschiebemaßnahmen bei wegen Terrorismus verurteilten Personen, die aus dem Gefängnis entlassen wurden, ergriffen und vollstreckt. Darüber hinaus leiden laut Innenministerium 20 % der Personen, die in Frankreich als radikalisiert eingestuft werden, an psychiatrischen Problemen. Vor kurzem wurden daher zwei zusätzliche Psychiater vom Inlandsgeheimdienst eingestellt, die bei der Analyse der Gefährder helfen sollen.

  • Klimawandel: Französische Fischer im Ärmelkanal fangen weniger Fische

    Klimawandel: Französische Fischer im Ärmelkanal fangen weniger Fische

    Die Folgen der globalen Erwärmung sind ausgerechnet im Ärmelkanal besonders deutlich. Der Ärmelkanal wird für Kaltwasserfische nach und nach unbewohnbar, und die Fischer sehen die Menge ihrer Fänge sinken.

    Wenig Wellengang, gutes Wetter: Im Ärmelkanal sind die Bedingungen für einen erfolgreichen Fischfang heute ideal. Dennoch sind die Reusen mit Wellhornschnecken, die die Fischer einholen, halb leer. Die Fangmengen sinken immer weiter. Die Wellhornschnecken werden genau sortiert, um die zu jungen Tiere zu schonen. Aber die Fischer müssen täglich mit ansehen, wie ihre Fänge zurückgehen. Sie beliefen sich im Jahr 2022 auf gerade mal 5.000 Tonnen, während sie vor zehn Jahren noch über 10.000 Tonnen betrugen. Für die Fischer hat das nichts mit Überfischung zu tun, sondern eher mit dem Klimawandel.

    Längere und früher einsetzende Hitzewellen.
    Die Hitze stört die Fortpflanzung und das Schlüpfen der Tiere aus ihren Eiern. In den letzten Jahren gab es an den Küsten des Ärmelkanals immer längere und frühere Hitzewellen. Die Durchschnittstemperatur ist seit 2007 einschließlich des Winters um 1,34 °C gestiegen. Es gibt auch extreme Hitze: Im Sommer 2022 wurden auf der Oberfläche 21°C gemessen. Für den Beruf des Fischers ist die Zukunft in dieser Region ungewiss. Für alle Kaltwasserarten wird der Ärmelkanal langsam aber sicher unbewohnbar.

  • „Rassistisch und sexistisch“: Muss das Viertel La Négresse in Biarritz seinen Namen ändern?

    „Rassistisch und sexistisch“: Muss das Viertel La Négresse in Biarritz seinen Namen ändern?

    Eine Organisation hält den Namen des Stadtteils La Négresse (die Negerin) in Biarritz für „rassistisch und sexistisch“. Sie fordert, dass das Viertel seinen Namen ändert. Das Verwaltungsgericht in Pau wird nun darüber entscheiden müssen.

    In Biarritz gibt es das Viertel La Négresse schon seit Urzeiten. Der Bahnhof von Biarritz befindet sich dort und die Mautstelle von Biarritz an der A63 trägt diesen Namen. Der Name muss jetzt geändert werden, das fordert eine Assoziation aus Bordeaux. Sie ist der Meinung, dass La Négresse (die Negerin) „ein rassistischer und sexistischer Schandname“ ist.

    Der Name des Viertels hat jedoch eine Geschichte. Dieser Teil von Biarritz soll nach einer schwarzen Frau benannt worden sein, die im 19. Jahrhundert ein Gasthaus betrieb. Ursprünglich „Harausta“ genannt, erhielt der Stadtteil 1861 den Namen La Négresse, wie aus einem damaligen Beschluss der Stadtverwaltung hervorgeht. Im Jahr 1986 wurde in einem weiteren Beschluss der Stadt Biarritz eine Straße in dem Viertel so benannt.

    Für den Verein „Mémoires et partages“ ist es jetzt an der Zeit, den Namen des Viertels zu ändern. Sein Vorsitzender Karfa Diallo ist außerdem grüner Abgeordneter im Regionalrat der Region Nouvelle-Aquitaine. Er hat den Fall vor das Verwaltungsgericht Pau gebracht, das den Fall am Donnerstag, dem 7. Dezember, verhandelt.

    Der Name des Viertels La Négresse hat in der Vergangenheit bereits für Kontroversen gesorgt. Die verschiedenen Stadträte, die die Stadt Biarritz regiert haben, haben sich jedoch stets geweigert, ihn zu ändern. Die derzeitige Bürgermeisterin Maider Arosteguy erinnert in der Zeitung Sud Ouest daran, dass 2013 „eine Befragung der Einwohner entschieden hatte, diesen Namen beizubehalten“.

    Karfa Diallo, der Vorsitzende der klagenden Assoziation „Mémoires et partages“, versicherte gleich zu Beginn der Anhörung, dass „die Menschen in Biarritz keine Rassisten sind, sondern sich an dieses historische Erbe gewöhnt haben und jetzt den Eindruck haben, dass man ihre Traditionen angreift“. In der Zeitung Le Figaro erinnert er daran, dass „Worte eine Bedeutung haben“ und dass der Name des Viertels von „unzulässiger Gewalt“ geprägt sei. Der Bahnhof von Biarritz legte den Namen La Négresse in den 80er Jahren ab, die Apotheke des Viertels erst vor kurzem. Für die Stadt Biarritz und den Autobahnbetreiber Vinci Autoroutes kommt eine Änderung jedoch nicht in Frage. Es sei denn, die Justiz entscheidet anders.