Schlagwort: Polizeieinsatz

  • Tränengas in der Brandung – Neue Eskalationsstufe an der französischen Küste?

    Tränengas in der Brandung – Neue Eskalationsstufe an der französischen Küste?

    Es ist früher Morgen am Strand von Gravelines, ein paar Kilometer westlich von Dunkerque. Die Nordsee schwappt träge an den feinen Sand – und erlebt an diesem Freitag, dem 13. Juni, ein beunruhigendes Schauspiel. Polizisten in schwerer Einsatzmontur waten bis zur Hüfte durch die Wellen. In der Hand: Tränengas. Vor ihnen: eine Gruppe von rund 30 Migrant:innen, darunter mehrere Kinder. Ziel der Beamten: verhindern, dass sie ein Boot in Richtung England besteigen. Ein Fotojournalist vor Ort spricht später von „einer chaotischen Szene“. Menschen schreien, Kinder weinen. Die Bilder gehen unter die Haut. Noch nie habe er die Polizei so agieren sehen, sagt Dan Kitwood, der die Szenerie dokumentiert hat. Er ist kein Unbekannter in der Region – die humanitäre Krise an der französischen Küste begleitet er seit Jahren mit der Kamera. Ein Einsatz, der Grenzen überschreitet Was war geschehen? Gegen fünf Uhr früh tauchen Migrant:innen aus den Dünen auf, viele mit Schwimmwesten, manche ohne. Wenige M…

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  • Jubel mit bitterem Beigeschmack: PSG-Triumph wird von Gewalt überschattet

    Jubel mit bitterem Beigeschmack: PSG-Triumph wird von Gewalt überschattet

    Was für ein Abend hätte es werden können: Der 31. Mai 2025 hätte als einer der glorreichsten Momente in die Geschichte des französischen Fußballs eingehen sollen. Paris Saint-Germain errang mit einem fulminanten 5:0-Sieg über Inter Mailand den ersten Champions-League-Titel seiner Vereinsgeschichte – ein sportlicher Meilenstein, der die Herzen der Fans höherschlagen ließ.

    Doch statt eines unvergesslichen Freudenfests endete der Abend in einer Tragödie.

    Zwei Tote, hunderte Festnahmen – die Schattenseite des Sieges

    Während die Pariser Innenstadt noch im Jubel versank, erreichten die ersten erschütternden Nachrichten die Öffentlichkeit. In Dax, einer Stadt im Departement, wurde ein 17-jähriger Junge bei einem eigentlich friedlichen Zusammenkommen erstochen. In Paris selbst kam ein 20-jähriger Mann ums Leben, nachdem er auf einem Scooter im 15. Arrondissement von einem Auto erfasst wurde.

    Solche Nachrichten lassen einen fassungslos zurück.

    Doch das war noch nicht alles: Landesweit griff die Polizei durch und nahm 559 Personen fest – allein 491 davon in Paris. 320 Verdächtige kamen in Gewahrsam, darunter 254 in der Hauptstadt. Die Feierstimmung verwandelte sich vielerorts in Chaos, Gewalt und Zerstörung.

    Paris versinkt im Tränengas

    Die berühmten Champs-Élysées, sonst Symbol für Glanz und Eleganz, gerieten zu einem Brennpunkt der Auseinandersetzungen. Jubelnde Menschen fanden sich plötzlich in aggressiven Tumulten wieder. Fensterscheiben gingen zu Bruch, Autos standen in Flammen, Geschäfte wurden geplündert. Die Polizei sah sich gezwungen, mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Ausschreitungen vorzugehen.

    Und nicht nur in Paris: In Grenoble fuhr ein Auto in eine Menschenmenge und verletzte vier Personen. In Coutances in der Normandie erlitt ein Polizist durch einen Feuerwerkskörper lebensgefährliche Verletzungen – er liegt im künstlichen Koma.

    Wer ist schuld?

    Innenminister Bruno Retailleau sprach klare Worte. Die Schuld trage nicht der Fußball, sondern eine kleine Gruppe von „gewaltbereiten und antisozialen Individuen“. Ihnen kündigte er strenge juristische Konsequenzen an. Die Mehrheit der Fans sei friedlich gewesen, betonte er – doch leider reichten ein paar, um die ganze Nation zu erschüttern.

    Auch der Verein selbst zeigte sich betroffen. PSG veröffentlichte ein Statement der Trauer, während Ousmane Dembélé via soziale Medien mahnte: „Feiert mit Respekt – Gewalt gehört nicht zum Sport.“

    Ein Appell, den man kaum deutlicher hätte formulieren können.

    Sicherheitsapparat in Alarmbereitschaft

    Trotz der Geschehnisse laufen die offiziellen Feierlichkeiten weiter. Am Sonntag folgte ein Triumphzug auf den Champs-Élysées, begleitet von einem starken Polizeiaufgebot. Der Höhepunkt: Ein Empfang im Élysée-Palast bei Präsident Emmanuel Macron. Frankreich will feiern – aber unter strenger Beobachtung.

    Die Behörden lassen nichts mehr dem Zufall überlassen. Auch medizinische Notfalldienste stehen in erhöhter Bereitschaft. Eine Frage drängt sich dabei förmlich auf: Ist unsere Gesellschaft noch in der Lage, gemeinschaftliche Freude auszuleben, ohne dass sie in Aggression umschlägt?

    Ein sportlicher Sieg, doch ein gesellschaftliches Alarmsignal

    Der PSG hat Historisches geschafft – keine Frage. Doch das Echo dieses Triumphs hallt nicht mit Applaus, sondern mit Sirenengeheul durch die Straßen. Statt Sektkorken knallten Flaschen auf Asphalt. Statt Freudenschreien hörte man Schreie der Angst.

    Diese Kluft zwischen Sportereignis und öffentlicher Ordnung legt tieferliegende Probleme offen: mangelnde Perspektiven, soziale Spannungen, eine gewisse Staatsferne. Fußball wird da schnell zum Ventil – oder leider auch zur Bühne für Krawalle.

    Ob man das mit mehr Polizei, härteren Strafen oder besserer Prävention löst, bleibt offen. Sicher ist nur eines: Solche Nächte hinterlassen Narben – in der Gesellschaft, in den Familien der Opfer, und im kollektiven Gedächtnis eines Landes, das sich eigentlich im Freudentaumel verlieren wollte.

    Der Fußball bleibt ein Spiel. Doch das Leben ist real.

    Von Daniel Ivers

  • Schüsse auf Jugendliche: Marseille erlebt erneut blutige Gewaltwelle

    Schüsse auf Jugendliche: Marseille erlebt erneut blutige Gewaltwelle

    Es war ein sonniger Frühlingstag in Marseille, als sich am 27. Mai 2025 eine weitere Tragödie abspielte, die die zweitgrößte Stadt Frankreichs erschütterte. Vor einem bekannten Drogenumschlagplatz im 14. Arrondissement eröffneten zwei Bewaffnete das Feuer auf eine Gruppe von Jugendlichen. Ein 14-jähriger Junge verlor dabei sein Leben – zwei weitere Kinder, 14 und 8 Jahre alt, wurden verletzt. Wie konnte es so weit kommen?

    Tod vor der Haustür

    Der erschossene Junge hatte keine Vorstrafen, war kein polizeibekannter Dealer. Er stand möglicherweise einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Die Angreifer zielten offenbar gezielt – ein kaltblütiger Anschlag, mitten am Tag. Für die Bewohner des Viertels ist es leider kein Einzelfall. Sie leben mit der ständigen Angst, dass auch ihre Kinder Opfer dieser Gewaltspirale werden könnten.

    Der 14-jährige und das 8-jährige Kind, die verletzt wurden, schweben glücklicherweise nicht in Lebensgefahr. Aber die seelischen Wunden – die sind unsichtbar und oft noch viel tiefer. Wie erklärt man einem Achtjährigen, dass er beinahe auf offener Straße erschossen worden wäre?

    Immer jünger, immer brutaler

    Marseille ist längst ein Synonym geworden für das, was Experten „ultrarajeunissement“ nennen: die immer frühere Rekrutierung von Kindern durch Drogenkartelle. Jugendliche im Grundschulalter übernehmen Botengänge, dienen als Späher – oder halten sogar selbst Waffen in der Hand.

    In einem erschreckenden Tempo verschmilzt Kindheit mit krimineller Realität. Einem 14-Jährigen wird eine Pistole in die Hand gedrückt und gesagt: „Mach deinen Job.“ Was wie ein Gangsterfilm klingt, ist für viele Jugendliche bittere Realität – mit tödlichem Ausgang.

    Polizeieinsätze ohne Wirkung?

    Ja, es gibt Polizeiaktionen. Razzien, Durchsuchungen, Festnahmen. Aber sie gleichen dem berühmten Kampf gegen Windmühlen. Jeder zerschlagene Drogenring wird ersetzt – schneller, effizienter, brutaler. Und oft durch noch jüngere Rekruten.

    In den nördlichen Stadtteilen von Marseille – insbesondere im 13. und 14. Arrondissement – herrscht ein Klima der Angst. Anwohner berichten von Schüssen in der Nacht, von brennenden Rollern, von Maskierten mit Sturmhauben. Die Gewalt ist kein Schatten mehr – sie steht mitten auf der Straße.

    Hoffnung oder Ohnmacht?

    Trotz all dieser düsteren Entwicklungen gibt es auch Stimmen, die sich nicht mit der Situation abfinden. Sozialarbeiter, Lehrer:innen, engagierte Nachbarn – sie kämpfen mit Herz und Verstand um jeden einzelnen Jugendlichen.

    Doch ihre Mittel sind begrenzt. Die öffentlichen Gelder – oft ein Tropfen auf den heißen Stein. Die politischen Lösungen? Viel Papier, wenig Veränderung. Wo sind die großangelegten Präventionsprogramme? Wo bleiben Mentoren, Freizeitangebote, Bildungsinitiativen, die den Kids Alternativen zeigen?

    Eine Gesellschaft am Scheideweg

    Diese Tat zeigt wieder einmal, wie dringend eine umfassende Strategie gegen Drogenkriminalität nötig ist – aber nicht nur mit Schlagstöcken und Einsatzwesten. Es braucht Aufklärung, Perspektiven, echte Chancen.

    Denn am Ende geht es um mehr als um Statistiken. Es geht um Kinder, die zur Schule gehen sollten, nicht zur Beerdigung eines Freundes. Es geht um Familien, die wieder Hoffnung schöpfen wollen – in einer Stadt, die viel zu lange schon Opfer von Drogenkriminalität und tödlicher Gewalt ist.

    Wie viele Kinder müssen noch sterben, bevor sich wirklich etwas ändert?

    Von Andreas M. Brucker

  • Raserei auf zwei Rädern: Gendarm bei nächtlichem Motorrad-Rodéo in Neuves-Maisons schwer verletzt

    Raserei auf zwei Rädern: Gendarm bei nächtlichem Motorrad-Rodéo in Neuves-Maisons schwer verletzt

    Die Stille des Freitagabends in Neuves-Maisons wurde am 16. Mai 2025 gegen 21:30 Uhr jäh durchbrochen – und zwar nicht von einem gewöhnlichen Motorenlärm, sondern von der Gewalt eines urbanen Dramas. Ein 24-jähriger Gendarm wurde bei einem Einsatz gegen einen gefährlichen Motorradfahrer schwer verletzt. Der Vorfall: eine erschütternde Mischung aus Rücksichtslosigkeit, Flucht und blanker Gewalt. Was war passiert? Der Gendarm hatte versucht, einen Motorradfahrer zu stoppen, der durch riskante Fahrmanöver auffiel – vermutlich Teil eines illegalen Straßenrennens. Der Fahrer, anfangs noch zögerlich, beschleunigte plötzlich und rammte den Beamten mit einer geschätzten Geschwindigkeit von 50 km/h frontal. Der junge Gendarm wurde zu Boden geschleudert, erlitt schwere Frakturen am Bein und musste notoperiert werden. Lebensgefahr bestand keine, doch allein die Schwere der Verletzungen spricht Bände über die Brutalität der Tat.

    We…

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  • Schüsse in Drancy: Polizeieinsatz eskaliert – Ermittlungen und Empörung

    Schüsse in Drancy: Polizeieinsatz eskaliert – Ermittlungen und Empörung

    Am Freitagabend kam es in Drancy, einem Vorort von Paris, zu einem folgenschweren Polizeieinsatz, der nun gleich zwei Ermittlungen nach sich zieht. Bei einer Kontrolle im Rahmen einer Aktion gegen illegale Motorradrennen – sogenannte „rodéos urbains“ – wurde ein junger Mann durch eine Polizeikugel verletzt. Das Geschehen wurde gefilmt und verbreitete sich rasant in den sozialen Netzwerken. Es entfacht eine hitzige Debatte über Polizeigewalt und Vertrauen in Frankreichs Ordnungskräfte – mal wieder.

    Von Routine zu Chaos Eigentlich sollte es eine gezielte Aktion gegen lärmende und gefährliche Motorcross-Fahrten im öffentlichen Raum sein. In der Nähe der Cité Youri Gagarine stürzte eine Motocross-Maschine – danach überschlagen sich die Ereignisse. Laut Augenzeugen kam es zu einer hitzigen Auseinandersetzung zwischen den Polizisten und Anwohnern. Eine Videoaufnahme zeigt, wie ein Beamter mehrere Warnschüsse abgibt. Sekunden s…

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  • Drogensumpf Castellane: Polizei führt Schlag gegen milliardenschweres Drogen-Netzwerk in Marseille

    Drogensumpf Castellane: Polizei führt Schlag gegen milliardenschweres Drogen-Netzwerk in Marseille

    23 Festnahmen, 40 Millionen Euro Umsatz – und ein deutliches Zeichen an das organisierte Verbrechen. Bereits am 24. April 2025 rückten Polizeikräfte in der berüchtigten Cité de la Castellane in Marseille an. Ziel: ein kriminelles Netzwerk zerschlagen, das den Stadtteil seit Jahren im Würgegriff hält.

    Die Aktion ist Teil der nationalen Kampagne „Place nette“, einer großangelegten Strategie, mit der Frankreich die Schattenwirtschaft in sozialen Brennpunkten zurückdrängen will. Dass dieser Einsatz Schlagzeilen machte, ist kein Zufall – denn die Zahlen sprechen für sich.

    Millionenumsätze mit Drogen – und das mitten in Europa

    Die Cité de la Castellane ist kein Unbekannter im Kampf gegen den Drogenhandel. Bereits in der Vergangenheit galt der Stadtteil als Umschlagplatz für Rauschgift – doch was Ermittler jetzt offenlegen, übertrifft viele Vorstellungen.

    Mehr als 40 Millionen Euro jährlich soll das nun zerschlagene Netzwerk erwirtschaftet haben. Die 23 festgenommenen Personen gehörten zur sogenannten „unteren Struktur“ – also den Verkäufern, Kurieren und Wachposten. Aber auch fünf ranghohe Mitglieder wurden gefasst und in Untersuchungshaft genommen.

    Und das alles? Im Rahmen nur einer einzigen Operation.

    Der Innenminister zeigt sich kämpferisch

    Bruno Retailleau, seit Kurzem Frankreichs Innenminister, lobte den Einsatz als gezielten Schlag gegen das „obere Drittel des Drogenbanditentums“ in Marseille. Für ihn ist klar: Ohne solche entschlossenen Maßnahmen lasse sich kein Staat aufrechterhalten. Sein Ziel ist es, die öffentliche Ordnung in Regionen zurückzubringen, die längst vom Gesetz des Stärkeren regiert werden.

    „Wir holen uns die Republik zurück“ – so Retailleaus Kampfansage.

    Doch wie nachhaltig ist ein solcher Einsatz?

    „Le Chat“ – ein Name, der Angst macht

    Nur wenige Monate zuvor sorgte ein anderer Fall für Aufsehen: die Auslieferung von Félix Bingui, auch bekannt als „le Chat“, mutmaßlicher Kopf des berüchtigten „Clan Yoda“. Er wurde im Januar 2025 aus Marokko nach Frankreich überstellt.

    Dem Clan werden sage und schreibe 35 Morde im Zusammenhang mit dem Drogenhandel allein im Jahr 2023 zugeschrieben. Der Fall Bingui unterstreicht, wie eng internationale und lokale Drogenkartelle inzwischen vernetzt sind – und wie schwer es ist, sie dauerhaft zu zerschlagen.

    Eine Stadt unter Dauerstress

    Trotz aller Erfolge bleibt Marseille ein Brennpunkt. Fast wöchentlich kommt es in den nördlichen Vierteln zu Schießereien, Anschlägen oder brutalen Abrechnungen zwischen rivalisierenden Banden. Die Behörden sprechen von mafiösen Strukturen, „labelartig“ organisiert – wie eine Franchise-Kette des Verbrechens.

    Und während Spezialkommandos Drogenlabore stürmen, schalten sich längst Soziologen, Stadtplaner und Pädagogen ein. Denn klar ist: Repression allein reicht nicht.

    Polizeieinsätze sind nur ein Teil der Lösung

    Viele Bewohner der Castellane fühlen sich zwischen den Fronten. Die einen leben in Angst vor den Gangs, die anderen leiden unter den Polizeikontrollen. Perspektivlosigkeit, Jugendarbeitslosigkeit und fehlende Bildungsangebote sind in diesen Vierteln Alltag. Wer mit 14 von der Schule fliegt und keine Ausbildung findet, für den ist der Drogenhandel oft die einzige wirtschaftliche Option.

    Könnte man da nicht auch mal fragen: Was kommt nach dem Polizeieinsatz?

    Eine langfristige Lösung braucht Investitionen in Bildung, Infrastruktur und gesellschaftliche Teilhabe. Ohne diese Basis bleibt jede Festnahme ein Strohfeuer – und das Netzwerk wächst an anderer Stelle einfach wieder nach.

    Hoffnung oder Hilflosigkeit?

    Die Aktion vom 24. April war ein wichtiger symbolischer und praktischer Schritt. Sie zeigt, dass der Staat handlungsfähig ist und den Drogenhandel nicht kampflos hinnimmt.

    Doch sie zeigt auch, wie tief die Strukturen bereits greifen. Marseille kämpft nicht nur gegen Drogen – sondern gegen ein ganzes System, das sich längst in den Alltag gefressen hat.

    Man könnte fast sagen: Der Staat muss den verlorenen Boden wieder zurückerobern – Straße für Straße.

    Von Andreas M. Brucker

  • Panik im Zug: Zwischen Terrorangst und psychischer Krise

    Panik im Zug: Zwischen Terrorangst und psychischer Krise

    Am 21. April 2025 spielten sich im Regionalzug TER zwischen Le Havre und Paris dramatische Szenen ab. Der Zug stoppte planmäßig in der Station Achères – Grand Cormier in den Yvelines, doch was dann geschah, versetzte die 150 Passagiere in blanke Angst. Ein 56-jähriger Mann aus Seine-Saint-Denis schrie „Allahu Akbar“ und drohte damit, den Zug in die Luft zu sprengen. Der Schrecken griff sofort um sich – man kann sich vorstellen, wie rasch Panik das Abteil erfüllte. Polizei greift schnell und entschlossen durch Dank der aufmerksamen Reaktion des SNCF-Personals wurde sofort Alarm geschlagen. Die Sicherheitskräfte waren rasch vor Ort und konnten den Mann überwältigen, bevor Schlimmeres passierte. Der Zug wurde evakuiert, ebenso der Bahnhof. Sprengstoffexperten rückten an – eine nervenaufreibende Zeit für alle Beteiligten. Doch Entwarnung: Es gab keinen Sprengsatz. Gegen 12:10 Uhr lief der Zugverkehr wieder an, langsam, fast zaghaft – als müsse auch das Schienennetz erst wieder durchatmen. …

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  • Rennes im Schockzustand: Schießerei im Drogenmilieu erschüttert die Stadt

    Rennes im Schockzustand: Schießerei im Drogenmilieu erschüttert die Stadt

    Es war ein sonniger Donnerstagnachmittag – doch in Rennes endete der 17. April 2025 in einem Albtraum. Gegen 17:15 Uhr eröffneten drei maskierte Männer in einem Subway-Restaurant auf der belebten Dalle Kennedy das Feuer – mitten im Alltag, mitten in der Stadt. Vier Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Der Vorfall war kein Zufall – er war eine gezielte Machtdemonstration in einem eskalierenden Bandenkrieg um die Kontrolle des Drogenhandels.

    Die Schüsse im Fast-Food-Lokal Was wie eine Filmszene klingt, war blutige Realität. Drei junge Männer zwischen 18 und 27 Jahren wurden gezielt mit automatischen Waffen beschossen – laut Ermittlern klare Zielpersonen. Eine vierte Person, ein unbeteiligter junger Mann, wurde von dem Fluchtfahrzeug der Täter erfasst. Charles Compagnon, Stadtrat von Rennes, erlebte die Tat hautnah mit: „Wir waren mitten in der Schusslinie. Die jungen Männer sagten noch ‚Wir sind es nicht!‘ – dann fielen die Schüsse. Wir haben uns …

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  • Schießerei in Arles: Wenn die Gewalt regiert – ein Stadtteil im Ausnahmezustand

    Schießerei in Arles: Wenn die Gewalt regiert – ein Stadtteil im Ausnahmezustand

    In der Nacht vom 14. auf den 15. April 2025 erschütterte eine tödliche Schießerei das Viertel Barriol in Arles. Zwei junge Männer – 23 und 22 Jahre alt – wurden in ihrem Fahrzeug angegriffen. Der Fahrer wurde in den Kopf getroffen und starb noch am Tatort. Sein Beifahrer erlitt eine Schussverletzung am Arm und kam ins Krankenhaus. Lebensgefahr besteht bei ihm nicht.

    Beide Opfer sind der Polizei bestens bekannt – das deutet in eine klare Richtung.


    Ein gezielter Anschlag – wie aus dem Nichts

    Laut bisherigen Ermittlungen soll ein einzelner Täter das Feuer eröffnet haben. Fünf Patronenhülsen vom Kaliber 9 mm wurden am Tatort gefunden. Alles spricht für eine präzis geplante Tat. Kein wilder Schusswechsel, kein Zufall – sondern eine Hinrichtung auf offener Straße.

    Die Polizei geht derzeit von einem klassischen Racheakt im Drogenmilieu aus. Ein weiterer Fall in einer langen Kette blutiger Abrechnungen, wie sie in der Region inzwischen fast zur traurigen Routine geworden sind.


    Barriol – ein Viertel zwischen Angst und Hoffnungslosigkeit

    Barriol gilt als sozial schwacher Stadtteil mit anhaltenden Problemen: Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, und mittendrin – ein florierender Drogenmarkt. Hier rekrutieren Dealer junge Menschen, hier werden Schulden nicht mit Mahnungen beglichen, sondern mit Kugeln.

    Wer hier lebt, gewöhnt sich an Schüsse. „Wir schlafen mit dem Handy unterm Kopfkissen – für den Fall, dass wir fliehen müssen“, erzählt ein Anwohner. Polizei-Patrouillen gehören zum Alltag. Vertrauen in den Staat? Kaum noch vorhanden.


    Staatliche Maßnahmen: Viel Polizei, wenig Wirkung

    Die Behörden versuchen gegenzusteuern. Die Polizei ist mit erhöhter Präsenz im Viertel, Sondereinheiten ermitteln. Die Justiz setzt auf konsequente Strafverfolgung. Doch die Erfolge sind punktuell. Jeder zerschlagene Ring wird schnell durch neue Strukturen ersetzt – meist brutaler als zuvor.

    Auch Prävention wird versucht: Projekte für Jugendliche, Sportvereine, Sozialarbeit. Aber gegen schnelle Geldversprechen und Gruppenzugehörigkeit im Drogenmilieu wirken diese Angebote oft hilflos.


    Ein tödlicher Kreislauf

    Der Fall von Arles reiht sich ein in eine ganze Serie ähnlicher Taten in Südfrankreich. Marseille, Nîmes, Perpignan – immer wieder kommt es dort zu Schießereien im Zusammenhang mit dem Drogenhandel. Und die Opfer werden immer jünger.

    Der getötete Fahrer war gerade mal 23. Ein Alter, in dem das Leben eigentlich losgehen sollte. Stattdessen endete es mit einem Schuss in den Kopf – mitten in der Nacht, mitten im Viertel, mitten in Europa.


    Wie weiter?

    Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Das zuständige Kommissariat und die Polizeijudikative aus Bouches-du-Rhône sind mobilisiert. Ziel ist es, Täter und mögliche Hintermänner schnellstmöglich zu fassen. Doch selbst wenn das gelingt – das eigentliche Problem bleibt bestehen.

    Kann man diese Gewaltspirale überhaupt noch stoppen? Oder ist sie längst fester Bestandteil einer Parallelwelt geworden, die mit der offiziellen Gesellschaft kaum noch Berührungspunkte hat?

    Was es braucht, ist mehr als Polizeipräsenz. Es braucht neue Perspektiven, echten sozialen Wandel – und den Willen, auch die „vergessenen“ Stadtteile nicht aufzugeben.

    Denn solange Kugeln statt Chancen verteilt werden, bleibt der nächste Schuss nur eine Frage der Zeit.

    Von Andreas M. B.

  • Cannes: Der Stadtteil Ranguin unter Druck – Drogenhandel und Gewalt eskalieren

    Cannes: Der Stadtteil Ranguin unter Druck – Drogenhandel und Gewalt eskalieren

    Im Stadtteil Ranguin in Cannes-La Bocca hat sich die Lage in den letzten Wochen dramatisch zugespitzt. Am Dienstag, dem 8. Oktober, führten die Behörden gleich zwei großangelegte Polizeieinsätze durch, um gegen die zunehmende Kriminalität und den florierenden Drogenhandel vorzugehen. Während die Polizei am Morgen mit Unterstützung des Spezialeinsatzkommandos RAID agierte, folgte am Nachmittag eine weitere Operation namens „Place nette“. Der Stadtteil scheint auf einem gefährlichen Pfad zu sein, der immer mehr an die Zustände in berüchtigten Vierteln von Marseille erinnert. Morgendlicher Schlag gegen den Drogenhandel Bereits früh am Morgen – genau um 6 Uhr, dem legalen Beginn solcher Einsätze – schwärmten 75 Polizeikräfte in Ranguin aus. Ihr Ziel: zwei wichtige Drogenumschlagplätze. Die Polizei hatte im Vorfeld beobachtet, dass allein an diesen beiden Standorten bis zu 500 Transaktionen täglich abgewickelt wurden. Einer der Schwerpunkte lag in der Impasse Victor Hugo, wo vor allem Kokai…

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