Schlagwort: Polizei

  • Yvelines: Teenager stirbt nach Zusammenstoß mit einem Polizeifahrzeug

    Yvelines: Teenager stirbt nach Zusammenstoß mit einem Polizeifahrzeug

    Nach dem Tod eines Teenagers am Mittwochabend in Elancourt (Yvelines) wurden polizeiliche Untersuchungen eingeleitet.

    Gegen 18.40 Uhr am Mittwoch, dem 6. September, stieß ein Zweiradfahrer an einer Kreuzung in Elancourt im Departement Yvelines mit einem Polizeifahrzeug zusammen, wie die Polizeiquelle bekannt gab. Der Fahrer des Zweirads soll sich geweigert haben, einer Aufforderung zu einer Polizeikontrolle Folge zu leisten und wurde daraufhin von einem Streifenwagen verfolgt. Der Unfall ereignet sich kurz darauf mit einem weiteren Polizeifahrzeug.

    Das Opfer ist ein 16-jähriger Jugendlicher. Nach dem Zusammenstoß erlitt der Jugendliche zunächst einen Atem-Herzstillstand, konnte aber von den Rettungskräften wiederbelebt und ins Krankenhaus gebracht werden, wie die Polizei berichtet. Er erlag später seinen schweren Verletzungen, wie die Staatsanwaltschaft von Versailles mitteilte.

    Die Staatsanwaltschaft Versailles leitete zwei Ermittlungen ein: eine wegen „Verweigerung des Gehorsams“ gegen den Fahrer des Motorrollers und eine weitere wegen „fahrlässiger Tötungr“ gegen den fahrer des Polizeifahrzeugs. Zwei Polizisten wurden im Rahmen dieser zweiten Untersuchung in Polizeigewahrsam genommen und noch am Abend von der Inspektion der Polizei (IGPN) angehört.

    Zusätzliche Polizeikräfte und Gendarmerie wurden nach Elancourt entsandt, um mögliche Unruhen in dem 25.000 Einwohner zählenden Pariser Vorort zu verhindern.

    Der Tod des Teenagers erfolgte kaum mehr als zwei Monate nach dem Tod des 17-jährigen Nahel Merzouk, der am 27. Juni in Nanterre (Hauts-de-Seine) bei einer Verkehrskontrolle von einem Polizisten erschossen worden war. Die Bilder des Motorradpolizisten, der aus nächster Nähe auf den Jungen schoss, wurden in den sozialen Netzwerken verbreitet und hatten in ganz Frankreich eine Welle der Wut ausgelöst.

  • Isère: Verletzter Mann erstattet nach Schuss eines Polizisten Anzeige wegen „vorsätzlicher Gewalt“

    Isère: Verletzter Mann erstattet nach Schuss eines Polizisten Anzeige wegen „vorsätzlicher Gewalt“

    In diesem Fall sind zwei Verfahren anhängig, eines wegen vorsätzlicher Gewalt gegen den Kläger Toufik B., ein weiteres wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Stadtpolizisten, der den Schuss abgegeben hat.

    Eineinhalb Monate, nachdem er in Fontaine, in der Nähe von Grenoble im Département Isère, von einem Schuss eines Stadtpolizisten getroffen wurde, hat der 38-jährige Toufik B. jetzt Anzeige wegen „vorsätzlicher Gewalt mit dauerhafter Behinderung“ erstattet, wie France Bleu Isère gemeldet hat. Toufik B. wurde am 15. Juni von einer Kugel ins Bein getroffen, nachdem er sich auf einem Motorroller geweigert hatte, für eine Polizeikontrolle anzuhalten.

    In dem Fall sind zwei Verfahren anhängig, eines wegen Befehlsverweigerung und vorsätzlicher Gewalt gegen Toufik B., ein weiteres wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Stadtpolizisten, der den Schuss abgegeben hat.

    Zum Zeitpunkt des Vorfalls fuhr der 38-jährige Mann Toufik B. mit seinem Roller auf der Uferstraße in Fontaine, die für Radfahrer und Fußgänger reserviert ist. Der Anwalt des Klägers, Emmanuel Decombard, räumt gegenüber dem Sender France Bleu Isère ein, dass sein Mandant einen Fehler beging, „der aber lediglich eine Ordnungswidrigkeit ist“. Er versichert, dass Toufik B. mit mäßiger Geschwindigkeit fuhr, als zwei Polizisten ihn mit Tränengas besprühten und dass sein Mandant daraufhin „in Panik geraten“ sei, er losgefahren sei und in diesem Moment von einem der Polizisten angeschossen worden sei.

    Der Anwalt kritisiert eine „unverhältnismäßige“ Reaktion der Polizei.
    Die Polizisten ihrerseits versichern, dass der Mann auf dem Roller sehr schnell gefahren sei, auf sie zugefahren sei und sogar einen der Beamten gerammt und ihn leicht am Knie und am Schienbein verletzt habe. In ihrem Bericht, den France Bleu Isère einsehen konnte, sprechen sie von Flucht und Befehlsverweigerung.

    Für den Anwalt von Toufik B. war die Reaktion der Polizei „völlig unverhältnismäßig“. Aufgrund der Schussverletzung musste er laut seinem Anwalt Emmanuel Decombard etwa 20 Tage im Krankenhaus bleiben und mit über 100 Stichen genäht werden. Er geht nun an Krücken, „macht dreimal pro Woche Krankengymnastik“ und „steht mit nichts da und hat vor allem keine Arbeit mehr“.

  • Gehälter, Personalstärke, Ausbildung – wie schneidet die französische Polizei im europäischen Vergleich ab?

    Gehälter, Personalstärke, Ausbildung – wie schneidet die französische Polizei im europäischen Vergleich ab?

    Die zahlreichen Krankmeldungen bei der Polizei als Reaktion auf die Untersuchungshaft eines Polizisten in Marseille scheinen Alarmzeichen zu sein, die zeigen, dass dieser Beruf in Schwierigkeiten steckt. Wo aber steht Frankreich im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn? Nach der Polemik um die Inhaftierung eines wegen Gewalttätigkeiten in Marseille angeklagten Polizisten ist die Frage nach den Arbeitsbedingungen der Polizeibeamten in Frankreich in den Mittelpunkt der Debatten gerückt. Sie seien zu wenig ausgebildet und werden sehr jung in die sensibelsten Gebiete des Landes geschickt, so die Kritik. Sieht es in anderen europäischen Ländern besser aus als in Frankreich? In Frankreich dauert die Ausbildung von Polizisten 8 Monate in einer speziellen Schule und 16 Monate im Einsatz. Nach den Anschlägen von 2015, als der Bedarf vor Ort sehr hoch war, wurde die Ausbildungszeit verkürzt. Eine Ausbildung, die zu kurz und zu sehr auf Stärke ausgerichtet ist, so wird der Soziologe Sébastan …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Schüsse im TGV – Zivilpolizist überwältigt gewalttätigen Mann

    Schüsse im TGV – Zivilpolizist überwältigt gewalttätigen Mann

    Ein gewalttätiger Mann, der am Donnerstag, dem 13. Juli, in einem TGV von Annecy nach Paris unterwegs war, versuchte während der Fahrt, die Zugtüren zu öffnen und schlug eine Scheibe ein. Einem Polizisten in Zivil gelang es, ihn zu überwältigen. Während des Vorfalls wurde mindestens ein Schuss abgefeuert.

    Ein Passagier sorgte am Donnerstag, dem 13. Juli, in dem TGV von Mailand nach Paris für Angst und Schrecken. Am frühen Nachmittag hörten die Fahrgäste einen Schuss in dem Zug, der sich zu diesem Zeitpunkt in voller Fahrt befand. 800 Passagiere waren an Bord. Ein Polizist, der in Zivil mit seiner Dienstwaffe unterwegs war, überwältigte den Mann, der laut Augenzeugenberichten sehr verstört wirkte. „Er wollte unbedingt aussteigen. Er hat den Nothammer genommen, um die Scheibe einzuschlagen“, berichtet ein Reisender auf dem Sender France 2. Der Polizist versuchte, den renitenten Fahrgast zu überwältigen, der daraufhin nach der Waffe des Beamten griff.

    Der Polizist benutzte das Programm „Voyager, protéger“.
    In dem Kampf löste sich ein Schuss, ohne dass jemand verletzt wurde. Der Mann konnte anschließend gefesselt werden. Der Täter ist etwa 30 Jahre alt. Er trug außerdem ein Springmesser bei sich. Er befindet sich in Polizeigewahrsam und es wurden gerichtliche Ermittlungen wegen versuchten Mordes an einem Polizeibeamten eingeleitet. Der Polizist nutzte das Programm „Voyager, protéger“. Damit erhalten Ordnungskräfte kostenlose Zugtickets, sofern sie sich vorher anmelden und während der Fahrt ihre Waffe mit sich führen.

  • Tod von Nahel: Anwalt der Familie prangert erneut Lügen des Polizisten an

    Tod von Nahel: Anwalt der Familie prangert erneut Lügen des Polizisten an

    Nach Nahels Tod wurde auf einem Polizeieinsatzformular vermerkt, dass das Opfer versucht habe, einen Polizisten zu rammen, während gleichzeitig ein Video diese Version widerlegte. Wenn der Beamte „notiert, dass ein Fahrzeug versucht hat, einen Polizisten zu töten, ist diese Information meiner Meinung nach wichtig genug, um sich nicht irren zu dürfen“, betont der Anwalt von Nahels Familie am Donnerstag.

    Rechtsanwalt Yassine Bouzrou, Anwalt der Familie von Nahel, prangerte am Donnerstag, dem 6. Juli, auf dem Sender Franceinfo erneut einen Einsatzbericht der Polizei an, „der wahrheitswidrig angibt, dass Nahel am Dienstag, dem 27. Juni, in Nanterre im Departement Hauts-de-Seine versucht hat, einen Polizisten zu rammen, indem er auf ihn zugefahren ist“. Die Familie reichte Klage wegen Urkundenfälschung ein. Ein Amateurvideo, das kurz nach der Tat in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde, scheint das Gegenteil zu beweisen. „Wenn es kein Video gegeben hätte, um dieses Dokument zu widerlegen, hätte der Staatsanwalt entschieden, dass der Schuss des Polizisten vorschriftsmäßig war und somit hätte es nicht einmal eine Untersuchung gegeben“, erklärte der Anwalt.

    Es gibt ein von einem Polizisten verfasstes Dokument, in dem offenbar wahrheitswidrig angegeben wird, dass der 17-jährige Nahel versucht habe, einen Polizisten zu rammen, indem er auf ihn zufuhr. Diese Information wird in einem Dokument festgestellt, das in von einem Polizisten unterzeichnet wurde. Deshalb geht der Anwalt von Nahels Familie davon aus, dass dieses Dokument eine Fälschung darstellt, da die darin enthaltenen Informationen schlichtweg gelogen seien. Auf der Grundlage der falschen Information hatte der Staatsanwalt der Stadt Nanterre zunächst beschlossen, Ermittlungen gegen den inzwischen verstorbene Nahel wegen versuchten Mordes an einem Polizisten einzuleiten. Nach Aussage des Anwalts war es ein anderer, unbeteiligter Polizist, der den Einsatzbericht verfasst hatte – auf der Grundlage von Informationen, die ihm von den Polizisten gegeben wurden, die tatsächlich an der fatalen Verkehrskontrolle beteiligt waren.

    Der Polizist, der die Einsatzprotokolle schreibt, hört über Funk die Polizisten ab, die im Einsatz sind. Er verlässt sich dabei gänzlich auf die Meldungen der Polizisten, vor Ort. Diese wissen ganz genau, dass auf der Grundlage ihrer Informationen ein Protokoll ausgefüllt wird. Dieses Dokument ist anschließend von großer Bedeutung, denn es veranlasst nicht nur den Staatsanwalt, eine Untersuchung einzuleiten, sondern, vor allem im Fall Nahel hätten die Ermittlungen auf Grund des Protokolls den Polizisten, der geschossen hat, entlastet.

    Rechtsanwalt Yassine Bouzrou, Anwalt der Familie von Nahel, bekräftigt: „Der Beamte, der das Dokument ausfüllt, ist ein Profi. Wenn er notiert, dass ein Fahrzeug versucht hat, einen Polizisten zu rammen und zu töten, ist die Information meiner Meinung nach wichtig genug, um keinen Fehler zu machen.“

  • Meurthe-et-Moselle: Junger Mann nach Polizeischüssen im Koma

    Meurthe-et-Moselle: Junger Mann nach Polizeischüssen im Koma

    In Meurthe-et-Moselle liegt ein 25-Jähriger noch immer im Koma, nachdem er in der Nacht von Donnerstag auf Freitag am Rande der Unruhen durch einen Schuss verletzt worden war. Da die Ermittler inzwischen davon ausgehen, dass der Schuss aus einer Polizeiwaffe abgegeben wurde, wurde eine Untersuchung wegen „vorsätzlicher Gewalt durch eine Person, die Träger der öffentlichen Gewalt ist“ eingeleitet.

    Nach der schweren Verletzung eines 25-jährigen Mannes in Mont-Saint-Martin (Meurthe-et-Moselle) in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wird nun in Erwägung gezogen, dass der Schuss aus einer Waffe der Eliteeinheit der nationalen Polizei stammt, wie Franceinfo am Mittwoch unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von Val de Briey meldete. Es wurde eine Untersuchung wegen „vorsätzlicher Gewalt durch eine Person, die Träger der öffentlichen Gewalt ist“ eingeleitet, die der Generalinspektion der nationalen Polizei (IGPN) übertragen wurde.

    Aimène, ein 25-jähriger Sicherheitsbeamter, war am Freitag, dem 30. Juni, gegen 1 Uhr morgens in Mont-Saint-Martin mit seinem Auto unterwegs als er von einer speziellen Munition am Kopf getroffen und schwer verletzt wurde. Die Ermittler gehen davon aus, dass der junge Mann mit einem sogenannten Bean Bag beschossen wurde, d. h. einem nicht-letalen Geschoss, das aus einem Beutel, der kleine Kugeln enthält, besteht. Es stellte sich heraus, dass die Beamten der Sondereinheit, die im Rahmen der Unruhen im Zusammenhang mit dem Tod von Nahel zur Unterstützung der Polizei gerufen worden waren, in dieser Nacht in diesem Gebiet tatsächlich solche speziellen Waffen einsetzten: Abwehrkugelwerfer (LBD), Blendgranaten und eben auch diese Bean Bags.

    Laut den beiden anderen Insassen des Autos, die von den Ermittlern inzwischen angehört wurden, waren alle drei auf dem Weg zu einem Supermarkt in Luxemburg, das nur wenige Kilometer entfernt liegt, und nahmen nicht an den Ausschreitungen teil. Das von Aimène gesteuerte Auto wurde durchsucht, es wurden weder Steine noch Feuerwerkskörper gefunden.

    Die Beamten ihrerseits sagten aus, dass sie in dem chaotischen Gebiet mehrere Stunden lang mit Feuerwerkskörpern beschossen und mit Steinen beworfen wurden, die vor allem aus Fahrzeugen geworfen wurden. Die Beamten sagten, sie seien sich nicht bewusst gewesen, dass eines der als Antwort abgefeuerten Geschosse jemanden verletzt haben könnte. Sie wollen dies erst am nächsten Morgen erfahren haben, nachdem die Familie von Aimène Anzeige erstattet hatte.

    Die Ermittlungen sollen nun den gesamten Tathergang rekonstruieren. Eine weitere Person, die in derselben Nacht in demselben Gebiet durch einen Schuss aus einer Spezialwaffe verletzt wurde, wurde ebenfalls angehört. Diese Person wurde allerdings wesentlich leichter verletzt.

  • 27-Jähriger während der Unruhen in Marseille möglicherweise von der Polizei getötet

    27-Jähriger während der Unruhen in Marseille möglicherweise von der Polizei getötet

    Während der Unruhen wegen des Todes von Nahel wurde am Samstag, dem 1. Juli, in Marseille ein Mann getötet. Er wurde offenbar von einem Gummigeschoss getroffen. Die genauen Umstände sind noch immer unklar.

    Der Tod des jungen Mannes wurde erst am Dienstag bekannt gegeben. Während der Unruhen wegen Nahels Tod starb am Samstag, dem 1. Juli 2023, in Marseille unter noch ungeklärten Umständen ein 27-jähriger Mann. Ein Gummigeschoss traf ihn offenbar tödlich.

    Die Szene spielte sich im Stadtzentrum von Marseille ab, wo das Opfer vermutlich mit einem Motorroller unterwegs war. Der genaue Ort, an dem das Opfer getroffen wurde, ist noch nicht bekannt. Die Ermittlungen sollen dies klären.

    Das Opfer erlitt einen „heftigen Schock im Brustbereich“, der durch „einen Schuss aus einem Projektil vom Typ Flash-Ball“ ausgelöst wurde, so die Zeitung La Marseillaise. Die Autopsie ergab, dass „der Aufprall zu einem Herzstillstand und damit zum Tod geführt hat“, erklärte der Staatsanwalt von Marseille, Dominique Laurens. Die Zeitung La Provence berichtet von einem möglichen Projektil vom Typ „gom cogne“, einem Gummigeschoss aus einer Verteidigungswaffe der Polizei.

    Das Opfer ist ein 27-jähriger Mann, dessen Identität nicht öffentlich bekannt gegeben wurde.

    Der tödliche Vorfall ereignete sich in einem Bereich von Marseille, in dem es am Samstag, dem 1. Juli, zu Unruhen und Plünderungen kam. Wie der Staatsanwalt von Marseille ausführte, ist es jedoch „nicht möglich, festzustellen, ob das Opfer daran beteiligt war“.

    Die Staatsanwaltschaft Marseille hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Vorwurfs des tödlichen Gebrauchs einer Waffe eingeleitet. Auch die Inspektion der Nationalpolizei IGPN hat Ermittlungen aufgenommen.

  • Tod von Nahel: „Ein Verrückter, er hat geschossen“… die letzten Worte des Teenagers

    Tod von Nahel: „Ein Verrückter, er hat geschossen“… die letzten Worte des Teenagers

    Der Beifahrer, der sich im Fahrzeug des 17-jährigen Nahel befand, sprach jetzt über das schreckliche Drama, das sich am Dienstag, dem 27. Juni ereignet hat. Er beschreibt die letzten Momente des jungen Nahel.

    Am Montag, dem 3. Juli, berichtete der dritte Mitfahrer auf der Rückbank des gelben Mercedes, den der junge Nahel steuerte, über den Tod des 17-Jährigen am 27. Juni dieses Jahres. Der gerade 14 Jahre alt gewordene Beifahrer – mit Spitznamen Adam – wurde in Polizeigewahrsam genommen und von den Polizeikräften befragt.

    Der junge Mann verfasste daraufhin einen Brief, der an die Zeitung Le Parisien gerichtet war. Es ist Adams Vater, der den Journalisten diesen Brief übergab. In diesem Schreiben berichtet der junge Beifahrer über die letzten Momente von Nahel, der bei einer Verkehrskontrolle in Nanterre, einem Vorort von Paris, von einem Polizisten aus nächster Nähe erschossen wurde. Der 14-jährige Junge erklärte, dass er an diesem Tag auf dem Weg zum Collège war, um eine Prüfung abzulegen. Auf dem Weg traf er Nahel, der einen gelben Mercedes fuhr: Dieser bot ihm an, ihn mit dem Auto zu seiner Prüfung zu fahren. „Mein Sohn wusste nicht, dass Nahel keinen Führerschein hatte und dass er noch minderjährig war“, erklärte Adams Vater gegenüber Le Parisien. Der Schüler setzte sich auf den Rücksitz des Fahrzeugs, da der Beifahrersitz von einem anderen Freund Nahels besetzt war.

    „Er ist ein Verrückter, er hat geschossen“
    Das Fahrzeug wird kurz darauf von Polizisten für eine Kontrolle angehalten. Zwei Polizisten, die der Abteilung öffentliche Ordnung und Verkehr (DOPC) angehören, forderten Nahel auf, den Motor des Fahrzeugs auszuschalten. „Nahel wollte nicht anhalten“, berichtet Adam in seinem Brief. Der gelbe Mercedes lieferte sich daraufhin eine Verfolgungsjagd durch die Straßen von Nanterre. Schließlich blieb das Fahrzeug in einem Verkehrsstau stehen. Die beiden Polizisten postierten sich auf Höhe der linken Vordertür neben dem Fenster von Nahel.

    „Die Polizisten […] richteten ihre Waffen auf Nahel“, berichtet Adam weiter. Laut dem 14-Jährigen erhielt Nahel „drei Schläge“ und versuchte, „seinen Kopf zu schützen“. Der Schüler behauptet, dass einer der Polizisten Nahel gewarnt habe, „dass er ihm eine Kugel in den Kopf schießen würde“. In seinem Schreiben erklärt Adam, dass Nahels Fuß „wahrscheinlich aus Panik die Bremse losgelassen hat, als er versuchte, sich zu schützen“. Das Auto mit Automatikgetriebe „fuhr von selbst weiter“. Laut Adam hat einer der Polizisten „seinem Kollegen gesagt, er solle schießen. Dann ging der Schuss los“. Der Junge schreibt, er habe in dem Moment nicht verstanden, dass sein Freund getroffen wurde: „Nahel, nachdem er die Kugel abbekommen hatte, sagte er: Das ist ein Verrückter, er hat geschossen“. Das Fahrzeug beschleunigte daraufhin „schlagartig“ und prallte gegen Straßenmobiliar. Nahel lag regungslos in seinem Sitz: „Es gab kein Blut, aber er war auf die Seite geneigt“, beschreibt Adam.

    Der Schüler versucht daraufhin, aus dem Fahrzeug auszusteigen. Er wird sofort von den beiden Polizisten festgenommen. Auf online verbreiteten Videos ist zu sehen, wie einer der Polizisten ihn zu Boden wirft: „Ich habe meine Hände gehoben, damit er nicht auf mich schießt. Ich lag auf dem Boden. Ich sagte (dem Polizisten), dass ich nichts getan habe, und er sagte: Halt die Klappe. Und er hat mir Handschellen angelegt“, berichtet Adam. Der Schüler wird von den Polizisten abgeführt. Gleichzeitig sieht er, dass sein Freund eine Herzmassage erhält. Der Junge hörte, wie einer der beiden Polizisten seinem Kollegen sagte, dass er „nicht hätte schießen sollen, weil sie weiter hinten eine Straßensperre errichten wollten“. Adam wurde schließlich in Polizeigewahrsam genommen. Am späten Nachmittag des 27. Juni wurde der Gewahrsam wieder aufgehoben. Adam ist von den Geschehnissen gezeichnet: „Ich weiß, dass er leidet. Er hat Aussetzer. Er schläft im Moment sehr schlecht“, sagt der Vater gegenüber der Zeitung Le Parisien.

  • Tod von Nahel: Für die Familie des Polizisten wurden fast 1.4 Millionen Euro gespendet – heftige Kritik wird laut

    Tod von Nahel: Für die Familie des Polizisten wurden fast 1.4 Millionen Euro gespendet – heftige Kritik wird laut

    Ein Pool zur Unterstützung der Familie des Polizisten, der wegen Totschlags an dem jungen Nahel angeklagt und in Haft genommen wurde, sorgt für viel Gesprächsstoff, vor allem wegen des überwältigenden Erfolgs. Der Aufruf zur Unterstützung wurde vom ehemaligen Sprecher des rechtsextremen Politikers Éric Zemmour, Jean Messiah, veröffentlicht und hat mittlerweile fast 1,4 Millionen Euro erreicht.

    Fast 900.000 Euro kamen in nur drei Tagen zusammen. Zur Unterstützung der Familie des Polizisten aus Nanterre, der nach dem Tod des 17-jährigen Nahel bei einer Verkehrskontrolle wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt wurde, wurde ein Spendenpool eingerichtet. Über 40.000 Menschen haben sich daran beteiligt. Einige Spenden beliefen sich sogar auf bis zu 3.000 Euro. Nach Ansicht der Polizeigewerkschaft ist diese Hilfe dringend erforderlich. Jean-Christophe Couvy von der Gewerkschaft SGP-FO erklärte: „Die Frau des Polizisten sowie sein Kind mussten sehr schnell umziehen. Das verursacht Kosten. […] Es ist auf einen Schlag eine Familie, die ihr Leben ändern muss.“

    „Die Gelder werden direkt an die betreffende Familie gezahlt“
    Aber die Initiative ist höhst umstritten. Sie wird von Jean Messiah, dem ehemaligen Wahlkampfsprecher des Rechtspolitikers Eric Zemmour, vorangetrieben. Einige, wie der Generalsekretär der Parti Socialiste, empören sich über die Spendenwebseite und prangern sie als „einen Pool der Schande“ an. 
    Ein anderer Spendenpool zur Unterstützung von Nahels Mutter hat bisher nur etwa 170.000 Euro eingesammelt.

  • Gewalt nach Nahels Tod: Kehrt in Frankreich wieder Ruhe ein?

    Gewalt nach Nahels Tod: Kehrt in Frankreich wieder Ruhe ein?

    Die Nacht vom 2. auf den 3. Juli war ruhiger als die vorherigen Nächte. In Dammarie-lès-Lys im Département Seine-et-Marne schlossen sich Geschäftsleute zusammen, um durch die Straßen zu patrouillieren und die Ruhe zu bewahren.

    Es herrscht Ruhe am späten Montagabend, dem 3. Juli, in Nanterre (Hauts-de-Seine). Gegen 18 Uhr waren keine Polizei-Busse im Einsatz und keine Polizeipatrouillen auf den Straßen zu sehen. Die Regierung versichert aber, dass die Ordnungskräfte genauso zahlreich sein werden wie am Vortag. 45.000 Gendarmen und Polizisten sind mobilisiert. Diese Vorkehrungen scheinen Früchte zu tragen. In Dammarie-lès-Lys (Seine-et-Marne) in der Nähe von Paris sind die Geschäftsleute jedoch noch immer auf der Hut, weil sie Angst haben, dass die Gewalt wieder aufflammt. Der Betreiber eines Mini-Marktes musste mit ansehen, wie sein Geschäft verwüstet wurde. Bei ihm gibt es nichts mehr zu holen, aber das gilt nicht für alle Läden in der Nähe. Einige sind bisher verschont geblieben. Um sie zu schützen, haben sich die Ladenbesitzer nun zusammengeschlossen und patrouillieren selbst in den Straßen.

    Farid Hassouni, einer der Ladenbesitzer, berichtet gegenüber dem Sender France 3: „Für mich hat sich das ausgezahlt, denn die Gruppen, die wir gesehen haben, sind umgekehrt.“ Weniger Festnahmen, weniger Zwischenfälle in der letzten Nacht. Haben die Aufrufe der Familie des von einem Polizisten getöteten Nahel zur Ruhe den Zorn einiger Jugendlicher besänftigt? Die Ruhe könnte aber fragil sein. Auch die kommende Nacht wird wieder strenge Sicherheitsvorkehrungen erleben.