Schlagwort: Polizei

  • Neujahrsfest: 90.000 Polizisten und Gendarmen werden in ganz Frankreich mobilisiert sein

    Neujahrsfest: 90.000 Polizisten und Gendarmen werden in ganz Frankreich mobilisiert sein

    Allein in Paris werden mindestens 6.000 Polizisten und Gendarmen im Einsatz sein. Laut dem französischen Innenminister Gérald Darmanin werden mehr als 1,5 Millionen Menschen auf den Champs-Elysées erwartet, um gemeinsam das neue Jahr zu beginnen.

    Der französische Innenminister verspricht für den Abend des 31. Dezember „eine große Präsenz und Entschlossenheit“. Insgesamt werden am Silvesterabend 90.000 Angehörige der Ordnungskräfte im ganzen Land eingesetzt, wie Céline Berthon, die stellvertretende Generaldirektorin der nationalen Polizei, auf einer Pressekonferenz am Freitag, dem 29. Dezember, bekannt gab. Davon werden mindestens 6.000 Polizisten und Gendarmen allein in Paris eingesetzt, wo laut Innenminister Gérald Darmanin mehr als 1,5 Millionen Menschen auf den Champs-Elysées erwartet werden.

    In der Hauptstadt wurde der Sicherheitsbereich in der Umgebung der Champs-Elysées ausgeweitet und reicht nun von der berühmten Avenue der Champs-Elysées bis zur Avenue de la Grande Armée, wie Laurent Nunez, der Polizeipräfekt von Paris, mitteilte. Es werden Kontrollen und Durchsuchungen der Menschen in diesem Bereich durchgeführt werden. Der Konsum von Alkohol wird „wie in den anderen Jahren“ verboten sein, ebenso wie Glasflaschen und der Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen. Auch das Mitbringen von Knallkörpern, Feuerwerkskörpern oder Gegenständen, die als Waffen dienen können, wie z. B. Messer, ist verboten.

    Der Innenminister erklärte „vor dem Hintergrund einer sehr hohen terroristischen Bedrohung“, dass „5.000 Soldaten der Operation Sentinelle“ und „73 Einheiten mobiler Kräfte, darunter fünf Einheiten der neuen CRS8“ Teil der Vorkehrungen seien. „Demonstrationen werden an diesem Abend verboten sein“, fügte Polizeipräfekt Laurent Nunez hinzu. Darüber hinaus werden auf dem Champs de Mars, dem Trocadero und in den öffentlichen Verkehrsmitteln große Polizeiaufgebote eingesetzt.

    Zum ersten Mal werde die Polizei an Sylvester Drohnen fliegen lassen, wie es bereits bei der Absicherung der Rugby-Weltmeisterschaft der Fall gewesen sei, teilte Innenminister Darmanin mit und erwähnte auch den Einsatz von etwa zehn Hubschraubern im ganzen Land. Darunter seien auch zwei Maschinen der Gendarmerie, die ab Freitagmorgen „bis zum späten Sonntagabend“ über die Viertel des Großraums Paris fliegen würden, so der Pariser Polizeipräfekt.

    Der Innenminister betonte außerdem ausdrücklich, dass die Polizei auch in den Überseegebieten, insbesondere in Französisch-Guayana und Mayotte, sowie in zwei Städten in Frankreich, Charleville-Mézières und Romans-sur-Isère, besonders mobilisiert würde. Gründe dafür seien die verschiedenen Ausschreitungen während des Jahres 2023.

  • Paris: Fussgänger wird von Motorradpolizist tödlich verletzt – Ermittlungen eingeleitet

    Paris: Fussgänger wird von Motorradpolizist tödlich verletzt – Ermittlungen eingeleitet

    Der Polizist gehört zu der umstrittenen Einsatzgruppe Brave-M. Mit der Untersuchung wurden die Generalinspektion der nationalen Polizei und die Abteilung für die gerichtliche Bearbeitung von Unfällen beauftragt.

    Die Pariser Staatsanwaltschaft kündigte am Sonntag, dem 17. Dezember, an, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei, um „die Umstände“ des Todes eines Mannes zu ermitteln, der Mitte Dezember in Paris von einem Motorradfahrer der umstrittenen Polizeieinheit Brav-M angefahren worden war.

    Die Ermittlungen gehen auf „einen tödlichen Unfall mit einem Motorrad der Brav-M und einem Fußgänger, der in der Avenue de Flandre die Straße überquerte“ im 19. Arrondissement der Hauptstadt zurück. Sie wurde der Generalinspektion der nationalen Polizei (IGPN) und dem Service de traitement judiciaire des accidents (STJA) anvertraut. Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte den Tod des Fußgängers, wollte jedoch das genaue Datum nicht mitteilen.

    Die Brav-M (Brigades de répression de l’action violente motorisées) wurden im Frühjahr 2019 nach den Gewalttätigkeiten während der „Gelbwesten“-Proteste gegründet. Gegen diese Einheiten, die auf Motorrädern unterwegs sind, um bei Demonstrationen in Paris für Recht und Ordnung zu sorgen, laufen bereits mehrere gerichtliche Ermittlungen wegen Gewalt gegen Demonstranten. Ihre Auflösung wurde von mehreren Abgeordneten der Partei La France insoumise (LFI) und in verschiedenen Bürgerpetitionen gefordert.

  • Seine-et-Marne: Bei einem Unfall während einer Verfolgungsjagd mit der Polizei sterben zwei Teenager

    Seine-et-Marne: Bei einem Unfall während einer Verfolgungsjagd mit der Polizei sterben zwei Teenager

    Die beiden 17-Jährigen waren am späten Freitagabend ins Krankenhaus eingeliefert worden, wo sie kurz darauf verstarben.

    Ein weiteres Drama mit Jugendlichen, die bei Verfolgungsjagden mit der Polizei ums Leben gekommen sind. Zwei 17-jährige Teenager kamen am Freitag, dem 8. Dezember, bei einem Unfall ums Leben, nachdem sie sich in Chelles (Departement Seine-et-Marne) geweigert hatten, für eine Polizeikontrolle anzuhalten. Sie wurden in sehr ernstem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert und erlagen dort ihren Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft leitete zwei Ermittlungsverfahren ein, eines wegen Befehlsverweigerung und ein anderes wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung.

    Laut der Staatsanwaltschaft von Meaux war eine überfahrene rote Ampel am Freitagabend gegen 23 Uhr im benachbarten Département Seine-Saint-Denis der Ausgangspunkt für die Tragödie. Eine Besatzung der Brigade anticriminalité (BAC) aus Neuilly-sur-Marne versuchte daraufhin, den Motorroller zu kontrollieren, doch der Fahrer weigerte sich anzuhalten und setzte seine Fahrt noch etwa zwei Kilometer fort.

    Die Beamten der BAC setzten daraufhin ihre „akustischen und optischen Warngeräte“ ein, um den Roller zum Anhalten zu bringen, so die Staatsanwaltschaft.

    In Chelles angekommen, „versuchte der Fahrer zu bremsen, aber meiner Meinung nach zu spät“, so der Staatsanwalt von Meaux, Jean-Baptiste Bladier, vor der Presse und erklärte, dass das Zweirad „mit einer sehr hohen Geschwindigkeit“ auf einer „sehr nassen Fahrbahn“ unterwegs war.

    Auf Bildern, die von der Körperkamera eines Polizisten aufgenommen wurden, „sieht man buchstäblich, wie das Fahrzeug unter den Füßen seiner Insassen wegrutscht. Danach geht alles extrem schnell“, so der Staatsanwalt weiter. „Die Körper rutschen und geraten unter ein Fahrzeug“, das an einer roten Ampel stand.

    Der Sturz des Motorrollers war wahrscheinlich nicht die Folge eines Zusammenstoßes mit dem verfolgenden Polizeiauto, so die ersten Ergebnisse der Ermittlungen. Die Ermittler sprechen von spontanen Aussagen von zwei verschiedenen Autofahrern, die bestätigten, keinen materiellen Kontakt zwischen dem Polizei-Fahrzeug und dem Roller gesehen zu haben. Eine genauere technische Begutachtung soll diese Aussagen nun bestätigen.

    Die beiden Jugendlichen, die im nahe gelegenen Vaires-sur-Marne (Departement Seine-et-Marne) wohnten, wurden am späten Freitagabend mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Der Beifahrer verstarb bereits am Samstagmorgen. Der Fahrer des Motorrollers starb am Sonntagnachmittag.

    „Niemand verdient es, wegen einer Befehlsverweigerung zu sterben“, reagierte Innenminister Gérald Darmanin in einem Interview mit dem Medium Brut am Sonntag, noch bevor der zweite Todesfall bekannt wurde.

    Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Fahrer des Motorrollers den Polizeibehörden bisher unbekannt, besaß aber keinen Führerschein. Der Beifahrer hingegen war der Polizei wegen Diebstahls und Drogenmissbrauchs bekannt.

    Diese neueste Tragödie reiht sich ein in die Reihe von Fällen, in denen in den letzten Monaten in Frankreich junge Menschen bei Verfolgungsjagden mit der Polizei ums Leben gekommen sind. Im Juni hatte der Tod des 17-jährigen Nahel, der bei einer Verkehrskontrolle in Nanterre (Hauts-de-Seine) durch einen Schuss der Polizei getötet worden war, mehrere Nächte heftigster Krawalle und Gewalt im ganzen Land ausgelöst.

    Seit Freitagabend haben die Polizeikräfte im Departement Seine-et-Marne verstärkte Sicherheitsmaßnahmen getroffen.

  • Olympische Spiele 2024: Ausbildung von Sprengstoffspürhunden zur Verstärkung der Sicherheit

    Olympische Spiele 2024: Ausbildung von Sprengstoffspürhunden zur Verstärkung der Sicherheit

    Die französische Nationalpolizei bereitet sich auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris vor. Sie trainiert Spürhunde – 500 Tiere sollen bis zu den Olympischen Spielen frisch ausgebildet werden.

    King, Elite, Shivana – dies sind nur einige der Namen der Schäferhunde, die bei den Olympischen Spielen 2024 für die Sicherheit zuständig sein werden. Ausgebildet in einer Schule in Cannes-Écluse (Departement Seine et Marne), werden diese Tiere darauf trainiert, Sprengstoff zu finden. Tag für Tag wiederholen die Trainer dieselben Übungen, manchmal ernst und manchmal spielerisch. Sechs Monate Ausbildung sind nötig, bevor ein Hund in den Einsatz geschickt wird.

    Ziel: 500 Tiere für die Olympischen Spiele.
    „Wir werden auch Unterkünfte, Restaurants und die breite Öffentlichkeit überprüfen“, erklärt der Trainer und zeigt auf einen Trainingsraum, der wie ein Hotelzimmer eingerichtet ist. Hund Elite macht die Übung und begeht diesmal einen Fehler, indem er die Stelle antippt, an der der Sprengstoff versteckt ist, wodurch die Ladung ausgelöst werden könnte. Die Hunde gehen ab einem Alter von acht Jahren in den Ruhestand, die Polizei sucht ständig nach Pflegefamilien…

  • Rennes: Polizei setzt Drohnen gegen Falschparker ein

    Rennes: Polizei setzt Drohnen gegen Falschparker ein

    Um falsch parkende Autofahrer rund um das Stadion von Rennes, Departement Ille-et-Vilaine, ausfindig zu machen, setzt die Polizei neuerdings Drohnen ein.

    Wenige Stunden vor dem Anpfiff ist es bereits schwierig, rund um den Roazhon Park, das Stadion in Rennes (Ille-et-Vilaine), zu parken. Die Fans versuchen, einen Platz zu finden, wo sie können, selbst an einer stark befahrenen Straße. Seit einigen erinnert sie eine von einer Drohne ausgestrahlte Nachricht der Police nationale daran, dass sie falsch geparkt haben. Das Gerät fasziniert die Einwohner von Rennes. Einige Fussballfans bewegen ihr Auto trotzdem nicht, da sie bewußt das Risiko eingehen, ein Bußgeld von 135 Euro für unrechtmäßiges Parken zahlen zu müssen.

    Eine Vorrichtung, um die Umgebung des Stadions zu sichern.
    Die Strafzettel werden dann in einem zweiten Schritt von Polizisten am Boden ausgestellt. Hinter dieser Neuerung steht die Brigade für Lufteinsätze des Polizeipräsidiums von Rennes mit ihren fünf Telepiloten. Die Drohnen ermöglichen es den Ordnungskräften, die Umgebung des Stadions leichter zu sichern. Die Bilder der Drohnenüberflüge werden aber weder aufgezeichnet noch gespeichert. Während des Fussballspiels wurden 174 Fahrzeuge mit Bußgeldern belegt. Diese Aktion soll jetzt bei jedem Spiel im Stadion vom Reims eingesetzt werden.

  • Frankreich: Gesichtserkennung seit 2015 illegal von Polizei und Gendarmerie eingesetzt

    Frankreich: Gesichtserkennung seit 2015 illegal von Polizei und Gendarmerie eingesetzt

    Die französische Datenschutzbehörde Cnil kündigte am Mittwoch an, „ein Kontrollverfahren“ gegen das Innenministerium einzuleiten, nachdem die investigative Website Disclose Informationen über die ungesetzliche Nutzung von Videoüberwachungssoftware durch die Polizei veröffentlicht hatte.

    Laut den Enthüllungen der investigativen Journalisten des Online-Mediums Disclose am Dienstag, dem 14. November, verwenden die französischen Ordnungskräfte seit 2015 eine Gesichtserkennungssoftware, obwohl dies gesetzlich in Frankreich nicht erlaubt ist. Die Nationale Kommission für Informatik und Freiheiten (Cnil) kündigte am Mittwoch an, ein Kontrollverfahren gegen das Innenministerium einzuleiten.

    Die benutzte Software nennt sich „Video Synopsis“ und ist ein Werkzeug, das mithilfe künstlicher Intelligenz Bilder von Kameras oder Drohnen analysiert und Personen identifiziert. Im Fachjargon spricht man von „algorithmischer Videoüberwachung“. Diese Software wurde von dem israelischen Start-up-Unternehmen Briefcam entwickelt, das heute zum Canon-Konzern gehört.

    Die Informationen unserer Kollegen von Disclose sind, sollten sie sich bewahrheiten, brisant. Disclose behauptet, dass das französische Innenministerium seit 2015, also schon unter François Hollande, nach der Welle islamistischer Anschläge in Paris, und bis heute diese Software ohne echten Rechtsrahmen in Polizei- und Gendarmerieermittlungen eingesetzt haben soll. Die Gesichtserkennung soll in den Abteilungen für öffentliche Sicherheit in den Departements Seine-et-Marne, Rhône, Nord, Alpes-Maritimes und Haute-Garonne, aber auch in sensiblen Abteilungen wie dem Service interministériel d’assistance technique (Siat), der für verdeckte Ermittlungen, Abhörmaßnahmen und die Überwachung der Schwerkriminalität zuständig ist eingesetzt worden sein.

    Dieser Einsatz erfolgte laut Disclose ohne jeglichen Rechtsrahmen. Der Gesetzgeber und die Cnil wurden nicht benachrichtigt „und das war so auch beabsichtigt“, behauptet der Journalist Mathias Destal aus dem Disclose-Team. Die Journalisten beziehen sich auf einen Austausch, der intern schriftlich zwischen mehreren ranghöheren Polizeibeamten aus verschiedenen Abteilungen stattgefunden haben soll. „In diesen Mitteilungen stehe schwarz auf weiß, dass die Software von mehreren Abteilungen verwendet werde, aber, da diese nicht bei der Cnil angemeldet sei, sei es besser, nicht offen darüber zu sprechen…“

    Laut Disclose hätten die betroffenen Abteilungen spezielle Computer für die Gesichtserkennung eingerichtet und diese bei Ermittlungen oder Aufgaben der öffentlichen Ordnung regelmäßig genutzt.

    Der französische Innenminister Darmanin hat in den letzten Monaten mehrfach seine Ablehnung der Gesichtserkennung zum Ausdruck gebracht. „Bin ich für die Gesichtserkennung? Die Antwort ist nein“, erklärte Gérald Darmanin im Oktober 2022 im Senat bei der Prüfung des Sicherheitskonzepts für die Olympischen Spiele 2024.

    Nach Informationen von Disclose soll ein Teil der Polizei und der Gendarmerie schon seit langem dieses Werkzeug genutzt haben, das es ermöglicht, jeden Bürger automatisch zu erkennen.

  • Tod von Nahel: Polizist, der den tödlichen Schuss abgab, wieder auf freiem Fuß

    Tod von Nahel: Polizist, der den tödlichen Schuss abgab, wieder auf freiem Fuß

    Der Polizist, der im Juni bei einer Verkehrskontrolle in Nanterre den jungen Nahel erschossen hatte, wurde am Mittwoch unter gerichtlicher Aufsicht freigelassen. Nahels Tod hatte eine Welle von Unruhen in ganz Frankreich ausgelöst und die Debatte über Polizeigewalt neu entfacht.

    Der Polizist, der den tödlichen Schuss auf den 17-jährigen Nahel abgegeben hatte, dessen Tod am 27. Juni nach einer Verkehrskontrolle eine Woche lang heftige Unruhen in ganz Frankreich ausgelöst hatte, wurde am Mittwoch, dem 15. November, unter richterlicher Aufsicht auf freien Fuß gesetzt, wie die Staatsanwaltschaft von Nanterre mitteilte.

    Der Anwalt des Polizisten hatte am vergangenen Donnerstag einen erneuten Antrag auf Freilassung gestellt, so die Staatsanwaltschaft.

    Die Untersuchungsrichter „haben beschlossen, diesem Antrag stattzugeben, da sie der Ansicht waren, dass die gesetzlichen Kriterien für eine weitere Untersuchungshaft des seit dem 29. Juni 2023 inhaftierten Polizisten in diesem Stadium der Untersuchung nicht mehr erfüllt zu sein scheinen“, fügte die Staatsanwaltschaft hinzu.
    Der 38-jährige Florian M., gegen den wegen Mordes ermittelt wird, steht unter richterlicher Aufsicht und musste eine Kaution hinterlegen. Ihm ist es verboten, mit Zeugen und Nebenklägern in Kontakt zu treten, sich in Nanterre aufzuhalten und eine Waffe zu besitzen.

    Der Motorradpolizist hatte am 6. Juli einen ersten Antrag auf Freilassung gestellt, der von der Ermittlungskammer abgelehnt wurde, und gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt. Das Berufungsgericht in Versailles bestätigte am 10. August, dass er weiterhin in Untersuchungshaft bleibt.

    Nach einem zweiten Antrag wurde seine weitere Inhaftierung am 26. Oktober zunächst erneut von der Ermittlungskammer des Berufungsgerichts Versailles bestätigt.

    Die Polizeigewerkschaft Unité SGP Police zeigte sich in einer Erklärung „erleichtert“ über die Freilassung und betonte, dass sie „Vertrauen in die Arbeit der Ermittler“ habe.

    Die Bilder des Motorradpolizisten, wie er aus nächster Nähe auf den Jugendlichen schießt, hatten eine Welle der Wut und der Gewalt ausgelöst, die mehrere Nächte hintereinander zahlreiche Städte in ganz Frankreich erfassten und die schlimmsten Unruhen in Frankreich seit 2005 waren.

    Der Tod des 17-jährigen Nahel hatte in Frankreich die Debatte über Polizeigewalt neu entfacht.

    Insgesamt wurden von der IGPN, der Polizei der Polizei etwa 40 Ermittlungen wegen Gewalttätigkeiten von Polizisten während der Unruhen nach dem Tod von Nahel eingeleitet, wie Anfang November von der Nachrichtenagentur AFP gemeldet wurde.

  • Verfolgungsjagd: Polizei jagt zwei Lastwagen mit gestohlenem Champagner im Wert von 600.000 Euro

    Verfolgungsjagd: Polizei jagt zwei Lastwagen mit gestohlenem Champagner im Wert von 600.000 Euro

    Die Polizei nahm am Samstagmorgen die Verfolgung zweier 38-Tonnen-Schwerlaster auf, die Champagner im Wert von 600.000 Euro transportierten, der am Vortag in Reims gestohlen worden war. Die Ware konnte nach einer risikoreichen Verfolgungsjagd auf der Autobahn sichergestellt werden. Die Diebe sind jedoch noch auf der Flucht.

    Es war eine wilde Verfolgungsjagd, die am Samstag, dem 11. November in Pontault-Combault (Departement Seine-et-Marne) stattfand, um eine wertvolle Fracht zu bergen. Der hochriskante Einsatz fand am Vormittag in der Region Île-de-France statt, wie die Zeitung Le Parisien berichtet. Drei Polizeiautos nahmen die Verfolgung zweier Schwerlastwagen auf, um deren Fracht von mehreren hundert Flaschen eines Grand Cru Champagners abzufangen.

    Die Kisten voll mit Moët et Chandon im Wert von 600.000 Euro waren in der Nacht von Freitag auf Samstag in Reims gestohlen worden. Die Diebe hatten Pech, dass die gestohlenen Anhänger einen Sender trugen. Die Polizei machte sich also auf den Weg, um die wertvolle Beute zu bergen. Als sie die Fahrzeuge mit dem Diebesgut erreichten stellten die Polizisten fest, dass zwei 38-Tonnen-Lkw jeweils einen Anhänger transportierten. Sie beschlossen, den Konvoi abzufangen. Die Diebe weigerten sich jedoch anzuhalten.

    Als sich ein erster Streifenwagen einem der Lkws nähert, schlägt der Fahrer des Lkw das Lenkrad herum, um das Polizeiauto zu rammen. Dies gelingt jedoch nicht. Der Lkw-Fahrer trifft daraufhin eine radikale Entscheidung: Er springt aus seinem fahrenden Fahrzeug. Daraufhin taucht ein BMW auf und sammelt den Dieb ein und verschwindet mit hoher Geschwindigkeit. Auf der Autobahn fuhr der führerlose LKW immer noch mit etwa 15 km/h. Er wird schließlich von einem Polizisten angehalten, dem es gelungen ist, den fahrenden Lkw mit einem Sprint einzuholen, einzusteigen und ihn zu parken.

    Der zweite Schwerlastwagen fährt unterdessen unbeirrt weiter und wird von zwei Polizeifahrzeugen verfolgt, als er unvermittelt versucht, eine Ausfahrt zu nehmen. Auch hier gelingt es den Räubern zu entkommen und auch hier lassen sie ihren LKW und die gesamte gestohlene Ware zurück.

    Trotz der Flucht der Diebe haben die Polizeikräfte ihren Auftrag erfüllt. Die Kisten mit dem edlen Tropfen wurden sichergestellt. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei in Reims sind jedoch noch nicht abgeschlossen…

  • Paris: Verfolgungsjagd mit der Polizei fordert einen Toten und zwei Schwerverletzte

    Paris: Verfolgungsjagd mit der Polizei fordert einen Toten und zwei Schwerverletzte

    Bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei kam in der Nacht von Montag auf Dienstag in Paris ein Mensch ums Leben.

    In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde in Paris eine Person getötet und zwei weitere schwer verletzt, als ein Auto von einem Polizeifahrzeug verfolgt wurde. Der Vorfall ereignete sich gegen 23.45 Uhr auf dem Boulevard Mortier im 20. Arrondissement der französischen Hauptstadt.

    Das Fahrzeug der drei flüchtenden Autofahrer sei gegen Stadtmobiliar gefahren, heißt es. Die genauen Umstände des Unfalls sind jedoch noch nicht bekannt. Die Pariser Polizeipräfektur und die Pariser Staatsanwaltschaft gaben bisher nichts Weiteres bekannt.

    Eine Person starb noch am Unfallort und die beiden anderen wurden „in ernstem Zustand“ in ein Krankenhaus gebracht.

    Was war passiert?
    Laut einer Pressemeldung der ereignete sich der Vorfall kurz vor Mitternacht im 20. Arrondissement von Paris, was auch die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte.

    Aus Polizeikreisen hieß es, dass gegen 23.35 Uhr eine Besatzung der Brigade Anti-Criminalité (BAC) aus Seine-Saint-Denis feststellte, dass ein mit vier Personen besetztes Fahrzeug – die Staatsanwaltschaft sprach von drei Personen – eine gefährliche Fahrweise an den Tag legte und mit sehr hoher Geschwindigkeit auf dem Boulevard périphérique, der Umgehungsautobahn von Paris, fuhr.

    Die Polizisten nahmen daraufhin die Verfolgung auf, um eine Verkehrskontrolle durchzuführen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Fahrer flüchtete jedoch mit hoher Geschwindigkeit, um sich der Polizeikontrolle zu entziehen.

    Das Auto verließ den Boulevard Périphérique und um 23:45 Uhr stellten die Polizisten fest, dass es gegen einen Baum an der Ausfahrt Porte de Bagnolet geprallt war.
    Einer der Passagiere auf dem Rücksitz des Fahrzeugs starb bei dem Unfall. Er war 25 Jahre alt, so die Staatsanwaltschaft. Sein Tod wurde kurz nach Mitternacht festgestellt.

    Der Fahrer ist 21 Jahre alt. Er wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Sein Führerschein „wurde von der Präfektur im Juli 2023 für 4 Monate und 15 Tage administrativ ausgesetzt. Er ist der Justiz ansonsten nicht bekannt“, erklärte die Staatsanwaltschaft.

    Ein dritter Passagier, der sich auf dem Beifahrersitz des Fahrzeugs befand, wurde ebenfalls in einem ernsten, aber nicht lebensbedrohlichen Zustand ins Krankenhaus gebracht.

    Aus Polizeikreisen war zunächst von einem vierten Passagier die Rede, der „geflüchtet“ sei, doch die Staatsanwaltschaft geht nicht davon aus, dass eine vierte Person an Bord des Fahrzeugs gewesen sei.

    Die eingeleiteten Ermittlungen betreffen die Straftatbestände der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der Befehlsverweigerung.

  • Ein durch eine Polizeikugel verletzter Mann wird vom französischen Staat mit 280.000 Euro entschädigt

    Ein durch eine Polizeikugel verletzter Mann wird vom französischen Staat mit 280.000 Euro entschädigt

    Das Verwaltungsgericht in Poitiers verurteilt den französischen Staat dazu, mehr als 280.000 Euro an den Kellner zu zahlen, der bei einer Rede von François Hollande in der Charente im Februar 2017 durch eine verirrte Polizeikugel verletzt worden war.

    Der Vorfall ereignete sich am 28. Februar 2017. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der französische Staatspräsident François Hollande in den letzten Wochen seiner fünfjährigen Amtszeit. An diesem Tag war der Staatschef nach Villognon (Charente) gereist, um die Hochgeschwindigkeitsstrecke (LGV) Tours-Bordeaux einzuweihen.

    Während der Rede des damaligen Präsidenten eröffnete ein Scharfschütze der Gendarmerie, der auf dem Dach eines gegenüberliegenden Gebäudes postiert war, versehentlich das Feuer, als er mit seiner Waffe hantierte. Eine verirrte Kugel verletzte den 42-jährigen Oberkellner, der für den Empfang nach der Rede zuständig war, am rechten Fuß. Der Mann, der einen Schienbeinbruch und eine Verletzung des Beugenervs erlitt, war gezwungen, seinen Beruf zu wechseln, da er Probleme mit dem Laufen und Stehen bekam.

    Der Mann, der ursprünglich eine Entschädigung von einer Million Euro gefordert hatte, wird nach einer Gerichtsentscheidung des Gerichts in Poitiers nun etwas mehr als 280.000 Euro als Wiedergutmachung für die erlittenen Schäden erhalten, wie der Sender France Bleu berichtete.

    Das Opfer hat außerdem bereits fast 300.000 Euro von der Krankenversicherung erhalten, um die entstandenen Gesundheitskosten zu decken.