Schlagwort: Politik

  • Limoges brennt – und Frankreich schaut zu

    Limoges brennt – und Frankreich schaut zu

    Ein Kind wird von einer Kugel getroffen. Neun Polizisten landen verletzt im Krankenhaus. Familien mit kleinen Kindern werden auf einer Landstraße von Baseballschlägern bedroht. Nein, wir reden nicht von Mexiko-Stadt. Wir reden von Limoges. Einer französischen Mittelstadt, einst Synonym für Ruhe, Porzellan und Provinzcharm – heute ein Pulverfass.

    Was ist passiert?

    Frankreich befindet sich längst in einem Drogenkrieg. Und Limoges, Béziers, Rennes oder Grenoble sind nur die sichtbarsten Brandherde. Der 19. Juli war kein „Zwischenfall“. Es war ein lauter Schrei: Ein Staat verliert die Kontrolle. Im Val de l’Aurence, einem Quartier wie aus dem sozialpolitischen Lehrbuch des Scheiterns, liefern sich jugendliche Dealer und die Polizei eine Straßenschlacht mit Mörsern, Baseballschlägern und blankem Hass. Wer da noch von „Jugenddelinquenz“ spricht, verharmlost die Realität.

    Denn das ist keine Jugendkriminalität. Das ist organisierter, brutal durchgesetzter Drogenhandel. Mit Waffen. Mit territorialem Anspruch. Mit Einschüchterung. Und mit dem Gefühl: Uns kann sowieso niemand etwas.

    Wer trägt die Verantwortung?

    Die Politik. Und zwar seit Jahrzehnten. Man hat ganze Viertel dem sozialen Verfall überlassen – mit wohlklingenden Konzepten, aber ohne echte Mittel. Man hat Schulen verkommen lassen, Arbeitslosigkeit verwaltet, Parallelgesellschaften ignoriert. Und jetzt? Jetzt ist man überrascht, dass junge Menschen, ohne Zukunft, ohne Perspektive, aber mit Zugang zu schnellen Euros aus dem Kokainverkauf, sich ihre eigene Ordnung schaffen.

    Und die Justiz?

    Sie wartet auf mehr Personal. Der Vergleich mit Europa ist beschämend. Viermal mehr Staatsanwälte bräuchte Frankreich, um auch nur im Mittelfeld zu landen. Viermal! Das ist kein Detail. Das ist ein Systemversagen.

    Und was tut der Staat?

    Er schickt Polizei-Einheiten. Macht punktuelle Razzien. Greift durch – für ein paar Tage. Die Dealer aber, sie lachen. Weil sie zurückkommen. Weil sie wissen: Das Netz der Kontrolle hat Löcher. Und das größte Loch ist politischer Wille. Oder genauer gesagt: der Mangel daran.

    Wie konnte es so weit kommen?

    Weil man die Augen verschlossen hat. Weil man lieber über „Chancengleichheit“ philosophiert hat, statt sich den Realitäten der Straße zu stellen. Weil man dachte, der Drogenhandel sei ein Problem von Marseille, nicht von Limoges. Falsch gedacht. Die Dealer haben keine Postleitzahlenschranken. Sie gehen dahin, wo man sie am wenigsten stört. Und das ist – ausgerechnet – die Mitte Frankreichs. Die Stille. Die Unscheinbare. Die Vergessene.

    Limoges steht symbolisch für das, was in Frankreich falsch läuft.

    Eine Stadt, die sich selbst nicht wiedererkennt. Eine Gesellschaft, die Gefahr läuft, sich aufzugeben. Und ein Staat, der mit angezogener Handbremse gegen eine Gewalt ankämpft, die längst wie ein Krebsgeschwür wuchert. Denn wer nicht hart und klug zugleich handelt, verliert. Und der Staat verliert gerade – Meter für Meter.

    Was jetzt?

    Es reicht nicht, Polizeiwagen durch die Straßen rollen zu lassen. Wir brauchen eine nationale Offensive. Keine Gießkanne, kein Placebo, sondern echten politischen Mut. Wer sich Frankreich zurückholen will, muss investieren – in Bildung, in Justiz, in Sozialarbeit. Und ja, auch in Polizei. Aber vor allem: in Konsequenz. Wer Drogenhandel duldet, duldet Gewalt. Wer Gewalt duldet, verliert das Vertrauen der Menschen.

    Und wenn Frankreich dieses Vertrauen verspielt – was bleibt dann noch?

    Ein Kommentar von C. Hatty

  • Hass auf heiligem Boden – Antisemitische Schmierereien an der Kathedrale von Reims erschüttern Frankreich

    Hass auf heiligem Boden – Antisemitische Schmierereien an der Kathedrale von Reims erschüttern Frankreich

    Mit Kreide geschrieben – und doch ein Schlag ins Gesicht. Am 16. Juli 2025 entdecken Passanten auf der Fassade der Kathedrale Notre-Dame de Reims eine abscheuliche Zeichnung: Eine Davidstern-Grafik, darüber ein teuflisches Antlitz. Eine Szene wie aus einem düsteren Kapitel europäischer Geschichte – nur dass sie sich nicht in einem Geschichtsbuch findet, sondern mitten in der Gegenwart. In einem der bedeutendsten Bauwerke Frankreichs. Die Polizei rückt an. Die Spuren werden gesichert. Der Schock bleibt. Wenn ein nationales Symbol zur Zielscheibe wird Die Kathedrale von Reims – weltberühmt, UNESCO-Welterbe, steinernes Zeugnis der französischen Geschichte. Hier, wo einst Könige gekrönt wurden, unter anderem Henri I. und Charles X., herrscht normalerweise Andacht und Bewunderung. Touristen kommen wegen der gotischen Architektur, Kunstliebhaber wegen der Glasfenster, Einheimische wegen des ikonischen „Engels mit dem Lächeln“. Doch mit einem einzigen Kreidestrich wird aus einem Ort des Licht…

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  • Jeanne d’Arc bleibt: Wie eine Statue zum Symbol politischer Grundsatzfragen wurde

    Jeanne d’Arc bleibt: Wie eine Statue zum Symbol politischer Grundsatzfragen wurde

    Es ist entschieden – zumindest vorerst: Die monumentale Statue der Jeanne d’Arc vor der gleichnamigen Kirche in Nizza darf stehen bleiben. Das Urteil der Verwaltungsgerichtsbarkeit sorgt für Aufatmen bei den Unterstützern des Kunstwerks – und für erhitzte Gemüter bei der Opposition. Denn hinter dem massiven Bronzedenkmal verbirgt sich mehr als nur eine kunsthistorische Debatte. Golden, gewaltig, umstritten Seit ihrer Einweihung im Oktober 2024 hat die 4,5 Meter hohe und neun Tonnen schwere Jeanne d’Arc für Gesprächsstoff gesorgt. Und das nicht zu knapp. Die Skulptur – golden glänzend, stolz aufgerichtet – wurde ohne öffentliche Ausschreibung von der städtischen Gesellschaft Parcs d’Azur bei einem Atelier in Auftrag gegeben. 170.000 Euro netto, gefertigt vom Atelier Missor, aufgestellt ohne vorherige Absprache – dieser Umstand trieb dem damaligen Präfekten der Alpes-Maritimes, Hugues Moutouh, die Zornesröte ins Gesicht. Er rief die Justiz an – und bekam im Januar 2025 zunächst Recht: De…

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  • „Wir lassen uns nicht einschüchtern“ – Drohungen gegen Bürgermeister erschüttern Wattwiller

    „Wir lassen uns nicht einschüchtern“ – Drohungen gegen Bürgermeister erschüttern Wattwiller

    Ein Dorf wacht auf – und steht unter Schock. In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2025 wurde Wattwiller, eine beschauliche Gemeinde im Elsass, Schauplatz eines bedrohlichen Vorfalls. Mitten im Herzen des Dorfes, auf den Mauern der Mairie, prangten am Morgen danach verstörende Botschaften. Schmierereien – klar lesbar, unmissverständlich: Drohungen gegen den Bürgermeister.

    Solche Bilder kennt man sonst aus düsteren Krimis oder angespannten Metropolen – aber nicht aus Wattwiller, nicht aus diesem 1800-Seelen-Ort im Département Haut-Rhin. Die Bedrohung war konkret. Die technischen Dienste der Gemeinde entdeckten die beschmierten Wände in den frühen Morgenstunden des 15. Juli. Schwarze Farbe auf hellem Grund. Worte, die das Dorf erzittern ließen. Der Bürgermeister reagierte umgehend – und tat das einzig Richtige: Er erstattete Anzeige wegen Todesdrohungen. Ein Zeichen der Entschlossenheit – und der Verantwortung. Der Gemeinder…

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  • Kommentar: Mit Gift im Acker – Warum wir uns mit unserem Essen selbst vergiften

    Kommentar: Mit Gift im Acker – Warum wir uns mit unserem Essen selbst vergiften

    Frankreich – Land des Weins, des Baguettes, der feinen Küche. Doch unter dem sattgrünen Kleid seiner Felder verbirgt sich eine bittere Wahrheit: Wir vergiften uns selbst. Mit System. Und mit stillschweigender Billigung der Politik.

    Rund 65.000 Tonnen Pestizide landen jedes Jahr auf den Äckern Frankreichs – ein Drittel des europäischen Gesamtverbrauchs. Das ist keine Randnotiz, das ist eine nationale Tragödie mit Ansage. Die Frage ist nicht mehr, ob unsere Umwelt kontaminiert ist. Sie ist es längst. Die Böden. Die Flüsse. Das Grundwasser. Selbst die Luft.

    Ich erinnere mich an einen Sommerabend in der Bretagne. Goldene Felder, ein leichter Wind, Kinder, die barfuß über die Wiese rannten. Später erfuhr ich, dass genau dort – zwischen Getreide und Apfelbäumen – die Pestizidwerte im Boden das Zehnfache des zulässigen Grenzwerts überschritten. Ein Paradies, das zur chemischen Falle geworden war.

    Was ist das für ein Land, das stolz auf seine Landwirtschaft ist, aber den eigenen Nahrungsquellen beim Sterben zusieht?

    Die Apokalypse beginnt nicht mit einem Donnerschlag – sie beginnt leise. Mit dem Verschwinden der Insekten. Mit dem Rückzug der Vögel. Mit Kindern, die Rückstände von fünf oder mehr Pestiziden im Körper tragen. Und mit Bäuerinnen und Bauern, die sich mit Parkinson, Krebs oder unheilbaren Nervenschäden auseinandersetzen – nur weil sie ihren Beruf ausüben.

    Und was macht die Politik? Sie schreibt Pläne, die scheitern. Sie verlängert Fristen, die nie halten. Und sie winkt 2025 eine Gesetzesänderung durch, die hochtoxische Neonicotinoide wieder erlaubt – Stoffe, von denen wir längst wissen, dass sie Bienenvölker auslöschen wie Frost eine zarte Blüte. Was für ein Wahnsinn.

    Dabei gäbe es Wege aus der Sackgasse. Wege, die nicht ins Labor, sondern in die Zukunft führen. Agroökologie. Biolandbau. Kreislaufwirtschaft. Projekte, die zeigen: Es geht auch anders. Dass Ertrag nicht Gift bedeuten muss. Dass Ernährungssicherheit und Umweltschutz kein Widerspruch sind.

    Aber dazu braucht es Mut. Und ein anderes Denken.

    Vielleicht beginnt dieser Wandel nicht in den Ministerien, sondern bei uns – beim Einkauf, beim Kochen, im Gespräch mit den Kindern. Vielleicht müssen wir wieder lernen, dass „natürlich“ mehr ist als ein Marketingslogan. Dass jede Kartoffel, die ohne Gift wächst, ein politischer Akt ist.

    Denn am Ende geht es um mehr als nur um Essen.

    Es geht um die Frage: Welches Erbe hinterlassen wir?

    Ein Boden, der nährt – oder einer, der krank macht?

    Ein Land, das stolz auf seine Landwirtschaft ist – oder eins, das sie stillschweigend opfert?

    Die Antwort liegt in unseren Händen – und auf unseren Tellern.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Handala: Weiteres Hilfsschiff will Blockade von Gaza durchbrechen

    Handala: Weiteres Hilfsschiff will Blockade von Gaza durchbrechen

    Ein Schiff mit dem Namen „Handala“ macht sich bereit.

    Am 13. Juli 2025 soll es vom sizilianischen Syrakus aus in See stechen – mit einem Ziel, das ebenso symbolisch wie politisch ist: die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen.

    Organisiert wird diese Mission von der „Coalition de la Flottille de la Liberté“ (FFC), einem internationalen Bündnis aus Aktivisten, Journalisten, Ärzten und Anwälten. Ihr gemeinsames Anliegen: Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung zeigen – und die Aufmerksamkeit der Welt auf eine humanitäre Katastrophe lenken, die längst nicht mehr auf den Nachrichtenseiten der großen Agenturen präsent ist.

    Auf dem Schiff „Handala“ befindet sich eine symbolische Hilfslieferung: Lebensmittel, medizinisches Material und Produkte des täglichen Bedarfs. Alles Dinge, die in Gaza fehlen, seit Israel die Grenzen des Küstenstreifens abgeriegelt hat.

    Doch geht es nur um Nahrungsmittel?

    Die Organisatoren sagen klar: Nein. Ihr Ziel ist auch politisch. Sie wollen wachrütteln – Regierungen, Vereinte Nationen, die Öffentlichkeit –, um den Druck auf Israel zu erhöhen und die Folgen der Blockade sichtbar zu machen.

    Handala, nach der bekannten Figur des palästinensischen Karikaturisten Naji al-Ali benannt, gilt als Sinnbild für Widerstand und Standhaftigkeit. Ein barfüßiger Junge mit dem Rücken zum Betrachter, der die Welt beobachtet, ohne sich ihr zuzuwenden – so zeichnete ihn sein Schöpfer, und so ist er bis heute ein stilles Symbol für ein Volk, das nicht aufzugeben scheint.

    Der Aufbruch der „Handala“ kommt nur wenige Wochen nach der letzten spektakulären Aktion.

    Am 9. Juni 2025 hatte die israelische Marine in internationalen Gewässern das Schiff „Madleen“ abgefangen. An Bord: zwölf internationale Aktivisten, darunter die Klimaschützerin Greta Thunberg und die französische Europaabgeordnete Rima Hassan. Ihre Festnahme löste heftige Debatten aus. War es ein legitimer Eingriff zur Sicherung Israels – oder ein Verstoß gegen das Völkerrecht?

    Die Fronten bleiben verhärtet.

    Die Flottille-Koalition betont stets die zivile und friedliche Natur ihrer Aktionen. Für sie ist es ein moralisches Gebot, dort zu helfen, wo Regierungen tatenlos zusehen. Israel hingegen sieht in den Hilfsschiffen eine politische Provokation unter humanitärem Deckmantel. Die Regierung argumentiert, der seit Jahren bestehende Blockade-Ring um Gaza sei notwendig, um Waffenlieferungen an die Hamas zu unterbinden.

    Und während sich das Schiff in Syrakus auf seinen Aufbruch vorbereitet, steigt die Anspannung.

    Internationale Beobachter schauen mit gespannter Aufmerksamkeit auf diese Mission. Unterstützer hoffen auf ein Zeichen der Menschlichkeit und Solidarität. Kritiker warnen vor Sicherheitsrisiken und möglichen Gewalteskalationen, sollten israelische Streitkräfte erneut eingreifen.

    Doch eines ist sicher: Die Reise der „Handala“ ist nicht einfach eine weitere Hilfsaktion. Sie ist ein schwimmendes Symbol für die Frage, ob moralischer Protest gegen politische Realitäten jemals ankommen kann – oder ob er auf hoher See untergeht, bevor er überhaupt die Küste erreicht.

    Autor: C.H.

  • Kommentar: Frieden kommt nicht durch Vertreibung – das sollten Sie wissen, Herr Netanjahu

    Kommentar: Frieden kommt nicht durch Vertreibung – das sollten Sie wissen, Herr Netanjahu

    Es klingt so nüchtern, so technisch, wenn Israels Verteidigungsminister Israel Katz eine „humanitäre Stadt“ für 600.000 Menschen ankündigt. Wenn Premierminister Netanjahu erklärt, wer Gaza verlassen wolle, solle das tun. Wenn Donald Trump von der „Säuberung“ des Gazastreifens spricht, als ginge es um ein schmutziges Zimmer.

    Doch hinter diesen Worten stehen Menschen. Männer, Frauen, Kinder, Alte, Verletzte, Traumatisierte. Menschen, die ihre Häuser verloren haben, ihre Geschwister, ihre Kinder, ihre Eltern. Menschen, die seit Monaten mit Hunger, Angst und der allgegenwärtigen Todesdrohung leben. Vertreibung als politische Strategie ist keine Lösung. Sie ist eine Kapitulation vor der Aufgabe, einen gerechten Frieden zu schaffen.

    Herr Netanjahu, Sie wissen so gut wie jeder, der in Israel lebt: Frieden kommt nicht durch Zäune, nicht durch Lager, nicht durch Vertreibung. Frieden entsteht, wenn Menschen bleiben dürfen, wo sie leben. Wenn sie ihre Kinder ohne Angst in die Schule schicken können. Wenn sie Perspektive spüren. Wenn sie gehört werden.

    Es mag sein, dass Sie und Ihre Minister heute Pläne entwerfen, die militärisch logisch erscheinen. Die Hamas schwächen, Sicherheitszonen schaffen, Druck aufbauen. Doch was bleibt nach der letzten Bombe, nach dem letzten Evakuierungsbefehl? Zwei Millionen entwurzelte Menschen, die Ihre Regierung in die Wüste treiben will – ohne zu wissen, wohin.

    Sie können Menschen aus ihren Häusern vertreiben. Aber ihre Geschichte, ihre Verbundenheit zu ihrem Land und ihr Recht auf ein Leben in Würde können Sie nicht auslöschen. Wer Vertreibung als Friedenspolitik verkauft, wird keinen Frieden ernten. Sondern nur mehr Hass, Verzweiflung und ein weiteres Kapitel unendlicher Gewalt.

    Frieden kommt nicht durch Vertreibung. Frieden kommt nur durch Gerechtigkeit.

    Ein Kommentar von MAB

  • Rauchverbot an französischen Stränden: Ein Gesetz, das an der Realität scheitert?

    Rauchverbot an französischen Stränden: Ein Gesetz, das an der Realität scheitert?

    Seit dem 1. Juli 2025 ist Rauchen an französischen Stränden, in Parks, öffentlichen Gärten sowie im Umfeld von Schulen verboten. Ein klarer Schnitt. Ein Gesetz, das mit großem gesellschaftlichem Anspruch auftritt: weniger Passivrauchen, weniger herumliegende Zigarettenstummel, sauberere Strände. Konkret geregelt im Dekret Nr. 2025-582 vom 27. Juni 2025. Doch während der Staat das Gesetz als gesundheitspolitischen Fortschritt feiert, brodelt es in den Rathäusern vor Ort – besonders im Finistère. Dort werfen mehrere Bürgermeister dem Gesetzgeber Realitätsferne vor. „Hypokrisie“ und „Mission Impossible“ an bretonischen Küsten Dominique Guillou, Bürgermeister von Névez, macht keinen Hehl aus seiner Wut. Für ihn ist das Gesetz „hypokritisch“ und „weltfremd“. Er spricht von einer Entscheidung, die in den Amtsstuben in Paris gefällt wurde – ohne Blick auf die Menschen, die sie umsetzen sollen. Guillou hat in seinem 2.800-Einwohner-Ort gerade einmal zwei Polizisten und einen Überwachungsbeamte…

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  • Ein Boykott als Aufschrei: Warum die Bürgermeisterin von Guéret die Feier zum 14. Juli absagt

    Ein Boykott als Aufschrei: Warum die Bürgermeisterin von Guéret die Feier zum 14. Juli absagt

    Manchmal reichen Worte nicht mehr aus. In Guéret, einer kleinen Stadt im Herzen der Creuse, hat ein politisches Zeichen dieser Tage Wellen geschlagen, die weit über die Stadtgrenzen hinausreichen. Die Bürgermeisterin Marie-Françoise Fournier kündigte an, die Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli zu boykottieren. Der Grund: die Festnahme einer georgischen Familie, die kurz davorsteht, aus Frankreich abgeschoben zu werden. Für viele ist dieser Boykott ein symbolischer Akt. Für Fournier ist es mehr als das. Es ist ein stiller Schrei gegen eine Entscheidung, die sie als Verletzung republikanischer Werte empfindet – dieser Werte, auf die Frankreich so stolz ist. Eine georgische Familie, bereits mit einer sogenannten OQTF belegt – der obligation de quitter le territoire français, also der Verpflichtung, das französische Staatsgebiet zu verlassen –, wird in Guéret von der Polizei abgeholt. Solche Szenen passieren täglich irgendwo in Frankreich. Doch hier war es anders…

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  • Überschwemmungen in Texas fordern mindestens 80 Tote, darunter 28 Kinder – und weitere World-News

    Überschwemmungen in Texas fordern mindestens 80 Tote, darunter 28 Kinder – und weitere World-News

    Hunderte Suchteams durchkämmten gestern weite Gebiete von Zentral-Texas, nachdem heftige Regenfälle Sturzfluten am Guadalupe River ausgelöst hatten. Während die Zahl der Todesopfer auf mindestens 80 stieg und Dutzende weiterhin vermisst wurden, warnten Meteorologen vor weiterem Regen und möglichen erneuten Sturzfluten in den stark betroffenen Regionen.

    Mindestens 28 der Opfer waren Kinder. Zehn Mädchen aus einem Ferienlager werden weiterhin vermisst.

    So verlief die Katastrophe: Die erste Sturzflutwarnung aufgrund des sintflutartigen Regens wurde kurz vor Mitternacht am Donnerstag herausgegeben. Gegen 4 Uhr morgens am Freitag rieten die Behörden des Bezirks den Bewohnern und Campern, „sofort höher gelegenes Gelände aufzusuchen“, nachdem der Pegel des Guadalupe River innerhalb von drei Stunden um 22 Fuß, also rund 6 Meter, gestiegen war.

    Wichtige Positionen in den lokalen Büros des Nationalen Wetterdienstes waren aufgrund der Sparmaßnahmen der Trump-Regierung unbesetzt, was einige Experten dazu veranlasst, zu fragen, ob Personalmangel es der Behörde erschwerte, sich mit den örtlichen Katastrophenschutzstellen abzustimmen.

    Gigantische Regenmengen wie jene, die die tödlichen Überschwemmungen in Texas verursacht haben, treten weltweit immer häufiger und intensiver auf, da die Verbrennung fossiler Brennstoffe den Planeten weiter aufheizt, sagen Wissenschaftler.

    Netanjahu auf dem Weg ins Weiße Haus

    Israels Premierminister Benjamin Netanjahu wird heute in Washington mit Präsident Trump zusammentreffen, um über eine Waffenstillstandsvereinbarung für Gaza zu sprechen. Trump sagte, er hoffe, dass noch diese Woche eine erste Waffenruhe zustande komme.

    Die Vereinbarung sieht vor, dass die Hamas Geiseln freilässt, und könnte letztlich Israels Krieg im palästinensischen Gazastreifen beenden, der durch den Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden war. Gestern entsandte Israel Unterhändler nach Katar, um Differenzen mit der Hamas zu überbrücken, die zugestimmt hat, Gespräche über eine 60-tägige Waffenruhe aufzunehmen.

    In Israel wächst weiterhin die Opposition gegen den Krieg in Gaza. Viele Menschen fragen sich, was das Militär dort noch tun kann. Laut Armee wurden allein im vergangenen Monat über 20 israelische Soldaten getötet. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza wurden seit Beginn des Krieges insgesamt mehr als 55.000 Palästinenser getötet.

    Warum die Nachfolge des Dalai Lama kompliziert ist

    Der Dalai Lama, der gestern 90 Jahre alt wurde, hat versprochen, dass China bei der Wahl seines Nachfolgers kein Mitspracherecht haben wird. Doch es gibt Anzeichen dafür, dass Chinas Führung diese Entscheidung nicht beachten und selbst einen neuen Dalai Lama ernennen könnte.


    WEITERE TOP-NACHRICHTEN

    USA: Elon Musk kündigte an, dass er in den USA eine neue politische Partei gründen werde, die „America Party“, die bereits bei den Zwischenwahlen im nächsten Jahr auftreten soll.

    Australien: Viele Juden im Land sind angespannt, nachdem es in Melbourne zu zwei gewaltsamen Vorfällen gekommen ist – einer in einer Synagoge, der andere in einem israelischen Restaurant.

    Öl: Saudi-Arabien, Russland und sechs weitere OPEC-Plus-Mitglieder haben sich darauf geeinigt, ab August mehr Öl zu fördern – eine Erhöhung der Produktion, die zu sinkenden Preisen führen könnte.

    Kenia: Der Tod des Bloggers Albert Ojwang in Polizeigewahrsam hat die Polizei des Landes ins Rampenlicht gerückt und eine Protestwelle ausgelöst.

    Diplomatie: Die EU steckt zwischen den USA und China fest, während sie einerseits versucht, mit Trump über Zölle zu verhandeln und gleichzeitig stabile Beziehungen zu Peking aufrechtzuerhalten.

    Wetter: Taifun Danas formiert sich derzeit im Südchinesischen Meer.