Schlagwort: Klimaschutz

  • Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen: Die USA nehmen erneut eine problematische Rolle ein

    Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen: Die USA nehmen erneut eine problematische Rolle ein

    Es fühlt sich fast wie ein Déjà-vu an – und doch ist es ein schmerzhafter Rückschritt. Die Vereinigten Staaten haben am 27. Januar 2025 offiziell angekündigt, sich erneut aus dem Pariser Klimaabkommen zurückzuziehen. Dieses Mal soll der Rückzug am 27. Januar 2026 wirksam werden. Hinter dieser Entscheidung steht kein anderer als Donald Trump, der bereits während seiner ersten Amtszeit 2017 für ähnliche Schlagzeilen sorgte. Was bedeutet das für die weltweiten Klimaschutzbemühungen? Und warum ist dieser Schritt so problematisch?


    Was ist das Pariser Klimaabkommen eigentlich?

    Das Pariser Abkommen von 2015 gilt als historischer Meilenstein im globalen Klimaschutz. Fast alle Länder der Welt – insgesamt 195 – hatten sich darauf geeinigt, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2°C zu begrenzen, idealerweise auf maximal 1,5°C. Diese Zielmarken sind keine willkürlichen Werte, sondern basieren auf umfangreichen wissenschaftlichen Analysen. Überschreiten wir diese Schwellen, drohen katastrophale Folgen: Anstieg des Meeresspiegels, verheerendere Stürme, Dürren und andere extreme Wetterereignisse.

    Doch wie effektiv kann ein globales Abkommen sein, wenn eine der größten Volkswirtschaften der Welt – und einer der größten Treibhausgasemittenten – aussteigt? Genau hier liegt das Problem. Die USA haben einen enormen Einfluss auf die Umsetzung globaler Klimaziele. Ihre Teilnahme oder ihr Rückzug ist wie ein Dominostein: Fällt er, könnten andere Länder folgen.


    Trumps Inszenierung – Symbolpolitik oder langfristige Strategie?

    Donald Trump macht keinen Hehl daraus, dass er das Pariser Abkommen als „unfair“ und „schädlich“ für die amerikanische Wirtschaft ansieht. Schon während seiner ersten Amtszeit inszenierte er den Austritt aus dem Abkommen mit großem Brimborium. 2025 wiederholt sich das Spektakel: Am 20. Januar, nur wenige Tage nach seiner erneuten Vereidigung, unterzeichnete Trump den Dekret zum Rückzug vor jubelnden Anhängern in einer 20.000 Zuschauer fassenden Arena. Ein mediales Ereignis, das einmal mehr zeigt, wie Klimaschutz und Wissenschaft in der politischen Arena oft den Kürzeren ziehen – vor allem dann, wenn kurzfristige wirtschaftliche Interessen ins Spiel kommen.

    Aber ist es wirklich wirtschaftlich sinnvoll, die Klimakrise zu ignorieren? Hitzewellen, zerstörerische Hurrikans und steigende Gesundheitskosten durch Luftverschmutzung belasten die US-Wirtschaft bereits heute erheblich. Trumps Rhetorik von einer „Rettung der Wirtschaft“ wirkt da wie ein schlechter Witz.


    Ein Rückblick: Der ständige Richtungswechsel der USA

    Es ist nicht das erste Mal, dass die USA eine derart wankelmütige Haltung zum Klimaschutz einnehmen. Während Trump das Land 2017 aus dem Abkommen führte, kehrte sein Nachfolger Joe Biden 2021 mit großem Engagement zurück. Biden setzte dabei auf ambitionierte Ziele, wie die Halbierung der Emissionen bis 2030 und Investitionen in erneuerbare Energien.

    Doch Klimapolitik braucht vor allem eines: Kontinuität. Ein ewiges Hin und Her zerstört Glaubwürdigkeit und erschwert internationale Zusammenarbeit. Denn wie sollen andere Länder langfristige Pläne schmieden, wenn sie ständig befürchten müssen, dass die USA wieder ausscheren? Es ist ein bisschen so, als ob man einen Marathon läuft, aber einer der stärksten Mitläufer ständig stehen bleibt, kehrt macht und dann wieder antritt. Es nervt – und es kostet alle Zeit und Energie.


    Was bedeutet der Austritt für die globalen Klimaziele?

    Die Auswirkungen dieses Schritts könnten gravierend sein. Die USA sind nicht nur einer der größten Verursacher von Treibhausgasemissionen – sie spielen auch eine zentrale Rolle bei der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in ärmeren Ländern. Das Pariser Abkommen sieht vor, dass Industrienationen jährlich 100 Milliarden Dollar bereitstellen, um Entwicklungsländern beim Übergang zu sauberer Energie und bei der Anpassung an den Klimawandel zu helfen. Ohne die finanzielle Unterstützung der USA wird diese ohnehin schon ehrgeizige Zielmarke noch schwerer zu erreichen sein.

    Außerdem sendet der Rückzug ein verheerendes Signal an die internationale Gemeinschaft. Wenn die USA als zweitgrößter Emittent aussteigen, könnten andere Länder, insbesondere Schwellenländer wie Indien oder Brasilien, ihre eigenen Ambitionen zurückschrauben. Es wäre, als ob der Klassenbeste aufhört zu lernen – die Motivation der anderen sinkt.


    Hoffnung trotz Rückschlag: Der Klimaschutz lebt weiter

    Doch nicht alles ist verloren. Die Klimaschutzbewegung hat in den letzten Jahren an Dynamik gewonnen. Staaten wie die Europäische Union, China und Indien haben ambitionierte Klimaziele formuliert. Auch in den USA gibt es starke Gegenbewegungen – Bundesstaaten wie Kalifornien oder New York setzen ihre eigenen Klimaschutzprogramme um, unabhängig von der Politik im Weißen Haus.

    Ein weiteres Hoffnungssignal kommt aus der Wirtschaft. Immer mehr Unternehmen setzen auf Nachhaltigkeit und investieren in grüne Technologien. Tesla, Microsoft, Google – sie alle wollen klimaneutral werden oder sind es bereits. Das zeigt, dass Klimaschutz nicht nur eine politische Frage ist, sondern auch eine wirtschaftliche Chance. Vielleicht ist es am Ende die Privatwirtschaft, die den Wandel antreibt – und nicht die Politik.


    Warum ist das Pariser Abkommen trotzdem unverzichtbar?

    Man könnte sich jetzt fragen: Wenn es so viele alternative Akteure gibt, warum brauchen wir dann überhaupt noch das Pariser Abkommen? Die Antwort ist einfach: Weil globale Probleme globale Lösungen erfordern. Klimawandel kennt keine Landesgrenzen – und er betrifft uns alle. Ohne ein verbindliches, internationales Rahmenwerk fehlt die notwendige Koordination. Ein einzelnes Land mag Fortschritte machen, aber ohne Zusammenarbeit verpuffen diese Bemühungen oft im Nichts.

    Das Pariser Abkommen ist mehr als nur ein Dokument. Es ist ein Symbol für globale Solidarität, für die Einsicht, dass wir nur gemeinsam die Klimakrise bewältigen können. Jeder Rückzug, egal von welchem Land, schwächt dieses Symbol – und das kann sich die Welt schlicht nicht leisten.


    Fazit? Nicht mit uns!

    Manchmal fühlt es sich an, als ob wir immer wieder zwei Schritte vorwärts und einen zurückgehen. Doch selbst ein Rückschritt sollte uns nicht entmutigen. Die Wissenschaft ist eindeutig: Es gibt keine Alternative zu einem ambitionierten Klimaschutz. Und auch wenn politische Entscheidungen wie der erneute Rückzug der USA frustrierend sind – die Welt wird weiterkämpfen.

    Denn am Ende stellt sich eine ganz einfache Frage: Wollen wir unseren Kindern eine Welt hinterlassen, die noch lebenswert ist? Die Antwort darauf kennen wir alle.


    Artikel: MAB

  • Zurück zur Kohle: Warum die erneute Aktivierung der Kraftwerksanlage Saint-Avold Fragen aufwirft

    Zurück zur Kohle: Warum die erneute Aktivierung der Kraftwerksanlage Saint-Avold Fragen aufwirft

    Mitten in der Energiekrise geht die Kohlekraftanlage von Saint-Avold im französischen Departement Moselle erneut ans Netz. Eine Entscheidung, die in Zeiten der Klimakrise mindestens überrascht – schließlich hatte Präsident Macron die Abkehr von der Kohle bis 2027 fest versprochen. Saint-Avold, eine der letzten Kohleanlagen Frankreichs, läuft also wieder und produziert Strom für den Winter. Wie konnte es so weit kommen? Ein genauer Blick auf die Hintergründe zeigt die Brisanz der Lage.

    Widersprüche in der Klimapolitik

    Saint-Avold liefert in voller Fahrt etwa ein Drittel des Strombedarfs der Region Grand Est. Wenn wir uns die Lage mal so vorstellen: In einer Zeit, in der der Klimawandel immer drängender wird und Naturkatastrophen weltweit zunehmen, setzt Frankreich erneut auf Kohle – eine Energiequelle, die als einer der größten Treiber des Treibhausgasausstoßes gilt. Vor Kurzem noch hieß es, dass der Klimaschutz oberste Priorität hat und kohlenstofffreie Alternativen für die Stromerzeugung die Zukunft sind. Doch mit der nun beschlossenen Winteraktivierung des Kohlekraftwerks scheint das Gegenteil der Fall zu sein.

    Die Klimakrise bleibt ein Dauerthema, und Frankreich hat nicht nur symbolisch versprochen, Vorreiter beim Klimaschutz zu sein. Die Rückkehr zur Kohle, sei es auch nur temporär, wirft nun die Frage auf, wie es um die Ernsthaftigkeit dieser Klimaversprechen steht. Setzt das Land beim ersten Anzeichen von Kälte seine Verpflichtungen einfach wieder außer Kraft?

    Ungewisse Zukunft für die Mitarbeitenden

    Für die Beschäftigten der Anlage in Saint-Avold, die noch immer um ihren Arbeitsplatz bangen, stellt die erneute Inbetriebnahme kaum eine Erleichterung dar. Die Unsicherheit für die etwa 500 Arbeitsplätze bleibt – ein erheblicher Teil davon besteht ohnehin aus befristeten Verträgen, die im kommenden April auslaufen. Viele der Angestellten wissen schlicht nicht, ob sie im nächsten Winter noch dabei sind. Besonders brisant: Die Frage, ob das Werk langfristig auf klimafreundlichere Alternativen wie Biogas oder Biomasse umgestellt werden kann, bleibt ungeklärt. Seit September 2023 gibt es einen Streikvorbehalt, und auch wenn die Arbeit aktuell weiterläuft, ist die Nervosität am Standort spürbar.

    Das verschwundene Gesetzesvorhaben und der Spagat der Politik

    Die mögliche Umstellung von Kohlekraftwerken auf nachhaltigere Energieformen stand schon im Raum. Auch für die Anlage in Saint-Avold war die Umrüstung auf Biogas oder Biomasse angekündigt, ein notwendiger Schritt für die Mitarbeitenden und die Region. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde allerdings zunächst verabschiedet und dann auf den letzten Metern gestrichen. Der Fall zeigt, wie fragil solche Prozesse sein können und welche Schwankungen die französische Energiepolitik derzeit durchmacht.

    Daniel Gremillet, ein Senator aus den Vogesen, versucht nun, das Anliegen per Gesetzesänderung wieder auf die politische Agenda zu bringen. Ob er damit Erfolg haben wird? Das bleibt offen, gerade weil die endgültige Entscheidung auf einen sogenannten „49.3“-Beschluss fallen könnte – eine Art Regierungsdekret, bei dem das Parlament nicht mit abstimmt. In einem Land, das sich als Klimavorreiter sieht, wirkt das Hin und Her ernüchternd.

    Fehlen uns die Alternativen?

    Die Frage drängt sich auf: Gibt es schlicht keine Alternative zu Kohlekraft in diesem Winter? Es scheint fast so. Denn die europäische Energieversorgung steht unter einem erheblichen Druck. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob man nicht vor Jahrzehnten in nachhaltige Energien hätte investieren müssen – so dass das Thema Kohle heute längst Vergangenheit sein könnte.

    Der schnelle Umbau hin zu einer klimaneutralen Energieversorgung verlangt enorme Investitionen. Doch Frankreich hat gerade hier eine schwere Entscheidung vor sich, die das Land teurer zu stehen kommen könnte, wenn keine klare Richtung eingeschlagen wird. Nur als Übergang zu verstehen, könnte die vorläufige Reaktivierung der Kohle-Anlage aus reiner Notwendigkeit gesehen werden – oder als Entscheidung mit Langzeitfolgen.

    Wie die Kohlezukunft auch die Sozialgerechtigkeit betrifft

    Diese Diskussion hat nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale Dimension. Die Abhängigkeit der Region Grand Est von der Energieproduktion in Saint-Avold zeigt, dass jede Entscheidung über die Zukunft des Werks auch das soziale Gleichgewicht gefährden kann. Hunderte Arbeitsplätze hängen an der Anlage, und wenn diese plötzlich schließt, stehen zahlreiche Familien ohne Einkommen da. Die Idee eines sozial gerechten Strukturwandels fordert, dass Menschen in solchen Regionen nicht einfach zurückgelassen werden, während sie gleichzeitig für die Folgen der globalen Klimakrise in Mithaftung genommen werden.

    Was wäre eine gerechte Lösung? Eine Umschulung und Neuqualifizierung der Beschäftigten für andere Branchen könnte ein Weg sein. Dies ist jedoch nur dann erfolgreich, wenn die Regierung tatsächlich die Mittel bereitstellt, um diese Menschen in alternative Arbeitsfelder zu integrieren. Der Druck, fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien zu ersetzen, ist riesig – doch ohne gerechte Maßnahmen, um die sozialen Folgen abzufedern, ist die Nachhaltigkeit nur auf dem Papier Realität.

    Ein Land im Balanceakt: Klimaschutz und Energieversorgungssicherheit

    Frankreich kämpft mit einem komplexen Balanceakt zwischen dem Schutz des Klimas und der Sicherstellung einer zuverlässigen Energieversorgung. Auch wenn Kohlekraftwerke langfristig stillgelegt werden sollen, bleibt Saint-Avold ein Symbol dafür, wie schwer der Übergang fällt. Das Land sieht sich nicht allein dieser Herausforderung gegenüber. Andere europäische Staaten stehen vor ähnlichen Entscheidungen – und oft wird dabei eine schnelle und günstige Lösung gesucht, die jedoch keine dauerhafte Antwort bietet. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie, die Förderung von Wasserstoff und die Erforschung neuer Technologien könnten das Blatt jedoch wenden, wenn sie konsequent umgesetzt werden.

    Ein Weckruf für die französische Klimapolitik?

    Am Ende bleibt die Wiederinbetriebnahme von Saint-Avold ein Symbol für eine tiefere Herausforderung. Der Klimawandel drängt und verlangt klare und entschlossene Maßnahmen – nicht nur Ankündigungen und Versprechen. Doch genau das fehlt in Frankreich gerade. Frankreich muss die Abkehr von fossilen Energieträgern konsequent verfolgen und zugleich den Menschen in den betroffenen Regionen eine Perspektive bieten.

    Ohne klare Entscheidungen über die Zukunft der Kohlekraftwerke und ihrer Belegschaften könnte die französische Energiepolitik langfristig an Glaubwürdigkeit verlieren. Der nächste Winter wird zeigen, ob Saint-Avold nur ein letzter Rückfall ist oder ein Anstoß für tiefere Reformen in der französischen Energiepolitik.

  • Trump vs. Harris: Was steht auf dem Spiel für den Klimaschutz?

    Trump vs. Harris: Was steht auf dem Spiel für den Klimaschutz?

    Die US-Präsidentschaftswahlen 2024 stehen vor der Tür, und für den Klimaschutz sind die Konsequenzen enorm. Während der Klimawandel inzwischen nachweislich die größte globale Bedrohung unserer Zeit darstellt, bieten die beiden Hauptkandidaten, Donald Trump und Kamala Harris, völlig unterschiedliche Visionen, wie – oder ob – die USA darauf reagieren sollten. Diese Wahl wird daher nicht nur über die Richtung der Klimapolitik in den nächsten vier Jahren entscheiden, sondern möglicherweise über die Zukunft des Planeten selbst.

    Was Trump vertritt: „Drill, Baby, Drill!“

    Donald Trump bleibt ein lautstarker Kritiker der Klimaschutzmaßnahmen. Seit Jahren bezeichnet er den Klimawandel als „Schwindel“, sogar als Erfindung der chinesischen Regierung, um den Westen wirtschaftlich zu schwächen. Das allein zeigt seine grundsätzliche Ablehnung wissenschaftlicher Erkenntnisse über die wachsende Zahl von extremen Wetterereignissen und steigenden Meeresspiegeln direkt mit der Erderwärmung in Verbindung zu bringen.

    Unter seiner Präsidentschaft 2016-2020 zog er die USA aus dem Pariser Abkommen zurück, lockerte Umweltvorschriften und ermöglichte es der Öl- und Gasindustrie, auf zuvor geschütztem Land zu bohren. Sein Ansatz: Umweltschutz sei ein Hemmschuh für die Wirtschaft – und mit wirtschaftlichen Einbußen sei niemandem geholfen. Wie oft hört man ihn über Umweltschutz scherzen: „Etwas mehr Strand ist doch nicht das Schlimmste, oder?“ Doch während Trump mit vermeintlichem Humor und wirtschaftlichem Pragmatismus auf Stimmenfang geht, zeigen die Fakten, dass die USA, insbesondere die Küstenstaaten, zunehmend mit den Folgen der Erderwärmung kämpfen: Überschwemmungen, steigende Versicherungskosten und ein immer realer werdender Immobiliencrash.

    Seine Pläne für eine zweite Amtszeit sind klar: Mehr fossile Brennstoffe, weniger Regulierung. Trump plant, die Energiepolitik wieder in die Hände der Öl- und Gasindustrie zu legen. Schon jetzt entwirft er detaillierte Strategien, um die von der Biden-Administration verabschiedeten Klimagesetze zu kippen. Und dies alles im Austausch gegen Unterstützung – finanziell und politisch.

    Was Harris vertritt: Investitionen in eine grüne Zukunft

    Kamala Harris, derzeit Vizepräsidentin der USA, hat sich dagegen als klare Befürworterin des Klimaschutzes positioniert. Während sie Trump in einer Debatte direkt kritisierte, weil er den Klimawandel als „Schwindel“ abtut, setzte sie gleichzeitig ein starkes Signal, als sie mit ihrer entscheidenden Stimme im Senat den „Inflation Reduction Act“ (IRA) durchbrachte. Dieses Gesetz stellt das größte Klimapaket in der Geschichte der USA dar und zielt darauf ab, die Wirtschaft nachhaltig umzustrukturieren und gleichzeitig den Übergang zu sauberer Energie zu beschleunigen. Hunderte Milliarden Dollar fließen in Solarenergie, elektrische Fahrzeuge und grüne Landwirtschaft – eine Mammutaufgabe, die den CO2-Ausstoß der USA drastisch senken soll.

    Harris sieht den Klimawandel nicht nur als Umweltproblem, sondern auch als wirtschaftliche Herausforderung. Sie argumentiert, dass es die Pflicht der Regierung sei, die Bürger vor den schlimmsten Auswirkungen zu schützen – und sie hat Recht: Schon heute leidet die amerikanische Bevölkerung – aber nicht nur diese – unter extremeren Wetterbedingungen, sei es durch Hitzewellen, Dürren oder steigende Meeresspiegel. All diese Faktoren beeinflussen direkt den Alltag und die wirtschaftliche Stabilität des Landes.

    Ein Widerspruch bei Harris?

    Trotz ihrer progressiven Haltung in Bezug auf den Klimawandel bleibt ein Punkt kritisch: Harris‘ Haltung zu fossilen Brennstoffen. Obwohl sie sich klar für den Ausbau der erneuerbaren Energien einsetzt, hat sie gleichzeitig die heimische Gasförderung befürwortet – diese ist auf ein Rekordniveau gestiegen. Diese Doppelmoral könnte für einige Wähler irritierend sein: Einerseits spricht sie von der Notwendigkeit, die Erderwärmung zu bekämpfen, andererseits fördert sie weiterhin eine Industrie, die maßgeblich zu dieser Erwärmung beiträgt.

    Was soll man davon halten? Kann man Gas und Kohle weiterhin fördern, während gleichzeitig Milliarden in Solaranlagen und Windkraft investiert werden? Diese Frage ist entscheidend, wenn es um die Zukunft der amerikanischen Energiepolitik geht – und Harris bleibt hier bisher noch eine Antwort schuldig.

    Die Vergangenheit im Rückblick: Trumps Angriffe auf den Klimaschutz

    Die Bilanz von Donald Trump spricht dagegen eine sehr klare Sprache: Klimaschutz ist nicht sein Ding. Seine Amtszeit war geprägt von Angriffen auf den Klimaschutz und dem Abbau bereits erzielter Fortschritte. Unter seiner Führung trat die USA aus dem Pariser Abkommen aus, und er sorgte dafür, dass umweltfreundliche Initiativen, wie die Begrenzung der Methanemissionen, untergraben wurden. Diese wurden als „unzumutbare Belastungen“ für Unternehmen und die Wirtschaft abgetan – eine Haltung, die dem globalen Trend entgegenläuft, der auf klimafreundliche Innovationen setzt.

    Trump genehmigte den Bau der umstrittenen Keystone-XL-Pipeline und erleichterte den Zugang zu fossilen Ressourcen auf staatlichem Boden. Gleichzeitig schuf seine Regierung Bedingungen, die es Unternehmen erleichterten, Umweltauflagen zu umgehen. Kein Wunder, dass er mit den großen Öl- und Gasfirmen bestens auskommt – schließlich haben sie von seiner Politik enorm profitiert.

    Harris‘ Taten: Der Wandel beginnt

    Kamala Harris hingegen kann auf eine eindrucksvolle Liste von Erfolgen im Kampf gegen den Klimawandel verweisen. Der Inflation Reduction Act, den sie mit ihrer entscheidenden Stimme möglich machte, ist eine bahnbrechende Errungenschaft. Es handelt sich um das bislang ambitionierteste Klimaprojekt der USA, das saubere Energien fördert und gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen soll. Zusätzlich war sie an der Formulierung des Green New Deal beteiligt – einer radikalen Strategie, um die USA klimaneutral zu machen. Auch wenn dieser Plan noch nicht Gesetz wurde, zeigt er doch, wie Harris denkt: Weitblickend und mutig.

    Doch auch Harris ist nicht frei von Kritik. So hat sie in der Vergangenheit Fracking – eine umstrittene Methode zur Förderung von Gas – nicht kategorisch ausgeschlossen, obwohl Studien zeigen, dass dies erhebliche Umweltfolgen hat. Zudem ist die USA unter der Biden-Harris-Administration zum weltweit führenden Exporteur von Flüssigerdgas geworden, obwohl dieses in seiner Klimabilanz sogar noch verheerender ist als Kohle.

    Die Entscheidung: Welche Zukunft wählen wir?

    Die Frage, vor der die amerikanischen Wähler jetzt stehen, könnte kaum bedeutsamer sein: Setzen wir auf eine Politik, die die Erde weiter erhitzt, oder wagen wir den Schritt in eine grüne Zukunft?

    Donald Trump sieht keine Gefahr im Klimawandel – er sieht nur wirtschaftliche Chancen durch fossile Brennstoffe. Seine zweite Amtszeit würde wahrscheinlich weitere Jahre von Umweltzerstörung, Regelabbau und einer Rückkehr zur Kohle- und Ölwirtschaft bedeuten.

    Kamala Harris hingegen weiß um die Dringlichkeit des Problems und will mit Investitionen in saubere Energien eine Lösung bieten. Doch selbst bei ihr bleibt die Frage offen: Reicht der aktuelle Ansatz, um die Erderwärmung wirklich zu stoppen?

    Im Kern geht es bei dieser Wahl um mehr als nur die Umweltpolitik der USA: Es geht darum, welche Art von Welt wir den zukünftigen Generationen hinterlassen wollen. Werden wir den Mut haben, die richtigen Entscheidungen zu treffen – oder werden wir zusehen, wie die Ozeane steigen und die Wälder brennen?

    Die Wahl liegt bei den Menschen in den USA – dieses Mal.

  • Borkum und das neue Gasfeld: Ein kontroverses Projekt. Was ist in Deutschland los?

    Borkum und das neue Gasfeld: Ein kontroverses Projekt. Was ist in Deutschland los?

    Eine Oase in der Nordsee ist bedroht…

    Borkum, die größte und westlichste der ostfriesischen Inseln, ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sondern auch ein sensibles Ökosystem. Mit ihren ausgedehnten Stränden, Dünenlandschaften und dem Wattenmeer, das zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, bietet sie Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Die Insel steht derzeit symbolisch für den Kampf zwischen Naturschutz und wirtschaftlichen Interessen – ein Kampf, der 2024 eine neue Dimension erreicht hat.

    Das geplante Gasfeld

    Inmitten dieser Idylle sorgt die geplante Ausbeutung eines Gasfelds für hitzige Debatten. Ermöglicht durch die politischen Entscheidungen der SPD und Bündnis 90/Die Grünen, soll dieses Gasfeld in der Nähe von Borkum jetzt erschlossen werden. Befürworter argumentieren, dass die Erschließung zur Energieversorgung und wirtschaftlichen Stabilität Deutschlands beiträgt. Doch Kritiker warnen vor den schwerwiegenden klimatischen, ökologischen und internationalen Konsequenzen.

    Klimapolitische Konsequenzen

    Deutschland hat sich im Rahmen des Pariser Klimaabkommens verpflichtet, seine CO2-Emissionen drastisch zu reduzieren. Die Erschließung eines neuen Gasfeldes steht in krassem Widerspruch zu diesen Zielen. Erdgas, obwohl weniger schädlich als Kohle oder Öl, ist dennoch ein fossiler Brennstoff und trägt zur globalen Erwärmung bei. Die Förderung und Nutzung von Erdgas führt zur Freisetzung von Methan, einem Treibhausgas, das 25-mal stärker und gefährlicher für das Klima ist, als CO2. Können wir es uns wirklich leisten, nach allem, was uns der Klimawandel an Naturkatastrophen bereits jetzt zumutet, diese neuen Emissionen zu ignorieren?

    Ökologische Auswirkungen

    Das Wattenmeer und die umliegenden Gewässer sind extrem empfindlich. Bohrungen nach Erdgas bergen das Risiko von Leckagen, die zur Verschmutzung von Wasser und Boden führen können. Ein Öl- oder Gasaustritt im Wattenmeer wäre katastrophal für die dort lebenden Arten. Fische, Seehunde und zahlreiche Vogelarten wären gefährdet. Ein einziger – auch kleinerer – Unfall könnte das gesamte Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen.

    Internationale Reaktionen

    Deutschland genießt international einen Ruf als Vorreiter im Klimaschutz. Die Entscheidung, ein neues Gasfeld zu erschließen, könnte dieses Image schwer beschädigen. Es wäre ein Rückschlag für die internationalen Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels und könnte andere Länder dazu ermutigen, ihre eigenen fossilen Brennstoffprojekte voranzutreiben. Wie wird die internationale Gemeinschaft auf solch eine Entscheidung reagieren? Und welche neuen Herausforderungen wird das für den Schutz des Klimas und damit auch den Schutz unseres Lebensraumes bedeuten?

    Die Rolle der Politik

    Die SPD und die Grünen, Parteien, die sich traditionell für den Umweltschutz einsetzen, stehen nun in der Kritik, ein Projekt zu unterstützen, das ihren Grundsätzen widerspricht. Widersprüche in der Politik sind nichts Neues, aber dieses Beispiel zeigt deutlich, wie wirtschaftliche Interessen manchmal die Oberhand gewinnen. Ist es wirklich die Rolle der Politik, kurzfristige wirtschaftliche Vorteile über langfristige ökologische und klimatische Ziele zu stellen?

    Alternative Lösungen

    Es gibt Alternativen zur Erschließung neuer Gasfelder – das hat Deutschland in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen. Die Förderung erneuerbarer Energien wie Wind, Sonne und Biomasse stellen die Energieversorgung des Landes bereits zu über 50% sicher und schützen gleichzeitig die Umwelt. Weitere Investitionen in Energieeffizienz und Technologien zur Speicherung erneuerbarer Energien könnten ebenfalls dazu beitragen, den Bedarf an fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Warum setzt die deutsche Regierung nicht stärker auf solche nachhaltigen Lösungen – man weiss doch, dass man es kann!?

    Ein Desaster in Sicht?

    Innerhalb der nächsten Tage könnten die finalen Genehmigungen für die Gasförderung erteilt werden. Dies wäre ein Desaster – klimatisch, ökologisch und international. Die langfristigen Kosten für die Umwelt und das Klima könnten die kurzfristigen wirtschaftlichen Vorteile bei Weitem übersteigen. Ist es das wirklich wert?

    Fazit

    Die Entscheidung, ein neues Gasfeld in der Nähe von Borkum zu erschließen, ist eine umstrittene und möglicherweise katastrophale Entscheidung. Sie stellt die grundlegenden Prinzipien des Klimaschutzes infrage und gefährdet ein sensibles Ökosystem. Es ist an der Zeit, dass wir unsere Prioritäten überdenken und uns auf nachhaltige Lösungen konzentrieren, die sowohl die Umwelt als auch unsere zukünftigen Generationen schützen. Die Uhr tickt – und die Welt schaut zu.

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Die Bedeutung unserer Ozeane zu Zeiten des Klimawandels

    Die Bedeutung unserer Ozeane zu Zeiten des Klimawandels

    Überlegungen und Informationen zum heutigen Welttag der Ozeane

    Einleitung: Das blaue Herz unseres Planeten

    Unsere Ozeane – das sind riesige, tiefe Gewässer, die etwa 71% der Erdoberfläche bedecken und einen entscheidenden Einfluss auf das globale Klima haben. Sie sind das Herz unseres Planeten, das blaue Band, das Leben ermöglicht und erhält. Doch wie steht es um dieses Herz in Zeiten des Klimawandels? Was passiert mit unseren Ozeanen, wenn sich die Welt erwärmt? Tauchen wir ein in diese faszinierende, aber auch alarmierende Welt.

    Klimapuffer und Kohlendioxidspeicher

    Die Ozeane sind wahre Meister der Klimaregulation. Sie absorbieren etwa 93% der überschüssigen Wärme, die durch den Treibhauseffekt entsteht. Ohne diese gigantischen Wärmespeicher wäre unser Planet schon längst überhitzt. Außerdem nehmen die Ozeane etwa ein Viertel des vom Menschen verursachten Kohlendioxids auf – das sind rund 2,5 Milliarden Tonnen pro Jahr. Dieser Prozess mildert den Treibhauseffekt ab, doch er hat auch seine Schattenseiten.

    Wenn Kohlendioxid im Meerwasser gelöst wird, bildet es Kohlensäure, was zu einer Versauerung der Ozeane führt. Seit Beginn der Industrialisierung ist der pH-Wert der Meere bereits um 0,1 Einheiten gesunken, was etwa einer 30%igen Zunahme der Säurekonzentration entspricht. Diese chemische Veränderung hat dramatische Auswirkungen auf das marine Leben, insbesondere auf kalkbildende Organismen wie Korallen und einige Planktonarten, die das Fundament der marinen Nahrungskette bilden.

    Lebensraum und Biodiversität

    Unsere Ozeane sind die Heimat einer beeindruckenden Vielfalt an Lebewesen. Von mikroskopisch kleinen Plankton bis hin zu den gigantischen Blauwalen – die marine Biodiversität ist überwältigend. Doch der Klimawandel setzt diesen Lebensraum unter erheblichen Stress. Steigende Temperaturen, versauernde Meere und schwindende Sauerstoffzonen bedrohen viele Arten.

    Ein besonders besorgniserregendes Beispiel sind die Korallenriffe. Diese „Regenwälder der Meere“ bieten Lebensraum für etwa ein Viertel aller Meeresarten. Doch sie sind extrem empfindlich gegenüber Temperaturänderungen. Schon eine Erhöhung der Wassertemperatur um wenige Grad Celsius kann zu Korallenbleiche führen, einem Zustand, bei dem die symbiotischen Algen, die den Korallen ihre Farbe und einen Großteil ihrer Nahrung liefern, abgestoßen werden. Ohne diese Algen verhungern die Korallen und sterben ab.

    Klimaflüchtlinge im Meer

    Nicht nur an Land gibt es Klimaflüchtlinge – auch viele Meeresbewohner sind gezwungen, ihre angestammten Lebensräume zu verlassen. Fische und andere mobile Arten wandern in kühlere Gewässer ab, was weitreichende Folgen für die Fischereiwirtschaft und die Nahrungsmittelsicherheit hat. Küstennahe Gemeinschaften, die auf Fischfang angewiesen sind, müssen sich neuen Herausforderungen stellen.

    Aber was passiert mit den Lebewesen, die nicht einfach umziehen können? Viele sesshafte Arten sind extrem anfällig für Veränderungen in ihrer Umgebung. Seegraswiesen und Mangrovenwälder, die wichtige Brutstätten für viele Meeresbewohner sind, werden durch den steigenden Meeresspiegel und die zunehmende Erosion bedroht. Solche Ökosysteme sind nicht nur Lebensräume, sondern auch bedeutende Kohlenstoffsenken, die helfen, den Klimawandel zu verlangsamen.

    Der Einfluss auf Wetter und Klima

    Die Ozeane spielen eine zentrale Rolle im globalen Klimasystem. Sie beeinflussen das Wetter, regulieren Temperaturen und sind maßgeblich an den großen Klimamustern beteiligt, wie El Niño und La Niña. Diese Phänomene, die durch Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre entstehen, haben weitreichende Auswirkungen auf das Wetter weltweit – von Dürreperioden in Australien bis hin zu schweren Regenfällen in Südamerika.

    Ein sich veränderndes Klima bringt auch eine Verschiebung dieser Muster mit sich. Extremereignisse wie Hurrikane und Taifune nehmen an Intensität zu, da wärmeres Wasser als „Treibstoff“ für diese Stürme dient. Die Zerstörungskraft solcher Wetterereignisse hat bereits jetzt verheerende Auswirkungen auf Küstengemeinden und Infrastrukturen.

    Schutz und Erhaltung der Ozeane

    Angesichts dieser Herausforderungen stellt sich die Frage: Was können wir tun, um unsere Ozeane zu schützen? Ein wichtiger Schritt ist der Ausbau von Meeresschutzgebieten. Diese Gebiete, in denen menschliche Aktivitäten eingeschränkt sind, ermöglichen es marinen Ökosystemen, sich zu erholen und widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu werden. Doch derzeit sind nur etwa 7,5% der Weltmeere geschützt – viel zu wenig, um einen umfassenden Schutz zu gewährleisten.

    Neben dem Schutz der Meeresgebiete ist auch die Reduktion der Kohlendioxidemissionen entscheidend. Weniger Treibhausgase bedeuten weniger Erwärmung und Versauerung der Ozeane. Dies erfordert internationale Zusammenarbeit und ehrgeizige Klimapolitik, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels abzuwenden.

    Soziale Gerechtigkeit und die Ozeane

    Die Klimakrise ist auch eine Krise der Ungleichheit. Küstengemeinden in Entwicklungsländern sind oft am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, haben jedoch die geringsten Mittel, um sich anzupassen. Fischerei ist in vielen dieser Regionen eine wichtige Einkommens- und Nahrungsquelle. Wenn Fischbestände schrumpfen oder wandern, bedeutet dies unmittelbare Bedrohungen für die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen.

    Anpassungsstrategien müssen daher auch soziale Gerechtigkeit berücksichtigen. Dies beinhaltet die Unterstützung für nachhaltige Fischerei, den Schutz von Lebensräumen und die Sicherung von Einkommensquellen für betroffene Gemeinschaften. Es ist unerlässlich, dass wir die am meisten gefährdeten Gruppen in den Mittelpunkt unserer Bemühungen stellen.

    Technologische Fortschritte und die Zukunft der Ozeane

    Es gibt Hoffnung. Verbesserungen in der Technologie und der Datenverfügbarkeit ermöglichen es uns, präzisere Aussagen über den Zustand unserer Ozeane zu treffen und effektivere Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Fernerkundung, durch Satelliten gestützte Überwachung und innovative Forschungsansätze liefern uns detaillierte Einblicke in die Veränderungen, die unsere Ozeane durchmachen.

    Doch es braucht mehr als Technologie. Es braucht politischen Willen und gesellschaftliches Engagement. Wir müssen die Bedeutung der Ozeane in den Mittelpunkt unserer Klimapolitik stellen und anerkennen, dass ihr Schutz auch unser Überleben sichert. Ohne gesunde Ozeane gibt es kein gesundes Klima – so einfach ist das.

    Persönliche Reflexion: Ein Plädoyer für die Ozeane

    Ich lebe am Mittelmeer und es gibt Momente, da stehe ich am Ufer und blicke auf das weite, unendliche Meer hinaus. Ich denke an die unzähligen Lebewesen, die in diesen Tiefen leben, an die Wellen, die seit Millionen von Jahren die Küsten formen. Und ich frage mich: Wie werden zukünftige Generationen diese Ozeane erleben? Werden sie auch noch die Wunder und die Schönheit sehen können, die uns heute so selbstverständlich erscheinen?

    Die Ozeane sind unsere Lebensadern. Sie verdienen unseren Schutz und unsere Fürsorge. Es ist an der Zeit, dass nicht nur die Wissenschaftler, sondern auch wir „normalen“ Menschen als globale Gemeinschaft handeln. Es ist nicht zu spät, aber die Uhr tickt. Lassen wir uns von den Ozeanen inspirieren – in ihrer Kraft, in ihrer Schönheit und in ihrer Fähigkeit, sich zu erneuern. Und handeln wir entsprechend.

    MAB


    Quellen:

    • IPCC Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate
    • NOAA Ocean Acidification Program
    • World Wildlife Fund (WWF) Reports on Marine Biodiversity
    • United Nations Environment Programme (UNEP) on Marine Protected Areas
  • Emissionsbilanz unter der Lupe: Hat Frankreich 2023 so viel erreicht wie unter Präsident Hollande?

    Emissionsbilanz unter der Lupe: Hat Frankreich 2023 so viel erreicht wie unter Präsident Hollande?

    Die Aussage von Agnès Pannier-Runacher, der beigeordneten Ministerin beim Landwirtschaftsminister, dass Frankreich im Jahr 2023 seine Treibhausgasemissionen um 4,8% reduziert hat – eine Leistung, die der gesamten Amtszeit von Präsident François Hollande entspricht –, sollte sorgfältig betrachtet werden. Diese Zahlen, die während der Kampagne für die Europawahlen hervorgebracht wurden, sind korrekt, doch die Vergleiche hinken etwas. Von 2012 bis 2017 verringerte Frankreich seine Emissionen um 25 Mt CO2e, was einer Reduktion von 5,1% entspricht. Die kürzlich für 2023 gemeldete Reduktion von 19 Mt CO2e, oder 4,8%, wurde von Citepa, einer unabhängigen Expertengruppe, als vorläufige Schätzung veröffentlicht. Es handelt sich dabei also noch nicht um endgültige Zahlen, was bei der Interpretation beachtet werden sollte. Können wir aber wirklich sagen, dass die jüngsten Anstrengungen beispiellos sind? Die Wirklichkeit ist, dass die Senkung der Emissionen von vielen Faktoren abhängt, darunter wi…

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  • Klimagerechtigkeit: Ein neues Kapitel im internationalen Recht

    Klimagerechtigkeit: Ein neues Kapitel im internationalen Recht

    In einem historischen Urteil hat die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) die Schweiz wegen Untätigkeit im Klimaschutz verurteilt. Diese Entscheidung markiert einen Wendepunkt, doch sie steht nicht allein da. Zahlreiche Staaten wurden bereits wegen ihrer unzureichenden Maßnahmen gegen die Erderwärmung zur Rechenschaft gezogen. Doch was bedeutet das für die globale Bemühung um Klimagerechtigkeit?

    Am Dienstag, den 9. April, schrieb die Schweiz unfreiwillig Geschichte. Zum ersten Mal verurteilte die EMRK einen Staat für klimatische Untätigkeit. Auslöser war die Beschwerde von 2.500 älteren Frauen, die den Schweizer Behörden vorwarfen, nicht genug gegen die Folgen des Klimawandels zu unternehmen. Die Schweiz wurde beschuldigt, mehrere grundlegende Rechte, die in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgelegt sind, verletzt zu haben. Aber die Schweiz ist bei Weitem nicht der einzige Staat, der in Sachen Klimaschutz ins Kreuzfeuer gerät.

    Bulgarien etwa, das erste EU-Land, das wegen seiner Luftqualität von der EU verurteilt wurde, verletzte zwischen 2007 und 2013 „systematisch und anhaltend“ die Grenzwerte für Feinstaub. Es folgten weitere Verurteilungen gegen Polen, Italien, Deutschland und – ja, auch Frankreich.

    Frankreich selbst hat mehrfach Verwarnungen erhalten, zuletzt von der CJUE, die feststellte, dass Frankreich „systematisch und anhaltend“ Feinstaub-Grenzwerte überschritten hat. Doch nicht nur auf EU-Ebene, auch im eigenen Land steht Frankreich unter Druck. Nach Klagen von Umweltverbänden wurde der Staat zu dringenden Maßnahmen aufgefordert, um die Luftverschmutzung zu reduzieren. In der berühmten „Affaire du siècle“ wurde Frankreich sogar für sein Versäumnis verurteilt, die Treibhausgasemissionen zwischen 2015 und 2018 zu senken.

    Die Niederlande und Belgien sind weitere Beispiele für Staaten, die von ihren eigenen Bürgern für klimatische Untätigkeit zur Rechenschaft gezogen wurden. In den Niederlanden musste der Staat seine Treibhausgasemissionen bis Ende 2020 um mindestens 25% reduzieren – ein bahnbrechendes Urteil, das von der Obersten Gerichtshof des Landes bestätigt wurde. Belgien wurde kürzlich von einem Gericht dazu verpflichtet, seine Emissionen bis 2030 um mindestens 55% zu reduzieren.

    Nicht nur in Europa, auch in den USA gab es einen bedeutenden Sieg für die Klimagerechtigkeit. In Montana erreichten junge Kläger, dass eine gesetzliche Regelung, die der fossilen Brennstoffindustrie zugutekam, für verfassungswidrig erklärt wurde.

    Diese Fälle zeigen eine klare Botschaft: Die Weltgemeinschaft beginnt, die dringende Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen anzuerkennen und fordert von den Regierungen, ihrer Verantwortung nachzukommen. Doch reichen Gerichtsurteile allein aus, um den Klimawandel aufzuhalten? Ist es nicht an der Zeit, dass wir alle – Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen – unsere Anstrengungen verdoppeln, um unseren Planeten für zukünftige Generationen zu bewahren?

    Tatsächlich stehen wir an einem kritischen Punkt in der Geschichte. Während diese Urteile ein starkes Signal setzen, ist der wahre Kampf gegen den Klimawandel ein Marathon, kein Sprint. Es bedarf umfassender, global koordinierter Anstrengungen, um die verheerenden Auswirkungen der globalen Erwärmung abzumildern. Wie sehen Sie das – sind wir bereit für diesen Marathon?

  • Schritt für Schritt findet der Klimawandel seinen Weg in die französischen Schulen

    Schritt für Schritt findet der Klimawandel seinen Weg in die französischen Schulen

    Die Bildung für nachhaltige Entwicklung macht Fortschritte in französischen Lehrbüchern, doch praktische Projekte und ausreichende Schulungen für Lehrer zum Thema Klimawandel bleiben immer noch selten. „Schülern müssen Schlüssel an die Hand gegeben werden, um die Komplexität des Klimas zu verstehen. Heute findet man im Internet viele Unwahrheiten. Wenn man im Unterricht darüber spricht, sorgt man dafür, dass Schüler nicht in falsche Gewissheiten oder Verschwörungstheorien abdriften“, erklärt David Boudeau, Präsident der Vereinigung der französischen Biologie- und Geologielehrer. Die Schule spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel. Angesichts der Dringlichkeit gewinnen pädagogische Projekte zum Thema in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit und Gewicht. Ein Beispiel ist „Fresque du Climat“: Seit der Gründung im Jahr 2018 wurden laut der Organisation 300.000 Schüler über die Ursachen und Folgen des Klimawandels aufgeklärt. Vom 25. bis zum 30. März wird eine Woche …

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  • TotalEnergies: Landwirt klagt gegen den Energiegiganten wegen seiner Verantwortung für den Klimawandel

    TotalEnergies: Landwirt klagt gegen den Energiegiganten wegen seiner Verantwortung für den Klimawandel

    Hugues Falys, ein belgischer Landwirt, hat am Mittwoch, dem 13. März, eine Klage gegen den französischen Öl- und Gasriesen TotalEnergies eingereicht, um das Unternehmen für seine Rolle im Klimawandel zur Verantwortung zu ziehen

    Der belgische Bauer klagt unter anderem wegen seiner Ertragsverluste, die durch die Unwetter der letzten Jahre verursacht wurden.

    „Der Klimawandel hat sehr konkrete Auswirkungen auf mich: Ertragsverluste, Mehrarbeit und Stress, wenn man sich mit einem durcheinandergebrachten Anbaukalender auseinandersetzen muss“, erklärte Hugues Falys, Landwirt in der Provinz Hainaut im Westen Belgiens, in einer Pressemitteilung.

    Unterstützung von NGOs
    Der belgische Landwirt kann auf die Unterstützung mehrerer Organisationen, darunter auch Greenpeace, zählen. Sie haben eine zivilrechtliche Klage gegen TotalEnergies vor dem „Unternehmensgericht“, einem belgischen Gericht, das auf Streitigkeiten mit Unternehmen spezialisiert ist, eingereicht.

    Mit dieser Aktion wollen die unterstützenden NGOs „eine der größten multinationalen Konzerne, die in fossilen Energien tätig sind, zur Verantwortung ziehen und sie dazu zwingen, einen glaubwürdigen Übergangsplan zu adoptieren“. Sie fordern „den Stopp von Investitionen in fossile Energieprojekte, eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 60% bis 2030 und eine Reduktion der Gas- und Ölproduktion um 75% bis 2040“.

    TotalEnergies gab an, noch keine offizielle Mitteilung über die Klage erhalten zu haben. Das französische Unternehmen bedauerte „den rechtlichen Schritt, der unternommen wurde“, und argumentierte, dass „die Herausforderung des Klimawandels und der Energiewende nicht in der rechtlichen Verantwortung eines einzelnen Unternehmens liege, sondern vielmehr in der kollektiven Anstrengung der gesamten Gesellschaft“.

    Das multinationale Unternehmen erklärte zudem, im Jahr 2023 fünf Milliarden Dollar in erneuerbare Energien und kohlenstoffarme Technologien investiert zu haben und spricht von einer weiteren Investition von fünf Milliarden Dollar, die für 2024 geplant sei.

    Wie andere Ölmultis wird TotalEnergies regelmäßig von Klima- und Menschenrechtsaktivisten scharf kritisiert. Das Unternehmen sieht sich mehreren Gerichtsverfahren gegen seine Gas- und Ölprojekte gegenüber, darunter das hochumstrittene Tilenga/Eacop-Projekt in Uganda und Tansania.

  • Klimawandel: Stabilisierung oder was wir für unsere Natur tun müssen

    Klimawandel: Stabilisierung oder was wir für unsere Natur tun müssen

    Diesen Artikel haben wir mit Bildern illustriert, die uns die Schönheit unserer Natur vor Augen halten sollen und uns klarmachen, für was wir kämpfen müssen…

    Alle Artikel unserer Serie über den Klimawandel findet ihr unter diesem Link …

    Foto: IvaCastro auf Pixabay

    Um ein Überleben der Menschheit und der Natur, so wie wir sie heute kennen, zu gewährleisten, müssen wir dafür sorgen, dass die jährlichen CO2-Emissionen irgendwann im 21. Jahrhundert ihren Höchststand erreichen und dann relativ schnell zurückgehen.

    Die Szenarien, um genau das zu erreichen, nennt der Zwischenstaatliche Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) „Stabilization scenarios“ – „Stabilisierungs-Szenarien“. Und mit diesen Szenarien und ihrer Bedeutung wollen wir uns heute hier beschäftigen.

    Foto:  Ales Krivec auf Pixabay

    Wie sehen Stabilisierungsszenarien aus?

    Grundsätzlich bestätigen sie erst einmal folgende Aussage: Je länger wir den CO2-Anstieg zulassen, desto höher wird die endgültige CO2-Konzentration sein. Eigentlich logisch, oder?

    Wenn wir den CO2-Gehalt der Atmosphäre bei 550 Teilen pro Million stabilisieren wollen, sollten die CO2-Emissionen auf einen Höchstwert von nicht mehr als 8,7 bis 9 Gigatonnen begrenzt werden, was nicht weit von unserem derzeitigen Stand entfernt ist, und dieser Höchstwert muss vor 2050 erreicht werden. Und sehr wichtig ist dabei: Die Emissionen müssen bis zum Ende des Jahrhunderts unter das Niveau von 1990 von etwa 6 Gigatonnen Kohlenstoff pro Jahr gesenkt werden.

    Foto: PublicDomainPictures auf Pixabay

    Wollten wir den CO2-Gehalt bei 450 Teilen pro Million stabilisieren, was uns aller Wahrscheinlichkeit nach unter der gefährlichen Erwärmung des Planeten von 2 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit gehalten hätte, zeigen die Zahlen, dass wir die Emissionen vor 2010 auf einen Höchststand von etwa siebeneinhalb Gigatonnen pro Jahr hätten bringen und sie bis Mitte dieses Jahrhunderts auf etwa vier Gigatonnen pro Jahr, also etwa 33% unter das Niveau von 1990, senken müssen. Offensichtlich ist dieser Zug aber bereits abgefahren.

    Und für unser verspätetes Handeln werden wir prompt bestraft: Mit jedem Jahr Untätigkeit bei der Senkung unserer Kohlenstoffemissionen wird es immer schwieriger, aufwendiger und teurer, die CO2-Konzentrationen unter dem kritischen Wert von 450 ppm zu stabilisieren.

    Foto: RÜŞTÜ BOZKUŞ auf Pixabay

    Wo stehen wir im Moment? Im Jahr 2016 sah es so aus, als hätten die Kurven der weltweiten Kohlenstoffemissionen ihren Höhepunkt erreicht, würden abflachen und vielleicht sogar langsam zurückgehen. Das hätte darauf hindeuten können, dass die Kohlenstoffemissionen, hervorgerufen durch eine Dekarbonisierung unserer Wirtschaft, trotz des zunehmenden globalen Wirtschaftswachstums nicht weiter ansteigen.

    Nun, ihr habt es schon geahnt, hier kommt das grosse ABER: Nur wenige Jahre später sind die Kohlenstoffemissionen wieder angestiegen. Während es vor einigen Jahren noch so aussah, als ob wir uns auf dem RCP-2,6-Pfad (siehe Artikel: Klimawandel: Szenarien einer einer ungewissen Zukunft) befänden, um die CO2-Konzentration auf unter 450 Teile pro Million zu begrenzen, sieht es jetzt so aus, als ob wir uns eher dem Business-as-usual-Szenario, RCP 8,5, annähern, das zu einer Verdreifachung der CO2-Konzentration bis zum Ende des Jahrhunderts führt, wenn wir nicht sofort erhebliche Anstrengungen zur Verringerung der Emissionen unternehmen.

    Foto: RÜŞTÜ BOZKUŞ auf Pixabay

    Wenn wir die CO2-Konzentration in der Atmosphäre unter 450 ppm stabilisieren wollen, müssen wir die globalen Kohlenstoffemissionen innerhalb dieses Jahrzehnts – also bis etwa 2030 – auf einen Höchststand von unter 10 Giga-Tonnen pro Jahr bringen und sie bis zum Ende dieses Jahrhunderts durch geeignete Umweltschutzmaßnahmen drastisch und kompromisslos auf nahezu Null reduzieren.

    Wenn wir jedoch mit der Verbrennung von Kohlenstoff wie bisher weitermachen, wird das Ziel von 450 Teilen pro Million bald außer Reichweite sein. Und die zu befürchtenden katastrophalen Folgen werden uns hart für unser Nicht-Handeln bestrafen.


    Und um die Sache noch etwas schwerer und spannender zu machen, müssen wir in unseren Stabilisierungs-Szenarien auch die Tatsache berücksichtigen, dass Kohlendioxid nicht das einzige Treibhausgas ist, das durch menschliche Aktivitäten erzeugt wird und den Klimawandel vorantreibt. Methan, Distickstoffoxide, Ozon und andere Schadstoffe haben ebenfalls zugenommen und werden den Prognosen zufolge auch noch weiter zunehmen.

    Foto: Quang Nguyen Vinh auf Pixabay

    Wie können wir diese anderen Gase berücksichtigen? Dafür hat die Wissenschaft das Konzept des CO2-Äquivalents entwickelt. Die Wirkung all dieser anderen Treibhausgase kann man berücksichtigen, indem wir das Äquivalent der CO2-Konzentration in Bezug zu den gesamten Auswirkungen der Kombination aller anderen Treibhausgase setzen.

    Wenn wir aber nun die Auswirkungen durch den Anstieg von Methan, Ozon und anderen anthropogenen Treibhausgasen berücksichtigen, dann entspricht das Ergebnis einer Erhöhung der CO2-Konzentration auf einem wesentlich höheren Niveau, nämlich von etwa 485 Teilen pro Million.

    Mit anderen Worten: Der aktuelle Gesamtwert unter Berücksichtigung der CO2-Konzentration und des CO2-Äquivalents aus den anderen Treibhausgasen liegt bei etwa 485 Teilen pro Million.

    Wie man sich vorstellen kann, hat diese Tatsache erhebliche Verwirrung gestiftet und einige Kommentatoren dazu veranlasst, fälschlicherweise Alarm zu schlagen, dass es bereits zu spät sei, die CO2-Konzentration unter 450 ppm zu stabilisieren, um die Überschreitung des Grenzwertes zu vermeiden, der als gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems festgelegt wurde.

    Wenn nun das CO2 und das Äquivalent der anderen Gase 485 Teile pro Million erreicht hat, bedeutet das wirklich, dass wir bereits jetzt der Nettoerwärmung und ihren Folgen, die bei einer Konzentration von 485 Teilen pro Million CO2 in der Atmosphäre zu erwarten ist, nicht mehr entkommen können?

    Die sibyllinische Antwort auf diese Frage lautet: Ja und nein, das wird sich zeigen.

    Denn bei diesen ganzen Berechnungen haben wir bisher etwas vergessen, nämlich dass Treibhausgase nicht der einzige bedeutende anthropogene Einfluss des Menschen auf das Klima sind. Wir wissen, dass die Produktion von Sulfataerosolen und anderen Aerosolen schon in der Vergangenheit eine wichtige Rolle bei der Abkühlung wesentlicher Regionen der Kontinente der nördlichen Hemisphäre gespielt hat, insbesondere während des letzten Jahrhunderts.

    Die möglicherweise genaueste Schätzung der Auswirkung dieses kühlenden anthropogenen Einflusses auf die Atmosphäre, die allerdings immer noch recht unsicher ist, liegt bei maximal -0,8 Watt pro Quadratmeter, was in einem Stabiliserungs-Szenario der Konzentration von 60 Teilen CO2 pro Million in der Atmosphäre entspricht, die wir von 485 Teilen pro Million abziehen können. Damit erhalten wir 425 Teile pro Million, was der derzeitigen CO2-Konzentration von etwa 410 Teilen pro Million nahekommt.

    Foto: David Mark auf Pixabay

    Wenn wir also nicht nur die Wirkung aller anderen Treibhausgase, sondern auch die ausgleichende kühlende Wirkung der anthropogenen Aerosole berücksichtigen, landen wir ungefähr dort, wo wir uns anfangs auch gesehen haben, als wir lediglich die Wirkung der steigenden atmosphärischen CO2-Konzentration durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe betrachteten. Es ist daher eine zulässige Vereinfachung, das atmosphärische CO2 allein zu betrachten, sozusagen als Annäherungswert für den gesamten anthropogenen Einfluss auf die Erwärmung des Klimas.

    Um den heutigen Artikel über Stabilisierungs-Szenarien abzuschließen, fassen wir kurz zusammen: Diese Szenarien zielen darauf ab, die atmosphärische CO2-Konzentration auf einem bestimmten Niveau zu stabilisieren, und je niedriger das angestrebte Stabilisierungsniveau ist, desto niedriger und früher muss der Spitzenwert und damit die Umkehrung der Kohlenstoffemissionen eintreten.

    Foto: Sasin Tipchai auf Pixabay

    Aus diesen Berechnungen und Szenarien definiert sich die verantwortungsvolle und anspruchsvolle Aufgabe, die auf unsere Gesellschaft zukommt:

    Um eine Stabilisierung auf weniger als dem Doppelten des vorindustriellen Niveaus zu erreichen, müssen die Emissionen innerhalb der nächsten Jahrzehnte ihre Spitze erreichen und bis Mitte dieses Jahrhunderts auf 80% unter das Niveau von 1990 gesenkt werden.

    Die schönen Fotos, mit denen wir den heutigen Artikel illustriert haben, zeigen uns mit aller Deutlichkeit, was wir zu verlieren haben, wenn wir nicht sofort beginnen, für unsere Natur zu kämpfen.

    Foto: Waldemar Pache auf Pixabay

    In diesem Sinne: Farbenprächtige Grüsse aus dem schönen Süden Frankreichs, bleibt wachsam und schützt unsere Natur!

    Andreas M. Brucker, Redaktionsleitung Nachrichten.fr

    Alle Artikel unserer Serie über den Klimawandel findet ihr unter diesem Link …