Schlagwort: Hamas

  • 80 Tote bei israelischen Luftangriffen in Gaza – Der Albtraum nimmt kein Ende

    80 Tote bei israelischen Luftangriffen in Gaza – Der Albtraum nimmt kein Ende

    Es ist eine neue Stufe der Eskalation, die den Nahen Osten erschüttert: Bei schweren israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen sind am Mittwoch mindestens 80 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten befinden sich auch zahlreiche Kinder. Die Angriffe konzentrierten sich vor allem auf den Norden des Gebiets, insbesondere das Flüchtlingslager Jabaliya – ein Ort, der schon oft Leid gesehen hat, doch diesmal ist es besonders verheerend.

    Dort, zwischen zerbombten Häusern und rauchenden Trümmern, gruben Überlebende mit bloßen Händen nach Vermissten. 59 Menschen starben allein in dieser Region. Weitere vier kamen bei einem Angriff nahe Khan Younis im Süden ums Leben. Und während die Bomben fielen, standen die Menschen vor der Entscheidung: bleiben oder fliehen – obwohl es kaum sichere Orte gibt.

    Die humanitäre Lage: ein Desaster mit Ansage

    Die Zustände in Gaza sind katastrophal. Krankenhäuser arbeiten am Limit oder sind ganz außer Betrieb. Strom gibt es nur sporadisch, Trinkwasser ist ein Luxus geworden. Familien campieren unter freiem Himmel, in der Hoffnung, dass die nächste Nacht ruhig bleibt – obwohl sie wissen, dass das fast ausgeschlossen ist.

    Die israelische Armee hatte zuvor dazu aufgerufen, bestimmte Gebiete im Norden zu evakuieren. Viele Bewohner folgten dem Aufruf, andere blieben – aus Angst, aus Überzeugung oder schlicht, weil sie keine Möglichkeit zur Flucht hatten. Wer kann es ihnen verübeln?

    Netanjahu gegen Macron – Ein diplomatischer Schlagabtausch

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte die israelische Vorgehensweise öffentlich kritisiert – insbesondere die Blockade humanitärer Hilfe. Das ließ Israels Premierminister Benjamin Netanjahu nicht unbeantwortet. In ungewöhnlich scharfen Worten warf er Macron vor, die Propaganda einer Terrororganisation zu übernehmen. Solche verbalen Entgleisungen zeigen: Die diplomatischen Nerven liegen blank.

    Dabei geht es längst nicht mehr nur um militärische Operationen. Es geht um die Deutungshoheit, um Narrative, um internationale Unterstützung – und letztlich auch um den Druck, dem sich beide Seiten ausgesetzt fühlen.

    Yemen, Raketen und die nächste Front

    Nicht nur Gaza steht in Flammen. Auch im Jemen bahnt sich eine gefährliche Zuspitzung an. Die israelische Armee forderte kürzlich die Evakuierung dreier Seehäfen, die von den Huthi-Rebellen kontrolliert werden. Hintergrund war ein abgefangener Raketenangriff auf Israel – mutmaßlich abgefeuert von diesen Gruppen. Die Region wird zum Pulverfass, das jederzeit in weiteren Staaten explodieren könnte.

    Was bedeutet das für den weiteren Verlauf des Konflikts? Wird sich Israel auf einen Mehrfrontenkrieg einlassen müssen? Oder geht es hier vielmehr um symbolische Drohgebärden?

    Und dann ist da noch Trump

    Mitten in all diesem Chaos reiste der frühere US-Präsident Donald Trump durch den Nahen Osten – eine Tour, die viele überrascht. In Saudi-Arabien traf er den neuen syrischen Interimspräsidenten Ahmad al-Sharaa. Dort kündigte er an, die Sanktionen gegen Syrien aufheben zu wollen – unter der Bedingung, dass Syrien Israel anerkennt und sich von ausländischen Milizen distanziert.

    Ein Deal, der auf dem Papier gut klingt – in der Realität jedoch kaum sofort umsetzbar ist. Die Fronten sind verhärtet, das Misstrauen tief. Und dennoch: Der Versuch, Bewegung in den diplomatischen Stillstand zu bringen, ist zumindest ein Zeichen von Initiative.

    Ein Konflikt ohne Pause – Hoffnung in weiter Ferne

    Die Bomben hören nicht auf, das Leid nimmt kein Ende. Der Alltag in Gaza ist geprägt von Tod, Angst und Zerstörung. Menschen verlieren alles, was sie hatten – Familien, Häuser, Zukunft. Gleichzeitig bleibt der politische Wille für eine nachhaltige Lösung aus. Es gibt keinen klaren Weg aus dieser Krise, keine sichtbare Brücke zwischen den Fronten.

    Wie lange kann das so weitergehen? Wann endet dieser Albtraum für die Zivilbevölkerung? Und was muss eigentlich noch passieren, damit die Welt mehr tut als zuzuschauen?

    Die Fragen bleiben offen – wie so vieles in diesem zermürbenden Konflikt.

    Von Andreas M. Brucker

  • Symbolpolitik im Nahostkonflikt: Die Freilassung von Edan Alexander und ihre geopolitischen Implikationen

    Symbolpolitik im Nahostkonflikt: Die Freilassung von Edan Alexander und ihre geopolitischen Implikationen

    Die angekündigte Freilassung der israelisch-amerikanischen Geisel Edan Alexander durch die Hamas markiert einen bedeutsamen Moment im anhaltenden Nahostkonflikt. Alexander, der am 7. Oktober 2023 während des groß angelegten Angriffs der Hamas auf Israel von der Terrororganisation als Geisel genommen wurde, ist die letzte bekannte lebende Geisel mit US-Staatsbürgerschaft in Gaza. Seine bevorstehende Freilassung gilt als politisches Signal – insbesondere mit Blick auf den anstehenden Besuch von US-Präsident Donald Trump in der Region. Inmitten der anhaltenden Gewalt erhält dieser symbolische Akt besondere Aufmerksamkeit, sowohl im diplomatischen als auch im strategischen Kontext.

    Kalkulierte Geste ohne Gegenleistung

    Bemerkenswert ist, dass die Freilassung ohne formelle Gegenleistung durch Israel erfolgt. Weder wurde eine Feuerpause vereinbart noch ein Gefangenenaustausch angekündigt. Allein ein sicherer Korridor zur Übergabe des Geiselsoldaten wurde von israelischer Seite zugestanden.

    Gleichzeitig wird der Schritt der Hamas in Washington als diplomatischer Erfolg interpretiert. Präsident Trump lobte die Entscheidung öffentlich und verwies auf ihre Bedeutung im Rahmen der amerikanischen Bemühungen um eine langfristige Stabilisierung des Gazastreifens. Die USA, die seit dem Amtsantritt von Donald Trump zwischen bedingungsloser Solidarität mit Israel und strategischem Eigeninteresse lavieren, erhalten durch Alexanders Freilassung die Gelegenheit, sich als Vermittler im Nahen Osten neu zu positionieren – ohne dabei ihre sicherheitspolitische Nähe zu Israel aufzugeben.

    Motive und Absichten der Hamas

    Aus Sicht der Hamas ist diese Freilassung mehr als ein humanitärer Akt. Sie lässt sich als kalkulierte strategische Maßnahme deuten, die mehreren Zielen dient:

    Erstens könnte die Hamas auf internationale Anerkennung abzielen. Mit der Freilassung eines US-Bürgers demonstriert sie Verhandlungsbereitschaft und signalisiert, dass sie zu begrenzten Zugeständnissen in der Lage ist – möglicherweise in der Hoffnung, im Westen nicht ausschließlich als terroristischer Akteur wahrgenommen zu werden.

    Zweitens dient der Schritt der innen- und außenpolitischen Kommunikation gegenüber Israel. Inmitten wachsender Kritik an der israelischen Regierung im Umgang mit den verbleibenden Geiseln – sowohl durch Angehörige als auch durch Teile der israelischen Öffentlichkeit – setzt die Hamas gezielt ein Zeichen. Indem sie ohne sichtbare Gegenleistung handelt, bringt sie Israel in eine defensive Position und erhöht den Erwartungsdruck auf weitere Befreiungen.

    Drittens dürfte die Hamas auch die politische Bühne in den USA im Blick haben. Der anstehende Besuch von Donald Trump eröffnet ein Zeitfenster, um durch gezielte Gesten Einfluss auf die Tonalität der US-Außenpolitik zu nehmen. Auch wenn sich Trumps Nahostpolitik bislang durch eine klare Parteinahme für Israel auszeichnete, könnten symbolische Akte wie diese in den Medien Wirksamkeit entfalten, die über den unmittelbaren Einzelfall hinausreicht.

    Reaktionen innerhalb Israels

    In Israel löst die Freilassungsankündigung gespaltene Reaktionen aus. Einerseits wird die Rückkehr einer Geisel als humanitärer und moralischer Erfolg gewertet. Angesichts des Schicksals dutzender weiterer Geiseln aber bleibt die öffentliche Debatte von Frustration und Kritik geprägt. Die israelische Regierung steht zunehmend unter Druck, sichtbare Fortschritte bei der Befreiung der verbleibenden Hamas-Gefangenen zu erzielen.

    Gleichzeitig betonen führende Stimmen im politischen und militärischen Establishment, dass man sich nicht erpressbar machen dürfe. Die Sorge, dass humanitäre Zugeständnisse der Hamas zu einem innenpolitischen Präzedenzfall geraten könnten, schwebt wie ein Schatten über jedem diplomatischen Schritt. Umso bedeutsamer ist daher die Klarstellung von Premierminister Netanjahu, dass es sich nicht um eine Konzession im Rahmen von Verhandlungen, sondern um eine einseitige Maßnahme der Gegenseite handle.

    Ein symbolischer Akt, aber kein struktureller Wandel

    Ob die Freilassung von Edan Alexander den Beginn eines diplomatischen Tauwetters markiert oder lediglich ein isoliertes Signal bleibt, ist derzeit offen. Für eine nachhaltige Entspannung des Konflikts wäre weit mehr erforderlich als symbolische Einzelakte. Die humanitäre Lage im Gazastreifen sowie die tiefen Wunden auf beiden Seiten lassen strukturelle Fortschritte weiterhin unrealistisch erscheinen.

    Gleichwohl zeigt der Fall Alexander exemplarisch, wie sehr der Nahostkonflikt nicht nur durch militärische und territoriale Interessen, sondern auch durch medienwirksame Symbolpolitik geprägt ist. In einer Region, in der jedes Zeichen politischer Bewegung sofort international registriert wird, können Gesten wie diese weitreichende Wirkung entfalten – auch wenn ihr unmittelbarer Nutzen begrenzt bleibt.

    Von Andreas Brucker

  • Donald Trumps Rückzug aus Gaza: Zwischen Blockade, Hunger und geopolitischem Kalkül

    Donald Trumps Rückzug aus Gaza: Zwischen Blockade, Hunger und geopolitischem Kalkül

    Donald Trump trat seine zweite Amtszeit mit großspurigen Plänen für den Gazastreifen an. Er versprach Frieden nach über einem Jahr verheerender Kriegshandlungen, machte die islamistische Hamas und seinen Amtsvorgänger Joe Biden für das palästinensische Desaster verantwortlich und präsentierte eine ebenso visionäre wie realitätsferne Idee: Gaza solle entvölkert, vollständig übernommen und als luxuriöses Touristenziel wiederaufgebaut werden. Doch nach über 100 Tagen im Amt scheint Trump das Interesse an Gaza weitgehend verloren zu haben.

    Eine im März zusammengebrochene Waffenruhe wurde kaum von der US-Regierung unterstützt, während sich der diplomatische Fokus des Weißen Hauses zunehmend auf Iran verlagerte. Die israelischen Luftangriffe und Bodenoffensiven begannen von Neuem – mit schwerwiegenden Folgen für die Zivilbevölkerung. Von Immobilienprojekten oder einer Neugestaltung des Gazastreifens ist inzwischen keine Rede mehr.

    Ein Gebiet unter vollständiger Belagerung

    Seit über 60 Tagen blockiert Israel nahezu vollständig die Einfuhr humanitärer und kommerzieller Güter in den Gazastreifen. Die Lage für die ohnehin notleidende Bevölkerung hat sich damit dramatisch verschärft. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen teilte kürzlich mit, dass seine Lager leer seien. Bäckereien und Suppenküchen rationieren die letzten Vorräte. UN-Experten warnen vor einem baldigen Ausbruch einer Hungersnot – ein Szenario, das immer greifbarer wird.

    Menschen vor Ort berichten von einer katastrophalen Lage. „Die jetzige Situation ist mit Abstand die schlimmste Phase dieses Krieges“, sagte Haroun al-Khatib, ein 29-jähriger Bewohner, dessen Familie ihre während der Waffenruhe gesammelten Vorräte beim überstürzten Rückzug zurücklassen musste. Mohammed Murtaja, 25 Jahre alt und mit rund 40 Verwandten in Gaza-Stadt lebend, erklärte: „Wir verbringen unsere Tage damit, Wasser und Essen zu suchen, Akkus zu laden, damit wir nachts etwas sehen können – und warten darauf, zu sterben.“

    Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung des Gazastreifens wurden nach Angaben lokaler Behörden seit dem 7. Oktober 2023 vertrieben. Die militärische Offensive Israels, ausgelöst durch einen tödlichen Angriff der Hamas mit über 1.200 Toten und hunderten Entführungen, hat die zivile Infrastruktur weitgehend zerstört. Die Zahl der Todesopfer liegt nach palästinensischen Angaben mittlerweile bei deutlich über 50.000.

    Die israelische Strategie: Kontrolle statt Rückzug

    Israelische Stellen betonen, dass kein Mangel an Hilfsgütern bestehe, und rechtfertigen die Blockade mit kaum belegten Behauptungen, dass die Hamas Hilfsgüter in großem Stil umleite. Tom Fletcher, der humanitäre Koordinator der UN, sprach hingegen am Donnerstag von einer „grausamen kollektiven Bestrafung“ der Bevölkerung. Er appellierte an die israelischen Behörden, die Blockade zu beenden: „Lassen Sie die humanitäre Hilfe zu, retten Sie Leben.“

    Statt auf Deeskalation zu setzen, scheint Israel seine Kontrolle über das Gebiet weiter auszubauen. Etwa 70 Prozent des Gazastreifens wurden in den vergangenen sechs Wochen entweder zu militärischen „roten Zonen“ erklärt oder evakuiert. Die Pufferzonen entlang der Grenze zu Ägypten wurden vergrößert. Diese Maßnahmen dienen laut israelischer Regierung der Sicherheit und dem Druck auf die Hamas, die noch immer Geiseln festhält. Mehrere israelische Regierungsmitglieder deuteten zugleich an, dass eine längere Besatzung des Gazastreifens durchaus erwogen werde.

    Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte am Donnerstag in einer Rede, dass es ohne Erfüllung der militärischen Ziele keinen Lösung für die Palästinenser geben werde: „Die Freilassung der Geiseln ist ein wichtiges Ziel, aber das höchste Ziel dieses Krieges ist der Sieg über unsere Feinde.“ Noch deutlicher äußerte sich der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich, der erklärte, Israels Feldzug werde erst enden, wenn „Gaza von der Hamas gesäubert ist und Hunderttausende Palästinenser auf dem Weg in andere Länder sind“.

    Trumps Fokus verlagert sich – neue Allianzen in Sicht?

    Trump bereitet derzeit eine Reise nach Saudi-Arabien vor, die als Auftakt zu neuen Friedensvereinbarungen in der Region gelten soll. In jüngsten Interviews erklärte er, Riad werde bald den sogenannten „Abraham-Abkommen“ beitreten – jenen Normalisierungsverträgen, die Trump in seiner ersten Amtszeit zwischen Israel und mehreren arabischen Monarchien vermittelt hatte. Doch saudische Vertreter zeigen sich bislang zurückhaltend. Ohne substanzielle Fortschritte bei der Lösung des Palästinenserkonflikts sei ein diplomatischer Durchbruch mit Israel undenkbar, hieß es aus Riad.

    Bei Anhörungen vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag äußerte der saudische Vertreter Mohamed Saud Alnasser scharfe Kritik: Israels Vorgehen sei „barbarisch“ und ziele auf „ethnische Säuberung“. Man wolle die palästinensische Bevölkerung vertreiben oder töten, um das Gebiet annektieren zu können.

    Internationale Kritik prallt an Israels Regierung ab

    Trotz zunehmender internationaler Verurteilung zeigt sich die israelische Regierung unbeeindruckt. Viele Politiker im Land sehen in den Vereinten Nationen ein voreingenommenes Gremium. Gilad Erdan, ehemaliger israelischer UN-Botschafter, forderte sogar die vollständige Entfinanzierung und Auflösung der Organisation. „Israel muss eine globale Kampagne anführen, um die UN vollständig zu zerschlagen“, erklärte er auf einer Konferenz am vergangenen Wochenende.

    Die Entwicklungen der letzten Wochen zeigen: Weder Trump noch die israelische Regierung scheinen derzeit an einer tragfähigen Lösung für Gaza interessiert zu sein. Die humanitäre Krise verschärft sich, während politische Visionen entweder ins Leere laufen oder von langfristigen Besatzungsplänen überlagert werden. Die Menschen im Gazastreifen bleiben in einer Situation gefangen, die sich mit jedem Tag weiter zuspitzt.

    Von Andreas Brucker

  • Macron drängt auf humanitäre Hilfe – Nétanyahou lehnt Palästinenserstaat strikt ab

    Macron drängt auf humanitäre Hilfe – Nétanyahou lehnt Palästinenserstaat strikt ab

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich in einem eindringlichen Appell für das Ende des Leidens der Zivilbevölkerung in Gaza ausgesprochen. In einem Telefongespräch mit dem israelischen Premierminister Benyamin Nétanyahou am Dienstag betonte Macron: „Das Martyrium, das die Zivilbevölkerung Gazas derzeit erlebt, muss ein Ende haben.“ Gleichzeitig forderte er die sofortige Öffnung aller Grenzübergänge für humanitäre Hilfe – eine Maßnahme, die er als überlebenswichtig bezeichnete.

    Blockierte Hilfe, dringender Appell Der französische Präsident schilderte seine Eindrücke von einem Besuch in der ägyptischen Grenzstadt Al-Arisch, die derzeit als logistisches Zentrum für Hilfslieferungen nach Gaza dient. „Die Hilfe ist auf der anderen Seite der Grenze blockiert“, so Macron. Seine Forderung ist klar: Sie muss schnellstmöglich bei den Menschen ankommen, die sie am dringendsten benötigen. Mit Blick auf die anhaltenden Kämpfe in Gaza sprach Macron sich erneut für einen sofortigen Waffensti…

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  • USA und China vor dem endgültigen Bruch? Der Handelskrieg eskaliert – und andere World-News

    USA und China vor dem endgültigen Bruch? Der Handelskrieg eskaliert – und andere World-News

    Ein dramatischer Anstieg der Zölle hat die jahrzehntelangen Handelsbeziehungen zwischen den USA und China schwer erschüttert. Was einst als wirtschaftliche Partnerschaft mit gegenseitigem Nutzen begann, droht nun in einem massiven Bruch zu enden – mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft. Viele Ökonomen warnen, dass die wahren Auswirkungen dieses Zerwürfnisses erst in den kommenden Wochen spürbar werden.

    US-Präsident Donald Trump erklärte, dass er die Zölle auf chinesische Waren insgesamt um 145 Prozent erhöht habe – ein klares Signal dafür, dass die Spannungen zwischen Washington und Peking weiter eskalieren. In den letzten zwei Monaten hat sich der Zollstreit rasant verschärft.

    Der Aktienindex S&P 500 brach gestern wieder um 3,5 Prozent ein – ein deutliches Zeichen dafür, dass Anleger zunehmend beunruhigt sind über den Verlauf des Handelskriegs und die möglichen Auswirkungen der US-Zollpolitik. Auch Staatsanleihen wurden verkauft, die Ölpreise gaben nach, und Technologiewerte wie Apple und Nvidia verloren spürbar an Wert.

    „Wir steuern auf eine monumentale Katastrophe zu“, kommentierte Orville Schell, Direktor des Center on U.S.-China Relations an der Asia Society in New York.


    Nuklearverhandlungen mit dem Iran: Was steht auf dem Spiel?

    Währenddessen bereiten sich die USA und der Iran auf brisante Gespräche in Oman vor – es geht um ein neues Nuklearabkommen. Auf den ersten Blick wirkt Teheran geschwächt: Israel hat einen Großteil der Luftabwehrsysteme zerstört, die Irans Atomwaffenanlagen schützen, und gleichzeitig den Einfluss von Hamas und Hisbollah stark eingeschränkt.

    Doch gleichzeitig ist der Iran dem Bau einer eigenen Atombombe heute näher als je zuvor seit dem letzten Abkommen von 2015 – das Trump 2018 einseitig aufkündigte.

    Was wollen beide Seiten erreichen?

    Für den Iran geht es ums Überleben: Die Wirtschaft liegt am Boden, die internationalen Sanktionen wirken erdrückend. Der Druck, eine diplomatische Lösung zu finden, ist enorm. Für die USA wiederum stellt die fortschreitende Urananreicherung durch den Iran eine rote Linie dar – besonders die Möglichkeit, kurzfristig atomwaffenfähiges Material herzustellen, ist inakzeptabel.

    Würde der Iran zustimmen, seine Nuklearanlagen zu demontieren?

    Das scheint von vornherein ausgeschlossen – ein echter Dealbreaker. Unklar ist auch, ob dies wirklich Trumps zentrales Ziel ist. Er betont, dass der Iran keine Atomwaffen besitzen dürfe – aus Sicht Teherans ließe sich dieses Ziel auch mit transparenter Überwachung und einer Begrenzung der Urananreicherung erreichen.


    Geheimgespräche mit Hamas: USA verhandeln über letzte amerikanische Geisel

    In einem bemerkenswerten Bruch mit früherer US-Politik haben Vertreter der Trump-Regierung in Katar gleich dreimal mit hochrangigen Hamas-Funktionären gesprochen. Ziel der geheimen Treffen: die Freilassung von Edan Alexander – des letzten noch lebenden amerikanisch-israelischen Geisels in Gaza.

    Doch das Ringen blieb ergebnislos. Zwischen israelischem Widerstand, zögerlichem Verhalten der Hamas und einem unklaren Kurs der Trump-Regierung kam kein Abkommen zustande. Insider berichteten, dass trotz mehrfacher Anläufe keine Einigung erzielt werden konnte.


    Weitere Schlagzeilen

    Israel: Hunderte Reservisten der Luftwaffe fordern von der Regierung, einem Deal mit der Hamas zur Rückführung der Geiseln zuzustimmen – selbst wenn dies ein Ende des Kriegs in Gaza bedeuten würde.

    Türkei und Israel: Beide Länder haben Gespräche aufgenommen, um militärische Zwischenfälle in Syrien zu vermeiden. Die Spannungen sind durch den israelischen Militäreinsatz und das zunehmende Ringen um Einfluss deutlich gewachsen.

    Russland: Eine US-Bürgerin, die wegen Hochverrats zu 12 Jahren Haft verurteilt wurde – nachdem sie 50 Dollar an eine Hilfsorganisation gespendet hatte –, wurde im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigelassen.

    New York: Bei einem Hubschrauberabsturz in den Hudson River kamen sechs Menschen ums Leben, darunter eine Familie aus Spanien.

    Dominikanische Republik: Die Suche nach Opfern des Dacheinsturzes im Nachtclub „Jet Set“ wurde eingestellt. Die Behörden bestätigten 221 Todesopfer.

    US-Supreme Court: Das Gericht hat angeordnet, dass ein zu Unrecht abgeschobener Salvadorianer in die USA zurückgeholt werden muss – er war in einem berüchtigten Gefängnis in El Salvador gelandet.

    Ukraine: Ein Jugendlicher wird wegen Terrorverdachts angeklagt – er soll ein IKEA-Geschäft in Litauen angezündet haben. Seine Radikalisierung wird mit russischer Propaganda in Verbindung gebracht.

    Ölmarkt: Der starke Preisverfall setzt Russlands Staatshaushalt unter Druck – mögliche Folgen sind Kürzungen bei der Kriegsfinanzierung in der Ukraine.

    Somalia: Nach jüngsten Erfolgen islamistischer Aufständischer mehren sich in der Trump-Regierung Stimmen, die US-Botschaft zu schließen – andere fordern hingegen, die militärische Präsenz zu verstärken.

    Von Catherine H.

  • Macron in Kairo: Keine Vertreibung, keine Annexion – klare Linie zu Gaza

    Macron in Kairo: Keine Vertreibung, keine Annexion – klare Linie zu Gaza

    Bei einem offiziellen Besuch in Kairo hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron unmissverständliche Worte zur Lage im Gazastreifen gefunden. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sissi stellte er klar: Jegliche Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung oder Annexionen – ob in Gaza oder im Westjordanland – seien nicht nur völkerrechtswidrig, sondern auch eine ernste Bedrohung für die Sicherheit der gesamten Region. Und ja, auch für Israel. Macron sprach von „einer deutlichen roten Linie“, die nicht überschritten werden dürfe. In seiner Wortwahl war kein Platz für diplomatische Grauzonen: „Ich bin entschieden gegen jede Form der Bevölkerungsverschiebung und gegen jede Annexion.“ Klare Absage an Hamas Doch der französische Präsident beließ es nicht bei Warnungen gegenüber möglichen israelischen Plänen. Auch in Richtung Hamas ließ er keinen Zweifel aufkommen: Diese dürfe keinerlei Rolle in der künftigen Verwaltung des Gazastreifens spielen…

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  • Macron drängt auf Deeskalation im Nahen Osten

    Macron drängt auf Deeskalation im Nahen Osten

    Die diplomatischen Drähte glühten am vergangenen Wochenende: In einem eindringlichen Telefongespräch mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat der französische Präsident Emmanuel Macron zur sofortigen Einstellung der Luftangriffe auf den Gazastreifen und zur Rückkehr zu einem Waffenstillstand aufgerufen. Auch im Libanon forderte Macron die Einhaltung der Waffenruhe – ein Zeichen wachsender französischer Besorgnis über die sich zuspitzende Lage im Nahen Osten. Der Appell kommt zu einem Zeitpunkt wachsender internationaler Unruhe über die Dynamik der Gewalt in Gaza und im Libanon. Macron betonte nicht nur die Notwendigkeit einer humanitären Öffnung des Gazastreifens, sondern sprach sich auch klar für die Respektierung der Souveränität des Libanon aus. Frankreich versucht sich damit erneut als vermittelnde Macht in einer Region zu positionieren, die von einem gefährlichen Machtvakuum und strategischer Unsicherheit geprägt ist. Der brüchige Waffenstillstand in Gaza Seit dem 18. Mä…

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  • Hamas akzeptiert neue Waffenruhe-Initiative – Israel bleibt skeptisch

    Hamas akzeptiert neue Waffenruhe-Initiative – Israel bleibt skeptisch

    In einem überraschenden Schritt hat die Hamas-Führung am Samstag eine neue Waffenruhe-Initiative der Vermittler aus Ägypten und Katar akzeptiert. Die Hoffnung: ein Stopp der Gewalt im Gazastreifen und Bewegung in den festgefahrenen Verhandlungen. Doch wie realistisch ist eine Einigung?

    Khalil al-Haya, ein hochrangiger Vertreter der islamistischen Terrororganisation, erklärte im Fernsehen, dass der Vorschlag der Vermittler „akzeptiert“ worden sei. Zwei Tage zuvor sei das Angebot eingegangen – nun liege der Ball bei Israel. Al-Haya betonte aber auch: Die Waffen der Hamas seien eine „rote Linie“. Eine Entwaffnung werde es nicht geben. Ein klares Signal, das die Spielräume für Verhandlungen weiter einengt.

    Israel reagierte prompt – aber anders als viele es erwartet hatten.

    Statt einer Zustimmung übermittelte das Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu den Vermittlern eine Gegenofferte. In enger Absprache mit den USA habe man eine neue Linie formuliert. Details? Fehlanzeige. Man hält sich bedeckt. Vermutlich, weil innerhalb der israelischen Regierung erhebliche Meinungsverschiedenheiten herrschen. Sicherheitsbedenken, politische Zwänge, internationaler Druck – all das macht es kompliziert.

    Die Lage bleibt also angespannt.

    Der letzte Waffenstillstand, der ab dem 19. Januar für einige Wochen eine gewisse Ruhe brachte, war am 1. März von Israel beendet worden. Seither herrscht wieder Krieg. Am 18. März intensivierte Israel seine Bombardierungen in Gaza. Die fragile Feuerpause – zerschlagen.

    Jetzt scheint sich allerdings wieder etwas zu bewegen. Ein Hoffnungsschimmer?

    Bassem Naim vom politischen Büro der Hamas ließ am Freitag durchblicken, dass die diplomatischen Drähte wieder heiß laufen. Die Vermittler drängen auf eine neue Einigung. Dass sich beide Seiten wieder aufeinander zubewegen, sei zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

    Gleichzeitig sorgt die Hamas weiter mit Bildern für Schlagzeilen – und für Druck.

    Am Samstag wurde ein neues Video einer israelischen Geisel veröffentlicht. Darin appelliert Elkana Bohbot an seine Regierung, sich für seine Freilassung einzusetzen. Der Ort und das Aufnahmedatum bleiben unklar. Bohbot war beim Nova-Musikfestival am 7. Oktober 2023 entführt worden – ein Tag, der sich tief in das israelische kollektive Gedächtnis eingebrannt hat.

    Es ist bereits das zweite Video dieser Art innerhalb weniger Tage. Der Hamas geht es dabei nicht nur um Information, sondern auch um psychologischen Druck – auf die israelische Öffentlichkeit, aber auch auf die Verhandlungspartner.

    Die israelische Armee spricht aktuell von 58 wahrscheinlich noch lebenden Geiseln im Gazastreifen. 34 weitere gelten als tot. Insgesamt waren am 7. Oktober 251 Menschen entführt worden. In der ersten Phase des damaligen Waffenstillstands wurden 33 von ihnen freigelassen – im Austausch gegen rund 1.800 palästinensische Häftlinge.

    Ein zynisches Menschenleben-Kalkül?

    Ob die neue Initiative tatsächlich zu einer Feuerpause führt, bleibt unklar. Zu tief sitzen das Misstrauen und der Schmerz auf beiden Seiten. Zu viele offene Fragen stehen im Raum: Was genau beinhaltet die neue Hamas-Zusage? Wie weit geht Israels Gegenangebot? Welche Rolle spielen die USA diesmal?

    Und vor allem: Wie lange hält eine mögliche neue Waffenruhe, wenn sie denn zustande kommt?

    Die Vermittler stehen vor einer heiklen Aufgabe. Die Bevölkerung in Gaza leidet massiv unter den anhaltenden Kämpfen. Der Druck auf alle Beteiligten steigt. Die internationale Gemeinschaft schaut genau hin – doch mit jedem Tag schwinden Geduld und Hoffnung.

    Ob eine tragfähige Lösung gefunden wird? Schwer zu sagen.

    Fest steht nur: Die Zeit drängt.

    Von C. Hatty

  • Trump-Zölle schüren Angst vor globalem Handelskrieg – und andere World-News

    Trump-Zölle schüren Angst vor globalem Handelskrieg – und andere World-News

    Die Ankündigung von Präsident Trump, einen Strafzoll von 25 Prozent auf Autos und Autoteile zu erheben, hat die weltweite Automobilbranche aufgeschreckt. Die Aktienmärkte in Asien, Europa und den USA reagierten nervös, zahlreiche Autohersteller mussten Kursverluste hinnehmen. Trump droht nun sogar offen damit, gezielt die EU und Kanada zu bestrafen, falls diese gemeinsam Vergeltungsmaßnahmen ergreifen sollten.

    Die Zölle sollen ab nächstem Donnerstag in Kraft treten und würden alle Autos sowie bestimmte Autoteile betreffen, die in die USA exportiert werden. Länder wie Mexiko, Japan, Südkorea und Kanada sind besonders betroffen – sie stehen für rund 75 Prozent aller Fahrzeugimporte der USA.

    Damit steht Trumps eigenwillige Theorie zur Handelspolitik auf dem Prüfstand: Zölle sollen laut ihm Unternehmen dazu bringen, ihre Produktionsstätten in die USA zu verlegen – mit dem Ziel, mehr Jobs für Amerikaner zu schaffen. Ökonomen sehen das deutlich differenzierter und warnen vor schwerwiegenden Nebenwirkungen für die Weltwirtschaft.

    Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Mark Carney, Kanadas Premier, sprach davon, dass die USA „kein verlässlicher Partner“ mehr seien. Sein Land wolle bereits nächste Woche mit Gegenzöllen reagieren. In Deutschland, wo der Automobilsektor stark exportorientiert ist, forderte Wirtschaftsminister Robert Habeck eine klare Antwort der EU: „Es muss deutlich werden, dass wir uns nicht einschüchtern lassen.“


    Vage Zukunft für die Ukraine nach dem Krieg

    In Paris trafen sich europäische Staats- und Regierungschefs, um über einen französischen Vorschlag zu beraten: Eine sogenannte „Beruhigungstruppe“ soll helfen, einen möglichen Friedensprozess in der Ukraine abzusichern. Doch wie genau diese Truppe aussehen soll – das steht noch in den Sternen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, viele Details seien noch nicht geklärt. Moskau indes lehnt das Konzept kategorisch ab.

    Das Treffen folgte auf dreitägige, von den USA vermittelte Gespräche in Saudi-Arabien. Dabei konnten Russland und die Ukraine zumindest vorläufige Einigungen erzielen – etwa auf ein Ende der Angriffe auf Energieanlagen sowie auf ein Ende der Kämpfe im Schwarzen Meer. Allerdings: Die Vereinbarungen haben Haken.

    Denn Russland stellt Bedingungen. Moskau fordert unter anderem die Aufhebung von Beschränkungen im Bereich Schifffahrt, Versicherungen und Banken, die die Agrarexporte des Landes massiv erschweren. „Russland möchte außerdem, dass die Sanktionen gegen die staatliche Agrarbank fallen und diese wieder an das internationale Zahlungssystem Swift angeschlossen wird“, erklärt Paul Sonne, Russland-Experte. Doch das setzt die Zustimmung europäischer Partner voraus – und genau die waren bei den Gesprächen in Saudi-Arabien außen vor.


    Unmut gegen Hamas wächst – Proteste in Gaza nehmen zu

    In Gaza hat sich etwas bewegt. Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges im Jahr 2023 gehen Menschen offen auf die Straße – gegen die Herrschaft der Hamas und für ein Ende des Krieges. Zwar sind die Demonstrationen bisher eher klein, doch sie gelten als der deutlichste Ausdruck des Unmuts seit Langem.

    Früher hat Hamas solche Proteste mit harter Hand zerschlagen. Diesmal ist das Bild ein anderes: Ihre Sicherheitskräfte halten sich auffallend zurück. Der Grund dürfte in der angespannten Lage liegen – zum einen wächst der Druck aus der Bevölkerung, zum anderen erschwert die ständige Bedrohung durch israelische Luftangriffe jede Reaktion.


    Weitere wichtige Meldungen im Überblick:

    • Südkorea: Verheerende Waldbrände haben bereits 88.000 Hektar Land verwüstet. Zwei buddhistische Tempel, die seit 1.000 Jahren bestehen, wurden zerstört. 37.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, 27 Menschen kamen ums Leben.
    • Ägypten: Vor der Küste des Roten Meeres sank ein U-Boot mit russischen Touristen. Sechs Personen starben, Rettungsteams konnten weitere Menschen aus dem Wasser retten.
    • Türkei: Die BBC berichtet, dass ihr Journalist Mark Lowen in Istanbul festgenommen und abgeschoben wurde – nach seiner Berichterstattung über regierungskritische Proteste.
    • USA: Eine Recherche der New York Times beleuchtet die wachsende Szene sogenannter „Pädophilenjäger“ – Internetaktivisten, die ihre Opfer in teils brutalen Videos bloßstellen.
    • Großbritannien: König Charles III. wurde kurzzeitig im Krankenhaus behandelt, nachdem er Nebenwirkungen seiner Krebsbehandlung zeigte. Inzwischen ist er wieder zurück in seiner Londoner Residenz.
    • Frankreich: Die Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre Haft für Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Ihm wird vorgeworfen, 2007 illegale Wahlkampfhilfe aus Libyen angenommen zu haben.
    • USA: Ein Gericht hat Texas untersagt, eine Vorladung gegen eine Ärztin aus New York zu erlassen, weil sie einer texanischen Frau Abtreibungspillen verschrieben hatte.
    • Südsudan: Vizepräsident Riek Machar wurde unter Hausarrest gestellt. Dieser Schritt bringt das ohnehin fragile Friedensabkommen des Landes ins Wanken.
    • Algerien: Der französisch-algerische Schriftsteller Boualem Sansal wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt – ein Urteil, das weltweit bei Kulturschaffenden Empörung auslöste.
    • Archäologie: In Ägypten wurde südlich von Kairo ein gigantisches Grab entdeckt – vermutlich das eines bisher unbekannten Pharaos, etwa 3.600 Jahre alt. Und in England dürfen Archäologen endlich über bedeutende Funde aus der Eisenzeit sprechen, die sie seit 2021 ausgraben.
    • Soziale Medien: Facebook plant ein neues „Freunde“-Tab, in dem Beiträge von Freunden und Familie im Fokus stehen – zurück zu den Wurzeln der Plattform also.

  • „Hamas raus!“ – Wütende Proteste in Gaza gegen die eigene Führung

    „Hamas raus!“ – Wütende Proteste in Gaza gegen die eigene Führung

    Was selten geschieht, hat nun mit voller Wucht stattgefunden: Tausende Palästinenserinnen und Palästinenser haben sich in Gaza auf die Straße begeben – nicht gegen Israel, sondern gegen die eigene Regierung. In Beit Lahia, im Norden des Gazastreifens, ertönte lautstark: „Raus, raus, raus! Hamas raus!“

    Die Wut ist spürbar, greifbar, ohrenbetäubend.

    Mit selbstgebastelten Schildern in der Hand forderten sie das Ende des Krieges und die Freilassung israelischer Geiseln. Es war die größte anti-Hamas-Demonstration seit Beginn des Kriegs im Jahr 2023 – ein Aufschrei inmitten der Ruinen.

    „Wie sollen wir standhaft bleiben, wenn wir verbluten?“

    Ein Redner brachte die Stimmung auf den Punkt: „Hamas fordert Standhaftigkeit. Aber wie, wenn wir sterben und verbluten?“ Es war ein verzweifelter Hilferuf an die Welt – und eine scharfe Absage an die Herrschaft der Islamisten. Die Forderung war eindeutig: „Hamas muss aufhören mit dem, was in Gaza geschieht.“

    Ein Bauarbeiter, Ahmed al-Masri, sagte es ganz schlicht: „Wir wollen weitermachen – bis das Blutvergießen endet und Hamas aus der palästinensischen Politik verschwindet.“ Es klang nicht nach einer kurzfristigen Wut, sondern nach einem tiefsitzenden Willen zur Veränderung.

    Ein gebrochener Mann, ein klares Statement

    Mohammed Diab, ebenfalls aus Beit Lahia, hat bei einem israelischen Luftangriff sein Zuhause und seinen Bruder verloren. Sein Schmerz ist groß – und dennoch richtet er seine Wut nicht nur gegen Israel. „Wir weigern uns, für die Agenda irgendjemandes zu sterben. Hamas muss aufhören und auf die Stimme der Trauernden hören.“

    Einer der bewegendsten Momente: Ein Video zeigt einen Demonstranten, der mit bebender Stimme ruft: „Wir wollen keine Zerstörung, keinen Krieg – wir wollen leben.“ Eine ganz einfache, fast kindliche Bitte. Und gerade deshalb so erschütternd.

    Kinder mit Schildern: „Wir weigern uns zu sterben“

    Unter den Demonstrierenden: auch Kinder. Kleine Hände hielten große Worte – „Wir weigern uns zu sterben.“ Es sind diese Bilder, die sich in die Erinnerung brennen. Wenn selbst die Jüngsten nicht mehr schweigen, dann hat sich etwas verändert.

    Gaza, Heimat von 2,1 Millionen Menschen, steht seit 2007 unter der Kontrolle von Hamas. Eine Organisation, die laut Berichten von Human Rights Watch schon in der Vergangenheit nicht zimperlich mit Kritik umging – Verhaftungen und Folter inklusive.

    Krieg ohne Ende – über 50.000 Tote in Gaza

    Der Ursprung der aktuellen Eskalation liegt im Oktober 2023. Hamas hatte Israel angegriffen, rund 1.200 Menschen getötet, über 200 entführt. Seitdem tobt ein brutaler Krieg. Die Zahlen aus dem Hamas-geführten Gesundheitsministerium sind erschütternd: Über 50.000 Tote, mehr als 113.000 Verletzte, Tausende Vermisste. Und jeden Tag neue Schicksale.

    Die Hoffnung auf einen dauerhaften Waffenstillstand war im Januar groß – doch sie zerplatzte in der vergangenen Woche. Israel nahm die Angriffe wieder auf, nachdem Vermittlungsangebote laut eigener Aussage immer wieder von Hamas abgelehnt worden waren. Hamas hingegen macht Israel für das Scheitern verantwortlich – und warf Premierminister Netanjahu vor, den Frieden bewusst torpediert zu haben.

    Wer bestimmt das Schicksal dieser Stadt?

    Montagabend, kurz vor Beginn der Proteste: Neue israelische Luftangriffe forderten mindestens 61 Tote, darunter zwei Journalisten. Die Trauer sitzt tief, doch die Demonstrierenden wollen nicht länger schweigen.

    „Wir sind ein Volk des Friedens“, sagte ein Palästinenser am Dienstag. „Wir wollen Sicherheit für diese Stadt – nicht Stahl und Feuer. Wir entscheiden, wer hier das Sagen hat.“

    Starke Worte. Und ein klares Signal.

    Was folgt daraus?

    Das politische Klima in Gaza könnte sich grundlegend ändern – wenn dieser Protest nicht im Keim erstickt wird. Es ist mutig, sich in einem Land mit repressiver Führung öffentlich gegen eben diese zu stellen. Noch mutiger ist es, wenn man das unter Bomben tut.

    Vielleicht war das erst der Anfang.

    Denn eine Frage bleibt: Wie lange lässt sich ein Volk im Krieg noch unterdrücken?

    Von C. Hatty