Schlagwort: EDF

  • EDF: Rekordverluste des Stromriesen gehen in die Milliarden

    EDF: Rekordverluste des Stromriesen gehen in die Milliarden

    Das Jahr 2022 war für den französischen Stromversorger EDF ein trauriges Rekordjahr, in dem die Stromerzeugung aus Kernkraft und Wasserkraft auf historische Tiefststände fiel.

    Die EDF verzeichnete im Jahr 2022 einen historischen Verlust von 17,9 Milliarden Euro und erhöhte ihre Schulden auf ein Rekordniveau von 64,5 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 70% auf 143,5 Milliarden Euro, angetrieben von den steigenden Energiepreisen, aber der Konzern rutscht mit einem sehr hohen Nettoverlust in die roten Zahlen, gegenüber einem Gewinn von 5,1 Milliarden Euro im Jahr 2021.

    Mit dem allgemeinen Anstieg der Strompreise kehrten viele französische Kunden von anderen Anbietern zur EDF zurück, aber die Betriebsmarge litt unter den hohen Ausgaben bei der Atomstromproduktion. „Trotz eines starken Anstiegs des Umsatzes, der durch die aktuellen Strom- und Gaspreise gestützt wurde, wird das Ebitda durch den Rückgang der Atomstromproduktion sowie die außergewöhnlichen Regulierungsmaßnahmen, die in Frankreich für 2022 eingeführt wurden, stark beeinträchtigt“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende Luc Rémont am Donnerstag gegenüber Journalisten.

    Der Kraftwerksbetreiber EDF hat in der Tat zwischen der Entdeckung von Korrosion an Rohrleitungen, die für die Sicherheit der Kernkraftwerke entscheidend sind, und den Verzögerungen bei deren Wartung aufgrund der Covid-19-Krise eine Menge teurer Probleme erlebt. Das Ergebnis: Im Jahr 2022 ist die durchschnittliche Verfügbarkeit des 56 Reaktoren umfassenden Parks auf 54 % gesunken (gegenüber 73 % im Zeitraum 2015-2019), wodurch Stromausfälle mitten im Winter drohten.

    Letztendlich konnte das Schlimmste dank der Stromimporte, der Sparbemühungen der Franzosen und der Antsrengungen der EDF, ihre Reaktoren wieder ans Netz zu bringen, verhindert werden. Dennoch könnte die Rechnung für den Stromversorger noch teuer werden. Seit 1988, bevor der Bau des Kernkraftwerks beendet wurde, wurden noch nie so wenige Terawattstunden aus Kernenergie erzeugt: 279 TWh im Jahr 2022. Weit entfernt von den Zeiten, in denen EDF mit ihren Kernkraftwerken 430 TWh erzeugte, wie zum Beispiel im Jahr 2005. „In einer Zeit, in der Strom teuer ist, ist jede Megawattstunde, die man nicht produziert, ein schrecklicher Gewinnverlust“, wurde Julien Teddé, Generaldirektor des Brokers Opéra Energie, vor einigen Wochen von der Nachrichtenagentur AFP zitiert.

    Zu allem Überfluss fiel die Stromproduktion auch bei den französischen Wasserkraftwerken, da die Wasserstände durch einen außergewöhnlich trockenen und heißen Sommer 2022 und einen sehr regenarmen Winter 2022/2023 in Mitleidenschaft gezogen wurden, auf das „niedrigste Niveau“ seit der denkwürdigen Dürre von 1976, wie RTE, der Betreiber des Stromübertragungsnetzes, am Donnerstag mitteilte.

    Auch der französische Staat ist an der prekären Situation der EDF nicht unschuldig: Denn um die Stromrechnungen der Franzosen dank eines Preisdeckels in Grenzen zu halten, hat der Staat als Mehrheitsaktionär den EDF-Konzern verpflichtet, 2022 mehr Strom zu niedrigen Preisen an seine Konkurrenten, alternative Stromversorger, zu verkaufen. Eine Maßnahme, die riesige Kosten für die EDF bedeutete: 8,34 Milliarden Euro. Der Konzern musste Strom zu hohen Preisen auf den Märkten aufkaufen und war gezwungen, ihn zu niedrigen Preisen weiterzuverkaufen.

  • Kernkraftwerke: Frankreich könnte Laufzeit seiner Reaktoren über 60 Jahre hinaus verlängern

    Kernkraftwerke: Frankreich könnte Laufzeit seiner Reaktoren über 60 Jahre hinaus verlängern

    Trotz des Baus neuer Reaktoren wird Frankreich die Laufzeit seiner Kraftwerke verlängern müssen. Einige sind bereits zwischen 30 und 40 Jahre alt.

    In welchem Alter werden die französischen Atomreaktoren in Rente gehen können? Ursprünglich sollten sie 40 Jahre genutzt werden, später wurden es 50 Jahre, wenn die technischen Untersuchungen dies zulassen. Der Stromerzeuger EDF empfiehlt nun, die Kernkraftwerke 60 Jahre oder länger zu nutzen. Der jüngste Reaktor im nationalen Bestand befindet sich in Civaux (Vienne). Er ist erst 25 Jahre alt, aber bereits seit über einem Jahr aufgrund von Korrosionsproblemen stillgelegt. „Unsere Aufgabe ist es, zu unterhalten und ggf. zu reparieren. Wir sind bereit, weitere zehn Jahre zu starten“, sagt Kraftwerksdirektor Christophe Rieu auf dem Sender France 2.

    Die EDF ist der Meinung, dass die Lebensdauer seiner Reaktoren um zehn Jahre verlängert werden kann. Fünf sind 20 Jahre und älter, etwa 30 sind über 30 Jahre alt und 21 haben 40 Jahre überschritten. Die verschiedenen Altersgruppen der Reaktoren müssten jeweils fast alle zur gleichen Zeit abgeschaltet werden. „Ihre Abschaltung zu verzögern, indem man einen Teil des Anlagenparks verlängert, ist sehr wichtig (…) das wird die Energieunabhängigkeit des Landes erleichtern“, sagt Ludovic Dupin von der französischen Gesellschaft für Kernenergie (SFEN). Einige Kraftwerkskomponenten können jedoch im Falle eines auftretenden Fehlers nicht ersetzt werden, wie z. B. die Betonhülle oder der Reaktordruckbehälter.

  • Atomkraft: EDF verlängert Abschaltung von Reaktoren und kündigt neue Arbeiten für 2023 an

    Atomkraft: EDF verlängert Abschaltung von Reaktoren und kündigt neue Arbeiten für 2023 an

    Der Stromversorger begründet die Abschaltungen mit dem Austausch von Rohrleitungen bei einer bestimmten Reaktorkategorie, die einem besonderen Korrosionsrisiko ausgesetzt ist.

    Die EDF drückt weiterhin auf die Pausentaste. Das Unternehmen teilte am Montag, dem 19. Dezember, der Nachrichtenagentur AFP mit, dass zwei Reaktoren doch nicht vor Ende dieses Winters wieder in Betrieb genommen werden können und sechs weitere 2023 wegen Reparaturen im Zusammenhang mit Korrosionsproblemen abgeschaltet werden müssen. Der Stromversorger erklärt auf seiner Website, dass er sich dafür entschieden habe, die Rohrleitungen der Reaktorkategorie, die am stärksten von Korrosion bedroht ist, systematisch zu ersetzen. Die Probleme befinden sich insbesondere an den Notleitungen, die im Notfall zur Kühlung des Reaktors dienen. Die betroffenen Reaktoren müssen für die Dauer der Arbeiten vollständig abgeschaltet werden.

    Bei sechs Reaktoren mit einer Leistung von 1.300 Megawatt (MW) „gehen wir, da wir ziemlich sicher sind, dass wir etwas finden, direkt zu den Arbeiten über“, erklärte ein EDF-Sprecher am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Der Winter 2022-2023 wird voraussichtlich der angespannteste in Bezug auf die Stromversorgung in Frankreich sein, was sowohl auf Wartungsarbeiten als auch auf die bei einem immer größeren Teil der Kraftwerke entdeckten (oder vermuteten) Korrosionserscheinungen zurückzuführen ist.

    Die EDF hat noch nie in ihrer Geschichte so wenig Atomstrom produziert, was Frankreich dazu zwingt, Rekordmengen an Strom aus den Nachbarländern zu importieren. In den letzten Tagen hat sich die Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke dennoch insgesamt verbessert. Am Montag waren in Frankreich wieder 40 Atomreaktoren in Betrieb.

  • Atomkraft: Inbetriebnahme des neuen Reaktors in Flamanville erneut verschoben

    Atomkraft: Inbetriebnahme des neuen Reaktors in Flamanville erneut verschoben

    Die Inbetriebnahme des neuen Atomreaktors in Flamanville wird erneut verschoben. Das Projekt sollte eigentlich im Jahr 2024 mit 12 Jahren Verspätung fertiggestellt werden.

    Neue Episode in einer endlosen Serie: Am Freitagabend, dem 16. Dezember, gab der Stromversorger EDF eine weitere Verschiebung der Inbetriebnahme des neuen Reaktors in Flamanville (Manche) bekannt. „Die Beladung des Reaktors mit Kernbrennstoff ist nunmehr für das erste Quartal 2024 geplant“, heißt es in der Pressemitteilung. Diesmal geht es um ein Problem mit einer Schweißnaht, die den extremen Temperaturen des nuklearen Prozesses nicht standhalten könnte. Der neue Reaktor ist ein sogenannter EPR. Der EPR ist ein Druckwasserreaktor der dritten Generation, der von den französischen Unternehmen Framatome und Électricité de France (EDF) sowie dem deutschen Unternehmen Siemens entwickelt wurde.

    Erhebliche Mehrkosten
    Das ursprünglich 3,4 Milliarden Euro teure Projekt, das für einer Fertigstellung im Jahr 2012 geplant war, sollte mit fast 12 Jahren Verspätung und fast 10 Milliarden Euro Mehrkosten nun in 2024 abgeschlossen werden. Im September 2022 gab sich die EDF noch beruhigend. Ist Flamanville das grösste Fiasko der französischen Atomkraft? Das schien Henri Proglio, der ehemalige Vorstandsvorsitzende von EDF, halbherzig zuzugeben, als er am 13. Dezember in der Nationalversammlung angehört wurde. „Der EPR ist eine viel zu komplizierte Maschine, die praktisch nicht gebaut werden kann“, hatte er damals gesagt.

  • Stromversorgung: Weitere Verzögerungen bei Inbetriebnahme von EDF-Atomreaktoren

    Stromversorgung: Weitere Verzögerungen bei Inbetriebnahme von EDF-Atomreaktoren

    Die Wiederinbetriebnahme von Atomreaktoren des Stromversorgers EDF, fast die Hälfte aller französischer Atomreaktoren, könnte sich weiter verzögern: Eine Situation, die das Risiko von Stromausfällen im kommenden Winter erhöht.

    Der Zeitplan für die Wiederinbetriebnahme der Atomreaktoren der EDF laut dem Sender BFMTV nochmals verzögert worden. So meldet der Netzbetreiber RTE (Réseau de transport d’électricité), dass das Wiederanfahren einiger Reaktoren bis Dezember nicht möglich sein wird, obwohl die EDF bis Ende November ein Dutzend Reaktoren wieder in Betrieb nehmen wollte. Die Situation könnte sich daher weiter verschlechtern, insbesondere nachdem die Wiederinbetriebnahme von fünf Reaktoren bereits im Oktober verschoben worden war.

    Am Montag, dem 21. November, sind immer noch 26 der 56 französischen Reaktoren abgeschaltet. Und trotz des hohen erwarteten Energieverbrauchs in Frankreich, sind laut den von RTE online gestellten Daten werden etwa 15 Reaktoren bis Januar oder sogar darüber hinaus nicht am Netz sein.

    Hohes Risiko – aber kein Blackout erwartet
    Zwar war die Abschaltung der Reaktoren geplant, doch Streiks, die im September und Oktober die Wartungsarbeiten einiger Kraftwerke blockiert haben, sowie „Verzögerungen und technische Unwägbarkeiten“ verhindern, dass einige Reaktoren rechtzeitig wieder in Betrieb genommen werden können. Eine rechtzeitige Wiederinbetriebnahme ist jedoch entscheidend, da im Januar sowieso nur 65% der Kernkraftkapazität zur Verfügung stehen wird: Eine Situation, die den Netzwerkbetreiber RTE befürchten lässt, dass es insbesondere im Januar zu Stromausfällen kommen könnte. Solche Ausfälle würden höchstwahrscheinlich zwischen 8.00 und 12.00 Uhr sowie zwischen 18.00 und 20.00 Uhr auftreten, so die RTE.

    Es besteht jedoch keine Gefahr eines allgemeinen „Blackouts“ für Frankreich, wenn notwendige Maßnahmen ergriffen werden. Der Konzern gibt an, dass ein „Rückgang des Verbrauchs um 1 bis 5% oder um maximal 15% im schlimmsten Szenario“ ausreichen würde, um Risiken von Blackouts und grösseren Stromausfällen zu vermeiden.

  • Kernenergie: Branche rechnet mit 130.000 Neueinstellungen über zehn Jahre

    Kernenergie: Branche rechnet mit 130.000 Neueinstellungen über zehn Jahre

    Insbesondere der Stromversorger EDF spricht von massiven Neueinstellungen, um auf die Vergrösserung des Atomprogramms zu reagieren und teilweise verloren gegangene Kompetenzen wiederzuerlangen.

    Massive Neueinstellungen in der Kernenergiebranche geplant: Die EDF und andere Firmen in diesem Bereich werden in den nächsten zehn Jahren jährlich 13.000 neue Mitarbeiter benötigen. Es geht darum, im Hinblick auf den Bau der von Emmanuel Macron angekündigten neuen Generation von EPR2-Kraftwerken die Kapazitäten aufzustocken… Um die neuen Kraftwerke bauen zu können, muss die Branche zahlreiche in Frankreich verloren gegangene Kompetenzen wiedererlangen.

    Für keinen der sechs von Emmanuel Macron gewünschten EPR2-Kernreaktoren gibt es bisher einen festen Auftrag: Und das aus gutem Grund, denn die Phasen der öffentlichen Anhörungen haben gerade erst begonnen. Und die notwendigen Gesetzestexte werden nicht vor nächstem Jahr ins Parlament kommen. Aber nach dem industriellen Desaster des EPR in Flamanville darf sich der Nuklearsektor keine Fehler mehr erlauben. Die Probleme mit den beruflichen Fähigkeiten und dem Personalbestand, die die Baustelle in Flamanville belasteten und insbesondere die Nacharbeit besonders schwieriger Schweißnähte erforderlich machten, sollen nicht länger hingenommen werden.

    Die Atomindustrie will ab sofort notwendige Schulungen durchführen, da sie weiß, dass Mitarbeiter in bestimmten Berufen nicht einfach zu finden sein werden. Es handelt sich insbesondere um Schweißer, Kesselbauer, Rohrleger, die für den Bau und die Unterhaltung von Kernkraftwerken unerlässlich sind. Darüber hinaus gibt es einen enormen Bedarf an Ingenieurberufen wie Bauingenieuren, Planungsingenieuren, Maschinenbauingenieuren und Projektleitern.

    Allein die EDF muss jährlich 3.000 neue Mitarbeiter einstellen und die anderen Unternehmen rechnen in den nächsten zehn Jahren jährlich mit 10.000 neuen Mitarbeitern. Dabei geht es sowohl darum, Abgänge zu kompensieren als auch darum, die Belegschaft für den Bedarf der künftigen Reaktoren zu erhöhen, wenn deren Bau tatsächlich bestätigt werden wird. Allein die neuen Reaktoren werden mindestens 40.000 Arbeitsplätze erfordern.

  • Energiekrise: Stromversorger EDF im Wettlauf gegen die Zeit zur Sicherung der Stromproduktion im Winter

    Energiekrise: Stromversorger EDF im Wettlauf gegen die Zeit zur Sicherung der Stromproduktion im Winter

    Der französische Stromversorger EDF kündigt den Normalbetrieb in 42 Reaktoren im Dezember und 46 Reaktoren im Januar nächsten Jahres an, um so zu versuchen, den Winter ohne Stromausfälle zu überstehen. Die Prognosen bleiben jedoch unsicher.

    der Stromversorger EDF sieht sich einem Wettlauf mit der Zeit ausgesetzt, um eine ausreichende Stromproduktion in diesem Winter zu sichern. Der staatliche Stromversorger kündigte am Dienstag, dem 7. November an, dass er im Dezember über 42 und im Januar über 46 Reaktoren im Normalbetrieb verfügen wolle. Derzeit sind nur 30 der 56 französischen Reaktoren in Betrieb. Das Erreichen dieses Versprechens bleibt jedoch unsicher, da der Konzern die Wiederinbetriebnahme von vier Reaktoren in der vergangenen Woche verschieben musste.

    42 Reaktoren im Dezember und 46 im Januar im Normalbetrieb: Auch das ist immer noch eine niedrige Verfügbarkeit. Auf jeden Fall niedriger als der Wirtschaftsminister Bruno Le Maire gehofft hatte. Er hatte sich auf das optimistischste Szenario von RTE, dem Betreiber des Stromnetzes, gestützt. Inzwischen rechnet RTE mit einem so genannten vorsichtigen Szenario: Das bedeutet, dass es keinen sehr kalten Winter geben darf. Andernfalls müsste RTE das rote Ecowatt-Signal mehrmals in der Wintersaison aktivieren und es würde wahrscheinlich zu Stromabschaltungen kommen. Wenn die nukleare Produktion noch weiter sinkt, könnte das das schlechteste Szenario bedeuten. Das heißt, selbst bei einem warmen Winter bestünde die Gefahr von Stromausfällen.

    Was das Risiko neuer Probleme in den Kraftwerken betrifft, bleibt die EDF vorsichtig. Man will keinen zu grossen Optimismus mehr zeigen, wie es Ende Oktober vor dem Senat der Fall war. „Es ist immer die gleiche Frage, was garantieren Sie heute?“, erklärte Régis Clément, der stellvertretende Direktor des EDF-Kernkraftwerksparks. „Ich kann nur erklären, dass wir auf ein außergewöhnliches Mobilisierungsniveau verpflichtet sind, und mit uns die Unternehmen, die an den Reaktoren arbeiten. Wir sind also ziemlich zuversichtlich“.

    Ob die 42 Reaktoren im Dezember und die 46 Reaktoren im Januar funktionieren, bleibt jedoch nur eine Prognose. In der vergangenen Woche musste EDF erneut vier Verzögerungen bei der Wiederinbetriebnahme seines Reaktorparks bekannt geben. Zwei davon wegen neuer Entdeckungen von Problemen mit Spannungsrisskorrosion. Dabei handelt es sich um Mikrorisse in den Rohrleitungen. Sie traten erst ganz am Ende der Tests an den Reaktoren der Kraftwerke Cattenom im Département Moselle und Penly im Département Seine-Maritime auf. Hinzu kam die Weigerung der ASN (Autorité de sûreté nucléaire), dem Wiederanfahren eines Reaktors in Cattenom zuzustimmen. Die für später geplanten Reparaturen müssen nun sofort durchgeführt werden. Ein Vorfall am Mittwoch, den 2. November, im AKW Civaux: Der Ausstoß eines radioaktiven Elements bei einem Test und ein Leck zeigen, wie brüchig diese Prognosen sind.

    Um zu versuchen, weitere Verzögerungen zu vermeiden, hat der Stromversorger zunächst seine Teams verstärkt, indem er zusätzlich zu den 500 bereits beschäftigten Spezialschweißern rund 100 kanadische und amerikanische Schweißer einstellte. Er änderte seinen sehr komplexen Zeitplan für die Wartung von Kernreaktoren, um möglichst viele Reaktoren in der Wintersaison am Netz zu haben.

  • Kernkraft in Frankreich: Leck am Atomreaktor Civaux 1 entdeckt

    Kernkraft in Frankreich: Leck am Atomreaktor Civaux 1 entdeckt

    Ein Leck im Kernkraftwerk Civaux wurde bereits am vergangenen Mittwoch nach einem hydraulischen Test festgestellt. Es hat laut der stellvertretenden Generaldirektorin des Instituts für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit keine Auswirkungen auf die Sicherheit.

    „Es gibt kein Risiko für die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit“, versichert Karine Herviou, stellvertretende Generaldirektorin des Instituts für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN), gegenüber Franceinfo. Ein am Mittwoch, den 2. November aufgetretenes Leck im Primärkreislauf des Reaktors Nr. 1 des Atomkraftwerks Civaux (Vienne) könnte allerdings dessen für den 8. Januar 2023 geplante Wiederinbetriebnahme verzögern.

    Laut IRSN gibt es kein Risiko für die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit. Es handele sich um ein Ereignis, das während einer sogenannten hydraulischen Prüfung des Primärkreislaufs stattgefunden hat. Das ist der Kreislauf, der es ermöglicht, den Kernbrennstoff zu kühlen und die Wärme zu den Wärmetauschern zu transportieren, die Wasser verdampfen und die Turbinen des Kraftwerks antreiben.

    Im Normalbetrieb läuft ein Reaktor mit einem Druck von 155 bar. Alle zehn Jahre findet eine hydraulische Prüfung dieses Kreislaufs statt. Das bedeutet, dass der Druck auf über 200 bar erhöht wird, um eventuelle Lecks zu entdecken. Bei diesem Test befinden sich keine Brennstäbe im Inneren des Tanks.

    In diesem fall hat ein kleiner Stöpsel nicht gehalten und das Leck verursacht. Es handele sich laut dem Betreiber EDF nicht um einen schwerwiegenden oder reparaturintensiven Vorfall.

    „Es ist relativ einfach zu reparieren und die Reparaturzeiten sind nicht sehr groß. EDF wird einen Roboter einsetzen, um die kontaminierten Elemente an der Leckstelle zu bergen und das Leck zu isolieren. Das wird einige Tage dauern“. (Karine Herviou, stellvertretende Generaldirektorin des IRSN gegenüber Franceinfo)

    Laut IRSN ist des das erste Mal, dass so etwas in Frankreich passiert. In Civaux handele es sich um ein Problem bei der Montage des Stöpsels. Es handele sich nicht um einen Wartungsfehler, sondern um ein Problem bei der Montage oder um ein Materialversagen des Stöpsels selbst.

    Derzeit gibt es eine Häufung von Verzögerungen bei den Reaktorwartungen in Frankreich aufgrund von Spannungsrisskorrosionsproblemen, die Kontrollen und Reparaturen erfordern. Es gibt auch einige Reaktoren, die wegen Sicherheitsverbesserungen abgeschaltet werden, da sich der Betreiber EDF im Rahmen der Verlängerung der Laufzeit der 900-Megawatt-Reaktoren auf 40 Jahre verpflichtet hat, eine Vielzahl von Arbeiten durchzuführen und insbesondere Sicherheitsschaltungen hinzuzufügen.

    All das führt in diesem Jahr zu erheblichen Ausfallzeiten vieler französischer Reaktoren.

  • EDF: Zwei weitere Atomreaktoren von Korrosionsproblemen betroffen

    EDF: Zwei weitere Atomreaktoren von Korrosionsproblemen betroffen

    Die beiden betroffenen Kraftwerksblöcke sind Penly 2 im Departement Seine-Maritime und Cattenom 3 im Departement Moselle.

    Korrosionsprobleme wurden bei zwei weiteren Atomreaktoren im französischen Kraftwerkspark festgestellt, wie Franceinfo am Freitag, dem 4. November, von dem Stromversorger EDF erfuhr. Damit steigt die Zahl der von solchen Problemen betroffenen Reaktoren auf insgesamt 15.

    Bei den beiden betroffenen Blöcken handelt es sich um Penly 2 im Département Seine-Maritime und Cattenom 3 im Département Moselle. Diese Blöcke waren bereits zu Kontrollzwecken abgeschaltet. Sie können nun aber nicht zu den ursprünglich geplanten Terminen am 23. November (Penly 2) und 11. Dezember (Cattenom 3) wieder hochgefahren werden. Die neuen von der EDF festgelegten Wiederinbetriebnahmetermine sind der 29. Januar 2023 für Penly 2 und der 26. Februar für Cattenom 1 und 3. Sie gehören zu den leistungsstärksten Reaktoren Frankreichs und haben eine Leistung von 1330 bzw. 1300 MW.

    Darüber hinaus lehnte die französische Atomaufsichtsbehörde (ASN) gestern Nachmittag den für den 17. November geplanten Neustart des Reaktorblocks Cattenom 1 (1300 MW) ab. Auch dieser Reaktor ist von Spannungsrisskorrosion betroffen. „Der Halt der Rohrleitungen (…) ist nicht gegeben“, urteilte die ASN in einer Pressemitteilung. Die EDF verlängerte am Freitag folgerichtig jetzt auch die Abschaltung des Kraftwerks Cattenom 1.

    Der Umfang der Reparaturen ist größer als erwartet.
    Es müssen umfassendere Arbeiten durchgeführt werden, da der Umfang der Korrosionsreparaturen größer ist als erwartet. 26 Reaktoren von insgesamt 56 sind zur Zeit abgeschaltet: 15 von ihnen wegen Problemen mit Spannungsrisskorrosion und 11 wegen üblicher Wartungsarbeiten. Laut EDF haben auch die Streiks im Oktober zu Verzögerungen bei den Wartungsarbeiten geführt.

  • Kernkraft: Stromversorger EDF senkt seine Produktionsschätzung für 2022

    Kernkraft: Stromversorger EDF senkt seine Produktionsschätzung für 2022

    Der Stromversorger gab nicht an, ob sich diese Korrektur der Atomstromproduktion auch auf seine Finanzergebnisse auswirken wird.

    Die EDF passt ihre Prognosen an. Der Konzern gab am Donnerstag, dem 3. November, bekannt, dass er seine Atomstromproduktion für das Jahr 2022 nach unten korrigieren muss, insbesondere aufgrund der längeren Abschaltung mehrerer Reaktoren wegen Korrosionsproblemen. Das Unternehmen rechnet für das Jahr 2022 mit 275-285 TWh (Terawattstunden) nuklearer Produktion, gegenüber den zuvor prognostizierten 280-300 TWh.

    Diese Revision hängt insbesondere mit der „Verlängerung der Abschaltdauer von vier Kernreaktoren zusammen, die vom Programm zur Kontrolle und Reparatur von Spannungsrisskorrosion betroffen sind“, erklärt der Stromversorger EDF. Der Energieriese, dessen Reaktoren derzeit fast zu 50% nicht am Netz sind, machte auch die Streikbewegung in den Kraftwerken im Herbst 2022 verantwortlich, die sich „auf die Planungen der Wartungsarbeiten“ ausgewirkt habe.

    Ein Risiko für die finanzielle Gesundheit des Konzerns

    Die EDF gab allerdings nicht an, ob diese Abwärtskorrektur der Nuklearproduktion Auswirkungen auf seine Finanzergebnisse haben wird. Letzte Woche prognostizierte der Konzern jedoch bereits finanzielle Auswirkungen aufgrund der geringeren Atomstromproduktion in Höhe von 32 Milliarden Euro auf sein Bruttobetriebsergebnis (Ebitda), ein buchhalterischer Indikator für die Rentabilität, an.

    Die Atomstrom-Produktion der EDF befindet sich auf einem historischen Tiefstand, da fast die Hälfte der 56 Reaktoren (nur 29 sind in Betrieb) wegen geplanter Wartungsarbeiten oder vermuteter oder tatsächlicher Korrosionsprobleme nicht zur Verfügung stehen. In den ersten neun Monaten des Jahres belief sich die Nuklearproduktion in Frankreich auf 209,2 TWh, das sind 59 TWh weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2021.