Schlagwort: Donald Trump

  • Zwölf Bundesstaaten gegen Washington: Der Streit um Trumps Zölle eskaliert

    Zwölf Bundesstaaten gegen Washington: Der Streit um Trumps Zölle eskaliert

    In den Vereinigten Staaten zeichnet sich ein weiterer Akt im anhaltenden Machtkampf zwischen Bundesstaaten und der Bundesregierung ab. Eine Koalition von zwölf Bundesstaaten hat Ende April 2025 Klage gegen die Zollpolitik der Trump-Administration eingereicht. Bereits zuvor hatten sechzehn Bundesstaaten die Notstandserklärung von Präsident Donald Trump zum Bau einer Grenzmauer juristisch angefochten. Beide Verfahren werfen fundamentale Fragen über das Gleichgewicht der Gewalten im amerikanischen politischen System auf – insbesondere über den Umfang exekutiver Befugnisse in wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Belangen.

    Ein Angriff auf Trumps wirtschaftspolitische Kompetenz

    Die am US Court of International Trade in New York eingereichte Klage richtet sich gegen die 2024 eingeführten Einfuhrzölle, die Teil von Trumps wirtschaftspolitischer „Liberation Day“-Initiative sind. Diese sieht einen pauschalen Zollsatz von 10 Prozent auf Importe vor, wobei für bestimmte Länder wie China höhere Sätze gelten. Ziel ist es laut Trump, die heimische Wirtschaft zu schützen und Handelsungleichgewichte zu korrigieren. Kritiker hingegen befürchten massive Belastungen für Konsumenten und Unternehmen.

    Die Kläger – Bundesstaaten von Oregon über Illinois bis Vermont – berufen sich auf den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA). Dieses Gesetz ermächtigt den Präsidenten, in Situationen außergewöhnlicher Bedrohungen von außen wirtschaftliche Maßnahmen zu ergreifen. Die Kläger argumentieren, dass Trump mit der Einführung umfassender Zölle diese Kompetenz überschritten habe. Da weder ein akuter Notstand bestehe noch der Kongress zugestimmt habe, sei das Vorgehen rechtswidrig.

    Deutliche Worte fand die Generalstaatsanwältin von Arizona, Kris Mayes, die die Zollpolitik als „wirtschaftlich rücksichtslos“ kritisierte. Auch William Tong, Generalstaatsanwalt von Connecticut, sprach von einer „versteckten Steuer“ für die amerikanische Mittelklasse. Beide fordern die sofortige Aufhebung der Zölle durch das Gericht.

    Präsidiale Machtfülle und die Gewaltenteilung

    Der Konflikt um die Zölle steht exemplarisch für die Debatte über präsidiale Machtbefugnisse im Handel. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat der Kongress dem Präsidenten schrittweise weitreichende Vollmachten zur Regulierung des internationalen Handels eingeräumt. Diese sollten es ermöglichen, rasch auf Krisen zu reagieren, ohne langwierige parlamentarische Verfahren abzuwarten. Kritiker argumentieren jedoch, dass sich daraus eine schleichende Aushöhlung der Gewaltenteilung ergeben habe, da der Präsident faktisch ohne parlamentarische Kontrolle wirtschaftspolitische Entscheidungen treffen könne.

    Das IEEPA, auf das sich die Bundesstaaten stützen, wurde 1977 erlassen, um dem Präsidenten Instrumente zur Bekämpfung von Bedrohungen aus dem Ausland an die Hand zu geben – ursprünglich etwa gegen feindliche Regime oder Terrorfinanzierung. Ob die gegenwärtige Zollpolitik diesen Kriterien genügt, ist fraglich. Das Verfahren vor dem Handelsgericht könnte somit nicht nur über Trumps konkrete Maßnahmen entscheiden, sondern auch Präzedenzwirkung für künftige Handelskonflikte entfalten.

    Der parallele Konflikt um den Mauerbau

    Die Klage gegen die Zollpolitik ist nicht die erste juristische Auseinandersetzung zwischen Bundesstaaten und der Trump-Regierung. Bereits 2019 hatten sechzehn Bundesstaaten die Notstandserklärung des Präsidenten zum Bau einer Grenzmauer an der Grenze zu Mexiko vor Gericht gebracht. Damals lenkte Trump Haushaltsmittel für den Mauerbau um, obwohl der Kongress diese Mittel nicht bewilligt hatte. Die Kläger sahen darin einen Verfassungsbruch, der das Budgetrecht des Parlaments untergräbt. Das Verfahren liegt seither bei den Bundesgerichten und könnte bis zum Obersten Gerichtshof gelangen.

    Die Parallelen zwischen beiden Klagen sind unübersehbar: In beiden Fällen geht es um die Frage, ob der Präsident Befugnisse an sich ziehen darf, die traditionell dem Kongress vorbehalten sind – sei es bei der Kontrolle über den Bundeshaushalt oder in der Handelspolitik. Beide Fälle berühren fundamentale Prinzipien der amerikanischen Verfassung.

    Ein tiefer Riss durch die politische Landschaft

    Die Auseinandersetzungen spiegeln die politische und ideologische Spaltung der USA wider. Republikanisch regierte Bundesstaaten stützen Trumps Linie und argumentieren, dass starke exekutive Maßnahmen nötig seien, um Sicherheit und Wohlstand des Landes zu schützen. Demokratisch geführte Staaten hingegen wehren sich gegen die wachsende Machtfülle des Präsidenten und sehen die Gewaltenteilung gefährdet.

    Diese Konflikte sind auch Ausdruck eines langfristigen Trends: Die Bundesregierung greift zunehmend auf Notstandsbefugnisse zurück, um politische Ziele gegen Widerstände durchzusetzen. Trump steht damit in einer Reihe mit seinen Vorgängern, wenngleich er das Instrumentarium in bislang unerreichtem Ausmaß nutzt. Der Präsident verteidigt die Zölle als notwendiges Mittel, um die Vereinigten Staaten gegen wirtschaftliche „Aggressionen“ von außen zu verteidigen. Gegner werfen ihm hingegen vor, die Märkte unnötig zu destabilisieren und die transatlantischen Beziehungen zu belasten.

    Die juristische Klärung der Frage, wie weit präsidiale Vollmachten reichen, dürfte für die zukünftige Ausgestaltung der US-Politik von großer Bedeutung sein. Sollte das Gericht die Maßnahmen der Trump-Regierung kippen, wäre das ein wichtiger Sieg für die Gewaltenteilung und die föderale Ordnung. Bestätigt das Gericht hingegen Trumps Vorgehen, könnte dies den Weg für noch weitreichendere exekutive Eingriffe in Handel und Haushalt ebnen.

    Die Vereinigten Staaten stehen somit an einem Scheideweg. Die Gerichte sind gefordert, Grundsatzentscheidungen über die verfassungsrechtlichen Schranken präsidialer Machtbefugnisse zu treffen. Das Ergebnis könnte weit über die aktuelle Zollpolitik hinausreichen und die institutionellen Spielregeln für kommende Jahrzehnte mitbestimmen.

    Von Andreas Brucker

  • Diplomatie für den Frieden: Hoffnungsträger oder Papiertiger?

    Diplomatie für den Frieden: Hoffnungsträger oder Papiertiger?

    Heute, am 24. April, steht die Welt wieder einmal im Zeichen des Dialogs: Der Internationale Tag des Multilateralismus und der Diplomatie für Frieden ruft in Erinnerung, dass echter Frieden nicht auf dem Schlachtfeld errungen wird, sondern am Verhandlungstisch. Ein schöner Gedanke – doch wie passt dieser in eine Welt, die von Konflikten und geopolitischen Machtspielen geprägt ist?

    Der Ukraine-Krieg zeigt auf dramatische Weise, wie brüchig die Architektur der Diplomatie sein kann, wenn nationale Interessen und territoriale Ansprüche aufeinanderprallen. Drei Jahre dauert dieser Krieg nun schon an, und ein Ende scheint weiter entfernt als je zuvor. Oder doch nicht? Denn zuletzt sorgte ein neuer Friedensvorschlag aus den USA für reichlich Gesprächsstoff.

    Trumps Friedensplan: Ein Angebot oder eine Zumutung?

    US-Präsident Donald Trump legte vor wenigen Tagen einen Plan zur Beendigung des Ukraine-Krieges vor, der – sagen wir es offen – nicht nur für Zustimmung sorgt. Der Kern des Vorschlags: Die Ukraine soll die Annexion der Krim durch Russland anerkennen, auf eine NATO-Mitgliedschaft verzichten und im Gegenzug Sicherheitsgarantien aus den USA erhalten. Als zusätzliche Geste sollen die Vereinigten Staaten auch gewisse Eigentumsrechte an ukrainischen Atomkraftwerken erhalten – eine Maßnahme, die als Hebel für Stabilität verkauft wird.

    Was auf den ersten Blick wie ein Kompromiss aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als einseitiges Entgegenkommen gegenüber Moskau. Ein Deal, der aus ukrainischer Sicht kaum akzeptabel ist, denn er verlangt nicht weniger als den Verzicht auf das eigene Territorium – auf jenes Land, für das seit Jahren Blut vergossen wird.

    Man fragt sich: Wie kann so ein Vorschlag ernsthaft als Grundlage für Frieden dienen?

    Multilateralismus am Scheideweg

    Der heutige Tag soll eigentlich das Konzept des Multilateralismus feiern – die Idee, dass globale Herausforderungen nur gemeinsam gelöst werden können. Doch genau hier liegt das Dilemma: In einer Welt, in der mächtige Staaten ihre Interessen im Alleingang durchsetzen wollen, bleibt für echte multilaterale Verhandlungen oft kein Platz.

    Die aktuellen Entwicklungen um den Ukraine-Krieg sind ein Paradebeispiel dafür. Während der Friedensvorschlag der USA weitgehend zwischen Washington und Moskau ausgehandelt wurde, bleibt die Ukraine – das betroffene Land – am Rande stehen. Auch die europäischen Partner, deren Sicherheit massiv auf dem Spiel steht, spielen kaum eine Rolle. Das untergräbt nicht nur das Vertrauen in die USA als verlässlichen Verbündeten, sondern wirft auch die Frage auf, wie ernst es die Großmächte wirklich mit multilateralen Prinzipien meinen.

    Diplomatie braucht mehr als große Worte

    Der Internationale Tag der Diplomatie für Frieden sollte nicht nur ein symbolisches Datum im Kalender sein. Er muss als Aufforderung verstanden werden, echte, faire und inklusive Verhandlungen zu führen. Frieden kann nicht durch Deals erkauft werden, die nur den Interessen einiger weniger dienen. Er entsteht dort, wo alle Beteiligten an einem Tisch sitzen – gleichberechtigt, gehört und respektiert.

    Doch genau das ist heute oft Wunschdenken. Autoritäre Regime setzen auf Stärke, nicht auf Gespräch. Großmächte agieren im Alleingang, statt Verantwortung zu teilen. Und allzu oft steht am Ende ein „Friedensplan“, der den Namen nicht verdient.

    Ein Weckruf an die Weltgemeinschaft

    Gerade jetzt braucht die Welt eine starke, geeinte Stimme, die sich für echte Diplomatie starkmacht. Eine Diplomatie, die auf dem Fundament des Völkerrechts ruht und nicht von Machtinteressen untergraben wird. Es reicht nicht, einmal im Jahr schöne Reden zu halten. Wenn der Multilateralismus überleben soll, braucht es mehr: Mut, Beharrlichkeit und das ehrliche Bekenntnis, Frieden nicht als Verhandlungstrumpf zu begreifen, sondern als gemeinsames Ziel.

    Vielleicht ist der heutige Tag genau der richtige Moment, um daran zu erinnern, worum es wirklich geht: Um den Versuch, den Frieden nicht dem Zufall zu überlassen – sondern ihn aktiv zu gestalten. Ob die Weltgemeinschaft diesen Anspruch einlösen kann, steht auf einem anderen Blatt.

    Andreas M. B.

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Die USA drängen die Ukraine zu einem Friedensvorschlag – und andere World-News

    Die USA drängen die Ukraine zu einem Friedensvorschlag – und andere World-News

    Präsident Trump teilte gestern scharf gegen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus, nachdem dieser einen US-Plan zur Beendigung des Krieges mit Russland ablehnte. „Er kann Frieden haben oder drei weitere Jahre kämpfen, bevor er das ganze Land verliert“, schrieb Trump auf Social Media.

    Vizepräsident JD Vance stellte den US-Vorschlag vor, der sich stark an Russlands Zielen orientiert. Dieser beinhaltet ein „Einfrieren“ der territorialen Linien nach dem dreijährigen Krieg, die Anerkennung der russischen Annexion der Krim und ein Versprechen, dass die Ukraine der NATO nicht beitreten wird.

    Es war das erste Mal, dass ein US-Vertreter öffentlich einen Friedensplan präsentierte, der so deutlich zugunsten Russlands ausfällt. Vance erklärte, die USA würden sich „zurückziehen“ und die diplomatischen Bemühungen einstellen, falls sowohl die Ukraine als auch Russland die Bedingungen ablehnen. Zielscheibe war jedoch klar Selenskyj.

    Wenige Stunden zuvor hatte Selenskyj bekräftigt, dass sein Land die russische Besetzung der Krim seit 2014 niemals als legal anerkennen werde. „Darüber gibt es nichts zu diskutieren“, sagte er. „Das verstößt gegen unsere Verfassung. Das ist unser Territorium – das Territorium des ukrainischen Volkes.“

    Krim-Frage: Trump erhebt Vorwürfe

    Trump warf Selenskyj vor, „aufwieglerische“ Aussagen zu treffen. „Wenn er die Krim will, warum haben sie dann nicht vor elf Jahren dafür gekämpft, als sie kampflos an Russland überging?“, schrieb Trump. „Die heutige Erklärung von Selenskyj wird nichts anderes bewirken, als das ‚Schlachtfeld‘ zu verlängern – und das will niemand!“

    Kontext

    Russland kontrolliert aktuell fast 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets. Ein Einfrieren der Frontlinien würde die Ukraine dazu zwingen, riesige Landstriche an Russland abzutreten.


    Der Leichnam von Papst Franziskus liegt im Petersdom aufgebahrt

    Tausende Trauernde standen gestern stundenlang Schlange, um Papst Franziskus die letzte Ehre zu erweisen. Sein Sarg wurde von seiner Residenz in den Petersdom überführt, wo der Körper drei Tage lang aufgebahrt bleibt, damit die Gläubigen Abschied nehmen können. Der Sarg wird am Freitagabend geschlossen, die Beisetzung findet am Samstag statt.

    Vermächtnis

    Franziskus, der im Alter von 88 Jahren starb, war ein Papst, an dessen Wirken große – oft übertriebene – Erwartungen geknüpft waren. Manche katholische Liberale hofften auf eine Revolution, doch Experten sind sich einig, dass Franziskus vieles bewegt hat.

    Film

    Der Spielfilm „Conclave“ verzeichnete nach dem Tod von Franziskus einen enormen Anstieg der Zuschauerzahlen.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Türkei: Ein starkes Erdbeben erschütterte Istanbul und trieb viele Anwohner auf die Straßen. Einige sprangen sogar von ihren Balkonen, wie das Büro des Gouverneurs mitteilte, etwa 250 Menschen wurden verletzt. Tote gab es wohl keine.

    Indien: Die Regierung reagierte mit einer Reihe von Strafmaßnahmen gegen Pakistan, nachdem militante Gruppen 26 Menschen einer Touristengruppe in Kaschmir getötet hatten. Überlebende Opfer und Augenzeugen beschrieben Szenen voller Chaos und Schrecken.

    EU: Apple und Meta wurden wegen Verstößen gegen ein neues Gesetz zur Förderung des Wettbewerbs in der digitalen Wirtschaft mit Hunderten Millionen Euro Strafe belegt.

    Großbritannien: Das Vereinigte Königreich werde sich nicht überstürzt auf ein Handelsabkommen mit den USA einlassen oder seine Standards bei Lebensmitteln und Autos ändern, erklärte der Schatzkanzler.

    Jordanien: Die Behörden kündigten an, die Aktivitäten der Muslimbruderschaft zu verbieten – eine Woche nach der Verhaftung von 16 Personen, die der Planung von Anschlägen beschuldigt werden.

    Spanien: Nach Jahren der Zurückhaltung kündigte Spanien an, die Militärausgaben in diesem Jahr deutlich zu erhöhen, um den NATO-Richtlinien zu entsprechen.

    Technologie: Elon Musk erklärte, Chinas Exportstopp für bestimmte Magneten beeinträchtige seine Pläne, humanoide Roboter zu bauen.

    Kanada: Die explodierenden Immobilienpreise – viele Häuser nähern sich der Millionengrenze – treiben Menschen aus den Großstädten und erhöhen den innenpolitischen Druck auf den nächsten Premierminister.

    Kriminalität: In New York begannen die Staatsanwälte mit ihren Eröffnungsplädoyers im zweiten Sexualstrafprozess gegen den ehemaligen Film-Mogul Harvey Weinstein.

    Automatisierung: Massive Investitionen in Fabrikausrüstung und Künstliche Intelligenz verschaffen China einen Vorteil in der Fertigung.

    Kunst: Ein Richter in New York entschied, dass eine Zeichnung von Egon Schiele an die Erben eines österreichischen Juden zurückgegeben werden muss, der 1941 in einem NS-Konzentrationslager ermordet wurde.

  • Kommentar: Mein Tesla und der Tanz mit dem Tyrannen: Elon, das ist nicht mehr mein Ding!

    Kommentar: Mein Tesla und der Tanz mit dem Tyrannen: Elon, das ist nicht mehr mein Ding!

    Ich habe meinen Tesla gekauft, als Elon Musk noch der smarte Visionär war – der Typ, der mit Raketen jonglierte und den Verbrennungsmotor aufs Altenteil schickte. Damals war das ein Statement: Ich fahr die Zukunft! Ich unterstütz Innovation! Heute dagegen fühlt es sich eher an wie: Ich fahr das Ego-Projekt eines Milliardärs, der sich täglich tiefer ins politische Abseits manövriert.

    Elon, mal ehrlich – was läuft da zwischen dir und Donald Trump?

    Früher warst du der Kerl, der den Planeten retten wollte, heute tanzt du politisch mit einem US-Präsidenten, der demokratische Grundwerte wie Spielbälle behandelt. Zusammen werkelt ihr an einer digitalen Filterblase, die Twitter – sorry, X – zu einem Marktplatz für rechte Hetze und Desinformation umgebaut hat. Und während Trump von Wahlbetrug schwadroniert, bietest du ihm die perfekte Bühne, das laut und schrill weiterzutragen.

    Ich meine – was ist da los? Ich wollte ein Auto, das elektrisch fährt, nicht ein Symbol für den Schulterschluss zwischen einem Milliardär auf Größenwahn-Trip und einem MAGA-Präsidenten mit Allmachtsfantasien!

    Und als wäre das nicht genug, seid ihr inzwischen auch noch Geschäftspartner. Die neuesten Deals, die du mit Trumps Administration einfädelst, erinnern fatal an eine toxische Beziehung zwischen Wirtschaft und Politik. Subventionen für Tesla? Großaufträge für SpaceX? Wer weiß, was da noch so alles unter der Tischkante passiert. Klar, Business ist Business – aber das hier hat einen faden Beigeschmack von: „Wir retten die Welt – aber nur, wenn uns das genehm ist.“

    Weißt du, was mich richtig nervt? Dass du, Elon, mal für Aufbruch standest. Für Veränderung. Für den Glauben daran, dass Technik uns besser macht. Und jetzt? Jetzt sitzt du mit Trump am politischen Lagerfeuer, während die Welt brennt – und zündelst selbst noch ein bisschen mit.

    Ich hab meinen Tesla gekauft, als du noch mutig warst, nicht Marionette.

    Es wird Zeit, diesen Wahnsinn zu beenden, Elon! Zieh den Stecker aus diesem politischen Theater. Hör auf, dein Image mit jedem Foto mit Trump weiter zu demolieren. Keiner braucht einen Tech-Guru, der sich von diesem Präsidenten instrumentalisieren lässt, um das nächste Kapitel amerikanischer Spaltung zu schreiben.

    Bau wieder Raketen, die uns zum Mars bringen. Betreibe wieder Innovation, keine Ideologie. Mach Tesla wieder zu dem, was es war: ein Symbol für Zukunft, nicht für politische Spielchen.

    Ich will mein Auto zurück – ohne das ganze Drama drumherum.

    Ein Kommentar von Andreas M. B.

  • Ein Papst geht: Der Tod von Franziskus und Trumps Kalkül

    Ein Papst geht: Der Tod von Franziskus und Trumps Kalkül

    Am Morgen des 21. April 2025 starb Papst Franziskus im Alter von 88 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls in der vatikanischen Residenz Domus Sanctae Marthae. Der Tod des ersten lateinamerikanischen Pontifex markiert nicht nur das Ende eines reformorientierten Pontifikats, sondern entfaltet auch auf geopolitischer Bühne Wirkung. Unter den zahlreichen internationalen Reaktionen sticht eine besonders hervor: die Ankündigung Donald Trumps, an den bevorstehenden Trauerfeierlichkeiten in Rom teilzunehmen. Franziskus’ Vermächtnis Zwölf Jahre lang stand Franziskus der römisch-katholischen Kirche vor. Er war ein Papst der Gesten, der Symbolpolitik, aber auch ein Papst der klaren Worte. Seine Nähe zu den Armen, sein Einsatz für soziale Gerechtigkeit und sein Versuch, die Kurie transparenter und barmherziger zu gestalten, machten ihn zu einer weltweit respektierten Persönlichkeit. Themen wie Migration, Klimawandel und Inklusion rückte er ins Zentrum kirchlicher Aufmerksamkeit – nicht ohne inn…

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  • Harvard gegen Washington: Ein Kampf um die akademische Freiheit

    Harvard gegen Washington: Ein Kampf um die akademische Freiheit

    Am 21. April 2025 reichte die Harvard University Klage gegen die Trump-Regierung ein. Die Universität wirft der Regierung vor, ihre akademische Freiheit durch die Androhung von Milliardenkürzungen bei Forschungsfördermitteln zu untergraben. Diese rechtliche Auseinandersetzung markiert einen neuen Höhepunkt im eskalierenden Konflikt zwischen der US-Regierung und führenden akademischen Institutionen.

    Politischer Druck auf die Wissenschaft

    Die Trump-Administration hatte zuvor angekündigt, über 2,2 Milliarden US-Dollar an Fördermitteln für Harvard einzufrieren. Als Begründung wurden angebliche Versäumnisse der Universität bei der Bekämpfung von Antisemitismus auf dem Campus genannt. Darüber hinaus forderte die Regierung umfassende Eingriffe in die akademische Selbstverwaltung Harvards, darunter die Überprüfung von Lehrplänen, die Kontrolle von Einstellungen und Zulassungen sowie die Einrichtung von Regierungsbeauftragten innerhalb der Universität. Diese Forderungen stießen auf breite Kritik und wurden als Versuch gewertet, die Unabhängigkeit der Hochschulen zu beschneiden.

    Verteidigung der akademischen Freiheit

    In ihrer 51-seitigen Klageschrift argumentiert Harvard, dass die Maßnahmen der Regierung gegen die verfassungsmäßigen Rechte der Universität verstoßen, insbesondere gegen die im Ersten Verfassungszusatz garantierte Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit. Die Universität sieht in den Forderungen der Regierung eine unzulässige politische Einflussnahme auf ihre internen Angelegenheiten. Zudem wird kritisiert, dass die Regierung ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren, etwa gemäß Title VI des Civil Rights Act, gehandelt habe. Die Klage richtet sich gegen mehrere Bundesbehörden, darunter das Bildungsministerium, das Gesundheitsministerium und die NASA.

    Reaktionen und Unterstützung

    Die Auseinandersetzung hat landesweit Aufmerksamkeit erregt. Ehemaliger Präsident Barack Obama lobte Harvards Widerstand gegen die Regierung und rief andere Universitäten dazu auf, dem Beispiel zu folgen. Auch zahlreiche Professoren und Studierende haben ihre Solidarität mit der Universität bekundet. Gleichzeitig haben sich andere Hochschulen, darunter die University of Michigan und das MIT, ebenfalls gegen ähnliche Maßnahmen der Regierung gewehrt und rechtliche Schritte eingeleitet.

    Auswirkungen auf die Forschung

    Die eingefrorenen Fördermittel haben bereits konkrete Auswirkungen auf laufende Forschungsprojekte. Wissenschaftler warnen, dass wichtige Studien, etwa im Bereich der Tuberkuloseforschung, gefährdet sind. In einigen Fällen droht sogar die Euthanasie von Versuchstieren aufgrund fehlender Mittel. Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die weitreichenden Konsequenzen politischer Entscheidungen für die wissenschaftliche Gemeinschaft.

    Ein Präzedenzfall mit Signalwirkung

    Der Rechtsstreit zwischen Harvard und der Trump-Regierung könnte weitreichende Folgen für das Verhältnis zwischen Staat und Wissenschaft in den USA haben. Sollte die Universität erfolgreich sein, würde dies ein starkes Signal für die Verteidigung der akademischen Freiheit senden. Andernfalls könnte es zu einer verstärkten politischen Einflussnahme auf Hochschulen kommen. In jedem Fall steht viel auf dem Spiel – nicht nur für Harvard, sondern für das gesamte amerikanische Bildungssystem.

    Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Gerichte über diesen bedeutenden Fall entscheiden und welche Auswirkungen dies auf die Zukunft der akademischen Freiheit in den Vereinigten Staaten haben wird.

    Autor: P.T.

  • Ukraine: Russland bricht eigenen Oster-Waffenstillstand und andere World-News

    Ukraine: Russland bricht eigenen Oster-Waffenstillstand und andere World-News

    Die Ukraine und Russland warfen sich gestern gegenseitig vor, den von Präsident Wladimir Putin am Samstagnachmittag verkündeten Oster-Waffenstillstand verletzt zu haben. Die Feuerpause, die 30 Stunden andauern sollte, wirkte wie ein Manöver Putins, um den USA Friedensbereitschaft zu demonstrieren.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der zugesichert hatte, sich an die Waffenruhe zu halten – solange auch Russland dies täte –, erklärte, russische Truppen hätten dennoch Artillerie eingesetzt, Soldaten überfallen und Drohnen genutzt. Das russische Verteidigungsministerium hingegen betonte, dass die eigenen Einheiten den Waffenstillstand eingehalten hätten, und beschuldigte die Ukraine, diesen mit Drohnenangriffen und nächtlichen Attacken gebrochen zu haben.

    Ein ukrainischer Drohnenkommandant schilderte, die Gefechte im Osten des Landes hätten während der angeblichen Feuerpause genauso gewütet wie seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022. „In Wirklichkeit gab es also gar keinen Waffenstillstand“, meinte er.

    USA drohen mit Abbruch

    US-Außenminister Marco Rubio sagte am Freitag, dass sich die USA aus den Friedensbemühungen zurückziehen würden, sollte es keine Fortschritte geben. Diese Äußerung wurde allgemein als Druckmittel gegenüber der Ukraine gewertet.

    Rohstoffabkommen geplant

    Ex-Präsident Trump kündigte an, noch in dieser Woche ein umfassendes Rohstoffabkommen mit der Ukraine unterzeichnen zu wollen. Die Gespräche hatten nach einem Eklat im Oval Office zwischen den beiden Staatschefs vor einigen Wochen vorübergehend stagniert.


    Hegseth teilte Details zu Luftschlägen in privatem Signal-Chat

    US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gab wichtige Informationen zu den Luftangriffen vom 15. März im Jemen in einem zweiten privaten Signal-Chat weiter. Laut Insidern waren seine Ehefrau, sein Bruder und sein persönlicher Anwalt in diesen Gruppenchat eingebunden.

    Im Gegensatz zum ersten Chat, der vom nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz erstellt wurde und versehentlich Details an einen Journalisten des Atlantic weitergab, war dieser zweite Chat von Hegseth selbst ins Leben gerufen worden. Unter dem Namen „Defense | Team Huddle“ tauschten sich Personen aus Hegseths beruflichem und privatem Umfeld aus – der Chat existierte bereits vor seiner Bestätigung als Verteidigungsminister.

    Brisant: Hegseths Ehefrau, einst Produzentin bei Fox News, ist keine Mitarbeiterin des Verteidigungsministeriums. Sein Bruder und sein Anwalt arbeiten zwar im Pentagon, doch bleibt unklar, weshalb sie Zugang zu Informationen über bevorstehende Angriffe benötigen würden.


    Weitere Schlagzeilen im Überblick:

    • Gaza: Ein israelischer Kommandeur wird entlassen, nachdem eine Untersuchung zum Tod mehrerer Sanitäter „erhebliche berufliche Versäumnisse“ festgestellt hat.
    • Papst: Franziskus segnete Zehntausende Gläubige auf dem Petersplatz zur Ostermesse – seine Osteransprache hielt ein päpstlicher Assistent.
    • Vatikan: Franziskus, ein Kritiker von Trumps Abschiebepolitik, traf sich am Rande der Osterfeierlichkeiten kurz mit US-Vizepräsident JD Vance.
    • Sudan: Nach Trumps Aussetzung aller US-Auslandshilfen schlossen innerhalb weniger Tage hunderte Suppenküchen – die Hungersnot breitet sich rasant aus.
    • Kanada: In einer Woche müssen sich die Wähler zwischen zwei gegensätzlichen Kandidaten entscheiden – Mark Carney oder Pierre Poilievre –, um das Land durch eine von Trump verursachte Krise zu führen.
    • Iran: USA und Iran setzen ihre Gespräche über ein Atomabkommen in den kommenden Tagen fort – zuletzt trafen sich beide Seiten in Rom.
    • Nahost: Saudi-Arabien unterstützt mittlerweile Nuklearverhandlungen mit dem Rivalen Iran – ein Zeichen für den Wandel in der Region.
    • Bildung: Der Rückgang internationaler Studierender könnte viele US-Hochschulen hart treffen.
    • Tunesien: In einem neuen Akt der Repression wurden rund 40 Oppositionelle zu Haftstrafen von bis zu 66 Jahren verurteilt.

  • Einstimmiger Aufschrei: Wie drei Altpräsidenten in seltener Einigkeit Donald Trump kritisieren

    Einstimmiger Aufschrei: Wie drei Altpräsidenten in seltener Einigkeit Donald Trump kritisieren

    In der amerikanischen Politik ist es Tradition, dass ehemalige Präsidenten Zurückhaltung üben, wenn es um öffentliche Kritik an ihren Nachfolgern geht. Der Kodex der Zurückhaltung soll den demokratischen Übergang stärken und Stabilität signalisieren. Doch diese Konvention scheint in der Frühphase der zweiten Amtszeit Donald Trumps ausgehöhlt worden zu sein – von drei Männern, die einst selbst das höchste Amt der Vereinigten Staaten innehatten: Barack Obama, Joe Biden und Bill Clinton. In nur zwei Wochen traten sie unabhängig voneinander öffentlich auf, um ungewöhnlich deutlich vor dem Kurs des amtierenden Präsidenten zu warnen.

    Eine kollektive Warnung

    Die Reden der drei demokratischen Ex-Präsidenten fanden an unterschiedlichen Orten statt – ein College in New York, eine Konferenz für Behindertenrechte in Chicago, eine Gedenkveranstaltung in Oklahoma City – und unterschieden sich in Tonfall und Inhalt. Doch in der Summe bildeten sie ein geschlossenes Signal: Die politischen und institutionellen Grundlagen der Vereinigten Staaten stünden unter Druck, und die Entwicklungen der letzten Monate ließen kaum Raum für Zurückhaltung.

    Barack Obama sprach am 3. April an der Hamilton University und warnte eindringlich vor einem Präsidenten, der demokratische Institutionen gezielt schwäche. „Es liegt an uns allen, das zu reparieren“, sagte er. „Niemand wird kommen, um uns zu retten. Die wichtigste Funktion in dieser Demokratie ist nicht die des Präsidenten – sondern die des Bürgers.“

    Joe Biden, bei seiner ersten öffentlichen Rede seit dem Ausscheiden aus dem Amt, kritisierte in Chicago insbesondere die Sozialpolitik Trumps und dessen Umgang mit der Sozialversicherung: „Was die Schwächsten unserer Gesellschaft am wenigsten brauchen, ist eine Regierung, die sich in Grausamkeit übt“, so Biden. Es sei erschütternd, wie viel „Zerstörung in weniger als 100 Tagen“ angerichtet worden sei.

    Bill Clinton wiederum nutzte die Gedenkfeier zum 30. Jahrestag des Bombenanschlags von Oklahoma City, um Parallelen zwischen dem damaligen Zusammenhalt und der heutigen Spaltung zu ziehen. „Wenn wir unsere Energie nur noch darauf verwenden, andere zu dominieren und unsere Ressentiments zu pflegen, dann gefährden wir den 250-jährigen Weg zu einer vollkommeneren Union“, warnte er.

    Eine ungewöhnliche Allianz

    Dass sich drei ehemalige Präsidenten innerhalb so kurzer Zeit gegen ihren Nachfolger positionieren, ist beispiellos. Zwar kam es in der Vergangenheit immer wieder zu indirekter Kritik – etwa durch Jimmy Carter an Ronald Reagan oder durch George W. Bushs stillschweigende Distanz zu Trump – doch das koordinierte Auftreten mehrerer Vorgänger ist eine neue Dimension.

    Timothy Naftali, Historiker an der Columbia University, sprach in einem Interview von einem „Alarmruf eines inoffiziellen Ältestenrates“. Ehemalige Präsidenten seien besonders legitimiert, vor Gefahren für die Demokratie zu warnen. Dass sie sich bereits vor Ablauf der traditionellen 100-Tage-Schonfrist öffentlich äußerten, sei Ausdruck außergewöhnlicher Besorgnis.

    Persönliche Geschichte, politische Konfrontation

    Die Beziehung zwischen Trump und seinen drei Vorgängern ist nicht nur politisch aufgeladen, sondern auch durch persönliche Angriffe und Demütigungen geprägt. Trump hatte Obama jahrelang mit der sogenannten „Birther“-Verschwörung verunglimpft, Biden während des Wahlkampfs 2020 als „Sleepy Joe“ verspottet und Clintons Ehefrau Hillary mit dem Ruf „Lock her up“ zur Hauptzielscheibe seiner Kampagnen gemacht.

    Auch nach seinem Wahlsieg 2024 ließ Trump keine Gelegenheit aus, um seine Rivalen öffentlich zu diskreditieren. Er beendete den Secret-Service-Schutz für die Kinder Bidens und nannte die Familie des Präsidenten „eine Bedrohung für die nationale Sicherheit“. Die demokratischen Ex-Präsidenten wiederum sehen in Trumps Politik einen offenen Angriff auf Rechtsstaatlichkeit und demokratische Normen. Biden hatte bereits 2022 in einem bemerkenswert scharfen Ton erklärt, Trump und seine Anhänger seien „eine Bedrohung für unsere Demokratie“ und „Anhänger des Semi-Faschismus“.

    Die Erosion präsidentieller Solidarität

    Historisch gesehen war die Beziehung zwischen ehemaligen Präsidenten oft von gegenseitigem Respekt geprägt. Gerald Ford und Jimmy Carter, einst erbitterte Gegner, verband eine tiefe Freundschaft. George W. Bush lobte Bill Clinton bei der Enthüllung seines Porträts 2004 als „Mann mit Energie und Wärme“. Solche Töne fehlen in der aktuellen Konstellation gänzlich.

    Seit der zweiten Amtsübernahme Trumps Anfang des Jahres hat sich das politische Klima der USA weiter polarisiert. Seine Rückkehr ins Weiße Haus erfolgte trotz juristischer Auseinandersetzungen und anhaltender Kontroversen um die Wahl 2020. Der frühere Präsident hatte nie wirklich akzeptiert, verloren zu haben, und nutzt seine zweite Amtszeit, um die Bundesbürokratie umzubauen, politische Gegner juristisch zu verfolgen und Medien anzugreifen. Die Institutionen wirken zunehmend überfordert.

    Demokratische Werte unter Druck

    Was Obama, Biden und Clinton gemeinsam eint, ist die Sorge um das demokratische Fundament der Vereinigten Staaten. Ihre Kritik ist weniger parteipolitisch als institutionell motiviert. Sie sehen das Amt des Präsidenten nicht nur als politische Machtposition, sondern als moralisches und symbolisches Zentrum der Republik. Wenn Trump demokratische Prinzipien zur Disposition stelle, müsse dieser Konsens offen verteidigt werden – auch von jenen, die einst selbst an seiner Stelle standen.

    Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Reaktionen vieler ehemaliger Beamter, Diplomaten und Militärs wider, die sich seit Trumps Rückkehr zunehmend öffentlich äußern. In einer Zeit, in der die Gewaltenteilung durch Exekutivverordnungen und Loyalitätsforderungen ausgehöhlt wird, scheint die politische Elite des Landes ausnahmsweise zu einem klaren Urteil zu kommen.

    Ob dieser breite Aufschrei politisch Wirkung entfalten kann, bleibt abzuwarten. Doch er markiert einen Wendepunkt in der politischen Kultur der USA: Die Unsichtbarkeit des Altpräsidenten, einst Garant der Stabilität, weicht der Notwendigkeit zur Intervention. Wenn drei ehemalige Präsidenten fast gleichzeitig zu diesem Mittel greifen, ist das mehr als eine Meinungsäußerung – es ist ein institutioneller Notruf.

    Von Andreas Brucker

  • Klimakrise ohne Kompass: Wenn der Staat der Wissenschaft den Rücken kehrt

    Klimakrise ohne Kompass: Wenn der Staat der Wissenschaft den Rücken kehrt

    Gesundheit und Klimawandel – zwei Themen, die sich längst nicht mehr trennen lassen. Hitzewellen, Waldbrände, Überschwemmungen: All das wirkt sich auf Körper und Psyche aus. Und doch zieht sich eine der weltweit führenden Forschungsinstitutionen nun zurück. Die US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) stellen ihre finanzielle Unterstützung für Studien zu den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels ein.

    Was wie ein bürokratischer Verwaltungsakt klingt, ist ein politisches Beben. Denn wer die Forschung stoppt, stellt keine Fragen mehr. Und wer keine Fragen mehr stellt, findet auch keine Antworten.


    Der radikale Schnitt

    Seit Robert F. Kennedy Jr. das Gesundheitsministerium führt, weht in Washington ein anderer Wind. Das neue Credo: Forschung soll sich auf das „Unmittelbare“ konzentrieren – auf Krankheiten, die bereits existieren, auf Ursachen, die eindeutig messbar sind. Studien zu Klimafolgen, Geschlechteridentität oder Diversität? Von der Agenda gestrichen. Forscher*innen wurden angewiesen, entsprechende Begriffe aus ihren Anträgen zu tilgen, selbst wenn es sich um zentrale Bestandteile der Arbeit handelte.

    Doch was bedeutet das für die Praxis?

    Ganz einfach: Eine ganze Generation von Wissenschaftler*innen steht plötzlich ohne Zukunftsplan da. Projekte, an denen jahrelang gearbeitet wurde – eingefroren oder gestrichen. Daten, die gesammelt wurden – verstauben in digitalen Schubladen. Und die Fragen, die noch offen sind? Sie werden bleiben. Offene Wunden in der Forschungsgeschichte.


    Gesundheitsrisiken, die niemand mehr untersucht

    Die Forschung war bislang eindeutig: Extremwetter-Ereignisse erhöhen das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Asthmaanfälle – und auch für psychische Erkrankungen. Rauch von Waldbränden enthält toxische Stoffe, deren langfristige Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System noch nicht ausreichend erforscht ist. Hitzewellen treiben die Zahl der Frühgeburten nach oben, vor allem in marginalisierten Gruppen.

    Und trotzdem zieht sich der größte Geldgeber zurück.

    Klar, es gibt private Stiftungen. Aber deren Mittel sind begrenzt. Und es fehlt ihnen oft die Struktur, Langzeitstudien zu ermöglichen. Ohne staatliche Förderung fällt die Wissenschaft in eine gefährliche Abhängigkeit – von Spenden, von politischen Launen, von ideologischen Filterblasen.

    Ist das noch Forschung im Dienst der Gesellschaft?


    Wenn Schweigen zur Strategie wird

    Es ist nicht das erste Mal, dass Wissenschaft von Politik ausgebremst wird. Doch selten geschieht es so offen. Die Entscheidung, die Förderung einzustellen, kam nicht schleichend – sie kam mit Ansage. Wer „Klima“ sagt, steht draußen.

    Das wirkt wie ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich seit Jahren mit den gesundheitlichen Folgen der Erderwärmung befassen. Die mit Patient*innen sprechen, die unter Hitzestress leiden. Die in verrauchten Gebieten Atemluft messen. Die untersuchen, wie sich extreme Temperaturen auf Kinderherzen auswirken.

    Jetzt soll all das nicht mehr relevant sein?


    Wer schützt die Verletzlichsten?

    Besonders betroffen sind Bevölkerungsgruppen, die ohnehin am meisten zu kämpfen haben: Kinder, ältere Menschen, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen, Communities of Color. Sie trifft die Klimakrise zuerst – und am härtesten. Ihre Realität wird nun weniger erforscht. Weniger verstanden. Weniger sichtbar gemacht.

    Und genau hier liegt der wahre Skandal: Diese Entscheidung ist nicht neutral. Sie ist nicht technokratisch. Sie ist politisch. Und sie verschärft Ungleichheit – statt ihr entgegenzuwirken.


    Die Welt schaut zu – und viele schweigen

    Wissenschaftler*innen protestieren. In mehr als 30 Städten kam es zu Demonstrationen. Transparente mit der Aufschrift „Let Science Speak“ flatterten durch regnerische Straßen. In sozialen Netzwerken hagelte es Kritik. Aber jenseits der Fachwelt? Kaum Reaktion.

    Vielleicht, weil Forschung oft leise arbeitet. Vielleicht, weil die Themen komplex sind. Vielleicht, weil niemand so recht weiß, was das alles eigentlich bedeutet.

    Doch genau hier liegt das Problem. Denn wenn wir nicht wissen, wie sich Klimawandel auf unsere Gesundheit auswirkt – wie sollen wir dann handeln?


    Weniger Daten, mehr Unsicherheit

    Ein Beispiel: Ein Forschungsteam wollte herausfinden, wer am stärksten unter extremer Hitze leidet. Dazu sollten über 200.000 Menschen aus 27 Ländern über Jahre hinweg begleitet werden. Doch ohne Finanzierung liegt das Projekt jetzt auf Eis. Andere Projekte untersuchen die Auswirkungen von Hitze auf das Immunsystem – auch sie in Gefahr.

    Die Konsequenz? Wir verlieren Zeit. Wir verlieren Wissen. Und wir verlieren Handlungsspielräume.


    Zwischen Frustration und Trotz

    Es ist frustrierend. Klar. Aber es ist auch ein Moment der Wahrheit. Denn wer jetzt weitermacht, tut das aus Überzeugung. Aus einem tiefen Gefühl der Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Aus der Hoffnung, dass Wissenschaft nicht verstummt – auch wenn man ihr das Mikrofon abdreht.

    Vielleicht brauchen wir jetzt mehr denn je die leisen Stimmen. Die, die weitermachen, auch ohne großes Budget. Die, die andere Wege finden. Die, die sich nicht davon abhalten lassen, unbequeme Fragen zu stellen.


    Was bleibt, ist die Aufgabe

    Forschung zum Zusammenhang zwischen Klima und Gesundheit ist keine Luxusdisziplin. Sie ist Notwendigkeit. Sie ist Teil einer gesellschaftlichen Resilienz, die wir dringend brauchen – in einer Welt, die heißer, extremer und unberechenbarer wird.

    Was, wenn die nächste Hitzewelle wieder tausende Menschenleben fordert? Was, wenn wir erneut feststellen müssen, dass Rauch von Waldbränden Schwangeren schadet – und niemand daran gearbeitet hat, sie zu schützen?

    Wollen wir wirklich in dieser Unwissenheit leben?


    Schlusswort

    Der Rückzug der NIH ist ein Warnsignal. Nicht nur für die USA, sondern für die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft. Denn was dort geschieht, strahlt aus – auch auf andere Länder, auf andere Institutionen, auf die globale Forschungskultur.

    Jetzt braucht es Solidarität. Und mutige Stimmen. Und ja – auch Wut. Aber vor allem: den unbedingten Willen, weiterzuforschen. Für die Gesundheit. Für die Gerechtigkeit. Für die Zukunft.

    Von Andreas M. B.

  • Trump verspricht ein Handelsabkommen mit der EU – und andere World-News

    Trump verspricht ein Handelsabkommen mit der EU – und andere World-News

    Am Donnerstag traf Donald Trump im Weißen Haus eine europäische Regierungschefin, für die er ungewöhnlich warme Worte fand: Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Beim Empfang erklärte Trump, es werde „zu 100 Prozent ein Handelsabkommen mit der EU geben“, noch bevor die 90-tägige Aussetzung einiger Zölle auslaufe.

    Meloni stellte zwar klar, dass sie kein Mandat habe, im Namen der EU zu verhandeln. Dennoch sieht die Trump-Regierung in der konservativen Politikerin eine mögliche Vermittlerin mit Europa. Die Europäische Zentralbank senkte unterdessen die Zinsen – ein Schritt, der angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten, auch als Folge von Trumps erratischer Handelspolitik, erwartet worden war.

    Auch mit Blick auf China äußerte sich Trump optimistisch: „Wir werden ein sehr gutes Abkommen mit China machen“, erklärte er. China ist derzeit mit US-Zöllen in Höhe von 145 Prozent konfrontiert. Konkrete Fortschritte in den Verhandlungen sind bislang jedoch kaum erkennbar. Auch japanische Regierungsvertreter reisten am Mittwoch ohne Abkommen aus Washington ab. Trump meinte jedoch, man sei „auf einem guten Weg“.


    US-Gericht: Google hat illegal seine Monopolstellung im Werbemarkt ausgebaut

    Ein US-Bundesrichter entschied am Donnerstag, dass Google Gesetze verletzt hat, um seine marktbeherrschende Stellung im Bereich der Onlinewerbung zu sichern. Das Urteil könnte weitreichende Folgen für den Technologiekonzern und dessen Einfluss auf das Internet haben.

    Das Justizministerium hatte Google im vergangenen September verklagt. Es warf dem Unternehmen vor, ein Monopol auf drei zentralen Ebenen des digitalen Werbemarktes aufgebaut zu haben: bei den Werkzeugen für Publisher, um Werbeflächen anzubieten; bei den Tools, mit denen Werbekunden diese Flächen kaufen; und bei der Software, die die Transaktionen zwischen beiden Seiten ermöglicht.

    Der Richter befand, dass Google seine Marktstellung bei den Publisher-Tools und dem Transaktionssystem illegal aufgebaut habe. Den Vorwurf in Bezug auf die Werbekunden-Tools wies das Gericht jedoch zurück.

    Google und das Justizministerium haben nun sieben Tage Zeit, einen Zeitplan für die nächste Phase des Verfahrens vorzulegen. Die Regierung hat bereits angekündigt, dass sie möglicherweise eine Zerschlagung von Googles Werbetechnologiesparte fordern werde.

    Unabhängig davon hatte ein anderer Richter im August entschieden, dass Google auch im Bereich der Internetsuche ein illegales Monopol halte. Hier plant das Justizministerium ebenfalls eine Aufspaltung des Konzerns. Eine erste Anhörung dazu beginnt am kommenden Montag.


    USA beginnen Truppenabzug aus dem Nordosten Syriens

    Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember haben die Vereinigten Staaten mit dem Rückzug ihrer Truppen aus dem Nordosten Syriens begonnen. Drei der acht kleinen US-Stützpunkte in der Region wurden bereits geschlossen, wie US-Behörden mitteilten. Die Truppenstärke sei von rund 2.000 auf etwa 1.400 Soldaten reduziert worden.

    Beobachter warnen, dass ein weiterer Abzug die Stabilität der neu eingesetzten syrischen Regierung gefährden könnte. Besonders im Nordosten sei der sogenannte Islamische Staat weiterhin eine reale Bedrohung.


    Weitere Schlagzeilen

    • Gaza: Israel bombardierte ein Lager für kriegsvertriebene Palästinenser im Süden des Gazastreifens. Nach palästinensischen Angaben kamen dabei mindestens ein Dutzend Menschen ums Leben.
    • USA: Bei einer Schießerei auf dem Campus der Florida State University in Tallahassee wurden mindestens zwei Menschen getötet. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.
    • Italien: Eine Seilbahn stürzte südlich von Neapel ab und zerschellte. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben.
    • Gesundheit: Das Pharmaunternehmen Eli Lilly veröffentlichte Studienergebnisse, wonach eine tägliche Tablette ähnlich wirksam beim Gewichtsverlust sein könnte wie injizierbare Medikamente wie Ozempic.
    • Frankreich: Präsident Emmanuel Macron forderte eine Kommission, die die Folgen einer Schuldenlast Haitis von vor 200 Jahren untersuchen soll.
    • Ukraine: Ein Geschichtslehrer erreicht mit Videos, in denen er Kreml-Propaganda entkräftet, ein Millionenpublikum im Netz.
    • Australien: Eine Modedesignerin namens Katie Perry verklagt die Sängerin Katy Perry wegen Markenrechtsverletzung.
    • Niederlande: Angesichts steigender Zahlen von Verkehrstoten unter Radfahrern wirbt eine neue Kampagne für das Tragen von Helmen – doch viele bleiben skeptisch.
    • Mode: Jonathan Anderson, früher bei Loewe (LVMH), wird neuer künstlerischer Leiter für die Herrenmode bei Dior.
    • Tiere: In Kenia bekannten sich vier Männer schuldig, Tausende lebende Ameisen illegal gehandelt zu haben. Sie wollten sie als Haustiere verkaufen.

    Autor: MAB