Schlagwort: Bordeaux

  • Von Wein zu Oliven: Ein neuer Anfang für das Bordelais

    Von Wein zu Oliven: Ein neuer Anfang für das Bordelais

    Das Bordelais, weltberühmt für seine Weine, schreibt ein neues Kapitel. Statt Trauben prägen nun Olivenbäume die Landschaft – ein ungewöhnliches Bild in der Gironde. Doch diese Veränderung ist kein Zufall, sondern eine direkte Reaktion auf die Herausforderungen, mit denen Winzer in der Region konfrontiert sind.

    Die Krise zwingt zum Umdenken

    Die Weinbranche steckt in einer tiefen Krise. Einerseits macht der Klimawandel den Anbau von Trauben immer schwieriger. Andererseits sind die Lager voll, weil die Nachfrage nach Wein – besonders nach günstigen Bordeaux-Weinen – in den letzten Jahren gesunken ist. Viele Winzer sehen sich gezwungen, ihre Lebensgrundlage neu zu überdenken. So auch Fabien Bouges, der 2021 eine mutige Entscheidung traf: Er riss die Weinstöcke auf zwei Hektar Land aus und pflanzte stattdessen 500 Olivenbäume.

    Eine Wette auf die Zukunft? Vielleicht. Doch die erste Ernte in diesem Jahr lässt hoffen. Bouges berichtet: „Es gibt noch viel zu lernen, aber die Bäume entwickeln sich gut, sie wachsen, es gibt keine Verluste – und wir haben tatsächlich Oliven geerntet. Das ist ein gutes Zeichen.“

    Ein Stück Mittelmeer in der Gironde

    Das Bordelais und Olivenbäume – auf den ersten Blick scheint das nicht zusammenzupassen. Der Boden und das Klima in der Gironde sind schließlich weit entfernt von den sonnigen und trockenen Bedingungen des Mittelmeerraums. Doch der Klimawandel verändert die Spielregeln. Mildere Winter und heißere Sommer schaffen neue Möglichkeiten, auch wenn die Region immer noch kühler und feuchter ist als die klassischen Olivenanbaugebiete.

    Für Émile Bernard, einen Nachbarn von Bouges, ist der Anblick der Olivenbäume fast surreal. „Vor ein paar Jahren hätte niemand daran gedacht, hier Oliven zu pflanzen“, sagt er. Doch die Krise im Weinbau zwingt die Winzer zum Umdenken – und zum Experimentieren.

    Die Zukunft liegt im Öl

    Die Entscheidung für Oliven ist nicht nur eine Reaktion auf die Probleme im Weinbau, sondern auch ein Blick auf den Markt. Die Nachfrage nach Olivenöl wächst weltweit. Das Ziel im Südwesten Frankreichs ist ambitioniert: 100.000 Hektar Land sollen langfristig mit Olivenbäumen bepflanzt werden. Das wäre nicht nur ein Gewinn für die Landwirtschaft, sondern könnte der Region auch eine neue wirtschaftliche Perspektive geben.

    Dabei geht es nicht nur um den Verkauf von Olivenöl. Für viele Winzer ist der Wechsel zu Oliven auch eine Möglichkeit, die Umweltbelastung zu reduzieren. Olivenbäume benötigen weniger Wasser und sind widerstandsfähiger gegen Hitze und Krankheiten – ein klarer Vorteil in Zeiten des Klimawandels.

    Herausforderungen und Hoffnungen

    Natürlich ist der Umstieg von Wein auf Oliven kein Selbstläufer. Die Winzer müssen neues Wissen aufbauen, geeignete Sorten finden und sich auf unvorhersehbare klimatische Bedingungen einstellen. Doch die ersten Erfolge im Bordelais zeigen, dass der Wechsel möglich ist. Und vielleicht ist gerade das die größte Lektion: Manchmal braucht es den Mut, alte Traditionen zu hinterfragen und neue Wege zu gehen.

    Bleibt die Frage: Werden Oliven eines Tages das Bild des Bordelais genauso prägen wie die Reben? Möglich – und vielleicht sogar notwendig. Denn wie heißt es so schön: Wer sich nicht anpasst, bleibt auf der Strecke.

  • Saint-Émilion: Pferde statt Traktoren in den Weinbergen des Bordelais

    Saint-Émilion: Pferde statt Traktoren in den Weinbergen des Bordelais

    In den Weinbergen von Saint-Émilion kehrt eine alte Tradition zurück: Pferde ersetzen auf einigen Weingütern die Traktoren. Mit Geduld und Präzision leisten die Tiere eine Arbeit, die maschinell kaum zu erreichen ist. So auch auf dem prestigeträchtigen Château Troplong Mondot, das bereits seit 15 Jahren auf Pferde setzt.

    Eine langsame, aber lohnende Arbeit

    Bei einer Geschwindigkeit von 2 bis 3 km/h benötigen die Pferde etwa zehn Stunden, um einen Hektar Weinberge zu bearbeiten. Ein vergleichsweise gemächliches Tempo, das jedoch perfekt auf die Bedürfnisse des Weinguts abgestimmt ist. Hier geht es nicht um Effizienz im klassischen Sinne, sondern um Nachhaltigkeit und Qualität.

    „Unser Ziel ist es, die Böden zu schonen“, erklärt Rémy Monribot, technischer Leiter des Château. „Obwohl Pferde schwer sind, verdichten sie die Erde nicht so stark wie Traktoren. Außerdem kommen sie auf unseren lehm- und kalkhaltigen Böden besser zurecht, besonders nach Regenfällen.“

    Kosten und Nutzen: Pferdearbeit ist teurer, aber nachhaltiger

    Die Arbeit mit Pferden hat ihren Preis: Sie ist etwa 30 % teurer als der Einsatz von Traktoren. Doch der langfristige Nutzen ist enorm. Verdichtete Böden beeinträchtigen die Wurzeln der Reben, was sich negativ auf die Qualität der Trauben auswirken kann. Pferde helfen, dieses Problem zu vermeiden, und ermöglichen gleichzeitig eine präzisere Bearbeitung der Weinberge.

    „Es ist nicht nur eine ökologische Entscheidung, sondern auch eine qualitative“, betont Monribot. „Unsere Böden sind lebendig, und das bleibt auch so.“

    Die Rückkehr der Pferde in die Weinberge

    Während des Winters kehren die Pferde in ihre Heimat in der Dordogne zurück, wo sie auf der Farm gepflegt und auf die nächste Saison vorbereitet werden. Sobald der Frühling kommt, sind sie wieder im Einsatz und übernehmen die Pflege der Weinberge – eine enge Zusammenarbeit zwischen Tier und Mensch, die nicht nur das Landschaftsbild prägt, sondern auch das Herz der Weinliebhaber höherschlagen lässt.

    Ein Trend mit Zukunft?

    Die Nutzung von Pferden ist im Bordelais zwar noch die Ausnahme, doch sie gewinnt zunehmend an Bedeutung. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Biodiversität immer mehr geschätzt werden, könnte diese alte Technik ein zukunftsweisender Weg sein.

    Saint-Émilion zeigt, dass Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können – und dass der Schlüssel zu großartigen Weinen manchmal im gemächlichen Tempo der Vergangenheit liegt.

  • Ein Wochenende voller Weinfestlichkeiten in Bordeaux – und die Ankunft der Belem

    Ein Wochenende voller Weinfestlichkeiten in Bordeaux – und die Ankunft der Belem

    Bordeaux begrüßt die Belem: Ein segelndes Wahrzeichen

    Das letzte Juni-Wochenende in Bordeaux verspricht ein Fest der Sinne zu werden. Am Samstag, den 29. Juni, begannen die Feierlichkeiten rund um den Wein. Bereits am Mittwoch ist die Belem, ein ikonisches Segelschiff, im Hafen der Stadt eingetroffen. Diese festliche Symbiose aus Segeln und Wein hat eine über 2.000-jährige Tradition.

    Mittwoch, der 26. Juni, war ein denkwürdiger Tag. Die Belem durchschnitt die Wellen der Garonne und erreichte das Herz von Bordeaux. „Man könnte sie fast berühren, es ist großartig“, freut sich eine Frau, die das Schiff fotografiert. Diese Ankunft ist der Startschuss für ein Wochenende, das ganz im Zeichen des Weins steht. Ein Besucher aus Corrèze ist eigens angereist, um das Schiff zu sehen: „Das ist das Schiff, das das olympische Feuer brachte. Das ist meine erste Assoziation. Aber ich kannte es bereits vorher – ein historisches Monument.“

    Jahrtausendealte Tradition in Bordeaux

    Wein und Segeln sind in Bordeaux seit jeher untrennbar miteinander verbunden. Bereits 300 v. Chr. erkannten die Kelten die geographische Lage des Hafens als perfekt für den Handel. Bordeaux wurde zu einem globalen Exporteur von Wein. Auch wenn die Branche heute in einer Krise steckt, zeigen 1.200 Winzer ihr Handwerk an diesem Wochenende. Besucher können an verschiedenen Blindverkostungen teilnehmen und ihr Wissen über Weine auf die Probe stellen.

    Eine Stadt im Zeichen des Weins

    Bordeaux erblüht an diesem Wochenende in einem besonderen Glanz. Die Straßen sind belebt, die Menschen strömen herbei, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Die Belem, ein prächtiges dreimastiges Segelschiff, dient dabei als beeindruckender Hintergrund. Es ist, als hätte die Stadt einen Schritt in die Vergangenheit gemacht und gleichzeitig die Gegenwart gefeiert.

    Die Geschichte der Belem ist faszinierend. Sie wurde 1896 gebaut und diente ursprünglich als Frachtschiff für den Transport von Kakao und Zucker aus Brasilien und den Westindischen Inseln nach Frankreich. Später wurde sie zu einem Ausbildungsschiff umfunktioniert und hat seitdem zahlreiche Reisen unternommen. Heute ist sie ein schwimmendes Museum und ein Symbol der maritimen Geschichte Frankreichs.

    Blindverkostungen und Winzerkunst

    Ein Highlight der Veranstaltungen des Wochenendes sind die Blindverkostungen, bei denen die Besucher ihre Geschmackssinne testen können. Können Sie den Unterschied zwischen einem Merlot und einem Cabernet Sauvignon erkennen? Diese Herausforderung zieht Weinliebhaber aus der ganzen Welt an. Es ist eine Gelegenheit, nicht nur die Weine zu genießen, sondern auch etwas über die Kunst des Weinmachens zu lernen.

    Die Winzer selbst sind mit Herz und Seele dabei. Sie präsentieren ihre besten Weine und stehen für Gespräche und Fragen zur Verfügung. „Der Wein ist mehr als nur ein Getränk – er ist ein Teil unserer Kultur und Geschichte“, erklärt ein Winzer stolz. Ihre Hingabe und Leidenschaft sind spürbar und machen das Erlebnis noch intensiver.

    Ein Fest für die Sinne

    Neben den Weinverkostungen gibt es zahlreiche weitere Attraktionen. Musik, Kunst und Gastronomie sind allgegenwärtig. Straßenkünstler unterhalten die Menge, während lokale Restaurants spezielle Menüs anbieten, die perfekt zu den Weinen passen. Es ist ein Fest für alle Sinne – Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen.

    Auch für Familien gibt es viel zu entdecken. Kinder können an speziellen Workshops teilnehmen, bei denen sie mehr über die Geschichte des Weins und der Seefahrt lernen können. Es gibt Aktivitäten und Spiele, die darauf abzielen, das Wissen über diese beiden wichtigen Aspekte der Bordeaux-Kultur auf spielerische Weise zu vermitteln.

    Ein Blick in die Zukunft

    Doch während dieses Festes wird auch über die Zukunft der Weinindustrie nachgedacht. In Podiumsdiskussionen und Vorträgen wird erörtert, wie sich die Branche weiterentwickeln kann. Klimawandel, neue Technologien und sich ändernde Marktbedingungen sind nur einige der Themen, die besprochen werden. Es ist eine Zeit des Feierns, aber auch des Nachdenkens und Planens.

    Wie wird sich die Weinindustrie anpassen? Welche neuen Methoden und Innovationen könnten die Zukunft des Weinbaus prägen? Diese Fragen stehen im Raum, während die Besucher die Schönheit und den Geschmack der Weine von heute genießen.

    Ein unvergessliches Erlebnis

    Das Wochenende in Bordeaux wird zweifellos unvergesslich sein. Die Kombination aus Tradition und Moderne, Geschichte und Innovation, Genuss und Bildung macht diese Veranstaltung zu etwas ganz Besonderem. Die Ankunft der Belem war nur der Anfang – ein majestätischer Auftakt für ein Wochenende voller Höhepunkte.

    Wenn Sie die Möglichkeit haben, dieses Fest zu besuchen, sollten Sie sie nutzen. Es ist eine Gelegenheit, in die reiche Kultur und Geschichte von Bordeaux einzutauchen, neue Weine zu entdecken und unvergessliche Erinnerungen zu schaffen. Also, warum nicht ein Glas Wein erheben und auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anstoßen?

  • Ryanair schließt Basis in Bordeaux trotz positiver Geschäftszahlen

    Ryanair schließt Basis in Bordeaux trotz positiver Geschäftszahlen

    Trotz beeindruckender Geschäftszahlen hat die Billigfluggesellschaft Ryanair beschlossen, ihre Basis am Flughafen Bordeaux-Mérignac zu schließen. Diese Entscheidung sorgt bei den französischen Gewerkschaften für erheblichen Unmut, da sie den Verlust von Arbeitsplätzen und die Umgehung von Arbeitsrechten befürchten.

    Wachstum und Kontroversen

    Am Montag, dem 20. Mai, gab Ryanair bekannt, dass ihr Jahresumsatz 2023 um 25% auf über 13 Milliarden Euro gestiegen ist. Mit mehr als 183 Millionen beförderten Passagieren hat die Airline beeindruckende Wachstumszahlen vorgelegt. Doch trotz dieser positiven Bilanz plant Ryanair, ihre Basis in Bordeaux zu schließen, da die Kosten dort angeblich zu hoch geworden sind.

    Diese Entscheidung hat bei den Gewerkschaften, insbesondere bei Stéphane Salmon, dem Präsidenten des SNPNC-FO (dem Hauptgewerkschaftsverband für Flugbegleiter und Stewards), für Empörung gesorgt. Salmon kritisierte Ryanair scharf und beschuldigte die Fluggesellschaft, sich aus dem Staub zu machen, um anderswo von öffentlichen Subventionen zu profitieren und die Rechte der Arbeitnehmer zu umgehen.

    Finanzielle Auseinandersetzungen

    Ryanair begründete die Schließung mit gestiegenen Kosten am Flughafen Bordeaux-Mérignac. Die Flughafendirektion hingegen erklärte, sie habe lediglich Grenzen für die finanziellen Forderungen der Fluggesellschaft gesetzt. Tatsächlich hatte der Rechnungshof im Oktober 2023 den Flughafen kritisiert, weil er „nicht transparente“ und „erhebliche“ Subventionen an bestimmte Fluggesellschaften gezahlt hatte.

    Betroffene Mitarbeiter

    Die Schließung betrifft etwa 90 Mitarbeiter, deren Zukunft nun ungewiss ist. Stéphane Salmon äußerte seine Besorgnis über die Arbeitsverträge der betroffenen Mitarbeiter. Diese Verträge enthalten eine Klausel, die es Ryanair erlaubt, Mitarbeiter von einem Tag auf den anderen an eine andere europäische Basis zu versetzen – zum Beispiel nach Polen oder Rumänien. Salmon fordert daher die Einleitung eines Plans zur Arbeitsplatzsicherung, um die betroffenen Mitarbeiter in Frankreich neu zu beschäftigen.

    Ein wiederkehrendes Muster?

    Es ist nicht das erste Mal, dass Ryanair eine Basis schließt, nur um sie später wieder zu eröffnen. Ein ähnliches Szenario gab es bereits bei der Basis in Marseille. Diese Praxis sorgt für Unsicherheit und Frustration unter den Mitarbeitern und den Gewerkschaften.

    Die Entscheidung von Ryanair, die Basis in Bordeaux zu schließen, wirft ein Schlaglicht auf die Praktiken der Fluggesellschaft und die Herausforderungen, denen sich die Arbeitnehmer gegenübersehen. Während das Unternehmen beeindruckende finanzielle Ergebnisse vorlegt, bleibt die Art und Weise, wie es seine Standorte und Mitarbeiter behandelt, stark umstritten. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Gewerkschaften und die betroffenen Mitarbeiter auf diese Entscheidung reagieren und ob es zu einer Lösung kommt, die die Rechte und Interessen der Arbeitnehmer besser schützt.

  • Gefahr im Verzug: Warum der Bordeaux-Wein dieses Jahr auf der Kippe steht

    Gefahr im Verzug: Warum der Bordeaux-Wein dieses Jahr auf der Kippe steht

    Die Weinregion Bordeaux sieht sich dieses Jahr ernsten Herausforderungen gegenüber, die sowohl durch das aktuelle Klima als auch durch längerfristige klimatische Veränderungen bedingt sind. Die Situation des Jahrgangs 2023 gibt bereits einen Vorgeschmack darauf, was die Winzer möglicherweise erwartet.

    Ein heißes Jahr mit Folgen

    Der Jahrgang 2023 war geprägt von extremer Hitze und ungewöhnlich milden Wetterbedingungen, die bereits früh in der Wachstumsphase zu einem hohen Pilzdruck führten. Während der Ernte, die unter Hitzebedingungen stattfand, mussten die Trauben sorgfältig sortiert werden, um die Qualität zu sichern. Diese Bedingungen führten zu einer hohen Variabilität der Erträge und Qualitäten innerhalb der Appellationen, mit signifikanten Unterschieden selbst zwischen benachbarten Anwesen.

    Klimawandel bedroht traditionelle Weinregionen

    Ein Bericht im Fachjournal „Nature Reviews Earth and Environment“ warnt vor den langfristigen Auswirkungen des Klimawandels auf traditionelle Weinregionen. Wissenschaftler, darunter Cornelis van Leeuwen von der Universität Bordeaux, prognostizieren, dass bis zu 90% der traditionellen Weinregionen durch anhaltende Dürren und häufigere Hitzewellen gefährdet sein könnten. Die Studie betont, dass die geographische Verteilung des Weinbaus sich verändert und dass die Anbaugebiete mittlerer Breiten, die bisher ideale Bedingungen boten, zunehmend unter Druck geraten.

    Anpassungsstrategien als Notwendigkeit

    Die Forscher fordern verstärkte Anpassungsstrategien, um den negativen Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken. Dazu gehören die Auswahl klimaresistenter Rebsorten und Wurzelstöcke, verbesserte Anbausysteme und allgemeine Managementanpassungen im Weinbau. Trotz dieser Anstrengungen könnte es sein, dass die traditionellen Weinregionen ihre wirtschaftliche Lebensfähigkeit nicht aufrechterhalten können, ohne radikale Veränderungen vorzunehmen.

    Was bedeutet das für die Zukunft?

    Die Lage ist ernst, und während einige Regionen möglicherweise von einem veränderten Klima profitieren könnten, steht die Nachhaltigkeit der Weinproduktion in vielen traditionellen Gebieten vor großen Herausforderungen. Es geht nicht nur um die Qualität des Weines, sondern auch um die ökologischen und sozialen Auswirkungen, die mit einer Verschiebung der Weinanbaugebiete einhergehen können.

    Die Bordeaux-Region von morgen könnte sehr anders aussehen als die, die wir heute kennen, und es stellt sich die Frage: Sind wir bereit für die Veränderungen, die kommen werden? Oder, wie weit können Tradition und Innovation Hand in Hand gehen, um das Erbe des Bordeaux zu bewahren?

    Es bleibt abzuwarten, wie sich die Region anpasst und welche neuen Kapitel in der langen Geschichte des Bordeaux-Weins geschrieben werden. Doch klar ist: Die Weichen müssen jetzt gestellt werden.

  • Bordeaux – Eine Reise durch das Herz des Weins

    Bordeaux – Eine Reise durch das Herz des Weins

    Bordeaux, die Stadt, die fast synonym mit erstklassigem Wein steht, bietet Besuchern weit mehr als erlesene Tropfen. In dieser Stadtführung entdecken wir die Schönheiten und Geheimnisse dieser historischen Stadt. Entlang der Garonne: Ein erster Blick auf Bordeaux Beginnen wir unsere Tour am Ufer der Garonne. Der majestätische Fluss, der wie eine Lebensader durch die Stadt […]

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  • Hochwasser in Bordeaux: Die Garonne tritt über die Ufer

    Hochwasser in Bordeaux: Die Garonne tritt über die Ufer

    Am Dienstag, dem 12. März, erlebte Bordeaux ein außergewöhnliches Naturereignis, als die Garonne über ihre Ufer trat und Teile der Stadt unter Wasser setzte. Bürgermeister Pierre Hurmic äußerte seine Besorgnis darüber, dass sich solche Vorfälle in Zukunft häufen könnten.

    Die Flutwelle erreichte die Stadt am Dienstagmorgen, getrieben durch die starke Gezeitenkraft des Ozeans, mit einem Tidenkoeffizienten von 117. Fahrradfahrer auf dem Weg zur Arbeit und Passanten wurden von den Wassermassen überrascht, als das Wasser nicht nur die Uferpromenade, sondern auch angrenzende Straßen überflutete. Eine nahegelegene Schule musste bereits am Vortag geschlossen werden und die Kinder blieben auch am Dienstag zu Hause. Die Stadtverwaltung mobilisierte ihre Mitarbeiter, um Passanten umzuleiten und ihnen zu helfen, ihre Ziele zu erreichen, ohne durch die überfluteten Bereiche laufen zu müssen.

    Glücklicherweise wurden durch das Hochwasser bis dato keine Personen verletzt oder größere Schäden verursacht. Dennoch markiert dieser Vorfall das signifikanteste Hochwasserereignis, das Bordeaux seit Jahrzehnten erlebt hat. Bürgermeister Pierre Hurmic wies darauf hin, dass solche extremen Wetterereignisse in Zukunft wahrscheinlich zunehmen werden und Unannehmlichkeiten und Überschwemmungen mit sich bringen könnten.

    Die jüngsten Überschwemmungen in Bordeaux werfen ein Schlaglicht auf die wachsende Bedrohung durch den Klimawandel und die Notwendigkeit, städtische Infrastrukturen und Planungen an die neuen klimatischen Realitäten anzupassen. Während die Stadtgemeinschaft sich von diesem Ereignis erholt, bleibt die größere Herausforderung, langfristige Lösungen zu entwickeln, um die Resilienz gegenüber zukünftigen Hochwasserereignissen zu stärken.

    Dieses Ereignis in Bordeaux steht stellvertretend für eine globale Tendenz, in der Städte weltweit sich zunehmend mit den direkten Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert sehen. Die Ereignisse erinnern an die Dringlichkeit, klimatische Veränderungen ernst zu nehmen und proaktiv Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit und das Wohlergehen der Bevölkerung zu gewährleisten.

  • Hochwasser in Bordeaux: Flutwellen sorgen für Überflutungen

    Hochwasser in Bordeaux: Flutwellen sorgen für Überflutungen

    Die Präfektur Gironde, einschließlich der Stadt Bordeaux, wurde am Montag, den 11. März, von Météo France aufgrund von Hochwasser und drohender Sturmfluten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Schon zu Wochenbeginn mussten mehrere Straßen in der Stadt aufgrund von Überschwemmungen gesperrt werden.

    Die Wassermassen sind in Bordeaux (Gironde) bereits am Montag, dem 11. März, gestiegen. Die Stadt bereitet sich auf weitere Überflutungen am Dienstagmorgen vor. Zur Erinnerung: Météo France hat das Departement Gironde aufgrund von Hochwasserrisiken und der Gefahr von Sturmfluten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Mehrere Straßen, Kais und Gebäude in Bordeaux standen schon am Montag unter Wasser. Als Folge der Springfluten trat die Garonne über die Ufer.

    Das Phänomen setzt sich auch am Dienstag fort. Eine Straße stand für mehrere Stunden unter Wasser. Auch im Becken von Arcachon wurden einige Einwohner überrascht, obwohl sie sich vorbereitet hatten. Auf der Île de Ré (Departement Charente-Maritime) wurden während der Nacht Vorbereitungen für die erwarteten Flutwellen getroffen. Der höchste Flutkoeffizient von 117 wird kurz vor sechs Uhr morgens erwartet. Als Präventivmaßnahme werden Sandsäcke platziert, um die direkt am Hafen gelegenen Häuser zu schützen. In einer Nachbargemeinde wurde ein Pier von der Kraft der Wellen so stark beschädigt, dass er jeden Moment einstürzen könnte.

    Die aktuelle Situation verlangt nach einer sofortigen Reaktion der lokalen Behörden, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten und größere Schäden zu vermeiden. Die Überschwemmungen in Bordeaux sind eine deutliche Erinnerung an die Macht der Natur und die Notwendigkeit, den Klimawandel und seine Folgen ernst zu nehmen und entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Die betroffenen Anwohner stehen vor der Herausforderung, nicht nur kurzfristige Reparaturen durchzuführen, sondern auch langfristig die Resilienz ihrer Gemeinschaft gegen solche Naturkatastrophen zu stärken.

  • Greta Thunberg protestiert in Bordeaux gegen umstrittenes Öl-Projekt im Bassin d’Arcachon

    Greta Thunberg protestiert in Bordeaux gegen umstrittenes Öl-Projekt im Bassin d’Arcachon

    Die Umweltaktivistin Greta Thunberg wird am Sonntag, dem 11. Februar, in der Gironde erwartet, wo sie an einer Demonstration gegen die Ölförderung im Becken von Arcachon teilnehmen wird.

    Die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg setzt ihren Aufenthalt in Frankreich fort, um gegen Projekte zu demonstrieren, die sie für umweltschädlich hält. Nachdem sie sich am Samstag, dem 11. Februar, mit anderen Aktivisten gegen den Bau der Autobahn A69 im Departement Tarn protestiert hatte, wird sie am Sonntag um 14 Uhr in Bordeaux zu einer Demonstration gegen die Erschliessung neuer Ölquellen im Becken von Arcachon erwartet.

    Ein Projekt des kanadischen Unternehmens Vermilion sieht vor, in La Teste-de-Buch im Becken von Arcachon acht neue Ölbohrungen durchzuführen. Der Antrag, der 2023 eingereicht wurde, sieht vor, dass die neuen Bohrungen von bereits bestehenden Plattformen aus vorgenommen werden.

    Laut der Mission Régionale d’Autorité Environnementale (MRAE) de Nouvelle-Aquitaine haben neuere Studien bisher unerschlossene Ölreserven identifiziert. Diese sollen sich in einer Tiefe von 2.200 bis 3.200 Metern befinden.

    Am 13. November gab die für die öffentliche Untersuchung des Projekts zuständige Kommissarin eine positive Stellungnahme zur Förderung dieses Erdölvorkommens ab.

    Das kanadische Unternehmen betreibt bereits rund 40 Bohrlöcher in der Nähe von Cazaux ebenfalls in der Gironde. Auf dem Gelände sollen täglich etwa 1.500 Barrel Öl gefördert werden.

    Das Cazaux-Vorkommen wurde 1959 entdeckt. Das Unternehmen Esso erhielt damals eine Konzession, die fünfzig Jahre lang laufen sollte. Im Jahr 2006 wurde diese jedoch von Vermilion aufgekauft. Im Jahr 2010 wurde die Konzession schließlich bis 2035 verlängert.

    „Das Vorkommen von Cazaux befindet sich in einem Gebiet mit vielfältigen Umweltsensibilitäten“, so die MRAE. In der Tat weist das betroffene Gebiet, das sich im Wald befindet, zahlreiche Umweltbesonderheiten auf: Natura-2000-Gebiete, Trinkwasserentnahmen, hohe Waldbrandgefahr.

    Für das Umwelt-Kollektiv „Stop Pétrole Bassin d’Arcachon“ ist das Projekt inkohärent mit dem Vorhaben der Regierung, den Verbrauch fossiler Energieträger bis 2028 um 35 % zu senken.

    Im Gespräch mit unseren Kollegen von 20 Minutes meinte der französische Umweltminister Christophe Béchu, dass man „aus einer Form von Umweltheuchelei herauskommen muss, die darin bestünde, die Förderungen in Frankreich zu schließen, um den Anteil des Öls, den wir importieren, zu erhöhen.“

    Das Hulot-Gesetz von 2017 schreibt vor, dass alle Öl- und Gasbohrlöcher in Frankreich bis 2040 stillgelegt werden müssen. Aber bis dahin „kann man in Frankreich noch etwas mehr als 15 Jahre lang fossile Brennstoffe fördern“, erklärt Francis Perrin, Forschungsdirektor am Iris (Institut für internationale und strategische Beziehungen), gegenüber 20 Minutes. Also könnte auch die Dauer der Ölförderung im Cazaux-Feld bis 2040 verlängert werden.

  • Gironde: 8.000 Hektar Weinberge sollen wegen Überproduktion von Rotwein gerodet werden

    Gironde: 8.000 Hektar Weinberge sollen wegen Überproduktion von Rotwein gerodet werden

    In der Region Gironde fuhren am Mittwoch, den 7. Februar, die Bagger mitten in den Weinbergen auf. Um die Weinproduktion zu reduzieren, sollen 8.000 Hektar in den Weinbergen des Bordeaux gerodet werden.

    Der Bagger reißt Meter für Meter die Früchte einer lebenslangen Arbeit aus der Erde. In der Nähe von Saint-Émilion in der Gironde lässt Luc Bergerie drei Hektar Merlot-Reben roden, die die kontrollierte Herkunftsbezeichnung (AOC) Bordeaux tragen. Stattdessen wird der Weinbauer, der gerade erst den Familienbetrieb übernommen hat, jetzt Mais säen, eine rentablere Art der Landwirtschaft. „Das ist nie ein gutes Gefühl. Man hat so viele Kosten pro Hektar und bekommt dafür keinen Lohn“, bedauert Luc Bergerie auf dem Sender France 2.

    1.200 Weinbauern haben sich für den staatlichen Hilfsplan zur Rodung beworben. Der 58 Millionen Euro schwere Notfallplan wurde von den Weinfachleuten am 6. Dezember 2022 bei einer Demonstration in Bordeaux (Gironde) gefordert. Die Branche befindet sich aufgrund von Überproduktion und einem drastischen Rückgang des Rotweinkonsums in großen Schwierigkeiten. Trotz einer Entschädigung von 6.000 EUR pro gerodetem Hektar ist die Aufgabe von Weinanbauflächen für viele Landwirte eine traurige Notwendigkeit. Die Gironde wird 10 % ihrer Weinberge verlieren, was aber nach Ansicht des Kollektivs Viti 33 nicht ausreichen, um den Berufsstand zu retten.