Der Valentinstag am 14. Februar ist einer der arbeitsreichsten Tage des Jahres für Floristen. Zu diesem Anlass werden allein in Frankreich Blumen im Wert von 200 Millionen Euro gekauft.
Jedes Jahr am Valentinstag ist es für viele Männer in Frankreich das gleiche Ritual: Sie kaufen einen Strauß Rosen. Der Preis für rote Rosen ist dieses Jahr gestiegen, aber das hält kaum jemanden davon ab, sie auch an diesem Valentinstag wieder zu kaufen. Ein Strauß kostet etwa 42 Euro, sieben Euro mehr als im letzten Jahr. Der Grund für den Preisanstieg: 80% der Blumen, die in Frankreich verkauft werden, kommen aus dem Ausland. Die Frachtkosten sind aufgrund der gestiegenen Kraftstoffpreise auch für die Blumen teurer geworden.
„Was nicht rot ist, ist billiger“
„Was nicht rot ist, ist billiger (…) man sollte auf Saisonblumen wie Tulpen zurückgreifen, für deren Produktion man weniger Energie benötigt“, sagt Charline Pritscaloff, prisgekrönte Floristin in Orléans (Loiret) gegenüber France 3. Der Valentinstag ist für Floristen ein arbeitsreicher, jedoch nicht der wichtigste Tag des Jahres. Das ist der Muttertag.
Das größte Kraftwerk Westeuropas steht in Gravelines im Norden Frankreichs. Vielleicht werden dort bald zwei neue, leistungsstärkere EPRs gebaut. Was denken die Menschen vor Ort darüber?
In Gravelines (Nordfrankreich) gibt es bereits sechs Atomreaktoren und vielleicht bald noch zwei weitere. Zwei viel leistungsstärkere EPRs, die nur wenige Kilometer von Wohngebieten entfernt sind. „Ich weiß nicht, was wir ohne das Kraftwerk machen würden, also ist es vielleicht normal, dass es sich so entwickelt“, sagt eine Anwohnerin gegenüber France 2. Seit seinem Bau vor 40 Jahren hat das Kraftwerk 4 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben an die lokalen Gebietskörperschaften gezahlt.
15.000 Arbeitsplätze sind mit dem EDF-Standort verbunden. Ein Teil davon kommt der Stadt Gravelines und ihrer Infrastruktur zugute. Insgesamt sind in der Region 15.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt mit dem EDF-Standort verbunden. Zum Beispiel bei ADF, einem Ingenieur- und Wartungsunternehmen mit 100 Beschäftigten, das seine Tätigkeit mit dem Bau der zwei neuen EPR ausweiten möchte. Einige Anwohner äußern sich jedoch besorgt über die neuen, wesentlich leistungsstärkeren Reaktoren. Wenn das Projekt tatsächlich verwirklicht wird, könnte der erste EPR-Reaktor im Jahr 2035 in Betrieb gehen.
Der Staatschef stellt am Donnerstagnachmittag seine Strategie für einen Plan zur Wiederbelebung der zivilen Kernenergie in Frankreich vor.
„Wir müssen unser energiepolitisches und damit auch unser industrielles Schicksal wieder in die Hand nehmen.“
Zwei Monate vor den Präsidentschaftswahlen enthüllte Emmanuel Macron am Donnerstag, dem 10. Februar, in Belfort seine Energiestrategie für das Frankreich des Jahres 2030, die einen umfassenden Plan zur Wiederbelebung der zivilen Kernenergie in Frankreich beinhaltet. „Um die Stromerzeugung zu steigern, müssen wir neben den erneuerbaren Energien das große Abenteuer der zivilen Kernenergie in Frankreich wieder aufnehmen“, sagte der Staatschef und kündigte an, die EDF aufgefordert zu haben, die Verlängerung „aller Reaktoren, die sich eignen“ über 50 Jahre hinaus zu prüfen. Emmanuel Macron möchte den Bau von sechs neuen EPR-Kernkraftwerken und die Prüfung des Baubeginns von acht weiteren vor 2050.
Ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien. …
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Emmanuel Macron ist noch nicht offizieller Präsidentschaftskandidat, aber am Donnerstag, 10. Februar, wird er seine Vision für die Energiepolitik Frankreichs vorstellen. Der Staatschef wird in Belfort erwartet, um einen Plan zur Wiederbelebung der Atomenergie mit dem Bau neuer EPR-Reaktoren auf den Weg zu bringen.
Die Schließung des Atomkraftwerks Fessenheim (Haut-Rhin) war ein Versprechen des Kandidaten Macron, das 2020 umgesetzt wurde, und es ist ein Symbol für die Reduzierung des Atomstroms in Frankreich. Dennoch wird der Präsident am Donnerstag, den 10. Februar, eine massive Wiederbelebung der Atomindustrie mit neuen EPR-Reaktoren ankündigen. Laut der Regierung wird es keine Kehrtwende geben: Das Ziel, den Atomstromanteil bis 2035 von 75 auf 50 Prozent zu senken, bleibt bestehen. Es sei jedoch eine Frage der Energiesouveränität und der Industriepolitik.
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Die TotalEnergies-Gruppe kündigt zwei Maßnahmen ein, um die Franzosen angesichts der steigenden Energiepreise zu unterstützen.
Der Vorstandsvorsitzende von TotalEnergies kündigte am Mittwoch an, weniger wohlhabenden Franzosen etwas Gutes tun zu wollen. Als Gast in der Morgensendung von RTL nannte Patrick Pouyanné zwei Maßnahmen, die es seinen Kunden erleichtern sollen, ihre Gas- und Treibstoffrechnungen zu bezahlen.
„Kunden, die sich in einer prekären Situation befinden, die unser Gas nutzen und deren Rechnung steigt, werden von uns einen Gas-Scheck über 100 Euro erhalten. Die Regierung hatte ihnen im Dezember einen Scheck über 100 Euro ausgezahlt, wir verdoppeln also den Scheck“, sagte Pouyanné. Der CEO von Total erklärte, dass dies 200.000 Kunden betreffe, die „bei ihrer nächsten Rechnung eine Gutschrift von 100 Euro von der Summe, die sie bezahlen müssen, abgezogen sehen“.
Dies bedeute „etwa 20 Millionen Euro für das Unternehmen, also 30% der Marge, die wir machen“.Rabatt auf Kraftstoff
Eine weitere Maßnahme kündigte der Vorstandsvorsitzende in Bezug auf Kraftstoff an: In ländlichen Gebieten wird der Konzern Kassenrabatte von 10 Cent pro Liter anbieten. „1.150 Tankstellen in ländlichen Gebieten, das heisst Gemeinden mit weniger als 6.000 Einwohnern, wo das Auto ein unverzichtbares Gut ist. Die Aktion beginnt am Montag und dauert drei Monate“. Es sollen auch 200 Tankstellen in den Überseegebieten von der Rabattaktion betroffen sind.
Die Liste der teilnehmenden Tankstellen wird am Wochenende auf der Website von TotalEnergies veröffentlicht.
Info RTL – "Les clients en précarité énergétique au gaz de TotalEnergies bénéficieront d'un chèque Gaz de 100 euros", @PPouyanne, PDG de @TotalEnergies, dans #RTLMatin. "Et pour les carburants, dans les zones rurales, le groupe va offrir des remises en caisse, 10c par litre" pic.twitter.com/kPsNQUUCWM
Nachdem in drei weiteren Atomreaktoren mögliche Korrosionsprobleme festgestellt wurden, sind nun 20% des Atomparks abgeschaltet. Die Betreiber des Stromnetzes bleiben jedoch optimistisch, dass es nicht zu einem „Blackout“ kommt.
Schwarze Serie für die EDF. Der französische Konzern kündigte die Abschaltung von drei weiteren Atomreaktoren an, um Kontrollen wegen möglicher Korrosionsprobleme an einem Sicherheitsschaltkreis durchzuführen.
Alles begann damit, dass im Dezember letzten Jahres im Kraftwerk Civaux im Departement Vienne Risse in den Rohren des Sicherheitseinspeisungskreislaufs – der im Falle eines Störfalls zur Kühlung des Reaktorkerns dient – festgestellt wurden.
„Ernsthaftes Ereignis“
Diese Schäden wurden durch ein bislang unerklärtes Korrosionsphänomen verursacht. Dies hat sowohl bei der EDF als auch bei der Behörde für nukleare Sicherheit (Autorité de la sûreté nucléaire) Besorgnis ausgelöst. Deren Direktor bezeichnete das Problem als „ernstes Ereignis“, zumal es Reaktoren unterschiedlichen Typs oder unterschiedlicher Leistung betrifft.
„Es ist ein ernstes Ereignis, weil die betroffenen Kreisläufe diejenigen sind, die dazu dienen, mögliche Folgen eines Unfalls zu stoppen“.
„Das System dient nicht dazu, den Reaktor zu betreiben, sondern dient dazu, ihn zu fluten, wenn der Reaktorkern schmilzt. Es ist ein wesentliches Sicherheitsinstrument“, erklärt Nicolas Goldberg, Energieexperte bei Colombus Consulting gegenüber Franceinfo. Das ist für den Stromversorger EDF ein heikles Problem, denn wenn man solche Korrosionen bei einem Großteil der Kernkraftwerke feststellt, könnte man diese zwar abschalten, müsste dann aber zwischen der Sicherheit der Atomenergie und der Versorgungssicherheit abwägen.
Die EDF ist nun gezwungen, eine Reihe von präventiven Abschaltungen vorzunehmen, um die notwendigen Überprüfungen durchzuführen. Ohne zu wissen, ob in den nächsten Wochen oder Monaten nicht noch weitere Reaktoren abgeschaltet werden müssen. Ein weiterer schwerer Schlag für die atomare Stromerzeugung, da bereits fünf andere Reaktoren abgeschaltet sind. 20% des Atomparks stehen nun also still: Elf der 56 Reaktoren in Frankreich werden in diesem Jahr stillgelegt.
Muss man sich Sorgen machen?
Die EDF muss nun ihre Prognosen für die Stromproduktion weiter senken, nachdem diese bereits unter der eines einem normalen Jahres lag. Dennoch gibt es kein Horrorszenario eines „black out“ im Falle einer großen Kältewelle in Frankreich, beruhigen Experten. Kurzfristig bestehe kein erhöhtes Risiko von Stromausfällen, es sei denn, das Wetter werde bis Ende des Winters besonders ungünstig.
Obwohl es natürlich noch zu früh ist, um die Auswirkung der Abschaltungen der drei Reaktoren in Chinon, Catennom und Bugey zu messen, die zwischen dem 19. Februar und dem 9. April erfolgen sollen, wird die Stromproduktion natürlich sinken. Die EDF rechnet nun mit einer Kapazität von 295 bis 315 Terawattstunden, anstelle der bisherigen 300 bis 330. Wobei zu bedenken ist, dass die Stromerzeugung in einem normalen Jahr zwischen 330 und 360 liegt.
Befürchtungen für den nächsten Winter
In den letzten Jahren war die Atomstromproduktion noch nie so niedrig. So muss man bis ins Jahr 1991 zurückgehen, um ein vergleichbares Produktionsniveau zu finden, bei sechs Kernkraftwerken weniger als 2022.
Die Folge sind erhöhte Stromimporte aus den Nachbarländern während des Winters. Deswegen erteilte die Regierung Anfang Februar den letzten Kohlekraftwerken in Frankreich die Genehmigung, mehr zu produzieren und damit in den Monaten Januar und Februar ausnahmsweise mehr CO2 auszustoßen, als es die geltenden Normen vorsehen. Längerfristig richtet sich die Sorge nun auf den nächsten Winter, natürlich abhängig von den Ergebnissen der Kontrollen der Reaktoren. Und der noch schwer abzuschätzenden Dauer ihrer Nichtverfügbarkeit.
Emmanuel Macron soll am Donnerstag, dem 10. Februar, in Belfort einen Plan für den Bau mehrerer neuer Atomreaktoren bekannt geben.
2021 war für die großen französischen Unternehmen ein Jahr enormer, teilweise historischer Gewinne. Der Journalist Viktor Frédéric berichtet in der Sendung 19/20 des Senders France 3 über schwindelerregende Zahlen.
Im Jahr 2021 hat BNP Paribas 9,5 Milliarden Euro Gewinn gemacht und LVMH 12 Milliarden Euro verdient. „Rekordergebnisse“, wie der Journalist Viktor Frédéric in der Sendung 19/20 auf dem Sender France 3 kommentiert. „Die Analysten rechnen sogar mit 15 Milliarden Euro Gewinn bei Total Énergies“, fügt er hinzu. „Die Gesamtheit der Unternehmen des CAC40 könnte den Prognosen zufolge also 137 Milliarden Euro an Gewinnen erwirtschaftet haben. Das sind 71% mehr als im Jahr 2019“, fährt Viktor Frédéric fort. Diese Ergebnisse hängen mit der „sehr starken wirtschaftlichen Erholung nach der Krise“ zusammen, erklärt er.
Ungleiche Lohnerhöhungen Angesichts der Löhne für die Beschäftigten „treffen nicht alle Unternehmen die gleiche Wahl“, erklärt der Journalist. „Total Énergies hat für 2022 eine Lohnerhöhung von 3,5% angekündigt, mehr als die Inflation, während die BNP-Gruppe sich mit einer Erhöhung von 0,6% begnügte und punktuelle Erhöhungen der Gewinnbeteiligungsprämie und eine Aufstockung des Unternehmenssparplans ihrer Mitarbeiter vorzog“, schließt Viktor Frédéric.
Sie können Menschen und Tiere ernähren, Plastik ersetzen, als Medizin dienen und gleichzeitig die globale Erwärmung eindämmen… Meeresalgen bieten ein riesiges Innovationsfeld, um unserem Planeten und damit auch uns selbst zu helfen.
Vom 9. bis 11. Februar findet in Brest in der Bretagne der erste internationale Gipfel zur Erhaltung der Ozeane, der sogenannte One Ocean Summit, statt. Rund 20 Staatsoberhäupter werden dort mit Umwelt-NGOs und Wissenschaftlern zusammentreffen. Auf dem Programm stehen eine Bestandsaufnahme der Lage der Meeresgebiete, die Suche nach konkreten Lösungen zum Schutz der Meere, aber auch Überlegungen, wie man sie besser nutzen kann.
Philippe Potin, Meeresbiologe und Forschungsdirektor am CNRS, und Vincent Doumeizel, Ozeanberater beim Global Compact der Vereinten Nationen, werden dort sprechen, um eine Lösung zu präsentieren. „Man muss auf Meeresalgen setzen!“, sagen beide. „Oft hat man, wenn man von Algen spricht, dieses negative Bild von grünen oder braunen Klumpen, die an den Stränden in der Bretagne oder auf den Antillen angespült werden. Das ist sehr schade“, bedauert Philippe Potin. „Wenn man sie an den Stränden findet, dann weil sie aufgrund von Umweltverschmutzung oder industriellen Aktivitäten aus ihrem Sockel gerissen wurden. Sie sind nicht das Problem, sondern eine Folge davon“.
„Die Realität ist, dass diese Pflanzen eine entscheidende Rolle für unseren Planeten spielen“, betont der Forscher gegenüber France 24. Algen sind für die Meeresgebiete das, was die Wälder für die Landflächen sind. „Auch sie sind die Lungen des Planeten. Durch ihre Photosynthese nehmen sie CO2 auf und geben Sauerstoff ab“, erklärt Philippe Potin, der sich in der biologischen Station Roscoff in der Bretagne auf dieses Thema spezialisiert hat. „Allein sie sind für die Hälfte der Sauerstofferneuerung auf der Erde verantwortlich. Damit leisten sie dem Klima einen großen Dienst.“
„Sie sind auch für das Leben im Ozean unverzichtbar, da sie besondere Lebensräume für Tausende von Fisch- und Muschelarten schaffen“, betont der Wissenschaftler. „Durch den Rückkopplungseffekt ist es zum Teil ihnen zu verdanken, dass wir an den Küsten eine große Vielfalt an Fischarten haben können.“
Insgesamt sind etwa 10.000 mit bloßem Auge sichtbare Algenarten über den ganzen Planeten verstreut – von Laminaria an den Küsten der Bretagne über Kelp in Tasmanien bis hin zu Wakame in Japan.
„Die am wenigsten genutzte Ressource der Welt“. Neben ihrer Rolle für das Klima und die Biodiversität könnten diese Pflanzen in einer Vielzahl von Bereichen eingesetzt werden, von der Nahrungsmittelindustrie über die Medizin bis hin zur Industrie. „Heute ist sie eine der am wenigsten genutzten Ressourcen der Welt“, betont Vincent Doumeizel, Autor des Buches „La Révolution des algues“ (Équateurs Verlag).
„Unser Planet besteht zu 70% aus Wasser und dennoch werden unsere Meere und Ozeane nur zu 3% für unsere Ernährung genutzt. Das ist absurd“, fährt er fort. Diese Feststellung hat den ehemaligen Angestellten in der Lebensmittelbranche übrigens dazu gebracht, sich für Wasserpflanzen zu interessieren. „Wir wissen, dass eine der großen Herausforderungen dieses Jahrhunderts darin besteht, dass wir in Bezug auf unsere Nahrungsmittelsysteme an unsere irdischen Grenzen gestoßen sind. Wir haben zu wenig Land, unsere intensive Landwirtschaft ist besonders schädlich für den Planeten … Es ist eindeutig an der Zeit, über neue Verwendungsmöglichkeiten nachzudenken.“
Algen scheinen tatsächlich das Zeug zu einer magischen Zutat zu haben. In Asien werden sie bereits täglich verzehrt und von Ernährungswissenschaftlern hoch gelobt: Sie sind vollgepackt mit Proteinen, Vitaminen und Ballaststoffen und haben nur einen geringen Fettgehalt. Laut einer Studie der Wageningen University in den Niederlanden könnte der Proteinbedarf des gesamten Planeten gedeckt werden, wenn 2% der Ozeane für den Anbau und die damit verbundenen Ökosysteme – Fische und Muscheln – genutzt würden.
Und sie können nicht nur die Menschen ernähren. „Man könnte sie auch als Futter für Tiere verwenden, insbesondere für Rinder. Das würde ihr Immunsystem verbessern“, versichert Vincent Doumeizel. In der Landwirtschaft gibt es in Frankreich bereits mehrere Dörfer, vor allem in der Bretagne, die Algen als Dünger für ihre Felder verwenden.
Auch im medizinischen Bereich tauchen Algen immer häufiger auf, vor allem in antimykotischen oder entzündungshemmenden Cremes. So ist die Alge Fucale dafür bekannt, Sodbrennen zu lindern. Ein weiteres Beispiel: Vor kurzem wurde ein Patent für eine Creme und ein Gel auf der Basis von Skeletonema marinoi zur Bekämpfung von Akne angemeldet.
Was die industrielle Nutzung angeht, so gibt es in Europa etwa zehn Unternehmen, die sich mit der Herstellung von biologisch abbaubaren Verpackungen aus Algen als Ersatz für Plastik beschäftigen. Andere denken darüber nach, sie für die Herstellung von Kleidung zu verwenden. In den Niederlanden gibt es ein Start-up-Unternehmen, das sich mit Hygieneprodukten aus Algen beschäftigt.
Im Energiebereich allerdings erweist sich die Nutzung von Algen leider als schwieriger. Man hatte eine Zeit lang erwogen, aus Algen einen Agrotreibstoff zu machen, aber die erforderlichen Mengen erwiesen sich als viel zu groß.
Asien als Pionier, der Rest der Welt hinkt hinterher „In Wirklichkeit ist das alles nichts Neues. Algen werden schon seit Hunderten von Jahren gegessen. Schon die Urmenschen haben sie gegessen, ebenso wie indigene Völker auf der ganzen Welt“, erklärt Vincent Doumeizel. „Die Praxis verschwand einfach fast überall in der griechisch-römischen Zeit, außer in Asien.“
Heute konzentriert sich 99% der Weltproduktion auf Asien, das Pionier in der Algokultur, d. h. der Kultivierung von Algen in künstlichen Teichen, ist. Im Jahr 2015 lag China mit 13 Millionen Tonnen weit vorne, gefolgt von Indonesien mit 9 Millionen Tonnen.
In Europa sind es Frankreich und Norwegen, die die noch sehr begrenzte Produktion dominieren. Im Gegensatz zu Asien steckt die Algenzucht hier noch in den Kinderschuhen. Laut dem Bericht der Europäischen Kommission für eine blaue Wirtschaft 2021 werden in Europa nur 32% der Algen aus Algenzucht gewonnen. Die restlichen 68% stammen aus so genannter Wildsammlung, d. h. aus der Rodung dieser Pflanzen direkt in ihrer natürlichen Umgebung.
Der Weltmarkt wächst jedoch rasant. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat sich die Produktion zwischen 2000 und 2018 verdreifacht. Es ist „der Sektor der Nahrungsmittelproduktion, der weltweit am schnellsten wächst“, stellt die Institution fest.
Ein Gleichgewicht zwischen Ausbeutung und Schutz finden.
Philippe Potin und Vincent Doumeizel rufen dazu auf, die Algenzucht zu beschleunigen. „Neben dem wirtschaftlichen Potenzial ist die Algenzucht umso wichtiger, weil viele Algen heute aufgrund der Erwärmung der Ozeane im Zusammenhang mit dem Klimawandel massiv verschwinden“, erklärt Philippe Potin und nennt als Beispiel die Küste Kaliforniens, wo ein Algenwald in den letzten Jahren um 80% zurückgegangen ist. „Durch die Entwicklung der Algenzucht können Ökosysteme wiederhergestellt werden“, meint der Wissenschaftler.
„Aber natürlich muss dies auf sehr vernünftige und vorsichtige Weise geschehen“, fährt er fort. „Es geht nicht an, unsere Ozeane noch mehr zu schädigen, indem wir alles tun, um um jeden Preis Algen zu züchten.“ In Asien zeigt die Algenzucht in der Tat einige Grenzen auf. Wie die herkömmliche intensive Landwirtschaft steht sie regelmäßig in der Kritik, da sie oft andere Aktivitäten, die mit dem Meer zu tun haben, verdrängt. Außerdem werden häufig Düngemittel eingesetzt, um die Produktion zu beschleunigen. „Und dabei handelt es sich oft um Monokulturen, die andere Arten de facto verdrängen“, beklagt Philippe Potin.
In Europa gibt es zudem eine weitere große Schwierigkeit: „Von den Tausenden existierenden Algenarten sind wir heute nur in der Lage, ein Dutzend zu kultivieren, und das sind vor allem asiatische Arten“, erklärt der Biologe. „Wir müssen daher die Forschungsarbeit an unseren europäischen Arten verstärken. Wir wollen vermeiden, exotische Algen zu importieren, die die lokalen Ökosysteme stören könnten.“
Philippe Potin und Vincent Doumeizel haben die Leitung der Safe Seaweed Coalition übernommen. Diese neue Organisation wird von den Vereinten Nationen, dem CNRS und der Lloyd’s Register Foundation getragen. Ihr Ziel: Industrie, Wissenschaftler und Produzenten zusammenzubringen, um die Nutzung von Algen zu strukturieren und eine Gesetzgebung auf internationaler Ebene einzuführen.
Auf dem One Ocean Summit wird Vincent Doumeizel ein Gespräch mit Barbara Pompili, der Ministerin für den ökologischen Übergang, führen. „Frankreich hat ein enormes Potenzial. Wir haben in der Bretagne eine Algenzone, die weltweit einzigartig ist. Die Regierung muss sich dessen bewusst werden“.
Fünf Reaktoren sind bereits wegen erkannter oder vermuteter Korrosionsprobleme an einem Sicherheitsschaltkreis abgeschaltet.
der französische Stromerzeuger EDF wird demnächst drei weitere Atomreaktoren abschalten müssen, um „Kontrollen“ wegen des Verdachts auf Korrosionsprobleme durchzuführen. Dies gab der Konzern am Dienstag, 8. Februar, bekannt, nachdem bereits fünf Reaktoren der insgesamt 56 Reaktoren des französischen Atomparks abgeschaltet sind. Die EDF wird außerdem die Abschaltung einiger Reaktoren verlängern, was die Situation für die Stromversorgung erschweren könnte.
Am Montag hatte die EDF ihre Prognose für die Atomproduktion für 2022 gesenkt und bereits auf die Korrosionsprobleme hingewiesen, die das Sicherheitssystem einiger Reaktoren beeinträchtigen. „Wir haben die Untersuchungen an den Reaktoren fortgesetzt“ und „dies veranlasst uns, einige Abschaltungen vorzuziehen und andere zu verlängern“, hatte ein EDF-Sprecher gegenüber der Agentur AFP erklärt, ohne den Ort und die Dauer dieser Abschaltungen zu präzisieren.
In einer kurzen Pressemitteilung des Konzerns heißt es, dass „EDF ihre Schätzung der Nuklearproduktion 2022 von 300-330 TWh auf 295-315 TWh anpasst“, „im Rahmen seines Kontrollprogramms für den Kernkraftwerkspark“. Der Energieversorger hatte ursprünglich eine Produktion von 330 bis 360 TWh im Jahr 2022 anvisiert.
Für die Atomindustrie beginnt eine entscheidende Woche mit der Übernahme der Turbinensparte von General Electric und einer Rede von Emmanuel Macron, die am Donnerstag, den 10. Februar, in Belfort erwartet wird.
Am Montag, dem 7. Februar, soll EDF das Turbinengeschäft für Atomkraftwerke von General Electric übernehmen. Die Fabrik für diese riesigen Teile, die zu den leistungsstärksten der Welt gehören, soll nach sieben Jahren im Besitz des US-Konzerns wieder unter französischer Flagge laufen.
Im Jahr 2015 hatte Alstom sie an General Electric verkauft. Mit dieser Übernahme unterzeichnet die EDF (Électricité de France SA ) eine strategische Investition im Wert von 270 Millionen Dollar (240 Millionen Euro). Die Investition ist vor allem vom französischen Staat gewollt, der weiterhin Hauptaktionär der EDF ist.
Es ist auch ein starkes Symbol für Emmanuel Macron, um den Verkauf an die Amerikaner rückgängig zu machen, den er selbst unterzeichnet hatte, als er noch Wirtschaftsminister war. Dies…
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