Kategorie: Umwelt

  • USA: Was ist eine „Zyklonbombe“? Teile der USA über Weihnachten lahmlegt – 23 Tote

    USA: Was ist eine „Zyklonbombe“? Teile der USA über Weihnachten lahmlegt – 23 Tote

    Starker Schnee, heftiger Wind und eine „tödliche Kälte“ beeinträchtigen das Leben von Dutzenden Millionen Amerikanern am Ende des Jahres 2022. Insgesamt bestätigten die Behörden bereits mindestens 23 Todesfälle, verteilt auf acht Bundesstaaten.

    Die USA befinden sich laut dem National Weather Service (NWS) in einem „Sturm, der nur einmal pro Generation auftritt“. Die private Wetterseite AccuWeather berichtet von einer besorgniserregenden „Zyklonbombe“. Und das in einer Zeit, in der viele Millionen Amerikaner über die Feiertage Familie und Freunde besuchen wollen. Insgesamt bestätigten die Behörden mindestens 17 Todesfälle in acht Bundesstaaten. Was aber ist eine „Zyklonbombe“?

    Bei diesem Wetterphänomen handelt sich um einen Sturm, der ein bestimmtes Kriterium erfüllen muss. Laut dem amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Service (NOAA) muss der Luftdruck in seinem Inneren sehr schnell sinken, um mehr als 24 Hektopascal (hPa) in 24 Stunden, damit die Bezeichnung „Zyklonbombe“ zutreffend ist. „Der Druck fällt sehr stark und sinkt in nur 24 Stunden von 1013 hPa auf 978 hPa, also 35 bis 40 Hektopascal in nur einem Tag. So etwas nennt man eine explosive Zyklogenese“, erklärt Yann Amice, Meteorologe bei Weather’n’Co, gegenüber der Zeitung Ouest-France.

    Wie lässt sich so ein schneller Druckabfall erklären? Er kann auftreten, „wenn eine kalte Luftmasse mit einer warmen Luftmasse kollidiert, wie zum Beispiel kalte Luft über warmem Ozeanwasser“, so beschreibt es die NOAA.

    Blizzard und drastischer Temperaturabfall
    In den USA kommen mehrere Phänomene zusammen: Der NWS warnt vor starkem Schneefall, stürmischem Wind und „tödlicher Kälte“. Das Zusammenspiel der ersten beiden Elemente bildet einen sogenannten Blizzard, einen heftigen Nordwind mit Schneesturm, der den Auto- und Flugverkehr stark beeinträchtigt. Seit Mittwoch sind allein in Oklahoma bereits drei Menschen bei wetterbedingten Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, und landesweit wurden seit Beginn des Blizzards bereits mehrere tausend Flüge gestrichen.

    Ein weiteres Merkmal einer „Zyklonbombe“ ist der drastische Temperaturabfall. Der NWS meldete, dass man beeindruckende Temperaturstürze „innerhalb einer Stunde oder weniger“ beobachtet habe. Die gefühlte Temperatur in der Region der Great Plains soll bis zu -55°C betragen. „Eine Kälte dieses Ausmaßes könnte innerhalb von Minuten zu Erfrierungen auf der exponierten Haut führen, sowie zu Unterkühlung und Tod, wenn die Exposition länger andauert“, warnte der NWS.

    Auch wenn die Intensität und das Timing dieser „Zyklonbombe“ zum Jahresende in den USA diesmal besonders kritisch sein mögen, ist das Phänomen an sich gar nicht so selten. Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2021 ergab, dass etwa 7% aller nicht tropischen Tiefdrucksysteme in Nordamerika zwischen 1979 und 2019 „Zyklonbomben“ waren, das bedeutet durchschnittlich etwa 18 pro Jahr über und in der Nähe von Nordamerika.

    Die US-Behörden rufen dien Bevölkerung dazu, äußerst wachsam zu sein. „Bitte nehmen Sie diesen Sturm extrem ernst“, forderte US-Präsident Joe Biden. Zu Weihnachten waren mindestens 240 Millionen Amerikaner, also etwa 60% der Bevölkerung, von verschiedenen Wetterwarnungen betroffen, betont der NWS.

  • Vogelgrippe: 2 Millionen Geflügel allein im Dezember geschlachtet – Frankreich hofft auf Impfung im Herbst 2023

    Vogelgrippe: 2 Millionen Geflügel allein im Dezember geschlachtet – Frankreich hofft auf Impfung im Herbst 2023

    In Frankreich wurden vom 1. August bis zum 21. Dezember insgesamt etwa 3,3 Millionen Tiere geschlachtet, die Hälfte davon waren Enten. Allein im Dezember wurden laut dem französischen Landwirtschaftsministerium 2 Millionen Tiere gekeult. Die französische Regierung, die wie der Rest Europas mit einer katastrophalen Vogelgrippe-Epidemie konfrontiert ist, die zur Tötung von Dutzenden Millionen von Geflügel auf dem Kontinent geführt hat, setzte sich am Donnerstag das Ziel, die erste Impfung von Geflügel im Herbst 2023 zu starten. Die Regierung hofft, bis dahin über einen ausreichend wirksamen und von der EU zugelassenen Impfstoff zu verfügen. 3,3 Millionen Vögel seit August gekeult. Die Tierseuche, die seit mehreren Jahren Hühner, Enten und Puten in den Zuchtbetrieben dezimiert, beschleunigt sich mit dem Winter und führte im Dezember zur Tötung von fast zwei Millionen Vögeln, so dass seit dem 1. August in Frankreich insgesamt 3,3 Millionen Vögel notgeschlachtet wurden. Am Donnerstag stellt…

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  • Vogesen: Grüner Tourismus zur Erhaltung einer reichen Natur

    Vogesen: Grüner Tourismus zur Erhaltung einer reichen Natur

    In der wunderschönen Umgebung des Naturparks Ballons des Vosges entwickelt sich ein Tourismus, der die Fauna und Flora respektiert.

    Der Grand Ballon, das höchste Bergmassiv der Vogesen, versteckt sich in über 1.400 m Höhe unter einer dicken Schneedecke. Wenn das Wetter mitten im Winter verrückt spielt, ist der Berg oft nur schwer zu sehen. Schlechtes Wetter stellt für den Bergführer Philippe Beaud kein Problem dar. Seine Aufgabe ist es, Spaziergänger zu begleiten, um sicherzustellen, dass sie die empfindliche Natur und insbesondere die Wildtiere respektieren. Tiere, die er dank der im Schnee hinterlassenen Spuren perfekt aufspüren kann.

    Duschen werden von Photovoltaikanlagen mit Strom versorgt
    Um diese unberührte Natur noch besser zu genießen, können die Touristen auch in einer Pfahlhütte übernachten, die inmitten der Bäume liegt. Das Frühstück wird dort ausschliesslich mit lokalen Produkten serviert. Eine verantwortungsvolle und nachhaltige Unterkunft, die von Loïc Frey erdacht wurde. Die Struktur besteht aus 1.200 Stück lokalem Holz. Es handelt sich um eine bio-klimatische Unterkunft. Die Duschen werden von Photovoltaikpaneelen mit Strom versorgt. Ein starker Wille zum Schutz der Natur, den man auch weiter unten im Munstertal wiederfindet, das für seinen Käse berühmt ist.

  • Vogelgrippe: Mit 50 Millionen gekeulten Vögeln erlebt Europa den „verheerendsten“ Ausbruch der Geschichte

    Vogelgrippe: Mit 50 Millionen gekeulten Vögeln erlebt Europa den „verheerendsten“ Ausbruch der Geschichte

    Wegen des Virus mussten in weniger als einem Jahr mehrere zehn Millionen Stück Geflügel in Betrieben der EU geschlachtet werden.

    Die Geflügelindustrie steckt in der Krise. Europa erlebt seit über einem Jahr den „verheerendsten“ Ausbruch der Vogelgrippe, der jemals auf beobachtet wurde, erklärte die Gesundheitsbehörde der EU am Dienstag, dem 20. Dezember. Etwa 50 Millionen Stück Geflügel wurden in weniger als einem Jahr in den mit dem Virus infizierten Betrieben getötet.

    Und die Epidemie kennt keine Grenzen. Zwischen Oktober 2021 und September 2022 waren nicht weniger als 37 europäische Länder von der Vogelgrippe betroffen. Fast 2.500 Ausbrüche wurden auf den Bauernhöfen des Kontinents festgestellt, so ein Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und des Referenzlabors der Europäischen Union.

    Ein Impfstoff wird für Juni 2023 erwartet
    Der von den Landwirten, die im Falle einer Massentötung ihres Geflügels große finanzielle Verluste erleiden, sehnlichst erwartete Impfstoff gegen die Vogelgrippe wird diesen Winter noch nicht verteilt werden können, warnte die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Umwelt und Arbeit (Agence nationale de sécurité sanitaire de l’alimentation, de l’environnement et du travail, Anses) am Montag. Alle Impfstoffe wurden bisher als zu wenig wirksam eingestuft. Ausserdem könnten sie bis zum ersten Quartal 2023 ohnehin nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen.

    Ein Hoffnungsschimmer besteht jedoch laut Christiane Lambert, der Vorsitzenden der mehrheitlich landwirtschaftlichen Gewerkschaft FNSEA. „Der Impfstoff wird im Juni 2023 fertig sein“, versprach sie am Dienstag, dem 20. Dezember, im Gespräch mit Franceinfo. „Ich wünsche mir, dass es schneller geht, denn für die Erzeuger, die in Gebäude investiert haben und die ihre Zucht nach 14 Tagen töten müssen, ist das auch psychologisch gesehen entsetzlich“, sagte sie.

    Die Anses fordert wegen der wiederkehrenden Episoden der Vogelgrippe ein Umdenken in den europäischen Produktionsketten. Diese Krisen „erfordern eine Überprüfung der Präventionsstrategien, insbesondere mit der Möglichkeit, auf europäischer Ebene die Impfung von Geflügel zu ermöglichen“, so die Agentur in ihrem Bericht.

  • Wetter: Was ändert sich durch die Wintersonnenwende am 21. Dezember?

    Wetter: Was ändert sich durch die Wintersonnenwende am 21. Dezember?

    Am Mittwoch, dem 21. Dezember, war Wintersonnenwende. Mittwoch war der kürzeste Tag des Jahres und die Nacht auf Donnerstag die längste Nacht des Jahres.

    Die Sonnenwenden sind die beiden Zeitpunkte im Jahr, an denen die Sonne ihre größte Entfernung vom Äquator erreicht. Die Wintersonnenwende bringt für uns in der nördlichen Hemisphäre den kürzesten Tag und die längste Nacht. Die Erde dreht sich um eine Rotationsachse, die zur Ebene der Erdumlaufbahn geneigt ist, wodurch die nördliche und die südliche Hemisphäre im Laufe des Jahres abwechselnd der Sonneneinstrahlung stärker oder schwächer ausgesetzt sind.

    Je nach Jahr fällt die Wintersonnenwende bei uns in Europa auf einen Tag zwischen dem 20. und 23. Dezember. Da die Tage in diesem Jahr ab Donnerstag, dem 22 Dezember, wieder länger werden, könnte man meinen, dass das Schlimmste hinter uns liegt. Aber, genau dieser Zeitpunkt ist auch der Beginn des Winters, denn auch wenn die Sonneneinstrahlung wieder allmählich zunimmt, gibt es eine „Trägheit“ der Atmosphäre.

    Die Sonne wird zwar länger scheinen, aber die Temperaturen werden nicht sofort wieder ansteigen. Aus diesem Grund liegt aus meteorologischer Sicht der Höhepunkt des Winters eher Mitte Januar, erklärt Météo-France, und das Ende des Winters kommt erst gegen Ende Februar. In der Tat entsprechen die kürzesten Tage, an denen die Sonne am wenigsten scheint, nicht den kältesten Tagen. Im Sommer ist es ähnlich: Die höchste Sonnenscheindauer ist um den 20. oder 21. Juni, aber aufgrund der Trägheit der Atmosphäre erreicht die Durchschnittstemperatur erst drei Wochen später ihren Höchststand, also etwa Mitte Juli.

    Wir werden aber bald am eigenen Körper spüren, dass die Tage wieder länger werden. Die Tage werden bis Ende Januar bereits eine zusätzliche Stunde Sonnenlicht gewonnen haben, und spätestens dann wird unser Körper wirklich beginnen, den Unterschied zu spüren. Bis dahin lautet der Rat, um in Form zu bleiben, ein bis zwei Stunden am Tag das natürliche Licht zu nutzen, vor allem am Morgen, sagt Professor Michel Lejoyeux, Psychiater am Krankenhaus Bichat. Das natürliche Licht unterstützt die Produktion von Vitamin D und Serotonin, dem Hormon des Wohlbefindens.

  • Umwelt: Distanz zwischen Mensch und Natur nimmt weiter zu

    Umwelt: Distanz zwischen Mensch und Natur nimmt weiter zu

    Die Menschen entfernen sich immer weiter von der Natur. Dies zeigt eine Zusammenfassung mehrerer internationaler Studien. Ein deutsch-französisches Team, an dem die Universität Leipzig und das CNRS beteiligt waren, hat 18 Studien zu diesem Thema zusammengefasst. Erste Schlussfolgerung: Unsere Lebensräume entfernen sich immer weiter vom Land und von den Wäldern. Die Forscher haben errechnet, dass die Menschen im Durchschnitt 9 km von einem Naturgebiet entfernt leben, das sind 7% mehr als im Jahr 2000. Alle Länder der Welt folgen diesem Pfad. Im Einzelnen ist die durchschnittliche Entfernung zu einem Wald in Europa und Ostasien am höchsten. Sie beträgt zum Beispiel in Frankreich 16 km und in Deutschland 22 km. Diese Situation lässt sich durch die Entwicklung der Städte erklären. Einerseits wächst die Stadtbevölkerung und die Stadt dehnt sich aus, aber die Autoren stellen auch fest, dass die Grünflächen innerhalb der Städte in den letzten 22 Jahren deutlich zurückgegangen sind. Vor allem …

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  • Klima: Inselgruppe Tuvalu erstellt digitales Abbild bevor sie vom steigenden Meeresspiegel verschlungen wird

    Klima: Inselgruppe Tuvalu erstellt digitales Abbild bevor sie vom steigenden Meeresspiegel verschlungen wird

    Die Schaffung einer Nachbildung des kleinen pazifischen Inselstaates im „Metaversum“ wirft viele rechtliche Fragen zu „virtuellen Staaten“ auf. Auf der COP27 kündigte Simon Kofe, der Außenminister von Tuvalu, die Schaffung einer digitalen Replik seines Landes an, die eine Aussicht auf virtuelle Kontinuität im Falle einer Überflutung durch das Meer bieten soll. Tuvalu ist ein Inselstaat im Pazifischen Ozean. Er ist als parlamentarische Monarchie mit Charles III. als König organisiert und Mitglied des Commonwealth of Nations. Hauptstadt ist das Atoll Funafuti und Regierungssitz das auf diesem Atoll gelegene Dorf Vaiaku. Die polynesische Inselgruppe soll schrittweise in das Metaversum hochgeladen werden und eine 3D-Reproduktion des Landes, der umgebenden Gewässer und von Elementen des kulturellen Lebens Tuvalus enthalten. Derzeit bietet die Website, die das Projekt beherbergt, erst eine Darstellung von Teafualiku, der kleinsten Insel. Ankündigung der Schaffung eines digitalen Abbilds von …

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  • Wetter: +10 Grad in 24 Stunden – aber wie lange wird die Wärme anhalten?

    Wetter: +10 Grad in 24 Stunden – aber wie lange wird die Wärme anhalten?

    Nachdem Frankreich in den letzten Tagen mit besonders niedrigen Temperaturen zu kämpfen hatte, stieg das Thermometer in nur einer einzigen Nacht um etwa 10 Grad an. Und die warmen Temperaturen sollten auch noch einige Tage andauern.

    In dieser ersten Woche der Weihnachtsferien in Frankreich wird es einen deutlichen Temperaturanstieg geben, so die Ankündigungen von Météo-France. Die Erwärmung bestätigt sich mit Temperaturen, die „deutlich über den normalen Werten der Saison liegen“. In einigen Regionen wird die Temperatur von einer Woche auf die andere von 10°C auf 20°C ansteigen. Diese milde Witterung wird laut Vorhersage bis mindestens Weihnachten anhalten.

    Wie La Chaîne Météo erklärt, „zieht das Hoch über Mitteleuropa rasch nach Russland weiter, während Luft subtropischen Ursprungs vom Atlantik bis nach Frankreich aufsteigt“. Die warme Luftmasse stammt von den Kanaren und aus Marokko, wo es am Montagnachmittag 25°C warm war. Am Fuße der Pyrenäen meldet Chaîne Météo heute bereits 23°C. In Troyes (Aube) herrschten am Montag 12°C, am Sonntagmorgen waren es noch -9°C.

    Frankreich muss sich also in den nächsten Tagen an Temperaturen gewöhnen, die landesweit 5°C und im Südwesten sogar 8°C über dem Durchschnitt liegen. Auch wenn die Rekorde aus dem Jahr 1989 nicht gebrochen werden, sind die Tiefsttemperaturen bemerkenswert hoch und liegen im Allgemeinen zwischen 7° und 14°C vom Nordosten bis zum Mittelmeer.

    Den Meteorologen zufolge soll die milde Witterung bis zum Weihnachtswochenende anhalten. Der Wetterkanal spricht von einer möglichen Änderung ab dem 28. Dezember. „Ein Hochdruckgebiet über Skandinavien könnte sich aufblähen und kalte Luft nach Nordfrankreich bringen“. Es könnte bis zum Neujahrswochenende dauern, bis ein Temperaturrückgang auf jahreszeitliche Normalwerte einsetzt.

  • Biodiversität: Vogelschutzgebiet auf Firmengelände

    Biodiversität: Vogelschutzgebiet auf Firmengelände

    In Frankreich hat eine bekannte Baumarktkette in Templemars im Norden des Landes gerade das Gütesiegel „Refugium“ der Liga für Vogelschutz erhalten.

    Es ist nur Brachland zwischen einer Straße und einem Lagerhaus. Doch das Gebiet in Templemars (Nordfrankreich) ist eine Goldgrube für die Artenvielfalt der Region. Das Gelände gehört der Kingfisher-Gruppe, der Muttergesellschaft von Castorama. Damien Villotta arbeitet für die Liga für Vogelschutz (LPO) und setzt sich für den Schutz dieser Naturinseln ein. „Hier gibt es eine natürliche Speisekammer, viele Insekten, die sich in der Nähe der niedrigen Vegetation, des Bodens und der Samen befinden, die noch auf den Blumen sitzen“, erklärt er auf dem Sender France 3.

    Verschiedene Blumen, Sträucher und dornige Pflanzen bedecken das verwahrloste Grundstück. Auf dem Gelände sind 10 Hektar so konzipiert, dass sich die Natur uneingeschränkt entwickeln kann. Es darf nicht näher als 10 cm über dem Boden gemäht werden und 2011 wurden hier Bienenstöcke aufgestellt. „Wir haben auf dem gesamten Gelände eine Bestandsaufnahme gemacht. Wir haben über dreißig Vogelarten entdeckt (…), von denen 19 geschützt sind“, berichtet Sandrine Lefebvre, Managerin in der Immobilienabteilung der KingFisher-Gruppe. Der Firmenstandort ist seit diesem Sommer als Vogelschutz-Refugium klassifiziert.

  • COP15 in Montreal: Über 190 Länder verabschieden historisches Abkommen zur Biodiversität

    COP15 in Montreal: Über 190 Länder verabschieden historisches Abkommen zur Biodiversität

    Länder aus aller Welt verabschiedeten am Montag in Montreal ein historisches Abkommen, das versuchen will, die Zerstörung der biologischen Vielfalt und ihrer Ressourcen, die für die Menschheit unverzichtbar sind, aufzuhalten.

    Nach vier Jahren schwieriger Verhandlungen, einem zehn Tage und eine Nacht dauernden diplomatischen Marathon gelang es mehr als 190 Staaten, unter der Leitung von China, das den Vorsitz der COP15 innehat, trotz des Widerstands der Demokratischen Republik Kongo eine Einigung zu erzielen.

    Dieser „Friedenspakt mit der Natur“ soll Land, Ozeane und die Arten vor Verschmutzung, Zerstörung und der Klimakrise schützen. Die Länder einigten sich auf einen Fahrplan, der unter anderem darauf abzielt, bis 2030 mindestens 30% der Erde und der Ozeane zu schützen und 30 Milliarden US-Dollar an jährlicher Naturschutzhilfe für Entwicklungsländer bereitzustellen.

    „Das Abkommen wurde angenommen“, verkündete Huang Runqiu, der chinesische Vorsitzende der COP15, während der Plenarsitzung in der vergangenen Nacht, bevor er seinen Hammer unter dem Applaus der müden aber erleichterten Delegierten fallen liess. „Wir haben gemeinsam einen historischen Schritt geschafft“, freute sich Steven Guilbeault, Umweltminister des Gastgeberlandes Kanada.

    Die Einrichtung von Schutzgebieten auf 30% der Erdoberfläche, die bekannteste der über 20 Maßnahmen, wird als Äquivalent für die Biodiversität zum Pariser Abkommen, die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, gefeiert. Bisher sind erst 17% der Landfläche und 8% der Meere geschützt. Der Text des Abkommens enthält auch Garantien für indigene Völker, die 80% der auf der Erde verbliebenen Biodiversität bewahren. Ausserdem schlägt das Abkommen vor, 30% der degradierten Flächen auf dem Land und in den Meeren wiederherzustellen und das Ausbringen von Pestiziden zu halbieren.

    Um zu versuchen, die immer drängenderen finanziellen Probleme zwischen dem globalen Norden und Süden zu lösen, schlägt China außerdem vor, bis 2025 „mindestens 20 Milliarden Dollar“ und bis 2030 „mindestens 30 Milliarden Dollar“ an jährlicher internationaler Hilfe für die Biodiversität an ärmere Länder zu zahlen.