Kategorie: Klimawandel

  • In 90 von 96 Departements in Kontinentalfrankreich herrscht Dürrealarm

    In 90 von 96 Departements in Kontinentalfrankreich herrscht Dürrealarm

    Nur in den Departements Aisne, Ariège, Corrèze, Hauts-de-Seine, Paris und Seine-Saint-Denis gibt es noch keinen Präfekturerlass, der die Wassernutzungen einschränkt.

    Tag für Tag wird die Liste der Einschränkungen länger: Fast das gesamte französische Mutterland, 90 von 96 Departements, befindet sich nun im Dürrealarm. Nur die Departements Aisne, Ariège, Corrèze, Hauts-de-Seine, Paris und Seine-Saint-Denis waren am Montag, dem 25. Juli, (noch) nicht von mindestens einem Präfekturerlass betroffen, der bestimmte Wassernutzungen einschränkt. Das berichtet die amtliche Website für Dürreinformationen, Propluvia, berichtet.

    Die Frankreich-Karte von Propluvia, die die verschiedenen Alarmstufen anzeigt, ist für einen Großteil des westlichen Loirebeckens (Indre, Loire-Atlantique, Mayenne, Sarthe, Deux-Sèvres, Vendée, Vienne), aber auch in der Drôme, im Inneren des Var, im Lot und im Südosten des Val-de-Marne rot eingefärbt.

    Die roten Gebiete werden als Krisengebiete eingestuft. In diesen Gebieten ist die Entnahme von Wasser nur noch für vorrangige Zwecke erlaubt, d. h. für die Körperpflege, die zivile Sicherheit, die Trinkwasserversorgung und die Gesundheitsfürsorge.

    Auch mehrere Bergmassive in erhöhter Alarmbereitschaft
    Sogar in Gebieten wie dem Finistère, den Vogesen, dem Jura, der Westflanke der Alpen, Creuse, Aveyron, Vaucluse, Haute-Corse usw. gilt eine erhöhte Alarmstufe. Die Wasserentnahme für landwirtschaftliche Zwecke ist dort um mindestens 50% reduziert und die Entnahme für die Bewässerung von Gärten, Grünflächen, Golfplätzen und zum Waschen von Autos ist eingeschränkt oder sogar verboten.

    Ein Großteil Frankreichs ist inzwischen in erhöhter Alarmbereitschaft – mit Einschränkungen der Wasserentnahme für die Landwirtschaft und eine auf bestimmte Stunden beschränkte Bewässerung. In jedem Fall sind Privatpersonen und Gewerbetreibende dazu aufgefordert, wo immer möglich Wasser zu sparen.

    Grau: Information und Aufforderung an Privatpersonen und Gewerbetreibende, Wasser zu sparen.
    Gelb: Reduzierung der Wasserentnahme für landwirtschaftliche Zwecke um weniger als 50 % (oder Verbot an bis zu 3 Tagen pro Woche), Verbote von Ventilmanövern, Wassersportaktivitäten, Verbot der Bewässerung von Gärten, Grünflächen, Golfplätzen, des Autowaschens zu bestimmten Zeiten, …
    Orange: Reduzierung der Entnahmen für landwirtschaftliche Zwecke um mindestens 50 % (oder Verbot an mindestens 3,5 Tagen pro Woche), stärkere Einschränkung der Entnahmen für die Bewässerung von Gärten, Grünflächen, Golfplätzen, Autowaschen, …, bis hin zum Verbot bestimmter Entnahmen.
    Rot: Stopp der nicht prioritären Entnahmen einschließlich der Entnahmen für landwirtschaftliche Zwecke. Nur Entnahmen, die die Ausübung der vorrangigen Verwendungszwecke gewährleisten, sind erlaubt (Gesundheit, zivile Sicherheit, Trinkwasser, Hygiene).
  • Dürre: 88 Departements wegen Trockenheit in Alarmzustand versetzt

    Dürre: 88 Departements wegen Trockenheit in Alarmzustand versetzt

    88 der 96 Departements, die es im französischen Mutterland gibt – sind derzeit von ihren Präfekturen in Alarmbereitschaft wegen starker Trockenheit versetzt, berichtet die Regierungswebsite Propluvia.

    88 Departements des französischen Staatsgebiets sind laut der Regierungswebsite Propluvia von Erlassen zur Einschränkung der Wassernutzung betroffen. Nur die Departements Ariège, Calvados, Seine-Maritime, Aisne, Yonne und Corrèze sind vorerst nicht betroffen.

    Grund dafür ist das seit einigen Wochen ungewöhnlich trockene und heiße Wetter und die geringen Niederschläge im Winter, die die Wasserreserven nicht auffüllen konnten.

    Die Website der Regierung kennt vier Stufen der Dürrewarnung. Bild: Propluvia

    Die Regierungswebsite bietet auf ihrer interaktiven Karte, die regelmäßig aktualisiert wird, vier Warnstufen an:

    • Den Wachsamkeitszustand, in dem Privatpersonen und Gewerbetreibende dazu angehalten werden, Wasser zu sparen.
    • Den Alarmzustand, in dem eine Reduzierung der Wasserentnahme für landwirtschaftliche Zwecke um weniger als 50% (oder ein Verbot an bis zu drei Tagen pro Woche) angeordnet wird, wie es in Lozère, Haute-Loire, Meuse oder auch Côtes d’Armor der Fall ist.
    • Der verstärkte Alarmzustand, in dem eine Reduzierung der Wasserentnahme für landwirtschaftliche Zwecke um mindestens 50% (oder ein Verbot von mindestens 3,5 Tagen pro Woche), eine stärkere Einschränkung der Wasserentnahme für die Bewässerung von Gärten, Grünflächen, Golfplätzen und zum Autowaschen angeordnet wird, wie es zur Zeit in den Vogesen, in Hochsavoyen, in Isère oder in Finistère der Fall ist.
    • In den Departements Loire-Atlantique, Deux-Sèvres, Var, Drôme und Mayenne ist die Entnahme von nicht prioritärem Wasser, auch für landwirtschaftliche Zwecke, vollständig verboten.
  • Globale Erwärmung: In der Camargue zerstört Salz die Weinberge in einem nie zuvor beobachteten Ausmaß

    Globale Erwärmung: In der Camargue zerstört Salz die Weinberge in einem nie zuvor beobachteten Ausmaß

    In der Camargue vernichtet die globale Erwärmung einen Teil der Weinreben, die hier auf dem Sand wachsen. Und sie sind nicht die einzigen Opfer des Salzes, das immer stärker an die Oberfläche kommt: Auch die Bäume leiden.

    „Dieser Weinberg war bis vor eineinhalb Jahren noch voll in Betrieb. Jetzt ist alles tot, es ist zu einem Friedhof geworden“, beklagt Gilles Bardon, ein Winzer in der Nähe von Aigues-Mortes in der Petite Camargue gegenüber Franceinfo. Seine Weinstöcke wachsen im Sand. Sie produzieren seit Generationen Grauwein und sind nun vom Salz bedroht, das an die Oberfläche aufsteigt. „Wir sind in der Camargue und Salz gab es schon immer“, sagt der Winzer.

    „Historisch gesehen kennen wir die Probleme mit Salz. Andererseits hat man noch nie ein solches Ausmaß gesehen. Es kam blitzartig.“ (Gilles Bardon, Winzer gegenüber franceinfo)

    Das Syndikat zur Erhaltung und Förderung der Sandweine stellt seit einem Jahr immer grössere Schäden fest. Man schätzt, dass mittlerweile 600 Hektar betroffen sind. Und nicht nur die Weinberge leiden unter dem Salzüberschuss: Das Camargue-Forschungszentrum La Tour du Valat weist auch auf Schwierigkeiten für die Bäume hin: Viele von ihnen sterben ebenfalls ab. Nicolas Beck, der für das Forschungszentrum arbeitet, hat Salzmessungen vorgenommen und die Konzentrationen sind spektakulär: „In den Jahren 2012, 2013, 2014 lagen wir bei einem Maximum von zehn Gramm Salz pro Liter Wasser. Aktuell liegen wir bei über 66 Gramm. Wir haben also innerhalb von fünf Jahren den doppelten Salzgehalt im Wasser. Wir stellen eine Veränderung fest, insbesondere durch das Absterben der großen Bäume“.

    Auswirkung des „Klimawandels“
    Die derzeitige Situation ist das Ergebnis eines unterirdischen Tauziehens zwischen Süß- und Salzwasservorkommen. Normalerweise wird das Salz in der Tiefe gehalten, aber es regnet nicht mehr genug, um ausreichenden Druck des Süßwassers zu gewährleisten. „Die Hauptursache ist die Klimaveränderung“, sagt Cédric Santucci von der Landwirtschaftskammer des Departements Gard gegenüber Franceinfo. „Wir beobachten eine Regenknappheit, vor allem im Frühjahr. Wir hatten im Frühjahr sonst immer ein paar Brunnen, jetzt haben wir kaum noch einen. Intensivere Hitze bringt zwangsläufig mehr Verdunstung. Das ist der Hauptgrund für unsere Probleme“.

    Eine Beobachtungsstelle wurde eingerichtet, um das Phänomen zu bewerten und zu versuchen, künstlich mehr Wasser zuzuführen.

  • Globale Erwärmung: Die „Blaualge“ – ein Bakterium bedroht die Küsten

    Globale Erwärmung: Die „Blaualge“ – ein Bakterium bedroht die Küsten

    Wiederholte Hitzewellen führen dazu, dass sich Blaualgen in französischen Teichen, Flüssen, Seen und Bächen ungezügelt vermehren. Sie sind sowohl für Tiere als auch für Menschen giftig und stellen ein Problem für die öffentliche Gesundheit dar.

    Immer mehr Gewässer müssen in Frankreich wegen der Blaualge, die die Oberfläche der Seen und Teiche, die sie besiedelt, bläulich färbt, zum Baden gesperrt werden. Es handelt sich bei der Blaualge um ein Cyanobakterium, mit dem Angler tunlichst jeden Kontakt vermeiden. „Ich habe einen Eimer mitgebracht, das ist mein persönliches Wasser von zu Hause, ich wasche mir die Hände … Ich treffe alle Vorsichtsmaßnahmen“, erklärt der Angler Bruno Arrial gegenüber France 3. Unter normalen Umständen sind diese Bakterien harmlos und sogar nützlich. Sie werden jedoch gefährlich, wenn sie sich stark vermehren. Der Lac du Verdon in Cholet (Maine-et-Loire) ist seit über einem Monat stark von den Bakterien besiedelt. Das Ergebnis ist, die Fische wandern ab.

    Die globale Erwärmung ist schuld.
    Die Bakterien vermehren sich aufgrund von Umweltverschmutzung in Kombination mit den derzeitigen hohen Temperaturen. „Sie mögen es, wenn das Wasser mit Phosphat und Stickstoff angereichert ist“, erklärt Delphine Guillebault, Mikrobiologin bei Microbia Environnement. „Mit dem Klimawandel und der Erwärmung, die wir beobachten – jeder Sommer wird immer heißer – ist die Lichtintensität auch ein Schlüsselfaktor für ihre Verbreitung“. Für Tiere sind die Algen manchmal tödlich, bei Menschen verursachen sie rote Flecken, Pickel oder auch lästige Symptome einer Gastroenteritis.

  • Waldbrände haben in der EU in diesem Jahr bereits mehr Wald verwüstet als im Jahr 2021

    Waldbrände haben in der EU in diesem Jahr bereits mehr Wald verwüstet als im Jahr 2021

    2022 könnte somit die Schäden des Jahres 2017 erreichen oder übertreffen. 2017 war das schlimmste Jahr, das in der EU seit Einführung des Waldbrand-Überwachungssystems im Jahr 2000 verzeichnet wurde.

    Wird 2022 ein Rekordjahr? Die Waldbrände, die in den letzten Wochen in Europa, insbesondere im Westen des Kontinents, gewütet haben, haben bereits mehr Flächen zerstört als im gesamten Jahr 2021. Das gab das Europäische Waldbrandinformationssystem (EFFIS) am Donnerstag, dem 21. Juli, bekannt.

    Bis zum 16. Juli hatten Brände in den 27 Ländern der Europäischen Union seit Jahresbeginn bereits insgesamt 517.881 Hektar Land verwüstet, was der Fläche des französischen Departements Mayenne (53) entspricht. Im gesamten Jahr 2021 haben in den EU-Ländern laut EFFIS 470.359 Hektar gebrannt. „Die Hitzewelle ist entscheidend und eindeutig mit der globalen Erwärmung verbunden“, betonte der EFFIS-Koordinator Jesus San-Miguel.

    Spanien doppelt so stark betroffen wie 2021.
    In Frankreich brannten seit Jahresbeginn insgesamt fast 40.000 Hektar, während es im gesamten Jahr 2021 „nur“ etwas mehr als 30.000 Hektar waren. In Spanien brannten mehr als 190.000 Hektar, in 2021 waren es fast 85.000 Hektar, und in Portugal verbrannten dieses Jahr mehr als 46.000 Hektar, in 2021 waren es etwa 25.000 Hektar.

    Selbst in Ländern, die nicht an Waldbrände gewöhnt sind, kommt es immer öfter zu Grossfeuern: Im Vereinigten Königreich brannten laut EFFIS seit Jahresbeginn etwas mehr als 20.000 Hektar, gegenüber nur etwa 6.000 Hektar im Jahr 2021.

    Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte 2022 mit 2017, dem schlimmsten Jahr, das seit der Gründung von EFFIS im Jahr 2000 in der EU verzeichnet wurde, gleichziehen oder es sogar übertreffen. 2017 waren 988.087 Hektar Vegetation in der EU in Flammen aufgegangen, was der Fläche eines Landes wie dem Libanon entspricht.

  • Brände in der Gironde: Eine „100 Meter hohe und 1 km breite“ Wand aus unkontrollierbaren Flammen

    Brände in der Gironde: Eine „100 Meter hohe und 1 km breite“ Wand aus unkontrollierbaren Flammen

    Nach bereits fast 15.000 verbrannten Hektar Land und ebenso vielen evakuierten Einwohnern stehen die Feuerwehren hilflos vor der macht des Feuers.

    „Ein Monster“, ein „historisches“ Feuer, eine Flammenwand, die „100 Meter hoch und 1 km breit“ ist… Die Gironde sieht sich mit einem Feuer konfrontiert, das in seiner Heftigkeit so noch nie da gewesen ist und dessen Ausmaß als historisch zu bezeichnen ist. Bisher sind fast 15.000 Hektar verbrannt und etwa ebenso viele Menschen wurden evakuiert.

    Wie aus einer Mitteilung der staatlichen Stellen des Departements Gironde hervorgeht, „sind derzeit 1.700 Feuerwehrleute aus ganz Frankreich sowie 6 Canadairs und 3 Dash-Flugzeuge mobilisiert, um die beiden außergewöhnlichen Brände zu bekämpfen“. Sowohl die Fachleute als auch die Einwohnern macht die Gewalt des Feuers sprachlos.

    „So ein Feuer habe ich noch nie erlebt“
    Seit einer Woche kämpfen die Feuerwehrleute gegen Flammen, deren Größe nur von der Verwüstung übertroffen wird, die sie hinterlassen. Unter den 1.700 eingesetzten Profi-Feuerwehrleuten sind einige fassungslos: „Es hört einfach nicht auf, ich habe noch nie so ein Feuer erlebt“, sagt Feuerwehr-Kommandant Brunner gegenüber der Zeitung Le Monde, der seit über dreißig Jahren Feuerwehrmann im Departement Gironde ist. „Wir haben noch nie zwei Brände dieser Größe in einem Departement gesehen“, ergänzt Marc Vermeulen, Direktor des Departements und Chef des SDIS de Gironde auf FranceInfo.

    Auf Actu Bordeaux spricht Oberstleutnant Olivier Chavatte von dem Mut der Feuerwehrleute an vorderster Front: „Diese Wetterbedingungen zwingen uns, unsere Positionen ständig neu anzupassen, nicht Tag für Tag, sondern Stunde um Stunde kämpfen unsere Männer, Fuß um Fuß, Baum um Baum“.

    „Ein Haufen Asche, das ist alles, was übrig bleibt“.
    Die Bewohner, von denen einige buchstäblich alles in den Flammen verloren haben, erzählen der Presse: „Ein Haufen Asche, das ist alles, was übrig ist. Ich war nicht dort, aber mein Vermieter hat mir das gesagt. Ich habe nur noch das, was ich bei mir trage. Als wir gehen mussten, habe ich mein Auto und ein paar Kleinigkeiten mitgenommen“, berichtet Pascal Rouiller, der seit 16 Jahren als Mieter in seinem Haus lebte, der Zeitung Sud-Ouest.

    Andere sahen die Flammen mit voller Geschwindigkeit auf ihr Haus zu rasen. Ein Engländer, der von TF1 interviewt wurde erzählte: „Da Feuer kam in wenigen Sekunden. Wir sahen gerade fern. Ich sah, dass sich das Licht verändert hatte, und ich sah die Flammen auf dem Hügel gegenüber“.

    In der Gironde ist jede Minute, die vergeht, für viele Menschen entscheidend. Tausende von Evakuierten, echte „Klimaflüchtlinge“, können nur mit Schrecken feststellen, wie sich das imposante Inferno immer weiter ausbreitet. Die Feuerwehr kämpft eine historische Schlacht.

  • Globale Erwärmung: Laut Klimaforschern sind 50 Grad Hitze in einigen Jahren durchaus möglich

    Globale Erwärmung: Laut Klimaforschern sind 50 Grad Hitze in einigen Jahren durchaus möglich

    „Seit ein paar Tagen höre ich: ‚Wir haben die Hitzewellen im Sommer 1976 und 1983 erlebt‘, aber wenn diese Sommer von 1976 und 1983 heute stattfinden würden, wären sie völlig banal. Die Temperatur dieser Sommer entspricht der durchschnittlichen Temperatur unserer Sommer zwischen 2011 und 2020. Was damals außergewöhnlich war, ist heute die Norm“, sagt die Klimatologin Françoise Vimeux.

    Am heutigen Montag bereitet sich Frankreich auf den Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle vor, die seit einer Woche über das Hexagon hereingebrochen ist. Die Klimaforscherin Françoise Vimeux, die von France Inter interviewt wurde, meint: „Das Außergewöhnliche ist, dass wir Departements auf Alarmstufe Rot haben, die nicht an so hohe Temperaturen gewöhnt sind. Man erwartet, dass in Brest der Rekord von 1949 übertroffen wird, der damals bei 35,2 Grad lag“.

    Die Forschungsdirektorin des Instituts für Entwicklungsforschung warnt davor, dass „Extremereignisse (Hitzewellen, sintflutartige Regenfälle und Dürren) immer häufiger und intensiver auftreten werden. Die Hitzewellen werden mit Sicherheit länger dauern und früher einsetzen, wie Anfang Juni“.

    Die Klimatologin erklärt, dass seit 1947 45 Hitzewellen gemessen wurden. Die aussagekräftigste Zahl ist jedoch, dass von diesen 45 Hitzewellen 21 erst nach 2010 aufgetreten sind. „Wenn Sie die Anzahl der Hitzewellen seit 2006 auf dem Gebiet von Frankreich zählen, haben Sie so viele wie in den 60 Jahren vor 2006“.

    Françoise Vimeux stellt eine Verbindung zwischen diesen Beobachtungen und dem bereits stattfindenden Klimawandel in Europa her: „Wir beobachten seine Auswirkungen auf extreme Ereignisse und sehen, dass 100% des Klimawandels, den wir derzeit erleben, auf unsere Treibhausgasemissionen zurückzuführen ist.“

    „Die 50 Grad, ja, das ist möglich“
    „Im Juni 2019 wurde der bisherige absolute Rekord in Frankreich gebrochen, mit mehr als 46 Grad, im Schatten unter Schutzdächern. Die 50 Grad, ja, das ist möglich, in nur einigen Jahren“, warnt die Klimaforscherin.

    Für Françoise Vimeux sind „die Städte ein echtes Problem. Eine Anpassung an Hitzewellen in den Städten ist absolut notwendig: Begrünung, Wärmedämmung bestimmter Gebäude, Entsiegelung von Böden, Entfernung von Asphalt etc. Es gibt eine ganze Reihe von Lösungen, die im IPCC-Bericht auf den Tisch gelegt werden, und das ist absolut notwendig“.

    Sie betont auch, dass es einer „nationalen Organisation bedarf, um strukturelle Veränderungen bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu erreichen“. „Es gibt sehr viel Aktivität auf lokaler Ebene, aber das bleibt sehr bruchstückhaft, es gibt nicht unbedingt eine Organisation auf globaler Ebene und das ist es, was wir brauchen“.

  • Hitzealarm: Rekordhitze am Montag in ganz Frankreich erwartet

    Hitzealarm: Rekordhitze am Montag in ganz Frankreich erwartet

    Die heißen Temperaturen schreiten in ganz Frankreich voran und erreichen am heutigen Montag Spitzenwerte. Die gesamte Westküste ist betroffen. In 15 Departements herrscht Alarmstufe Rot und es werden Rekordtemperaturen erwartet.

    Wird dieser Montag, der 18. Juli, wirklich der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Frankreich? Die Vorhersage-Karte hat sich in weiten Teilen der Atlantikküste eine scharlachrote Farbe angenommen. In 15 Departements herrscht Hitzewarnung Rot, darunter auch in der Gironde, wo die Feuer am Sonntagabend wieder an Intensität zugenommen haben. Die Höchsttemperaturen werden überall über 30°C liegen und in der westlichen Hälfte Frankreichs, vom Atlantik bis zum Rhonetal, zwischen 38 und 40°C.

    Der Höhepunkt der seit 1947 45. Hitzewelle in Frankreich wird auf der Westseite des Landes erwartet, insbesondere in der Bretagne, die bislang von der grossen Hitze verschont blieb. Gestern Nachmittag, am Sonntag, wurden bereits in den Departements Landes, Gironde, Gers, Haute-Garonne, Lot und Pyrénées-Atlantiques Spitzenwerte von über 40°C gemessen.

    Der Höhepunkt wird im Laufe des Tages erwartet.
    Gegen 5 Uhr am Montagmorgen wurden von der Mittelmeerregion bis zur Atlantikküste meist mehr als 20°C gemessen. In Dourgne im Departement Tarn ist das Thermometer auch in der Nacht nicht unter 30°C gesunken!

    Der Montag markiert den Höhepunkt dieser Hitzewelle auf der Westseite des Landes mit extremen Werten: Die 40-Grad-Marke soll in den Departements mit Warnstufe Rot häufig erreicht oder überschritten werden. Gleichzeitig gewinnt die große Hitze in Richtung Norden und Osten des Landes an Fahrt, während sie im Südosten anhält.

    Die Temperaturen sind hoch: 33°C in Lille, 39°C in Nantes, 32°C in Marseille, 37°C in Toulouse und Biarritz.

    Es werden einige Temperaturrekorde gebrochen. In Brest wurde der absolute Rekord von 35,2°C vom Juli 1949 (im August 2003 wurden 35,1°C gemessen) bereits am gestrigen Sonntagnachmittag erreicht. Er soll am heutigen Montagnachmittag überschritten werden. In der Bretagne ist ein solches Hitzenniveau absolut außergewöhnlich.

    Alarmstufe Rot ab Dienstagmorgen aufgehoben
    Die am Sonntag ausgegebene „rote“ Warnung, die den Bewohnern der betroffenen Gebiete empfiehlt, angesichts „gefährlicher Phänomene von außergewöhnlicher Intensität“ „absolute Wachsamkeit“ walten zu lassen, gilt für die folgenden Departements: Charente, Charente-Maritime, Côtes-d’Armor, Dordogne, Finistère, Gers, Gironde, Ille-et-Vilaine, Landes, Loire-Atlantique, Lot-et-Garonne, Maine-et-Loire, Morbihan, Deux-Sèvres und Vendée.

    Einundfünfzig Departements sind außerdem auf der Warnstufe Orange (was so viel bedeutet wie „Seien Sie sehr wachsam“) und der Rest Frankreichs – mit Ausnahme von Corse-du-Sud – auf Gelb („Seien Sie aufmerksam“).

    Zu beachten ist eine teilweise ausgeprägte Gewitterentwicklung heute Nachmittag auf der Alpensüdseite (gelbe Wachsamkeit „Gewitter“): Schauer, die in kurzer Zeit zu starken Niederschlägen führen können.

    Die rote Hitzewarnung wird aller Voraussicht nach Dienstag ab 6 Uhr aufgehoben werden können. Am Mittwoch „werden die starken Hitzewellen nur noch das südöstliche Viertel betreffen, mit weiterhin sehr warmen Nächten“, so Météo France.

    Ganz Europa betroffen
    Die Zunahme solcher extremen Wetterphänomene ist laut Wissenschaftlern eine direkte Folge der globalen Erwärmung, da der Ausstoß von Treibhausgasen sowohl die Intensität als auch die Dauer und Häufigkeit dieser Phänomene erhöht.

    Die große Hitze facht die Brände an, die sich in den letzten Tagen insbesondere in den Wäldern der Gironde und in Bouches-du-Rhône vervielfacht haben.

    Die Hitzewelle betrifft ganz Westeuropa und hat auch in Spanien und Portugal zu Waldbränden geführt. Im Vereinigten Königreich gab die Wetterbehörde die erste „rote Warnung für extreme Hitze“ in der Geschichte des Landes heraus.

  • Hitzewelle: 38 Departements unter Alarmstufe Orange – Südwesten und Atlantikküste besonders betroffen

    Hitzewelle: 38 Departements unter Alarmstufe Orange – Südwesten und Atlantikküste besonders betroffen

    Meteo France hat die Zahl der Departements, für die Hitzewarnung Orange ausgegeben wurde, deutlich erhöht. Die Liste umfasst nun 37 Departements, gegenüber 16 am Samstagvormittag. Der gesamte Südwesten ist betroffen, ebenso wie das Fürstentum Andorra. 

    Das französische Mutterland erstickt unter einer Hitzeglocke. Am Samstagnachmittag, 16. Juli, hat Meteo France 37 Departements unter Hitzewarnung Orange versetzt. Betroffen ist ein riesiges Gebiet von der Bretagne bis zu den Pyrenäen sowie ein großer Teil des Rhônetals. Sogar das Fürstentum Andorra in den Pyrenäen ist betroffen.

    Andersherum gesagt: In ganz Frankreich gibt es nur vier Departements, für die keine Hitzewarnung gilt: Corse-du-Sud, Puy-de-Dôme, Allier und Ain.

    Und Météo France sieht in nächster Zeit keine Besserung kommen. Es könnte sogar noch schlimmer werden: „Am Sonntag setzt sich der Temperaturanstieg fort, vor allem im Südwesten, wo häufig Werte um die 40°C erreicht werden“, heisst es im neuesten Wetterbulletin.

    Montag könnte der heisseste Tag werden
    „Die starke Hitze wird sich auch in Richtung Nordwesten ausbreiten. Die bretonischen Departements werden oft 34/35°C oder mehr erleben. Die Tiefsttemperaturen, die bisher recht mild waren, werden im Allgemeinen höher sein als in den letzten Tagen. Die nächtliche Abkühlung wird daher geringer ausfallen“. Météo France geht ausserdem davon aus, dass Montag der Höhepunkt dieser Hitzewelle für sein wird.

    „Der Montag wird den Höhepunkt dieser Hitzewelle auf der Westseite des Landes markieren, mit teilweise bemerkenswerten Werten: Die 40°C werden oft erreicht oder überschritten. Es werden sicherlich Rekorde gebrochen werden. In der gleichen Zeit wird die große Hitze auf die Ostflanke des Landes übergreifen. Am Dienstag scheint sich ein deutlicher Temperaturrückgang vom Atlantik aus zu bestätigen. Die große Hitze wird aber in der Osthälfte Frankreichs noch anhalten“, so die Meteorologen.

    Ganz Westeuropa betroffen
    Die aktuelle Hitzewelle betrifft ganz Westeuropa und führt zu Waldbränden in Südwestfrankreich, Spanien und Portugal. Im Vereinigten Königreich gab die Wetterbehörde zum allerersten Mal „rote Warnung für extreme Hitze“ in der Geschichte des Landes heraus. Die Temperaturen könnten auch dort die 40-Grad-Marke überschreiten, ein absolutes Novum seit Beginn der Wettermessungen.

  • Waldbrände: Globale Erwärmung als Hauptverdächtiger

    Waldbrände: Globale Erwärmung als Hauptverdächtiger

    Die hohen Temperaturen richten in Frankreich immer mehr Schaden an. Nach den Bränden, die die Wälder im Süden des Landes verwüsten, schmilzt nun auch ein Gletscher in den Alpen ab, was die Schließung einer Berghütte zur Folge hat.

    Die Pilatte-Hütte liegt auf 2.000 m Höhe im Herzen des Massif des Ecrins, sie beherbergte Wanderer und Bergsteiger. Die Hütte musste nun endgültig geschlossen werden, da sie überall Risse aufweist. Der Grund dafür ist das Schmelzen eines Gletschers, der bisher die Hütte stützte. Ein Indikator für die Klimaerwärmung. „Die ersten Risse entstanden etwa in den 1990er Jahren und beschleunigten sich im Laufe der Zeit. Im Jahr 2008 gab es eine große Beschleunigung und in diesem Jahr eine deutliche Verschlimmerung“, bedauert Christophe Bechet, der für die Renovierung der Hütte zuständig ist, gegenüber France Télévisions. In der Verdon-Schlucht ist der Wasserstand des Lac Sainte-Croix in den letzten Wochen um fast 6 Meter im Vergleich zum letzten Sommer gesunken, was auf einen sehr trockenen Winter und sehr geringe Regenfälle im Frühjahr zurückzuführen ist.

    Tausende Hektar gingen in Flammen auf.
    In der Mayenne verwandelt sich die Vegetation in ein flammendes Inferno. Jeden Sommer im Süden wiederholt sich das traurige Schauspiel der Brände, die sich inzwischen bis nach Nordfrankreich ausbreiten. Experten zufolge wird diese Jahr ein Drittel der Wälder Frankreichs als Risikogebiet eingestuft. Bis 2050 wird es mehr als die Hälfte sein. Zwischen 2006 und 2019 nahmen die Waldbrände allmählich zu. Im Juli 2020 wurden in der Nähe von Orléans 250 Hektar Wald und Anbauflächen in Asche gelegt. Im August 2020 ereilte das gleiche Schicksal 5.000 Hektar des Waldes von Fontainebleau in der Nähe von Paris. „Auf territorialer Ebene haben wir Winter und Frühlinge, die immer weniger Niederschläge bringen, also eine bereits frühzeitig einsetzende und nachhaltige Dürre begünstigen. Mit der Sommerhitze steigt die Gefahr von Bränden, die sich bis in den Norden des Landes ausbreiten“, sagt Joris Vallon, Waldbrandreferent der Region Ile-de-France gegenüber France Télévisions.