Kategorie: Klimawandel

  • Globale Erwärmung: Frankreich wird +4 °C erreichen – weit über dem globalen Durchschnitt von +3 °C

    Globale Erwärmung: Frankreich wird +4 °C erreichen – weit über dem globalen Durchschnitt von +3 °C

    Der Nationale Rat für den ökologischen Übergang hat gerade eine Stellungnahme veröffentlicht, die die Befürchtungen der Regierung bestätigt. „Wir müssen uns der Realität des Klimawandels stellen, und zwar mit offenen Augen“, meint der grüne Senator und stellvertretende Vorsitzende des Fachausschusses des CNTE Ronan Dantec. Laut dem Nationalen Rat für den ökologischen Übergang – dem Vertreter von Gebietskörperschaften, NGOs, Gewerkschaften, Arbeitgebern und Parlamentariern angehören – muss sich Frankreich auf eine Klimaerwärmung von bis zu +4 °C vorbereiten. Ronan Dantec „schlägt vor, für den Anpassungspfad an den Klimawandel die allgemeine Hypothese einer globalen Erwärmung von 3 °C bis zum Ende des Jahrhunderts zu wählen, 1,5 °C im Jahr 2030 und 2 °C im Jahr 2050“. „Wir befinden uns weltweit auf einem Pfad in Richtung 3 °C aber für das französische Kernland bedeutet das +4 °C“, erklärt Ronan Dantec und betonte, dass die Stellungnahme im Nationalen Rat für den ökologischen Übergang „ei…

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  • Spanien wird in dieser Woche mit einer historischen Hitzewelle konfrontiert

    Spanien wird in dieser Woche mit einer historischen Hitzewelle konfrontiert

    Spanien soll eine Woche mit ungewöhnlich hohen Temperaturen erleben, wobei in einigen Teilen des Landes das Thermometer auf bis zu 40 Grad steigen wird. Die Hitze kommt zu einem großen Mangel an winterlichen Niederschlägen hinzu.

    Spanien steht eine Woche mit Temperaturen bevor, die weit über dem Durchschnitt der Saison liegen. Der Höhepunkt der Hitze wird für Dienstag, den 25. April erwartet, mit „sehr ungewöhnlichen Rekorden für diese Zeit“, wie die nationale Wetterbehörde Spaniens auf Twitter erklärte:

    „Die diese Woche erwarteten Temperaturen sind typisch für eine letzte Juniwoche und liegen im größten Teil Spaniens zwischen 6 und 10 ºC über den normalen Werten der Saison.“

    Katalonien und Andalusien unter Beobachtung
    Die für Mittwoch, den 26., Donnerstag, den 27. und Freitag, den 28. erwarteten Temperaturen liegen im Bereich von 10 % der wärmsten Temperaturen, die jemals an diesen Tagen gemessen wurden. Sie werden in mehreren Regionen über 35 Grad liegen und Spitzenwerte von 38 Grad werden erwartet. Ein fast völliges Fehlen von Niederschlägen lässt befürchten, dass die in Teilen Spaniens und Kataloniens bereits vorherrschende Trockenheit noch verstärkt wird.

    Die Lage in Andalusien ist besonders besorgniserregend, da die Temperaturen dort diese Woche die 40-Grad-Marke überschreiten könnten.

    Der März 2023 war bereits historisch warm und trocken
    Im vergangenen Monat hatte die Nationale Meteorologische Agentur Spaniens bekannt gegeben, dass „der März 2023 der zweitwärmste und zweittrockenste März des 21. Jahrhunderts in Spanien war. […] Es herrschten überdurchschnittlich hohe Temperaturen vor und es regnete nur selten“.

  • Klima: Wie sich Paris auf zukünftige Hitzewellen vorbereitet

    Klima: Wie sich Paris auf zukünftige Hitzewellen vorbereitet

    In Zukunft könnte es in Paris bis zu 50°C heiß werden, so ein Bericht, der im Auftrag der Stadtverwaltung erstellt und jetzt veröffentlicht wurde. Seit einigen Jahren bereitet man sich auf die Hitzewellen von morgen vor, indem man Dächer begrünt oder Asphalt abträgt.

    Was wäre, wenn die von der ganzen Welt bewunderte Stadt unbewohnbar werden würde, mit Sommern von 50 °C bis zum Ende des Jahrhunderts? Im Sommer verwandelt sich Paris in einen riesigen Hitzeball. Es ist unmöglich, der Hitze zu entkommen. In 60 Jahren wird es doppelt so viele Hitzetage geben wie heute, ebenso wie Tropennächte mit Temperaturen über 20°C. Mit seinen großen Steinfassaden und dem asphaltierten Boden ist Paris eine Stadt, die sich von den Städten des Südens unterscheidet.

    Mehrere Lösungen für die Begrünung
    Die Stadt pflanzt Bäume. Doch bevor man begrünt, muss der Asphalt entfernt werden. Ziel: 40 % der Fläche sollen bis 2040 verschwinden. Am Fuß der Bäume werden große Blumenbeete angelegt. Auf einem Platz in der Hauptstadt wurden bereits an den Klimawandel angepasste Baumarten gepflanzt. Auch andere Lösungen sind denkbar: mehr Schattenspender, Brunnen und Wasserspiele, weiß gestrichene Dächer… Und bei extremer Hitze können die Pariser in Parkhäusern, klimatisierten Schulen oder stillgelegten Metrostationen Zuflucht finden. Sie könnten dort sogar schlafen.

  • UNO: „Das Spiel ist bereits verloren“ – Gletscherschmelze bricht alle Rekorde

    UNO: „Das Spiel ist bereits verloren“ – Gletscherschmelze bricht alle Rekorde

    Die Gletscher schmelzen so stark wie nie zuvor, warnte die UNO am Freitag, dem 21. April. Laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat „das Meereis der Antarktis den niedrigsten je gemessenen Stand erreicht und die Schmelze einiger europäischer Gletscher hat buchstäblich alle Rekorde übertroffen“.

    Die Gletscher schmelzen mit spektakulärer Geschwindigkeit, ohne dass man daran etwas ändern könne, warnten die Vereinten Nationen am Freitag, dem 21. April. Die Indikatoren für den Klimawandel stellen neue Rekorde auf – ein Trend, der sich voraussichtlich bis mindestens in die 2060er Jahre fortsetzen wird.

    In ihrem jährlichen Bericht über den Zustand des Weltklimas hebt die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) der Vereinten Nationen die globalen Veränderungen auf dem Land, in den Ozeanen und in der Atmosphäre hervor, die durch die Rekordwerte der Treibhausgase in der Atmosphäre verursacht werden.

    „Das Spiel ist bereits verloren“
    Der Bericht bestätigt, dass die globale Durchschnittstemperatur im Jahr 2022 um 1,15°C höher lag als in der vorindustriellen Zeit (1850-1900) und dass die letzten acht Jahre die wärmsten jemals beobachteten Jahre waren, trotz einer Abkühlung durch das Klimaphänomen La Niña in drei aufeinanderfolgenden Jahren.

    Laut WMO hat „das Meereis der Antarktis den niedrigsten je gemessenen Stand erreicht und das Abschmelzen einiger europäischer Gletscher hat buchstäblich alle Rekorde übertroffen“. Und „das Spiel ist für die Gletscher bereits verloren, da die CO2-Konzentration bereits sehr hoch ist und der Anstieg des Meeresspiegels in den kommenden Tausenden von Jahren wahrscheinlich weitergehen wird“, sagte der Generalsekretär der WMO, Petteri Taalas, der Nachrichtenagentur AFP. Die Schmelze könne nicht gestoppt werden, „es sei denn, wir schaffen eine Möglichkeit, das CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen“.

    Europäische Gletscher
    Die Referenzgletscher in Europa haben im vergangenen Jahr einen viel größeren Verlust erlitten als der Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Der kumulierte Verlust an Gletscherdicke seit 1970 betrug fast 30 m. Die europäischen Alpen haben aufgrund einer Kombination aus schneearmen Wintern, der Ankunft von Saharastaub im März 2022 und Hitzewellen zwischen Mai und Anfang September neue Rekorde in der Gletscherschmelze aufgestellt.

    Die Situation der Schweizer Gletscher ist besonders dramatisch. Sie verlieren zwischen 2021 und 2022 etwa 6 % ihres Eisvolumens, verglichen mit einem Drittel zwischen 2001 und 2022. Zum ersten Mal überlebte selbst an den höchstgelegenen Messorten kein Schnee die sommerliche Schmelzsaison, sodass sich kein frisches Eis bilden konnte. Auch der Meeresspiegel und die Wärme der Ozeane erreichten Rekordwerte.

    Dürren, Überschwemmungen und Hitzewellen betreffen weite Teile der Welt und die damit verbundenen Kosten steigen immer weiter an. „Die Treibhausgasemissionen steigen weiter an, das Klima verändert sich weiter und die Menschen auf der ganzen Welt sind immer hart von extremen Wetter- und Klimaereignissen betroffen“, warnt Petteri Taalas.

    Auf einer Pressekonferenz betonte Taalas, dass „dieser negative Trend beim Wetter und all diesen Parametern bis in die 2060er Jahre anhalten könnte, unabhängig davon, wie erfolgreich wir bei der Eindämmung des Klimawandels sind“.

    „Wir haben bereits so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben, dass es mehrere Jahrzehnte dauern wird, bis dieser Negativtrend gestoppt ist. Bei der Gletscherschmelze und dem Anstieg des Meeresspiegels ist das Spiel bereits verloren, daher sind das schlechte Nachrichten“, sagte er. Aber es gibt dennoch einige Hoffnungsschimmer.

    Und zwar vor allem, weil grüne Energien billiger werden als fossile Brennstoffe, so Petteri Taalas, der betont, dass die Erde nicht mehr auf eine Erwärmung von 3 bis 5°C zusteuert, wie 2014 vorhergesagt, sondern eher auf eine Erwärmung von 2,5 bis 3°C. „Im besten Fall könnten wir immer noch eine Erwärmung von 1,5°C erreichen, was sowohl für das Wohlergehen der Menschheit, der Biosphäre und der Weltwirtschaft das Beste wäre“, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur AFP und betonte, dass bereits 32 Länder ihre Treibhausgasemissionen reduziert hätten, ohne dass sie dadurch am Wirtschaftswachstum gehindert worden wären.

    „Die Länder haben begonnen zu handeln, ebenso wie der Privatsektor“, stellte Talaas fest, bedauerte jedoch, dass nur etwa die Hälfte der 193 UN-Mitgliedstaaten über entsprechende Frühwarndienste verfüge.

  • Klima: Frankreich muss wesentlich mehr tun und besser planen

    Klima: Frankreich muss wesentlich mehr tun und besser planen

    Wenn Frankreich das Pariser Abkommen einhalten will, „muss sich das jährliche CO2-Reduktionstempo verdoppeln, um durchschnittlich -4,7 % pro Jahr zu erreichen“, heißt es in den Schlussfolgerungen zweier Abgeordneter der Parteien LR und Renaissance, die dem Sender France Inter vorliegen. Nach einer Reihe von Anhörungen im März legt die Informationsmission „über die Überwachung der von Frankreich bei den Klimakonferenzen eingegangenen Verpflichtungen“ am Mittwoch, dem 12. April, am späten Vormittag ihre Schlussfolgerungen vor. In dem zehnseitigen Dokument, das France Inter vorliegt, betont die Mission zunächst, dass „Frankreich auf seinem Weg zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen einen Rückstand aufweist“. Um das Pariser Abkommen einzuhalten, „muss sich das jährliche Reduktionstempo verdoppeln, um zwischen 2022 und 2030 durchschnittlich -4,7 % pro Jahr zu erreichen“. Aus diesem Grund plädiert Kommission unter anderem für die Einführung „einer echten ökologischen Planung“. Konkret em…

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  • IPCC: Globale Erwärmung und extreme Wetterereignisse – was der neue Bericht der Expertengruppe enthält

    IPCC: Globale Erwärmung und extreme Wetterereignisse – was der neue Bericht der Expertengruppe enthält

    Nach neun Jahren Arbeit hat der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen der UNO (IPCC) sein Urteil gefällt. Die Experten sprechen von einem „entscheidenden Jahrzehnt“ für die Menschheit, um sich eine „lebenswerte Zukunft“ zu sichern.

    Die Zusammenfassung der neunjährigen Arbeit des IPCC zum Klima klingt am Montag, den 20. März, wie eine brutale Erinnerung an die Notwendigkeit, dass die Menschheit in diesem entscheidenden Jahrzehnt endlich radikal handeln muss, um sich „eine lebenswerte Zukunft“ zu sichern. Diese Zusammenfassung ist „ein Überlebensleitfaden für die Menschheit“, betonte UN-Generalsekretär António Guterres.

    Die globale Erwärmung wird bereits in den Jahren 2030-2035 1,5°C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erreichen, warnt das IPCC, da die Temperatur bereits heute im Durchschnitt um fast 1,2°C gestiegen ist. Diese Prognose gilt für fast alle Szenarien der kurzfristigen Treibhausgasemissionen der Menschheit, wenn man bedenkt, dass sich diese in den letzten anderthalb Jahrhunderten angesammelt haben. Allein die CO2-Emissionen, die von der bestehenden fossilen Infrastruktur abgegeben werden, wenn diese nicht mit Abscheidungsmöglichkeiten ausgestattet ist, würden ausreichen, um die Welt in Richtung 1,5°C zu treiben.

    „Für jedes Niveau der zukünftigen Erwärmung sind viele der mit dem Klima verbundenen Risiken höher als im vorherigen Synthesebericht von 2014 geschätzt“, schreiben die Wissenschaftler der Vereinten Nationen. Sie stützen sich dabei auf die in letzter Zeit beobachtete Zunahme extremer Wetterereignisse wie Hitzewellen und auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse, z. B. über Korallen. „Aufgrund des unvermeidlichen Anstiegs des Meeresspiegels werden die Risiken für Küstenökosysteme, Menschen und Infrastrukturen auch nach dem Jahr 2100 weiter zunehmen“.

    „Die wärmsten Jahre, die wir bisher erlebt haben, werden innerhalb einer weiteren Generation zu den kühlsten gehören“, fasst Friederike Otto, Co-Autorin der Synthese, zusammen.

    Welche Maßnahmen müssen umgesetzt werden?
    „Tief greifende, schnelle und lang anhaltende Emissionsreduktionen […] könnten in etwa zwei Jahrzehnten zu einer sichtbaren Verlangsamung der globalen Erwärmung führen“, schreibt die Gruppe von Wissenschaftlern im Auftrag der Vereinten Nationen. „Dieser Synthesebericht unterstreicht die Dringlichkeit ehrgeizigerer Maßnahmen und zeigt, dass wir, wenn wir jetzt handeln, immer noch eine lebenswerte Zukunft für alle sicherstellen können“, betont der Vorsitzende des IPCC, Hoesung Lee.

    Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit, die Anstrengungen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Reduzierung der Emissionen gleichzeitig zu unternehmen, um den Klimawandel nicht noch weiter zu verschlimmern. „Die wirtschaftlichen und sozialen Vorteile einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf 2°C übersteigen die Kosten der durchzuführenden Maßnahmen“, versichern die Experten.

    Jedes weitere Zögern würde die Hürde, die es zu überwinden gilt, erhöhen, stellt das IPCC fest, während die Welt bereits von den raschen Fortschritten bei den erneuerbaren Energien profitiert. „Von 2010 bis 2019 sind die Kosten für Solarenergie (85%), Windenergie (55%) und Lithiumbatterien (85%) nachhaltig gesunken“. Neben dem Effekt auf das Klima würden beschleunigte und nachhaltige Bemühungen „zahlreiche damit verbundene Vorteile mit sich bringen, insbesondere für die Luftqualität und die Gesundheit“, schreiben die Wissenschaftler, die aber auch den Preis nicht verschweigen wollen: „Kurzfristig bedeuten die Maßnahmen hohe Anfangsinvestitionen und potenziell radikale Veränderungen“.

    „Dieser Bericht ist eine Botschaft der Hoffnung“, betonte der Vorsitzende des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC), Hoesung Lee. „Wir haben das Know-how, die Technologie, die Werkzeuge, die finanziellen Ressourcen und alles, was wir brauchen, um die Klimaprobleme, die wir identifiziert haben, zu überwinden“, aber „was im Moment fehlt, ist ein starker politischer Wille, um sie ein für alle Mal zu lösen“, urteilt der koreanische Wirtschaftswissenschaftler.

    Dieser wissenschaftliche Bericht des IPCC soll die faktische Grundlage für die anstehenden politischen und wirtschaftlichen Verhandlungen der nächsten Jahre sein. Angefangen mit dem UN-Klimagipfel im Dezember in Dubai, der COP28, wo eine erste Bilanz der Bemühungen jedes Landes im Rahmen des Pariser Abkommens vorgestellt und die Zukunft der fossilen Energien verhandelt werden wird. Während der langen IPCC-Diskussionssitzungen in der Schweiz kämpften die Verhandlungsführer aus Saudi-Arabien darum, die Sätze über die zentrale Rolle der fossilen Energieträger (Öl, Gas, Kohle) abzuschwächen. Der Platz, der in der 36-seitigen „Zusammenfassung für Entscheidungsträger“ der Legitimität von Technologien zur CO2-Abscheidung eingeräumt wird, trägt ihre Handschrift, so einige Beobachter, die darin potenzielle „Lizenzen zum Verbrennen“ fossiler Energieträger sehen.

    Die Frage der „Verluste und Schäden“, die durch die Erwärmung verursacht werden und die einige Ländern, insbesondere die ärmsten, bereits erleben mussten, wird eines der großen Diskussionsthemen auf der COP28 sein. „Klimagerechtigkeit ist von entscheidender Bedeutung, da diejenigen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, unverhältnismäßig stark betroffen sind“, betont Aditi Mukherji, eine der Autorinnen des Berichts.

  • Rekordschmelze des Packeises in der Antarktis: Die Alarmglocken für den Planeten läuten

    Rekordschmelze des Packeises in der Antarktis: Die Alarmglocken für den Planeten läuten

    Das Meereis der Antarktis, das im Sommer schmilzt und sich im Winter wieder aufbaut, erreichte am 16. Februar „die geringste Ausdehnung in den 45 Jahren, in denen entsprechende Satellitendaten aufgezeichnet werden“. Es ist das achte Jahr in Folge, dass das Packeis mehr schmilzt als es früher der Fall war.

    Die Abschmelzung des antarktischen Meereises hat im Februar, mitten im Sommer der Südhalbkugel, einen neuen Rekord erreicht. Dies bestätigte das Europäische Klimabeobachtungszentrum am Mittwoch, dem 8. März, und bestätigte damit ähnliche US-Daten, die auf eine Intensivierung der Schmelze im letzten Jahrzehnt hindeuten. Das Meereis, das im Sommer schmilzt und sich im Winter wieder aufbaut, erreichte am 16. Februar „die geringste Ausdehnung in den 45 Jahren, in denen Satellitendaten aufgezeichnet werden“, sagte Samantha Burgess, stellvertretende Leiterin der Copernicus-Beobachtungsstelle für den Klimawandel (C3S) der Europäischen Union.

    „Das Minimum der Meereisausdehnung in der Antarktis wurde am 16. Februar 2023 mit einer Gesamtausdehnung von nur 2,06 Millionen km² erreicht“, erklärte das C3S gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Diese Beobachtungen bestätigen die Beobachtungen des US-amerikanischen Observatoriums National Snow and Ice Data Center (NSIDC), das ebenfalls bekannt gegeben hatte, dass es im Februar eine Rekord-Abschmelzung des antarktischen Meereises gemessen hatte.

    Das NSIDC, das seine eigenen Satellitendaten erstellt, meldete eine minimale Ausdehnung von nur „1,79 Millionen Quadratkilometern“, die am 21. Februar erreicht wurde, und erklärte, dass es sich dabei um eine „vorläufige“ Zahl handele, die noch bestätigt werden müsse und bereits jetzt deutlich unter dem Rekordwert vom Februar 2022 liege. Das Schmelzen des Packeises hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Meeresspiegel, da es sich durch das Gefrieren von Salzwasser bildet, das sich bereits im Ozean befindet.

    Aber das Schmelzen des Eispanzers führt dazu, dass die Wellen die Eiskappe der Antarktis angreifen. Die Eiskappe – ein dicker Süßwassergletscher, der die Antarktis bedeckt – steht unter besonderer Beobachtung der Wissenschaftler, da sie genug Wasser enthält, um bei ihrem Abschmelzen einen katastrophalen Anstieg des Meeresspiegels zu verursachen. Außerdem reflektiert das weiße Packeis die Sonnenstrahlen stärker als der dunklere Ozean, sodass sein Verlust die globale Erwärmung dramatisch verstärken kann, da die erwärmenden Strahlen weniger in den Weltraum reflektiert werden.

    „Die polaren Eiskappen sind ein wichtiger Indikator für die Klimakrise und es ist wichtig, die Veränderungen in ihnen genau zu beobachten“, kommentierte Samantha Burgess in einer Pressemitteilung. Für Copernicus lag das antarktische Packeis im gesamten Monat Februar 2023 „34% unter dem Durchschnitt“ und übertraf damit den Monatsrekord vom Februar 2017, der wiederum nahe an den Werten der Jahre 2018 und 2022 lag.

    2023 ist das achte Jahr in Folge, in dem das Packeis auf mehr als das durchschnittliche Februarminimum schmilzt, wie aus den C3S-Daten hervorgeht (3,4 Millionen Quadratkilometer im Zeitraum 1991-2020). Diese Beobachtung lässt befürchten, dass sich am Südpol zum ersten Mal ein signifikanter Trend zur Verringerung des Packeises abzeichnet, während es in den vier Jahrzehnten zuvor trotz starker jährlicher Schwankungen relativ stabil war – im Gegensatz zum Nordpol, wo die Schmelze bereits seit Jahren sehr ausgeprägt ist.

  • Klimakrise: Drei NGOs verklagen BNP Paribas wegen Finanzierung fossiler Brennstoffe

    Klimakrise: Drei NGOs verklagen BNP Paribas wegen Finanzierung fossiler Brennstoffe

    Die Organisationen Les Amis de la Terre France, Oxfam France und Notre Affaire à Tous fordern die Bank BNP Paribas auf, ihren Verpflichtungen im Kampf gegen den Klimawandel nachzukommen.

    Die Bank wird aufgefordert, Rechenschaft abzulegen. Les Amis de la Terre France, Oxfam France und Notre Affaire à Tous verklagen BNP Paribas am Donnerstag, dem 23. Februar, wegen der finanziellen Unterstützung der französischen Bankengruppe für neue Projekte zur Ausbeutung fossiler Energien. Es handelt sich um den „weltweit ersten Klimastreitfall, der sich gegen eine Geschäftsbank richtet“, so die drei Umwelt-NGOs in einer gemeinsamen Erklärung. Sie hatten die Bank bereits am 26. Oktober verklagt und stellen fest, dass „BNP Paribas seither nicht die aus wissenschaftlicher Sicht dringendste Maßnahme ergriffen hat: die finanzielle Unterstützung für den Ausbau der fossilen Energien einzustellen“, betonen sie.

    Als Grund für die Klage führen die NGOs die Nichteinhaltung des Gesetzes über die Sorgfaltspflicht multinationaler Unternehmen an. Dieses 2017 verabschiedete Gesetz verpflichtet bestimmte multinationale Unternehmen, „schwere Verstöße gegen die Menschenrechte, die Gesundheit und Sicherheit von Personen und die Umwelt“ im Zusammenhang mit ihren Aktivitäten zu verhindern.

    Justine Ripoll von Notre Affaire à Tous erklärte in der Pressemitteilung: „Der Finanzsektor trägt eine enorme Verantwortung für unsere kollektive Fähigkeit, das Pariser Abkommen einzuhalten oder nicht.“ Das Abkommen zielt darauf ab, den Anstieg der globalen Temperaturen unter eine Schwelle zu drücken, bei deren Überschreitung Katastrophen und Mangel zur Normalität werden.

    Die NGOs beschuldigen BNP Paribas, zwischen 2016 und 2021 „der größte europäische und der fünftgrößte globale Finanzierer der Entwicklung fossiler Energien“ zu sein und „durch ihre Finanzierung und ihre Investitionen in die Kohle-, Öl- und Gasindustrie zur globalen Erwärmung beizutragen“. Die von der NGO Reclaim Finance erstellte Website Change de banque schätzt, dass BNP Paribas „bei weitem die französische Bank ist, deren Aktivitäten die größten Auswirkungen auf das Klima haben“, mit „mehr als 142 Milliarden US-Dollar, die seit dem Pariser Abkommen in den Sektor der fossilen Energien (Kohle, Öl und Gas) geflossen sind“.

    Laut einem 2021 veröffentlichten Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) ist es jedoch nur dann möglich, bis 2050 CO2-neutral zu werden und das Pariser Abkommen einzuhalten, wenn keine neuen Projekte zur Förderung fossiler Energieträger in Angriff genommen werden. „Wir fordern, dass die Bank jegliche Unterstützung für den Ausbau fossiler Energien einstellt und ihre Aktivitäten wirklich darauf ausrichtet, die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, in Übereinstimmung mit den Zielen des Pariser Abkommens“, teilen die drei klagenden Organisationen mit.

    „BNP Paribas stellt den größten fossilen Energieunternehmen weiterhin neue Blankoschecks aus, ohne Bedingungen für einen Übergang weg von Öl und Gas. Anstatt konkrete Verpflichtungen einzugehen, um elementare wissenschaftliche Forderungen zu erfüllen, kommuniziert BNP Paribas und trägt dazu bei, die Zweifel am wissenschaftlichen Konsens zu schüren.“ (Alexandre Poidatz, im Kommuniqué von Oxfam Frankreich, Friends of the Earth und Notre Affaire à Tous)

    Im April 2021 trat BNP Paribas der Net Zero Banking Alliance (NZBA) bei, einem Programm, das von den Vereinten Nationen im Rahmen der COP26 in Glasgow initiiert wurde, um Banken dazu zu bewegen, sich am Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe zu beteiligen. Auf Anfrage verteidigte die Bank ihre diesbezüglichen Ambitionen und bezeichnete sich „heute“ als „eine der großen globalen Banken mit den ehrgeizigsten Zielen zur Reduzierung der Erdölfinanzierung“. Auf ihrer Website verspricht BNP Paribas, „ihr Engagement in der Ölproduktion bis 2025 um 25% (im Vergleich zu 2020) zu reduzieren“.

    Für die Verbände sind diese Ankündigungen sowie die offizielle Antwort an die Anwälte der NGOs jedoch „noch weitgehend unzureichend“. „Die Bank verlangt von ihren Kunden nicht, dass sie einen Ausstiegsplan ohne neue Öl- und Gasprojekte haben, auch wenn sie sich im Jahr 2020 dazu verpflichtet hat, dies für den Kohlesektor zu tun.“

  • Globale Erwärmung: Nach 32 Tagen ohne Regen – Frankreich im Dürrealarm

    Globale Erwärmung: Nach 32 Tagen ohne Regen – Frankreich im Dürrealarm

    In Frankreich gab es 32 Tage lang keinen richtigen Regen – die längste meteorologische Dürreperiode, die jemals aufgezeichnet wurde. Diese Situation gefährdet die Erholung des Grundwasserspiegels, der bereits durch die historische Dürre im letzten Jahr erschöpft war. Umweltminister Christophe Béchu erwägt Maßnahmen zur Einschränkung der Wassernutzung.

    Es ist ein Rekord, auf den Frankreich gut hätte verzichten können: Météo-France bestätigte gestern, dass es im ganzen Land 32 Tage lang keinen richtigen Regen gegeben hat – die längste meteorologische Dürreperiode, die jemals in Frankreich aufgezeichnet wurde. Die Trockenheit ist umso besorgniserregender, als sie im Winter auftritt, einer Zeit, in der sich normalerweise die Grundwasserr-Reserven auffüllen. Und das wäre vor dem Hintergrund eines chronischen Niederschlagsdefizits seit August 2021 und nach einer außergewöhnlichen Dürre und Hitzewelle im Jahr 2022, die Folgen der globalen Erwärmung sind, besonders wichtig gewesen.

    Minister Béchu beruft am Montag die Präfekten ein, um Maßnahmen zu ergreifen.
    Diese Dürreperiode wurde gestern unterbrochen, als es endlich etwas regnete, aber die Situation ist und bleibt so besorgniserregend, dass der Minister für den ökologischen Übergang, Christophe Béchu, gestern ankündigte, dass er Maßnahmen zur Einschränkung der Wassernutzung „ab März“ in Betracht ziehen werde.“ „Frankreich befindet sich in Alarmbereitschaft. Ab Montag werden wir mit den Präfekten schauen, wo wir stehen. Es ist der trockenste Winter seit 1959“, sagte der Minister gegenüber Franceinfo und erklärte, dass die Grundwasserspiegel „zwei Monate hinter der normalen Füllung zurückliegen.“

    Der Minister hat bereits bestätigt, dass ab Montag „weiche“ Einschränkungsmaßnahmen ergriffen werden, „um katastrophale Situationen“ in diesem Sommer zu vermeiden. Christophe Béchu rief dazu auf, ab sofort sehr sparsam zu sein, insbesondere bei der Befüllung von Schwimmbädern.

    In der Landwirtschaft wächst die Sorge um die Wasserversorgung und am Dienstag fand in Mont-de-Marsan eine Demonstration von rund 1.000 Landwirten statt, die den Erhalt der Bewässerung forderten. Dazu sagte der Minister: „Es gibt keine Landwirtschaft ohne Wasser. Es wäre scheinheilig, die Landwirte daran zu hindern, zu produzieren, um dann zu importieren“. Béchu sprach sich dafür aus, dass „mehr Abwasser genutzt werden kann“.
    Auf jeden Fall besteht nunmehr dringender Handlungsbedarf, da die Prognosen von Météo-France in der Tat alarmierend sind. „Der Februar 2023 wird voraussichtlich mit einem Niederschlagsdefizit von mehr als 50 % enden und damit zu einem der trockensten Februarmonate seit Beginn der Messungen im Jahr 1959 werden“, kündigte Météo-France an. Der Mangel an Regen „hängt hauptsächlich mit den antizyklonalen Bedingungen seit Ende Januar zusammen, die wie eine Art Schutzschild“ gegen die regenbringenden Wolken gewirkt haben, so Simon Mittelberger, Klimatologe bei Météo-France.

    Aber insbesondere sind es die Wiederholung der Trockenperioden und der Kontext, was Anlass zur Sorge gibt – auch wenn die Wissenschaftler diese spezifischen Dürreperioden noch nicht eindeutig auf Klimaveränderungen zurückgeführt haben.

    Im Januar bereits äußerte sich das Bureau de recherches géologiques et minières (BRGM) „ziemlich pessimistisch“ über die Verfügbarkeit von Grundwasser im nächsten Sommer, das immerhin zwei Drittel des Trinkwassers und ein Drittel der landwirtschaftlichen Bewässerung liefert. Wenn es 2023 genauso wenig regnet, „werden wir zu einer Situation kommen, die viel schlimmer ist als die, die wir im Spätsommer 2022 erlebt haben.“

    „Die Erwärmung hat begonnen. In Frankreich sind wir bereits bei +1,7 °C… Sich vorbereiten heißt, die Leugnung aufzugeben“, sagt Umweltminister Christophe Béchu.

    „Die Wintertrockenheit, die Frankreich derzeit heimsucht, zwingt uns dazu, unsere Wasser-Nutzungen zu priorisieren. Der erhöhte Druck auf die Wasserressourcen wird jedes Jahr stärker und wir müssen gemeinsam sparsam sein, wie wir es auch bei der Energie tun“, mahnt Carole Delga, Präsidentin von Régions de France und der Region Okzitanien, die eine große Konzertierung zum Thema Wasser eingeleitet hat, die den Auftakt zu einem regionalen Wasserplan bildet, „der im kommenden Juni verabschiedet werden soll“.

  • Pollenallergien: In Frankreich bereits Alarmstufe Rot ausgelöst

    Pollenallergien: In Frankreich bereits Alarmstufe Rot ausgelöst

    Während der milden und schönen Tage hat die Blütezeit einiger Arten bereits begonnen. Das veranlasste das Nationale Netzwerk für aerobiologische Überwachung (RNSA), in einigen Regionen Frankreichs die höchste Allergiewarnstuife auszurufen. Juckende Augen, trockener Husten, eine juckende Nase – solche Symptome sind 20 % der französischen Bevölkerung wohlbekannt. Mit den sehr milden Tagen dieses Winters, der eigentlich keiner ist, sind die Pollen wieder in der Luft. Eine Geißel für alle Allergiker, die diese Zeit besonders fürchten. Mitte Februar trifft das besonders auf Südfrankreich zu, wo ein Großteil der Departements wegen Allergierisiken als rot eingestuft ist. Derzeit sind vor allem drei Pollenarten im Umlauf: Erle, Hasel und Zypresse. Letztere ist besonders häufig, da sie sich in ihrer Hauptverbreitungsphase befindet. Einzeln betrachtet ist das Vorhandensein dieser drei Pollenarten nicht so dramatisch. Aber das Trio zusammen sind sie ein explosiver Cocktail für Allergiker. Dass so…

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