Kategorie: Klimawandel

  • Wetter: Schon wieder eine Hitzewelle in den kommenden Tagen…

    Wetter: Schon wieder eine Hitzewelle in den kommenden Tagen…

    Nur wenige Tage nach einer bereits außergewöhnlichen Hitzeperiode wird das Thermometer in Frankreich schon wieder stark ansteigen. Ab dem kommenden Montag ist mit einem erneuten deutlichen Temperaturanstieg zu rechnen.

    Frankreich wird in den kommenden Tagen erneut eine besonders intensive Hitzeperiode erleben, obwohl das Land bereits vor einigen Tagen außergewöhnliche Temperaturen erlebte.

    In den sozialen Netzwerken alarmieren die Meteorologen: „Einige Modellrechnungen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen beginnen alarmierend zu sein, was die Entwicklung der Luftmasse bis zum 5. Juni angeht“, meldet Anthony Grillon, Gründer der Website Météo Contact, auf Twitter. Die ersten 40 Grad im Süden? „Die Situation ist noch ungewiss, man sollte sie aber aufmerksam verfolgen!“

    40°C im Süden? „Nicht unbedingt“, wird François Jobard, Prognostiker bei Météo France, von La Dépêche du Midi zitiert. Der Meteorologe bestätigt immerhin, dass das Hexagon eine neue Hitzeperiode erleben wird… bereits am Freitag, dem 27. Mai. „Wir gehen von höheren Temperaturen als üblich aus und erwarten große Hitze, vor allem im Südosten“, meint der Wetterexperte, der von Temperaturen um 35°C in der Region Var ab diesem Freitag spricht. „Es sind vor allem die südlichen Departements, die betroffen sein werden“.

    Heisse Luft aus dem Süden
    Die Ursache für diesen neuen Temperaturanstieg? Die Ankunft einer heissen Luftmasse aus dem Süden: François Jobard spricht von einer schwierigen Situation rund um das Mittelmeer: „Wir beobachten im Moment stellenweise Anomalien der Meerestemperaturen von 3 bis 4°C“. Je wärmer das Mittelmeer ist, desto weniger Kühlungspotenzial hat es natürlich.

    In der vergangenen Woche wurden im Südosten und im Südwesten Frankreichs mehrere Temperaturrekorde für einen Monat Mai gebrochen oder egalisiert. In den letzten Monaten verzeichnete Frankreich die längste Periode von überdurchschnittlich hohen Temperaturen: 44 Tage lang lag das Thermometer über den normalen Jahreszeitenwerten.

  • Klima: Werden Tornados in Europa immer häufiger?

    Klima: Werden Tornados in Europa immer häufiger?

    Nachdem in Deutschland ein Tornado über den Westen des Landes fegte, stellen sich Wissenschaftler diese Frage. Die globale Erwärmung soll für die immer häufiger auftretenden starken Unwetter in Europa verantwortlich sein.

    Es ist ein erschreckendes Schauspiel, das man mehr als sechs Monate im Jahr in der gesamten Mitte der Vereinigten Staaten beobachten kann. Tornados von manchmal außergewöhnlicher Stärke wie der, der am Samstag, dem 21. Mai in Michigan auftrat und abgerissene Dächer und umgekippte Autos hinterließ. Könnten solche Szenen, die wir bisher nur aus Nordamerika kannten, jetzt auch vermehrt in Europa auftreten? Früher war das fast undenkbar, aber die Tornados in der Tschechischen Republik im letzten Jahr und in Deutschland in dieser Woche haben die Lage verändert.

    Lesen Sie auch: Ein Tornado verletzt in Deutschland 38 Menschen und richtet große Schäden…

    Klimaforscher sind geteilter Meinung
    Damit Gewitterwolken Tornados hervorbringen, müssen warme Luftmassen am Boden auf viel kältere Luft in der Höhe treffen, die von drehenden Winden angetrieben wird. Werden diese Phänomene im Zuge des Klimawandels häufiger und heftiger auftreten? Diese Frage ist unter Klimaforschern noch umstritten. „Theoretisch müssten wir heftigere Gewitter, heftigere konvektive Bedingungen und damit günstigere Situationen für Tornados haben. Das ist eine Theorie, die noch nicht bewiesen wurde“, erklärt Robert Vautard, Klimatologe und Mitglied des IPCC, auf Franceinfo.

  • Europa: Eine beispiellose Hitzeperiode

    Europa: Eine beispiellose Hitzeperiode

    Seit über einem Monat liegen die Temperaturen weit über den Normalwerten. Für manche ein willkommenes Vergnügen, das sie zum Baden oder für ein Eis nutzen. Für die Obst- und Gemüsebauern stellt das jedoch ein großes Problem dar.

    Mitten im Mai herrscht bereits Hochsommer. 32°C in Bordeaux, zum Glück gibt es das Meer. In Limoges hingegen kühlt man sich bei 31°C so gut es geht ab, ebenso wie in Besançon, wo die Eisdiele vorzeitig ihren Dienst aufgenommen hat. In Toulouse findet man so gut wie möglich sein Gleichgewicht. Es herrschen 33°C, aber die Boule-Spieler sind da: „Du hast Lust zu spielen, es ist stärker als die Hitze und wir sind im Schatten, also ist es trotzdem angenehm“ meint einer der Speielr gegenüber Franceinfo. Mit 38 aufeinanderfolgenden Tagen über den normalen Temperaturen bricht Frankreich seinen bisherigen Wärmerekord für den Frühling. Und das ist ein Problem für den Erdbeerbauern, der gezwungen ist, zwei Drittel seiner Früchte wegzuwerfen, da sie zu schnell reifen: „Heute sind wir gezwungen, alle zwei Tage zu pflücken, weil die Erdbeeren schneller reifen, als sie verkauft werden können“.

    Auf dem Weg zu immer wärmeren Temperaturen
    Auch Spanien hat mit einer für die Jahreszeit ungewöhnlichen Hitzewelle zu kämpfen. In einigen Städten im Süden herrschen 42°C und dieser Monat könnte der heißeste des Jahrhunderts in dem Land auf der iberischen Halbinsel werden. „Das nordafrikanische Klima verschiebt sich nach Südeuropa. Wir werden Mitte des Jahrhunderts längere und intensivere Dürreperioden und natürlich höhere Temperaturen haben“, erklärt Ruben del Campo, Sprecher der spanischen Wetterbehörde. Mit dem Klimawandel könnte das Außergewöhnliche zur Normalität werden, warnen Wissenschaftler.

  • In Frankreich bedroht die Dürre auch Bienen und die Honigernte

    In Frankreich bedroht die Dürre auch Bienen und die Honigernte

    Nachdem in 15 Departements aufgrund der frühen starken Trockenheit bereits Wassereinschränkungen verhängt wurden, machen sich die Landwirte Sorgen um ihre Ernten. Eine Bedrohung besteht auch für Imker und ihre Bienen, deren Nahrung in diesem Sommer knapp werden könnte.

    In französischen Bienenstöcken war die Frühjahrsernte nicht schlecht. In den kommenden Wochen und Monaten könnte es jedoch zu Problemen kommen. Die Imker sind besorgt, da viele Wiesen durch die Dürre schon ziemlich verbrannt sind.

    Wie die Landwirte blicken auch die Imker auf das Wetter, während Frankreich mit einer frühen Dürre konfrontiert ist. Die Temperaturen steigen seit Anfang Mai rekordverdächtige Höhen und der Grundwasserspiegel ist nach einem regenarmen Winter und Herbst für die Jahreszeit sehr niedrig.

    Im Jahr 2021 hatte die Imkereibranche bereits das schlimmste Jahr ihrer bisherigen Geschichte erlebt, als aufgrund ungünstiger klimatischer Bedingungen nur 7.000 bis 9.000 Tonnen Honig geerntet werden konnten, nur halb so viel wie im Jahr zuvor.

    Lesen Sie auch: Bienen: Katastrophale Honigernte in diesem Jahr (

    Für Prognosen ist es zwar noch viel zu früh, doch in den Alpes-Maritimes zum Beispiel sind die Folgen der Dürre bereits spürbar. Die Honigernte fiel im Frühjahr in diesem Departement praktisch vollständig aus. Grund dafür waren die sehr geringen Niederschläge, aber auch die niedrigen Temperaturen. Südfrankreich erlebte von Februar bis April sehr unangenehme Temperaturen mit spätem Frost. Grund für die Probleme ist nicht nur die Dürre, sondern ein ganzes Bündel von Faktoren.

    Bienen brauchen zwar auch Wasser zum Leben, aber vor allem ernähren sie sich vom Nektar, einer süßen Flüssigkeit, die von Blüten produziert wird. Bei Wassermangel haben die Pflanzen jedoch Schwierigkeiten zu wachsen, wodurch auch die Ernährung der Bienen gefährdet wird. Wenn Pflanzen unter Wassermangel leiden, können sie keinen Nektar produzieren, was die Bienen wiederum daran hindert, ihn für die Herstellung von Honig zu sammeln.

    Der Nahrungsmangel hat Auswirkungen auf die Population der Bienenstöcke. In Zeiten der Hungersnot reduziert die Königin ihre Eiablage, was weniger Sammelbienen und eine geringere Honigproduktion bedeutet.

    Um ungünstigen Wetterbedingungen zu begegnen, praktizieren einige Imker die Wanderimkerei: Sie verlegen ihre Bienenstöcke in Gegenden, wo die Blüten nicht unter einer Hitzewelle gelitten haben. In manchen Regionen ist dies schon seit Jahrhunderten üblich und wird meist nachts durchgeführt, wenn die Bienen schlafen.

    Die Dürre ist allerdings bei weitem nicht der einzige Feind der Biene: Parasiten, Umweltverschmutzung, Pestizide oder auch asiatische Hornissen dezimieren die Bienenkolonien in Frankreich und anderswo. Die Sterblichkeitsrate in den Bienenstöcken ist von 5% pro Jahr Mitte der 1990er Jahre auf heute 30% gestiegen.

    300.000 Bienenvölker, die jedes Jahr in Frankreich verschwinden, müssen von den Imkern wieder aufgebaut werden.

    Um die alarmierende Sterblichkeitsrate zu senken, fordert die Branche eine massive Unterstützung der Agrarökologie durch die öffentliche Hand und eine bessere Kontrolle der Pflanzenschutzmittel.

  • Hitze in Frankreich: „Sie ist ein Resultat des Klimawandels“

    Hitze in Frankreich: „Sie ist ein Resultat des Klimawandels“

    In Okzitanien wurden am Mittwoch mehr als 35 °C gemessen. Werden sich solche frühen Hitzeperioden in Zukunft häufen? Wird sich das Wetter in Frankreich ändern?

    Im Rahmen des Klimawandels ist es leider zu erwarten, immer früher in der Saison immer wärmere Temperaturen zu haben, noch bevor der meteorologische Sommer am 1. Juni offiziell beginnt. Die große Hitze begann 2022 schon viel früher, nämlich um den 15. Mai herum.

    Frankreich könnte auf den heißesten Mai in der Geschichte zusteuern.

    Der Mai wird wahrscheinlich der heißeste Monat in der Geschichte Frankreichs sein, und zwar mit großem Abstand. Der bisher wärmste Mai wurde in Frankreich im Jahr 2011 gemessen, mit Temperaturen, die 1,8°C über dem Normalwert lagen. Für 2022 werden 3,3°C über Normaltemperatur erwartet. Von 1,8°C auf 3,3°C – das ist enorm.

    Das ist sicherlich zum Teil auf den Klimawandel zurückzuführen. Von den +3,3°C Übertemperatur ist vielleicht 1°C auf den Klimawandel zurückzuführen und der Rest auf die normale Variabilität des Wetters in verschiedenen Jahren. Ein weiteres Zeichen für die Auswirkung des Klimawandels: Klimatologen stellen fest, dass die Monate Mai und September bis Anfang Oktober in Europa immer wärmer werden.

    Klimatologen haben in der Vergangenheit nur vier ähnliche Hitze-Episoden gezählt: 2001, 2003, 2005 und 2017. Im Jahr 2003 war es besonders auffällig, die Hitze begann am 29. Mai und die Temperatur blieb bis Mitte August auf einem hohen Niveau. Vor Beginn des 21. Jahrhunderts wurde nie eine solche Hitzeperiode gemessen.

    Abgesehen von 2003 sind die Hitze-Episoden von 2001, 2005 und 2017 weniger im Gedächtnis geblieben, weil sie kurz waren. Damals gab es drei bis vier sehr heiße Tage, nicht mehr. In 2022 wird Frankreich bis Montag, den 23. Mai, landesweit übermäßig heiße Temperaturen erleben, mit einer kleinen Erleichterung am Samstag.

    Klimatologen warnen davor, dass solche Hitzeperioden im Frühjahr und Sommer immer häufiger auftreten können. Das hat zur Folge, dass Frankreich zu wenig Niederschläge sehen wird. Der Mai 2022 wird wahrscheinlich der regenärmste Mai in der Geschichte werden. Das ist sehr besorgniserregend.

    Südfrankreich wird bald mit Temperaturen leben müssen, die man bisher aus Spanien kennt.

    Es wird eine Verschiebung in den Breitengraden geben. Man will die globale Erwärmung weltweit auf 1,5 °C begrenzen. Insbesondere im Südwesten Frankreichs wurde dieser Wert bereits deutlich überschritten. Bis 2022 lag die höchste jemals in einem Monat Mai in Frankreich gemessene Temperatur bei 36°C auf Korsika. Die insgesamt höchste jemals in Frankreich gemessene Temperatur waren heisse 46°C im Jahr 2019 im Gard. Am Mittwoch, dem 18. Mai 2022 waren wir mit 35 °C nicht weit von den 36 °C entfernt. In den nächsten zehn Jahren wird man im Südwesten Frankreichs in einem Monat Mai wahrscheinlich 37/38°C erreichen.

    Die Weltorganisation für Meteorologie hat am Mittwoch ihren Jahresbericht veröffentlicht. Der Präsident der WMO warnte, dass „die Zeit knapp wird“ für kdie Rettung unseres Klimas. Das ist sehr beunruhigend!

    Seit vielen Jahren ist bekannt, dass jede Entscheidung, die auf eine Begrenzung der Treibhausgasemissionen abzielt, eine Reihe von Jahren dauert, bevor ein positiver Effekt eintritt. Wissenschaftler weisen dringend darauf hin, dass wir sehr schnell handeln müssen, wenn wir nicht weltweit immer häufiger dramatische Dürreperioden erleben wollen. Es wird in diesem Jahr auch vielen betroffenen Menschen plötzlich klar, dass der Klimawandel und seine Auswirkungen unwiderruflich vor der eigenen Haustür angekommen ist.

    In Indien und Pakistan steigen die Temperaturen derzeit auf über 50°C. Gibt es einen Zusammenhang mit der extremen Hitze in Frankreich?

    Da sich Frankreich und Indien nicht auf derselben Seite des Planeten liegen, kann man keinen direkten Zusammenhang zwischen der Hitzewelle in Indien und den hohen Temperaturen in Frankreich herstellen. Indien steht derzeit unter dem Einfluss eines sehr statischen Hochdruckgebiets. Meteorologen sprechen von einer Hitzekuppel, einem Phänomen, das es schon fürher gab. Frankreich hat genau das im Jahr 2003 erlebt. Das Hochdruckgebiet blockiert alles und darunter befindet sich alles wie in einem  grossen Treibhaus ohne kühlende Winde und Regen. Frankreich befindet sich im Mai nicht in einer solchen Situation. Klassischerweise sieht man in Frankreich den Einfluss warmer Luft, die aus der Sahara kommt.

    Allerdings gibt es auch für uns in Europa eine latente Gefahr: Wenn durch den Klimawandel der sogenannte Jetstream – starke Westwinde, die stetig um den den hohen Norden der Erdkugel wehen – zum Erliegen kommt, dann könnmen sich auch bei uns Hitzekuppeln und Tiefdrucklagen mit dauaerhaftem Starkregen festsetzen.

  • Hitzewelle: Frankreich steuert auf den „heißesten Mai aller Zeiten“ zu

    Hitzewelle: Frankreich steuert auf den „heißesten Mai aller Zeiten“ zu

    Dieser Mai könnte der wärmste Monat Mai werden, der jemals in Frankreich beobachtet wurde, warnt Météo France.

    Der Temperaturrekord aus dem Jahr 2011 könnte im Jahr 2022 fallen. Das behauptet zumindest Météo France und warnt vor der großen Hitze in diesem Mai, die alle Rekorde brechen könnte. Das Quecksilber könnte in einigen Gebieten im Südwesten Frankreichs die 34°-Marke erreichen und die Wetteragentur warnt vor einer „Hitzeepisode, die aufgrund ihres frühen Eintretens, ihrer Dauer und ihrer geografischen Ausdehnung außergewöhnlich ist“.

    Lesen Sie auch: Landwirtschaft: Dürre und Hitze im Mai beunruhigen die Gemüsebauern

    Alle bisherigen Rekorde, die in einem Monat Mai verzeichnet wurden, könnten dieses Jahr übertroffen werden, insbesondere im Norden und Südwesten des Landes. „Wir könnten den wärmsten Tag im Mai seit Beginn der Messungen auf nationaler Ebene erleben“, sagt Météo France.

    Gaétan Heymes, Prognostiker bei der französischen Wetterbehörde, merkt an, dass die derzeitige Abweichung von den Durchschnittstemperaturen bis zu +3°C betragen könnte. Im Jahr 2011, dem bisher wärmsten Mai, betrug die Anomalie +1,85°C. „Es ist ziemlich sicher, dass dieser Monat trockener als normal sein wird“, warnt er auf Twitter.

    Darüber hinaus warnt Météo France davor, dass „einige Städte, wie Lyon, mindestens 5 Tage in Folge erleben könnten, an denen die Schwelle für starke Hitze (30 °C) überschritten wird, ein äußerst seltenes Ereignis im Mai, das nur ein einziges Mal in einem Jahrhundert der Datenerhebung beobachtet wurde (vom 16. bis 20. Mai 1945)“. Die Warnung gilt auch für Montélimar (Drôme), wo „die Serie von über 30 °C sogar 6 oder 7 Tage erreichen könnte, während der bisherige Rekord für die längste Serie im Mai bei 6 Tagen lag (1922 oder 1953)“, so Météo France weiter.

  • Landwirtschaft: Dürre und Hitze im Mai beunruhigen die Gemüsebauern

    Landwirtschaft: Dürre und Hitze im Mai beunruhigen die Gemüsebauern

    In Frankreich gewinnt die Trockenheit immer mehr an Boden. Etwa 15 Departements sind direkt betroffen, vor allem der Norden, wo die Gemüsebauern angesichts dieser Situation zunehmend beunruhigt sind.

    In einem Gemüseanbaugebiet in Wavrin (Nordfrankreich) installierte der Landwirt Alexandre Vandromme seine Wasserkanone einen Monat früher als sonst. Dies ist diese Jahr eine unerlässliche Maßnahme, um seine Aussaat von Zucchini nicht zu verlieren. Seit Mitte März hat es auf einer seiner Parzellen nur 7 Millimeter geregnet. Der fehlende Niederschlag und der Wind haben die Böden ausgetrocknet und die Arbeit der Gemüsebauern erschwert. „Die Bewässerung kostet wahnsinnig viel Zeit“, sagt Florian Dievart gegenüber France 3. Der Klimawandel bringt nicht nur höhere Temperaturen, sondern auch eine höhere finanzielle Belastung der Landwirte, die für 2022 zusätzliche Wasserkosten von mindestens 1.000 Euro erwarten.

    Einige Kilometer entfernt, in den Kleingärten von Bondues (Nordfrankreich), ist die Sorge auch unter den Hobbygärtnern spürbar. „Dieses Jahr ist die Erde hypertrocken“, berichtet einer von ihnen. Seit einigen Jahren reichen die Wassersammelbehälter der Privatgärtner nicht mehr aus. Die Stadtverwaltung musste in einen 20.000 Liter fassenden Sammeltank investieren. „Das Wasser wird vom Stadion aus gesammelt. Immerhin haben wir hier im Mai Wasser“, meint Michel Liebart, ein Hobbygärtner gegenüber France 3. Die Hobbygärtner hoffen, dass der Tank ihre Setzlinge durch den Sommer bringt – dazu muss es allerdings noch einige Male regnen.

  • Dürre: Feuerwehrleute im Departement Côte-d’Or befürchten große Waldbrände

    Dürre: Feuerwehrleute im Departement Côte-d’Or befürchten große Waldbrände

    Aufgrund der Trockenheit holen die Feuerwehren der Côte-d’Or bereits jetzt ihre Ausrüstung heraus, um sich auf Waldbrände vorzubereiten. Sie befürchten, dass es zu außergewöhnlichen Bränden kommen wird.

    Die Feuerwehr des Departements hat seit einem Jahr zwei Löschfahrzeuge CCF 13.000, die jeweils 13.000 Liter Wasser transportieren. „Noch vor fünf oder gar zehn Jahren hätten wir nie daran gedacht, ein solches Fahrzeug in der Côte-d’Or anzuschaffen“, sagt Régis Deza, Leiter des Rettungszentrums von Dijon gegenüber Franceinfo.

    Derzeit sind 14 französische Departements von Wasserknappheit betroffen und natürlich auch von den sehr hohen Temperaturen dieser Woche. Die Dürre ist weit verbreitet und dadurch das Brandrisiko hoch und im Departement Côte-d’Or befinden sich die Feuerwehrleute wegen der schweren Brandgefahr, die durch den Klimawandel noch verstärkt wird, in dauerhafter Alambereitschaft. Sie bereiten sich auf außergewöhnliche Waldbrände vor.

    Im Departement wurden die ersten Anzeichen des Klimawandels durch die Brände im Jahr 2015 deutlich. „Wir hatten es mit einem Waldbrand zu tun, der extrem groß war, etwa 100 Hektar, vor den Toren von Dijon“, erinnert sich der Oberstleutnant. Damals war die Feuerwehr gezwungen, Strategien der Brandbekämpfung zu befolgen, die man vorher nur bei großen Bränden in Südfrankreich anwenden musste.

    In Dijon bereiten sich die Feuerwehrleute jetzt darauf vor, zu erleben, was ihre Kollegen bisher nur im Süden erlebten. „Die heiße Zone und damit das Waldbrandgebiet wandern immer weiter nach Norden“, hat Régis Deza beobachtet.

    „Es wird geschätzt, dass wir in 10, 15 oder 20 Jahren ein Klima haben werden, das dem der Region Ardèche entspricht.“

    Zusätzlich zu den neuen Löschwagen hat die Feuerwehr der Côte-d’Or drei Drohnen mit Wärmebildkameras angeschafft. Damit sollen kleine Brände und Hotspots schneller ausfindig gemacht und die Fuerwehr schneller vor Ort gebracht werden. Der Kampf gegen diese neue Feuergefahr erfordert aber auch die Sensibilisierung der Landwirte, die manchmal für den Ausbruch von Bränden verantwortlich sind, und der Waldbesitzer, die die neue Gefahr bei der Pflege ihrer Wälder nicht ausreichend berücksichtigen.

    Bei Risikobetrachtungen für die Zukunft muss die globale Erwärmung berücksichtigt und eine Analyse des Waldes unter Berücksichtigung der Wasserressourcen sowie der verschiedenen Baumarten, die anfälliger für Brände sind, durchgeführt werden. Waldspezialisten wurden aufgefordert, eine Analyse der Waldgebiete zu erstellen, die am gefährdetsten sind.

    Das Departement Côte-d’Or besteht zu einem Drittel aus Wald. Die Brandperiode reicht inzwischen von April bis Oktober, früher konzentrierte sie sich traditionell auf die Sommermonate Juli und August.

  • Hitze: Französische Atomkraftwerke bekommen Probleme

    Hitze: Französische Atomkraftwerke bekommen Probleme

    Aufgrund der Hitze und des Wassermangels musste die EDF die Stromproduktion drosseln, da die Atomkraftwerke Wasser aus Flüssen zur Kühlung verwenden. Bei Temperaturen über 30 °C funktioniert diese Kühlung nicht mehr.

    Wird die globale Erwärmung die Arbeit der Atomkraftwerke beeinflussen? Aufgrund der steigenden Temperaturen musste ein französischer Atomreaktor am Montag, 9. Mai, heruntergefahren werden. Es handelte sich dabei um das Kraftwerk Blayais, das an der Mündung der Gironde liegt. Diese Entscheidung der EDF war prophylaktisch. Um seine Produktionseinheiten zu kühlen, pumpt das Kraftwerk Wasser aus dem Fluss Garonne und leitet es wieder ab. In den letzten Tagen war die Temperatur des Flusses jedoch gestiegen. Da die EDF kein Wasser mit einer Temperatur von über 30 °C einleiten kann, musste einer der Reaktoren heruntergefahren werden.

    Auswirkungen auf die biologische Vielfalt
    Solche Entscheidungen kennt amn aus dem Sommer, aber bisher musste niemals mitten im Mai ein Reaktor abgeschaltet werden. „Das hat Auswirkungen auf die Biodiversität. Sowohl natürlich auf die Fische, die in der Mündung leben, als auch auf das Algenwachstum“, meint Patrick Mautin von der Umweltorganisation Sepanso gegenüber France 2. Aufgrund der fortschreitenden globalen Erwärmung könnten bald etwa zehn französische Reaktoren von solchen Abschaltungen betroffen sein.

  • Australien: 91% des Great Barrier Reefs bleichen aus

    Australien: 91% des Great Barrier Reefs bleichen aus

    Ein in Australien veröffentlichter Regierungsbericht besagt, dass 91% des Great Barrier Reefs aufgrund der Hitzewelle, die das Land im Sommer erlebte, „eine Bleiche“ erlitten haben. Dies sei eine der Folgen des Klimawandels.

    Etwa 91% des Great Barrier Reef in Australien haben aufgrund einer lang anhaltenden Hitzewelle im Sommer eine „Bleiche“ erlitten, wie aus einem neuen Regierungsbericht hervorgeht, der am Dienstagabend veröffentlicht wurde. Von den 719 untersuchten Riffen wiesen 654, also 91%, ein beunruhigendes Maß an Korallenbleiche auf. Es ist das erste Mal, dass das größte Korallenriff der Welt während des Klimaphänomens La Niña, das normalerweise durch ungewöhnlich niedrige Wassertemperaturen gekennzeichnet ist, von einer solchen Bleiche betroffen ist.

    „Der Klimawandel nimmt zu und das Riff leidet bereits unter den Folgen“, warnt der Überwachungsbericht und weist darauf hin, dass es sich bereits um die vierte Welle von Korallenbleiche handelt, die das Riff seit 2016 trifft. Zwischen September 2021 und März 2022 führte die Meeresbehörde für das Great Barrier Reef, die die Studie veröffentlichte, umfassende Messungen an dem Riff durch, das zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Sie stellte fest, dass sich das Wasser Ende Dezember zu erwärmen begann und dass die drei Hauptgebiete, in denen sich das Riff befindet, von dieser erwärmung betroffen waren, was sich in einer Verfärbung zeigt, weil die Algen, die den Korallen ihre leuchtende Farbe verleihen, sterben.

    Gebleichte Korallen bleiben am Leben und können sich erholen, wenn sich die Bedingungen verbessern, aber „stark gebleichte Korallen weisen höhere Sterblichkeitsraten auf“, heißt es in dem Bericht, dessen erste Version im März veröffentlicht wurde.

    Der Bericht wurde zehn Tage vor den australischen Bundeswahlen am 21. Mai veröffentlicht, bei denen die Regierungspolitik in Bezug auf den Klimawandel im Mittelpunkt stehen wird. Premierminister Scott Morrison hält trotz der immer lauteren Forderungen nach mehr Klima-Ehrgeiz an seinem Ziel fest, erst bis 2030 CO2-neutral zu werden, und hat sich ausserdem dafür ausgesprochen, Kohle zu exportieren, solange Nachfrage dafür besteht. Allerdings spricht auch die oppositionelle Labour Party nicht von einem sofortigen Ausstieg aus der Kohle.

    „Auch wenn die Bleiche immer häufiger auftritt, ist sie nicht normal und wir dürfen sie nicht als gegeben hinnehmen“, warnt Lissa Schindler, Aktivistin bei der Australian Marine Conservation Society. „Die beiden großen Parteien müssen sich darüber im Klaren sein, dass ihre Klimaziele für das Riff nicht ausreichend sind“.

    Die von dem Philanthropen Simon Holmes finanzierte Bewegung Climate 200, die sich für eine aktivere Klimapolitik einsetzt, hat rund 20 Kandidaten für die Wahlen aufgestellt. Einige von ihnen könnten die Wiederwahl amtierender konservativer Abgeordneter, wie den Finanzminister Josh Frydenberg, durchaus gefährden.

    Im Juni wird die UNESCO über eine mögliche Aufnahme des Great Barrier Reef in die Liste der „gefährdeten“ Stätten entscheiden. Australien hat den milliardenschweren Schutzplan „Reef 2050“ ins Leben gerufen, nachdem die Vereinten Nationen 2015 mit einer Herabstufung des Gebietes gedroht hatten.