Kategorie: Gesellschaft

  • Wer darf in Frankreich Waffen tragen und besitzen?

    Wer darf in Frankreich Waffen tragen und besitzen?

    Diese Woche forderte US-Präsident Joe Biden den US-Kongress auf, den Verkauf von Sturmgewehren einzuschränken. Aber wie sieht es in Frankreich aus? Wer hat das Recht, Waffen zu besitzen und zu tragen?

    Es gibt nur wenige Personen, die in Frankreich Waffen tragen dürfen. Es sind Ordnungskräfte, wobei man zwischen im Dienst und außer Dienst unterscheiden muss. Im Dienst sind es die Ordnungskräfte im Allgemeinen, Stadtpolizisten, Umweltpolizei, Feldhüter, die Soldaten von Vigipirate.

    Und dann gibt es noch Personen, deren körperliche Unversehrtheit sehr ernsthaft und klar erkennbar bedroht wird und die sich gegen einen Bodyguard entschieden haben. Das gilt zum Beispiel auch für Richter und Staatsanwälte. Es gibt in Frankreich nur sehr wenige Richter, die eine Waffe tragen, aber einige Antiterror-Richter sind ständig bewaffnet.

    Seit 2017 gibt es ausserdem bewaffnete Sicherheitsbeamte, die nach einer entsprechenden Ausbildung eine besondere Zulassung zum Tragen einer Waffe erhalten. Es gibt zwei Arten von bewaffneten Sicherheitsbeamten, nämlich solche, die für die Bewachung bestimmter Orte, eingesetzt werden, und Sicherheitsbeamten, die als zugelassene Leibwächter arbeiten.

    Darf man als Privatperson in Frankreich ein Sturmgewehr besitzen?

    In Frankreich dürfen Privatpersonen auch Sturmgewehre besitzen. Diese dürfen jedoch nicht in Salven schießen können, sondern „Schuss für Schuss“ schießen. Sportschützen dürfen diese Art von Waffen besitzen, die in Frankreich als Waffen der Kategorie B bezeichnet werden. Als Sportschütze erhält man eine Genehmigung für den Besitz der waffe von der jweiligen Präfektur.

    Allerdings darf man eine „private“ Waffe nicht mit sich tragen, man darf sie lediglich zum und vom Schießstand transportieren und sie müssen sie zu Hause gesichert aufbewahrt werden. Um legal eine Waffe zu erwerben, muss  man sechs Monate in einem Schützenverein sein, darf keine Vorstrafen haben und es gibt regelmässig Leumundsprüfungen, die von der Polizei durchgeführt werden.

    Welche Vorschriften gelten für Jagdgewehre?

    Jäger haben die Erlaubnis, Jagdwaffen zu erwerben und sie bei der Jagd zu tragen oder zur Jagd zu transportieren. Auch Jäger müssen ihre Waffen bei der Präfektur anmelden, die eine Risikobewertung, eine polizeiliche Untersuchung und eine Leumundsprüfung durchführt, und falls es in der Vergangenheit, bis zu zehn Jahre früher, zu Anzeogen wegen vorsätzlicher Gewalt, Alkohol am Steuer oder ähnlichen Dingen gekommen ist, reicht das bereits aus, um die Waffen zu beschlagnahmen.

  • Emmanuel Macron: Nach den Sommerferien sollen Grundschüler täglich dreißig Minuten Sport treiben

    Emmanuel Macron: Nach den Sommerferien sollen Grundschüler täglich dreißig Minuten Sport treiben

    Diese Maßnahme wird bereits seit September 2020 in rund 7.000 Schulen erprobt. Ab kommenden September werden „die Grundschüler jeden Tag 30 Minuten Sport treiben“, kündigte Emmanuel Macron am Donnerstag, dem 2. Juni, in Marseille an. Diese Maßnahme wird bereits seit September 2020 in rund 7.000 Schulen getestet. Der Schulsport ist Teil der Ziele, die die Regierung im Vorfeld der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 in Paris ins Leben gerufen hat. Bei seiner Reise nach Marseille zum Thema Bildung wurde der Präsident der Republik von dem neuen Bildungsminister Pap Ndiaye begleitet. Während des Präsidentschaftswahlkampfs hatte Emmanuel Macron bereits seinen Willen bekundet, diese tägliche Sportpraxis „für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren“ ab dem neuen Schuljahr allgemein einzuführen. Bei seinem Besuch in Marseille bestätigte der Präsident auch, dass Mathematik ab dem neuen Schuljahr wieder „als Wahlfach“ ab der ersten Klasse angeboten werden soll. Der Staatschef will außerdem das…

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  • Pfingstmontag: Wer muss an diesem Tag arbeiten?

    Pfingstmontag: Wer muss an diesem Tag arbeiten?

    Am Montag, dem 6. Juni 2022, ist Pfingstmontag. Wie jedes Jahr fragen sich viele Arbeitnehmer, ob sie an diesem Tag arbeiten müssen oder nicht. Die Regeln in Frankreich sind ziemlich kompliziert…

    In diesem Jahr fällt der Pfingstmontag auf den 6. Juni und viele fragen sich, ob sie an diesem Tag arbeiten müssen oder nicht. Obwohl dieser Tag laut Gesetz in Frankreich normalerweise ein Feiertag ist, kann in manchen Fällen die Anwesenheit bei der Arbeit verlangt werden.

    Ist Pfingstmontag wirklich ein gesetzlicher Feiertag in Frankreich?
    Wenn man sich an das Gesetz und nur an das Gesetz hält, gilt der Pfingstmontag als einer der elf gesetzlichen Feiertage und ist somit ein Feiertag. Artikel L3133-1 des französischen Arbeitsgesetzbuchs enthält sogar eine Liste dieser Feiertage: „1. Januar, Ostermontag, 1. Mai, 8. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, 14. Juli, Mariä Himmelfahrt (15. August), Allerheiligen (1. November), 11. November und der 25. Dezember, der erste Weihnachtsfeiertag“ sind offizielle Feiertage.

    Ob man am Pfingstmntag arbeiten muss, hängt allerdings davon ab, ob das Unternehmen entscheidet, dass es sich um einen sogenannten Solidaritätstag handelt oder nicht. Wenn der Arbeitgeber beschließt, den Pfingstmontag als Solidaritätstag festzulegen, müssen Arbeitnehmer zwingend arbeiten. In diesem Fall ist der Pfingstmontag also ein Feiertag, aber kein arbeitsfreier Tag.

    Andernfalls ist man nicht zur Arbeit verpflichtet. Arbeitgeber können jedoch die Anwesenheit von Angestellten verlangen, außer bei Arbeitnehmern unter 18 Jahren mit Ausnahme von Dienstleistungen im Hotel- und Gaststättengewerbe. Wer nicht arbeiten, wird natürlich trotzdem bezahlt, da der Pfingstmontag ein bezahlter Feiertag ist.

    Was ist ein Solidaritätstag?
    Laut der Website der Regierung ist ein Solidaritätstag dazu da, älteren Menschen zu helfen. Er ermöglicht die Finanzierung von Maßnahmen zur Förderung der Autonomie von älteren Menschen oder Menschen mit Behinderungen. „Dieser Tag ist ein zusätzlicher unbezahlter Arbeitstag im Jahr“, heißt es auf der Website.

    Um diesen Solidaritätstag durchzuführen, gibt es in der Privatwirtschaft drei Möglichkeiten: Entweder man arbeitet an einem Feiertag, der eigentlich arbeitsfrei ist, außer dem 1. Mai, oder beispielsweise an einem Samstag.

    Was ist am Montag, dem 6. Juni, geöffnet?
    In der Regel sind die meisten großen Supermärkte wie Carrefour, Leclerc oder Auchan auch am Pfingstmontag geöffnet. Die Öffnungszeiten können sich jedoch von normalen Wochentagen unterscheiden.

    Grundschulen, Collèges oder Gymnasien sind alle geschlossen, ebenso wie Bibliotheken, Steuerzentren oder die Post. Dasselbe gilt für Ärzte und Apotheken, mit Ausnahme derjenigen, die Bereitschaftsdienst haben.

  • Immer mehr Franzosen bewaffnen sich, um sich „im Fall der Fälle“ verteidigen zu können

    Immer mehr Franzosen bewaffnen sich, um sich „im Fall der Fälle“ verteidigen zu können

    Im letzten Jahrzehnt ist die Zahl der Mitglieder in den französischen Schützenvereinen sprunghaft angestiegen. Viele von ihnen wollen lernen, mit einer Waffe umzugehen, um sich im Falle eines Angriffs verteidigen zu können.

    In Frankreich ist die Zahl der Sportschützen in den letzten Jahren stark gestiegen. Von 145000 im Jahr 2011 stieg ihre Zahl bis heute auf über 240.000, was einem Anstieg von fast 70% entspricht! Allein seit September 2021 verzeichnete zum Beispiel der Schützenverein von La Ferté-Bernard im Departement Sarthe rund 30 Neuanmeldungen. „Das ist beeindruckend“, sagt sein Präsident Christophe Dinet auf dem Sender France 2, „wir hatten noch nie so viele Mitglieder, und wir haben immer mehr Anfragen.“

    Wie lässt sich diese Begeisterung für Waffen erklären? Sie hängt offensichtlich mit einer Verunsicherung nach den Terroranschlägen von 2015 und in jüngerer Zeit mit dem Krieg in der Ukraine zusammen. Einige Sportschützen geben aber auch an, dass sie sich ausgerüstet haben, weil sie „auf dem Land wohnen, wo die Polizei eine Dreiviertelstunde oder eine Stunde braucht, um herzukommen“. Die meisten halten sich aber sehr bedeckt, denn es scheint immer noch irgendwie ein Tabu zu sein, über Waffen und Waffenbesitz zu sprechen.

    Wie aber kann ein Schützenverein sicherstellen, dass er eine Waffe nicht in die Hände von jemandem gibt, der „durchdrehen“ könnte? Auch wenn für die Ausstellung einer Mitgliedskarte ein ärztliches Attest über die Eignung für den Schießsport erforderlich ist, kann man nicht vorhersagen, ob ein Waffenbesitzer irgendwann einmal ausrasten könnte. Gefährliche und irrationale Verhaltensweisen werden allerdings in den Schützenvereinen nicht geduldet und können sehr schnell zum Ausschluss eines Mitglieds führen.

    Im Verein werden die Schützen von strengen Regeln begleitet: Der Umgang mit den Waffen ist nur auf dem Schießplatz erlaubt, der Lauf muss immer auf die Ziele gerichtet sein und die Waffe muss nach jedem Schiessen wieder sicher verwahrt werden. Christophe Dinet ist seit anderthalb Jahren Vorsitzender des VSF Tir Cible, und sieht dies als eine große Verantwortung. Er muss mit jedem neuen Mitglied ein persönliches Gespräch führen und kontrollieren, dass er oder sie nicht in der nationalen Kartei der Personen, denen der Erwerb und Besitz von Waffen untersagt ist, eingetragen ist.

    „Wir wollen keine Cowboys“, sagt er auf France 2, „und wir sind auch keine Cowboys!“.

    Lesen Sie auch: Feuerwaffen: Zahl der Mitglieder in den Schützenvereinen Frankreichs stark gestiegen

  • Der Rechnungshof weist auf Fehler bei der Berechnung künftiger Renten hin

    Der Rechnungshof weist auf Fehler bei der Berechnung künftiger Renten hin

    Wer in Frankreich bald in Rente gehen will, sollte seine Daten im Detail überprüfen, um Fehler bei der Berechnung der Rente zu vermeiden. Dem Rechnungshof zufolge enthielt 2021 jede siebte Rentenakte Fehler.

    Glücklicherweise ist Pascal Belnoue ein vorausschauender Mensch. Als sich der leitende Angestellte mit der Höhe seiner zukünftigen Rente beschäftigte, war das eine kalte Dusche. „Mir wurde klar, dass ein Arbeitsverhältnis fehlte. Drei Jahre Gehalt, drei Jahre Quartale, die von der nationalen Rentenversicherung (Caisse nationale d’assurance vieillesse, CNAV) nicht berücksichtigt wurden“, erklärt er auf dem Sender France 3. Ein Versäumnis, das ihn 250 Euro pro Monat hätte kosten können. Nach einer Beschwerde bekam er nach einem Jahr Streit schlussendlich Recht.

    70 Millionen Euro fehlen den französischen Rentnern
    Der Fall von Pascal Belnoue ist bei weitem kein Einzelfall, wie der Rechnungshof in einem neuen Bericht aufzeigt. Ihm zufolge gibt es bei einer von sieben Rentenberechnung Fehler. In drei Vierteln der Fälle gehen diese Fehler zu Lasten der Rentner, so dass den französischen Rentnern insgesamt 70 Millionen Euro verloren gehen. In Frankreich hat man nach seiner Pensionierung nur zwei Monate Zeit, um eine Beschwerde einzureichen…

  • Feuerwaffen: Zahl der Mitglieder in den Schützenvereinen Frankreichs stark gestiegen

    Feuerwaffen: Zahl der Mitglieder in den Schützenvereinen Frankreichs stark gestiegen

    Während die Schießereien in den USA Forderungen zur Waffenkontrolle immer lauter werden lassen, entsteht in Frankreich eine Pro-Waffen-Bewegung mit einer steigenden Zahl von Mitgliedern in Schützenvereinen.

    Schützenvereine ziehen in Frankreich immer mehr Mitglieder an. Im Jahr 2011 waren es 145.000, am Mittwoch, dem 1. Juni 2022, waren es mehr als 242.000. Für diesen Anstieg gibt es mehrere Gründe. „Es gibt eine Beschleunigung durch die Ukraine-Krise und als es die Attentate im Jahr 2015 gab, hatten wir bereits einen Zuwachs an Mitgliedern“, erklärt Christophe Dinet, Präsident des Schützenvereins von La Ferté-Bernard (Sarthe) auf dem Sender France 2.

    Pro-Waffen-Aktivisten in sozialen Netzwerken
    In der Nähe von Toulouse (Haute-Garonne) hat sich ein 22-jähriger Student ganz legal einen Bestand an Schusswaffen angelegt. Als Mitglied eines Schützenvereins und mit einer Genehmigung der Präfektur darf er Schusswaffen der Kategorien B und C besitzen. Er setzt sich für das Tragen von Waffen der Bürder ein. „Es ist ein Gegenstand, der mir eines Tages das Leben retten könnte“, argumentiert er. In den letzten Jahren haben sich immer mehr Waffenbefürworter in Frankreich in den sozialen Netzwerke zusammengefunden.

  • Kredite für Immobilien-Käufer in Frankreich immer schwieriger zu bekommen

    Kredite für Immobilien-Käufer in Frankreich immer schwieriger zu bekommen

    Vielen Hauskäufern in Frankreich wird seit dem 1. Juni die Aufnahme eines Immobilienkredits verweigert. Die steigenden Immobilienzinsen hindern sie daran, sich ein Eigenheim zu kaufen.

    Für viele Franzosen wird das Investieren in Immobilien zunehmend unerreichbar. Pierre Bazire dachte, er könne sich 205.000 Euro für eine Wohnung von der Bank leihen. „Ich hatte im Internet Simulationen durchgeführt und dachte, ich hätte ein ziemlich gutes Profil, um kaufen zu können, und am Ende hat sich herausgestellt, dass das nicht wirklich der Fall war. Die Zinsen sind gestiegen“, erklärt er gegenüber France 2. Für ihn liegt das Problem im Zinssatz. Wenn die Summe aus Versicherungsgebühren, Provisionen und dem Zinssatz 2,40% des Kreditbetrags übersteigt, wird das Darlehen automatisch abgelehnt.

    Die Immobilienzinsen werden weiter steigen
    Da die Immobilienzinsen steigen, werden auch die Ablehnungen immer häufiger. Auch die Zentralbanken erhöhen ihre Zinssätze, was das Leben der Immobilien-Käufer weiter erschweren könnte. „Die Zentralbanken haben heute keine andere Möglichkeit, als die Zinsen zu erhöhen, also werden auch die Immobilienzinsen weiter steigen“, erklärt Estelle Brack, Bank- und Finanzexpertin, auf dem Sender France 2. Das Wirtschaftsministerium will nach Lösungen suchen.

  • Jubiläum: Emmanuel Macrons Hommage an die Königin von England (Video)

    Jubiläum: Emmanuel Macrons Hommage an die Königin von England (Video)

    In einem Video würdigt Staatspräsident Emmanuel Macron die Königin von England anlässlich ihres Platinjubiläums. Der Staatschef spricht auf Englisch und betont die „unerschütterliche Freundschaft“ zwischen beiden Ländern. Emmanuel Macron würdigte am Donnerstag, den 2. Juni, anlässlich ihres Platinjubiläums die „Hingabe“ von Königin Elizabeth II. und die „unverbrüchliche Freundschaft“ zwischen Frankreich und dem Vereinigten Königreich. der französische Präsident drückte seine Dankbarkeit gegenüber der Queen als einer „so engen Verbündeten“ aus. „Sie sind der goldene Faden, der unsere beiden Länder verbindet, der Beweis für die unverbrüchliche Freundschaft zwischen unseren Nationen“, so der französische Präsident in seiner Botschaft an das britische Staatsoberhaupt. „Sie waren in Ihrer Präsenz eine ständige Quelle der Weisheit für die Führer unserer beiden Länder“.

    „Sie sind unsere Freundin, unsere so enge Verbündete, ein Bei…

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  • Verkehrssicherheit: 2.944 Todesopfer im Jahr 2021 – starker Anstieg bei Radfahrern

    Verkehrssicherheit: 2.944 Todesopfer im Jahr 2021 – starker Anstieg bei Radfahrern

    Die Zahl der Verkehrstoten ging im französischen Mutterland im Vergleich zu 2019 um 9% zurück, in Übersee stieg sie jedoch an (+8%). Bei den Radfahrern stieg die Todeszahl um 21%! Im Jahr 2021 starben insgesamt 2.944 Menschen auf den Straßen des Hexagons, so die endgültige Bilanz, die am Mittwoch, dem 1. Juni, von der Sécurité routière veröffentlicht wurde. Das sind drei Todesfälle weniger als die Ende Januar veröffentlichte vorläufige Bilanz (2.947). Die Zahl der Verkehrstoten in den französischen Überseegebieten ist jedoch um 8% gestiegen (275 Tote), so dass insgesamt 3.219 Menschen im Jahr 2021 auf französischen Straßen starben. Im Jahr 2021 ist die Sterblichkeit im Zusammenhang mit Unfällen im Straßenverkehr somit um 9% gegenüber 2019 zurückgegangen. Das Jahr 2021 war in der ersten Jahreshälfte noch von Reisebeschränkungen und der Schließung der Nachtclubs geprägt. Unter Autofahrern gab es 1.414 Todesfälle, bei motorisierten Zweirädern waren 668 Todesfälle und unter Fußgängern 414 Todesfälle zu beklagen. Mehr Todesfälle unter Rad- und Rollerfahrern Auffällig ist der Anstieg von tödlichen Unfällen unter Radfahrern, 227 von ihnen verloren ihr Leben, das ist ein Zuwachs von 21%. Laut dem Verband Vélos&Territoires stieg die Fahrradnutzung im Jahr 2021 insbesondere in ländlichen Gebieten um 14% und in städtischen Gebieten um 31% im Vergleich zu 2019. Die Zahl der Todesfälle unter den Nutzern von Elektrorollern hat sich sogar mehr als verdoppelt: 2021 wurden 24 Todesfälle gezählt, 2019 waren es gerade einmal 10. Frankreichs Strassenverkehr war 2021 deutlich tödlicher als 2020, als 2.550 Todesfälle beklagt wurden, was einem Anstieg von 16% entspricht. Im Covid-19-Jahr 2020 war die Zahl der Verkehrstoten auf den niedrigsten Stand der Nachkriegszeit gesunken, was auf Einschränkungen in der Gesundheitskrise und des dadurch verursachten Rückgangs des Verkehrsaufkommens zurückzuführen war.
  • Angesichts der Klimakrise beschließen Studenten den Boykott bestimmter Unternehmen

    Angesichts der Klimakrise beschließen Studenten den Boykott bestimmter Unternehmen

    Sie nennen sich „Bifurqueurs“. Immer mehr Studenten von französischen Elitehochschulen weigern sich, für Unternehmen zu arbeiten, die nicht genug für die Umwelt tun, und rufen angesichts der Klimadringlichkeit zu einem Umdenken auf.

    Es war Anfang Mai, bei der Abschlussfeier der Ingenieurschule Agro Paris Tech. Acht Studenten kommen auf die Bühne, jeder mit einem kleinen Zettel in der Hand. Sie wenden sich an ihre Mitschüler und Kollegen mit einer Botschaft des Aufbruchs. „Agro Paris Tech bildet jedes Jahr Hunderte von Schülern aus, um in der Industrie auf verschiedene Arten zu arbeiten (…) Diese Jobs zu wählen, bedeutet, allen zu schaden, indem man den Interessen einiger weniger dient“, sagt einer von ihnen.

    Das Video machte schnell die Runde in den sozialen Netzwerken. Die Studenten bezeichnen sich selbst als „Bifurkatoren“. Mit anderen Worten: Sie weigern sich, an einem System teilzunehmen, das ihrer Meinung nach die Natur und die biologische Vielfalt zerstört. Es handelt sich um eine Art Elitenrevolte, wie Julia, eine der acht Studenten, erklärt: „Wir glauben nicht daran, dass wir die Dinge von innen heraus ändern können. Innerhalb des Systems glauben wir, dass eher das System uns verändern wird, als dass wir es verändern werden.“

    Sie wollen nützlich sein und das Bewusstsein für die globale Erwärmung schärfen: Welche Berufswahlmöglichkeiten hat die grüne Jugend?

    Trotz ihrer Abschlüsse an den bekanntesten französischen Hochschulen haben diese Studenten nun andere Pläne. Für einige könnte es die Gründung einer kollektiven Farm sein. Die meisten aber sind der Meinung, dass es die lokale Ebene ist, die die Gesellschaft so verändern kann, dass sie wieder mit den natürlichen Grenzen und Begebenheiten nachhaltig vereinbar wird.

    Junge französische Agraringenieure nicht die einzigen, die sich auflehnen. Aber bei ihnen handelt es sich um eine erste radikale Bewegung. Die anderen Aktionen sind eher konventionell. So haben beispielsweise die HEC und die Écoles Normales Supérieures offene Briefe veröffentlicht, nachdem vor vier Jahren ein Kollektiv mit dem Namen „Pour un réveil écologique“ (Für ein ökologisches Erwachen) gegründet wurde, um auf Schulen und Unternehmen Einfluss zu nehmen. Das Manifest wurde von 30.000 Hochschul-Absolventen unterzeichnet.

    Ihr Ziel ist es, von innen heraus auf das Klima aufmerksam zu machen, erklärt Rémi Vanel, Ingenieur und Mitglied des Kollektivs: „Wir haben das Glück, dass wir uns unser Unternehmen aussuchen können. Wir haben einen gewissen Handlungsspielraum. Wir werden also ein Unternehmen auswählen können, das sich wirklich engagiert und in dem wir etwas verändern können. Wie sieht die Strategie des Unternehmens aus? Welche Unternehmenspolitik wurde eingeführt, um diese Themen zu behandeln?“

    „Es ist besser, bestimmte Unternehmen zu boykottieren und zu Unternehmen zu gehen, die diese Themen wirklich berücksichtigen“, sagt Rémi Vanel, Ingenieur und Mitglied des Kollektivs „Pour un réveil écologique“ (Für ein ökologisches Erwachen) gegenüber Franceinfo.

    Für die Einen ist es eine Revolte, für die Anderen ein Erwachen. Allen gemeinsam ist das steigende Engagement einer Generation für das Klima. Die jungen Leute begnügen sich nicht mehr damit, den Müll zu sortieren, erklärt Théo Rougier, ein Aktivist und Organisator der Klimamärsche. „Es gibt eine Generation, die schon ein bisschen zu sehr im System verankert ist. Das sind Leute, die heute zwischen 40 und 50 Jahre alt sind, die einen Kredit aufgenommen und drei Kinder zu ernähren haben. Sie können noch so sehr auf diese Themen sensibilisiert sein, es ist kompliziert für sie, aus diesem System auszusteigen“, erklärt Rougier. „Deshalb findet der Umschwung in der Generation der 18- bis 24-Jährigen statt…“

    Junge Menschen mit höheren Ansprüchen an den Klimaschutz
    Gelingt es aber diesen Studenten wirklich, Einfluss auf die Unternehmen zu nehmen? Der Chef der Personalverantwortlichen in Frankreich, Benoît Serre, versichert gegenüber Franceinfo, dass das mittlerweile tatsächlich der Fall ist. Da Ingenieure sehr gefragt sind, müssen sich die Unternehmen als beispielhaft erweisen, wenn sie Studierende der Grandes Ecoles anziehen wollen. „Die gesamte neue Generation, insbesondere nach der Pandemie, ist in diesen Fragen ziemlich anspruchsvoll. Wir merken das, weil sie uns darauf ansprechen, wenn wir sie anwerben wollen.“

    Auch die Schulen tragen mittlerweile der neuen Bewegung Rechnung. Die Elite-Universität HEC in Paris zum Beispiel hat kürzlich ihr Programm überarbeitet, um die neuen klimatischen Anforderungen ihrer Studenten zu integrieren.

    Das Motto der HEC lautet: „Einfluss zu nehmen, nicht nur auf die Wirtschaft, sondern auf die Gesellschaft im weitesten Sinne, ist die wichtigste Berufung der HEC Paris.“