Kategorie: Südost

  • Peillon – Wo die Zeit in den Felsen ruht

    Peillon – Wo die Zeit in den Felsen ruht

    13 Kilometer von der mondänen Hektik Nizzas entfernt schmiegt sich Peillon an einen Felssporn, als hätte es sich dort versteckt – nicht vor der Welt, sondern vor dem Lärm der Moderne. Wer diesen kleinen Ort im Hinterland der Côte d’Azur entdeckt, landet nicht einfach in einem Dorf – sondern in einem anderen Jahrhundert. Ein Dorf […]

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  • Abschied von einem Industriellen Wahrzeichen

    Abschied von einem Industriellen Wahrzeichen

    In Villefranche‑sur‑Saône im Département Rhône geht ein Kapitel Industriegeschichte zu Ende. Der Konzern Danone plant, seinen traditionsreichen Blédina‑Standort im Juli 2027 zu schließen – ein Werk, das seit 1881 besteht und auf Cerealien für Kleinkinder spezialisiert ist. Die Marken Blédine und Phosphatine sind in ganz Frankreich bekannt. Nun droht dem Ort der Verlust eines symbolträchtigen Arbeitgebers. Warum jetzt? Mehrere Gründe führen zur geplanten Stilllegung: Die Produktionsmenge des Standorts ist seit 2007 um die Hälfte gesunken. Der Markt für Säuglings- und Kleinkindernahrung in Europa schrumpft, unter anderem wegen sinkender Geburtenraten. Danone hat in den letzten zehn Jahren rund 134 Millionen Euro investiert, doch die erwartete Wettbewerbsfähigkeit – insbesondere im Exportgeschäft – blieb aus. Das Unternehmen spricht von einem notwendigen Schritt, um sich global besser aufzustellen. Doch vor Ort klingt das wie eine Kapitulation. Ein Werk mit Heimatgefühl Blédina ist für vi…

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  • Familiendrama in Nizza: Als das Zuhause zur tödlichen Falle wurde

    Familiendrama in Nizza: Als das Zuhause zur tödlichen Falle wurde

    Es war Dienstag, der 4. November 2025, mitten am Tag, als sich im Viertel Les Moulins in Nizza eine Tragödie ereignete, die unter die Haut geht. In einem Wohnblock, wo Kinder auf dem Hof spielen und der Duft von Mittagessen durch die Gänge zieht, rief jemand um Hilfe – zu spät. Ein Mann erstach seine 39-jährige Partnerin. Ihre gemeinsame Tochter, 17 Jahre alt, wurde dabei ebenfalls schwer verletzt. Ein tödliches Familiendrama, das tiefe Wunden hinterlässt – in einer Familie, in einer Nachbarschaft, in einer ganzen Gesellschaft. Tatort Alltag Es war kurz nach 13 Uhr, als der Notruf einging. Die Polizei rückte aus und fand eine Szene vor, wie sie sich keiner wünscht. Die Frau war nicht mehr zu retten, die Tochter rang mit dem Tod. Der Täter? Der Vater selbst, geboren 1978, Vater von sieben Kindern. Er wurde noch vor Ort festgenommen. Die Familiengeschichte, die sich hinter verschlossenen Türen abspielte, wirft Fragen auf. Nicht zum ersten Mal war der Mann mit der Justiz in Berührung geko…

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  • Mord an einem Anwalt – und ein Prozess, der viel mehr ist als nur ein Strafverfahren

    Mord an einem Anwalt – und ein Prozess, der viel mehr ist als nur ein Strafverfahren

    Ein Justizdrama, das über ein Jahrzehnt alt ist, entfaltet sich nun vor den Augen der Öffentlichkeit: Der Mord an dem korsischen Anwalt Antoine Sollacaro wird seit dem 3. November 2025 vor dem Schwurgericht der Bouches-du-Rhône in Aix-en-Provence verhandelt. Dreizehn Jahre nach der Tat. Und die Spannungen sind mit Händen zu greifen. Die Geschichte beginnt mit einer Hinrichtung. Am 16. Oktober 2012, einem Dienstagmorgen in Ajaccio, wird Antoine Sollacaro erschossen – kaltblütig, am Steuer seines Porsche, vor einer Tankstelle. Der Täter kam auf einem Motorrad, feuerte aus nächster Nähe und verschwand. Der Tod des prominenten Strafverteidigers erschütterte ganz Frankreich. Es war der erste Mord an einem Anwalt seit zwanzig Jahren. Doch Sollacaro war nicht irgendein Jurist. Er war eine Institution: ehemaliger Präsident der Anwaltskammer von Ajaccio, Verteidiger von Größen der korsischen Nationalisten-Szene wie Yvan Colonna oder Alain Orsoni. In seinen Plädoyers verband sich Justiz mit Poli…

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  • Joigny – Genuss & Qualität an beiden Ufern der Yonne

    Joigny – Genuss & Qualität an beiden Ufern der Yonne

    Joigny. Schon der Name klingt ein wenig wie ein langgezogenes Seufzen – und genauso fühlt sich ein Besuch dort auch an. Die Stadt liegt direkt an der Yonne, etwa auf halbem Weg zwischen Auxerre und Sens, mitten im grünen Herzen von Burgund. Hier verbinden sich Altstadtromantik, exzellente Gastronomie und die Gelassenheit einer kleinen Flussstadt zu […]

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  • Mord in Mouans-Sartoux: Als das eigene Zuhause zum Tatort wurde

    Mord in Mouans-Sartoux: Als das eigene Zuhause zum Tatort wurde

    Ein kleiner Ort, eine ruhige Straße, ein unscheinbares Wohnhaus. Nichts deutete darauf hin, dass sich hinter einer Wohnungstür in Mouans-Sartoux – dieser kleinen südfranzösischen Gemeinde in den Alpes-Maritimes – ein Drama abspielen würde, das am Ende mit einem grausamen Mord endet. Doch am Sonntagmittag, dem 2. November 2025, kurz nach 13 Uhr, bricht hier der Alltag jäh auseinander. Ein Mann um die 60 wird im Eingangsbereich des Wohnhauses mit mehreren Messerstichen getötet. Der mutmaßliche Täter? Sein eigener Sohn. Ein Verbrechen mit Zeugen Die Szene ist brutal. Mehrere Nachbarn werden Augenzeugen, als sich die Tat mitten in den gemeinschaftlich genutzten Fluren des Hauses ereignet. Laut Bürgermeister Pierre Aschieri soll der Sohn seinen Vater direkt vor der Familienwohnung attackiert haben – mit solcher Wucht, dass der zuständige Staatsanwalt später von einer „ungewöhnlichen Gewalt“ spricht. Minuten nach dem Angriff zieht sich der Täter in die elterliche Wohnung zurück, wo ihn die G…

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  • Marseille kocht – Wie junge Köchinnen und Köche die Mittelmeerstadt neu erfinden

    Marseille kocht – Wie junge Köchinnen und Köche die Mittelmeerstadt neu erfinden

    Es riecht nach Zitronengras, frisch gebackenem Brot, gebratenen Paprikaschoten und wildem Rosmarin. Wer durch Marseille schlendert, merkt sofort: Hier entsteht etwas. Die Stadt, einst nur für Bouillabaisse und Hafenflair bekannt, wird zur Spielwiese einer neuen Generation von Küchenkünstlern. Jung, mutig, manchmal frech – und mit jeder Menge Geschmack im Gepäck.

    Eine stille Revolution zieht durch die Gassen, mit Pfannen statt Parolen.


    Wenn Gemüse zur Hauptrolle wird

    Frühling, Rue du Paradis: Ein junges Paar eröffnet das Restaurant Mauvaise Herbe. Vegan, bunt, unaufgeregt – und mitten in einer Stadt, die sonst lieber Fisch und Aioli auf den Tisch bringt.

    „Das vegetarische Angebot war hier ziemlich dünn“, erzählt Nicolas Plumelle, Mitgründer. „Wir wollten, dass Gemüse und Kräuter endlich ihren Platz bekommen.“

    Das Konzept? Voll eingeschlagen. Jeden Mittag sitzen rund 70 Gäste in der Sonne, schlürfen hausgemachte Säfte, reden über Geschmack statt Kalorien.
    Marseille, die alte Seele, entdeckt ihr grünes Herz.

    Und genau da liegt die Magie: Diese neuen Köche predigen nicht, sie verführen. Sie nehmen die lokale Küche, drehen sie einmal durch die Welt und servieren sie mit einem Augenzwinkern.


    Zwischen Afrika und Mittelmeer

    Wer durch den Markt von Noailles streift, kann Hugues Mbenda kaum übersehen. 36, offen, herzlich, mit dem Lächeln eines Mannes, der seinen Platz gefunden hat. Sein Restaurant Libala & Kin vereint zwei Welten – Kongo und Provence, Zitronengras trifft auf Safran, Maniok auf Dorade.

    „Marseille gibt jungen Leuten Chancen“, sagt er. „Hier kann man etwas wagen, auch mit kleinem Budget. Die Märkte sind voll, das Publikum neugierig.“

    Er greift sich eine Handvoll Shiitake-Pilze, rührt in einem Sud aus süßem Chili und Limette – und man spürt: Dieser Mann kocht Geschichten, keine Gerichte.

    Marseille lässt ihn atmen.


    Kreativität mit Nachgeschmack – im besten Sinn

    Am Rand der Innenstadt, irgendwo zwischen Bar à Vin und Atelier, steht Zuri Camille de Souza am Herd. Die indischstämmige Köchin zaubert an diesem Abend Tempura aus lokalen Chilis, serviert mit rohem Gemüse und Dips, die klingen, als hätte jemand Südindien und Südfrankreich an einen Tisch gesetzt.

    „In Marseille kennt man sich. Es gibt Nähe, Austausch, echtes Miteinander“, sagt sie. „Man hilft sich, probiert zusammen, teilt Ideen.“

    Und tatsächlich – das ist das Geheimrezept der Stadt. Statt Konkurrenz gibt’s Kooperation.
    Marseille hat nur vier Sterne-Restaurants, doch dafür hunderte funkelnde Köpfe, die Tag für Tag Neues auf die Teller bringen.


    Zwischen Improvisation und Intuition

    Was ist eigentlich typisch marseillais?
    Ein Ratatouille mit Kurkuma? Ein Raviolo mit Meeresfrüchten und Tamarinde? Oder doch die klassische Bouillabaisse – aber vegan?

    Hier verschwimmen die Grenzen. Das alte „entweder oder“ existiert nicht mehr. Stattdessen ein neugieriges „warum nicht?“.

    Die Köchinnen und Köche dieser neuen Welle spielen mit Texturen, Aromen, Erinnerungen. Sie kaufen morgens am Hafen ein, mittags wird gekocht, abends improvisiert. Kein Menü gleicht dem anderen.

    Und ja, manchmal landet etwas Ungewöhnliches auf dem Teller. Aber genau das liebt das Publikum: Es kommt, um überrascht zu werden.


    Wenn Essen verbindet

    Marseille war schon immer eine Stadt des Austauschs. Jetzt zeigt sie, dass das auch in der Küche funktioniert.
    Im Sommer sitzen die Menschen draußen, irgendwo zwischen Olivenbäumen und Meerblick, teilen eine Flasche Wein, lachen, probieren, diskutieren.

    „Ich will, dass man in meinen Gerichten den Kongo und das Mittelmeer schmeckt“, sagt Mbenda. „Beide sind Teil von mir.“

    Ein Satz, der für viele hier gelten könnte.
    Denn Kochen in Marseille heißt: Identität auf den Teller bringen – ohne Etiketten, ohne Angst.


    Eine Stadt im Kochrausch

    Überall poppen neue Konzepte auf. Foodtrucks mit poetischen Namen, kleine Bistros in alten Werkstätten, Weinbars mit Mini-Küchen und maximaler Idee.

    Die Zutaten sind einfach: gute Produkte, Neugier, Mut. Und natürlich Sonne – viel Sonne.

    Manchmal geht’s schief. Aber wer scheitert, steht einfach wieder auf, lächelt und probiert was Neues. Das passt zur Stadt, die nie ganz perfekt, aber immer lebendig ist.


    Der Geist von Marseille

    Marseille ist roh, herzlich, ungezähmt – und genau das spiegelt sich auf den Tellern wider.
    Hier darf’s scheppern, rauchen, duften. Hier wird gelacht, diskutiert, gewürzt, probiert.

    Man spürt, dass hinter jeder Küche eine Geschichte steckt: von Herkunft, Aufbruch, manchmal Heimweh.
    Und vielleicht ist es genau das, was die neue Marseiller Küche so besonders macht – sie hat Herz.

    Hast du schon mal einen Ort geschmeckt?
    Marseille schmeckt nach Sonne, Salz, Pfeffer und einem Schuss Verrücktheit.


    Blick nach vorn

    Gerüchte machen die Runde: Junge Talente aus Lyon, Paris, sogar Berlin überlegen, nach Marseille zu ziehen. Warum? Weil hier Freiheit weht – und Platz für Neues.

    Manche träumen von einem Restaurant auf einem Boot, andere von einer Küche unter freiem Himmel.
    Und wer weiß? Vielleicht steht der nächste große Name der französischen Gastronomie bald hier, irgendwo zwischen Hafen und Hügel.

    Marseille brodelt. Und das ist erst der Anfang.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Gestorben für ein Like: Wenn aus Mutproben tödlicher Wahnsinn wird

    Gestorben für ein Like: Wenn aus Mutproben tödlicher Wahnsinn wird

    Am Anfang stand ein vermeintlicher Spaß – ein harmloser Adrenalinkick unter Freunden. Doch für Macéo, 14 Jahre alt, endete dieser Ausflug in den Tod. In den Fluten der Durance nahe Briançon, einer ruhigen Bergstadt in den französischen Alpen, wurde sein lebloser Körper geborgen. Der Grund: ein gefährlicher Trend aus den sozialen Netzwerken, bei dem Jugendliche sich auf Matratzen oder Bettgestelle binden lassen, um sich dann von einem Auto über Straßen, Schnee oder Sand ziehen zu lassen. Dieses sogenannte „Car Surfing“ ist kein neues Phänomen. In den USA und Großbritannien ist es seit Jahren als riskante Mutprobe unter Jugendlichen bekannt. Doch mit der rasanten Verbreitung über Plattformen wie TikTok oder Instagram hat der Trend eine neue Dimension erreicht – und nun auch Frankreich. Macéo wurde bei Einbruch der Dunkelheit auf eine alte Matratze geschnallt, befestigt an einem Fahrzeug, das ihn durch die Kurven von Briançon ziehen sollte. Eine Szene, wie sie in unzähligen Online-Videos …

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  • Cannes im Schockzustand: Wie ein betrunkener Fahrer das Leben einer Familie zerstörte

    Cannes im Schockzustand: Wie ein betrunkener Fahrer das Leben einer Familie zerstörte

    Es ist ein milder Herbstabend in Cannes. Menschen gehen einkaufen, die Straßen sind belebt, Stimmen vermischen sich mit dem Schein der Straßenlaternen. Nichts deutet auf das hin, was wenige Minuten später das Leben dreier Menschen – und die Ruhe einer ganzen Stadt – erschüttern wird. Ein SUV rast durch die Stadt. Auf dem Boulevard Carnot, einer der meistbefahrenen Straßen der Küstenmetropole, steigt eine 35-jährige Mutter gerade aus dem Auto. Sie lädt ihre Einkäufe aus. Neben ihr: ihre zwölfjährige Tochter und die 14-jährige Nichte. Dann geschieht das Unfassbare. Mit brutaler Wucht erfasst der SUV alle drei. Die Szene, die sich kurz vor 21 Uhr am 31. Oktober abspielt, ist so heftig, dass selbst massive Straßenbegrenzungen meterweit weggeschleudert werden. „Man hörte einen gewaltigen Knall, dann Schreie – so laut, dass ich sofort losrannte“, berichtet ein Zeuge. „Als ich das Ausmaß sah, holte ich mein Handy und rief sofort die Feuerwehr.“ Die Mutter wird in den Kofferraum ihres Fahrzeug…

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  • Tödliche Schüsse in Clermont-Ferrand: Eine Stadt zwischen Angst und Abrechnung

    Tödliche Schüsse in Clermont-Ferrand: Eine Stadt zwischen Angst und Abrechnung

    Es war ein lauer Freitagabend, wie ihn Clermont-Ferrand zu dieser Jahreszeit gut kennt. Doch gegen 20:30 Uhr zerriss ein scharfes Knattern die Stille im Norden der Stadt – Schüsse fielen im Viertel Croix-de-Neyrat. Zurück blieben zwei Verletzte, einer davon mit lebensgefährlichen Verletzungen. Wenige Stunden später war klar: Für diesen jungen Mann endete der Abend tödlich. Ein 20-Jähriger, bereits bekannt bei der Polizei wegen Drogenhandels, wurde mit Schussverletzungen im Brust- und Bauchbereich ins Krankenhaus gebracht. Trotz aller Bemühungen der Rettungskräfte konnte sein Leben nicht gerettet werden. Er starb kurz nach seiner Einlieferung. Ein zweiter Mann, 53 Jahre alt, erlitt eine Verletzung am Arm – er konnte das Krankenhaus am Samstagmorgen wieder verlassen. Was bleibt, ist ein Stadtteil im Schockzustand. Croix-de-Neyrat: Zwischen Alltagsleben und latenter Gewalt Das Viertel Croix-de-Neyrat ist in polizeilichen Berichten nicht unbekannt. Wie viele sogenannte „quartiers sensibles…

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