Kategorie: Südost

  • Tragödie auf dem Weinberg: Drei Bauarbeiter sterben bei einem Mauereinsturz in Pommard

    Tragödie auf dem Weinberg: Drei Bauarbeiter sterben bei einem Mauereinsturz in Pommard

    Ein gewöhnlicher Dienstagmorgen im beschaulichen Weinort Pommard, Côte-d’Or – und plötzlich ist nichts mehr wie zuvor. Der 13. Mai 2025 endet für drei Familien in tiefster Trauer, nachdem ein tragischer Arbeitsunfall drei Bauarbeitern das Leben gekostet hat. Der Grund: Ein massiver Steinmauerabschnitt auf einem Weingut stürzte ein – mitten während der Sicherungsarbeiten.

    Die drei Männer, 45, 56 und 58 Jahre alt, gehörten zum Team der Firma Guy Bernard. Diese ist bekannt für ihre Spezialisierung auf Bauprojekte in Weinbergen. An jenem Tag waren sie mit der Konsolidierung einer historischen Mauer beschäftigt – ein Teil eines zukünftigen Lager- und Gärgebäudes. Doch das Bauwerk, das eigentlich stabilisiert werden sollte, brach in sich zusammen und begrub die Arbeiter unter Tonnen von Gestein.

    Trotz des schnellen Einsatzes von 28 Feuerwehrleuten und dem Notarztteam des SAMU kam jede Hilfe zu spät. Die Männer konnten nur noch tot geborgen werden. In der Rue du Parc herrschte fassungslose Stille – nicht nur unter den Rettungskräften, sondern auch bei den Nachbarn, die das Unglück miterlebten.

    Ein Schock, der sitzt.

    Die Behörden haben sofort reagiert. Der Staatsanwalt von Dijon, Olivier Caracotch, leitete eine Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung im Arbeitskontext ein. Die Gendarmerie von Beaune sowie die Arbeitsinspektion haben den gesamten Bauplatz abgeriegelt. Die Untersuchungen sind im vollen Gange – jetzt wird jeder Stein umgedreht, im wahrsten Sinne.

    Solche Ereignisse rütteln auf. Denn es geht nicht nur um einen Einzelfall – sondern um ein viel größeres Problem.

    In Frankreich gibt es zahlreiche Regionen, in denen historische Steinmauern und alte Bauwerke Teil des Landschaftsbilds sind. Der Reiz dieser Bauweise liegt auf der Hand – ihre Risiken ebenso. Besonders bei Renovierungen oder Eingriffen an alten Gemäuern ist äußerste Vorsicht gefragt. Nicht selten fehlen genaue Baupläne, das Material ist über Jahrzehnte gealtert, oft porös und nicht selten instabil.

    Und doch – der Druck auf den Baustellen ist groß.

    Die Gewerkschaft CGT Construction bringt es auf den Punkt: Zu hohe Arbeitsgeschwindigkeiten, zu viele Subunternehmer, zu wenig Sicherheit. Ihre Forderung nach strengeren Sicherheitsmaßnahmen im Baugewerbe kommt nicht überraschend – aber mit aller Deutlichkeit.

    „Dieser Vorfall darf nicht folgenlos bleiben“, heißt es in einer Erklärung. Wie viele Menschenleben müssen noch verloren gehen, bis sich strukturell etwas ändert?

    Auch François Sauvadet, Präsident des Départementrats Côte-d’Or, meldete sich zu Wort. Seine Anteilnahme gilt den Familien – seine Worte sind klar. Solche Unfälle lassen niemanden kalt, besonders in kleinen Gemeinden wie Pommard, wo man sich kennt und das Miteinander noch zählt.

    Die psychologische Unterstützung für die Kollegen der Opfer wurde umgehend eingerichtet – ein wichtiger, aber schmerzlicher Schritt. Denn die Lücke, die dieser Verlust hinterlässt, ist tief. Auf der Baustelle, im Betrieb, in den Familien.

    Klar ist: Dieser Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Zustände auf französischen Baustellen – gerade im Kontext von Renovierungen historischer Bauten. Die Debatte über Arbeitssicherheit, Haftung und Prävention flammt neu auf.

    Wie kann sichergestellt werden, dass Menschen, die jeden Tag hart an der Basis arbeiten – für unsere Infrastruktur, für unsere Städte und für unsere Kulturstätten – abends heil nach Hause zurückkehren?

    Ein nüchterner Blick in die Statistik zeigt: Bauarbeiten zählen weiterhin zu den gefährlichsten Berufen in Frankreich. Und dennoch bleibt das Thema Sicherheit oft ein Stiefkind der Prioritätenliste.

    Vielleicht braucht es solche schmerzhaften Mahnmale, um endlich umzudenken. Doch das ist ein hoher Preis – zu hoch.

    In Pommard schweigen an diesem Tag die Maschinen. Stattdessen legen Kollegen Blumen nieder. Ein stilles Gedenken – ein Moment der Ehrfurcht vor dem Leben und dem, was es so zerbrechlich macht.

    Von C. Hatty

  • Verteidigung der Freiheit: Robert De Niro rechnet in Cannes mit Donald Trump ab

    Verteidigung der Freiheit: Robert De Niro rechnet in Cannes mit Donald Trump ab

    Hollywood-Legende Robert De Niro hat bei der Eröffnung des Filmfestivals in Cannes kein Blatt vor den Mund genommen. Mit scharfen Worten prangerte er Donald Trump an und rief Künstler weltweit auf, die Demokratie zu verteidigen – mit Leidenschaft und Entschlossenheit.

    Der 81-jährige Schauspieler, der mit einer Ehrenpalme für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, nutzte die Bühne nicht nur für Dankesworte. Vielmehr verwandelte er seine Rede in einen flammenden Appell für Freiheit, Vielfalt und künstlerische Ausdruckskraft – Werte, die seiner Meinung nach durch autokratische Tendenzen bedroht sind.

    „Kunst ist inklusiv, Kunst sucht nach Freiheit, Kunst lebt von Diversität – und genau deshalb wird sie angegriffen“, sagte De Niro mit fester Stimme, während die Zuschauer im Grand Théâtre Lumière gebannt lauschten. Die symbolträchtige Kulisse des renommierten Filmfestivals schien ihm den perfekten Rahmen für seine Botschaft zu bieten.

    Die politische Spitze war klar adressiert: Donald Trump. Für De Niro ist der US-Präsident der Inbegriff einer Bedrohung für demokratische Grundwerte – „ein ignoranter Mann“, wie er ihn nannte. Seine Kritik reichte dabei über bloße Rhetorik hinaus: Trump habe die Mittel für Geisteswissenschaften gekürzt, Bildungsprogramme vernachlässigt und fordere nun sogar 100 Prozent Zoll auf ausländische Filme. „Das ist inakzeptabel – und es betrifft nicht nur Amerika, es ist ein weltweites Problem.“

    Man spürte: Hier spricht kein Schauspieler in einer Rolle, sondern ein besorgter Bürger, der sein politisches Engagement ernst nimmt. „Wir müssen heute handeln, sofort – friedlich, aber mit Leidenschaft und Überzeugung“, forderte De Niro unter tosendem Applaus. Dabei rief er alle freiheitsliebenden Menschen auf, sich zu organisieren, zu protestieren und – wenn es an der Zeit ist – zu wählen.

    Ist es nicht genau das, was Kunst und Kultur leisten können? Sprachrohr sein für all jene, die keine Bühne haben – und eine Vision vermitteln von einer gerechteren Welt. De Niro zeigte in Cannes, dass Kino mehr ist als Unterhaltung. Es ist auch politisches Statement, Spiegel der Gesellschaft und Kampfansage gegen Unterdrückung.

    Juliette Binoche, die diesjährige Jurypräsidentin, und Moderator Laurent Lafitte begrüßten seine Worte und würdigten das Engagement der Schauspielerinnen und Schauspieler, die ihre Stimme für gesellschaftliche Themen erheben. Gerade jetzt, in einer Zeit globaler Unsicherheit, sei diese Haltung wichtiger denn je.

    Zum Abschluss seiner Rede zitierte De Niro die französischen Grundwerte „Liberté, Égalité, Fraternité“ – ein Gänsehautmoment, bei dem selbst gestandene Branchenprofis ergriffen applaudierten. Es war ein Appell, der weit über die Mauern des Festspielhauses hinaus hallte.

    Denn klar ist: Die Freiheit, die viele für selbstverständlich hielten, steht auf dem Spiel. Und vielleicht braucht es genau solche Momente – wenn Kunst und Politik aufeinanderprallen – um daran zu erinnern, wie wertvoll sie ist.

    Von C. Hatty

  • Erdbeben erschüttert das Departement Vaucluse – viele wachen mit einem Schrecken auf

    Erdbeben erschüttert das Departement Vaucluse – viele wachen mit einem Schrecken auf

    Ein ganz normaler Dienstagmorgen im Mai – bis um 5:35 Uhr plötzlich der Boden bebte. Ein Erdbeben der Stärke 3,0 rüttelte am frühen 13. Mai 2025 die Menschen in der Vaucluse auf. Das Epizentrum lag nur rund acht Kilometer östlich von Avignon, in der Nähe von Morières-lès-Avignon.

    Klingt erstmal harmlos. Und doch – in Avignon, Vedène, Le Pontet oder Entraigues-sur-la-Sorgue war der Schreck spürbar.


    Ein lauter Knall – und dann vibrierten die Wände

    Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Auf den sozialen Netzwerken tauschten sich viele Anwohner direkt aus. Es war die Rede von einem „riesigen Knall“, gefolgt von Zittern in den Wänden und sich bewegenden Möbeln. Wer da noch geschlafen hatte, war spätestens jetzt hellwach. Manche dachten sogar an eine Explosion – kein Wunder, wenn man sich plötzlich wie in einem Actionfilm fühlt, während man noch im Pyjama dasteht.

    Glücklicherweise blieben Schäden und Verletzungen aus. Die Feuerwehr meldete keine Einsätze, und auch sonst gab es keine nennenswerten Folgen. Das Erdbeben ging also vergleichsweise glimpflich vorbei.


    Vaucluse – kein Neuling in Sachen Erdbeben

    Wer in dieser Region wohnt, weiß: Der Boden ist hier nie ganz ruhig. Die Vaucluse gehört zu einer Zone mittlerer Erdbebengefahr. Genauer gesagt sind 121 Gemeinden in Zone 3, weitere 30 sogar in Zone 4 eingestuft. Klingt technisch – heißt aber: Hier rumpelt es immer mal wieder.

    Erdbeben wie dieses kommen also öfter vor. Zwar sind sie meist nicht stark, doch sie erinnern daran, dass Naturgewalten auch in diesen Regionen Frankreichs ihre Spuren hinterlassen können. Und sie zeigen, wie wichtig es ist, Gebäude erdbebensicher zu bauen – das ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit.


    Keine Schäden – aber Schrecken

    Es braucht nicht immer einen Einsturz, damit ein Beben Wirkung zeigt. Dieses Ereignis hat das Bewusstsein vieler Menschen für die Gefahren der Erde geweckt.

    Gerade weil keine größeren Schäden entstanden sind, spricht man von Glück im Unglück. Aber kann man sich darauf verlassen? Die Behörden jedenfalls bleiben wachsam. Die seismologischen Institute beobachten die Region genau – rund um die Uhr.


    Naturphänomen oder Vorbote?

    Die Frage steht im Raum: War das ein Einzelfall oder ein Signal für mehr? Niemand kann das mit Sicherheit sagen. Aber die Geschichte zeigt – Erdbeben kündigen sich oft nicht an. Manchmal kommt der große Knall eben ohne Vorwarnung.

    Doch gerade das macht es so wichtig, vorbereitet zu sein. Von der Schulung der Einsatzkräfte über den richtigen Notfallplan bis hin zur Kommunikation – die Region muss auf alles gefasst sein. Das klingt dramatisch, ist aber der einzige Weg, Risiken zu minimieren.


    Ein Erdbeben, das wachrüttelt – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn

    Am Vormittag wurde vielerorts über das Erlebte gesprochen. In Cafés, beim Bäcker, auf dem Weg zur Arbeit – das Beben war Gesprächsthema Nummer eins. Kein Wunder, schließlich erlebt man so etwas nicht alle Tage. Und wer’s erlebt hat, vergisst es auch so schnell nicht.

    Und das zeigt: Auch kleine Naturereignisse haben ihre Wirkung. Sie stellen Fragen, rufen Erinnerungen wach, machen Menschen wachsam. Vielleicht ist das der größte Wert dieses Erdbebens – nicht die Stärke auf der Richterskala, sondern die Stärke des Eindrucks, den es hinterlässt.

    Von Andreas M. B.

  • Vézelay – wo Himmel und Erde sich die Hand geben

    Vézelay – wo Himmel und Erde sich die Hand geben

    Wer diesen kleinen Ort in Burgund besucht, der ahnt schnell: Hier ist nicht nur Geschichte greifbar, sondern auch ein ganz eigener Zauber. Vézelay liegt hoch auf einem Hügel, thront über dem Umland wie eine Königin – ruhig, stolz und voller Würde. Der Blick in die Ferne, die frische Luft, das Glitzern der Sonne auf den […]

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  • Bouillabaisse-Essenz mit Jakobsmuschel und Fenchel-Schaum

    Bouillabaisse-Essenz mit Jakobsmuschel und Fenchel-Schaum

    Ein Gang, der nach Meer schmeckt, nach Sonne der Provence duftet – und gleichzeitig leicht, elegant und höchst aromatisch auftritt. Ideal als Vorspeise in einem Sternemenü oder als feiner Zwischengang bei deinem persönlichen Dîner de Luxe.

    🧑‍🍳 Warum dieses Gericht? Die klassische Bouillabaisse aus …

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  • Cannes: Glanz, Glamour – und jede Menge Skandale

    Cannes: Glanz, Glamour – und jede Menge Skandale

    Der rote Teppich des Filmfestivals von Cannes ist seit heute wieder ausgerollt und ist ein Laufsteg der Extraklasse. Stars aus aller Welt präsentieren sich, Kameras blitzen, Champagner fließt – und hin und wieder fliegen die Fetzen. Denn so sehr Cannes als Synonym für künstlerische Exzellenz gilt, so sehr steht es auch für Eklats, Proteste und große Aufreger. Eine Reise durch die aufsehenerregendsten Skandale der Festivalgeschichte zeigt: Die Croisette ist nicht nur Kulisse für Filme, sondern auch Bühne für gesellschaftliche Spannungen.


    1954: Nacktheit, die alles überschattet

    Als die Schauspielerin Simone Silva während eines Fototermins ihre Oberweite entblößt und sich neben Hollywood-Star Robert Mitchum räkelt, bricht ein medialer Sturm los. Das war zu einer Zeit, als Prüderie noch gesellschaftlicher Standard war – vor allem in den USA. Silva wird kurzerhand des Festivals verwiesen. Ihre Karriere endet damit jäh. Drei Jahre später stirbt sie jung, mit nur 29 Jahren.


    1968: Wenn der Protest Regie führt

    Mai ’68. Frankreich bebt unter dem Druck von Studenten- und Arbeiterprotesten. Auch in Cannes entlädt sich der Unmut. Truffaut, Godard und andere Filmgrößen stoppen eigenhändig Vorführungen – aus Solidarität mit den Protestbewegungen. Der Festivalbetrieb wird eingestellt. Für viele ein Symbol: Kunst als Widerstand.


    1983: Wenn Fotografen leer ausgehen

    Isabelle Adjani, französische Schauspielikone, verweigert sich den Paparazzi. Kein Lächeln, kein Posing. Das lässt sich die Fotografenmeute nicht gefallen: Sie legt demonstrativ ihre Kameras nieder, dreht Adjani den Rücken zu. Der „Adjani-Boykott“ geht in die Geschichte ein – ein stilles, aber deutliches Statement.


    1987: Buh-Rufe und ein erhobener Mittelfinger

    Maurice Pialats „Sous le soleil de Satan“ gewinnt die Goldene Palme – gegen die Erwartungen vieler. Das Publikum buht. Der Regisseur bleibt ungerührt, ballt die Faust und sagt ins Mikro: „Wenn ihr mich nicht mögt – ich euch auch nicht.“ Ein Moment voller Trotz, ein Denkmal für ungeschönte Ehrlichkeit.


    2003: Der Skandal heißt Gallo

    „The Brown Bunny“ von Vincent Gallo polarisiert. Eine explizite Sexszene löst einen regelrechten Aufruhr aus. Roger Ebert nennt den Film „das Schlechteste, das Cannes je gesehen hat“. Gallo kontert mit wüsten Beleidigungen. Was bleibt? Eine mediale Schlammschlacht und ein veritabler Tiefpunkt cineastischer Diplomatie.


    2011: Lars von Trier und der Tabubruch

    Manchmal sagt ein Satz mehr als ein ganzes Drehbuch. Als von Trier auf einer Pressekonferenz äußert, er „verstehe Hitler“, stockt selbst den abgebrühtesten Festivalgästen der Atem. Die Leitung reagiert sofort: Persona non grata – ein Bann ohne Wenn und Aber.


    2015: High Heels oder nichts?

    Beim sogenannten „Heelgate“ werden Frauen vom roten Teppich verbannt – weil sie flache Schuhe tragen. Eine absurde Vorschrift, die schnell zur internationalen Debatte wird. Julia Roberts reagiert charmant trotzig: barfuß auf die Treppe. Eine stille Revolte mit lauter Wirkung.


    2018: #MeToo trifft Cannes

    Asia Argento nutzt die Bühne der Abschlusszeremonie für eine schockierende Enthüllung: Sie wurde 1997 von Harvey Weinstein während des Festivals vergewaltigt. In diesem Moment bekommt das Festival ein neues Gesicht – eines, das nicht nur glamourös, sondern auch tiefgründig ist. Der Applaus ist zögerlich, dann tosend.


    2025: Regelwut auf dem roten Teppich

    Ganz aktuell: Die Festivalleitung verbannt zu freizügige Outfits vom roten Teppich. Begründung? „Sicherheit und Anstand“. Was das konkret bedeutet, bleibt vage. Fakt ist: Mancher sieht in der Regel ein Comeback der prüden Zensur – andere feiern das Ende der „Naked Dresses“. Wo beginnt Kunstfreiheit, wo endet sie?


    Cannes ist eben mehr als ein Festival – es ist ein Spiegel. Für Eitelkeiten, Emotionen, Eskalationen. Manchmal tobt dort ein Sturm im Champagnerglas, manchmal ein echter Kulturkampf. Und seien wir ehrlich: Wäre Cannes ohne all die Skandale nicht einfach nur… langweilig?

    Von C. Hatty

  • Tränen in den Alpen – Unterwegs in La Salette

    Tränen in den Alpen – Unterwegs in La Salette

    Manchmal braucht es nur einen Blick in die Berge, um zu ahnen, dass da etwas Größeres wirkt. Wer sich aufmacht nach La Salette, tief in den französischen Alpen, der spürt schnell: Dies ist kein Ort wie jeder andere. La Salette liegt auf über 1.800 Metern Höhe, eingebettet in ein atemberaubendes Bergpanorama – ganz oben, wo […]

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  • Tödliche Gewalt im Morgengrauen – Ein weiteres Opfer häuslicher Eskalation

    Tödliche Gewalt im Morgengrauen – Ein weiteres Opfer häuslicher Eskalation

    Montagmorgen, kurz nach 5 Uhr, in Chauffailles – einer verschlafenen Kleinstadt im Département Saône-et-Loire. Noch liegt der Nebel über den Gassen, als ein Knall die Stille durchbricht. Was zuerst wie ein Fehlzündungsknall wirkt, entpuppt sich als tödlicher Schuss. Wenige Minuten später liegt eine Frau leblos auf der Straße. Ihr Leben ausgelöscht – mit einer Kugel in den Kopf.

    Sie war etwa 50 Jahre alt, ukrainischer Herkunft. Vor Kurzem hatte sie noch Anzeige erstattet – gegen ihren Ehemann. Der Grund: massive Spannungen im Zuge ihrer Scheidung. Ob diese belastete Beziehung zur Ursache ihres gewaltsamen Todes wurde? Noch ist es ein Puzzlestück im laufenden Ermittlungsverfahren.

    Fahndung im Morgengrauen

    Kaum hatte der Notruf die Polizei erreicht, startete die Gendarmerie eine groß angelegte Fahndung. Drei Départements – Saône-et-Loire, Rhône und Loire – standen unter Beobachtung. Und tatsächlich: Gegen 9 Uhr morgens – kaum vier Stunden nach dem Verbrechen – klickten die Handschellen. Auf der Terrasse eines Cafés in Pouilly-sous-Charlieu wurde der Verdächtige festgenommen. Fast beiläufig wirkte die Szenerie – als wäre nichts geschehen. Ein makabrer Kontrast zur Tat.

    Jetzt ermitteln die Brigade de recherches aus Charolles gemeinsam mit der Section de recherches in Dijon. Offizieller Tatvorwurf: Mord.

    Ein tragisches Einzelschicksal – und doch kein Einzelfall

    So erschütternd dieser Vorfall auch sein mag, er steht nicht für sich allein. Jahr für Jahr sterben in Frankreich über hundert Frauen durch die Hand ihrer (Ex-)Partner. Im Jahr 2024 zählte man 118 Opfer solcher Femizide – eine Statistik, die einem den Atem nimmt. Jede Zahl darin steht für ein ausgelöschtes Leben, für zerbrochene Familien, für Angst und Ohnmacht.

    Politische Initiativen? Gibt es. Verschärfte Gesetze, Notfallnummern, Schutzwohnungen – sie existieren. Und trotzdem bleibt die Realität für viele Frauen lebensgefährlich. Woran liegt das?

    Gefangen in einem Netz aus Angst und Ohnmacht

    Oft sind es nicht die juristischen Hürden, die Schutz unmöglich machen – sondern das gesellschaftliche Klima. Betroffene Frauen müssen nicht selten um Glauben, Gehör und Hilfe kämpfen. Was bringt eine Anzeige, wenn man anschließend ohne Schutzmaßnahmen allein zurückbleibt? Wenn Angst der tägliche Begleiter ist?

    Der Fall in Chauffailles wirft erneut ein Schlaglicht auf die Unzulänglichkeiten im System. Wenn selbst eine Frau, die bereits Anzeige erstattet hat, so brutal getötet wird – wie sicher kann sich eine Frau dann fühlen?

    Wer trägt die Verantwortung – und was muss sich ändern?

    Klar ist: Der Staat trägt eine immense Verantwortung. Doch ebenso klar ist – es reicht nicht. Es braucht mehr. Schulen, Nachbarschaften, Ärzte, Kolleginnen und Kollegen – sie alle können Frühwarnsysteme sein. Wenn jemand regelmäßig mit sichtbaren Verletzungen zur Arbeit kommt – ist das wirklich nur ein Zufall? Wenn Kinder plötzlich still und verängstigt sind – darf das unbeachtet bleiben?

    Oft sind es Kleinigkeiten, die Hinweise geben. Doch wer schaut hin? Wer traut sich, einzugreifen?

    Ein System mit Lücken

    Natürlich existieren mittlerweile zahlreiche Hilfsangebote. Frauenhäuser, psychologische Beratungsstellen, Notrufnummern – sie leisten großartige Arbeit. Aber sie sind chronisch unterfinanziert, personell überlastet und vielerorts schlicht überfüllt. So kommt es zu Fällen wie diesem – trotz aller Maßnahmen.

    Und was ist mit den Tätern? Wiederholungstäter sind keine Seltenheit. Wer einmal gewalttätig wird, neigt oft zu Rückfällen. Trotzdem kommen viele mit Bewährungsstrafen davon oder werden viel zu spät sanktioniert.

    Was nun?

    Frankreich muss sich fragen, wie viele Leben noch zerstört werden müssen, bevor sich wirklich etwas ändert. Prävention darf kein Lippenbekenntnis sein. Es braucht Schulungen für Polizei, Justiz und Sozialdienste – und eine ernsthafte Debatte über toxische Männlichkeitsbilder und Machtstrukturen in Beziehungen.

    Müssen Frauen wirklich sterben, damit ihre Not gehört wird?

    Das Leben der Frau aus Chauffailles ist nicht mehr zu retten. Doch ihr Tod darf nicht umsonst gewesen sein. Er mahnt – laut und deutlich.

    Von C. Hatty

  • Saubere Luft für alle – aber zu welchem Preis?

    Saubere Luft für alle – aber zu welchem Preis?

    Frankreichs Regierung bringt frischen Wind in den Kampf gegen die Luftverschmutzung. Am Montag trafen sich Minister, Experten und lokale Entscheidungsträger in Paris, um ein Thema zu diskutieren, das buchstäblich in aller Munde ist – die Luft, die wir atmen. Ziel des Treffens: die sogenannten ZFE – Zonen mit niedrigen Emissionen – neu zu justieren und Maßnahmen zu finden, die sowohl der Umwelt als auch der Bevölkerung gerecht werden. Was steckt hinter diesem neuen Anlauf?

    Luftverschmutzung: eine stille Gesundheitskrise Jedes Jahr sterben in Frankreich rund 40.000 Menschen vorzeitig an den Folgen schlechter Luftqualität. Das sind Zahlen, die Gänsehaut verursachen. Diese stille Gesundheitskrise war der Ausgangspunkt für das Treffen im Ministerium für den ökologischen Wandel – im Volksmund schon „Roquelaure der Luftqualität“ genannt. Drei Minister taten sich zusammen: François Rebsamen (Raumordnung), Agnès Pannier-Runacher (Ökologie) und Yannick Neuder (Gesundheit). Ihr Appell war deutli…

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  • Entenravioli in Lavendeljus mit Pastinakenpüree

    Entenravioli in Lavendeljus mit Pastinakenpüree

    Eine Ode an Südfrankreich – aromatisch, samtig und überraschend zart.

    🥄 Inspiration & Konzept Das klassische Confit de Canard, eine Spezialität aus dem Südwesten Frankreichs, bildet das Fundament dieses Gerichts. Statt die Ente klassisch im Ganzen zu servieren, wird sie geschmort, fein gezupft …

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