Kategorie: Frankreich

  • Haute-Vienne: Leiche eines 2012 verschwundenen Mannes gefunden

    Haute-Vienne: Leiche eines 2012 verschwundenen Mannes gefunden

    Das Skelett eines Mannes, der im Dezember 2012 verschwand, wurde vergraben in seinem Haus in Oradour-sur-Glane (Haute-Vienne) gefunden. Seine Frau soll die Leiche versteckt haben.

    Etwas weniger als 10 Jahre nach seinem Verschwinden wurde das Skelett eines Mannes in seinem Haus in Oradour-sur-Glane im Département Haute-Vienne vergraben aufgefunden. Laut dem Sender France 3 soll seine Lebensgefährtin die Leiche des Mannes vor zehn Jahren nach einem Unfall in Panik im Gewächshaus beerdigt haben. Anschließend habe sie damals in der Nachbarschaft erzählt, dass der Mann sie verlassen habe.

    Beide lebten etwa dreißig Jahre zusammen. Als sie den Verstorbenen 2012 als vermisst meldeten, haben die Lebensgefährtin und der Sohn des Mannes gesagt, sie gingen von seinem freiwilligen Auszug aus dem gemeinsamen Haus aus. Das Paar war laut France 3 bei den Behörden für häusliche Gewalt bekannt.

    Es wurde eine Untersuchung eingeleitet, die klären soll, ob der Tod tatsächlich ein Unfall war und nicht absichtlich herbeigeführt wurde. Eine Autopsie der Leiche soll darüber Auskunft geben. Gegen die heute 61-jährige Frau wurde Anklage erhoben. Sie wird am Mittwoch dem Untersuchungsrichter und einem Haftrichter vorgeführt, die entscheiden müssen, ob sie in Untersuchungshaft genommen oder unter gerichtlicher Aufsicht auf freiem Fuß belassen wird.

  • Ukraine-Krieg: Erster Prozess wegen Kriegsverbrechen gegen russischen Soldaten

    Ukraine-Krieg: Erster Prozess wegen Kriegsverbrechen gegen russischen Soldaten

    In der Ukraine wird demnächst der erste Kriegsverbrecherprozess beginnen. Ein 21-jähriger russischer Soldat ist angeklagt, einen 62-jährigen unbewaffneten Zivilisten erschossen zu haben.

    Ein 21-jähriger russischer Soldat soll wegen Kriegsverbrechen in der Ukraine vor Gericht gestellt werden. Es wird der erste Prozess mit dieser Anklage in dem Land sein, das am 24. Februar von Russland überfallen wurde, wie die Generalstaatsanwältin in Kiew am Mittwoch bekannt gab.

    Dem russichen Militärangehörigen Vadim Shishimarin wird vorgeworfen, mit einer Kalaschnikow aus dem Fenster eines Autos geschossen und dabei einen unbewaffneten 62-jährigen Zivilisten erschossen zu haben, erklärte das Büro der Staatsanwältin Iryna Venediktova in einer Erklärung. Der angeklagte Soldat war nach einem Angriff auf den russischen Konvoi am 28. Februar mit vier anderen russischen Soldaten unterwegs, sie stahlen ein Auto in der Nähe des Dorfes Chupakhivka. Der Zivilist – der nicht namentlich genannt wurde – war mit einem Fahrrad am Straßenrand unweit seines Hauses unterwegs.

    „Einer der Soldaten befahl dem Angeklagten, den Zivilisten zu töten, damit er sie nicht verrät“, erklärt die ukrainische Staatsanwaltschaft. „Der Mann starb an Ort und Stelle, nur einige Dutzend Meter von seinem Haus entfernt“.

    Lebenslange Haftstrafe
    Dem inhaftierten Vadim Shishimarin droht eine lebenslange Haftstrafe, falls er des Kriegsverbrechens und des vorsätzlichen Mordes für schuldig befunden wird. Ein Termin für den Prozess wurde nicht genannt. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte ein Foto des Angeklagten, machte jedoch keine Angaben zu den Umständen, die zu seiner Festnahme geführt hatten, oder zum Schicksal der anderen Soldaten, die zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Taten anwesend waren.

    Der Staatsanwaltschaft wurden über 10.700 mutmaßliche Kriegsverbrechen gemeldet, an denen 622 Verdächtige beteiligt waren. Russland wurde von Kiew und Washington wiederholt beschuldigt, in der Ukraine Kriegsverbrechen zu begehen, seit es seine Offensive begonnen hat, die zur Vertreibung von fast sechs Millionen Zivilisten geführt hat, von denen viele von Folter, sexuellen Übergriffen und wahlloser Zerstörung berichten.

    Das Vereinigte Königreich, Frankreich und die Niederlande entsandten auf Kriegsverbrechen spezialisierte Ermittler, um die Teams des Internationalen Strafgerichtshofs bei der Suche nach möglichen Kriegsverbrechen zu unterstützen, unter anderem in der Stadt Butscha in der Nähe von Kiew, wo hunderte Leichen gefunden wurden.

  • Kaufkraft: Angesichts der Dringlichkeit bereitet Emmanuel Macron erste Maßnahmen vor

    Kaufkraft: Angesichts der Dringlichkeit bereitet Emmanuel Macron erste Maßnahmen vor

    Die Parlamentswahlen rücken näher und Emmanuel Macron möchte schnell noch einige soziale Maßnahmen auf den Weg bringen, die sich insbesondere an Rentner richten und auf die steigenden Energiepreise reagieren. Mit Blick auf die Parlamentswahlen will Emmanuel Macron bei der Stärkung der Kaufkraft schnell Gas geben. Mehrere Maßnahmen sollen nach dem 19. Juni im Ministerrat vorgestellt werden. „Dieser Text ist bereits vorbereitet und wird im Anschluss an die Parlamentswahlen vorgelegt, damit er sehr schnell verabschiedet werden kann“, erklärt Regierungssprecher Gabriel Attal. Der Präsident möchte so auf den Anstieg der Energie- und Lebensmittelpreise und die sinkende Kaufkraft der Rentner reagieren. Der Stopp der Gaspreise und die Erhöhung der Strompreise um maximal 4%, soll bis Dezember beibehalten werden. Auch der Rabatt von 18 Cent pro Liter Kraftstoff soll über den 1. Juli hinaus gewährt werden, könnte aber denjenigen vorbehalten bleiben, die ihre Autos für den Weg zur Arbeit nutzen mü…

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  • Parlamentswahlen: Eric Zemmour kandidiert in Saint-Tropez im Département Var

    Parlamentswahlen: Eric Zemmour kandidiert in Saint-Tropez im Département Var

    Eric Zemmour wird bei den Parlamentswahlen im Departement Var kandidieren. Seit mehreren Wochen ließ der Vorsitzende der Partei „Reconquête!“ Zweifel daran aufkommen, ob er bei den Parlamentswahlen am 12. und 19. Juni kandidieren würde. „Es wird in Paris oder im Departement Var sein“, hatte er gegenüber dem Sender BFMTV erklärt. Und nun ist klar: Es wird im Departement Var sein, genauer gesagt im 4. Wahlkreis, der unter anderem die Gemeinde Saint-Tropez umfasst. Eric Zemmour äußerte sich in seinen den Netzwerken „Ich werde unseren schönen und großen Kampf an der Seite unserer insgesamt 550 Kandidaten führen.“

    Bei den Präsidentschaftswahlen hatte Eric Zemmour im ersten Wahlgang im Departement Var ein höheres Ergebnis erzielt als im Landesdurchschnitt. Er erreichte 13,25% der Stimmen, während es insgesamt in Frankreich im Durchschnitt nur 7% waren. Eric Zemmour wird seine Kandidatur am Donnerstag, den 12. Mai, um 18 Uhr in der Ge…

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  • Dürre: Feuerwehrleute im Departement Côte-d’Or befürchten große Waldbrände

    Dürre: Feuerwehrleute im Departement Côte-d’Or befürchten große Waldbrände

    Aufgrund der Trockenheit holen die Feuerwehren der Côte-d’Or bereits jetzt ihre Ausrüstung heraus, um sich auf Waldbrände vorzubereiten. Sie befürchten, dass es zu außergewöhnlichen Bränden kommen wird. Die Feuerwehr des Departements hat seit einem Jahr zwei Löschfahrzeuge CCF 13.000, die jeweils 13.000 Liter Wasser transportieren. „Noch vor fünf oder gar zehn Jahren hätten wir nie daran gedacht, ein solches Fahrzeug in der Côte-d’Or anzuschaffen“, sagt Régis Deza, Leiter des Rettungszentrums von Dijon gegenüber Franceinfo. Derzeit sind 14 französische Departements von Wasserknappheit betroffen und natürlich auch von den sehr hohen Temperaturen dieser Woche. Die Dürre ist weit verbreitet und dadurch das Brandrisiko hoch und im Departement Côte-d’Or befinden sich die Feuerwehrleute wegen der schweren Brandgefahr, die durch den Klimawandel noch verstärkt wird, in dauerhafter Alambereitschaft. Sie bereiten sich auf außergewöhnliche Waldbrände vor. Im Departement wurden die ersten Anzeichen des Klimawandels durch die Brände im Jahr 2015 deutlich. „Wir hatten es mit einem Waldbrand zu tun, der extrem groß war, etwa 100 Hektar, vor den Toren von Dijon“, erinnert sich der Oberstleutnant. Damals war die Feuerwehr gezwungen, Strategien der Brandbekämpfung zu befolgen, die man vorher nur bei großen Bränden in Südfrankreich anwenden musste. In Dijon bereiten sich die Feuerwehrleute jetzt darauf vor, zu erleben, was ihre Kollegen bisher nur im Süden erlebten. „Die heiße Zone und damit das Waldbrandgebiet wandern immer weiter nach Norden“, hat Régis Deza beobachtet. „Es wird geschätzt, dass wir in 10, 15 oder 20 Jahren ein Klima haben werden, das dem der Region Ardèche entspricht.“ Zusätzlich zu den neuen Löschwagen hat die Feuerwehr der Côte-d’Or drei Drohnen mit Wärmebildkameras angeschafft. Damit sollen kleine Brände und Hotspots schneller ausfindig gemacht und die Fuerwehr schneller vor Ort gebracht werden. Der Kampf gegen diese neue Feuergefahr erfordert aber auch die Sensibilisierung der Landwirte, die manchmal für den Ausbruch von Bränden verantwortlich sind, und der Waldbesitzer, die die neue Gefahr bei der Pflege ihrer Wälder nicht ausreichend berücksichtigen. Bei Risikobetrachtungen für die Zukunft muss die globale Erwärmung berücksichtigt und eine Analyse des Waldes unter Berücksichtigung der Wasserressourcen sowie der verschiedenen Baumarten, die anfälliger für Brände sind, durchgeführt werden. Waldspezialisten wurden aufgefordert, eine Analyse der Waldgebiete zu erstellen, die am gefährdetsten sind. Das Departement Côte-d’Or besteht zu einem Drittel aus Wald. Die Brandperiode reicht inzwischen von April bis Oktober, früher konzentrierte sie sich traditionell auf die Sommermonate Juli und August.
  • Hitze: Französische Atomkraftwerke bekommen Probleme

    Hitze: Französische Atomkraftwerke bekommen Probleme

    Aufgrund der Hitze und des Wassermangels musste die EDF die Stromproduktion drosseln, da die Atomkraftwerke Wasser aus Flüssen zur Kühlung verwenden. Bei Temperaturen über 30 °C funktioniert diese Kühlung nicht mehr.

    Wird die globale Erwärmung die Arbeit der Atomkraftwerke beeinflussen? Aufgrund der steigenden Temperaturen musste ein französischer Atomreaktor am Montag, 9. Mai, heruntergefahren werden. Es handelte sich dabei um das Kraftwerk Blayais, das an der Mündung der Gironde liegt. Diese Entscheidung der EDF war prophylaktisch. Um seine Produktionseinheiten zu kühlen, pumpt das Kraftwerk Wasser aus dem Fluss Garonne und leitet es wieder ab. In den letzten Tagen war die Temperatur des Flusses jedoch gestiegen. Da die EDF kein Wasser mit einer Temperatur von über 30 °C einleiten kann, musste einer der Reaktoren heruntergefahren werden.

    Auswirkungen auf die biologische Vielfalt
    Solche Entscheidungen kennt amn aus dem Sommer, aber bisher musste niemals mitten im Mai ein Reaktor abgeschaltet werden. „Das hat Auswirkungen auf die Biodiversität. Sowohl natürlich auf die Fische, die in der Mündung leben, als auch auf das Algenwachstum“, meint Patrick Mautin von der Umweltorganisation Sepanso gegenüber France 2. Aufgrund der fortschreitenden globalen Erwärmung könnten bald etwa zehn französische Reaktoren von solchen Abschaltungen betroffen sein.

  • Pas-de-Calais: Migrant erhängt in einem LKW-Anhänger aufgefunden

    Pas-de-Calais: Migrant erhängt in einem LKW-Anhänger aufgefunden

    Ein Migrant wurde am Mittwoch erhängt in einem LKW-Anhänger gefunden, der auf einem Parkplatz im Gewerbegebiet Transmarck in Marck (Pas-de-Calais) geparkt war. Die Selbstmordthese wird laut Staatsanwaltschaft „bevorzugt“.

    Ein Migrant wurde am Mittwochnachmittag in einem Anhänger, der auf einem Parkplatz im Gewerbegebiet Transmarck in Marck (Pas-de-Calais) abgestellt war, „erhängt aufgefunden“.

    Das Opfer, „a priori eritreischer Herkunft und etwa 20 bis 25 Jahre alt“, konnte zum jetzigen Zeitpunkt „nicht identifiziert werden“, erklärte der Staatsanwalt von Boulogne-sur-Mer, Guirec Le Bras. Der junge Mann wurde erhängt in einem Anhänger, der nicht an einen LKW oder eine Schleppvorrichtung gekoppelt war gefunden. „Die Selbstmordthese wird bevorzugt“, fuhr der Staatsanwalt fort, der eine Untersuchung „zur Ermittlung der Todesursache“ eingeleitet hat. „Es gibt keine Zeugen für das Drama, außer den Personen, die ihn in dem Anhänger entdeckt und die Polizei alarmiert haben“, sagte der Staatsanwalt.

    Nach ersten Erkenntnissen „ist er einige Stunden vor der Entdeckung gestorben“. Laut einem vor Ort anwesenden Feuerwehrmann fanden gegen 16 Uhr die herbeigerufenen Rettungskräfte das Opfer mit einem Lkw-Gurt erhängt. Der Anhänger war auf dem Parkplatz des privaten Transportunternehmens Scania geparkt, einem umzäunten und bewachten Bereich unweit der Hafenumgehungsstraße und der A16, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP meldete. Laut mehreren Zeugen, die sich in der Nähe des Parkplatzes aufhielten, waren es Migranten, die die Leiche entdeckt und die Rettungskräfte alarmiert haben.

    In den letzten Monaten sind bereits mehrere Exilanten in der Umgebung von Marck gestorben, insbesondere in genau diesem Gewerbegebiet, das normalerweise als Transitzone für Lastwagen auf dem Weg nach England dient. Im März starb ein 25-jähriger Sudanese, der von einem Zug erfasst wurde, als er entlang der Bahnlinie lief. Ein ähnlicher Unfall hatte sich bereits im November wenige hundert Meter entfernt ereignet. Ein Zug war in eine Gruppe von vier Migranten gerast, die auf den Gleisen zwischen Dünkirchen und Calais unterwegs waren. Das Unglück hatte einen Toten, einen Schwerverletzten und zwei leichtere Verletzte gefordert.

    Ein weiterer 18-jähriger Sudanese starb am 15. Januar ebenfalls in Marck, als er von einem Lkw überrollt wurde, von dem er beim Versuch, aufzusteigen, heruntergefallen war. Einen Monat zuvor war ein 16-jähriger Sudanese im Gewerbegebiet Transmarck auch von einem Lkw gestürzt und gestorben.

  • Produktrückruf in E.Leclerc Supermärkten: Mortadella mit Listeria verseucht

    Produktrückruf in E.Leclerc Supermärkten: Mortadella mit Listeria verseucht

    Mortadella, die bei E.Leclerc verkauft wird, ist Gegenstand eines Rückrufs geworden. Grund dafür ist das mögliche Vorhandensein von Listeria-Bakterien in den Produkten. Rappel Conso warnt am Mittwoch, den 11. Mai, vor dem möglichen Vorhandensein von Listeria-Bakterien in einer Partie Mortadella, die in den E.Leclerc-Geschäften vertrieben wird.

    Es handelt sich um Mortadella-Scheiben, die in einer durchsichtigen Schale unter der Marke „L’Atelier Charcuterie Tradizioni D’Italia“ verkauft werden. der Rückruf betrifft die Charge L213097 mit dem Strichcode 3664335100049. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist der 12. Mai 2022. Dieses Produkt wurde in ganz Frankreich zwischen dem 19. April und dem 10. Mai 2022 bei E.Leclerc in der Selbstbedienungsabteilung vermarktet. Außerdem gibt Rappel Conso an, dass „nur Produkte mit dem Zusatzcode 01 im Anschluss an den Strichcode von dem Rückruf betroffen sind“. Wenn Sie diese Produkte gekauft haben, …

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  • Covid-19: Keine Maskenpflicht mehr auf Flughäfen und in Flugzeugen ab Montag in Europa

    Covid-19: Keine Maskenpflicht mehr auf Flughäfen und in Flugzeugen ab Montag in Europa

    Die Europäische Agentur für Flugsicherheit kündigt am Mittwoch, 11. Mai, an, dass ab kommenden Montag das Tragen von Masken in Flugzeugen und auf Flughäfen in der Europäischen Union nicht mehr obligatorisch sein wird. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) kündigte am Mittwoch an, dass die Maskenpflicht auf Flughäfen und an Bord von Flugzeugen in der EU, die als Folge der Covid-19-Pandemie verhängt worden war, ab nächstem Montag aufgehoben wird. „Ab nächster Woche ist das Tragen von Gesichtsmasken bei Flugreisen nicht mehr verpflichtend“, sagte der Exekutivdirektor der EASA, Patrick Ky….

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  • Ukraine-Krieg: Die Rolle Frankreichs bei Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs

    Ukraine-Krieg: Die Rolle Frankreichs bei Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs

    Die vom IStGH eingeleiteten Ermittlungen werden vor Ort mit Unterstützung Europas und insbesondere französischer Behörden durchgeführt. Paris hat Gerichtsmediziner und Gendarmen in die Ukraine entsandt und die finanzielle Unterstützung verstärkt.

    Das Massaker von Butscha wirkte wie ein Auslöser. Nachdem Anfang April in der Kiewer Vorstadt mehrere hundert Leichen gefunden worden waren, wandten sich 43 Länder, darunter Frankreich, direkt an den Internationalen Strafgerichtshof und leiteten eine gigantische Aktion der justiziellen Zusammenarbeit ein. Der Ankläger des IStGH hatte bereits einen Monat zuvor angekündigt, eine Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen in der Ukraine einzuleiten.

    Lesen Sie auch: Französische Gendarmen in der Ukraine

    Die Mobilisierung der Staaten wirkte wie ein Beschleuniger, erklärt François Alabrune, Direktor für Rechtsangelegenheiten im Außenministerium, gegenüber Franceinfo: „Dadurch konnte der Ankläger sofort mit den Ermittlungen beginnen… Das ermöglichte es, sehr schnell materielle Beweise und Zeugenaussagen zu sammeln, bevor sie verschwinden.“

    Vor Ort in der Ukraine ist das französische Team seit Wochen bei der Arbeit, zwei Gerichtsmediziner und etwa 15 Gendarmen ermitteln im Dienste der internationalen Justiz. Paris koordiniert die Ermittler der Europäischen Union über die Einrichtung „Eurojust“. Dieses System ermöglicht den Austausch, die Zusammenlegung und die Zentralisierung von Daten direkt zwischen Gerichten und Ermittlern. Eurojust wird von einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe geleitet, die alle Informationen an den IStGH weiterleitet.

    Die Unterstützung ist auch finanzieller Art. Frankreich stockte die 13 Millionen Euro, mit denen es den IStGH bereits unterstützt, um 500.000 Euro auf. einer Bitte des Anklägers Karim Khan in Den Haag folgend. Noch nie zuvor war der IStGH mit einer so umfangreichen Untersuchung beauftragt worden, erklärt Luis Vassy, französischer Botschafter in den Niederlanden: „Ein Teil dieser Gelder muss in die Modernisierung einer Reihe von Datenverwaltungsinstrumenten fließen. Methodologien, um Zeugenaussagen zu analysieren und dann zu archivieren. Ausserdem soll die Bildanalyse verbessert werden, bei der der Einsatz von künstlicher Intelligenz hilfreich ist. Angesichts des Ausmaßes der begangenen Verbrechen und der Anzahl der zu sammelnden Zeugenaussagen wird das ein wichtiges Element sein.“

    Alle diese Elemente sind wichtig, damit der Ankläger ein lückenloses Verfahren einleiten kann. Denn der Internationale Strafgerichtshof urteilt nicht über Staaten, sondern über Personen und sein Ziel ist es nicht nur zu beweisen, dass tatsächlich Kriegsverbrechen begangen wurden, sondern individuelle Verantwortungsketten aufzubauen: „Zu wissen, dass man eines Tages für die schweren internationalen Verbrechen, die man persönlich begangen hat, zur Rechenschaft gezogen werden kann, soll eine abschreckende Wirkung auf denjenigen haben, der diese Verbrechen begeht oder sie anordnet.“

    Die Gewissheit, dass es keine Straflosigkeit geben wird ist ein wichtiges Instrument in dem Versuch, Kriege und Kriegsverbrechen zu verhindern.