Kategorie: Frankreich

  • Verdacht auf Vertuschung von Vorfällen: Atomkraftwerk Tricastin wurde im September durchsucht

    Verdacht auf Vertuschung von Vorfällen: Atomkraftwerk Tricastin wurde im September durchsucht

    Im Frühjahr 2022 war eine gerichtliche Untersuchung gegen X eingeleitet worden, nachdem ein leitender Angestellter der Anlage im Oktober 2021 eine Klage gegen den Betreiber EDF eingereicht hatte.

    Das Atomkraftwerk Tricastin in der Gemeinde Saint-Paul-Trois-Châteaux (Drôme) wurde bereits im September im Rahmen der Ermittlungen wegen „Nichtmeldung eines Zwischenfalls oder Unfalls“ und „Gefährdung Dritter“ durchsucht, wie der Sender France Bleu Drôme Ardèche am Dienstag, dem 25. Oktober berichtete.

    Das Kraftwerk wurde bereits am 27. und 28. September von Gendarmen des Office central de lutte contre les atteintes à l’environnement et à la santé publique (OCLAESP) (Zentralstelle für die Bekämpfung von Umwelt- und Gesundheitsschäden) durchsucht. Auf Antrag eines Untersuchungsrichters in Marseille wurden Dokumente beschlagnahmt.

    Im Frühjahr 2022 war eine gerichtliche Untersuchung gegen X eingeleitet worden, nachdem im Oktober 2021 ein leitender Angestellter des Standorts eine Klage gegen den Betreiber EDF eingereicht hatte. Die Klage wurde damals wegen Verstößen gegen die Vorschriften für Nuklearanlagen, das Umweltgesetzbuch und das Arbeitsrecht und Gefährdung des Lebens Dritter eingereicht.

    Lesen sie dazu auch: Atomkraft in Frankreich: Zwischenfälle ohne Folgen?

  • Whisky, Garnelen und Cocktailwürstchen: Dieb verbrachte die Nacht in einem Supermarkt

    Whisky, Garnelen und Cocktailwürstchen: Dieb verbrachte die Nacht in einem Supermarkt

    Ein 47-Jähriger wurde am Montagmorgen, dem 24. Oktober, von erstaunten Mitarbeitern des Géant Casino in Lons (Pyrénées-Atlantiques) betrunken aufgefunden. Während der Nacht hatte er Alkohol und Delikatessen konsumiert und versucht, mehrere Computer zu stehlen.

    Die Nacht von Sonntag auf Montag, dem 24. Oktober, verbrachte ein 47-jähriger Mann eingesperrt im Géant Casino in Lons (Pyrénées-Atlantiques). Als der Laden am Sonntag schloss, versteckte sich der Mann und ließ sich im Inneren des Geschäfts einschließen. Allein im Laden nutzte er die Gelegenheit, um sich den Magen mit Chips, Garnelen und Cocktailwürstchen voll zu schlagen, wie der Sender France Bleu Béarn berichtete.

    Schaden von mehr als 3.000 €
    Am frühen Morgen entdeckten die Angestellten ihn schlafend in der Textilabteilung. Dabei entdeckten sie auch, dass der 47-Jährige seine Notdurft auf den ausgestellten Kleidungsstücken verrichtet hatte. In der Multimedia-Abteilung öffnete er außerdem die Verpackungen von sechs Computern, offensichtlich um sie zu stehlen. In anschliessenden Polizeigewahrsam gab der Mann zu, dass er gehofft hatte, die Computer zu stehlen, um sie dann weiterverkaufen zu können. Insgesamt beläuft sich der geschätzte Schaden für den Supermarkt auf über 3.000 €.

  • Treffen Emmanuel Macron und Olaf Scholz: Eine gute deutsch-französische Beziehung ist unverzichtbar

    Treffen Emmanuel Macron und Olaf Scholz: Eine gute deutsch-französische Beziehung ist unverzichtbar

    Das Arbeitsessen zwischen Emmanuel Macron und dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz heute Mittag soll ein besseres Verständnis, eine bessere Einordnung der Herausforderungen und die gemeinsame Suche nach Lösungen für die aktuelle Energie- und Sicherheitskrise ermöglichen. Eine gute deutsch-französische Beziehung ist für die Zukunft Europas sehr wichtig, deshalb hat Emmanuel Macron den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz heute zu einem Mittagessen eingeladen. Allen Beteiligten ist klar, das nachhaltige Lösungen europäisch sind und nicht national sein können. Wenn die Lösungen nicht europäisch gesehen werden, besteht das Risiko in einer Spaltung Europas, die Kremlchef Wladimir Putin oder anderen Autokraten zugute kommen würde. Ganz Europa schaut heute Mittag nach Paris und hofft, dass dieses Treffen zwischen Emmanuel Macron und Olaf Scholz ein besseres Verständnis, eine bessere Einordnung der Herausforderungen und die gemeinsame Suche nach einer Lösung für die aktuelle Energie- und Sic…

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  • 66-jährige Frau stirbt nach Stich einer asiatischen Hornisse

    66-jährige Frau stirbt nach Stich einer asiatischen Hornisse

    Eine 66-jährige Frau starb am Freitag an den Folgen einer allergischen Reaktion, nachdem sie in ihrem Garten von einer asiatischen Hornisse gestochen worden war.

    Am Freitag, dem 21. Oktober, starb eine 66-jährige Frau, die Hobbyimkerin war, nachdem sie beim Laubsammeln in ihrem Garten von einer asiatischen Hornisse gestochen worden war. Sie starb an einer starken allergischen Reaktion. Der Vorfall ereignete sich in Liencourt im Departement Pas-de-Calais, wie die Zeitung La Voix du Nord berichtete.

    Die 66-Jährige wusste, dass sich asiatische Hornissen in der Nähe ihres Hauses aufhielten. Sie hatte deswegen bereits die Stadtverwaltung alarmiert. „Jeden Monat rief sie mich mindestens einmal an, um ihre Sorgen zu äußern, und jetzt musste es ausgerechnet sie treffen…“, bedauert der Bürgermeister des Dorfes gegenüber La Voix du Nord.

    In einem Waldstück, sechshundert Meter vom Haus des Opfers entfernt, wurden mindestens zwei Schwärme dieser gefährlichen Hornissen gefunden. „Das Problem ist, dass die Eigentümer, wenn sie es bemerken, nur ungern einen Fachmann beauftragen, die Schwärme zu vernichten“, bedauert der Bürgermeister.

    Der Herbst ist eine sehr wichtige Jahreszeit im Kampf gegen die Ausbreitung der asiatischen Hornisse. Zu dieser Jahreszeit fliegt das gefährliche Insekt aus, um neue Schwärme zu gründen und Nester zu bauen. Die asiatische Hornisse ist ein gefürchteter Bienenjäger und wurde schon vor Jahren durch Unachtsamkeit in Frankreich eingeschleppt.

  • Landwirtschaft: Ungewöhnlich milder Oktober bringt die Natur durcheinander

    Landwirtschaft: Ungewöhnlich milder Oktober bringt die Natur durcheinander

    Der Oktober ist geprägt von Temperaturen, die im Vergleich zu anderen Jahren viel zu mild sind. Die Natur wird dadurch aus dem Konzept gebracht. Einige Sommergemüse werden immer noch geerntet, Sommerblumen blühen noch und einige Frühjahrskulturen kommen schon jetzt.

    In diesem Oktober hat man das Gefühl, dass der Sommer nicht enden will. In den Straßen von Sélestat (Bas-Rhin) herrschten am Dienstagnachmittag, dem 25. Oktober, 21 °C in der Sonne. Die Gärtner sind daher immer noch fleißig dabei, sich um die Sommerbepflanzung zu kümmern. Die Sommervegetation ist dank des ungewöhnlich milden Oktobers noch immer sehr lebendig. Der Oktober 2022 gilt als der wärmste, der je in Frankreich gemessen wurde.

    In Sélestat werden einige Herbstpflanzungen ausfallen und bis zum Frühjahr warten. Die Erzeuger passen sich an und beobachten Tag für Tag, wie sich die Natur verändert. In Lyon (Rhône) ist ein Gärtner erstaunt, dass er noch Tomaten, Auberginen, Paprika und sogar Erdbeeren ernten kann. Für die Jahreszeit ungewöhnliche Ernten. In Nizza (Alpes-Maritimes) sind Orangen, die normalerweise erst im Dezember geerntet werden, schon jetzt pflückbereit.

  • Bürgermeister verwechselt Addition und Multiplikation – Grundsteuer in der Gemeinde explodiert

    Bürgermeister verwechselt Addition und Multiplikation – Grundsteuer in der Gemeinde explodiert

    In einem kleinen Dorf im Departement Meurthe-et-Moselle führte ein Rechenfehler des Bürgermeisters dazu, dass die Grundsteuer um fast 10% stieg. In Manonville im Departement Meurthe-et-Moselle hat Bürgermeister Hervé Dohr einen Rechenfehler gemacht, der die Grundsteuer seiner Bürger in die Höhe schnellen ließ, berichtet die Zeitung L’Est Républicain. Bei der Gemeinderatssitzung wurde über eine Erhöhung des Gemeindeanteils an der Grundsteuer um 1,5% abgestimmt. Beim Ausfüllen der Dokumente machte der Bürgermeister der Gemeinde jedoch einen Fehler, indem er … eine Addition statt einer Multiplikation durchführte. Während die Steuer eigentlich nur um 0,39% steigen sollte, erlebten die Einwohner einen Anstieg um 9,03%. „Im Jahr 2021 habe ich 660 Euro Grundsteuer bezahlt. Dieses Jahr wollen sie 720 Euro“, berichtet eine Bewohnerin gegenüber L’Est Républicain. „Ich werde alles tun, um die Situation bei der Besteuerung 2023 wiederherzustellen“, versicherte jetzt der Bürgermeister und verweis…

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  • Schweizer Botschafter entdeckt auf dem Fahrrad Frankreichs Straßen

    Schweizer Botschafter entdeckt auf dem Fahrrad Frankreichs Straßen

    Der Schweizer Botschafter in Frankreich fährt mit dem Fahrrad zu den Bürgern. Eine originelle Initiative, weit entfernt von der gedämpften Atmosphäre der Botschaftssalons.

    Der Schweizer Botschafter in Frankreich, Roberto Balzaretti, hat sich vorgenommen, in voller Montur und auf einem brandneuen Elektrofahrrad das Hexagon zu erkunden. Trotz des äußeren Anscheins handelt es sich dabei nicht um eine Freizeitbeschäftigung, sondern um eine diplomatische Tour. „Kleider machen manchmal den Beruf und manchmal muss man die Kleider wechseln, um zu zeigen, dass man auch einen anderen Beruf ausüben kann“, schmunzelt der Schweizer Botschafter und fügt hinzu: „Heute besteht der Beruf darin, auf die Menschen zuzugehen, zu sehen, was in Frankreich passiert.“

    „Die Entscheidungsträger in Paris überzeugen“
    Roberto Balzaretti wird über seine Reise in sozialen Netzwerken berichten. Für manche mag das eine lustige Angelegenheit sein, aber für seine Exzellenz ist das Radfahren vielmehr ein Mittel, um die französisch-schweizerischen Beziehungen aufzuwerten. Sein Ziel ist es, „ein Netzwerk von Freunden und Einflussnehmern zu schaffen“, um „die Entscheidungsträger in Paris davon zu überzeugen, gute Dinge für die Schweiz zu tun“. Ein Schweizer auf seiner Tour de France.

  • Nach Verfolgungsjagd: 47-jähriger Gendarm stirbt bei Massenkarambolage auf der Autobahn A13

    Nach Verfolgungsjagd: 47-jähriger Gendarm stirbt bei Massenkarambolage auf der Autobahn A13

    Ein Gendarm wurde am Dienstag, dem 25. Oktober, in den frühen Morgenstunden bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn A13 getötet. Er war zusammen mit seinen Kollegen an der Festnahme von Drogenkurieren beteiligt.

    In der Nacht von Montag auf Dienstag, den 25. Oktober, ereignete sich auf der Autobahn A13 ein schlimmer Unfall. Ein Gendarm wurde getötet. Außerdem wurden sieben Personen verletzt, darunter drei Angehörige der Gendarmerie. Die Tragödie ereignete sich im Departement Eure. Kurz vor 3 Uhr morgens fingen die Ordnungskräfte einen „go fast“ ab, ein Auto, das im Verdacht stand, Drogen zu transportieren. Die beiden Insassen wurden auf der Notfallspur festgenommen. Nachdem die Einsatzgruppe der Police Nationale abgezogen war, sicherten die Gendarmen der Fahndungsabteilung von Rennes zusammen mit einer Autobahnpatrouille und einem Abschleppwagen den Ort ab, als ein Lkw in die Gruppe krachte.

    Ein weiterer Gendarm schwer verletzt
    Der Lkw, der den laufenden Einsatz nicht bemerkte, fuhr auf die geparkten Fahrzeuge und die Gendarmen auf dem Seitenstreifen auf. Bei dem Zusammenstoß wurde ein 47-jähriger Adjutant aus Rennes und Vater von vier Kindern getötet. Ein weiterer Gendarm wurde lebensgefährlich verletzt und musste mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden.

  • Globale Erwärmung: Zu Allerheiligen Juni-Temperaturen in Frankreich

    Globale Erwärmung: Zu Allerheiligen Juni-Temperaturen in Frankreich

    Es gibt keine richtigen Jahreszeiten mehr. Ende Oktober klettern die Temperaturen in Südwestfrankreich auf über 30 °C, Tornados fegen über Nordfrankreich hinweg und Waldbrände verwüsten immer noch Teile Spaniens…

    Die globale Erwärmung ist in unserem Leben angekommen! Und das Ergebnis ist gar nicht schön, wie der historisch trockene Sommer bewiesen hat. Ein weiteres Beispiel ist Sonntag, der 23. Oktober 2022.

    Man könnte denken, der Norden leide besonders, mit einem Tornado, dessen verheerende Auswirkungen in Conty, Somme, und Bihucourt, Pas-de-Calais zu sehen waren, aber es ist der Süden, der in Flammen steht. Das Thermometer streift die 30-Grad-Marke in Toulouse und übersteigt sie im Departement Aude sogar. Toll für die Urlauber während der Herbstferien, oder? Man vergisst schnell, dass genau deshalb die Waldbrandsaison in Spanien jetzt in die Verlängerung geht.

    Hochdruckgebiet, Tiefdruckgebiet und Föhneffekt
    Meteorologen drehen sich hilflos im Kreis, während sie Wetterphänomene entschlüsseln, die sie nicht kontrollieren können: das Hoch auf einer Achse von Spanien bis Mitteleuropa, das Tief über dem Atlantik und den Föhneffekt mit gar nicht lustigen Folgen für das Klima.

    Es ist das erste Mal, dass man so spät in der Saison die 30-Grad-Marke erreicht.

    Im Norden Spaniens die Wolken, in Frankreich blauer Himmel über den Strände des Golfe du Lion, die durch eine Süd-Südwestströmung erwärmt werden, die tropische Warmluft nach Südwestfrankreich bringt.

    „Zu dieser Jahreszeit waren 30°C in Toulouse noch nie beobachtet worden. Es ist das erste Mal, dass die 30°-Marke so spät in der Saison erreicht wird“, kommentierte Pascal Boureau, 38 Jahre lang Meteorologe bei Météo France. Der bisherige Rekord wird jetzt um ganze 2 Grad übertroffen. In der letzten Dekade lagen die bisherigen Rekorde im Oktober zwischen 27 und 29 Grad in der Region.“

    Bis in die erste Novemberwoche wird schönes Wetter erwartet
    Und das zu warme Wetter wird weiter anhalten. „Bis Ende Oktober werden wir auf einem Durchschnitt liegen, der nachmittags über 25 Grad und nachts über 15 Grad liegen wird“, fügt Pascal Boureau hinzu – viel zu warm für die Jahreszeit. Der Durchschnitt für Oktober in den letzten 30 Jahren liegt bei 19,7 Grad für die Höchsttemperatur und 10,9 Grad für die Tiefsttemperatur in der Nacht. „Für November und Dezember erwarten wir ebenfalls Temperaturen über der Norm, und man sollte bedenken, dass vor dem 5. oder 6. November keine nennenswerten Niederschläge erwartet werden.“

    Von den Waldbränden in Bilbao über das gute Wetter in Okzitanien bis hin zu den Tornados in Nordfrankreich hängt alles zusammen.

    Die Tornados sind auf die warme Luft zurückzuführen, die bis nördlich der Loire aufgestiegen ist. In Okzitanien gab es keinen so starken Kontrast zwischen der warmen Luft am Boden und der mit -12° nur relativ kühlen Luft in der Höhe, weshalb die Gewitter nur die Berge betrafen. In Nordfrankreich hingegen wurden -20° in 5.000 m Höhe und 22-23° in Bodennähe gemessen; das reichte aus, um heftige Gewitter zu erzeugen, die über die Somme und Pas de Calais hinwegfegten. Bei solchen Gegebenheiten können Tornados entstehen, aber mann kann nicht vorhersagen, ob und wo sie entstehen.

    Das bereitet den IPCC-Experten Kopfzerbrechen und Angst vor schlimmen Szenarien. Vor nicht allzu langer Zeit warnten sie davor, dass sich der globale Temperaturanstieg „in einem Tempo beschleunigt, das sehr wahrscheinlich dazu führen wird, dass die Erwärmung zwischen 2021 und 2040 die Schwelle von 1,5 °C seit dem vorindustriellen Zeitalter überschreitet“.

    Um die globale Erwärmung zu begrenzen und bis 2100 unter 2 °C zu stabilisieren, „müssen die CO2-Emissionen schnell gesenkt werden, mit dem Ziel, bis 2050 keine Nettoemissionen mehr zu verursachen, und auch die Emissionen anderer Treibhausgase müssen stark reduziert werden“, fordern die IPCC-Wissenschaftler.

    In den letzten sechs Monaten ist die Durchschnittstemperatur im Süden Frankreichs um 3,5 °C gestiegen.

    Der berühmte französische Kinderreim „Feuer, die Feuerwehr! V’là la maison qui brûle…“ (Das Haus brennt), bekommt eine ganz neue Bedeutung…

  • Nach 14 Stunden erzwungener Arbeit starb Christian bei einem Unfall: Arbeitgeber wurde verurteilt

    Nach 14 Stunden erzwungener Arbeit starb Christian bei einem Unfall: Arbeitgeber wurde verurteilt

    Gestorben, weil er zu viel gearbeitet hatte. Ein Fahrer einer Reinigungsmaschine war von seinem Arbeitgeber gezwungen worden, bis zu 15 Stunden am Tag zu arbeiten. Dieser wurde nun wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Und der Fall ist noch nicht abgeschlossen.

    Er musste mehr als 70 Stunden pro Woche arbeiten. Am Tag seines Todes, Donnerstag, dem 7. Juli 2016, hatte er 14 Stunden lang hintereinander am Steuer seiner Industriekehrmaschine gesessen.

    Am Tag seines Todes hatte Christian, so hieß der Angestellte der Firma France Balayage, schon bis sechs Uhr morgens am Flughafen von Beauvais gearbeitet, bevor er sich auf den Weg zu einer Baustelle im Departement Somme machte. Dort sollte er um neun Uhr ankommen. Auf der Fahrt verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und starb. Bei der Autopsie wurden weder Alkohol noch Betäubungsmittel in seinem Blut gefunden. Das Fahrzeug wies keine Mängel auf. Es war also Christians Arbeitsrhythmus, auf den die Ermittler mit dem Finger zeigten. Am Vortag hatte Christian seine Frau angerufen und ihr über seine Arbeitgeber gesagt: „Sie wollen meinen Tod“.

    Das Unternehmen und seine Führungskräfte wurden verurteilt
    der Chef des Unternehmens, Pierre Léraillé und sein Sohn Nicolas, wurden jetzt vom Strafgericht in Beauvais verurteilt. Der eine zu acht Monaten Haft auf Bewährung, der andere zu 24 Monaten Haft auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung durch vorsätzliche Verletzung einer Sicherheits- oder Sorgfaltspflicht im Rahmen einer Beschäftigung. Außerdem ist es beiden drei Jahre lang untersagt, ein Unternehmen zu führen. Das Unternehmen France Balayage muss eine Geldstrafe von 10.000 EUR zahlen.

    Im Februar nächsten Jahres soll über eine Entschädigung der Hinterbliebenen des Opfers entschieden werden. Ihre Anwältin wird versuchen, die Anerkennung eines „unentschuldbaren Fehlverhaltens des Arbeitgebers“ zu erreichen. Dadurch können sie neben den Leistungen, auf die sie nach dem französischen Sozialversicherungsgesetzbuch schon jetzt Anspruch haben, eine zusätzliche Entschädigung erhalten, die aus einer Rente oder einer hohen Einmalzahlung bestehen kann, sowie Schadenersatz, der auch sehr hoch ausfallen kann.

    Zur Erinnerung: Die Höchstarbeitszeit in Frankreich beträgt laut Arbeitsgesetzbuch zehn Stunden pro Tag, es kann aber Ausnahmen geben. Man kann diese Obergrenze überschreiten, muss dafür aber die Zustimmung der Arbeitsaufsichtsbehörde einholen. In jedem Fall darf die Obergrenze von 12 Stunden pro Tag bzw. 60 Stunden pro Woche nicht überschritten werden.