Kategorie: À la une

  • Camaïeu wird am Samstagabend alle Geschäfte schließen: 40 Jahre Prêt-à-porter-Mode gehen zu Ende

    Camaïeu wird am Samstagabend alle Geschäfte schließen: 40 Jahre Prêt-à-porter-Mode gehen zu Ende

    Das Handelsgericht in Lille hat die bekannte französische Modekette Camaïeu unter Insolvenzverwaltung gestellt. 512 Geschäfte werden geschlossen und 2.600 Arbeitsplätze werden abgebaut. Rückblick auf die Geschichte eines ehemaligen Modegiganten.

    Die Camaïeu-Saga ist zu Ende. Die Geschichte der 1984 in Roubaix im Norden Frankreichs gegründeten Prêt-à-porter-Marke geht diese Woche zu Ende. Das Handelsgericht in Lille verkündete die gerichtliche Liquidation der Marke, was die Schließung der 512 Geschäfte in Frankreich und die Entlassung von 2.600 Beschäftigten zur Folge haben wird.

    Camaïeu befand sich zwei Jahre nach der Übernahme durch den Aktionär Hermione People and Brands (HPB) im gerichtlichen Sanierungsverfahren. Der Aktionär und Investor hatte dem Handelsgericht einen Plan vorgelegt, der den Abbau von 500 Arbeitsplätzen zur Folge gehabt hätte. Er hatte vom Staat einen Kredit in Höhe von 48 Millionen Euro verlangt. Ohne Erfolg. Das Gericht kam schliesslich zu der Ansicht, dass Camaïeu keine Zukunft mehr habe.

    Bei seiner Gründung in den 1980er Jahren hatte Camaïeu einen durchschlagenden Erfolg. Die Konfektionskette bietet seither ein ständig wechselndes Angebot. Innerhalb von zehn Jahren wurde sie mit 200 Geschäften zum Marktführer im Bereich Konfektionskleidung in Frankreich. In den 90er Jahren wurden Camaïeu homme und Camaïeu enfant eingeführt. Ende der 90er Jahre verkauft Camaïeu seinen Herrenbereich, der in Jules umbenannt wird, sowie das Kindersegment, das bis heute Okaïdi heißt. Ab Anfang der 2000er Jahre expandiert Camaïeu international in rund 15 Länder. Und verschuldet sich zunehmend.

    Die Jahre vergehen, der Textilmarkt schrumpft, und Camaïeu schafft es nicht rechtzeitig, die Kurve zum Online-Verkauf zu kriegen. Neben diesem Fehlschlag etablieren sich auf französischem Boden Billigmarken mit ebenfalls ständig wechselnden Kollektionen: die spanische Zaza, die schwedische H&M, die irische Primark. Der Wettbewerb ist hart. Mehrere Investmentfonds kaufen die Aktien von Camaïeu auf.

    Im Mai 2020, mitten in der Covid-Krise, befindet sich Camaïeu in einem gerichtlichen Sanierungsverfahren. Die Justiz überträgt die Zügel Michal Ohayon, einem Geschäftsmann, der die Financière Immobilière Bordelaise leitet. Seine Tochtergesellschaft Hermione People and Brands besitzt die Marken La Grande Récré, Go sport, Gap France und mehrere Galeries Lafayette. Er behält zunächst 511 der 634 Geschäfte und 2.600 von 3.100 Arbeitsplätzen bei. Ein Jahr später, im Juni 2021, ist Camaïeu Ziel einer großen Cyberattacke. Der Betrieb wird komplett lahmgelegt, der daraus entstandene Verlust beläuft sich auf 45 Millionen Euro.

    Obwohl die Marke wiederbelebt werden konnte, wollte das Management nicht die gesamte Miete für die Geschäfte zahlen, die während der Pandemie geschlossen geblieben waren. Keine Frage entscheidet das Kassationsgericht am 30. Juni. Ladeninhaber können während des Covid-Zeitraums keine Senkung ihrer Mieten erwirken. Camaïeu muss also seine Mieten begleichen – und das versetzte der Modekette den Todesstoss.

    Am Samstagabend werden die Camaïeu-Geschäfte endgültig schliessen müssen.

  • Sabotage der Nord Stream-Pipelines: Viertes Leck in der Ostsee identifiziert

    Sabotage der Nord Stream-Pipelines: Viertes Leck in der Ostsee identifiziert

    Jetzt wurde noch ein viertes Leck an einer der Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee festgestellt, durch die russisches Gas nach Europa transportiert werden sollte.

    In der Ostsee wurde jetzt noch ein viertes Leck bei den Nord Stream-Pipelines identifiziert, wie die schwedische Küstenwache am Donnerstag berichtete.

    „Es gibt zwei Lecks auf schwedischer Seite und zwei Lecks auf dänischer Seite“, sagte ein Beamter der schwedischen Behörde der Nachrichtenagentur AFP und erklärte, dass die beiden Lecks auf schwedischer Seite „in unmittelbarer Nähe zueinander“ lägen. Bisher hatten die Behörden beider Länder von einem Leck auf schwedischer Seite und zwei Lecks auf dänischer Seite berichtet.

    Lesen Sie auch: Plötzliche Gaslecks in den Nord Stream-Pipelines – Verdacht auf Sabotage

    Russland, das nach der mutmaßlichen Sabotage sofort unter Verdacht stand, schlug am Mittwoch zurück, indem es auf die USA zeigte und eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats forderte, während Washington im Gegenzug von einer neuen „Desinformationskampagne“ sprach.

    In der Zwischenzeit scheint sich in Stockholm die Vermutung einer vorsätzlichen Sabotage zu verfestigen. Die Ermittlungen wurden dem schwedischen Geheimdienst übertragen. Die schwedische Sicherheitsbehörde (Säpo) „hat die vorläufigen Ermittlungen im Zusammenhang mit den Ereignissen bei Nord Stream von der Polizei übernommen. Der Vorwurf lautet derzeit auf schwere Sabotage“, erklärte die Behörde in einer Pressemitteilung. Am Vortag hatte die Ukraine einen „möglichen terroristischen Angriff“ Russlands „auf Europa“ angeprangert.

    Moskau ging am Mittwoch in die Gegenoffensive über. „Russland beabsichtigt, im Zusammenhang mit den Provokationen bezüglich der Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 eine offizielle Sitzung des UN-Sicherheitsrats einzuberufen“, schreibt die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa, auf Telegram.

    Die russische Diplomatie beschuldigte implizit die USA und forderte von US-Präsident Joe Biden „Antworten“ über die Beteiligung seines Landes. „Der US-Präsident ist gezwungen, die Frage zu beantworten, ob die USA ihre Drohung wahr gemacht haben“, schrieb Sacharowa auf Telegram und bezog sich damit auf eine Erklärung Joe Bidens von Anfang Februar, in der er ankündigte, Washington würde Nord Stream 2 „beenden“, wenn Moskau militärisch in der Ukraine intervenieren würde.

    „Wenn Russland (in die Ukraine) einmarschiert, dann wird es kein Nord Stream 2 mehr geben“, hatte Joe Biden am 7. Februar, zwei Wochen vor Beginn der russischen Offensive, gedroht. Die Sprecherin des russischen Aussenministeriums fordert nun, dass „Europa die Wahrheit kennen muss“.

    Achtung: Bisher gibt es keine Beweise dafür, dass ein Land für die angebliche Sabotage der derzeit ungenutzten, aber mit Gas gefüllten Pipelines von Russland nach Deutschland verantwortlich ist.

  • Joe Biden empfängt Emmanuel Macron am 1. Dezember zu Staatsbesuch im Weißen Haus

    Joe Biden empfängt Emmanuel Macron am 1. Dezember zu Staatsbesuch im Weißen Haus

    Washington kündigte an, dass der französische Präsident Emmanuel Macron am 1. Dezember zu einem Staatsbesuch ins Weiße Haus kommen wird. Für US-Präsident Joe Biden wird es aufgrund der Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie eine Premiere sein. US-Präsident Joe Biden wird seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron am 1. Dezember im Weißen Haus zu einem Staatsbesuch empfangen, wie die Sprecherin des Weißen Hauses bekannt gab. „Dieser Besuch wird von der Tiefe und Stärke der Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich, unserem ältesten Verbündeten, zeugen“, sagte Karine Jean-Pierre. Staatsbesuche werden mit großem Pomp gefeiert und stehen somit im Gegensatz zu den üblichen „bilateralen Treffen“. Unter der Präsidentschaft von Joe Biden fand bislang noch kein Staatsbesuch statt, was Karine Jean-Pierre auf die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie begründet. Auf die Frage, warum Frankreich für diese Premiere ausgewählt wurde, antwortete die Sprec…

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  • Französischer Stromnetzbetreiber will 1 Milliarde Euro an Kunden zurückgeben

    Französischer Stromnetzbetreiber will 1 Milliarde Euro an Kunden zurückgeben

    Der französische Stromnetzbetreiber RTE erklärte am Mittwoch, dass er Anfang 2023 mindestens eine Milliarde Euro an die großen Stromverbraucher zurückgeben werde, da seine Einnahmen während der europäischen Energiekrise stark gestiegen sind.

    Der genaue Betrag werde „dem für 2022 prognostizierten Gewinn entsprechen“, erklärte die größtenteils in Staatsbesitz befindliche RTE in einer Erklärung. RTE kündigte an, dass die Rückerstattung einen Rekordbetrag von mehr als 1,5 Mrd. EUR erreichen könnte.

    Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der öffentliche Druck für eine EU-weite Steuer auf die von den Energieunternehmen erzielten „Übergewinne“ wächst, da die Energiepreise seit Russlands Einmarsch in der Ukraine in die Höhe geschossen sind.

    Fast 380 große Stromabnehmer in der Industrie könnten sich rund 130 Millionen Euro aus dem Topf teilen, sagte Laurent Martel, Direktor für Finanzen und Einkauf bei RTE, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

    Zu den Unternehmen gehören Chemiebetriebe, metallverarbeitende Betriebe, Stahlwerke sowie Papier- und Kartonagenfabriken.

    Der größte Teil der Auszahlung – rund 90 Prozent – geht jedoch an die Betreiber lokaler Nieder- und Mittelspannungsnetze, die die Lücke zwischen RTE und den Strom-Endverbrauchern, von der Industrie bis zu den Haushalten, schließen.

    Die Einnahmen von RTE waren in diesem Jahr dank der hohen Strompreise und der dadurch sehr hohen erzielten Gebühren für die Nutzung der Stromnetze über die Landesgrenzen hinweg besonders hoch.

    Die Gebühren hängen zum Teil von dem Stromaustausch zwischen Frankreich und seinen Nachbarländern ab, der in diesem Jahr aufgrund der Energieknappheit infolge des Krieges in der Ukraine und der Wartung eines großen Teils der französischen Kernreaktoren stark angestiegen ist.

  • Bald eine „globale Rezession“? Die Welthandelsorganisation alarmiert

    Bald eine „globale Rezession“? Die Welthandelsorganisation alarmiert

    Auf dem jährlichen öffentlichen Forum der Organisation in Genf sagte die Generaldirektorin der Welthandelsorganisation, Ngozi Okonjo-Iweala, eine „globale Rezession“ voraus. Diese Vorhersage stützt sich auf die hohe Inflation und die Erhöhung der Leitzinsen.

    Die Vorhersagen der Welthandelsorganisation (WTO) und ihrer Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala sind düster. Am Dienstag, dem 27. September, sagte die Nigerianerin bei der Eröffnung des jährlichen öffentlichen Forums der Organisation in Genf eine „globale Rezession“ voraus, da die Welt von „multiplen Krisen“ geplagt sei: Krieg in der Ukraine, Unsicherheit, Klimakrise, steigende Lebensmittelpreise…

    Was würde eine „globale Rezession“ bedeuten? In der Wirtschaftssprache bezeichnet eine Rezession im weiteren Sinne „eine Verlangsamung des Tempos des Wirtschaftswachstums“. Auf der Ebene eines Landes oder einer Wirtschaftseinheit ist damit vor allem ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen gemeint. Internationale Organisationen wie die Weltbank oder der Internationale Währungsfonds (IWF) bezeichnen eine globale Rezession als ein Jahr, in dem der durchschnittliche Weltbürger einen Rückgang seines Realeinkommens erleidet.

    Konkret kann sich eine Rezession beispielsweise auf die Beschäftigung auswirken: Unternehmen in Schwierigkeiten reduzieren die Neueinstellungen, können Entlassungen vornehmen oder Arbeitsstunden abbauen. Die Verlangsamung der Finanzmärkte kann sich auch auf Geldanlagen oder sogar die Kaufkraft von Privatpersonen auswirken.

    Ngozi Okonjo-Iweala äußerte sich vor allem besorgt über den weltweiten Zugang zu lebensnotwendigen Gütern wie Lebensmitteln oder Energie.

    Ist die Angst vor einer Rezession wirklich gerechtfertigt?
    Eine Reihe von Faktoren kann eine Rezession auslösen: ein Anstieg der Zinssätze, eine Finanzkrise oder ein Börsencrash. Und so etwas ist heute tatsächlich der Fall: Die Börsen weltweit verzeichnen derzeit einen besonders starken Rückgang. Am Freitag, dem 23. September, „fielen die Aktienkurse auf den niedrigsten Stand seit 2020 und setzten damit einen seit August anhaltenden Abwärtstrend fort, während die Anleger in den USA und im Rest der Welt mit einem wirtschaftlichen Sturm konfrontiert sind, der sich voraussichtlich weiter verschärfen wird“, beschrieb die Washington Post letzte Woche.

    Vor diesem Hintergrund vergeben Banken in Zukunft weniger und teurere Kredite vergeben. Die Ursache dafür? Die Leitzinsen. Das sind die Zinssätze, die eine Zentralbank für die Kredite festlegt, die sie an Geschäftsbanken vergibt. Mithilfe dieser Leitzinsen versuchen die Zentralbanken – wie zum Beispiel die Europäische Zentralbank -, der Inflation entgegenzuwirken und gleichzeitig das Wachstum nicht zu zerstören. Das Ziel ist es, die Leitzinsen zu erhöhen, ohne dass diese auf einem zu hohen Niveau gedeckelt werden. Und der Trend geht momentan tatsächlich nach oben: Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird die Europäische Zentralbank die Zinsen bei ihren „nächsten Sitzungen“ weiter anheben.

    Diese Entscheidung wird laut Ngozi Okonjo-Iweala „ziemlich ernste“ Auswirkungen auf die Entwicklungsländer haben, die Kredite aufnehmen müssen und deren Schulden daher weiter steigen werden.

  • Energiekrise: Französische Regierung gibt Gas bei der Atomkraft

    Energiekrise: Französische Regierung gibt Gas bei der Atomkraft

    Frankreich ist von der Energiekrise betroffen und die Regierung hat beschlossen, im Bereich der Kernenergie Gas zu geben. Ab 2035 sollen Reaktoren der neuen Generation ans Netz gehen. Bei der Kernenergie Gas geben und so schnell wie möglich neue Reaktoren bauen. Mitten in der Energiekrise macht die Regierung ihre Absichten bekannt. Sie will ab 2035 Reaktoren der neuen Generation, die als EPR 2 bezeichnet werden, am Netz haben. Um eine Wiederholung des Misserfolgs von Flamanville am Ärmelkanal zu vermeiden, wo sich der Bau eines Atomkraftwerks um 11 Jahre verzögert hat, will die Regierung einige Regeln vereinfachen. Drei ProjekteIm Kraftwerk Penly (Seine-Maritime) könnten mehrere Gebäude bereits vor dem Ende der öffentlichen Anhörung aus dem Boden gestampft werden. Solche administrativen Abkürzungen sind in einem neuen Gesetzesentwurf vorgesehen, den Journalisten von France Télévisons einsehen konnten. Er enthält viele Ausnahmeregelungen. In Artikel 5 werden neue Reaktoren zum Beispiel…

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  • Plötzliche Gaslecks in den Nord Stream-Pipelines – Verdacht auf Sabotage

    Plötzliche Gaslecks in den Nord Stream-Pipelines – Verdacht auf Sabotage

    In den beiden Nordstream-Pipelines, die Russland mit Deutschland verbinden, wurden am Dienstag plötzlich unerklärliche Lecks in der Ostsee entdeckt. Sabotageaktionen sind nicht auszuschließen, warnen Experten. Die umstrittenen und wegen des Krieges in der Ukraine außer Betrieb befindlichen Nordstream-Pipelines zwischen Russland und Deutschland waren beide plötzlich von unerklärlichen Lecks in der Ostsee betroffen, wie die dänischen und schwedischen Behörden am Dienstag mitteilten. Es besteht Verdacht auf Sabotage. Nur einen Tag nach der Meldung über ein Leck in der Gaspipeline Nord Stream 2 war auch die Gaspipeline Nord Stream 1 von zwei Gaslecks in der Ostsee betroffen, wie die Behörden von Dänemark und Schweden am Dienstag mitteilten. Die beiden Pipelines, die von dem russischen Gasgiganten Gazprom betrieben werden, sind aufgrund der Folgen des Krieges in der Ukraine nicht in Betrieb. Beide sind jedoch noch mit Gas gefüllt. Der Kreml äußerte sich „äußerst besorgt“ und meinte, man dürfe „keine“ Hypothese ausschließen, auch nicht die einer Sabotage. Kopenhagen versetzte seine Energieinfrastruktur sofort in Alarmbereitschaft, hielt es aber für „zu früh“, um sich zu den Ursachen der gleichzeitigen Vorfälle zu äußern. Nachdem das Betreiberkonsortium der Pipelines am Montagabend einen plötzlichen Druckabfall bei Nord Stream 1 gemeldet hatte, bestätigten der dänische Minister für Klima und Energie, Dan Jørgensen, und die schwedischen Seebehörden am Dienstagmorgen „zwei weitere Lecks“ in Nord Stream 2. Alle drei Lecks befinden sich vor der Küste der dänischen Insel Bornholm. „Gasleitungslecks sind extrem selten und wir sehen daher einen Grund, die Wachsamkeit aufgrund der Vorfälle, die wir in den letzten 24 Stunden beobachtet haben, zu erhöhen“, erklärte der Leiter der dänischen Energieagentur, Kristoffer Böttzauw, und versprach „eine gründliche Überwachung der kritischen Infrastruktur Dänemarks“. Die parallel zur Nord Stream 1-Pipeline gebaute Nord Stream 2-Pipeline sollte die Importkapazität für russisches Gas nach Deutschland verdoppeln. Ihre Inbetriebnahme wurde jedoch als Vergeltung für Moskaus Einmarsch in die Ukraine ausgesetzt. Gazprom reduzierte die über Nord Stream 1 gelieferten Gasmengen schrittweise, bis die Pipeline Ende August vollständig geschlossen wurde. Russland erklärt die westlichen Sanktionen dafür verantwortlich, die notwendigen Reparaturen der Pipeline verzögert zu haben. Die deutschen Behörden gaben zunächst keinen Kommentar zu dem Vorfall ab. „Alles spricht gegen einen Zufall“ Laut einer Quelle aus dem Umfeld der deutschen Regierung, die von der Zeitung Taggesspiegel zitiert wurde, spricht jedoch „alles gegen einen Zufall“. „Wir können uns kein Szenario vorstellen, bei dem es sich nicht um einen gezielten Angriff handelt“. In einem Umkreis von fünf Seemeilen (ca. neun Kilometer) um die drei Lecks wurde die Schifffahrt verboten, ebenso ist das Überfliegen der Lecks in einem Radius von einem Kilometer verboten. Den Behörden zufolge haben die Vorfälle keine Auswirkungen auf die Sicherheit oder Gesundheit der Bewohner der benachbarten dänischen Inseln Bornholm und Christiansø. Die Auswirkungen auf die Umwelt dürften nach ersten Einschätzungen lokal begrenzt sein. Am Dienstag eröffnet die dänische Premierministerin gemeinsam mit ihren norwegischen und polnischen Amtskollegen die Baltic Pipe, eine Gaspipeline, die Polen mit Norwegen verbindet und durch skandinavisches Gebiet und Gewässer verläuft.
  • TotalEnergies-Beschäftigte im Streik: Steht Treibstoffknappheit an Tankstellen bevor?

    TotalEnergies-Beschäftigte im Streik: Steht Treibstoffknappheit an Tankstellen bevor?

    Die Beschäftigten des TotalEnergies-Konzerns haben am Dienstag, den 27. September, mit einem Streik begonnen. Sie fordern bessere Löhne und drohen damit, die Treibstoffversorgung der Tankstellen zu blockieren.

    Die Beschäftigten von TotalEnergies sind ab Dienstag, dem 27. September, zu einem Streik aufgerufen. Insgesamt sind mehr als 35.000 Arbeitnehmer von dem Streikaufruf betroffen. Im Mittelpunkt ihrer Forderungen steht insbesondere eine Lohnerhöhung. Parallel dazu drohen die Streikenden damit, die Versorgung der Tankstellen mit Kraftstoff zu blockieren.

    Derzeit bieten die Tankstellen von Total wegen eines von TotalEnergies gewährten Rabatts von 20 Eurocent pro Liter den preiswertesten Treibstoff in ganz Frankreich.

    „Wir rufen dazu auf, kein einziges Produkt mehr aus den Raffinerien und der Petrochemie herauszulassen“, warnt Benjamin Tange, CGT-Zentralgewerkschaftsdelegierter der Raffinerie Petrochemie von TotalEnergies in Frankreich.

    Zu den wichtigsten betroffenen Standorten gehören die Bioraffinerie La Mède (Bouches-du-Rhône), die Raffinerien Normandie in Le Havre, Donges (Loire-Atlantique), Carling (Moselle), Feyzin (Rhône) und Oudalle (Seine-Maritime) sowie die Tanklager Grandpuits (Seine-et-Marne) und Flandres (Nord).

    Neben Störungen bei der Versorgung der Total-Tankstellen könnte die Produktion der Raffinerien im Falle einer starken Streikmobilisierung um 20 bis 30% zurückgehen. TotalEnergies beschäftigt einschließlich der Tochtergesellschaften in Frankreich 35.000 Arbeitnehmer.

    Ein Teil der Beschäftigten erhält „extrem niedrige Löhne und es besteht die Notwendigkeit, sie auf das Niveau der Gewinne des Konzerns anzuheben“, betont Benjamin Tange, zentraler Gewerkschaftsvertreter der CGT für den Bereich Raffination Petrochemie bei TotalEnergies in Frankreich.

    Neben einer „sofortigen Lohnerhöhung in Höhe von 10% für das Jahr 2022″ fordert die CGT Neueinstellungen in Frankreich und „einen massiven Investitionsplan“. Diese Forderungen sind bereits am 24. Juni und am 28. Juli Anlass für Streiks bei Total gewesen.

    Für den heutigen Dienstag sind Verhandlungen geplant, weshalb die Streikbewegung an diesem Tag beginnen soll, hauptsächlich an den Ölstandorten. An den folgenden Tagen sollen sich die anderen Standorte des Konzerns anschließen. Im Blickpunkt steht auch der Aktionstag in allen Wirtschaftssektoren am Donnerstag, dem 29. September, zu dem die Gewerkschaften CGT und Solidaires aufgerufen haben.

  • Streik am 29. September: Wer wird am Donnerstag die Arbeit niederlegen?

    Streik am 29. September: Wer wird am Donnerstag die Arbeit niederlegen?

    Mehrere französische Gewerkschaften rufen dazu auf, am Donnerstag, dem 29. September 2022, zu streiken. Im Mittelpunkt der Proteste stehen die Kaufkraft und die Renten. Welche Wirtschaftszweige könnten betroffen sein? Weniger als einen Monat nach Ende der Sommerferien rufen mehrere Gewerkschaften für Donnerstag, 29. September, zu einem allgemeinen und landesweiten Streik auf. Die Gewerkschaften planen einen einzigen Tag der Mobilisierung. Der Streikaufruf ist nicht verlängerbar. Wer ruft zum Streik auf? Der Streikaufruf wird von den Gewerkschaften CGT, FSU und Solidaires sowie von Jugendorganisationen ausgesprochen. Was sind die Forderungen? Die Forderungen beziehen sich insbesondere auf eine Stärkung der Kaufkraft, Arbeitnehmerrechte und die Rentenreform. Was bedeutet das für die Bewohner Frankreichs? Zugverkehr – Mehrere Gewerkschaften der SNCF rufen zur Teilnahme an der Bewegung auf. Die Prognosen für den Zugverkehr werden von der SNCF heute Nachmittag oder morgen bekannt gegeben. A…

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  • Vorstellung des Haushalts 2023: „Frankreich muss jeden Euro umdrehen“

    Vorstellung des Haushalts 2023: „Frankreich muss jeden Euro umdrehen“

    Die französische Regierung stellt am Montag ihren Haushalt für 2023 vor, die erste große Feuerprobe für das Lager von Präsident Emmanuel Macron, der nur noch über eine relative Mehrheit in der Nationalversammlung verfügt. Zumal der Entwurf des Haushaltsgesetzes für 2023 hohe Ausgaben vorsieht, um den steigenden Energiepreisen entgegenzuwirken, wie Wirtschaftsminister Bruno Le Maire erklärte. Die Regierung hat am Montag, dem 26. September, ihren Haushalt für 2023 vorgelegt, den ersten Entwurf für ein Haushaltsgesetz in der zweiten Amtszeit von Emmanuel Macron. Eine heftige Debatte im Parlament, in dem die Exekutive nur über eine relative Mehrheit verfügt, ist zu erwarten. Der Gesetzestext, der durch den Anstieg der Energiepreise geprägt ist, sieht die Staatsausgaben bei einem Defizit, das für das nächste Jahr bei 5% des BIP liegen wird. Der Entwurf des Haushaltsgesetzes stützt sich auf eine Wachstumsprognose von 1% für 2023, obwohl der Gouverneur der Banque de France, François Villeroy …

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