Kategorie: À la une

  • Klima: Die Europäische Kommission will Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90% senken

    Klima: Die Europäische Kommission will Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90% senken

    Die Kommission betont in einer Erklärung, dass „die Landwirtschaft eine entscheidende Rolle bei diesem Übergang spielen kann“, ohne konkrete Maßnahmen zu nennen.

    Der 2021 initiierte Green Deal der Europäischen Union hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55% zu senken. Die Europäische Kommission hat am Dienstag, dem 6. Februar nachgelegt und vorgeschlagen, bis 2040 eine Nettoreduktion der EU-Treibhausgasemissionen um 90% im Vergleich zu 1990 anzustreben. Dies ist ein Schlüsselschritt auf dem Weg zur CO2-Neutralität im Jahr 2050.

    Angesichts der derzeitigen Widerstände gegen die ökologischen Vorschriften will Brüssel einen „fairen Übergang“, der „die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sichert“. Nach wochenlangen Protesten von Landwirten in ganz Europa betont die Kommission in einer Pressemitteilung, dass „die Landwirtschaft eine lebenswichtige Rolle in diesem Übergang spielen kann“, ohne allerdings konkrete Maßnahmen zu nennen. Dieses neue Ziel für 2040, das die nächste Kommission in einen Gesetzesvorschlag umsetzen muss, muss noch mit den Mitgliedsstaaten und im Europäischen Parlament verhandelt werden.

  • Gaspreise in Frankreich: Warum werden die Rechnungen steigen – obwohl die Tarife sinken?

    Gaspreise in Frankreich: Warum werden die Rechnungen steigen – obwohl die Tarife sinken?

    Obwohl der Referenzpreis für Gas seit Jahresbeginn gesunken ist, hat die Regierung angekündigt, dass die Rechnungen der Haushalte je nach Vertrag um 5,5 bis 10,4 % steigen werden. Ein Anstieg, der laut der Kommission für Energieregulierung „mit einem Rückgang des Verbrauchs“ zusammenhängt.

    Nach den Strompreisen ist nun auch der Gaspreis an der Reihe. Vor einigen Tagen war es lediglich Flurfunk, jetzt ist es offiziell. Emmanuelle Wargon, die Vorsitzende der Kommission für Energieregulierung, hat bestätigt, dass ab dem 1. Juli die Gasrechnung je nach Vertrag um 5,5 bis 10,4 % steigen wird. Diese Ankündigung könnte überraschen, da der Referenzpreis für Gas (PRVG) zu Beginn des Jahres um fast 4% gesunken ist.

    Das von Emmanuelle Wargon vorgebrachte Argument zur Rechtfertigung dieses Anstiegs hat den Zorn vieler Verbraucher hervorgerufen:

    „Freuen wir uns, unser Gasverbrauch ist gesunken, wir werden weniger bezahlen. Aber: Nein, denn der Preis wird trotzdem steigen, um die….Rohre zu bezahlen.“; oder auch „Skandal! Die Vorsitzende der Energie-Regulierungskommission, Frau Wargon, kündigt einen Anstieg des Gaspreises aufgrund des geringeren Verbrauchs der Franzosen an“, heißt es im sozialen Netzwerk X (ex-Twitter).

    Für die Vorsitzende der Regulierungskommission ist dieser Anstieg der Rechnungen „im Wesentlichen mit der Tatsache verbunden, dass der Verbrauch sinkt“. Aber genau das war ja das Ziel des von der Regierung eingeführten Sparplans, für den eine Werbekampagne mit dem Namen „Jede Geste zählt“ die Franzosen dazu ermutigte, ihren Verbrauch zu senken, wofür sie den berühmten Slogan „Je baisse, j’éteins, je décale“ (Ich senke, ich schalte aus, ich verschiebe) benutzte.

    Auf die Frage der Journalistin Apolline de Malherbe auf dem Sender RMC erklärte Emmanuelle Wargon, dass man zwischen dem Preisanstieg für das „Gasmolekül“, das in die Rohre gefüllt wird, und der Instandhaltung der Infrastruktur, d. h. der Rohre, durch die dieses Gas fließt, unterscheiden müsse.

    „Das ist nur die Realität der Kosten für die Nutzung des Netzes. Die Ausgaben für die Instandhaltung der Rohre steigen leicht an, wegen der Inflation, der höheren Löhne … Ganz zu schweigen davon, dass man in Rohre für das neue grüne Gas investieren muss“, erklärte Emmanuelle Wargon im Gespräch mit Apolline Matin.

    Zusätzlichen Ausgaben, die man auf ein sinkendes Verbrauchervolumen aufteilen muss. „Das macht ein bisschen mehr pro Verbraucher“, so Emmanuelle Wargon.

    Konkret werden sich die Auswirkungen auf die Verbraucherrechnung ab Juli 2024 wie folgt beziffern:

    • 5,5 % bzw. + 7,3 € (inkl. MwSt.) pro Monat auf die Gesamtrechnung eines durchschnittlichen Gasheizungskunden.
    • 10,4 %, d. h. + 2,2 € inkl. MwSt. pro Monat auf die Gesamtrechnung eines Kunden, der Gas für Warmwasser und Kochen verwendet.
  • Hochsavoyen: Drei tödliche Unfälle innerhalb von 24 Stunden im Mont-Blanc-Massiv

    Hochsavoyen: Drei tödliche Unfälle innerhalb von 24 Stunden im Mont-Blanc-Massiv

    In der Nacht von Sonntag auf Montag kam es im Mont-Blanc-Massiv erneut zu einem tödlichen Unfall, wie der Sender France Bleu Pays de Savoie berichtet. Ein 23-jähriger Bergsteiger kam dabei ums Leben.

    Die Rettungskräfte des Hochgebirgs-Gendarmeriezuges (PGHM) in Chamonix haben den Tod eines dritten Bergsteigers innerhalb von 24 Stunden im Mont-Blanc-Massiv bekannt gegeben, wie der Sender France Bleu Pays de Savoie am Montag, dem 5. Februar, berichtete. Der neue tödliche Unfall ereignete sich in der Nacht von Sonntag auf Montag. Ein 23-jähriger Bergsteiger kam im Bereich der Durier-Hütte auf Höhe des Col de Miage in 3.300 Metern Höhe ums Leben. Er war 500 bis 600 Meter tief über einen steilen Abhang abgestürzt.

    Bei dem Unfall waren zwei Bergsteiger beteiligt. Einer der beiden konnte sich retten und die Rettungskräfte kontaktieren, die ihn in unterkühltem und dehydriertem Zustand bergen konnten. Die Retter aus Chamonix warteten bis Montagmorgen, bevor sie wieder an den Ort des Geschehens zurückkehrten, um die Leiche des abgestürzten Mannes zu bergen.

    Dies ist der dritte Unfalltote im Mont-Blanc-Massiv in nur 24 Stunden. Am Sonntagmorgen starben zwei Wanderer im Alter von etwa 40 Jahren, die einen Ausflug in den Chorde-Couloir in der Gemeinde Servoz (Haute-Savoie) unternommen hatten, wobei sie abgestürzt sind.

  • Pressekonferenz von Gabriel Attal und Olaf Scholz in Berlin: „Es ist ein besonderer Besuch“

    Pressekonferenz von Gabriel Attal und Olaf Scholz in Berlin: „Es ist ein besonderer Besuch“

    Der französische Premierminister Gabriel Attal besuchte am Montag, 5. Januar, Berlin. Er traf sich mit Bundeskanzler Olaf Scholz. Beide hielten eine gemeinsame Pressekonferenz ab. Französische Präsidenten oder Premierminister reservieren ihren ersten Besuch im Ausland traditionell meist für Deutschland. „Es ist eine Tradition, für einen Premierminister ist es ein besonderer Besuch, in der Außenpolitik ist es zwar nicht wirklich er, der die Kompetenzen in Frankreich hat, aber bei Themen der Wirtschafts- und Europapolitik bleibt Deutschland sein wichtigster Partner“, analysiert Joseph de Weck, Historiker und Europadirektor von Greenmantle auf Franceinfo. Joseph de Weck zufolge sollte mit dem Besuch in Berlin demonstriert werden, dass Gabriel Attal auch im Ausland, besonders in Deutschland, ernst genommen wird.

    Eine Situation „vergleichbar mit 2002″Angesichts de…

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  • Bretagne: Europas größter Fisch-Trawler im Visier von Umwelt-NGOs und Fischern

    Bretagne: Europas größter Fisch-Trawler im Visier von Umwelt-NGOs und Fischern

    In Saint-Malo (Departement Ille-et-Vilaine) hat die örtliche Fischereigesellschaft kürzlich angekündigt, ein Fabrikschiff zu betreiben, das täglich 400.000 Kilogramm Fisch fangen und verarbeiten kann. „Eine Hölle auf See“, so Umweltverbände und Fischer.

    Der größte Trawler Europas kann alle 24 Stunden 400.000 Kilogramm Fisch fangen und verarbeiten. Die Fischereigesellschaft von Saint-Malo (Departement Ille-et-Vilaine) hat angekündigt, dass sie das Fabrikschiff „Annelies Ilena“ für 15 Millionen Euro kaufen und anschließend betreiben wird. Eine Ankündigung, die Umweltverbände und Fischer, die den Trawler als „Hölle auf See“ bezeichnen, empört.

    100 Tonnen in drei Tagen gegenüber 40 Tonnen in einem Jahr.
    Während die kleinen Trawler unter den Fangquoten ächzen, die ihnen auferlegt werden, um die Meeresfauna zu schützen, hält Quentin Yannet, Reeder in Port-en-Bessin-Huppain (Calvados), diese Ankündigung für inakzeptabel. „Das ist ein Boot, das Makrelen fischt. Und es wird vielleicht 100 Tonnen in drei Tagen fangen, während ich 40 Tonnen im Jahr fange“, erklärt der Fischer auf dem Sender France 2.

  • Parken in Paris: Verdreifachte Gebühren für SUVs mit fast 55% Zustimmung der Anwohner beschlossen

    Parken in Paris: Verdreifachte Gebühren für SUVs mit fast 55% Zustimmung der Anwohner beschlossen

    Die Pariser stimmten am Sonntag, 4. Februar, mit 54,55% für den Vorschlag ihrer Oberbürgermeisterin Anne Hidalgo, die Parkgebühren für große und schwere Autos zu verdreifachen. Dies geht aus den offiziellen Ergebnissen der Abstimmung hervor, an der allerdings nur 5,68% der registrierten Wähler teilgenommen haben.

    Bald werden in Paris dreimal höhere Preise für SUVs und andere schwere private Fahrzeuge gelten. Dies ist das Ergebnis einer Bürgerabstimmung, die von der Stadtverwaltung am Sonntag, dem 4. Februar, abgehalten wurde. Nach dem Entwurf des pariser Rathauses muss der Nutzer eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor oder Plug-in-Hybridantrieb, das mehr als 1,6 Tonnen bzw. zwei Tonnen bei einem Elektrofahrzeug wiegt, in den zentralen Arrondissements der Hauptstadt bald 18 Euro pro Stunde für das Parken bezahlen, in den äußeren Arrondissements sind es 12 Euro. Anwohner, die in ihrem Viertel parken, und Gewerbetreibende, darunter auch Taxis, sind davon jedoch nicht betroffen.

    Der Beschluss werde im Mai in der Abgeordnetenversammlung von Paris vorgelegt, um ab 1. September Anwendung zu finden, sagte Anne Hidalgo bei der Bekanntgabe der Ergebnisse im Rathaus und begrüßte eine „klare Entscheidung der Pariser“ zugunsten einer Maßnahme, die „gut für unsere Gesundheit und gut für den Planeten“ sei.

    Nur etwas mehr als 78.000 der rund 1,3 Millionen in Paris registrierten Wähler begaben sich in eines der 38 Wahllokale, um sich „für oder gegen die Einführung eines speziellen Tarifs für das Parken von schweren, sperrigen, umweltschädlichen Individualfahrzeugen“ auszusprechen. Im April 2023 hatten sich bei der ersten Abstimmung dieser Art in Paris rund 103.000 Personen oder 7,46 % der registrierten Wähler für die Abschaffung von Selbstbedienungs-Tretrollern in der französischen Hauptstadt ausgesprochen.

    Diesmal sei die Beteiligung „etwas geringer“ als bei den Rollern, aber es sei ein „sehr gutes Ergebnis“, kommentierte Anne Hidalgo, die weitere Abstimmungen ankündigt, um „über Fragen zu entscheiden, die unser tägliches Leben betreffen“.

    Die Ergebnisse nach Arrondissements folgen de facto der politischen Landkarte: In den von der Rechten geführten Arrondissements überwiegt die Ablehnung des Sondertarifs, während in den von der Linken oder Grünen geführten Arrondissements die „Pro“-Mehrheit vorherrscht.

    Die Abstimmung richtete sich vor allem gegen SUVs (Sport Utility Vehicle), deren Eigenschaften „die eines PKWs mit denen eines Nutzfahrzeugs“ kombinieren, und Geländewagen.

    In der Hauptstadt, die bereits die Uferstrassen der Seine zur Fußgängerzone erklärt und 200 Straßen begrünt hat, begründete die Bürgermeisterin die Abstimmung mit dem Kampf gegen die Umweltverschmutzung, einer besseren Aufteilung des öffentlichen Raums und der Verkehrssicherheit.

    Nicht betroffen sind „Pariser Bewohner und sesshafte Gewerbetreibende, die in ihrer Parklizenzzone parken, Taxifahrer an speziellen Taxiständen, Handwerker, Angehörige der Gesundheitsberufe“ und Menschen mit Behinderungen, so die Stadtverwaltung. Die Entscheidung, den erhöhten Tarif nicht auf Anwohner anzuwenden, war Gegenstand zahlreicher Kritiken. „Die Pariser werden denselben Preisen unterliegen“, erklärte der für den Verkehr zuständige Vizebürgermeister David Belliard, da die Ausnahmeregelung nur gilt, wenn sie in ihrem Viertel mit ihrem Anwohner-Parkausweis parken.

    Nach Angaben des Bürgermeisteramts betreffen die Zusatzgebühren etwa 10 % der in Paris parkenden Fahrzeuge und könnten der Stadt etwa 35 Millionen zusätzliche Einnahmen pro Monat in die Kassen spülen.

  • Bildungswesen in Frankreich: Gewerkschaften rufen zu einem weiteren Streiktag am 6. Februar auf

    Bildungswesen in Frankreich: Gewerkschaften rufen zu einem weiteren Streiktag am 6. Februar auf

    Zusätzlich zu diesem nächsten Streiktag wollen die Gewerkschaften die ganze Woche über Aktionen in Form von Versammlungen oder anderen lokalen Initiativen organisieren.

    Ein weiterer Streiktag im Bildungswesen ist für Dienstag, den 6. Februar, geplant, wie der Sender Franceinfo unter Berufung auf Lehrergewerkschaften meldet. Hinter dem Aufruf stehen mehrere Gewerkschaften, darunter die Snes, die größte Gewerkschaft in den höheren Schulen und die Gewerkschaften CGT Educ’action und Sud Education. Die Entscheidung wurde nach einer gemeinsamen Sitzung getroffen, die am Freitagnachmittag stattfand.

    Die Lehrer streiken für eine Erhöhung ihrer Gehälter, aber auch wegen der Umsetzung der Maßnahmen, die von Gabriel Attal in seiner Zeit als Bildungsminister angekündigt wurden, um das Niveau der Schüler anzuheben, und die ab dem nächsten Schuljahr in Kraft treten sollen. Die Maßnahmen sind in der Tat umstritten, insbesondere was die angekündigten Niveaugruppen betrifft. Zusätzlich zu diesem neuen Streiktag wollen die Gewerkschaften die ganze Woche über Aktionen in Form von Versammlungen oder anderen lokalen Initiativen organisieren.

    Am vergangen Donnerstag bereits fand in ganz Frankreich ein erster Mobilisierungstag der Lehrerschaft statt. Nach Angaben des Bildungsministeriums waren insgesamt 20,26 % der Lehrkräfte im Streik. Die Snes-FSU, die größte Gewerkschaft im Sekundarbereich, schätzte die Streikquote in den Sekundarschulen und Gymnasien auf 47 %, und die FSU-SNUIPP, die größte Gewerkschaft im Primarbereich, zählte 40 % Streikende in Kindergärten und Grundschulen.

  • Mit einem SUV nach Paris kommen? Das kann künftig teuer werden!

    Mit einem SUV nach Paris kommen? Das kann künftig teuer werden!

    Die Bürger von Paris sind an diesem Sonntag dazu aufgerufen, sich „für oder gegen die Einführung eines speziellen Tarifs für das Parken von schweren, sperrigen und umweltschädlichen Autos“ auszusprechen.

    Auf großen Plakatwänden ruft das Pariser Rathaus seine Bürger dazu auf, am Sonntag, dem 4. Februar, zu einer Wahl zu gehen. Der von der Stadt gewählte Slogan ist jedoch irreführend. Zwar werden auf den Wahlplakaten die „sport utility vehicle“ – diese modischen Freizeit-Geländewagen – namentlich genannt, doch in Wirklichkeit wird über alle schweren PKWs abgestimmt, unabhängig davon, ob sie als SUV bezeichnet werden oder nicht.

    Die Frage, die den Parisern heute gestellt wird, lautet: „Sind Sie für oder gegen die Einführung eines speziellen Tarifs für das Parken von schweren, sperrigen, umweltschädlichen Privatautos?“. SUVs, diese höhergelegten Autos, die irgendwie nach Abenteuer aussehen sollen, haben die Herzen vieler Autofahrer trotz zahlreicher Kritik an ihrer Umweltverschmutzung oder ihrem Platzbedarf erobert. Heute schlägt die Pariser Stadtverwaltung ihren Bürgern die Einführung eines speziellen Parktarifs – eine Verdreifachung des Preises – für „Besucher, die ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor oder Plug-in-Hybridantrieb mit einem Gewicht von 1,6 Tonnen oder mehr“ oder ein Elektrofahrzeug „mit einem Gewicht von 2 Tonnen oder mehr“ fahren, vor, so die Stadtverwaltung. Vom 1. bis zum 11. Arrondissement würde eine Stunde Parken dann 18 EUR kosten (gegenüber 6 EUR für andere Fahrzeuge). Für das 12. bis zum 20. Arrondissement würde die Stunde künftig auf 12 Euro steigen (gegenüber 4 Euro für andere).

    Es wäre jedoch nicht korrekt, diese Abstimmung als Referendum „für oder gegen SUVs“ zu bezeichnen. Denn die vorgeschlagene Maßnahme würde, wenn sie angenommen würde, de facto nicht die meistverkauften Modelle auf dem Markt betreffen, wie den Peugeot 2008 und 3008, den Renault Captur oder den Dacia Duster. Warum ist das so? Weil diese Modelle je nach Version meist unter die 1,6-Tonnen-Grenze fallen und daher nicht betroffen sind.

    Wie viele Autofahrer wären von der Erhöhung der Parkgebühren betroffen und wer wäre davon befreit?
    Laut David Belliard, dem für Mobilität zuständigen Vizebürgermeister von Paris, machen Autos mit Verbrennungsmotoren und Hybridautos über 1,6 Tonnen ungefähr 10 % aller Fahrzeuge aus, die die Hauptstadt frequentieren. Von den rund 70.000 Parkscheinen, die täglich bezahlt werden, wären also etwa 7.000 Fahrzeuge betroffen, erklärte Belliard gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Laut Oberbürgermeisterin Anne Hidalgo könnten diese Tariferhöhungen der Stadt monatliche Mehreinnahmen in Höhe von 35 Millionen Euro bringen.

    Die Stadtverwaltung hat jedoch zahlreiche Ausnahmeregelungen vorgesehen: „Pariser Anwohner und sesshafte Gewerbetreibende, die in ihrer Parklizenzzone parken, Taxifahrer an speziellen Taxiständen, Handwerker, Angehörige von Gesundheitsberufen und Personen, die für den Pro-Tarif in Frage kommen, sowie Personen mit eingeschränkter Mobilität, die im Besitz einer Carte Mobilité Inclusion – stationnement sind“, sind von dieser Erhöhung nicht betroffen.

    Außerdem betrifft die Preiserhöhung nur das Parken auf den Straßen der französischen Hauptstadt und hat keine Auswirkungen auf unterirdische Parkplätze und Parkhäuser. Ebenso bleibt das Parken für große und kleine Fahrzeuge abends nach 20 Uhr bis 9 Uhr des Folgetages sowie sonntags kostenlos.

    Um am heutigen Sonntag abstimmen zu können, muss man am 8. Januar in Paris in den Wählerlisten eingetragen gewesen sein. Auch EU-Bürger, die in der Wählerliste für die Kommunalwahlen eingetragen sind, können teilnehmen, erklärt die Bürgermeisterin.

    Die Wahl findet von 9.00 bis 19.00 Uhr in insgesamt 222 Wahllokalen in allen Arrondissements der Hauptstadt statt. Die Stadt Paris hat auf ihrer Website eine Liste dieser Orte sowie eine Liste der Dokumente, die als Identitätsnachweis dienen können, veröffentlicht.

    Die Initiative des Rathauses „zielt darauf ab, den ökologischen Übergang zu beschleunigen, in dem wir die Luftverschmutzung angehen“, denn „je größer, desto schmutziger“ sind unsere Autos, erklärte Anne Hidalgo am 8. Dezember. Neben dem Umweltschutz ziele die Begrenzung von SUVs auch darauf ab, die „Verkehrssicherheit zu verbessern, denn je größer, desto höher das Unfallrisiko“. Der dritte Grund sei die „bessere Aufteilung des öffentlichen Raums“, fügte die Pariser Bürgermeisterin hinzu und erklärte, dass die durchschnittliche Größe und das Gewicht von SUVs, die „mittlerweile 40 % der PKW-Verkäufe“ ausmachen, ständig gestiegen seien.

    In Paris beträgt die Mindestbreite der Stellplätze 1,80 Meter einschließlich der Markierungen. Die 100 meistverkauften Automodelle in Europa sind jedoch seit 2018 durchschnittlich 2,5 Zentimeter breiter geworden, von 177,8 auf 180,3 cm, so ein Bericht der NGO Transport & Environment (T&E), der am 22. Januar veröffentlicht wurde. Einige Arten von Luxus-SUVs überschreiten sogar die Zwei-Meter-Marke bei eingeklappten Spiegeln, so die Studie. Diese Fahrzeuge „ragen in Gehwege oder auf die Straße hinein“, erklärte Nicolas Raffin, Sprecher von T&E Frankreich, der von der Nachrichtenagentur AFP zitiert wurde. „Sie gefährden Radfahrer, Fußgänger, insbesondere Kinder, und alle anderen Autofahrer.“

    Schließlich betont die NGO, dass die schwersten Autos, selbst wenn sie elektrisch betrieben werden, bei der Herstellung „dreimal so viel Kupfer und Aluminium und fünfmal so viel Lithium, Nickel und Kobalt verbrauchen als ein kleines elektrisches Stadtauto“.

    Was denken die Pariser Bürger über diese Maßnahme?
    Laut einer im Januar von OpinionWay auf Initiative der NGOs Respire und Clean Cities durchgeführten Umfrage unterstützen 61 % der Pariser Bürger die Einführung von Parkgebühren, die sich nach dem Gewicht des Fahrzeugs richten. Mehr als die Hälfte der befragten Pariser gab an, diesen großen Autos kritisch gegenüber zu stehen (56 %). Sie kritisierten vor allem ihre sperrigen Ausmaße (75 %), ihre Belastung der Luftqualität (61 %) und ihre negativen Auswirkungen auf das Klima (58 %).

    Paris ist nicht die einzige französische Stadt, die Autofahrer dazu ermutigen will, kleinere Fahrzeuge zu bevorzugen. Auch in Lyon wird darüber nachgedacht, eine neue progressive Parkgebühr einzuführen, berichtet France 3 Rhône-Alpes.

    In Grenoble werden die Abonnements in den 21 Parkhäusern der Metropole ab dem 1. März insbesondere für schwere Autos ebenfalls teurer werden. Die Stadtverwaltung hat dies mit dem zusätzlichen Wartungsaufwand für diese Fahrzeuge begründet, berichtet France 3 Rhône-Alpes und nennt Kosten für die Erneuerung der Beläge und Parkplätze, da die Flächen oftmals zu schmal geworden sind.

    Die heutige Abstimmung ist bereits die zweite Bürgerabstimmung, die vom Pariser Rathaus organisiert wird, nachdem im April 2023 eine Abstimmung über elektrische Tretroller in Selbstbedienung stattgefunden hat. An der Abstimmung im vergangenen Jahr nahmen etwas mehr als 100.000 Wähler teil (7,46 % der registrierten Wähler), die mit 89,03 % die Verlängerung der Verträge mit den Unternehmen ablehnten, die diese Elektro-Tretroller anboten.

    Trotz der sehr hohen Wahlenthaltung hatte Anne Hidalgo damals zugesagt, „das Ergebnis schlicht und einfach zu respektieren“. Seitdem sind die Selbstbedienungs-Tretroller von den Pariser Straßen verschwunden.

  • Messerattacke in Paris: Mann verletzt drei Personen mit einem Messer – ein Opfer schwebt in Lebensgefahr

    Messerattacke in Paris: Mann verletzt drei Personen mit einem Messer – ein Opfer schwebt in Lebensgefahr

    Nach einer vorläufigen Bilanz der Polizeipräfektur wurden bei einem Messerangriff am Gare de Lyon, der sich am frühen Samstagmorgen ereignete, eine Person schwer und zwei weitere leicht verletzt.

    Ein Mann, der verdächtigt wird, am Samstag, dem 3. Februar, um 7:35 Uhr am Gare de Lyon in Paris mehrere Personen mit einem Messer angegriffen zu haben, wurde festgenommen. Dies teilte die Polizeipräfektur mit und bestätigte damit eine Meldung der Nachrichtenagentur AFP. Der Angreifer wurde in Polizeigewahrsam genommen. Die Pariser Staatsanwaltschaft ist mit dem Sachverhalt befasst und hat eine Untersuchung wegen versuchten Mordes eingeleitet. Ein terroristischer Hintergrund der Tat wurde bisher nicht festgestellt.

    „Drei Passanten wurden Opfer von Verletzungen mit einer Waffe durch den mutmaßlichen Täter. Die Verletzungen sollen mit einem Hammer und einem Messer verursacht worden sein“, so die Pariser Staatsanwaltschaft gegenüber dem Sender Franceinfo. „Die genaue Identität des Beschuldigten sowie die Umstände und Motive der Tat müssen noch bestätigt werden“, so die Pariser Staatsanwaltschaft weiter. Der Täter ist 32 Jahre alt und leidet wohl an psychischen Problemen, wie Franceinfo unter Berufung auf mit den Ermittlungen vertrauten Quellen meldet. Er soll ein malischer Staatsbürger sein und einen italienischen Führerschein und eine Aufenthaltsgenehmigung besitzen.

    Laut einer vorläufigen Bilanz der Pariser Polizeipräfektur wurden bei dem Angriff eine Person schwer und zwei Personen leicht verletzt. Die drei Personen befänden sich derzeit zu medizinischen und forensischen Untersuchungen im Krankenhaus, so die Pariser Staatsanwaltschaft. Eine Polizeiquelle erklärte gegenüber France Télévisions, dass es sich bei den Opfern um zwei Reisende sowie einen Sicherheitsbeamten handelt, der versucht habe, den Angreifer zu entwaffnen.

    Der Innenminister bestätigte die Tat auf X und dankte „denjenigen, die den Autor dieser unerträglichen Tat überwältigt haben“.

    Es gibt keine Verspätungen im TGV-Verkehr, meldete die SNCF gegenüber dem Sender Franceinfo. Die Bahngesellschaft erklärt, dass die Halle 1 und die Halle 2 des Gare de Lyon normal geöffnet sind. Nur die Halle 3 ist auf Anweisung der Pariser Polizeipräfektur geschlossen. Die Linie R der Regionalbahnen ist jedoch gestört. Es muss „mit Änderungen der Verbindungen, Verspätungen und Zugausfällen gerechnet werden“, heißt es in einer auf X veröffentlichten Nachricht.

  • Frankreich: Gabriel Attal will bis Ende des Jahres Gesetz für eine größere Dezentralisierung vorlegen

    Frankreich: Gabriel Attal will bis Ende des Jahres Gesetz für eine größere Dezentralisierung vorlegen

    „Unser Ziel ist einfach: die sterilen Debatten darüber, welche administrative Ebene beibehalten oder abgeschafft werden soll, zu überwinden und uns auf die Mittel zu konzentrieren, mit denen die Arbeit des Staates wirklich verbessert werden kann“, sagte der Premierminister am Mittwoch im Oberhaus der Nationalversammlung.

    Soll jetzt die von Emmanuel Macron versprochene „neue Etappe der Dezentralisierung“ umgesetzt werden? Gabriel Attal kündigte vor dem Senat an, dass bis zum Jahresende ein Gesetz zu diesem Thema vorgelegt werden solle.

    „Es müsse sich auf „die Schlussfolgerungen der Mission von Eric Woerth“ stützen, bekräftigte der Premierminister in seiner politischen Grundsatzerklärung vor dem Oberhaus des Parlaments. „Unser Ziel ist einfach: Wir müssen die fruchtlosen Debatten darüber, welche Ebene beibehalten oder abgeschafft werden soll, überwinden und uns auf die Mittel konzentrieren, mit denen die öffentliche Aktion wirklich verbessert werden kann. „Die Regel muss einfach sein: Für eine Zuständigkeit braucht man einen Verantwortlichen und eine zweckgebundene Finanzierung“, erklärte Gabriel Attal.

    Der Renaissance-Abgeordnete und ehemalige Haushaltsminister Eric Woerth, der von Emmanuel Macron im November 2023 mit einer entsprechenden Untersuchung betraut wurde, wird „seine ersten Schlussfolgerungen bis zum Frühjahr vorlegen“, erklärte der Premierminister. In dem von Präsident Emmanuel Macron an Woerth gerichteten Auftragsschreiben wird dieser insbesondere aufgefordert, sich mit der „Vereinfachung der territorialen Organisation zu befassen, um die Zahl der administrativen Schichten, die heute zu zahlreich sind, zu verringern“.

    Präsident Macron will lokalen Mandatsträgern „mehr Freiheiten, aber auch mehr Verantwortung“ geben, wie er in einer Rede zum 65. Jahrestag der Verfassung der Fünften Republik im Oktober 2023 sagte. Emmanuel Macron hatte den bestehenden „Wettbewerb“, zwischen den Gebietskörperschaften und dem Staat kritisiert, was seiner Meinung nach „Ineffizienz im öffentlichen Handeln“ und einen „Verlust der Orientierung für unsere Mitbürger“ produziere.