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  • Zusatzheizungen: Welche Modelle sind am günstigsten?

    Zusatzheizungen: Welche Modelle sind am günstigsten?

    Weil die Energiepreise explodieren, greifen viele Franzosen jetzt zu individuellen Zusatzheizungen. Doch welche Modelle sind am günstigsten?

    Elektro-, Gas-, Öl- und Ölbadheizungen sind auf dem Markt erhältlich, und viele Franzosen nutzen sie, um ihre Energierechnung zu senken. Allerdings müssen diese Heizungen dann auch wirklich sparsam sein.

    Elektrische Heizungen: billig zu kaufen, aber energieintensiv
    Elektrische Heizungen sind mit Preisen ab etwa zwanzig Euro bei weitem die günstigsten Modelle in der Anschaffung. Sie sind praktisch und kompakt, aber nicht die energieeffizientesten, da sie viel Strom verbrauchen.

    Laut TotalEnergies kostet „eine Stunde Nutzung dieser Geräte 0,28 Eurocent, also doppelt so viel wie ein fest installierter Heizkörper“. Eine punktuelle Nutzung solcher Geräte – eine halbe Stunde pro Tag – kostet monatlich 4,2 Euro. Das elektrische Modell ist vielleicht eine praktische Lösung für eine kurze Zeit, aber nicht die beste für den Geldbeutel.

    Ölbadheizung: die goldene Mitte
    Ölbadheizungen gehören ebenfalls zu den preisgünstigen Heizungen auf dem Markt. Für ein solches Modell muss man zwischen 30 und 150 Euro einplanen. Sie sind praktisch und sparsam, heizen schnell auf und halten den Raum länger auf Temperatur. Dank eines Thermostats kann die verwendete Leistung kontrolliert werden. Aber Vorsicht! Wenn man wirklich sparen will, darf man das Gerät nicht den ganzen Tag am Stromnetz hängen lassen, sondern es nur vorübergehend nutzen.

    Gas: Die Sparsamsten
    Bei den Zusatzheizungen, die dauerhaft Wärme spenden, sind Gasgeräte gut positioniert, da sie mehr Wärme abgeben als andere Geräte. Allerdings haben diese Modelle einen durchschnittlichen Verkaufspreis von fast 150 Euro. Hinzu kommt der Kauf von Gasflaschen – Butan oder Propan -, deren Preise bei etwa 15 Euro beginnen. Diese Modelle sind zwar relativ günstig, es müssen aber einige Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden. So sollten sie nicht in der Nähe von Sofas, Sesseln oder Wänden aufgestellt werden und man sollte unbedingt vermeiden, sie zu bewegen oder brennbare Produkte in der Nähe zu lagern.

    Und sehr wichtig: Gasheizung können Kohlenmonoxiddämpfe erzeugen, die man auf gar keinen Fall einatmen sollte.

    Mit Ölöfen: schnelles Aufheizen
    Dochtöfen, die Erdöl als Brennstoff verwenden, haben den Vorteil, dass die Temperatur schnell ansteigt, und sind relativ preiswert (100 Euro für die günstigsten Modelle). Sie sind zwar einfach zu bedienen, haben aber den Nachteil, dass sie ziemlich energieintensiv sind. Um sie zu betreiben muss man 20-Liter-Kanister mit Brennstoff kaufen, die zwischen 20 und 40 Euro kosten.

    Außerdem sollten wie bei Gasöfen bei der Installation mehrere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Bei diesen Modellen besteht Verbrennungsgefahr und auch sie neigen dazu, Kohlenmonoxid auszustoßen.

    Es gibt auch elektronische Ölöfen auf dem Markt, die sich programmgesteuert ein- und ausschalten. Sie sind jedoch teurer und kosten in den meisten Geschäften ab etwa 250 Euro.

    Holz: Hohe Investition für beste Leistung
    Mit der sehr guten Energieeffizienz ist ein Holzofen zweifellos die beste Zusatzheizung zu einer Elektroheizung oder einer Wärmepumpe. Wer sich für eine solche Anlage entscheidet, sollte die Installation genau planen und sich die beste individuelle Lösung überlegen: Der reine Holzofen wird als Zusatzheizung empfohlen, während der Pelletofen über einen längeren Zeitraum hinweg eine konstante Wärmeabgabe ermöglicht.

    Aber, der Preis ist hoch: Man muss mit 1.500 bis 4.500 Euro für einen Scheitholzofen (inklusive Einbau) und 2.500 bis 5.500 Euro für einen Pelletofen (inklusive Einbau) rechnen. Ausserdem kommen 55 bis 100 Euro pro Ster Holz hinzu oder etwa 5 Euro pro 15-kg-Sack Pellets.

  • Mont-Blanc: Der Tunnel wird im Jahr 2023 wegen Bauarbeiten geschlossen sein

    Mont-Blanc: Der Tunnel wird im Jahr 2023 wegen Bauarbeiten geschlossen sein

    Der Mont-Blanc-Tunnel muss 2023 geschlossen werden, um Asbest zu entfernen und die Fahrbahn neu zu asphaltieren. Die Verlagerung des Autoverkehrs bereitet den Anwohnern Sorgen.

    Im Jahr 2023 wird der Mont-Blanc-Tunnel wegen Bauarbeiten geschlossen werden müssen. Die geplanten Bauarbeiten sind umfangreich: Die Fahrbahn muss erneuert und die Deckengewölbe müssen von Asbest befreit werden. Um nach Italien zu gelangen, müssen die Autofahrer im kommenden Jahr den Tunnel des Großen St. Bernhard oder den Fréjus-Tunnel im Maurienne-Tal benutzen. Dies gefällt den Anwohnern nicht wirklich. „Wir erleben schon viel Verschmutzung durch den Verkehr, der jetzt schon durchfährt, das wird durch die Umleitungen nicht besser“, prophezeit ein Mann gegenüber France 2.

    100.000 Autos und LKWs pro Monat
    Der Mont-Blanc-Tunnel ist im Jahr 1965 eröffnet worden, als Asbest noch in fast allen Bauwerken verwendet wurde. Um es zu entfernen, wurden zwei Lösungen in Betracht gezogen: den Tunnel für drei oder vier Jahre zu schliessen oder ihn 18 Jahre lang vier Monate im Jahr zu schließen. Die Verantwortlichen bevorzugen die zweite Version, da sie befürchten, dass sich die Gewohnheiten der LKW-Fahrer bei einer zu langen Schließung komplett ändern könnten. Jeden Monat fahren 100.000 Autos und Lastwagen durch den Mont-Blanc-Tunnel.

  • Genealogie: Ahnenforschung wurde zu einem der beliebtesten Hobbys der Franzosen

    Genealogie: Ahnenforschung wurde zu einem der beliebtesten Hobbys der Franzosen

    Die Genealogie findet in Frankreich immer mehr Anhänger: Mehr als 10 Millionen Franzosen haben mit der Suche nach ihren Vorfahren begonnen. Die Digitalisierung vieler Archivdokumente hat die Suche erleichtert.

    Bisher hat es so etwas noch nie gegeben. Rathäuser, Archive und mittlerweile auch Internetportale werden von neuen Fans belagert, die nach ihren Vorfahren suchen. Die Praxis ist sogar zu einer französischen Leidenschaft geworden, denn die Genealogie steht auf der Liste der Lieblingsbeschäftigungen der Franzosen an dritter Stelle, hinter den Hobbys Heimwerken und Gartenarbeit. Jean Legrand, Vizepräsident des französischen Genealogieverbands, wird von der Zeitung DDM zitiert: „Das ist ein Erfolg, der zweifellos das dringende Bedürfnis der Franzosen zeigt, sich mit ihren Wurzeln zu verbinden.“

    Die Zahlen belegen es: Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Ifop, die dieses Jahr für die spezialisierte Website Geneanet durchgeführt wurde, geben sieben von zehn Franzosen an, sich für ihre Herkunft zu interessieren, und landesweit haben bereits mehr als 10 Millionen Menschen begonnen, die Geschichte ihrer Familie zu erforschen.

    „Heute gibt es 40.000 Mitglieder in über 160 Vereinen“, erklärt Jean Legrand. „Einige Vereine arbeiten nur in bestimmten geografischen Gebieten. Andere führen umfangreiche Forschungen zu bestimmten Bevölkerungsgruppen durch, wie zum Beispiel zu bestimmten Berufen.“ Was das Profil der neuen Hobby-Genealogen betrifft: „Noch vor einigen Jahren waren 99% von ihnen Rentner. Wir haben jetzt jüngere Bevölkerungsgruppen – 40- oder 50-Jährige, die in das große Feld der Genealogie eintauchen.“

    Bedürfnis nach „familiären Bezugspunkten“
    Diese wachsende Begeisterung für die Genealogie wirft ein Licht auf unser heutiges Gesellschaftsmodell: „Vor 70 bis 80 Jahren gab es eine Zeit, in der die Familien im weitesten Sinne des Wortes – Brüder, Schwestern, Eltern, aber auch Onkel, Tanten und Cousins – relativ nahe beieinander lebten, zum Beispiel in einem Dorf“, kommentiert Jean Legrand. „Heute sind die Familien jedoch geografisch und in ihren Beziehungen zersplittert. Die Menschen leben in allen Ecken des Landes und sogar im Ausland. Dies begünstigt den Verlust familiärer Bezugspunkte und ich denke, dass unsere Gesellschaft heute darauf angewiesen ist, diese wiederzufinden.“

    Vor fast drei Jahren wirkte die Covid-19-Pandemie wie ein Beschleuniger. Viele Franzosen nutzten die Zeit, um in der Vergangenheit zu stöbern: „Während der Pandemie mussten sich die Franzosen beschäftigen. Viele dachten, dass dies die Gelegenheit sei, ihren Stammbaum zu erforschen“. Aber wie kann man eine solch komplexe Forschung durchführen, wenn man zu Hause sitzt? Indem man sich auf die Digitalisierung öffentlicher Dokumente stützt. Im Jahr 2003 begann Frankreich mit dem großen Projekt der Digitalisierung von Verwaltungsquellen, allen voran die Zivilstandsregister. Das Ergebnis: Mehr als 95% aller Dokumente, die früher in staubigen Archiven aufbewahrt wurden, sind heute online verfügbar.

    Mit nur wenigen Klicks kann man Vorfahren finden, die im 18. Jahrhundert gelebt haben. Aber: Nur etwa 2% der von Frankreich aufbewahrten Archive sind bis heute digitalisiert. Es gibt noch Millionen und Abermillionen von Dokumenten, die darauf warten, digitalisiert zu werden. Das lässt auf immer spannendere Entdeckungen in den kommenden Jahren hoffen.

  • Eltern finden ihre Tochter über 50 Jahre nach ihrer Entführung wieder

    Eltern finden ihre Tochter über 50 Jahre nach ihrer Entführung wieder

    Melissa hat ihre Eltern wiedergefunden, 51 Jahre nachdem sie im Alter von 22 Monaten von ihrem Babysitter in Texas entführt worden war.

    Es ist ein Weihnachtswunder für eine Familie in Fort Worth, Texas, USA. Ein Ehepaar hat seine Tochter 51 Jahre nach ihrer Entführung wiedergefunden, berichtet der US-Fernsehsender CBS.

    Melissa Highsmith blieb verschwunden, nachdem sie 1971 von ihrem Babysitter aus dem Haus ihrer Eltern entführt worden war. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war sie erst 22 Monate alt.

    Über 50 Jahre lang hatten ihre Familie und die Polizei die Suche nicht aufgegeben. Schließlich wurde sie dank eines DNA-Tests gefunden. Melissa lebte unter dem Namen Melanie Walden in Fort Worth. Ihr Vater Jeffrie trat daraufhin über Facebook mit ihr in Kontakt.

    „Ich konnte es nicht glauben“
    Melissa, die inzwischen 53 Jahre alt ist, dachte zunächst, dass es sich um einen Betrug handele. Dann befragte sie die Person, die sie aufgezogen hatte und die sie für ihre Mutter hielt: „Sie hat mir bestätigt, dass ich die kleine Melissa bin“, berichtete sie. Ein DNA-Test bestätigte dann die Verwandtschaftsverhältnisse.

    Am Samstag, dem 26. November, trafen sich Melissas Eltern zum ersten Mal mit ihr. Die Familie will nun die verlorene Zeit nachholen und sich besser kennenlernen. „Ich konnte es nicht glauben. Ich dachte, ich würde sie nie wieder sehen“, erzählte ihre Mutter auf dem Sender CBS.

  • Lebensmittel: Neue Kennzeichnungsstandards sollen Verschwendung eindämmen

    Lebensmittel: Neue Kennzeichnungsstandards sollen Verschwendung eindämmen

    Um die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren, werden in Frankreich neue Kennzeichnungsstandards in Kraft treten. 

    Mitte November kündigte die Regierung an, dass die Kennzeichnung von Lebensmitteln reformiert werden soll, um die Verschwendung einzudämmen. Das betrifft allerdings nur Produkte mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum wie zum Beispiel Kuchen oder Nudeln mit dem Hinweis ‚Am besten vor dem … verbrauchen‘. Das sind Lebensmittel, die nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch problemlos verbraucht werden können, aber zu oft in den Müll geworfen werden.

    Zwei neue Aufschriften auf den Produkten
    Um zu verhindern, dass diese Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums weggeworfen werden, werden zwei neue Aufschriften vorgesehen: „Für einen optimalen Genuss“ und „Dieses Produkt kann nach diesem Datum verzehrt werden“. Zum Beispiel sind Zucker, Honig oder Essig unabhängig von ihrem Ablaufdatum noch gut zu verzehren. Für Produkte wie Nudeln, Reis, Mehl oder auch Konserven gilt, dass sie unter optimalen Bedingungen aufbewahrt werden müssen. Das gilt zum Beispiel auch für Schokolade.

  • Gorgonien, die Korallen des Mittelmeers, werden von steigenden Meerestemperaturen stark geschädigt

    Gorgonien, die Korallen des Mittelmeers, werden von steigenden Meerestemperaturen stark geschädigt

    Im Mittelmeer sind die Gorgonienwälder extrem wichtig für das marine Ökosystem. Doch die Hitzespitzen dieses Sommers haben sie zum Teil absterben lassen. Alexis Rosenfeld, Gründer von 1 Ocean, sucht nach einer Möglichkeit, sie wiederherzustellen.

    „Die Wassertemperaturen erreichten bis zu einer Tiefe von etwa 30 Metern bisher unerreichte Werte und viele dieser Tiere haben nicht überlebt.“ Gorgonien sind Wälder von Korallentieren, die im Mittelmeer leben und sehr wichtig für das Ökosystem sind. Doch in diesem Sommer lag die Wärme des Meerwassers 4 bis 6 Grad über den normalen Temperaturen. Die Hitzewellen des Sommers übertrugen sich auch auf das Meer und führten zu sogenannten ozeanischen Hitzewellen. Alexis Rosenfeld ist Forscher, Fotograf und der Gründer von 1 Ocean, einem Projekt in Zusammenarbeit mit der UNESCO. 

    Von 0 bis 30 Meter „war es wie ein großes Feuer. Der gesamte Bestand der Gorgonien war tot“, erklärt Alexis Rosenfeld. In einer Tiefe von über 30 Metern sieht die Situation noch ganz anders aus: „Es ist ein richtiger Tierwald, der dicht ist, es gibt Fischschwärme“. Möglicherweise eine Hoffnung für das Überleben dieser Art.

    Es ist eine genetische Studie, die an Schiffswracks durchgeführt wird. Warum an Wracks? „Weil Wracks vor allem deshalb interessant sind, weil man ihr Alter auf den Tag genau kennt. Man kennt also genau das maximale Alter des Gorgonien-Bestands, der auf einem speziellen Wrack existiert. Die Wissenschaftler und Biologen werden Proben, kleine Stücke von Gorgonien sammeln, um zu untersuchen, ob alle Gorgonien zur selben Familie gehören oder nicht“, erläutert Alexis Rosenfeld.

  • Sexuelle Gewalt gegen Minderjährige: Zivilgericht verurteilte einen Mann 30 Jahre nach der Tat

    Sexuelle Gewalt gegen Minderjährige: Zivilgericht verurteilte einen Mann 30 Jahre nach der Tat

    Jeremy Garamond, der in seiner Kindheit Opfer sexueller Übergriffe geworden war, wandte sich an die Zivilgerichtsbarkeit, um eine Entschädigung für strafrechtlich verjährte Taten zu erhalten.

    Eine Verurteilung für Taten, die bis in die frühen 1990er Jahre zurückreichen. Ein Mann wurde am 17. November, von der vierten Kammer des Pariser Zivilgerichts wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige verurteilt, dreißig Jahre nach den Taten. Die Verurteilung durch die Ziviljustiz, über die der Sender BFMTV berichtete, erfolgte obwohl die Taten in den Augen der Strafjustiz verjährt waren. Die Nebenkläger bezeichneten die Entscheidung als „beispiellos“.

    Der heute 46-jährige Jeremy Garamond war zwischen seinem 12. und 15. Lebensjahr wiederholt Opfer sexueller Übergriffe geworden. Der Missbrauch wurde José Bruneau de la Salle angelastet, einem engen Vertrauten der Familie und einer bekannten Figur aus der Welt des französischen Pferdesports. Jérémy Garamond beschuldigt ihn eines Dutzends sexueller Übergriffe in einem Auto sowie eines nächtlichen sexuellen Übergriffs im Jahr 1990. Gegen den Pferdezüchter liegt noch eine weitere Klage wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige vor.

    Unterschiedliche Verjährungsfristen im Straf- und Zivilrecht
    Das Opfer hatte seinem Vater damals davon erzählt, die Vorfälle dann aber jahrelang verdrängt. Das Opfer beschliesst 2018, sich an die Justiz zu wenden, fast dreißig Jahre nach den Ereignissen.

    Ein zu großer Zeitraum für das französische Strafrecht, da die Taten strafrechtlich verjährt sind, was bedeutet, dass dort keine gerichtlichen Schritte mehr möglich sind. Angesichts dieser Verjährung gingen Jeremy Garamond und sein Anwalt in ein Zivilverfahren und bekamen Recht, wodurch der Angeklagte schlussendlich doch zur Verantwortung gezogen werden konnte.

    „Es ist das erste Mal, dass eine solche Entscheidung in einem Zivilverfahren getroffen wurde“. (Olivier Pardo, Anwalt des Opfers gegenüber Franceinfo)

    Der Rechtsverstoss im Zivilrecht wird ab dem sogenannten „Konsolidierungsdatum“ des Zustands des Opfers festgestellt, d. h. ab dem Zeitpunkt, an dem die persönlichen Folgen festgestellt sind und einen dauerhaften Charakter annehmen. In Frankreich tritt die Verjährung im Strafrecht zwanzig Jahre nach der Tat ein, wenn die Gewalt an einem Minderjährigen begangen wurde. In der Ziviljustiz tritt die Verjährung für denselben Sachverhalt zwanzig Jahre nach dem Zeitpunkt der „Konsolidierung“ ein und nicht zwanzig Jahre nach den Ereignissen. Von diesem Zeitpunkt an ist es möglich, den Grad der Folgen oder der Behinderung zu schätzen, der durch die in der Kindheit erlittenen sexuellen Übergriffe verursacht wurde.

    Im vorliegenden Fall wurde die Schädigung bei Jeremy Garamond erst 2018 „konsolidiert“, dem Jahr, in dem er sich zum ersten Mal an die Justiz wandte. „Man kann einen Schaden nicht quantifizieren, solange er sich noch im Aufbau befindet“, wird Audrey Darsonville, Professorin für Strafrecht an der Universität Paris Nanterre, von Franceinfo zitiert.

    Fast 103.000 Euro Entschädigung gefordert.
    Um das Datum zu bestimmen, wurde ein Gutachten erstellt, das vom Opfer bezahlt werden musste. Der psychiatrische Sachverständige urteilte, dass sich der Schaden erst 2018 endgültig verfestigte und zeigte, dem Jahr, in dem sich das Opfer an die Justiz wandte. Die Taten sind daher zivilrechtlich nicht verjährt. Eine weitere Besonderheit dieses Prozesses war, dass die Fakten, die in der Gerichtsverhandlung verhandelt wurden, auf keiner vorherigen polizeilichen Untersuchung beruhten. „Es handelt sich um eine von uns selbst durchgeführte Untersuchung“, räumt der Anwalt ein.

    Eine Anhörung zur Festlegung der Höhe des Schadensersatzes, der dem Opfer zu zahlen ist, soll in knapp zwei Monaten stattfinden, erklärt sein Anwalt gegenüber Franceinfo. Für die verschiedenen sexuellen Übergriffe, die er in seiner Kindheit erlitten hatte, forderte Jeremy Garamond eine Entschädigung von fast 103.000 Euro. Die bei der Gerichtsverhandlung festgelegte Summe werde an Vereine gespendet, versichert das Opfer. Da der Prozess in einem Zivilverfahren stattfand, zieht die Verurteilung keine Gefängnisstrafe nach sich. „Was mein Mandant wollte, war in erster Linie ein Gerichtsverfahren und die Anerkennung der Schuld des Schädigers“, erklärte Rechtsanwalt Olivier Pardo.

    Diese Entscheidung, die in der Berufung und anschließend in der Kassation noch aufgehoben werden kann, ist für die Rechtsexpertin Audrey Darsonville „besonders interessant“. „Es ist eine Anerkennung der Existenz eines Schadens durch die Justiz. „Wenn die Taten im Strafrecht verjährt sind, kann dies eine Lösung für Opfer sein, die trotzdem eine Verurteilung wollen“, betont sie. Die Juristin schränkt aber ein: „Das kann nur von Fall zu Fall so sein, man darf nicht hoffen, dass es für alle und in allen Gerichtsbarkeiten anwendbar ist“.

  • Waldbrände in der Gironde: Möbel werden aus geschädigten Bäumen hergestellt

    Waldbrände in der Gironde: Möbel werden aus geschädigten Bäumen hergestellt

    Möbel, die aus verbranntem Holz hergestellt werden: Das ist die Idee eines Herstellers aus der Vendée, der wöchentlich über 100 Tonnen Holz, vor allem aus den von den grossen Waldbränden des Sommers heimgesuchten Wäldern, sammeln und verarbeiten will.

    In Chantonnay (Vendée) kommt ein Lastwagen aus der Charente mit Holz von Bäumen an, die im Sommer bei den grossen Bränden geschädigt wurden. Dieses Holz soll zur Herstellung von Möbeln verwendet werden. In den Stämmen ist nämlich nicht alles verloren. „Es gibt einen sehr, sehr großen Teil, den wir in unseren Möbeln wiederverwenden können“, erklärt Pierre Grolleau gegenüber France 2.

    Stärkung einer geschwächten Branche
    Im Sommer brannten in der Region Nouvelle-Aquitaine 36.000 Hektar Wald, hauptsächlich in der Gironde und im Departement Landes. Das entspricht 5 Millionen m3 Holz, der Hälfte der jährlichen Holzernte. Um verbrannte Bäume wiederzuverwenden, muss zunächst die zuvor verkohlte Rinde entfernt werden. Die gesäuberten Stämme werden dann zu Hackschnitzeln zerkleinert. Das Holz wurde zum üblichen Preis gekauft, um eine geschwächte Branche zu unterstützen.

  • Roman Polanski wird 2024 wegen Verleumdung vor Gericht erscheinen müssen

    Roman Polanski wird 2024 wegen Verleumdung vor Gericht erscheinen müssen

    Der Filmemacher wurde verklagt, weil er die Wahrheit der von der Schauspielerin Charlotte Lewis gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsanschuldigungen in Frage gestellt hat.

    Der Filmemacher Roman Polanski wird am 5. März 2024 in Frankreich wegen Verleumdung vor Gericht stehen, wie das Pariser Strafgericht bekannt gab. Er wurde angeklagt, weil er die Aufrichtigkeit der von der Schauspielerin Charlotte Lewis gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe angezweifelt hatte. Die britische Schauspielerin hatte 1986 unter der Regie von Roman Polanski in dem Film Pirates gedreht. Im Jahr 2010 behauptete sie, dass sie Anfang der 1980er Jahre von dem Regisseur in seiner Pariser Wohnung „sexuell missbraucht“ worden sei, als sie erst 16 Jahre alt war.

    In einem Interview, das Paris Match im Dezember 2019 veröffentlichte, hatte Roman Polanski diese Aussage in Frage gestellt. „Sehen Sie, die wichtigste Eigenschaft eines guten Lügners ist ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Man erwähnt Charlotte Lewis immer in der Liste meiner Anklägerinnen, ohne jemals auf ihre Widersprüche hinzuweisen“, hatte der Regisseur gesagt. Er bezog sich auf Aussagen, die der Schauspielerin in einem Interview zugeschrieben wurden, das 1999 von der britischen Boulevardzeitung News of the World veröffentlicht wurde. Charlotte Lewis sagte darin: „Ich wusste, dass Roman in den USA etwas Falsches getan hatte, aber ich wollte seine Geliebte sein (…). Ich wollte ihn wahrscheinlich mehr als er mich wollte“. Die Schauspielerin hatte jedoch 2010 den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen nachträglich bestritten. „Viele der Zitate, die mir in dem Artikel von News of the World zugeschrieben werden, sind nicht korrekt“, hatte sie versichert.

    Nach dem Interview mit Roman Polanski in Paris Match reichten die Anwälte von Charlotte Lewis im März 2020 eine Verleumdungsklage ein, die dazu führte, dass der Filmemacher vor das Strafgericht verwiesen wurde. Im französischen Presserecht erfolgt die Verweisung an das Gericht in einem solchen Verfahren quasi automatisch. Die Substanz der Anschuldigungen wird erst in der Verhandlung geprüft.

  • Umwelt: Ehemaliges Bergarbeiterdorf als ökologischer Vorreiter

    Umwelt: Ehemaliges Bergarbeiterdorf als ökologischer Vorreiter

    In einem ehemaligen Bergbaugebiet in Nordfrankreich dienen stillgelegte Betriebe heute als Labor, um umweltfreundliche Lösungen zu finden. In Loos-en-Gohelle (Pas-de-Calais) sind die Spuren der Vergangenheit noch sichtbar und der ehemalige Bergbau nimmt immer noch einen wichtigen Platz ein. In dem Dorf wird der Winter von den Familien mit Nervosität erwartet. Trotz einer hohen Stromrechnung friert die Familie Jacquart. „Kurz gesagt ist es so, wir zahlen, aber wir frieren“, bedauert Aurélie Jacquart auf dem Sender France 3. Obwohl das Haus der Familie renoviert wurde, sind die Wände zu schlecht isoliert. Dabei floss in dem Dorf Loos-en-Gohelle reichlich Energie, als die Minen noch in Betrieb waren. Als der Kohleabbau eingestellt wurde, waren die Auswirkungen auf die Region sehr negativ. Die Grundstücke waren verseucht und die Arbeitslosigkeit stieg explosionsartig an. Seitdem hat sich der Bürgermeister der Stadt einer neuen Herausforderung gestellt, indem er aus dem ehemaligen Bergbaul…

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