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  • Spanien: Katalonien von historischer Dürre betroffen

    Spanien: Katalonien von historischer Dürre betroffen

    Katalonien leidet seit drei Jahren unter der schlimmsten Dürre seit Beginn der Aufzeichnungen, und die Bewohner bereiten sich auf erhebliche Wassereinschränkungen vor. Das Ausbleiben von Niederschlägen in der Region ist äußerst besorgniserregend.

    Seit drei Jahren regnet es in Vallirana (Katalonien) nur sehr wenig. Diese historische Dürre führte dazu, dass die Gemeinde mit etwa 16.000 Einwohnern vor zwei Monaten den Notstand ausrief. Aufgrund der verhängten Wasserbeschränkungen sind die Anwohner auf Tanklastwagen angewiesen, um sich mit Wasser zu versorgen. Das Auffüllen ihrer Wasserbehälter ist zu einer Notwendigkeit geworden, um ein normales Leben führen zu können. „Wir können nicht spülen oder unsere Wäsche waschen“, bezeugt ein Anwohner gegenüber dem französischen TV-Sender Franceinfo.

    Grundwasserspiegel im roten Bereich
    Nach einem heißen Sommer und einem ungewöhnlich trockenen Winteranfang befinden sich die Grundwasserstände in Katalonien im tiefroten Bereich. „Wir hatten drei Jahre mit sehr unterdurchschnittlichen Niederschlägen“, erklärt Eva Martínez Morales, Bürgermeisterin von Vallirana. Das Ausbleiben des Regens ist vor allem in den Wäldern gut sichtbar. Die Stauseen, die Katalonien mit Wasser versorgen, weisen allesamt sehr niedrige Pegelstände auf.

  • Neues Einwanderungsgesetz: Der französische Verfassungsrat kassiert den Text weitgehend

    Neues Einwanderungsgesetz: Der französische Verfassungsrat kassiert den Text weitgehend

    Das neue Einwanderungsgesetz, das von vielen Politikern innerhalb der Präsidentenmehrheit heftig kritisiert wurde, wurde am Donnerstag, dem 25. Januar vom französischen Verfassungsrat weitgehend als verfassungswidrig bezeichnet. Die Richter kassierten mehr als ein Drittel der Artikel des Gesetzes. Die Entscheidung war mit Spannung erwartet worden. Der französische Verfassungsrat hat am Donnerstag, dem 25. Januar, den Entwurf des Einwanderungsgesetzes zu großen Teilen kassiert. Die Verfassungsweisen, die seit über einem Monat an der Beurteilung des Textes arbeiteten, nachdem sie Ende Dezember von Emmanuel Macron damit befasst worden waren, beschlossen, eine ganze Reihe von vorgesehenen Maßnahmen zu zensieren. Dazu gehören die Verschärfung des Zugangs zu Sozialleistungen und der Straftatbestand des „irregulären Aufenthalts“ für Ausländer, die Einführung von Migrationsquoten, die vom Parlament festgelegt werden, und die „Rückkehrkaution“ für ausländische Studierende. Ebenfalls abgelehnt w…

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  • Klimawandel: Wie genau funktioniert eigentlich diese Erderwärmung?

    Klimawandel: Wie genau funktioniert eigentlich diese Erderwärmung?

    Alle Artikel unserer Serie über den Klimawandel findet ihr unter diesem Link …

    In dem vorliegenden Artikel wollen wir über den Ausgleich des Energiehaushalt innerhalb des Klimasystems sprechen.

    Vor einigen Tagen sassen wir mit Freunden bei einem gemütlichen Grillabend mit gutem Wein beisammen und philosophierten über Gott und die Welt. Und natürlich kamen wir immer wieder auf die beiden grossen Krisen der Gegenwart zu sprechen: Corona (wer kann sich schon einen Abend vorstellen, ohne über dieses blöde Virus zu sprechen?), und natürlich die Flutkatastrophe in Deutschland und damit verbunden der Kimawandel.

    Und einer meiner Freunde fragte mich Folgendes: Wie geht das eigentlich mit der Erderwärmung? Wenn sich die Erde wegen der Sonnenstrahlung aufwärmen kann, dann muss sie sich auch abkühlen können, oder kommt die Wärme zwar rein, aber nicht mehr raus? Wie soll das gehen und wer soll das denn glauben?

    In diesem Augenblick wurde mir klar, dass uns kaum jemand die Entstehung des „global warmings“ erklärt, obwohl die ganze Welt inzwischen über seine Auswirkungen spricht.

    Der Grund für die mangelnde Information ist einfach zu erklären: Der Mechanismus hinter der globalen Erderwärmung ist relativ komplex und liegt nicht offensichtlich auf der Hand. Die Erderwärmung entsteht nicht etwa, weil wir Menschen auf der Erde zu viel Wärme erzeugen, sie entsteht, weil Wärmestrahlung von aussen, von der Sonne die Erdoberfläche erreicht und nicht, was zur Abkühlung notwendig wäre, vollständig wieder in den Weltraum abgegeben werden kann.

    Die kurzwellige Strahlung der Sonne erreicht immer nur etwa ein Viertel der Oberfläche der Erde.

    Und hier kommt der Grund für die ansteigende Erwärmung:
    Die Wärmeenergie auf unserer Erde besteht aus zwei grundlegend verschiedenen Formen von Strahlung, die wir kurzwellige und langwellige Strahlung nennen.
    Kurzwelle bedeutet kurzwelliges Licht, das sichtbare Licht von der Sonne und die ultraviolette Strahlung, die von der Sonne kommt. Um die Erwärmung durch die Sonne auszugleichen, produziert die Erde eine niederfrequentere Form der Strahlung, die wir langwellige Strahlung nennen. Wegen ihrer größeren Wellenlänge können wir sie nicht sehen, sie ist nicht im sichtbaren Teil des elektromagnetischen Spektrums. Stattdessen befindet sie sich im so genannten infraroten Teil des Spektrums, den wir oft auch in unserem täglichen Leben mit Wärme in Verbindung bringen.

    Wir haben also die kurzwellige Sonnenstrahlung, die die Erdoberfläche aufheizt, und um das auszugleichen, versucht die Erde, eine langwellige Infrarotstrahlung in den Weltraum abzustrahlen.

    Schauen wir also, wie wir dieses Streben nach Gleichgewicht im Detail verstehen können. Beginnen wir damit, die kurzwellige Strahlung zu betrachten, die von der Sonne auf die Erde trifft. Wissenschaftler haben gemessen, dass auf jeden Quadratmeter Oberfläche von dieser kurzwelligen Strahlung, die von der Sonne kommt, etwa 1.370 Watt an Energieleistung abgegeben werden. Das ist ein bisschen mehr Energie, als ein leistungsstarker Föhn abgibt, und das auf jedem Quadratmeter Erdoberfläche. Aber zum Glück ist die Erde eine rotierende Kugel, und zu jeder Zeit ist nur ein Teil, nämlich etwa ein Viertel, ihrer Oberfläche der Strahlung ausgesetzt. (Siehe unten *1)

    Um uns die Sache etwas einfacher zu machen, setzen wir kurzerhand fest, dass die durchschnittliche Wärmeenergie von 370 (etwa ein Viertel von den oben genannten 1.370) Watt, die im Schnitt jeden Quadratmeter unseres Planeten trifft, hundert Einheiten sind, hundert Einheiten an Sonnenenergie also, die auf die Erdoberfläche treffen und diese erwärmen. Was passiert mit diesen hundert Einheiten? Am Ende müssten sie idealerweise durch hundert Einheiten, die zurück ins All gehen, ausgeglichen werden, sodass wir zu einem Energiegleichgewicht kommen. Sodass die Menge an Strahlung, die hereinkommt, gleich der Menge an Strahlung ist, die hinausgeht, und die Erde eine ungefähr konstante Oberflächentemperatur beibehalten kann.

    Wir haben also einhundert Einheiten, die nach unten kommen, und tatsächlich werden sofort etwa dreiundzwanzig dieser Einheiten, also 23% des einfallenden Sonnenlichts, von den Bestandteilen der Atmosphäre reflektiert und direkt zurück ins All geschickt.
    19% dieser hundert Einheiten werden von der Atmosphäre absorbiert, 4% werden von Wolken absorbiert, und es stellt sich heraus, dass nur 47%, weniger als die Hälfte der kurzwelligen Strahlung also, die von der Sonne zu uns gesendet wird, tatsächlich auf die Erdoberfläche trifft und diese erwärmen kann.

    Damit die Oberflächenwärme im Gleichgewicht bleibt, müssen also diese 47 Einheiten kurzwelliger Strahlung, die die Oberfläche erwärmen, durch 47 Einheiten Wärmeenergie, langwellige Infrarotstrahlung, die die Erdoberfläche zurück ins All sendet, ausgeglichen werden.

    Sonnenenergie wird zum Teil direkt in der Atmosphäre von Wolken und anderen Bestandteilen reflektiert und erreicht so niemals die Erdoberfläche.

    Und jetzt stossen wir auf das grosse Problem:

    Ein erheblicher Teil der Infrarotstrahlung, also der langwelligen Strahlung, die die Erdoberfläche in den Weltraum sendet, wird von den Treibhausgasen abgefangen, die einen großen Teil dieser langwelligen Strahlung zurück an die Erdoberfläche schicken. Das verkompliziert die Dinge, denn es bedeutet, dass, wenn wir einen ausgeglichenen Wärmehaushalt erhalten wollen, die Oberfläche mehr langwellige Strahlung produzieren müsste, um die Wirkung der Treibhausgase auszugleichen.

    Und um zusätzliche langwellige Strahlung zu erzeugen, muss sich die Erdoberfläche weiter erwärmen, und schon kommt es zu einem Treibhauseffekt.

    Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, wie die Erdoberfläche Energie über die Atmosphäre zurück in den Weltraum schicken kann. Zum Beispiel über ein Gewitter: Bei gewittrigem Wetter steigen warme Luft und Feuchtigkeit nach oben, es bildet sich Wasserdampf, der zu Regentropfen kondensiert. Ein Teil der Wärme der Luft und des Wassers wird an die Atmosphäre abgegeben, und das ist eine weitere der Möglichkeiten, wie die Erdoberfläche Wärme zunächst in die Atmosphäre und schlussendlich in den Weltraum abgeben kann. Etwa 24 unserer Einheiten gelangen durch diese latente Wärmeabgabe in die Atmosphäre.
    Und dann gelangen etwa 5% der Einheiten in die Atmosphäre in Form von dem, was wir „sensible Wärme“ nennen. Das sind Luftströmungen, die einfach die warme Luft in höhere Bereiche der Atmosphäre transportieren, von wo sie in den Weltraum abgegeben werden kann.

    Wie wir sehen, bleiben etwa 18 Einheiten übrig und werden zum Spielball der Treibhausgase. Die Erde sendet sie in Form von Infrarotstrahlung aus, die Treibhausgase schicken einen grossen Teil wieder zurück, die Erde erwärmt sich weiter und schickt mehr langwellige Strahlung, von der wiederum ein grosser Teil zurückkommt und so weiter und so weiter …

    Offensichtlich ist es also ein ziemlich komplexes Bild, aber letztendlich ist es die Systematik dieser Strahlungsbilanz in der Atmosphäre, die die Klimaforscher in Formeln giessen, wenn sie ihre Klimamodelle aufbauen.

    Klimamodelle sollen die ganze Systematik darstellen und uns helfen zu berechnen, wie jeweils die Oberflächentemperatur der Erde sein wird, je nach Energiebilanz.

    Infrarotstrahlung – in diesem langwelligen Bereich liegt die Strahlung, die die Erde abgibt, um sich abzukühlen.

    Das Wichtigste allerdings ist: Wir haben gesehen, dass die Menge an kurzwelliger Strahlung, die von der Sonne herunterkommt und die Erde erwärmt, von der ausgehenden Wärmeenergie, die die Erde in den Weltraum zurückschickt, ausgeglichen werden muss.

    Bei der Berechnung ihrer Klimamodelle haben die Wissenschaftler festgestellt, dass dieses Gleichgewicht auch in Abhängigkeit von der geografischen Breite erheblich variiert. In der Nähe der Pole etwa, wo wir große Eisschilde oder Meereis vorfinden, wird ein größerer Teil der nach unten gerichteten Sonnenenergie (kurzwellige Strahlung) direkt von dem Schnee und Eis auf der Erdoberfläche reflektiert. Die Komponente der direkten Reflexion variiert also mit dem Breitengrad. In der Nähe des Äquators sind die Temperaturen üblicherweise wesentlich wärmer als in der Nähe der Pole, was bedeutet, dass die Erde mehr von dieser langwelligen Wärmeenergie vom Äquator ausstrahlt als in der Nähe der Pole. Hier gibt es natürlich auch mehr Sonnenlicht, also findet man auch mehr von der einfallenden kurzwelligen Strahlung am Äquator und weniger davon in der Nähe der Pole.

    Daraus folgt: Es wird mehr langwellige Strahlung aus den warmen tropischen Regionen abgegeben als aus den kalten Polarregionen, es gibt hier also ein Missverhältnis. Und tatsächlich übersteigt die ausgehende Strahlung die eingehende und absorbierte Strahlung in der Nähe der Pole. Es besteht ein Strahlungsdefizit. Umgekehrt gibt es in Äquatornähe mehr einfallende Strahlung als ausgehende langwellige Strahlung.

    Man könnte also fragen, wenn es in Äquatornähe einen Überschuss an Strahlung gibt, warum erwärmt sich der Äquator dann nicht weiter? Wenn es an den Polen ein Strahlungsdefizit gibt, warum kühlen sie sich nicht weiter ab?

    Nun, es hat sich herausgestellt, dass das Klimasystem, insbesondere der Ozean und die Atmosphäre, die Wärme von den niedrigen Breiten, wo ein Überschuss herrscht, in die höheren Breiten transportieren, wo ein Defizit herrscht. Eine Schlüsselrolle der Meeres- und Luftströmungen besteht also darin, diese Instabilität eines Strahlungsüberschusses in Äquatornähe und eines Strahlungsdefizits in Polnähe auszugleichen.

    Ein weiterer Aspekt kommt hinzu: Die eintreffende Strahlung variiert auch zeitlich, basierend auf der Tageszeit und der Jahreszeit, und diese Verteilung wird durch die tägliche Rotation der Erde um ihre Achse und die jährliche Umlaufbahn der Erde um die Sonne beeinflusst. Der Hauptgrund für die Jahreszeiten ist die Neigung der Rotationsachse der Erde relativ zur Sonne. Dies führt dazu, dass die nördliche Hemisphäre und die südliche Hemisphäre je nach Jahreszeit entweder zur Sonne hin oder von ihr weg ausgerichtet sind. Es lässt sich also sagen, dass die Menge an kurzwelliger Strahlung, die von der Sonne auf die Erde trifft, sowohl in Abhängigkeit von der Tages- als auch von der Jahreszeit variiert.

    Das wichtigste Ergebnis des hier beschriebenen Energiehaushalts unseres Planeten ist jedoch die Erkenntnis, dass die zum Wärmeausgleich notwendige Aussendung der langwelligen Strahlung von einer Haube, bestehend aus den sogenannten Treibhausgasen, in der Atmosphäre abgefangen und auf die Erde zurückgespiegelt wird.

    Zum Schluss zur Verdeutlichung noch ein Bild aus dem Sport: Stelle dir vor, du schlägst Tennisbälle in ein Fussballtor. Viele davon werden einfach durch das grobmaschige Netz des Tores hindurchfliegen. Die Tennisbälle symbolisieren hier die kurzwellige Strahlung, die von der Sonne kommend die Erde trifft. Jetzt stelle dir vor, du machst das Gleiche nochmals mit Fussbällen. Und richtig, die Bälle werden im Netz hängen bleiben. In diesen Beispiel symbolisieren die Fussbälle die langwellige Strahlung, die die Erde aussendet, um sich abzukühlen…

    Tja, das war mal wieder ein Beispiel dafür, was man mit einer unschuldigen Frage lostreten kann. Mein Freund jedenfalls war auf eine solch lange Antwort nicht gefasst. Aber, man muss den Ursprung der Dinge kennen, um mit ihnen umgehen zu können, oder?

    In der nächsten Folge werden wir die atmosphärische Zirkulation betrachten. Das heisst wir reden über Bewegungen in den Ozeanen und in der Atmosphäre, die weltweit die Wetter- und Klimaströme am Laufen halten.

    Hier geht es zum nächsten Artikel: Wie ein Christkind aus Südamerika unser Wetter in Europa beeinflusst

    *1: Es ist nämlich nur eine Querschnittsfläche, die der Formel pi r zum Quadrat entspricht, also ein Viertel der Erdoberfläche, die die einfallende kurzwellige Strahlung von der Sonne abbekommt, und nicht die gesamte Oberfläche der Erde, die 4 pi r zum Quadrat beträgt. Also rechnen wir nur mit einem Viertel der oben genannten Wattzahl. Wir nehmen die 1370 Watt pro Quadratmeter, teilen sie durch 4 und erhalten so ungefähr 370 Watt pro Quadratmeter an kurzwelliger Strahlung, der die gesamte Erdoberfläche im Durchschnitt ausgesetzt ist.

  • Editorial – Landwirte in der EU: Gefangen zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftsdruck

    Editorial – Landwirte in der EU: Gefangen zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftsdruck

    Vor dem Hintergrund der zunehmenden Proteste der Landwirte in mehreren Ländern der EU – insbesondere Frankreich und Deutschland – wird allgemein klar, dass die europäische Landwirtschaft vor einer komplexen Gemengelage aus Herausforderungen steht, die von ökologischen Bedenken bis hin zu wirtschaftlichem Druck reichen. Obwohl die EU-Landwirte eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung von Nahrungsmitteln und dem Erhalt ländlicher Gemeinschaften spielen, werden ihre Belange oft von verschiedenen Faktoren beeinflusst, auf die die Bauern und Landwirte keinen Einfluss haben und die es zu bewältigen gilt.

    Die folgenden 10 Punkte fallen dabei besonders ins Auge:

    1. Nachhaltigkeitsdruck und Umweltfragen: Die Forderung nach nachhaltiger Landwirtschaft und Umweltschutz hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Landwirte stehen vor dem Dilemma, produktiv zu sein und gleichzeitig die Umweltauswirkungen ihrer Aktivitäten zu minimieren. Druck zur Reduzierung von Pestiziden, Schutz von Biodiversität und nachhaltiger Nutzung von Ressourcen bringt oft zusätzliche Kosten und notwendige Anpassungen mit sich.

    2. Wirtschaftliche Unsicherheit und Einkommensschwankungen: Landwirtschaftliche Betriebe sind stark von Marktschwankungen und globalen Handelsbedingungen abhängig. Schwankende Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse, unsichere Handelsbeziehungen und externe Faktoren wie Wetterbedingungen können erhebliche Auswirkungen auf die Einkommen der Landwirte haben. Dies führt zu finanzieller Unsicherheit und stellt eine große Herausforderung für die langfristige Planung der Betriebe dar.

    3. Technologischer Fortschritt und Strukturwandel: Die fortschreitende Technologisierung in der Landwirtschaft kann sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung sein. Einerseits können moderne Technologien die Effizienz steigern, die Produktion optimieren und die Arbeit erleichtern. Andererseits erfordert der Einsatz hochmoderner Ausrüstung oft beträchtliche Investitionen, was kleinere Betriebe vor finanzielle Herausforderungen stellt. Der Strukturwandel, weg von kleineren Familienbetrieben hin zu größeren, industrielleren Strukturen, ist daher eine kontinuierliche Entwicklung.

    4. Bürokratie und Regelungsdichte: Die EU-Landwirte sehen sich einer komplexen Bürokratie und umfangreichen Vorschriften gegenüber. Dies kann zu erheblichem Verwaltungsaufwand und Kosten führen. Die Einhaltung von Umweltauflagen, Lebensmittelsicherheitsstandards und anderen regulatorischen Anforderungen erfordert nicht nur Zeit, sondern kann auch den betrieblichen Handlungsspielraum erheblich einschränken.

    5. Demographischer Wandel und ländliche Entvölkerung: Viele landwirtschaftliche betriebe in der EU sind mit einem demographischen Wandel konfrontiert. Junge Menschen wandern oft in die Städte ab, um bessere berufliche Perspektiven zu finden. Dies führt zu einer Überalterung der Landwirte und macht oft eine Nachfolge in den Bauernhöfen unmöglich.

    6. Handelsabkommen und Marktzugang: Internationale Handelsabkommen beeinflussen die Landwirtschaft erheblich, da sie den Marktzugang und die Wettbewerbsbedingungen für EU-Landwirte beeinflussen können – der Streit um Getreideimporte aus der Ukraine ist ein aktuelles Beispiel. Einseitige Handelspraktiken und unfaire Konkurrenz können die Einkommen der Landwirte beeinträchtigen, insbesondere wenn sie mit strengen europäischen Produktionsstandards konfrontiert sind, während ihre Konkurrenten möglicherweise weniger restriktive Standards haben.

    7. Klimawandel und Extremwetterereignisse: Landwirte sehen sich zunehmend von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Extremwetterereignisse wie Dürren, Überschwemmungen und andere unvorhersehbare Wetterbedingungen können die Ernteerträge beeinträchtigen und zu beträchtlichen wirtschaftlichen Verlusten führen. Die Anpassung an diese Veränderungen erfordert nicht nur technologische Innovationen, sondern auch erhebliche finanzielle Ressourcen, die nur in den wenigsten Betrieben vorhanden sind.

    8. Gentechnik und Biotechnologie: Die Frage der Gentechnik und Biotechnologie spaltet die landwirtschaftliche Gemeinschaft. Während einige Landwirte die Vorteile genetisch veränderter Organismen (GVO) sehen, stehen andere deren Einführung skeptisch gegenüber. Die Debatte um den Einsatz von GVO in der Landwirtschaft wirft ethische, ökologische und wirtschaftliche Fragen auf.

    9. COVID-19-Pandemie und Lieferkettenprobleme: Die COVID-19-Pandemie hat die Schwächen in globalen Lieferketten aufgezeigt und die Landwirtschaft vor besondere Herausforderungen gestellt. Unterbrechungen in der Logistik, Mangel an Arbeitskräften aufgrund von Lockdowns und Marktunsicherheiten haben die Verwundbarkeit des landwirtschaftlichen Sektors verdeutlicht und verstärkt. Davon haben sich viele Betriebe noch nicht wieder erholen können

    10. Bildung und Wissensaustausch: Die Weitergabe von Wissen und die Ausbildung neuer Generationen von Landwirten sind von entscheidender Bedeutung, um die Zukunft der Landwirtschaft zu sichern. Ein Mangel an speziellen Ausbildungen und Ressourcen kann die Fähigkeit von Landwirten beeinträchtigen, mit den neuesten Entwicklungen in der Landwirtschaftstechnologie und nachhaltigen Praktiken Schritt zu halten. Aber das muss auch bezahlt werden…

    Um allen diesen Herausforderungen zu begegnen, sind innovative Ansätze, politische Unterstützung und eine verstärkte Zusammenarbeit auf europäischer Ebene erforderlich. Das deckt sich mit den Forderungen, die Landwirte mit ihren derzeitigen Protesten zum Ausdruck bringen wollen.

    Nicht vergessen darf man: Die Landwirtschaft bleibt ein zentraler Pfeiler der europäischen Gesellschaft, und ihre Zukunft hängt von der erfolgreichen Bewältigung der oben aufgezeigten Herausforderungen ab. Nur durch eine ausgewogene Herangehensweise, die sowohl ökonomische als auch ökologische Belange berücksichtigt, können nachhaltige Lösungen für die Landwirte in der EU gefunden werden.

    Politische Entscheidungsträger, die Landwirte, die Zivilgesellschaft und die Wissenschaft müssen zusammenarbeiten, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die die gerechtfertigten Bedürfnisse der Landwirte berücksichtigen und gleichzeitig Umwelt- und Sozialstandards fördern.

  • Bauernproteste: In der Drôme wurden Lebensmittel aus dem Ausland auf die A7 geschüttet

    Bauernproteste: In der Drôme wurden Lebensmittel aus dem Ausland auf die A7 geschüttet

    Die Wut der französischen Landwirte wächst von Tag zu Tag und wird von schlagkräftigen Aktionen begleitet. In Montélimar (Departement Drôme) hielten Demonstranten aus dem Ausland kommende Lastwagen an leerten deren Inhalt auf die Autobahn.

    In der Nacht vom 24. auf den 25. Januar entleerten wütende Landwirte auf der A7 in der Nähe von Montélimar (Departement Drôme) Dutzende ausländische Lastwagen. Spanisches Obst, Karotten, Salat, Tomaten und Paprika wurden abgekippt, um den Wettbewerb aus diesen Ländern anzuprangern. Ein Teil davon wurde der Hilfsorganisation „Restos du Coeur“ gespendet, der Rest wurde verbrannt. „Wir haben die ausländischen Lastwagen in aller Höflichkeit angehalten. Wir haben die Lkw geöffnet und alles, was ausländisch war, wurde geleert“, erklärte Sylvie Meynier, Winzerin und zweite Vizepräsidentin der Bauern-Gewerkschaft FDSEA des Departements Drôme.

    Der Verkehr auf der A7 noch immer unmöglich
    70 % des in Frankreich verzehrten Obstes und 30 % des Gemüses werden importiert. Mehr als 3 Millionen Hektoliter Wein kommen aus dem Ausland. In den frühen Morgenstunden des Donnerstags, 25. Januar, räumte ein Dutzend Mitarbeiter der Straßendirektion die Fahrbahnen frei und säuberte sie. Vor Ort löschte die Feuerwehr noch die Abfälle. Die Blockade wurde aufgehoben, aber der Verkehr auf der Autobahn konnte noch nicht wieder aufgenommen werden.

  • Sicherheit und Verteidigung stehen im Mittelpunkt des Besuchs von Emmanuel Macron in Indien

    Sicherheit und Verteidigung stehen im Mittelpunkt des Besuchs von Emmanuel Macron in Indien

    Als Gast von Narendra Modi wird der französische Staatschef insbesondere an der Parade zum „Republic Day“, einem der drei indischen Nationalfeiertage, teilnehmen – und dabei nicht vergessen, über Verträge zu sprechen. Paläste, eine Parade und 21 Kanonenschüsse: Der französische Präsident Emmanuel Macron beginnt am Donnerstag einen zweitägigen Besuch in Indien, seine dritte Reise seit seinem Amtsantritt. Ein protokollarischer Besuch, der von Prunk geprägt ist und sinnbildlich für die von beiden Ländern entwickelte strategische Partnerschaft steht: Das französische Staatsoberhaupt ist Ehrengast von Premierminister Narendra Modi anlässlich der Feierlichkeiten zur indischen Verfassung, die am 26. Januar 1950, zwei Jahre nach der Unabhängigkeit des Landes, in Kraft trat. Es ist eine besondere Einladung Modis, der selbst Ehrengast bei der Militärparade am 14. Juli in Paris war. Emmanuel Macron wird diese Ehre nach den Präsidenten Ägyptens (2023), Brasiliens (2020) und Südafrikas (2019) zutei…

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  • Südfrankreich: Mehrere Temperaturrekorde wurden gebrochen

    Südfrankreich: Mehrere Temperaturrekorde wurden gebrochen

    Die Temperaturen werden bis Ende Januar dauerhaft über den normalen Werten der Jahreszeit bleiben, sagt Météo-France.

    Außergewöhnlich milde Temperaturen herrschen im Süden Frankreichs. Mehrere monatliche Temperaturrekorde wurden am Mittwoch, dem 24. Januar, in Südostfrankreich erreicht oder übertroffen. Dies war vor allem in Arles (21°C), Nimes (21,5°C) und Montpellier (22,1°C) der Fall. Diese Temperaturen werden bis Ende Januar und wahrscheinlich auch in den ersten Februartagen über den für die Jahreszeit normalen Temperaturen liegen, stellt Météo-France in einer Pressemitteilung fest.

    „Eine ozeanische Strömung hat sich seit letztem Sonntag im Gefolge des Tiefs Isha über Frankreich gelegt und vertreibt die Kaltluft nach Nord- und Mitteleuropa. Die milde Luft, die zwischen den Azoren, den Kanaren und der Iberischen Halbinsel lag, konnte nach Frankreich strömen und die Temperaturen weit über die normalen Werte der Jahreszeit bringen“, so Météo-France.

    „Eine derart milde Witterung ist für einen Januar bemerkenswert, aber es ist nicht neu, dass im Winter Temperaturen von über 20 °C erreicht werden.“ (Météo-France in einer Pressemitteilung).

    Seit dem 19. Jahrhundert hat sich die Durchschnittstemperatur der Erde um 1,1°C erwärmt. Wissenschaftler haben mit Sicherheit festgestellt, dass dieser Anstieg auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist, die fossile Energieträger (Kohle, Öl und Gas) verbrennen.

  • Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo: „Ich werde das neue Einwanderungsgesetz so nicht anwenden“

    Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo: „Ich werde das neue Einwanderungsgesetz so nicht anwenden“

    Anne Hidalgo, die sozialistische Bürgermeisterin von Paris, war am Donnerstag, dem 25. Januar, Gast in der Sendung „4 Vérités“ des französischen Fernsehsenders France 2. Der Verfassungsrat soll am Donnerstag, dem 25. Januar, seine Entscheidung über das Einwanderungsgesetz bekannt geben. „Ich werde nicht sortieren. […] Die Nationalpräferenz ist ein Thema und ein Slogan der extremen Rechten, ich weigere mich, sie anzuwenden. Wir werden sehen, was der Verfassungsrat sagt“, erklärte Anne Hildago, PS-Bürgermeisterin von Paris in der Sendung „4 Vérités“ auf dem Sender France 2 am Donnerstag, dem 25. Januar. „Wir haben eine Pflicht zur Menschlichkeit“, fügte sie hinzu. Die Pariser Stadtverwaltung organisiert eine „Nacht der Solidarität“. Wie viele Obdachlose gibt es in Paris? „Im letzten Jahr zählten wir 3.015 Menschen, die auf der Straße lebten. […] Vor einigen Jahren sahen wir viele Frauen auf der Straße. Wir haben spezielle Einrichtungen für sie geschaffen, weil eine Frau auf der Straße al…

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  • Nationalversammlung: 300 Euro mehr für französische Abgeordnete

    Nationalversammlung: 300 Euro mehr für französische Abgeordnete

    Die Kostenvorschüsse für Abgeordnete steigen damit von 5.645 Euro auf 5.950 Euro pro Monat. Mehr Geld für die Abgeordneten. Die französische Nationalversammlung beschloss am Mittwoch, den 24. Januar, den Vorschuss für die Mandatskosten der Abgeordneten um etwas mehr als 300 Euro pro Monat zu erhöhen und begründete dies mit der Inflation, wie aus einer Erklärung des Büros der Nationalversammlung hervorgeht. Die Entscheidung, den Kostenvorschuss von 5.645 Euro auf 5.950 Euro (+5,4%) pro Monat zu erhöhen, wurde mit der Unterstützung fast aller zum Zeitpunkt der Abstimmung anwesenden Fraktionen getroffen. Die Partei „La France insoumise“ enthielt sich der Stimme. Diese Erhöhung „zielt darauf ab, auf die steigenden Preise zu reagieren, mit denen die Abgeordneten bei der Ausübung ihres Mandats konfrontiert sind“. Bei diesem Betrag handelt es sich nicht um eine Vergütung für die Abgeordneten: Es handelt sich um eine Dotation, die es ihnen ermöglicht, ihre parlamentarische Permanenz, ihre Reis…

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  • Frankreich: Ein Viertel der jungen Frauen erlebte in der Schule  sexistische und sexuelle Gewalt

    Frankreich: Ein Viertel der jungen Frauen erlebte in der Schule sexistische und sexuelle Gewalt

    Die Umfrage zeigt außerdem, dass 38% der jungen Frauen in Frankreich schon einmal mit Cybermobbing konfrontiert waren.

    Ein Viertel der jungen Frauen in Frankreich hat mindestens eine Form von sexistischer und sexueller Gewalt in der Schule erlebt, berichtet eine Umfrage von OpinionWay für Plan International France. Diese NGO setzt sich für die Gleichstellung von Mädchen und Jungen und die Achtung ihrer Grundrechte ein.

    Sexuelle und sexistische Gewalt sind „alle Handlungen, die darauf abzielen, eine Person auf der Grundlage ihrer tatsächlichen oder wahrgenommenen Geschlechtsidentität abzuwerten, zu erniedrigen oder anzugreifen“, erklärt die Studie. Sie können „physischer, verbaler, psychologischer oder sexueller Natur“ sein, heißt es weiter. Darunter fallen sexistische Einstellungen, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen.

    Die Umfrage geht auch auf die Schwierigkeit der betroffenen Mädchen ein, über das Erlebte zu sprechen. Nur zwei Drittel der Opfer von sexualisierter und sexueller Gewalt haben sich jemandem anvertraut. In einem Drittel der Fälle vertrauen sie sich einer Freundin an. Ein weiteres Drittel vertraut sich ihren Eltern an. Im Gegensatz dazu wenden sich nur 18% der Opfer an das Schulpersonal, obwohl die Rolle der Schulen bei der Prävention und Unterstützung von entscheidender Bedeutung ist.

    Fast 40% der jungen Frauen in Frankreich waren schon mit Cybermobbing konfrontiert.
    Die Studie ergab auch, dass 38% der jungen Frauen schon einmal mit Cybermobbing konfrontiert waren. 9% haben es selbst erlebt. 32% haben Cybermobbing einer anderen Schülerin an ihrer Schule miterlebt. 66% der Opfer von Cybermobbing gaben an, dass sie auch Opfer von sexistischer und sexueller Gewalt in ihrer Schule geworden waren. Zwei Drittel der Betroffenen sind der Meinung, dass die Schule die Opfer dieser Art von Online-Gewalt nicht ausreichend schützt und begleitet.

    Nur ein Drittel der befragten jungen Frauen gibt an, dass sie eine Sprechstunde zum Thema sexistische und sexuelle Gewalt genutzt haben. Weniger als die Hälfte von ihnen gab an, dass sie in der Schule an einer Präventionsveranstaltung zum Thema Cybermobbing teilnehmen konnten. Schließlich befasst sich die Umfrage auch mit den Tätern. In 83% der Fälle sind Jungen oder junge Männer beteiligt, in 34% der Fälle sind es Mädchen. In sechs von zehn Fällen handelt es sich eher um eine Gruppenhandlung als um die Tat einer Einzelperson.

    Diese geschlechtsspezifische Gewalt kann sich negativ auf die Schulbildung von Mädchen im Teenageralter auswirken. Von den Opfern sexualisierter und sexueller Gewalt geben 11% an, dass sie wegen dieser Gewalt schon einmal vom Unterricht ferngeblieben sind.