Schlagwort: Zoll

  • Marseille greift durch: Der „Marché du Soleil“ im Visier der Justiz

    Marseille greift durch: Der „Marché du Soleil“ im Visier der Justiz

    Wer durch die engen Gassen rund um die Porte d’Aix schlendert, spürt sofort den Pulsschlag von Marseille. Stimmengewirr, improvisierte Stände, der Duft von Gewürzen und Textilien – der „Marché du Soleil“ galt jahrzehntelang als schillernder Basar im Herzen der Stadt. Ein Ort der Vielfalt, der Schnäppchen, der kleinen Geschäfte. Nun steht er sinnbildlich für eine Schattenwirtschaft, die weit über folkloristische Marktromantik hinausreicht. Anfang Februar schlugen die Behörden zu. Mehr als 200.000 gefälschte Artikel stellten Ermittler bei einer großangelegten Aktion sicher. Der geschätzte Marktwert der Ware, wäre sie als Original verkauft worden, beläuft sich auf rund 42 Millionen Euro. Eine Zahl, die selbst erfahrene Fahnder kurz innehalten lässt. Hier ging es nicht um ein paar nachgemachte Handtaschen, sondern um ein regelrechtes System. Besonders aufschlussreich: Der Großteil der beschlagnahmten Ware bestand aus „Markenartikeln“. Kleine Etiketten mit großem Versprechen. Sie sollten au…

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  • Macron gegen den Drogenhandel: Frankreichs Präsident ruft zu einem Maßnahmenpaket für Häfen und Flughäfen auf

    Macron gegen den Drogenhandel: Frankreichs Präsident ruft zu einem Maßnahmenpaket für Häfen und Flughäfen auf

    Die französische Regierung verschärft den Kurs im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel. Präsident Emmanuel Macron kündigte Ende Januar 2026 ein umfassendes Maßnahmenpaket an, das die staatliche Repression an den Einfallstoren des Landes deutlich verstärken und zugleich neue Wege in der Prävention beschreiten soll. Im Zentrum stehen die Zollbehörden in Seehäfen und an Flughäfen – aber auch die Konsumenten illegaler Substanzen rücken stärker in den Fokus. Frankreich reagiert damit auf die Eskalation der Gewalt in urbanen Zentren sowie in den überseeischen Gebieten – und auf die zunehmende internationale Verflechtung der Drogenrouten. Verstärkte Zollpräsenz an strategischen Knotenpunkten Herzstück von Macrons Initiative ist ein „massiver Plan“ zur Stärkung der französischen Zollbehörden an den wichtigsten logistischen Schnittstellen: Gemeint sind insbesondere die großen Häfen im Westen und Süden des Landes sowie internationale Flughäfen wie Paris-Charles-de-Gaulle oder Marseille-P…

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  • 60.000 zusätzliche Polizisten: Fabien Roussels Antwort auf die Drogenkrise in Frankreich

    60.000 zusätzliche Polizisten: Fabien Roussels Antwort auf die Drogenkrise in Frankreich

    Die Drogenkriminalität in Frankreich erreicht neue Eskalationsstufen – insbesondere in Städten wie Marseille, die seit Jahren als Brennpunkte des organisierten Rauschgifthandels gelten. Inmitten dieser Entwicklung fordert der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Frankreichs, Fabien Roussel, einen sicherheitspolitischen Kurswechsel: 60.000 zusätzliche Polizisten, Ermittler und Zollbeamte sollen eingestellt werden, um den Drogenhandel mit „einem Kampf ohne Gnade“ zu bekämpfen.

    Ein radikaler Vorstoß im Zeichen eskalierender Gewalt Die Forderung Roussels erfolgte bei einem großen Parteitreffen in Marseille, nur einen Tag nach einer Gedenkveranstaltung für Mehdi Kessaci, der dort mutmaßlich von Drogenhändlern getötet wurde. Dessen Bruder Amine Kessaci war als junger Aktivist landesweit bekannt geworden, weil er öffentlich gegen die Macht der Drogenbanden protestiert. Für Roussel ist dieser Mord kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines umfassenden Staatsversagens. In manchen Vierteln, so s…

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  • 10-Euro-Steuer für Billigimporte: Frankreich zieht die Reißleine bei Mini-Paketen

    10-Euro-Steuer für Billigimporte: Frankreich zieht die Reißleine bei Mini-Paketen

    Was kostet ein T-Shirt aus China? Manchmal weniger als ein belegtes Baguette. Doch damit könnte in Frankreich bald Schluss sein – zumindest, was die Zusatzkosten betrifft. Die Assemblée nationale, Frankreichs parlamentarisches Unterhaus, hat eine Maßnahme in Angriff genommen, die das Shoppingverhalten vieler Französinnen und Franzosen verändern dürfte: eine neue Abgabe auf sogenannte „kleine Pakete“ aus Nicht-EU-Ländern.

    Das Ziel: Die Flut von Billigwaren eindämmen, lokale Händler schützen und ein Signal gegen umweltschädliche Wegwerfware setzen.

    Was steckt hinter der „Mini-Paket“-Steuer?

    Im Zentrum der Diskussion steht ein Segment des Onlinehandels, das bislang steuerlich kaum berührt wurde: Produkte unter 150 Euro, direkt aus Ländern wie China importiert, meist über Plattformen wie Shein, Temu oder AliExpress. Der Trick: Diese Sendungen entgehen häufig der Zollabfertigung und landen nahezu unkontrolliert in französischen Briefkästen.

    Damit soll nun Schluss sein – oder zumindest ein Anfang gemacht werden.

    Geplant ist zunächst eine Abgabe von 2 Euro pro Paket, die ab 2026 gelten könnte. Doch damit geben sich einige Abgeordnete nicht zufrieden: Ein Zusatzantrag fordert stattdessen gleich 10 Euro pro Sendung – ein ordentlicher Aufpreis bei Bestellungen, deren Warenwert oft selbst nur einstellige Beträge beträgt.

    Die Debatte ist eröffnet. Und Frankreich steht bei dieser Entscheidung nicht allein: Auch auf EU-Ebene wird eine Harmonisierung der Besteuerung solcher Importe diskutiert – erste Beschlüsse wurden bereits gefasst.

    Warum überhaupt eine neue Steuer?

    Die Gründe liegen – wie so oft – im Zusammenspiel von Wirtschaft, Umwelt und sozialer Fairness.

    Erstens: Der Onlinehandel mit Billigwaren aus Asien ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Laut Schätzungen wurden allein 2023 rund 2,3 Milliarden Artikel unter 150 Euro in die EU importiert. Ein beachtlicher Teil davon landet auch in Frankreich. Dabei handelt es sich oft um Mode aus der Ultra-Fast-Fashion-Schiene, Zubehör oder technische Gadgets – günstig, schnell geliefert, aber oft von fragwürdiger Qualität und Herkunft.

    Zweitens: Die derzeitige Steuerpraxis sorgt für ein erhebliches Ungleichgewicht. Während europäische Händler Mehrwertsteuer abführen und unter strengen Auflagen produzieren, gelangen viele Importprodukte nahezu steuerfrei ins Land. Das Ergebnis: Preisverzerrung und ein massiver Wettbewerbsnachteil für den stationären und regionalen Handel.

    Drittens: Die soziale und ökologische Dimension. Billig heißt nicht nur günstig für Konsumenten, sondern häufig auch teuer für Mensch und Umwelt: schlechte Arbeitsbedingungen, hohe Emissionen durch Einzelversand per Luftfracht, Müllberge durch kurzlebige Produkte.

    Kurzum: Die neue Abgabe will einen Preis sichtbar machen, der bislang unsichtbar blieb.

    Zwischen Symbolpolitik und realer Wirkung

    Doch kann eine solche Steuer tatsächlich etwas bewirken – oder bleibt sie bloße Geste?

    Genau hier setzt die Kritik vieler Expert:innen an. Derzeit werden in Frankreich laut einem Bericht lediglich 0,125 Prozent aller Kleinsendungen tatsächlich kontrolliert. Wenn der Zoll gar nicht weiß, was in den Paketen steckt, wie soll dann eine Steuer flächendeckend greifen?

    Noch dazu droht eine Umgehung durch technische Kniffe: Große Plattformen könnten ihre Logistik umstellen und Waren über Zwischenlager in EU-Ländern verschicken – und wären damit aus dem Schneider. Ein echtes Nadelöhr für die Steuerbehörden und ein Risiko für die Glaubwürdigkeit der Maßnahme.

    Dazu kommt: Wenn Frankreich im Alleingang vorprescht, während andere EU-Länder noch zögern, entsteht ein Flickenteppich an Regeln – und das in einem gemeinsamen Binnenmarkt.

    Wer zahlt am Ende?

    Die Maßnahme trifft einen empfindlichen Punkt – vor allem für Menschen mit schmalem Geldbeutel. Viele Kund:innen dieser Plattformen stammen aus Haushalten, die auf günstige Angebote angewiesen sind. Eine zusätzliche Steuer auf jede Bestellung könnte ihre Budgets spürbar belasten. Kritische Stimmen aus dem linken Lager sprechen deshalb von einer „Strafsteuer auf Armut“.

    Gleichzeitig stellt sich eine unbequeme Frage: Wer trägt eigentlich die Verantwortung für den Boom dieser Plattformen? Sind es wirklich nur die Händler – oder auch ein Konsumverhalten, das durch permanente Schnäppchenjagd immer neue Rekorde bricht?

    Die Politik wagt hier einen Spagat: Sie will regulieren, ohne zu verbieten. Steuern, ohne zu bestrafen. Und vor allem: Bewusstsein schaffen, ohne den Zeigefinger zu heben.

    Was bedeutet das konkret?

    Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Frankreich könnte das künftig heißen: Wer bei Shein & Co. bestellt, zahlt drauf. Zwei Euro extra pro Paket – vielleicht sogar zehn. Das macht aus einem 5-Euro-Shirt schnell eine 15-Euro-Angelegenheit.

    Für die Plattformen wiederum dürfte sich das Geschäftsmodell verteuern. Möglich, dass sie Alternativen suchen: europäische Lager, gebündelte Lieferungen, höhere Produktpreise. Alles Optionen – mit Nebenwirkungen.

    Und für den französischen Staat? Ein doppelter Gewinn: mehr Einnahmen und ein Statement für faireren Handel. Ob sich das geplante Steueraufkommen von bis zu 500 Millionen Euro jährlich tatsächlich realisieren lässt, hängt aber von der Durchsetzung ab – und davon, ob Europa an einem Strang zieht.

    Ein Weckruf – mehr nicht?

    Der Vorstoß der Nationalversammlung ist mehr als nur eine Fußnote im Steuerrecht. Er ist ein Signal. Ein kleiner Ruck gegen einen gigantischen Trend.

    Aber er wirft auch Fragen auf: Reicht diese Maßnahme aus? Oder braucht es mehr – etwa umfassendere Zollkontrollen, strengere Transparenzpflichten oder bessere Aufklärung für Verbraucher?

    Vielleicht ist es auch einfach an der Zeit, sich zu fragen: Muss wirklich jedes T-Shirt aus der anderen Ecke der Welt kommen?

    Eines ist klar: Diese kleine Steuer hat das Potenzial, eine große Debatte auszulösen – über Konsum, Gerechtigkeit und den Preis, den wir alle zahlen.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Zigaretten-Schwarzmarkt in Marseille: Wie legale Laster illegale Netzwerke nähren

    Zigaretten-Schwarzmarkt in Marseille: Wie legale Laster illegale Netzwerke nähren

    Marseille – Stadt der Sonne, des Bouillabaisse, der Hafenromantik. Und: des florierenden Zigarettenschwarzmarkts. Ein Geschäft, das auf den ersten Blick harmlos erscheint – wer hat noch nie auf der Straße ein Päckchen Marlboro angeboten bekommen? Doch hinter den vermeintlich günstigen Preisen verbirgt sich ein ausgeklügeltes, weitverzweigtes System, das in Struktur und Logistik frappierende Parallelen zum Drogenhandel aufweist. Eine Schattenwirtschaft, die nicht nur den Staat Milliarden kostet, sondern auch das gesellschaftliche Gefüge unter Druck setzt. 38 Prozent im Schatten Die Zahlen sprechen Bände. Laut Schätzungen werden in Frankreich rund 38 bis 40 Prozent aller Zigaretten außerhalb des offiziellen Verkaufs über Tabakläden konsumiert. In Marseille, einer Stadt mit sozialem Sprengstoff und hoher Arbeitslosigkeit, ist der Schwarzmarkt besonders sichtbar. Straßenecken, U-Bahn-Ausgänge, Plätze – hier wechseln Päckchen für 7 bis 8 Euro den Besitzer. Deutlich günstiger als die 12 bis …

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  • Gefährliche Spielzeuge: Mega-Fund in Bayonne entlarvt riskanten Schwarzmarkt

    Gefährliche Spielzeuge: Mega-Fund in Bayonne entlarvt riskanten Schwarzmarkt

    Die Welt der Kinderspielsachen sollte eigentlich bunt, kreativ und sicher sein – doch was, wenn sich hinter den fröhlichen Figuren ein echtes Risiko verbirgt? Im April 2025 deckten französische Zollbeamte in Bayonne einen Skandal auf, der alle Alarmglocken schrillen lässt: Mehr als 517.000 gefälschte Spielzeuge wurden in einer einzigen Operation sichergestellt. Ein Rekordfund, der die Dimension und Gefährlichkeit der Spielzeugpiraterie gnadenlos offenlegt. Eine unscheinbare Routinekontrolle mit dramatischer Wendung Was als banaler Routinecheck begann, entwickelte sich zu einem Krimi mit weitreichenden Folgen. Am 14. April durchsuchten Zöllner ein Logistikzentrum in den Pyrenäen-Atlantiques – und fanden Spielkarten, die verdächtig stark einer weltbekannten Marke ähnelten. Kein Zufall. Es folgte eine intensive Untersuchung, die schließlich zu einem privaten Verkäufer führte, der unter verschiedenen Online-Profilen die gefälschten Produkte vertickte. Bei der anschließenden Hausdurchsuchun…

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  • Fast Fashion aus Fernost: Droht nun das Aus für Billigimporte?

    Fast Fashion aus Fernost: Droht nun das Aus für Billigimporte?

    Der französische Markt wird derzeit von einer Welle günstiger Kleinstsendungen aus China überschwemmt. Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress bringen jeden Tag Tausende Pakete ins Land – meist unterhalb der Zollfreigrenze von 150 Euro. Diese Entwicklung ruft nicht nur heimische Einzelhändler auf den Plan, sondern auch die Politik. Doch was steckt hinter dem Vorstoß, diese kleinen Pakete zu besteuern? Billigmode auf Kosten der Fairness Yann Rivoallan, Präsident der Fédération française du prêt-à-porter féminin (FFPAPF), bringt es auf den Punkt: „Das ist nur Show.“ Er meint die Pläne, kleine Warensendungen aus China zu besteuern. Seiner Meinung nach wird dies kaum etwas ändern, solange Anbieter wie Shein weiterhin in der Lage sind, ihre Waren zu Spottpreisen auf den europäischen Markt zu schleusen. Für ihn ist das Ganze ein reines Feigenblatt. Rivoallan geht noch weiter: Er kritisiert nicht nur die ökonomischen Folgen dieser Importe, sondern auch die sozialen und ökologischen – von d…

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  • 826 Kilo Kokain auf der Autobahn A7 abgefangen – Fahrer in Gewahrsam

    826 Kilo Kokain auf der Autobahn A7 abgefangen – Fahrer in Gewahrsam

    Ein harter Schlag gegen den Drogenhandel: In der französischen Region Drôme haben Zollbeamte am Samstag auf einer Autobahnraststätte einen Lkw aus Spanien gestoppt – beladen mit 826 Kilogramm Kokain. Der Fahrer, ein polnischer Staatsbürger in den Fünfzigern, wurde festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft.

    Riesige Drogenladung sichergestellt

    Die Kontrolle fand gegen 16 Uhr auf der Raststätte „Aire de la Galaure“ nördlich von Valence statt. Die Fahnder wurden fündig: Mehr als 800 Kilogramm Kokain, raffiniert im Lkw versteckt. Doch nicht nur die Menge der Drogen ist beeindruckend – auch die ausgeklügelte Schmuggeltechnik.

    Die Ermittler entdeckten GPS-Tracker in der Ware, mit denen die Route des Kokains genau überwacht werden konnte. Ein klares Zeichen dafür, dass Profis am Werk waren.

    Internationale Drogenroute im Visier

    Der Lastwagen kam aus Spanien, einem bekannten Drehkreuz für Kokainlieferungen nach Europa. Frankreich dient oft als Transitland für große Mengen Rauschgift, das von Südamerika über spanische Häfen geschmuggelt wird.

    Die französische Justiz nimmt den Fall äußerst ernst. Die Spezialeinheit JIRS (Juridiction Interrégionale Spécialisée) in Lyon hat die Ermittlungen übernommen, unterstützt von der DCOS in Valence, der ehemaligen Kriminalpolizei.

    Ein Einzelfall? Kaum.

    Der Vorfall reiht sich in eine Serie von spektakulären Drogenfunden auf französischen Autobahnen ein. Erst kürzlich wurden in Südfrankreich ähnliche Mengen sichergestellt. Die organisierte Kriminalität nutzt immer raffiniertere Methoden, um Kokain über europäische Straßen zu verteilen – doch der Zoll schläft nicht.

    Ob der polnische Fahrer nur ein kleines Rädchen im großen Drogennetzwerk ist oder mehr weiß, wird sich zeigen. Eines ist sicher: Die Ermittler werden alles daran setzen, die Hintermänner dieses millionenschweren Geschäfts zu entlarven.

    Von C. Hatty

  • 22 Tonnen Hilfsgüter für Mayotte seit zwei Monaten blockiert – Bürokratie als Hindernis

    22 Tonnen Hilfsgüter für Mayotte seit zwei Monaten blockiert – Bürokratie als Hindernis

    Seit Januar stecken 22 Tonnen humanitärer Hilfe für die Insel Mayotte fest. Der Grund? Ein administrativer Stillstand, der den Transport verhindert. Die Hilfsgüter, gesammelt von der bretonischen Organisation Bougé-Bougé, könnten dringend benötigte Unterstützung für die Bevölkerung bieten. Doch trotz aller Bemühungen wartet man weiter auf grünes Licht.

    Gesammelte Spenden – doch nichts bewegt sich

    Die Aktion startete im Dezember mit dem Ziel, lebensnotwendige Güter nach Mayotte zu schicken. Innerhalb kurzer Zeit kamen elf Paletten Wasser (rund zehn Tonnen), sechs Tonnen Lebensmittel sowie Medikamente, Hygieneprodukte und Kleidung zusammen. Die Unterstützung aus der Bevölkerung war enorm – genauso wie das Engagement der Firma Armor, die sich bereit erklärte, den Transport zu übernehmen.

    Doch jetzt steht alles still. Der Grund: Die französischen Zollbehörden gewähren bislang keine Befreiung von den Einfuhrabgaben. Dabei hatte Nassai Madi, Präsident der Organisation Bougé-Bougé, sämtliche geforderten Unterlagen eingereicht. „Man sagte uns, es dauert zwei Wochen. Dann wollten sie plötzlich zusätzliche Dokumente. Die haben wir sofort nachgereicht – und seitdem: Funkstille. Das geht jetzt schon über zwei Monate so!“

    Ein administratives Labyrinth

    Laut Bougé-Bougé liegt das Problem bei den Behörden in Frankreich, nicht bei denen in Mayotte. Doch wo genau der Haken ist, bleibt unklar. Die Zollbeamten auf Mayotte geben an, dass die Verzögerungen nicht an ihnen liegt.

    Ein bürokratischer Nebel also – während die Hilfsgüter in Lagern verstauben und Bedürftige in Mayotte weiter auf Unterstützung warten.

    Um Bewegung in die Sache zu bringen, hat Bougé-Bougé bereits Kontakt zu Abgeordneten und Senatoren aus Mayotte aufgenommen. Sogar der ehemalige Premierminister Manuel Valls wurde über Mittelsmänner eingeschaltet.

    Dringender Handlungsbedarf

    Für Nassai Madi und die beteiligten Helfer ist die Situation unerträglich. „Diese Hilfe ist lebensnotwendig“, betont er. „Wir brauchen eine schnelle Entscheidung, bevor die Lebensmittel verderben oder die Medikamente unbrauchbar werden.“

    Die drastische Frage, die sich stellt: Wie kann es sein, dass bürokratische Hürden über Leben und Tod entscheiden?

    Während die Kisten in Frankreich bleiben, warten Familien in Mayotte – mit jedem Tag verzweifelter. Wird sich die Blockade bald lösen? Oder bleibt die Hilfe genau dort, wo sie jetzt ist: nutzlos in einem Lager?

    Von C. Hatty

  • Rekordfund: 76 Tonnen geschmuggelte Zigaretten in Neukaledonien sichergestellt

    Rekordfund: 76 Tonnen geschmuggelte Zigaretten in Neukaledonien sichergestellt

    Ein gewaltiger Schlag gegen den Zigarettenschmuggel: Im französische Überseedepartement Neukaledonien haben Zollbeamte eine rekordverdächtige Menge an illegalen Zigaretten beschlagnahmt. Fast 76 Tonnen im Wert von 35 Millionen Euro – versteckt in einem Frachter aus Taiwan mit verdächtiger Route.

    Verdächtige Route führte zum Zugriff

    Die Behörden wurden stutzig, als sie die ungewöhnliche Strecke des Frachters verfolgten. Laut Benoît Godart, dem regionalen Zollchef von Neukaledonien, startete das Schiff Ende November in Taiwan, nahm jedoch eine merkwürdige Route über die Philippinen und entlang der australischen Küste. „Das ist nicht gerade der kürzeste oder logischste Weg“, kommentierte er trocken.

    Als der Frachter schließlich in Nouméa anlegte, schlug die Zollbehörde zu. An Bord entdeckten sie nicht nur die riesige Menge an Schmuggelzigaretten, sondern auch zwei ultraschnelle Boote mit 300-PS-Motoren – perfekt geeignet, um die heiße Ware schnell und unauffällig an Land zu bringen.

    Millionenfracht wird vernichtet

    Die beschlagnahmten Zigaretten waren offenbar für den australischen Schwarzmarkt bestimmt, wo sie für hohe Gewinne verkauft worden wären. Doch aus dem erhofften Geschäft wird nichts: Die gesamte Ware soll nun zerstört werden.

    Und die Verantwortlichen? Der Kapitän des Schiffes kam nicht ungeschoren davon. Ein Gericht verurteilte ihn zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und einer saftigen Geldstrafe von 350.000 Euro.

    Ein Tropfen auf den heißen Stein?

    Der Fall zeigt, wie groß das Problem des internationalen Zigarettenschmuggels ist. Experten gehen davon aus, dass jährlich Milliarden von geschmuggelten Zigaretten über undurchsichtige Routen verteilt werden – oft mit Beteiligung gut organisierter Banden.

    Doch diese Razzia sendet ein klares Signal: Der Zoll ist wachsam, und große Fänge wie dieser sind ein deutliches Warnzeichen für Schmuggler. Bleibt nur die Frage: Wie viele dieser Frachter kommen unbemerkt durch?

    Catherine H.