Schlagwort: Zölle

  • Trump, Zölle und die transatlantische Nervenprobe – EU und USA vor entscheidendem Handelsdeal?

    Trump, Zölle und die transatlantische Nervenprobe – EU und USA vor entscheidendem Handelsdeal?

    Nach monatelangen Spannungen deutet sich eine Einigung im Zollstreit zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten an. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz sprach in Berlin von bevorstehenden Entscheidungen, während Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die enge Abstimmung innerhalb Europas und mit der EU-Kommission betonte. Im Raum steht ein weitreichendes Handelsabkommen – entstanden unter massivem Zeitdruck.

    Die jüngste Annäherung ist vor allem Ausdruck eines sich zuspitzenden Machtspiels: Die USA unter Präsident Donald Trump haben der EU ein Ultimatum gesetzt. Sollte bis zum 1. August keine Einigung erzielt werden, drohen pauschale Strafzölle auf Importe aus Europa – bis zu 30 Prozent für zentrale Güter wie Automobile. Brüssel zeigt sich verhandlungsbereit, aber nicht erpressbar. Ein Gegenzollpaket mit einem Volumen von rund 93 Milliarden Euro liegt bereit – zur Aktivierung ab dem 7. August.

    Die Angst vor einer Eskalation

    Der wirtschaftspolitische Konflikt hat bereits Spuren hinterlassen. Besonders betroffen wäre die europäische Automobilbranche – ein Sektor mit hoher Exportabhängigkeit, strategischer Relevanz und politischem Gewicht, vor allem in Deutschland. Schon jetzt beobachten Unternehmen und Investoren die Entwicklung mit wachsender Nervosität. Die Aussicht auf neue Handelshemmnisse trifft auf ein ohnehin fragiles konjunkturelles Umfeld in Europa.

    Der politische Druck ist entsprechend hoch. Bundeskanzler Merz und Präsident Macron zeigten bei ihrem Treffen in Berlin demonstrative Einigkeit. Die EU, so Macron, wolle zwar die „niedrigstmöglichen Zölle“, verlange aber gleichzeitig Respekt als gleichwertiger Partner. Dahinter steht mehr als ökonomisches Kalkül: Es geht um die geopolitische Selbstbehauptung Europas in einem von wachsender Unilateralität geprägten internationalen Handelssystem.

    Konturen des möglichen Abkommens

    Laut Verhandlungskreisen zeichnet sich ein Kompromiss ab: Ein reziproker Zollsatz von 15 Prozent auf europäische Exporte in die USA steht im Raum. Damit würde die EU einen Großteil der angedrohten Strafmaßnahmen abwenden, ohne die Konfrontation vollständig zu vermeiden. Ausgenommen wären wohl bestimmte Schlüsselbranchen, etwa der Flugzeugbau oder der Medizinsektor. Auch bei Spirituosen oder digitalen Produkten könnten Sonderregelungen greifen.

    Für die Autoindustrie wäre dieser Schritt zwiespältig. Einerseits würde der geplante 15-Prozent-Tarif deutlich unter den maximal angedrohten 30 Prozent liegen. Andererseits läge er klar über dem bisherigen Status quo. Die Bundesregierung drängt daher darauf, für besonders betroffene Industriezweige Übergangsregelungen zu verhandeln. Ziel sei eine „faire Lastenverteilung“, heißt es aus Regierungskreisen.

    Die neue Außenhandelspolitik der EU

    Der aktuelle Konflikt zeigt die Grenzen klassischer Freihandelsrhetorik. Die EU befindet sich in einem strategischen Umbruch: Statt auf unbegrenzte Marktöffnung setzt Brüssel zunehmend auf „resiliente Handelsbeziehungen“. In der Praxis bedeutet das eine flexiblere, robustere Ausgestaltung internationaler Wirtschaftsverträge – mit Sanktionsmechanismen, Sicherheitsklauseln und industriepolitischen Schutzinstrumenten.

    Bereits vor dem aktuellen Streit hatte die EU ihr sogenanntes „Anti-Coercion Instrument“ aktiviert – ein Werkzeug, mit dem künftig asymmetrischer ökonomischer Druck von außen beantwortet werden kann. Damit signalisiert Brüssel: Handelsfragen sind nicht mehr nur eine Sache der Ökonomie, sondern ein Teil der strategischen Außen- und Sicherheitspolitik.

    Die Verhandlungen mit den USA sind daher mehr als nur ein Streit um Zollsätze. Sie sind Testfall für die außenpolitische Handlungsfähigkeit Europas, das sich in einer Welt zwischen chinesischem Staatskapitalismus und amerikanischem Wirtschaftsnationalismus behaupten muss. Eine Einigung wäre ein diplomatischer Teilerfolg – und würde wertvolle Zeit gewinnen, um die eigene industriepolitische Position zu konsolidieren.

    Die nächsten Tage dürften entscheidend sein. Die Uhr tickt – in Washington, Brüssel, Paris und Berlin zugleich.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Trump kündigt 25 % Zölle auf Japan und Südkorea an – und weitere World-News

    Trump kündigt 25 % Zölle auf Japan und Südkorea an – und weitere World-News

    Präsident Trump erklärte gestern, dass Südkorea und Japan ab dem 1. August mit neuen Zöllen in Höhe von 25 Prozent auf ihre Exporte in die USA rechnen müssen. Zudem verlängerte er eine Aussetzung höherer Zölle gegen Dutzende andere Länder, die eigentlich morgen in Kraft treten sollte, bis 1. August.

    Die Märkte reagierten mit Kursverlusten auf die Nachricht. Anleger betrachteten die Zölle offenbar als äußerst schmerzhaft für zwei der größten Handelspartner Amerikas.

    Trump veröffentlichte außerdem mehrere Nachrichten in den sozialen Medien, in denen er höhere Zölle für weitere Länder ankündigte: 40 Prozent für Myanmar und Laos, 30 Prozent für Südafrika sowie 25 Prozent für Kasachstan und Malaysia.

    Hintergrund: In den vergangenen 90 Tagen hat die US-Regierung versucht, Handelsabkommen mit zahlreichen Ländern abzuschließen. Bisher bestehen jedoch nur vorläufige Vereinbarungen mit Großbritannien und Vietnam.

    Kontext: Die Verhandlungen mit Japan und Südkorea verliefen langsamer als mit anderen Ländern – teils, weil beide Staaten Wahlen abhielten, teils, weil Trump weiterhin Zölle auf wichtige Exportgüter wie Autos, Stahl und Elektronik verhängt oder angedroht hat. Japan und Südkorea zögerten daher, ein Abkommen mit der Trump-Regierung zu schließen, aus Sorge, später erneut von Strafzöllen getroffen zu werden.


    Retter in Texas: eine erschütternde Suche nach Überlebenden

    Die Überschwemmungen in Texas gehören inzwischen zu den tödlichsten Hochwasserkatastrophen in den USA seit 100 Jahren. Am vierten Tag der Suche nach Überlebenden stieg die Zahl der Todesopfer auf über 100 Menschen. Camp Mystic, ein christliches Sommercamp für Mädchen, das von den reißenden Fluten erfasst wurde, teilte mit, dass mindestens 27 junge Camperinnen und Betreuer ums Leben kamen. Und es ist weiterer Regen vorhergesagt.

    Viele Rettungsgeschichten der vergangenen zwei Tage waren erschütternd. Retter der Küstenwache brachten 165 Menschen im Camp Mystic in Sicherheit. Eine 22-jährige Frau wurde gerettet, nachdem sie die Nacht über an einen Baum geklammert verbracht hatte. Ein junges Mädchen wurde gefunden, nachdem sie stundenlang auf einer Matratze im Wasser trieb.

    Behörden sehen sich zunehmend mit der Frage konfrontiert, ob nicht mehr hätte getan werden müssen, um rechtzeitig zu warnen und Gebiete entlang des Guadalupe River zu evakuieren. Senator Ted Cruz aus Texas sagte, es werde eine „sorgfältige Untersuchung der Ereignisse“ geben. Kerr County, das am stärksten betroffene Gebiet, hatte bereits 2017 darüber beraten, Wasserpegelmesser und Sirenen zu kaufen, verwarf den Plan jedoch als zu teuer.

    Die Wassermassen stiegen rasant: Sintflutartige Regenfälle verwandelten den Fluss laut einer Analyse der New York Times innerhalb von weniger als zehn Stunden von einem kleinen Bach in einen reißenden, zerstörerischen Fluss. Rund 3.500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde strömten flussabwärts – mehr als die durchschnittliche Durchflussmenge der Niagarafälle.


    Israel und Hamas führten zweiten Tag Waffenruhegespräche

    Während Premierminister Benjamin Netanjahu sich gestern in Washington zu Gesprächen mit der Trump-Regierung aufhielt, schienen Israel und die Hamas einer Waffenruhe in Gaza näherzukommen als in den vergangenen Wochen. Dennoch stritten beide Seiten weiterhin über die Bedingungen eines Abkommens, das auch die Freilassung von Geiseln beinhalten würde.

    Vertreter Israels und der Hamas führten in Doha, Katar, Gespräche über ein Kriegsende. Die Hamas bestand darauf, dass jede Vereinbarung einen Weg zu einem vollständigen und dauerhaften Ende der Kämpfe ebnen müsse.

    Netanjahu traf sich im Weißen Haus mit Trump. Bei einem gemeinsamen Abendessen, das beide als eine Art Siegesrunde nach ihrem Angriff auf den Iran inszenierten, erklärte Netanjahu, er habe Trump für den Friedensnobelpreis nominiert.


    WEITERE TOP-NACHRICHTEN

    Ukraine: Das ukrainische Militär kämpft darum, Kostiantynivka zu halten, das Tor zu seiner letzten großen Verteidigungslinie in der Region Donezk, und setzt Fischernetze ein, um Drohnen abzufangen.

    Australien: Erin Patterson wurde für schuldig befunden, drei Verwandte ihres Ehemanns mit Giftpilzen in einem Beef Wellington beim Mittagessen ermordet zu haben.

    Taiwan: Mindestens zwei Menschen starben, über 500 weitere wurden verletzt, nachdem Taifun Danas die dicht besiedelte Westküste der Insel getroffen hatte.

    Energie: Kanada hat seine erste Erdgaslieferung nach Südkorea geschickt, um seine Handelsabhängigkeit von den USA zu verringern.

    Südafrika: Nach dem Ende der Apartheid wurde Folter durch Polizeibeamte verboten, doch eine Analyse der New York Times zeigt, dass das Ersticken mit Plastiktüten („Tubing“) weiterhin praktiziert wird.

    Indonesien: Der Vulkan Lewotobi Laki-laki auf der Insel Flores brach etwa sechs Minuten lang aus und schleuderte eine Aschewolke weit höher in den Himmel als beim Ausbruch des Vormonats.

    Iran: Die Regierung führt derzeit Massenabschiebungen afghanischer Flüchtlinge durch, Hunderttausende wurden in den vergangenen Wochen ausgewiesen.

    Politik: Trump bezeichnete Elon Musk als „außer Kontrolle“ und als ein „Zugunglück“, nachdem dieser angekündigt hatte, eine politische Partei namens „America Party“ zu gründen. Die Tesla-Aktie fiel weiterhin, da Investoren auf den Plan negativ reagierten.

  • USA und China inszenieren Einigung – Doch der Zollkonflikt bleibt

    USA und China inszenieren Einigung – Doch der Zollkonflikt bleibt

    Ein Treffen in London zwischen hochrangigen Vertretern der Vereinigten Staaten und Chinas hat zu einem neuen Rahmenabkommen im bilateralen Handelskonflikt geführt. Mit markigen Worten erklärte Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social: „Unser Deal mit China ist abgeschlossen, vorbehaltlich der endgültigen Zustimmung durch Präsident Xi und mich.“ Die Verhandlungsparteien bezeichnen das Abkommen als abgeschlossen, doch viele der bestehenden Zölle bleiben bestehen – und damit auch zentrale Reibungspunkte in den Handelsbeziehungen.

    Das Abkommen ist zugleich politisches Schauspiel und wirtschaftlicher Balanceakt. Während Trump seine Verhandlungserfolge medial inszeniert, lässt China offenkundig Spielräume offen, um sich strategisch nicht zu stark zu binden. Die Folgen dieser neuen Phase in den US-chinesischen Handelsbeziehungen sind nicht nur für die beiden Weltmächte, sondern auch für Europa und andere globale Akteure von erheblicher Bedeutung.

    Ein symbolisches Paket mit begrenztem Umfang

    Im Kern sieht das Abkommen die Lieferung strategischer Rohstoffe wie Seltene Erden und Permanentmagnete aus China in die Vereinigten Staaten vor – ein Bereich, in dem die USA stark von chinesischen Exporten abhängig sind. Im Gegenzug sollen chinesische Studierende erleichterten Zugang zu US-Hochschulen erhalten. Darüber hinaus wurde eine Zollstruktur vereinbart, die weiterhin auf hoher Eskalationsstufe verharrt: Die Vereinigten Staaten belegen chinesische Waren mit durchschnittlich 55 % Zoll, während Peking einen Satz von 10 % auf US-Güter erhebt.

    Diese Eckdaten offenbaren den Charakter des Abkommens: Es handelt sich nicht um einen klassischen Zollabbau, sondern um eine Art wirtschaftliches Waffenstillstandsabkommen. Die Handelsbeziehungen werden stabilisiert, aber keineswegs liberalisiert. So warnte Henrietta Treyz, Analystin bei Veda Partners, bereits, das Abkommen zementiere eher den Status quo als dass es neue wirtschaftliche Freiräume eröffne.

    Der politische Kontext: Wahlkampf und Rivalität

    Der Zeitpunkt der Vereinbarung ist politisch aufgeladen. Trump kann sich nun als durchsetzungsstarker Verhandler präsentieren, der nationale Interessen über internationale Konventionen stellt. Gleichzeitig wirkt das Abkommen innenpolitisch als Signal der Stabilität in einer geopolitisch unruhigen Zeit.

    Auf chinesischer Seite nutzt Präsident Xi Jinping die Vereinbarung, um internationalen Druck abzubauen, ohne strukturelle Konzessionen einzugehen. China musste in den letzten Monaten wirtschaftliche Rückschläge hinnehmen, insbesondere durch stagnierende Exporte und eine schwächelnde Binnenkonjunktur. Eine Eskalation des Konflikts mit den USA wäre wirtschaftlich riskant – doch ein vollständiger Rückzug aus zentralen industriepolitischen Positionen, etwa beim Technologietransfer oder bei staatlichen Subventionen, bleibt für Peking inakzeptabel.

    Die Rolle internationaler Institutionen und Dritter

    Auffällig ist, dass multilaterale Gremien wie die Welthandelsorganisation (WTO) in diesem Prozess kaum noch eine Rolle spielen. Stattdessen dominiert bilaterale Diplomatie, ergänzt durch symbolische Elemente – wie das Treffen in London, das auf eine frühere Verhandlungsrunde in Genf folgte. Dort hatten die Parteien eine 90-tägige Zollpause vereinbart, die jedoch wegen Konflikten im Halbleitersektor und bei Visa-Regelungen nicht umgesetzt wurde.

    Zugleich wächst die Unsicherheit in Drittstaaten. In der Europäischen Union etwa drohen parallele Gespräche über Zollerleichterungen mit den USA zu scheitern – eine Frist bis zum 9. Juli setzt die Beteiligten unter hohen Zugzwang. Mexiko verhandelt derweil mit den USA über separate Zugeständnisse im Stahlsektor. Damit wird deutlich: Der US-chinesische Handelskonflikt wirkt weit über das bilaterale Verhältnis hinaus und fragmentiert die internationale Handelsordnung weiter.

    Ein Aspekt des Abkommens, der bislang wenig Beachtung gefunden hat, betrifft seine juristische Basis. Ein Berufungsgericht in den USA hat bestehende Zölle bis zum 31. Juli 2025 verlängert, was faktisch einen gesetzlichen Handlungsrahmen vorgibt. Die Exekutive kann nicht unbegrenzt handeln, sondern ist auf legislative oder gerichtliche Legitimation angewiesen. Dies erhöht die Komplexität der Umsetzung erheblich.

    Hinzu kommt: Sollte einer der beiden Staatsführer das Abkommen politisch infrage stellen, stünde das fragile Gleichgewicht erneut zur Disposition. Es fehlt an institutioneller Absicherung und an einem langfristigen Konfliktlösungsmechanismus. Die strukturellen Streitpunkte – etwa geistiges Eigentum, technologische Autarkie und marktverzerrende Subventionen – bleiben bestehen.

    Der Vertrag birgt somit nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Risiken. Denn wenn der Eindruck entsteht, dass sich durch bilaterale Inszenierung Vorteile durchsetzen lassen, ohne substanzielle Veränderungen zu erwirken, könnte dies andere Akteure zur Blockade oder Nachahmung animieren.

    Keine Trendwende, sondern eine Atempause

    Der neue US-chinesische „Deal“ ist kein Paradigmenwechsel. Vielmehr handelt es sich um eine taktische Entspannung – ein Zeitgewinn in einem strukturell festgefahrenen Konflikt. Trump und Xi demonstrieren Handlungsfähigkeit, ohne den Preis einer echten Annäherung zahlen zu müssen. Es ist eine geopolitische Atempause, keine strategische Neuausrichtung.

    Ob daraus mehr erwächst, hängt maßgeblich davon ab, ob nach der Phase der Symbolpolitik eine neue Generation von Handelsverträgen entstehen kann, die sowohl nationalen Interessen als auch internationalen Regeln gerecht wird. Derzeit ist ein solcher Wandel nicht in Sicht. Bis dahin bleibt der transatlantisch-pazifische Wirtschaftsraum ein Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Kooperation.

    Von Andreas Brucker

  • USA und EU beginnen Handelsverhandlungen – und weitere World-News

    USA und EU beginnen Handelsverhandlungen – und weitere World-News

    Maros Sefcovic, der Handelskommissar der EU, sprach gestern mit Howard Lutnick, dem US-Handelsminister, einen Tag nachdem Präsident Trump angekündigt hatte, dass er die 50-prozentigen Zölle auf alle EU-Importe verschieben werde, um mehr Zeit für Verhandlungen zu schaffen. Sefcovic schrieb später in sozialen Medien, dass sich die EU „nach wie vor voll und ganz konstruktiven und zielgerichteten Bemühungen“ für ein Abkommen verpflichtet fühle.

    Am Sonntag sprach Trump telefonisch mit Ursula von der Leyen, der Präsidentin der Europäischen Kommission. Eine Sprecherin der Kommission, Paula Pinho, sagte gestern, dass das Gespräch zwischen den beiden Führungspersönlichkeiten den Verhandlungen „neuen Schwung“ gegeben habe. Ziel ist es, vor dem 9. Juli eine Lösung zu finden – an diesem Tag sollen ansonsten die Zölle in Kraft treten.

    Doch der Weg zur Deeskalation bleibt schwierig. Die USA und die EU verfolgen weiterhin unterschiedliche Prioritäten. Und es ist unklar, ob sich die Forderungen oder Angebote überhaupt signifikant verändert haben.

    Ein Sprecher der Kommission sagte gestern, dass die EU weiterhin vorschlage, dass beide Seiten die Zölle auf Industriegüter auf null senken. Er deutete außerdem an, dass die EU ihre Listen für Vergeltungszölle überarbeite – mit denen europäische Länder amerikanische Importe wie Maschinen, Sojabohnen und Bourbon belegen könnten.

    Die Trump-Regierung hat von den europäischen Ländern verlangt, ihr Verbrauchssteuersystem sowie zentrale digitale Vorschriften zu ändern – Forderungen, die europäische Beamte ablehnen.


    Ukraine: Während Russland weiter angreift, zieht sich die USA zurück

    Russland startete gestern erneut massive Luftangriffe auf ukrainische Städte und Dörfer, während sich die USA zunehmend aus dem Konflikt und diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Kriegs zurückziehen.

    Mindestens 355 russische Drohnen seien laut der Ukraine über das Land geschwärmt, begleitet von neun Raketen, die von Bombern abgefeuert wurden. Der Angriff erfolgte, nachdem Trump in sozialen Medien Präsident Wladimir Putin beschuldigte, „völlig DURCHZUDREHEN“ in seinem Versuch, die Ukraine zu erobern – gleichzeitig warf er jedoch dem ukrainischen Präsidenten vor, provokative Worte benutzt zu haben. In einem Kommentar sagte er: „Das ist nicht Trumps Krieg.“

    Trotz seiner Rhetorik hat Trump sich geweigert, sich den Europäern bei neuen Finanzsanktionen gegen Russland anzuschließen, und hat der Ukraine keine neuen Waffen oder andere Hilfen angeboten. Trumps Beschwerden über das anhaltende Töten, gepaart mit seiner Weigerung, Putin auch nur einen bescheidenen Preis zahlen zu lassen, sei ein bekanntes Muster, sagen Experten und Beamte.


    Ein Autofahrer rast in eine Menschenmenge in Liverpool

    Fast 50 Menschen wurden gestern verletzt, als ein Fahrer in eine Menschenmenge raste, die den Premier-League-Sieg Liverpools feierte. Vier Kinder wurden verletzt, eines davon schwer. Der Fahrer, ein 53-jähriger Brite, wurde von der Polizei festgenommen.

    Die stellvertretende Polizeichefin Jenny Sims sagte, die Ermittler gingen davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handle, der nicht als Terrorakt eingestuft werde. Sie sagte, die Behörden suchten keine weiteren Beteiligten, machte aber bisher keine Angaben zu einem möglichen Motiv.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Venezuela: Die Partei des Autokraten Nicolás Maduro erklärte sich bei den Regional- und Parlamentswahlen zum Sieger, doch die Wahllokale waren nahezu leer, und die Ergebnisse wurden nicht veröffentlicht.

    Gaza: Der Leiter eines neuen, umstrittenen Hilfsprogramms im Gazastreifen trat zurück, da er seine Arbeit nicht unabhängig ausüben könne.

    Migration: Die Trump-Regierung hat Tausende venezolanische Migranten zur freiwilligen Ausreise gedrängt .

    Energie: US-Firmen, die große Batterien zur Speicherung grüner Energie produzieren, sind auf chinesische Komponenten und staatliche Subventionen angewiesen. Trumps Zölle und Steuerpläne könnten das gefährden.

  • Trump zündet neue Zollbombe: EU und Apple im Visier

    Trump zündet neue Zollbombe: EU und Apple im Visier

    Donald Trump auf der internationalen Handelsbühne – es wird lauter denn je. Mit einer Ankündigung, die selbst abgebrühte Diplomaten ins Grübeln bringt, will der ehemalige US-Präsident ab dem 1. Juni 2025 alle Importe aus der Europäischen Union mit einem 50-prozentigen Zoll belegen. Gleichzeitig droht er mit einem 25-prozentigen Strafzoll auf Smartphones, die nicht in den USA produziert werden – Apples iPhones inklusive.

    Zollkeule statt Verhandlungstisch

    Trump hat offenbar genug vom diplomatischen Geplänkel. In gewohnt kämpferischer Manier poltert er gegen das, was er als unfaire Handelspraktiken der EU bezeichnet. Die Gespräche? Angeblich „festgefahren“. Der Ton? Konfrontativ. Das Ziel? Das gigantische Handelsdefizit von über 235 Milliarden US-Dollar in den Griff bekommen – mit Zöllen als politischem Vorschlaghammer.

    Die Zahlen sind beeindruckend: Waren im Wert von 600 Milliarden US-Dollar fließen jährlich aus der EU in die USA. Trumps Zollplan würde diese Ströme empfindlich treffen – von Autos über Agrarprodukte bis hin zu Luxusgütern.

    iPhone unter Beschuss

    Besonders heftig trifft Trumps Kurs den Tech-Sektor. Apple steht sinnbildlich für die Globalisierung dieser Branche – Design aus Kalifornien, Fertigung in China, Verkauf weltweit. Jetzt verlangt Trump von Apple-Chef Tim Cook die Rückkehr der Produktion in die USA. Und das mit Nachdruck: Wer sich nicht fügt, zahlt drauf. 25 Prozent Zoll auf jedes importierte Smartphone – das könnte den Preis eines iPhones um mehrere Hundert Dollar erhöhen.

    Aber mal ehrlich: Wie realistisch ist das? Die Apple-Fertigungsstraße ist eine komplexe Maschinerie, die nicht mal eben über Nacht verlegt werden kann. Ein Umzug in die USA würde Milliarden verschlingen, neue Infrastruktur erfordern und natürlich auch Jobs in Asien kosten – ganz zu schweigen von den Zeitverzögerungen, die das mit sich bringt.

    Die EU reagiert gereizt

    Natürlich bleibt so eine Ansage nicht unbeantwortet. Aus Brüssel hagelt es Kritik. Die EU pocht auf gegenseitigen Respekt und kündigt an, sich zu wehren, sollte Trump ernst machen. Besonders laut wird Irlands Premierminister, der die Auswirkungen auf sensible Industrien wie Pharma und Halbleiterproduktion anspricht. Verständlich, denn viele dieser Produkte sind elementar für die US-Wirtschaft – ein Bumerang-Effekt scheint also vorprogrammiert.

    Frankreich und Deutschland stellen sich demonstrativ hinter die EU-Kommission. Von Nachgiebigkeit keine Spur – die Fronten verhärten sich. Und damit auch die Aussichten auf eine kurzfristige Entspannung.

    Finanzmärkte im Alarmmodus

    Kaum war Trumps Ankündigung über den Ticker gelaufen, brach an den Börsen wieder Nervosität aus. Der S&P 500 sackte ab, Apples Aktie verlor binnen Stunden über 2,6 Prozent – ein Börsenwert von rund 70 Milliarden Dollar verpuffte quasi über Nacht. Auch Europas Börsen reagierten mit Kursverlusten. Und das ist vermutlich erst der Anfang.

    Denn ökonomisch könnten die neuen Zölle wie ein Brandbeschleuniger wirken: Steigende Preise, gestörte Lieferketten, weniger Konsumfreude. Die Rechnung zahlen am Ende – wie so oft – die Verbraucher. Wer will schon 1.600 Dollar für ein neues iPhone hinblättern?

    Ein Schachzug mit Risiken

    Trump spielt ein gefährliches Spiel – keine Frage. Er setzt auf maximale Eskalation in der Hoffnung, dass seine Gegner einknicken. Doch was, wenn die EU sich nicht beeindrucken lässt? Was, wenn Apple nicht mitspielt? Dann könnte sich sein Plan ins Gegenteil verkehren. Statt wirtschaftlicher Stärke droht dann ein veritabler Handelskrieg, bei dem alle verlieren.

    Gleichzeitig könnte der Konflikt die politische Weltlage neu ordnen. China, bislang Trumps Lieblingsgegner, rückt in der Rhetorik plötzlich in den Hintergrund. Stattdessen gerät Europa ins Fadenkreuz – eine überraschende Wendung, die internationale Bündnisse ins Wanken bringen könnte.

    Und nun?

    Die Uhr tickt. Der 1. Juni steht vor der Tür und mit ihm die Frage: Bleibt es bei der Drohung oder zieht Trump tatsächlich die Zollschraube an? Die Antwort darauf wird nicht nur in Washington und Brüssel mit Spannung erwartet, sondern weltweit. Denn was hier passiert, betrifft weit mehr als nur Handelszahlen – es geht um das wirtschaftliche Gleichgewicht der westlichen Welt.

    Klingt dramatisch? Ist es auch.

    Von C. Hatty

  • Brüssel droht mit Milliarden-Zöllen auf US-Importe

    Brüssel droht mit Milliarden-Zöllen auf US-Importe

    Die Europäische Union verschärft ihren Ton gegenüber den Vereinigten Staaten. Hintergrund ist ein erneut aufflammender Handelskonflikt, ausgelöst durch die Wiedereinführung von US-Zöllen auf europäische Produkte unter der Regierung von Donald Trump. Die EU-Kommission hat am 8. Mai angekündigt, Vergeltungsmaßnahmen im Volumen von bis zu 95 Milliarden Euro vorzubereiten. Damit sendet Brüssel ein klares Signal an Washington – doch gleichzeitig bleibt der Wille zum Dialog bestehen.

    Breite Front gegen US-Exporte

    Die geplanten Maßnahmen umfassen ein breites Spektrum amerikanischer Produkte. Neben Flugzeugen und Kraftfahrzeugen sollen auch elektrische Geräte, Batterien, Agrarerzeugnisse sowie alkoholische Getränke betroffen sein. Insbesondere Hersteller aus den Bereichen Luftfahrt, Automobilbau und Lebensmittelindustrie könnten empfindlich getroffen werden. Nach Angaben der Kommission wurden entsprechende Vorbereitungen für eine öffentliche Konsultation gestartet, um die betroffenen Produkte final festzulegen.

    Mit diesem Schritt setzt die EU auf ein erprobtes Mittel: die Drohung mit Zöllen, um politischen Druck aufzubauen. Bereits während der ersten Amtszeit Donald Trumps hatte Brüssel mit ähnlichen Maßnahmen auf US-Zölle reagiert. Neu ist jedoch der Umfang – nie zuvor stand ein solch hohes Volumen potenzieller Gegenmaßnahmen zur Debatte.

    Rechtliche Schritte über die WTO

    Parallel zur Ankündigung der Strafzölle plant die Europäische Union auch den Gang zur Welthandelsorganisation (WTO). Die Kommission spricht von einer „klaren Verletzung internationalen Rechts“ durch die USA. Washington wird vorgeworfen, ohne rechtliche Grundlage und ohne Absprache mit den Handelspartnern protektionistische Maßnahmen eingeführt zu haben. Ein mögliches WTO-Verfahren könnte Jahre dauern, hat jedoch eine wichtige politische Signalwirkung: Die EU präsentiert sich als Verfechterin regelbasierter Handelsordnung – ein Gegenentwurf zur „America First“-Politik Trumps.

    Die Rückkehr dieser wirtschaftspolitischen Strategie stellt die Europäer vor ein altbekanntes Dilemma: Wie mit einem Partner umgehen, der offene Märkte einfordert, aber selbst zum Protektionismus neigt? Die EU setzt zunächst auf Verhandlungen, macht aber deutlich, dass sie im Falle des Scheiterns zur Gegenwehr bereit ist.

    Wirtschaftliche und politische Implikationen

    Ein eskalierender Handelskonflikt zwischen der EU und den USA hätte weitreichende wirtschaftliche Folgen. Allein die betroffenen Warengruppen im Wert von rund 95 Milliarden Euro belegen die Tragweite der drohenden Zölle. Große US-Unternehmen wie Boeing oder Ford könnten massive Absatzprobleme in Europa bekommen. Umgekehrt wären auch europäische Airlines und Automobilimporteure von steigenden Preisen betroffen. Nicht zuletzt würden Konsumenten auf beiden Seiten des Atlantiks unter höheren Preisen leiden.

    Darüber hinaus stehen strategische Interessen auf dem Spiel. In einer Zeit wachsender globaler Unsicherheiten – vom Krieg in der Ukraine über die Spannungen im Indopazifik bis hin zu den Herausforderungen des Klimawandels – wäre ein transatlantischer Handelskrieg politisch kontraproduktiv. Die EU muss daher sorgfältig abwägen, wie weit sie in der Auseinandersetzung gehen will, ohne die transatlantische Partnerschaft als Ganzes zu gefährden.

    Der politische Kontext: Trump und die Rückkehr des Wirtschaftsnationalismus

    Die Zuspitzung des Konflikts erfolgt nicht zufällig. Trump, der sich schon in seiner ersten Amtszeit als Gegner multilateraler Handelsabkommen präsentierte, versucht offenbar, mit harter Handelspolitik erneut politisch zu punkten.

    Für die EU ergibt sich daraus ein doppelter Handlungsdruck. Einerseits muss sie gegenüber der amerikanischen Öffentlichkeit verdeutlichen, dass europäische Interessen nicht verhandelbar sind. Andererseits will sie keine Eskalation, die in einen offenen Handelskrieg münden könnte. Vor diesem Hintergrund ist auch die Äußerung von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu verstehen, man sei „vollständig engagiert“, eine Lösung mit Washington zu finden.

    Diese Balance zwischen Härte und Gesprächsbereitschaft ist typisch für die EU-Handelspolitik. Doch sie erfordert in diesem Fall besonderes diplomatisches Geschick – nicht zuletzt, weil auch innerhalb der EU die Positionen auseinandergehen. Während wirtschaftlich stark exportorientierte Länder wie Deutschland auf eine schnelle Verständigung drängen, verfolgen andere Mitgliedstaaten eine konfrontativere Linie.

    Die nächsten Wochen als Weichenstellung

    Ob es tatsächlich zu den angedrohten Vergeltungszöllen kommt, hängt maßgeblich von den laufenden Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten ab. Die Konsultation innerhalb der EU läuft noch bis zum 10. Juni. Sollte bis dahin kein Entgegenkommen aus Washington erfolgen, könnte die Kommission rasch entsprechende Maßnahmen umsetzen. Auch der Ausgang eines möglichen WTO-Verfahrens wird mit Spannung erwartet – allerdings dürfte dieser Weg länger dauern.

    Für die internationale Handelsordnung steht viel auf dem Spiel. Die EU sieht sich als Hüterin eines regelbasierten Systems, das angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen unter Druck geraten ist. Sollte es Brüssel gelingen, durch diplomatischen Druck eine Einigung zu erzielen, wäre das ein wichtiges Signal für die Zukunft des freien Handels.

    Von Andreas Brucker

  • Die Welt wartet auf ein Rauchzeichen

    Die Welt wartet auf ein Rauchzeichen

    Heute ziehen Dutzende Kardinäle in die Sixtinische Kapelle im Vatikan ein, um in einem der ältesten Rituale der Welt den nächsten Papst zu wählen. Bis ein Nachfolger von Papst Franziskus bestimmt ist, bleiben sie abgeschottet von der Außenwelt. Wie lange das Konklave dauert, ist ungewiss.

    Sobald sie einmal drin sind, erfährt die Welt praktisch nichts mehr. Aber es gibt Rauchzeichen, die uns dennoch einiges sagen. Schwarzer Rauch steht für eine ergebnislose Abstimmung.

    Die erste Abstimmung ist meist symbolisch – sie testet die Stärke der Kandidaten. Wenn auch am zweiten Tag nur schwarzer Rauch aufsteigt, wird langsam klar, dass die Kardinäle große Mühe haben, sich zu einigen. Erst wenn weißer Rauch aufsteigt, steht der neue Papst fest – er zeigt sich kurz darauf auf dem Balkon des Petersdoms den Gläubigen.

    Das Ergebnis des Konklaves ist stets schwer vorherzusagen. Doch die veränderte Zusammensetzung des Kardinalskollegiums unter Franziskus, der seit 2013 im Amt war, macht es diesmal besonders unberechenbar.

    Die Favoriten:
    Kardinal Pietro Parolin, die Nummer zwei im Vatikan, gilt als möglicher Nachfolger und Garant für Kontinuität. Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle von den Philippinen – eher liberal eingestellt – wird seit Jahren als Favorit gehandelt. Er wäre der erste Papst aus Südostasien. Weitere potenzielle Kandidaten finden sich ebenfalls in der engeren Auswahl.


    Indien greift Pakistan an

    Indien teilte heute früh mit, dass es Angriffe auf neun Ziele in Pakistan sowie in dem von beiden Ländern beanspruchten Kaschmirgebiet ausgeführt habe – zwei Wochen, nachdem bei einem Terroranschlag in indisch verwaltetem Kaschmir über zwei Dutzend Zivilisten ums Leben kamen. Laut pakistanischen Militärangaben wurden mindestens acht Menschen getötet und 35 verletzt.

    Der Angriff auf Punjab, das außerhalb des umstrittenen Gebiets liegt, stellt eine Eskalation des Konflikts zwischen den beiden Atommächten dar. Indien rechnete unmittelbar nach dem Angriff mit einer Reaktion des langjährigen Rivalen Pakistan.

    Die beiden Länder führten bereits mehrere Kriege – zuletzt 1999 – und standen seither mehrmals am Rand einer militärischen Eskalation. Angesichts der aktuellen Spannungen warnen internationale Beobachter vor möglicherweise katastrophalen Folgen, falls keine Deeskalation erfolgt.


    Carney zu Trump: Kanada steht nicht zum Verkauf

    US-Präsident Trump und der kanadische Premierminister Mark Carney trafen sich gestern in Washington – das erste Treffen seit Carneys überraschendem Wahlsieg mit einem strikt Anti-Trump-Kurs. Beim Gespräch ging es auch um Trumps wiederholte Bemerkungen, Kanada solle der 51. US-Bundesstaat werden.

    „Einige Orte stehen nicht zum Verkauf“, sagte Carney. Trumps knappe Antwort: „Sag niemals nie.“

    Nach dem Treffen erklärte Carney gegenüber Journalisten, er sei etwas zuversichtlicher, was Trumps Haltung gegenüber Kanada angehe. Konkrete Verhandlungen gebe es jedoch noch nicht. Der Weg zu einem möglichen Handelsabkommen werde „viele Kurven haben“, so Carney – doch er sei optimistisch, dass eine Einigung möglich sei.


    Weitere wichtige Nachrichten

    • Russland: Ein ukrainischer Drohnenangriff führte zur Schließung von 13 Flughäfen, darunter alle vier großen Moskauer Airports.
    • Krieg in der Ukraine: Eltern und Lehrer versuchen, staatliche Propaganda aus russischen Schulen fernzuhalten – ein stiller Protest im dritten Kriegsjahr.
    • Sudan: Drohnenangriffe haben Port Sudan getroffen – eine bislang vom Krieg verschonte Stadt.
    • Venezuela: Fünf führende Oppositionspolitiker, die Zuflucht in der argentinischen Botschaft gefunden hatten, sind in die USA geflüchtet.
    • Medien: Medienmogul Barry Diller schreibt in seinen Memoiren offen über seine Homosexualität.
    • Royals: König Charles und Königin Camilla präsentierten ihre offiziellen Krönungsporträts.

    Nahost:

    • Jemen: Israelische Kampfjets bombardierten den Flughafen von Sanaa als Reaktion auf einen Huthi-Raketenangriff nahe dem Flughafen Ben Gurion.
    • Gaza: Die UNO kritisiert Israels Vorschläge zur Hilfslieferung, die als Druckmittel missbraucht werden könnten.
    • Syrien: Das einzige weibliche Kabinettsmitglied des Landes setzt auf Konfliktlösung – und auf die nächste Generation.

    Wirtschaft & Finanzen

    • Handel: Großbritannien und Indien unterzeichneten ein Abkommen zur Senkung von Zöllen – nach drei Jahren Verhandlungen.
    • USA-China: Spitzenvertreter beider Länder treffen sich in der Schweiz – das erste formelle Handelsgespräch seit Trumps Zollerhöhungen.
    • Bangladesch: Exportfabriken steigerten das Einkommen im ganzen Land – Trumps Zölle könnten diesen Fortschritt gefährden.
    • Tesla: Der Absatz in Deutschland und Großbritannien sank auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahren.
    • Zölle: Spielwarenhersteller Mattel kündigte Preiserhöhungen für US-Produkte an – wegen Trumps 145-prozentiger Einfuhrzölle auf Waren aus China.

  • Kommentar: Montagswut mit Ansage – Wenn ein Präsident zum Drehbuchautor einer Dystopie wird

    Kommentar: Montagswut mit Ansage – Wenn ein Präsident zum Drehbuchautor einer Dystopie wird

    Manche Montage beginnen mit einem Kaffee und einer vollen Inbox. Dieser hier kam mit Alcatraz, Hollywood-Zöllen und einem diplomatischen Affront gegen Deutschland daher. Man fragt sich: Ist das noch Realität – oder schon ein bizarr schlecht geschriebenes Netflix-Drehbuch?

    Donald Trump, der Mann, der Twitter einst in ein Regierungsinstrument verwandelte, holt nun das große Besteck raus. Alcatraz, die legendäre Gefängnisinsel, soll wieder öffnen. Als Symbol für „Law and Order“, als Mahnmal für Härte. Währenddessen erklärt er den globalen Filmmarkt zum Feindbild Nummer eins – und verdoppelt mal eben die Zölle auf alles, was nicht unter der Sonne Kaliforniens gedreht wurde.

    Und als wäre das nicht genug, schießt seine Regierung gegen Deutschland – weil der Verfassungsschutz die AfD klar und deutlich als rechtsextremistisch einstuft. Eine Einmischung in innere Angelegenheiten? Ach was. Für Trump zählt nur die Schlagzeile – und dass sie laut genug ist, um vom Rest der Welt gehört zu werden.

    Was läuft da gerade schief?

    Der Mann, der gerne sogar Papst werden würde, betreibt eine Politik der Symbole. Aber es sind nicht die Symbole einer Zukunft, sondern die Gespenster der Vergangenheit. Ein Hochsicherheitsgefängnis als politisches Signal – in welchem Jahrhundert leben wir eigentlich? Zölle gegen Kultur – ausgerechnet gegen Film, gegen Kreativität, gegen die Stimmen der Welt, die uns zum Lachen, Nachdenken, Weinen bringen?

    Und dann das: Eine Rüge für Deutschland, das sich – endlich – klar gegen rechtsextreme Ideologien positioniert. Als ob die Demokratie in Berlin jemanden um Erlaubnis fragen müsste, wenn es um ihren Selbstschutz geht.

    Montagmorgen also. Der Kopf raucht, das Herz auch. Zwischen den Zeilen dieser Nachrichten liegt ein gefährlicher Subtext: Isolation, Einschüchterung, Rückschritt.

    Die USA, lange Zeit Leuchtturm der Demokratie, taumeln unter Trump in eine gefährliche Richtung. Es ist, als würde jemand die Kulissen eines düsteren Politthrillers aufstellen – und alle zusehen.

    Was bleibt, ist das Gefühl, dass dieser Montag viel mehr war als ein Start in die Woche. Er war eine Warnung. An uns alle.

    Ein Kommentar von Andreas M. Brucker

  • Trumps Film-Zollhammer: Eine Maßnahme mit explosivem Potenzial

    Trumps Film-Zollhammer: Eine Maßnahme mit explosivem Potenzial

    Donald Trump hat es wieder getan. Mit markigen Worten und drastischen Maßnahmen stellt er die Weltpolitik auf den Kopf – diesmal betrifft es die Kinoleinwand. Am 4. Mai 2025 verkündete der US-Präsident, dass künftig ein 100-prozentiger Zoll auf alle außerhalb der Vereinigten Staaten produzierten Filme erhoben wird. Die Begründung? Schutz der heimischen Filmindustrie – und, man höre und staune, nationale Sicherheit.

    Ein echtes Polit-Feuerwerk.

    Die neue Regelung trifft nicht nur potenzielle Kinobesucher ins Mark, sondern auch eine ganze Branche, die ohnehin unter der Last sinkender Kinobesuche, Streaming-Konkurrenz und Produktionskosten stöhnt. Trump spricht von gezielter Propaganda fremder Nationen und sieht die USA als kulturelles Opfer globaler Filmstrategien. Doch was steckt wirklich hinter dieser Entscheidung?

    Hollywood unter Druck

    Es stimmt: In den letzten Jahren wanderten viele US-Produktionen ins Ausland ab – Australien, Kanada, Großbritannien oder auch Osteuropa locken mit Steuervorteilen, attraktiven Locations und professionellen Teams. Filme wie Aquaman, Mission Impossible oder Elvis wurden in Queensland oder Budapest gedreht. Ein wirtschaftliches Kalkül, das in Hollywood längst Standard ist.

    Trump nennt das Verrat.

    Doch in der Praxis sieht die Lage differenzierter aus. Studios wie Warner Bros. oder Netflix denken global, nicht national. Sie setzen auf internationale Märkte, Koproduktionen und kreative Vielfalt. Ein Film, der heute in Neuseeland gedreht wird, schafft Arbeitsplätze weltweit – und erzielt Einnahmen in dutzenden Ländern.

    Und nun? Ein 100-Prozent-Zoll würde bedeuten: Doppelte Kosten beim Import ausländischer Filme in die USA. Doch was passiert mit Koproduktionen, bei denen Teile in den USA, andere in Europa entstehen? Was ist mit Streamingdiensten, deren Server in Kalifornien, aber deren Dreharbeiten in Prag laufen?

    Die Details? Noch völlig unklar.

    Internationale Reaktionen: Entsetzen, Protest, Ratlosigkeit

    Australien reagierte schockiert. Dort, wo die Gold Coast Studios eine feste Größe für Hollywood-Produktionen sind, herrscht Unverständnis. „Ein wirtschaftlicher Schlag“, sagen Branchenkenner. Auch Kanada und Großbritannien zeigen sich besorgt – sie fürchten, dass der Geldfluss aus Hollywood versiegen könnte.

    Die USA wiederum scheinen sich in zwei Lager zu spalten. Republikanische Hardliner begrüßen Trumps Schritt als Schutzmaßnahme für das „wahre Amerika“. Demokraten und viele Brancheninsider halten dagegen: Der Schritt sei ein populistisches Manöver ohne echte Substanz. Ein Pyrrhussieg für Hollywood – wenn überhaupt.

    Selbst Experten aus Trumps Umfeld räumen ein: Der Zoll dürfte schwer durchsetzbar sein. Die globalisierte Filmwirtschaft kennt keine klaren Landesgrenzen mehr. Produktionen sind vielschichtig, mobil, hybrid. Wer will bei jedem Projekt prüfen, welcher Prozentsatz nun amerikanisch ist?

    Ein Boomerang in Zeitlupe?

    Die Sorge vor Vergeltungsmaßnahmen wächst. Was, wenn andere Länder nun US-Filme boykottieren oder selbst Zölle erheben? Was, wenn Streamingdienste wie Netflix, Disney+ oder Amazon Prime ihre Inhalte umstrukturieren, um Sanktionen zu umgehen? Und vor allem: Wird der Zuschauer am Ende zur Kasse gebeten?

    Vielleicht ist genau das der Punkt: Es geht weniger um reale Auswirkungen – sondern um das Setzen eines politischen Zeichens. Ein Trump-typisches Statement, mit viel Lärm, aber begrenzter Substanz. Doch unterschätzen sollte man die Folgen nicht.

    Denn selbst wenn der Zoll nicht in vollem Umfang greift – der Image-Schaden, die Verunsicherung, das politische Klima können der Branche massiv schaden.

    Wem nützt das Ganze eigentlich?

    Gute Frage. Für Independent-Studios in Kalifornien? Vielleicht. Für Schauspieler und Techniker in L.A.? Kurzfristig ja, langfristig zweifelhaft. Für Kinozuschauer, die Vielfalt und internationale Perspektiven schätzen? Ganz sicher nicht.

    Und das größere Bild? Ein Amerika, das sich kulturell abschottet, dürfte nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ideell verlieren. Denn Filme sind mehr als nur Unterhaltung – sie sind Brücken zwischen Kulturen, Spiegel unserer Zeit, kollektive Träume.

    Wollen wir wirklich eine Welt, in der Filme aus Seoul, Paris oder Melbourne in den USA doppelt so teuer und deshalb vielleicht gar nicht mehr gezeigt werden?

    Ein Schritt, der mehr Fragen als Antworten aufwirft

    Die Motion Picture Association hält sich bisher bedeckt – verständlich. Die Unsicherheit ist groß. Wird der Zoll tatsächlich kommen? Wird er Bestand haben? Wie reagieren Europa und Asien?

    Eines ist klar: Trump hat mit seiner Ankündigung einen internationalen Nerv getroffen – und ein Thema entflammt, das bisher unter der Oberfläche brodelte. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob aus der Drohkulisse politische Realität wird.

    Bis dahin bleibt der fade Beigeschmack eines Kulturkampfs im Gewand der Wirtschaftspolitik.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Champagner im Abwind: LVMH baut bei Moët Hennessy 1.200 Stellen ab

    Champagner im Abwind: LVMH baut bei Moët Hennessy 1.200 Stellen ab

    LVMH, das Luxusimperium um Bernard Arnault, streicht 1.200 Stellen bei seiner renommierten Tochter Moët Hennessy – ganz leise, ohne Kündigungswelle. Es geht um rund 13 Prozent der Belegschaft im Bereich Wein und Spirituosen. Und das ohne klassischen Sozialplan, sondern durch eine schlichte Formel: Wer geht, wird nicht ersetzt. So nüchtern diese Maßnahme klingt, so deutlich ist das Signal dahinter. Der Sekt ist schal geworden Nach drei Jahren mit Rekordzahlen und Partylaune in den Bilanzen ist der Kater da: 2024 sanken die Umsätze von Moët Hennessy um satte 11 Prozent. Von 6,6 Milliarden auf 5,9 Milliarden Euro – ein echter Dämpfer. Und als wäre das nicht genug, setzte sich der Negativtrend im ersten Quartal 2025 fort: Noch einmal ein Minus von 8 Prozent, das Umsatzvolumen schrumpfte auf 1,3 Milliarden Euro. Besonders der Cognac, einst Goldesel im Portfolio, bremste. Und das obwohl – oder gerade weil – er in den USA besonders beliebt ist. Doch auch dort schwächelt das Geschäft, obwohl d…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…