Schlagwort: Waldbrand

  • Gironde: Der Bürgermeister von Hostens fordert von Elisabeth Borne Einsatz des Militärs

    Gironde: Der Bürgermeister von Hostens fordert von Elisabeth Borne Einsatz des Militärs

    Das wieder aufgeflammte Feuer in der Gironde hat erneut 7.400 Hektar Wald verbrannt, nachdem das Feuer im Juli schon fast 15.000 Hektar vernichtet hatte.

    „Ich habe sie gebeten, die Armee zur Überwachung des Brandgebietes einzusetzen“, sagte der Bürgermeister von Hostens Jean-Louis Dartiailh am Donnerstag, dem 11. August, gegenüber Franceinfo.

    Die Gemeinde Hostens sieht sich nur einen Monat nach einem ersten Riesen-Feuer, das 15.000 Hektar Wald in der Gironde verbrannt hatte, mit einem erneuten Aufflammen des Brandes konfrontiert. Derzeit kämpfen 1.100 Feuerwehrleute gegen die Flammen, die seit Dienstagabend bereits wieder 7.400 Hektar Vegetation vernichtet haben. Am Donnerstagabend ist Verstärkung aus der Europäischen Union eingetroffen.

    Alle 1.500 Einwohner von Hostens mussten ein zweites Mal evakuiert werden. Die grössten Bedenken des Bürgermeisters von Hostens richten sich allerdings auf „die Zeit nach dem Feuer“. „Wir sind erschöpft, denn seit einem Monat überwachen wir dieses Feuer rund um die Uhr“, erklärt er. Die Überwachung wird von Freiwilligen durchgeführt, „auch wenn wir die Unterstützung der Feuerwehr hatten“, erklärt Bürgermeister Jean-Louis Dartiailh. Bisher gab es für die Überwachung der Brandgebiete viele Freiwillige, weil „es Leute sind, die Urlaub haben“. Die Überwachung nach dem aktuellen Brand wird jedoch „Wochen, ja Monate“ dauern und der Bürgermeister befürchtet, dass er „nicht mehr in der Lage sein wird, diese Überwachung durchzuführen, insbesondere da das verbrannte Gebiet immer größer geworden ist“.

    Als die Premierministerin am Donnerstag die Region besuchte, bat Bürgermeister Jean-Louis Dartiailh um die Hilfe der Armee für die Zeit nach dem Brand. Élisabeth Bornes Antwort fiel allerdings ausweichend und für den besorgten Bürgermeister unbefriedigend aus.

  • EU: Über 350 Feuerwehrleute mit 101 Fahrzeugen und sechs Löschflugzeuge auf dem Weg nach Frankreich

    EU: Über 350 Feuerwehrleute mit 101 Fahrzeugen und sechs Löschflugzeuge auf dem Weg nach Frankreich

    Die Löschflugzeuge kommen aus Griechenland und Schweden, aus Deutschland, Polen, Österreich und Rumänien kommt die Bodenverstärkung. Auch Italien will mehrere Canadair-Löschflugzeuge entsenden.

    Mehrere Länder der Europäischen Union (EU) kommen Frankreich zu Hilfe. Insgesamt werden sechs Flugzeuge, 383 Feuerwehrleute und 101 Fahrzeuge entsandt, um die 1.100 französischen Feuerwehrleute zu unterstützen, die immer noch gegen die Waldbrände im Südwesten kämpfen. Das gab die Europäische Kommission am Donnerstag, dem 11. August, bekannt.

    „Die EU ist voll solidarisch, wenn ein Land mit einer Notsituation konfrontiert ist“, betonte der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic, in einer Erklärung. „Die europäische Solidarität ist am Werk!“, begrüßte Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag auf Twitter die Ankündigung der Verstärkung.

    Vier Flugzeuge der Flotte der Europäischen Union (EU) zur Bekämpfung von Bränden wurden bereits auf Anfrage der französischen Behörden nach Frankreich geschickt. Die beiden griechischen Canadair-Flugzeuge sind bereits am Donnerstag in Bordeaux ankommen, die beiden schwedischen Air Tractor, Wasserbomberflugzeuge, werden am Freitag in Vannes auf französischem Boden eintreffen.

    Die italienische Hilfe muss noch geklärt werden.
    Darüber hinaus sind Feuerwehrteams aus mehreren EU-Ländern unterwegs, um die französische Feuerwehr im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens zu unterstützen, so die Kommission. Der Copernicus-Satellit der EU sammelt ebenfalls wichtige Daten für die Ersthelfer in den brennenden Gebieten.

    Ab Donnerstagabend sind 77 Feuerwehrleute und 14 Fahrzeuge aus Rumänien, 65 Feuerwehrleute und 24 Fahrzeuge aus Deutschland und 22 Feuerwehrleute aus Griechenland in Frankreich eingetroffen. Am Freitag kommen dann die polnischen Teams mit 146 Personen und 49 Fahrzeugen sowie die österreichischen Teams mit 73 Personen und 14 Fahrzeugen an.

    Auch Italien wird sich beteiligen, wie Präsident Emmanuel Macron ankündigte. „Mehrere Canadair-Löschflugzeuge werden kommen, um die französischen und europäischen Feuerwehrleute zu unterstützen, die auf unserem Territorium mobilisiert wurden“, erklärte der Präsident am Donnerstag auf Twitter.

  • Brände: Emmanuel Macron bedankt sich für ausländische Hilfe – Elisabeth Borne am Brandort

    Brände: Emmanuel Macron bedankt sich für ausländische Hilfe – Elisabeth Borne am Brandort

    Der Präsident der Republik veröffentlichte einen Dank an die Europäischen Partner auf seinem Twitter-Account.

    „Deutschland, Griechenland, Polen und in den nächsten Stunden auch Rumänien und Österreich: Unsere Partner kommen Frankreich bei den Bränden zu Hilfe. Vielen Dank an sie. Die europäische Solidarität ist am Werk!“

    Weiterhin schreibt Emmanuel Macron:

    „Für die Menschen, die aus den brennenden Gebieten evakuiert wurden, bedeutet das Warten und Bangen. Für die betroffenen Bewohner ist es manchmal ein ganzes Leben, das ausgelöscht wird. Alle Leben retten, alles retten, was zu retten ist, und dann wieder aufbauen: Niemand wird vergessen.

    Überall im Land sind mehr als 10.000 Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Zivilschutzes im Kampf gegen die Flammen im Einsatz. Mit Mut und Entschlossenheit halten sie durch. Diese Feuerwehrleute sind unsere Helden.“

    Inzwischen ist auch Premierministerin Elisabeth Borne in Hostens, Gironde, eingetroffen, wo sie mit Feuerwehrleuten zusammentreffen wird, die gegen das Feuer kämpfen, das seit Dienstag bereits 6.800 Hektar Land vernichtet hat. Sie wird von Innenminister Gérald Darmanin begleitet.

  • Elisabeth Borne und Gérald Darmanin werden in der Gironde erwartet

    Elisabeth Borne und Gérald Darmanin werden in der Gironde erwartet

    Etwa 10.000 Menschen wurden evakuiert, darunter 2.000 im benachbarten Departement Landes, nachdem das Feuer in der Region Landiras wieder aufgeflammt ist. Die Premierministerin Elisabeth Borne und ihr Innenminister Gérald Darmanin werden am Donnerstag, dem 11. August, in der Gironde erwartet, wo seit 24 Stunden ein riesiges Feuer wütet. Der Innenminister sagte bereits gestern, er vermute Brandstiftung, da zwischen 8.00 und 9.00 Uhr am Dienstagmorgen acht eng beieinander liegende Feuer ausgebrochen seien. Über 10.000 Menschen mussten evakuiert werden, davon 2.000 im Département Landes, wo sich die Flammen ebenfalls stark ausbreiteten. Weit über 6.000 Hektar verbrannte Fläche in der Gironde. Das Feuer von Landiras, das bereits im Juli 14.000 Hektar Wald vernichtet hatte, flammte am Dienstag wieder auf. „Das Feuer hat sich von allen Seiten ausgebreitet und mit den hohen Temperaturen erleben wir ein Feuer, das an einigen Stellen regelrecht explodiert ist“, erklärt der Direktor der Feuerweh…

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  • Gironde: Inzwischen 6.800 Hektar verwüstet – 1.100 Feuerwehrleute mobilisiert

    Gironde: Inzwischen 6.800 Hektar verwüstet – 1.100 Feuerwehrleute mobilisiert

    500 Feuerwehrleute arbeiteten in der Gironde die ganze Nacht hindurch, um zu versuchen, die Ausbreitung der Flammen zu verlangsamen und den anderen 600 Feuerwehrleuten ein paar Stunden Ruhe zu ermöglichen.

    Die Bilanz des Feuers, die von der Präfektur des Departements Gironde am Donnerstagmorgen, dem 11. August, bekannt gegeben wurde, beläuft sich inzwischen auf 6.800 Hektar Kiefernwälder, die von den Flammen verschlungen wurden.

    Die Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht hindurch gegen das „Monsterfeuer“, das das Departement verwüstet. Eine Neuauflage des Feuers, das vor genau einem Monat 13.000 Hektar Vegetation zerstört hatte. Etwa 500 Feuerwehrleute blieben die ganze Nacht über im Einsatz, was den 600 anderen mobilisierten Einsatzkräften endlich eine kleine Ruhepause ermöglichte.

    In den letzten Stunden hat sich das Feuer aufgrund der Hitze und der Trockenheit der Luft, des Bodens und der Vegetation weiter ausgebreitet und wurde durch die starken und wechselnden Winde weiter angefacht. Um die Flammen zu bekämpfen, graben die Feuerwehrleute mit Bulldozern Schneisen in den Wald. Sie entfernen Bäume und schlagen Schneisen in den Wald, um das Feuer endlich zu verlangsamen, erklärt Arnaud Mendousse, Sprecher der Feuerwehr im Departement Gironde, gegenüber Franceinfo. „Wir sprechen von Weißsandstreifen, das heißt, man entfernt im Grunde die gesamte Vegetation, auch die Humusschicht. Wenn es keine Nahrung mehr hat, hört das Feuer auf“.

    „Das Problem in dieser Situationen ist, dass wir mit dem Wind ‚Feuersprünge‘ erleben, Partikel, die manchmal mehrere hundert Meter weit geschleudert werden und die das Feuer an anderen Orten aufflammen lassen können.“ (Arnaud Mendousse, Sprecher der Feuerwehr Gironde gegenüber Franceinfo)

    Insgesamt sind etwa 1.100 Feuerwehrleute in der Region im Einsatz und die Priorität bleibt immer dieselbe: Leben retten, verhindern, dass es Opfer gibt. Aus diesem Grund wurde ein großer Evakuierungsradius beschlossen. Mehr als 10.000 Menschen haben bereits ihre Häuser in der Gironde und in den Landes verlassen müssen, insbesondere in den Gemeinden Belin-Béliet, Hostens oder Saint-Magne, wo sich auch am Donnerstagmorgen immer noch eine fast zwei Kilometer breite Feuerwand durch den Pinienwald zieht. Die Behörden schließen weitere Evakuierungen nicht aus, je nachdem, in welche Richtung sich das Feuer entwickelt.

    Die Bürgermeisterin von Saint-Magne, Ghislaine Charles, „flehte“ am Donnerstagmorgen im Radiosender France Bleu Gironde Premierministerin Élisabeth Borne, die zusammen mit Innenminister Gérald Darmanin vor Ort erwartet wird, an, mehr „Canadair-Löschflugzeuge zu kaufen“.

    Es werden mehr Wasserbomber benötigt
    „Wir müssen die zivile Sicherheit überdenken“, mahnte Alain Rousset, Präsident der Region Nouvelle-Aquitaine, auf Franceinfo. Es müsse Wasserbomber geben, die in der Lage sind, auch nachts zu fliegen. Es gibt ein Projekt zur Bestellung von 25 Canadair-Löschflugzeugen, strategisch im Land positioniert werden müssten. „Dürren werden nicht nur im Sommer auftreten, wir werden auch im Winter Dürren haben“, warnte Rousset. Frankreich müsse „seinen Fahrplan zur globalen Erwärmung überarbeiten und sein Ziel auf 2030 setzen. 2050 ist zu weit weg“, mahnt Alain Rousset.

    Insgesamt brannten in diesem Jahr in Frankreich nach Angaben der Regierung mehr als 40.000 Hektar, nach europäischen Satellitendaten sind es über 50.000 Hektar.

  • Hat Frankreich genügend Feuerwehrleute?

    Hat Frankreich genügend Feuerwehrleute?

    Mindestens 1.000 Feuerwehrleute sind seit Mittwoch, dem 10. August, in der Gironde mobilisiert, Hunderte weitere in den Departements Drôme, Aveyron oder Maine-et-Loire. Der Innenminister ruft die Unternehmen auf, die freiwilligen Feuerwehrleute freizustellen. Ist die Zahl der Feuerwehrleute ausreichend?

    Gefahr, Hitze und schlaflose Nächte im Kampf gegen die Flammen. Seit Beginn des Sommers sind die französischen Feuerwehren stark gefordert. In dieser Sommersaison sind die Feuerwehrleute ohne Unterlass gefordert. In Frankreich gibt es insgesamt 251.900 Feuerwehrleute, eine Zahl, die seit einigen Jahren stabil geblieben ist. Davon sind 41.800 Berufsfeuerwehrleute, 197.100 Freiwillige und 13.000 Angehörige der Streitkräfte. Sie sind derzeit im ganzen Land mobilisiert: 270 in Morbihan, 1.000 in Gironde und 600 in Lozère und Aveyron.

    Verstärkung aus Europa trifft ein
    Die Feuerwehrleute können in ganz Frankreich eingesetzt werden. Sollte sich irgendwo die Lage verschlechtern, verfügen die lokalen Feuerwehren nach Angaben der Behörden aber nur über sehr geringe Reserven. Der Innenminister ruft die Unternehmen dazu auf, freiwillige Feuerwehrleute freizustellen, damit diese in den Einsatz gehen können. Es wurde auch Verstärkung aus der EU angefordert, mit schwedischen Canadair-Löschflugzeugen und italienischen Feuerwehrleuten. 

  • Feuer in den Landes: Häuser brennen nieder und die Gemeinde Moustey wird evakuiert

    Feuer in den Landes: Häuser brennen nieder und die Gemeinde Moustey wird evakuiert

    Die Autobahn A63 wurde am Mittwoch, dem 10. August, in beiden Richtungen gesperrt. 17 Häuser brannten nieder und mehr als 10.000 Menschen mussten evakuiert werden.

    Häuser, vom Feuer umzingelt und von den Flammen verschlungen: Am Dienstagabend, dem 9. August, ging wieder ein Teil der Gironde in Flammen auf und zwang viele Bewohner zur Flucht, eskortiert von der Gendarmerie. „Wir wissen nicht, wann wir zurückkehren können, und das ist sehr beunruhigend“, sagt eine Frau auf dem Sender France 2. Am frühen Morgen verwandelte sich der Ort Belin-Béliet (Gironde) in eine Geisterstadt. 17 Häuser wurden zerstört.

    Einige Menschen verlassen nur widerwillig ihre Häuser. „Ich habe es vom Fundament bis zum Dach selbst gebaut. Also ja, es ist ein großer Teil meines Lebens (…) Ich habe einen Kloß im Hals, es ist hart“, gesteht ein Mann mit zugeschnürter Kehle.

    Die Gemeinde Moustey ist vollständig evakuiert
    In der Nachbargemeinde Moustey (Gironde) war die Evakuierung für alle Ortsteile verpflichtend. Während sich die meisten Bewohner bereits auf den Weg gemacht haben, sind andere eher widerspenstig. Christian und Colette, 87 und 86 Jahre alt, hängen zu sehr an ihrem Haus, das sie 1960 gekauft haben. Um sie zur Evakuierung zu bewegen, ist extra ihre Enkelin aus Bordeaux (Gironde) angereist. Den ganzen Tag über patrouillierte ein Team des Zivilschutzes, um alleinstehende, gebrechliche und abhängige Personen zu evakuieren.

  • „Vierzig Jahre Leben in einem Kofferraum“: In der Gironde werden Bewohner vor den Flammen evakuiert

    „Vierzig Jahre Leben in einem Kofferraum“: In der Gironde werden Bewohner vor den Flammen evakuiert

    Fast auf den Tag genau einen Monat nach seinem ersten Ausbruch ist das Feuer in Landiras erneut sehr heftig ausgebrochen und breitet sich sehr schnell aus. Insgesamt wurden inzwischen mindestens 10.000 Menschen evakuiert, davon 2.500 in der Gemeinde Belin-Béliet.

    In Belin-Béliet in der Gironde steht das Feuer vor den Toren der Gemeinde. Sehr früh am Morgen des 10. August flogen Canadair-Löschflugzeuge, große Dash-Flugzeuge und Hubschrauber mit 4000-Liter-Wasserbehältern über das Gebiet: Das Wiederaufflammen des Feuers in Landiras hat bereits 6.200 Hektar verwüstet und mindestens 10.000 Einwohner aus ihren Häusern vertrieben. In Belin-Béliet, einer Stadt mit 5.000 Einwohnern in der Nähe des Epizentrums der Brände, hat sich der Himmel dunkel verfärbt und ein beissender Brandgeruch hängt in den Straßen, nur das Hin und Her der Feuerwehrautos belebt die kleine, inzwischen fast menschenleere Gemeinde.

    Innerhalb weniger Stunden kamen die Flammen gefährlich nahe und 2.5000 Einwohner mussten ihre Häuser fluchtartig verlassen, berichtet die 19-jährige Elionor: „Heute Morgen sind wir aufgestanden und haben die schwarzen Wolken über uns gesehen. Das wühlt einen schon ein bisschen auf, alles geht sehr, sehr schnell“. Für die Jugendliche war das noch vor wenigen Wochen undenkbar. „Als es im Juli die ersten Brände gab, dachte ich: ‚Stell dir vor, wenn das bis hierher kommt!‘ Und genau das passiert jetzt. Das ist wirklich beeindruckend!“, erzählt sie den Reportern von Franceinfo.

    „Das Feuer ist zehn Meter hinter dem Haus“
    Auf den Straßen gehen Polizisten von Tür zu Tür, um die Bewohner dazu zu bewegen, ihr Wonviertel zu evakuieren. Ein Festsaal wurde hergerichtet, um die Menschen aufzunehmen. In der Gemeinde sind bereits siebzehn Häuser vom Feuer zerstört worden. „Überall sind Feuerwehrautos, Löschflugzeuge über unseren Köpfen, Sirenengeheul“, sagt die 66-jährige Evelyne. Die Rentnerin hat sich entschieden, bei ihren Kindern Zuflucht zu suchen und hatte nur eine halbe Stunde Zeit, um ihre Koffer zu packen. „Fast 40 Jahre Leben im Kofferraum eines Autos und das Haus verlassen müssen, ich hätte nicht gedacht, dass das so stressig ist. Aber ja, jetzt ist es wirklich soweit, wir müssen gehen“. Sie konnte nur ein paar Dinge mitnehmen, die ihr am meisten am Herzen lagen.

    „Wir haben nur das Wichtigste mitgenommen: ein paar Kleidungsstücke, das iPad und vor allem ein kleines Album mit Fotos meiner Kinder im Alter von zwei, drei Jahren.“ (Evelyne, 66, Bewohnerin von Belin-Béliet gegenüber franceinfo)

    Ein Stück weiter, im Stadtzentrum, bereiten sich die Bewohner auf den Abschied vor. Jean-Louis verlässt sein Haus und zieht zu seiner Tochter nach Biscarosse. Er gesteht: „Es macht mir ein bisschen Angst, weil der Wald nur zehn Meter hinter dem Haus liegt. Ich habe Angst, dass das Feuer den Weg überquert und mein Haus erreicht. Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken, es ist beeindruckend.“

    Am Abend ist die Stadt fast menschenleer. Nur einige Unentwegte sind geblieben und weigern sich, ihre Wohnungen oder Häuser zu verlassen. Bisher gab es keine Verletzten, so die Behörden. Eine Informationsstelle wurde für die Öffentlichkeit eingerichtet, so die Präfektur des Departements Gironde in einer Pressemitteilung, ebenso wie psychologische Hilfe. Mehr als 1.000 Feuerwehrleute wechseln sich in der Nacht ab, um die Flammen zu bekämpfen.

    Eine Reportage von Franceinfo

  • Innenminister Darmanin: „Es wird in den kommenden Wochen sehr wahrscheinlich sehr große Brände geben“

    Innenminister Darmanin: „Es wird in den kommenden Wochen sehr wahrscheinlich sehr große Brände geben“

    Bei einem Besuch in Mostuéjouls im Département Aveyron, wo ein Feuer über 700 Hektar Land verwüstet hatte, rief der Innenminister die Bürger zur „Zivilcourage“ auf. „Angesichts des trockenen Zustands unseres Landes, angesichts der für uns ungünstigen Winde, angesichts des fehlenden Regens wird es in den kommenden drei Wochen, ja sogar in den kommenden eineinhalb Sommermonaten, in Südfrankreich sehr wahrscheinlich zu sehr großen Bränden kommen“, sagte Innenminister Gérald Darmanin am Mittwoch, dem 10. August, während einer Reise nach Mostuéjouls (Aveyron) am Kommandoposten der Feuerwehr. Hier hat ein Feuer gewütet, das im Aveyron und der Lozère mehr als 700 Hektar Land verwüstet hat. „Wir müssen verstehen, dass die Feuersaison in Zeiten der globalen Erwärmung (…) viel früher beginnt, viele Regionen in Europa betrifft und – ein völlig neues Phänomen – nun auch die Departements nördlich der Loire betrifft“, erklärte der Innenminister. „Von nun an werden wir mit sehr starken Feuerausbrü…

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  • Brände in Frankreich: Rekordjahr 2022

    Brände in Frankreich: Rekordjahr 2022

    In diesem Jahr, mit wiederholten Hitze- und Dürreperioden, brennt es in Frankreich intensiver als je zuvor.

    Im Jahr 2022 gab es in Frankreich schon jetzt so viele Brände wie nie zuvor. „Die Gironde ist das Departement, das seit Beginn dieses Sommers am stärksten von Bränden betroffen ist“, erklärt die Journalistin Pauline Forgue am Dienstag, 9. August, in der 23-Uhr-Sendung von Franceinfo. „Mehrere Regionen sind betroffen, vor allem Südfrankreich, das daran gewöhnt ist, diese Art von Phänomen jedes Jahr zu erleben, aber nun trifft es auch bisher eher verschonte Gebiete, wie die Bretagne“.

    Mehr als 50.000 Hektar verbrannte Fläche seit Beginn des Jahres.
    2022 ist ein Rekordjahr mit 256 Brandausbrüchen und 50.599 Hektar verbrannter Vegetation seit Januar . „Das sind Grössenordnungen, die weit über denen eines durchschnittlichen Jahres liegen, das sind etwa 15.000 Hektar“, stellt Jean-Louis Pestour, nationaler Brandbeauftragter des ONF (Office national des forêts), fest. „Die Anzahl der Brände ist im Vergleich zu einem durchschnittlichen Jahr mehr als doppelt so hoch, daher sind wir sehr besorgt über die weitere Entwicklung“, warnt er.