Schlagwort: Umweltverschmutzung

  • Umwelt: Dreijährige Expedition soll weltweit im Plastikrecycling schulen

    Umwelt: Dreijährige Expedition soll weltweit im Plastikrecycling schulen

    Von Marseille aus wird die NGO Plastic Odyssey mit einem experimentellen Schiff, auf dem eine Mikro-Recycling-Fabrik installiert ist, drei Kontinente durchqueren.

    Drei Jahre, um von Plastikverschmutzung betroffene Menschen auf der ganzen Welt zu schulen. Die NGO Plastic Odyssey startet am Samstag, dem 1. Oktober, von Marseille aus eine Expedition zu drei Kontinenten und dreißig Ländern an Bord eines experimentellen Schiffes mit einer Mikro-Recycling-Fabrik. Ziel ist es, Unternehmer zu ermutigen, in das Geschäft der Abfallverwertung einzusteigen.

    Von außen sieht das vierzig Meter lange Schiff mit seinem weiß-blauen Rumpf recht klassisch aus. Erst wenn man an Bord geht, stößt man auf etwas ungewöhnliche Maschinen. „Im hinteren Teil des Schiffes haben wir fast 200 Quadratmeter Werkstatt“, erklärt Simon Bernard, einer der Gründer von Plastic Odyssey. „Mit verschiedenen Maschinen, um den Abfall zu zerkleinern und daraus nützliche Gegenstände zu machen. Das können Dachziegel für Hausdächer oder Rohre für Abwasserkanäle sein“, erklärt der 30-Jährige, der an der Ecole nationale supérieure maritime in Marseille studiert hat.

    Länder, die am stärksten von der Plastikverschmutzung betroffen sind, sollen ins Visier genommen werden.
    Die Idee ist, das Schiff zu Demonstrationen für Lösungen zu nutzen. Die NGO wird ihr Know-how kostenlos weitergeben. Der erste Halt ist in Beirut im Libanon geplant. Danach sollen Ägypten, Marokko und Guinea folgen. „Was wir anstreben, sind die dreißig Länder, die zur Zeit die größten Probleme mit der Plastikverschmutzung haben. Viele davon in Afrika, Südostasien und Südamerika“, sagt Simon Bernard.

    „Wir interessieren uns also nicht so sehr für die reichen Länder, sondern für die Länder, die unter Druck stehen und unter dem Plastikmüll zusammenbrechen. Aber gerade dort kann dieser Abfall zu einer Ressource werden, weil es dort viele Bedürfnisse gibt und es Geschäftsmodelle gibt, die lokal funktionieren können“, erklärt Simon Bernard. Es gibt eine Menge Ausbildungsarbeit vor Ort, so Alexandre Dechelotte, Mitbegründer von Plastic Odyssey. „Wir bilden Unternehmer aus, die wir bei jedem Anlaufhafen auswählen, aber es ist keine reine Weitergabe von Informationen aus den Ländern des Nordens an die Länder des Südens. Es ist ein Austausch“.

    Nicht aufzwingen, sondern gute Praktiken „teilen“.
    Das Team lernt auch von Technologien, die seit Jahren entwickelt werden. So haben sie zum Beispiel einen in Alexandria, Ägypten, erdachten Plastikschredder an Bord ihres Schiffes nachgebaut.

    Ein weiteres Ziel ist es, lokal herzustellen, aber auch reparieren zu können. „Es handelt sich nicht um Maschinen für die breite Masse. Wir werden sie nicht in jedermanns Wohnzimmer stellen, um Mikro-Recycling-Fabriken zu errichten, aber wir wollen sie zugänglich machen“, schränkt Alexandre Dechelotte ein. „Es geht nicht darum, Patente anzumelden und dann irgendein Recht auf eine der Maschinen zu beanspruchen. Unser Ziel ist es, dass sie während der Expedition so weit wie möglich auf der ganzen Welt eingesetzt und bekannt gemacht werden“.

    Mit einem Budget von zehn Millionen Euro über drei Jahre, das größtenteils von Privatinvestoren finanziert wird, hofft die NGO, 300 Fachleute auszubilden, um jeweils vor Ort Mikro-Recyclingfabriken entstehen zu lassen.

  • Französische Europaabgeordnete fordern Maßnahmen gegen britische Abwassereinleitungen im Ärmelkanal

    Französische Europaabgeordnete fordern Maßnahmen gegen britische Abwassereinleitungen im Ärmelkanal

    Bilder von Rohren, aus denen ungeklärte Abwässer in den Ärmelkanal fließen, haben nicht nur im Vereinigten Königreich Empörung ausgelöst, sondern auch in Frankreich.

    Die Entscheidung der britischen Regierung nach dem Brexit, Abwasserunternehmen unter bestimmten Umständen zu erlauben, ungeklärtes Abwasser in Flüsse und das Meer einzuleiten, hat zu immer mehr Umweltskandalen geführt. Immer mehr Strände wurden als zu verschmutzt zum Baden gesperrt.

    Die Verschmutzung des Ärmelkanals betrifft aber auch Frankreich, und drei französische Europaabgeordnete haben nun die Europäische Kommission aufgefordert, Maßnahmen zum Schutz der gemeinsamen Gewässer des Ärmelkanals zu ergreifen.

    Drei Europaabgeordnete – darunter Frankreichs ehemaliger Europaminister – haben eine Erklärung veröffentlicht, in der sie das Vereinigte Königreich beschuldigen, sowohl seine Post-Brexit-Verpflichtungen als auch UN-Konventionen zu verletzen, indem die Einleitung von Abwässern in gemeinsame Gewässer zugelassen wird.

    „Der Ärmelkanal und die Nordsee sind keine Müllhalden“, sagte Stéphanie Yon-Courtin, Mitglied des EU-Fischereiausschusses und Regionalrätin der Normandie.

    „Wir können nicht hinnehmen, dass die Umwelt, die Wirtschaftstätigkeit unserer Fischer und die Gesundheit unserer Bürger durch die wiederholte Nachlässigkeit des Vereinigten Königreichs bei der Bewirtschaftung seiner Abwässer ernsthaft gefährdet werden.“

    Ihr Kollege Pierre Karleskind, Vorsitzender des Fischereiausschusses des Europäischen Parlaments, äusserte sich so: „Wir können nicht akzeptieren, dass das Vereinigte Königreich seine beim Brexit eingegangenen Umweltverpflichtungen nicht einhält und die Anstrengungen der Europäer der letzten zwanzig Jahre gefährdet.“

    Natalie Loiseau, die Europaministerin unter Emmanuel Macron war, bevor sie Europaabgeordnete für die Macron-Partei LREM wurde, sagt: „Die Verletzung des Grundsatzes der Übernahme des Umweltschutzniveaus, der in dem Handelsabkommen mit dem Vereinigten Königreich vorgesehen ist, erfordert eine Antwort der Kommission.“

    Die britische Regierung reagierte nicht direkt auf die Kritik der französischen EU-Abgeordneten, aber ein Sprecher sagte der BBC: „Das neue Umweltgesetz hat unsere Gesetze zur Wasserqualität noch stärker gemacht als zu Zeiten der EU, von Zielen zur Bekämpfung der Nährstoffverschmutzung bis hin zu neuen Befugnissen zur Bekämpfung von Schadstoffen in unseren Gewässern. Wir haben die Wasserunternehmen verpflichtet, die Häufigkeit und das Volumen von Einleitungen aus Regenüberläufen zu reduzieren, und wir haben die Wasserunternehmen verpflichtet, neue Überwachungsgeräte zu installieren, die alle Abwassereinleitungen in Echtzeit melden.“

  • Umweltverschmutzung: Gérald Darmanin verspricht „3.000 Stellen für grüne Gendarmen“

    Umweltverschmutzung: Gérald Darmanin verspricht „3.000 Stellen für grüne Gendarmen“

    „Das Ziel ist, dass es in jeder Gendarmeriebrigade spezielle Gendarmen gibt, die für Umweltvergehen ausgebildet sind. Das wird eine Revolution sein“, erklärte der Innenminister dem Journal du Dimanche. In einem Interview mit dem Journal du Dimanche (JDD) vom 21. August kündigte Gérald Darmanin an, „3 000 Stellen für grüne Gendarmen“ einrichten zu wollen, um „die gerichtliche Ermittlungsarbeit zu verbessern“, insbesondere in Fällen von Brandstiftung. „Das Ziel ist, dass es in jeder Gendarmeriebrigade spezielle Gendarmen gibt, die für Umweltvergehen ausgebildet sind. Das wird eine Revolution sein“, versicherte der Innenminister dem JDD. In diesem Sommer „gab es in unserem Land zwischen 80 und 120 Brände pro Tag“ und „wir haben bis heute 26 mutmaßliche Brandstifter festgenommen“, betonte Gérald Darmanin. Mit den neuen Stellen sollen ausserdem „die Mittel des Zentralamts zur Bekämpfung von Umweltschäden (Oclaesp) massiv verstärkt werden“, fügte er hinzu. Dieses 2004 gegründete Amt, das vo…

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  • Globale Erwärmung: Die „Blaualge“ – ein Bakterium bedroht die Küsten

    Globale Erwärmung: Die „Blaualge“ – ein Bakterium bedroht die Küsten

    Wiederholte Hitzewellen führen dazu, dass sich Blaualgen in französischen Teichen, Flüssen, Seen und Bächen ungezügelt vermehren. Sie sind sowohl für Tiere als auch für Menschen giftig und stellen ein Problem für die öffentliche Gesundheit dar.

    Immer mehr Gewässer müssen in Frankreich wegen der Blaualge, die die Oberfläche der Seen und Teiche, die sie besiedelt, bläulich färbt, zum Baden gesperrt werden. Es handelt sich bei der Blaualge um ein Cyanobakterium, mit dem Angler tunlichst jeden Kontakt vermeiden. „Ich habe einen Eimer mitgebracht, das ist mein persönliches Wasser von zu Hause, ich wasche mir die Hände … Ich treffe alle Vorsichtsmaßnahmen“, erklärt der Angler Bruno Arrial gegenüber France 3. Unter normalen Umständen sind diese Bakterien harmlos und sogar nützlich. Sie werden jedoch gefährlich, wenn sie sich stark vermehren. Der Lac du Verdon in Cholet (Maine-et-Loire) ist seit über einem Monat stark von den Bakterien besiedelt. Das Ergebnis ist, die Fische wandern ab.

    Die globale Erwärmung ist schuld.
    Die Bakterien vermehren sich aufgrund von Umweltverschmutzung in Kombination mit den derzeitigen hohen Temperaturen. „Sie mögen es, wenn das Wasser mit Phosphat und Stickstoff angereichert ist“, erklärt Delphine Guillebault, Mikrobiologin bei Microbia Environnement. „Mit dem Klimawandel und der Erwärmung, die wir beobachten – jeder Sommer wird immer heißer – ist die Lichtintensität auch ein Schlüsselfaktor für ihre Verbreitung“. Für Tiere sind die Algen manchmal tödlich, bei Menschen verursachen sie rote Flecken, Pickel oder auch lästige Symptome einer Gastroenteritis.

  • Brände in der Gironde: Welche Folgen haben sie für die Umwelt und den Tourismus?

    Brände in der Gironde: Welche Folgen haben sie für die Umwelt und den Tourismus?

    Die Brände in der Gironde sind eine ökologische Katastrophe. Bereits jetzt werden Fragen gestellt, in wie weit die Rückstände der Feuer die Umwelt schädigen werden. Seit fast einer Woche schon hängt Rauch über der Gironde und der Geruch der Feuer beeinträchtigt die Bewohner der Region spürbar. In Biscarrosse (Landes) wurden die Strandbesucher von Rückständen des schwarzen Rauchs überrascht, die sich über den Sand legten. „Die Winde haben Asche auf die Strände geweht (…) Sie liegt überall herum“, beschreibt es eine Frau auf France 2. Bisher und trotz der Brände, die sich den Stränden nähern, wurde das Baden nicht verboten. Einbußen für den lokalen Tourismus Angesichts der Flammen fragen sich die Touristen, wie es mit ihrem Urlaub weitergehen soll. In einem Hotel wurde die Hälfte der Buchungen storniert. „Jeden Tag sitze ich hier und habe Stornierungen. (…) Es ist zum Heulen, weil man sich fragt, wie es enden wird“, beklagt sich Nicole Charlotteaux, Besitzerin eines Hotels auf dem Se…

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  • UNO ruft bei Eröffnung ihrer Weltkonferenz in Lissabon den „Notstand der Ozeane“ aus

    UNO ruft bei Eröffnung ihrer Weltkonferenz in Lissabon den „Notstand der Ozeane“ aus

    Fünf Tage lang werden Tausende von Menschen über die Zukunft der Meere nachdenken, um Lösungen für die Überfischung, die Plastikverschmutzung oder die Versauerung der Meere zu finden. Die UNO will so versuchen, Lösungen für die Probleme der Ozeane zu finden. Tausende von Politikern, Experten und Umweltschützern sind auf Einladung der Vereinten Nationen ab Montag, dem 27. Juni, für fünf Tage zu einer Konferenz in Lissabon (Portugal) zusammengekommen. „Wir stehen derzeit vor dem, was ich einen Notstand der Ozeane nennen würde“, sagte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres. Die Meere, die mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche bedecken, erzeugen die Hälfte des Sauerstoffs, den wir einatmen, und sind eine lebenswichtige Proteinquelle für das tägliche Leben von Milliarden von Menschen. Der Ozean spielt darüber hinaus eine regulierende Rolle, indem er die Auswirkungen des Klimawandels abmildert. Da er jedoch etwa ein Viertel der CO2-Verschmutzung absorbiert, obwohl die Emissionen in den letzten sechzig Jahren um 50% gestiegen sind, ist der Ozean saurer geworden. Das destabilisiert die aquatischen Nahrungsketten und verringert die Fähigkeit der Weltmeere, immer mehr Kohlendioxid zu binden. Da der Ozean mehr als 90% des durch die globale Erwärmung verursachten Wärmeüberschusses aufnimmt, leidet er auch unter mächtigen Meereshitzewellen, die wertvolle Korallenriffe zerstören. Eines der vielen Themen, die auf der Konferenz angesprochen werden, ist die Plastikverschmutzung. Laut einem aktuellen Bericht der OECD wird sich die Verschmutzung bis 2060 auf eine Milliarde Tonnen pro Jahr verdreifachen. Schon jetzt sterben jedes Jahr eine Million Vögel und über 100.000 Meeressäuger an Mikroplastik. Auch die Überfischung gibt Anlass zur Sorge: „Mindestens ein Drittel der wilden Fischbestände wird zu stark befischt und weniger als 10% des Ozeans sind geschützt“, kommentiert Kathryn Mathews, wissenschaftliche Leiterin der amerikanischen NGO Oceana. Die Debatte wird sich auch um ein mögliches Moratorium drehen, um den Meeresboden vor dem Bergbau auf der Suche nach seltenen Metallen zu schützen, die für die Herstellung von Batterien für die florierende Elektrofahrzeugbranche benötigt werden. Eine Koalition aus fast 100 Ländern befürwortet die Einrichtung von Schutzzonen, die 30% der Ozeane und Landflächen der Erde abdecken sollen.
  • Umweltverschmutzung in den Pyrenäen: Giftiger Chemie-Cocktail in Bergseen gefunden

    Umweltverschmutzung in den Pyrenäen: Giftiger Chemie-Cocktail in Bergseen gefunden

    151 chemische und toxische Moleküle wurden bei Wasseranalysen aus acht Bergseen in den Pyrenäen von Forschern eines Teams des CNRS in Toulouse gefunden. Diese Moleküle sollen von menschlichen Aktivitäten stammen.

    Es ist bekannt, dass die Ozeane und Flüsse durch menschliche Aktivitäten an manchen Orten stark verschmutzt sind. Trotz ihrer hochgelegenen Lage scheint das kristallklare Wasser der Bergseen der Pyrenäen von solchen Verschmutzungen nicht verschont zu bleiben. Ein Team des CNRS (Centre national de la recherche scientifique) hat jetzt in den Pyrenäen mehr als 150 chemische und toxische Moleküle nachgewiesen.

    Permethrin, Diazinon oder Benzothiazol… Diese Bezeichnungen stehen für einige der toxischen Substanzen (Pestizide, Insektizide und andere Fungizide), die im frischen und – im Prinzip – klaren Wasser von acht Bergseen in den Pyrenäen gefunden wurden. Ein Team von CNRS-Forschern des Labors für funktionelle Ökologie und Umwelt in Toulouse untersuchte die Zusammensetzung des kristallklaren Wassers dieser Seen, die zwischen 1.700 und 2.400 Metern über dem Meeresspiegel liegen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Lage der Seen fernab von industriellen Aktivitäten sie nicht vor Verschmutzung schützt.

    Luftverkehr, Viehzucht und Tourismus
    Insgesamt wurden bei den Analysen 151 chemische Substanzen gefunden. Und alle haben schädliche Auswirkungen auf die Population von Kleinstkrebsen, die normalerweise in diesen Gewässern leben. Das Ergebnis: Negative Auswirkungen auf das natürliche Gleichgewicht in diesen empfindlichen Umgebungen. Und die Umwelt im Allgemeinen.

    Unter anderem wurden Permethrin und Diazinon gefunden, die in der Viehzucht zur Bekämpfung der Blauzungenkrankheit eingesetzt werden. Die Verwendung dieser Mittel ist somit eine der Ursachen für die Verschmutzung dieser Seen. Die anderen, so die Hypothese der Forscher, könnten der atmosphärische Transport durch Regen von den Aktivitäten im Tal sein, und natürlich der Tourismus. Permethrin ist in einigen Insektenschutzmitteln enthalten. Diazinon wird als potentiell krebserregend für den Menschen eingestuft.

    Diese Ergebnisse geben Anlass zur Sorge um die Umwelt, aber auch um die menschliche Gesundheit, da das Wasser aus den Höhenlagen letztendlich in unser Leitungswasser gelangt.

  • „One Ocean Summit“: Warum der Ozean unbedingt vor menschlichem Müll geschützt werden muss

    „One Ocean Summit“: Warum der Ozean unbedingt vor menschlichem Müll geschützt werden muss

    Der „One Ocean Summit“ wurde am Mittwoch, dem 9. Februar, in Brest eröffnet. Drei Tage lang treffen sich dort Wissenschaftler, Politiker und NGOs, um Staaten zu mobilisieren und wichtige Themen rund um den Schutz der Meere zu besprechen, mit dem Ziel, „unsere Ozeane zu retten“. Die Weltmeere spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen die globale Erwärmung, sind aber stark vom Menschen gefährdet.

    „Das Niveau der Ambitionen der internationalen Gemeinschaft bei maritimen Themen anheben und unsere gemeinsame Verantwortung für den Ozean in konkrete Maßnahmen umsetzen.“ So steht es auf der Homepage des One Ocean Summit. Vom 9. bis 11. Februar kommen Wissenschaftler, NGOs und politische Persönlichkeiten in Brest zusammen, um verschiedene maritime Projekte zu ermöglichen und damit dieses ebenso riesige wie empfindliche Ökosystem zu schützen. „Der Ozean macht 70% der Erdoberfläche aus“, erinnert François Galgani, Ozeanologe am Institut Français de la Recherche pour l’exploitation de la Mer (Ifremer), gegenüber La Dépêche. „In sehr tiefen Gewässern sind die Reproduktionszyklen länger. Wenn also viel gefischt wird, besteht die Gefahr, dass eine Art ausstirbt.“

    Mehr Kohlenstoff absorbiert als der Amazonas-Regenwald
    Die Hauptsorgen des Gipfels betreffen den Temperaturanstieg und den Anstieg des Meeresspiegels. „Die Zahlen können je nach Projektion variieren. Die optimistischsten sagen einen Anstieg von 1°C voraus, die pessimistischsten 4°C“, stellt Laurent Seuront, Forschungsdirektor am CNRS, fest. Aber wie dem auch sei, die wissenschaftliche Gemeinschaft ist sich einig, dass etwas getan werden muss, und zwar schnell.

    Die globale Erwärmung hat auch Folgen für die Meeresbewohner. so haben Ozeanologen festgestellt, dass bereits einige Fischarten aus dem Mittelmeerraum nach Norden gewandert sind. Im Meer wird das gleiche Verhalten wie bei einigen Arten an Land beobachtet, die sich durch Abwanderung an das veränderte Klima anpassen. Auch wenn diese Wanderungen keine sofortigen dramatischen Folgen haben, können sie längerfristig zu einem Rückgang der Artenvielfalt führen.

    Der Ozean spielt eine große Rolle bei der Regulierung der globalen Erwärmung. Plankton zum Beispiel ist ein wahres Kohlenstoffgrab. Plankton absorbiert mindestens soviel CO2 wie der Amazonas-Regenwald, vielleicht sogar noch mehr. Je nach Studie wird von Plankton und Algen zwischen einem Viertel und einem Drittel des vom Menschen produzierten CO2 assimiliert.

    Plastik, der Feind des Ozeans
    Die menschliche Umweltverschmutzung wirkt sich in den Meeren immer gefährlicher aus, hauptsächlich durch Plastik, das Mikropartikel erzeugt. Die winzigen Krebstiere im Plankton werden durch die mikroskopisch kleinen Plastikteilchen in ihrer Vermehrung gestört und etwa 80% der Meeresschildkröten haben Plastik in ihrem Magen. Die Ökosysteme werden durcheinander gebracht und es entstehen tote Zonen mit sehr wenig Leben, befürchten Meeresbiologen.

    Andere Verschmutzungen können zu einem Phänomen führen, das Eutrophierung genannt wird. Eutrophierung bedeutet, dass ein Nährstoff in zu großer Menge vorhanden ist und dadurch das Wasser nicht mehr im Gleichgewicht ist. In der Bretagne zum Beispiel findet man wegen der Schweinefarmen zu viel Nitrat im Wasser. Das ist auch in der Ostsee oder in den Lagunen des Languedoc der Fall. Das kann zum Aussterben von Meerestieren führen oder das Verhalten von Plankton verändern.

    Obwohl die Plastikverschmutzung verschiedene Ursachen hat, wie zum Beispiel Abfälle von Touristen am Strand im Sommer oder die Schiffahrt, wird die Industrie als Hauptverursacher angesehen. Zunächst einmal wegen der intensiven Fischerei, denn viele Fischereischiffe verlieren ihre Netze, die auf dem Meeresgrund landen und dort weiter töten. Dadurch gibt es auf Dauer weniger Fische zu fangen…

    Grosse Gefahren gehen für die Meere bekanntermassen vom kommerziellen Schiffsverkehr aus: Frachtschiffe transportieren regelmäßig Container mit Plastikkugeln, die als Rohstoff zur Herstellung von Verpackungen verwendet werden. Sie werden wegen ihres geringeren Gewichts oft ganz oben auf den Containerstapeln transportiert und gehen im Falle von Havarien meist als erste über Bord.

    Der One Ocean Summit hat sich zum Ziel gesetzt, künftige Industrieprojekte wie den Tiefseebergbau insbesondere den Abbau von seltenen Metallen, die zum Beispiel für die Herstellung von Batterien verwendet werden, mit der Erhaltung der Ökosysteme in Einklang zu bringen. Ohne eine internationale Koordination wird es keinen Schutz der Meere geben.

  • Rouen will mit Müllnetzen auf der Seine und ihren Nebenflüssen die Verschmutzung zu bekämpfen

    Rouen will mit Müllnetzen auf der Seine und ihren Nebenflüssen die Verschmutzung zu bekämpfen

    Die Metropole Rouen Normandie hat vier Netze zur Bekämpfung der Verschmutzung in der Seine verlegt, die den Müll auffangen sollen. Damit soll verhindert werden, dass der Müll über den Fluss in die Ozeane gelangt. „80% des Mülls, der in den Meeren und Ozeanen landet, stammt vom Land. Die Menschen werfen einen Gegenstand auf den Boden. Ein Windstoß und Regen genügt, und dieser Abfall gelangt in das Regenwassersystem und endet in der Seine“. Eine bittere Feststellung, die Stéphane Asikian, den Gründungspräsidenten von Pollustock, dazu veranlasste, sich Anti-Verschmutzungsnetze auszudenken, die am Ausgang der Kanalisation angebracht werden. Nachdem die Metropolregion Rouen Normandie diese Netze bereits in benachbarten Städten getestet hat, weitet sie die Aktion in Rouen und Amfreville-la-Mi-Voie mit vier neuen Installationen aus. Die Verschmutzung einschränken und ihre Herkunft identifizieren Die Stadt Malaunay hat bereits seit einem Jahr drei Anti-Müll-Netze an den Ufern des Flusses angeb…

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  • Hunderte von französischen Flüssen sind mit Reinigungsmitteln und Insektiziden belastet

    Hunderte von französischen Flüssen sind mit Reinigungsmitteln und Insektiziden belastet

    Zwei Studien von Ineris und dem französischen Amt für biologische Vielfalt (OFB) belegen, dass mehrere hundert französische Flüsse durch Reinigungsmittel, Insektizide, Herbizide und Medikamente verschmutzt sind. Diese Verschmutzung riskiert erhebliche Auswirkungen auf die örtliche Fauna und die Umwelt zu haben. Französische Flüsse sind durch Reinigungsmittel, Insektizide, Herbizide und Medikamente verschmutzt, was sich auf die natürliche Umwelt auswirkt. Dies geht aus zwei Studien von Ineris und dem französischen Amt für Biodiversität (OFB) hervor. In Zusammenarbeit mit den Wasserbehörden untersuchten sie zwischen 2016 und 2018 die Konzentrationen von 141 organischen Schadstoffen an 1.600 Standorten in Flüssen, Seen und Küstengebieten auf dem französischen Festland und in Übersee. Die Forscher konzentrierten sich auf neue Substanzen wie „Tenside, die in Waschmitteln – Shampoos, Duschgels, Reinigungsmitteln – und Bioziden in einigen Kosmetika oder Produkten für Tiere wie Flohhalsbändern vorkommen“, erklärte Azziz Assoumani, Studien- und Forschungsingenieur bei Ineris, gegenüber der Agentur AFP. „Die Studien haben nichts mit der menschlichen Gesundheit zu tun“, da sie nicht das Trinkwasser betreffen, sagte er. Es stellte sich heraus, dass „die überwiegende Mehrheit der Schadstoffe (122) die ökotoxikologischen Schwellenwerte nicht oder nur in Ausnahmefällen an einer begrenzten Anzahl von Standorten (weniger als 5%) überschritten hat“, heißt es in einer Erklärung. Schädliche Auswirkungen auf wild lebende Tiere Für weitere 19 Schadstoffe können jedoch negative Wirkungen auf die in den Flüssen lebenden Tiere nicht ausgeschlossen werden. „Bei diesen Schadstoffen handelt es sich hauptsächlich um Rückstände von Reinigungsmitteln (bis zu 95% der Standorte mit Grenzwertüberschreitungen), Insektiziden (bis zu 40%), Herbiziden (bis zu 25%) oder Medikamenten (bis zu 20%)“, heißt es in der Studie. „An einigen hochgradig kontaminierten Standorten können die Konzentrationen bestimmter Verbindungen (Waschmittel- oder Biozidrückstände) die Schwellenwerte für chronische Auswirkungen um das 10- oder sogar 100-fache überschreiten, was auf mögliche akute Auswirkungen auf die lokale biologische Vielfalt schließen lässt“, warnten Ineris (Institut national de l’environnement industriel et des risques) und das OFB. Die Schwellenwerte entsprechen Konzentrationsniveaus, ab denen eine Auswirkung auf die Lebewesen in dieser Umwelt, erklärte Lauriane Greaud, Direktorin der Aquaref-Programme. „Ziel dieser Sondierungsstudien ist es, die Stoffe, die als besonders besorgniserregend identifiziert wurden, zu regulieren“, fügte sie hinzu. Die gefährlichen Stoffe können aus dem häuslichen Gebrauch, der Industrie, der Landwirtschaft oder dem Verkehr stammen und über Einleitungen aus Kläranlagen oder die Auswaschung von landwirtschaftlichen oder städtischen Böden durch Regen in die Natur gelangen. Diese so genannten Mikroverunreinigungen „sind dafür bekannt oder stehen im Verdacht, auch bei sehr geringen Konzentrationen schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit oder auf Ökosysteme zu haben“, warnen die Urheber der Studien.