Schlagwort: Umweltpolitik

  • Vom General bis zum Präsidenten: Die seltenen Staatsbesuche französischer Staatschefs in Monaco

    Vom General bis zum Präsidenten: Die seltenen Staatsbesuche französischer Staatschefs in Monaco

    Als Präsident Emmanuel Macron am 7. Juni 2025 zu einem Staatsbesuch nach Monaco reiste, trat er in seltene Fußstapfen. Nur zwei seiner Amtsvorgänger haben das Fürstentum in einem vergleichbaren protokollarischen Rahmen besucht. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Paris und Monaco gelten traditionell als eng – doch offizielle Staatsbesuche blieben Ausnahmen. Diese Diskrepanz verweist auf eine besondere Beziehung, die durch Nähe und Zurückhaltung zugleich geprägt ist.

    Macrons Besuch markiert daher nicht nur eine politische Geste, sondern auch ein bewusst gesetztes Signal im Kontext aktueller geopolitischer, wirtschaftlicher und ökologischer Herausforderungen. Dass ein solches Treffen in Monaco selten ist, macht es umso bedeutender.

    Charles de Gaulle – der erste Schritt

    Der französische General und Präsident Charles de Gaulle war 1960 der erste Präsident der Fünften Republik, der dem Fürstentum einen offiziellen Besuch abstattete. Zwar handelte es sich formal nicht um einen Staatsbesuch, doch wurde die Visite mit allen protokollarischen Ehren begangen. Damals traf de Gaulle auf Fürst Rainier III. – ein symbolträchtiges Zusammentreffen in einer Zeit, als Frankreich seine außenpolitische Rolle neu zu definieren suchte. Die diplomatische Geste unterstrich das Interesse an stabilen Beziehungen zum eng verbundenen Kleinstaat an der Côte d’Azur.

    Mitterrands Geste 1984

    Fast ein Vierteljahrhundert verging, ehe ein französischer Präsident wieder einen Fuß auf monegassischen Boden setzte – diesmal in offizieller Mission. Im Januar 1984 unternahm François Mitterrand den ersten und bis dahin einzigen formellen Staatsbesuch eines französischen Präsidenten in Monaco. Im Zentrum standen neben der Würdigung der traditionellen Beziehungen auch konkrete politische Themen: unter anderem die Ausweitung maritimer Hoheitsrechte Monacos und die Rolle des Fürstentums in internationalen Organisationen. Mitterrands Besuch festigte die Bande zwischen Paris und dem Fürstentum auf höchster Ebene und wurde auch als persönliche Anerkennung gegenüber Fürst Rainier gewertet.

    Macron 2025: Zwischen Symbolik und Strategie

    Mehr als vierzig Jahre später nun Emmanuel Macron. Der Zeitpunkt seines Besuchs ist sorgfältig gewählt: Unmittelbar vor einer internationalen UN-Konferenz zum Thema Ozeane in Nizza nutzt der französische Präsident die Gelegenheit, das Fürstentum erneut in das Zentrum europäischer und globaler Agenden zu rücken. Die Themenpalette ist breit: Klimaschutz, Meeresforschung, Nachhaltigkeit und „blaue Wirtschaft“. Der Besuch hat eine klar strategische Ausrichtung, eingebettet in die französische Agenda einer ökologisch und technologisch orientierten Außenpolitik.

    Gleichzeitig bietet die Visite Raum für symbolische Akzente: die Ehrung der jahrzehntelangen partnerschaftlichen Kooperation, das Bekenntnis zur Rolle Monacos als verlässlicher Nachbar und Partner in europäischen Belangen sowie die persönliche Dimension der Begegnung zwischen Staatsoberhaupt und Fürstenhaus. Der Besuch enthält sowohl historische Tiefe als auch gegenwartsorientierte Perspektive.

    Warum so selten?

    Dass zwischen diesen drei Staatsbesuchen Jahrzehnte liegen, ist nicht Ausdruck diplomatischer Vernachlässigung, sondern das Ergebnis einer bewusst diskreten Beziehungsgestaltung. Monaco ist trotz der geographischen Nähe ein souveräner Staat mit eigenem Fürsten, eigener Außenpolitik und eigenen Interessen. Frankreich wiederum hat stets darauf geachtet, diese Unabhängigkeit nicht durch allzu häufige oder aufdringliche Signale zu überstrahlen. Der institutionelle Rahmen – geregelt etwa durch die Verträge von 1918, 2002 und das Partnerschaftsabkommen der EU mit Monaco – erlaubt enge Abstimmungen auch ohne spektakuläre Gesten.

    Staatsbesuche stehen unter einem besonderen Protokoll und sind stets symbolische Akte. Dass Frankreich diese Form der Anerkennung nur selten wählte, verleiht den wenigen Gelegenheiten umso mehr Gewicht. Es ist die diskrete Würde, die das französisch-monégassische Verhältnis prägt – ein diplomatisches Gleichgewicht aus Nähe und Respekt.

    Neue Rollenverteilungen in Europa

    Macrons Reise nach Monaco steht auch im Zeichen einer sich wandelnden geopolitischen Landschaft. Der Krieg in der Ukraine, wachsende Unsicherheiten im Mittelmeerraum, wirtschaftliche Herausforderungen und die Suche nach europäischen Antworten auf globale Probleme – all das verlangt nach neuen Allianzen, auch im Kleinen. Monaco, mit seiner Expertise in Meeresfragen, seiner Rolle als Finanzplatz und seiner politischen Stabilität, kann dabei als ergänzender Akteur gelten.

    In diesem Kontext wirkt der Besuch nicht wie ein höfisches Ritual, sondern wie eine bewusste Einbindung des Fürstentums in die Prioritätenliste der französischen Diplomatie. Es ist ein Zeichen, dass auch symbolisch kleine Gesten in der heutigen internationalen Ordnung strategische Relevanz besitzen können.

    Der französische Präsident knüpft mit seinem Besuch an eine Tradition an, die selten genug ist, um Beachtung zu finden – und bedeutend genug, um Wirkung zu entfalten. Monaco bleibt damit nicht nur ein eleganter Nachbar, sondern auch ein diskreter Partner inmitten einer unruhigen Weltordnung.

    Von P. Tiko

  • Macron in Monaco: Diplomatie mit Tiefgang und Symbolkraft

    Macron in Monaco: Diplomatie mit Tiefgang und Symbolkraft

    Erstmals seit 1984 hat ein französischer Staatspräsident wieder eine offizielle Visite in Monaco absolviert. Emmanuel Macron nutzte seine Reise in die kleine Mittelmeer-Monarchie, um nicht nur die bilateralen Beziehungen zu erneuern, sondern auch zentrale Themen wie Sicherheit, Umwelt und europäische Integration auf die Agenda zu setzen. Am 7. und 8. Juni 2025 reiste Macron gemeinsam mit seiner Frau Brigitte in das Fürstentum – ein historischer Besuch, wenn man bedenkt, dass François Mitterrand der letzte Präsident war, der diese diplomatische Geste vollzog. Empfangen wurden die Macrons im Ehrenhof des Fürstenpalastes von Albert II., Fürstin Charlène und den Zwillingen Jacques und Gabriella. Der zeremonielle Rahmen mit Hymnen und Truppenparade unterstrich den staatspolitischen Charakter des Besuchs – und verdeutlichte zugleich die enge, aber eigenständige Partnerschaft zwischen Frankreich und Monaco. Bilaterale Annäherung mit strategischer Tiefe Im Zentrum der politischen Gespräche sta…

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  • Macrons Staatsbesuch in Monaco: Umweltkooperation im Schatten finanzieller Bedenken

    Macrons Staatsbesuch in Monaco: Umweltkooperation im Schatten finanzieller Bedenken

    Am 7. und 8. Juni 2025 unternimmt der französische Präsident Emmanuel Macron einen historischen Staatsbesuch in Monaco – den ersten eines französischen Staatsoberhaupts seit François Mitterrand im Jahr 1984. Offiziell steht die Zusammenarbeit im Umweltschutz und die gemeinsame Verpflichtung zur Erha…

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  • Staatsversagen auf Kosten der Natur – Wie lange lassen wir uns das noch gefallen?

    Staatsversagen auf Kosten der Natur – Wie lange lassen wir uns das noch gefallen?

    Fünf Umweltverbände, fünf mutige Stimmen – und ein Staat, der es einfach nicht kapiert. Während Bienen sterben, Böden veröden und Vögel verstummen, schaut die Regierung seelenruhig zu. Wäre sie ein Gärtner, würde man ihr längst den Spaten wegnehmen. Aber hier geht es nicht um ein Beet – hier geht es um unser aller Lebensgrundlage!

    Was ist das eigentlich für ein absurder Zustand, in dem sich zivilgesellschaftliche Organisationen an Gerichte wenden müssen, um den Staat dazu zu zwingen, seinen verdammten Job zu machen? Biodiversität ist kein Hobbythema für Biologen mit Fernglas – sie ist das Rückgrat unseres Ökosystems. Und dieses Rückgrat knickt gerade ein. Unter der Last von Pestiziden, Gier, Lobbyismus und – am schlimmsten – Gleichgültigkeit.

    „Carence fautive“ nennen das die Juristen. Schuldhafte Untätigkeit. Klingt fast noch zu höflich für das, was da abläuft. Die Regierung lässt zu, dass Pestizide wieder zugelassen werden, deren Wirkung kaum vollständig geprüft ist. Man weiß um die Gefahr – und gibt trotzdem grünes Licht. Oder besser gesagt: ein tödliches Rot.

    Das ist kein Versäumnis. Das ist ein Verbrechen – wenn auch (noch) kein strafbares.

    Die fünf Organisationen, die jetzt klagen, sind die eigentlichen Helden dieser Republik. Sie kämpfen nicht für Ideale oder Statistiken, sondern für Leben – für das Brummen, Singen, Summen, für das Flattern der Falter, das Plätschern der Bäche und das Krabbeln unter unseren Füßen. Für all das, was still und bescheiden unser Überleben sichert.

    Und was macht der Staat? Der vergibt weiterhin Ausnahmeregelungen für längst verbotene Gifte, redet sich auf technische Hürden heraus oder verliert sich in halbherzigen Programmen wie „Écophyto“, die mehr PR sind als Politik.

    Wie viele Warnungen braucht es noch?

    Wie viele Studien, wie viele toten Bienen, wie viele Kinder, die in einer Welt aufwachsen, in der die Natur langsam zur Erinnerung wird?

    Die Wahrheit ist: Wenn die Politik beim Klimaschutz versagt, stirbt die Zukunft. Wenn sie beim Artenschutz versagt, stirbt die Gegenwart. Und sie stirbt still – leise, fast unbemerkt. Ein verschwundener Schmetterling, ein leeres Vogelnest, ein stummer Sommerabend.

    Diese Klage ist kein Angriff auf den Staat – sie ist seine letzte Chance. Die letzte Gelegenheit, sich nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung zu zeigen.

    Aber mal ehrlich: Trauen wir diesem Staat noch zu, das Ruder herumzureißen?

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Kommentar: Abschaffung der Umweltzonen – Frankreich verspielt seine grüne Seele

    Kommentar: Abschaffung der Umweltzonen – Frankreich verspielt seine grüne Seele

    Was ist bloß los mit Frankreich? Einst ein Vorbild in Sachen Klimaschutz, will das Land jetzt ausgerechnet jene Umweltzonen kippen, die die Innenstädte vor der täglichen Blechlawine und dem Smog bewahren sollten. Umweltzonen – jene Schutzzonen, in denen stark umweltbelastende Fahrzeuge draußen bleiben mussten. Und jetzt? Wird all das über den Haufen geworfen, als wäre es ein überflüssiger Bürokratieakt.

    Ein gefährlicher Kurswechsel

    Wenn sich ein Land entschließt, seine eigenen Umweltstandards aufzugeben, darf man ruhig die Stirn runzeln. Denn das ist nicht nur ein technokratischer Akt – das ist ein gesellschaftliches Statement. Es heißt: Wir geben auf. Wir beugen uns dem Druck. Und wir akzeptieren, dass kurzfristiger politischer Beifall wichtiger ist als die langfristige Gesundheit unserer Kinder.

    Die Armen als Alibi

    Natürlich – und das ist der emotionale Joker – geht es angeblich um die kleinen Leute. Die sich kein neues Auto leisten können. Die auf ihr altes Diesel-Fahrzeug angewiesen sind. Und genau deshalb soll es plötzlich „sozialer“ sein, ihnen freie Fahrt zu gewähren. Aber Moment mal – geht’s hier wirklich um soziale Gerechtigkeit? Oder einfach um Angst vor Wählerverlust?

    Wer soziale Ungleichheit wirklich ernst nimmt, der sorgt dafür, dass der Umstieg auf saubere Mobilität für alle möglich ist. Mit staatlichen Hilfen, ÖPNV-Ausbau, günstigen Alternativen. Aber doch nicht mit einem Freifahrtschein in die gesundheitliche Katastrophe.

    Kinder mit Asthma – aber Hauptsache freie Fahrt

    Man fragt sich: Was ist mit den Familien, deren Kinder an Asthma leiden? Mit den älteren Menschen, für die die dicke Luft im Sommer zur ernsten Gefahr wird? Mit den Stadtbewohnern, die jeden Tag die Suppe auslöffeln, die der Verkehr ihnen vorsetzt?

    Das Argument, Umweltzonen würden die Menschen „bestrafen“, ist ein Zerrbild. Die Wahrheit ist: Sie schützen. Sie sind kein Luxus, sondern ein Schutzwall gegen den täglichen Wahnsinn auf vier Rädern.

    Ein verheerendes Signal

    Was wird aus dem internationalen Ruf Frankreichs, wenn es nun das grüne Steuer streicht? Wie soll man andere Länder zum Klimaschutz motivieren, wenn selbst die Grande Nation einknickt? Frankreich hat eine Verantwortung – nicht nur gegenüber den eigenen Bürgern, sondern auch gegenüber Europa und der Welt.

    Ein Sieg für den Rückschritt

    Man kann es drehen und wenden, wie man will: Diese Entscheidung nutzt denen, die Fortschritt für eine Bedrohung halten. Sie bejubelt das Gestern – auf Kosten von Morgen. Was bleibt, ist das Gefühl, dass Vernunft gerade auf dem Beifahrersitz Platz genommen hat – während das Steuer von kurzsichtigen Parolen übernommen wurde.

    Und nun?

    Jetzt ist nicht die Zeit, leise zu bleiben. Wer nicht will, dass unsere Städte wieder in giftige Abgasglocken gehüllt werden, muss laut werden. Laut für die Umwelt. Laut für die Gesundheit. Laut für die Zukunft.

    Oder wie würden Sie es Ihrem Kind erklären, wenn es eines Tages fragt: Warum habt ihr das erlaubt?

    Von C. Hatty

  • Ende der Umweltzonen? Warum Paris gegen den nationalen Rückschritt kämpft

    Ende der Umweltzonen? Warum Paris gegen den nationalen Rückschritt kämpft

    Ein politischer Hammerschlag ging diese Woche durch Frankreich: Die Assemblée nationale (Nationalversammlung) hat am 28. Mai 2025 die sogenannten Zonen à Faibles Émissions (ZFE) gekippt – Umweltzonen, die eigentlich den Schutz der Bevölkerung vor Luftverschmutzung sichern sollten. Die Reaktion der Stadt Paris? Empört, wütend und kämpferisch. Denn für die Hauptstadt ist das mehr als nur ein Rückschlag – es ist eine handfeste Gefahr für die Gesundheit aller. Die Abschaffung dieser Umweltzonen wurde im Rahmen eines Gesetzes zur Vereinfachung durchgesetzt. Unterstützt wurde das Ganze von einer ungewöhnlichen Allianz aus Abgeordneten des Rassemblement National, Les Républicains, La France Insoumise und Teilen der Präsidentenmehrheit. Ein buntes Bündnis mit einem gemeinsamen Nenner: Kritik an den Umweltzonen. Doch was steckt wirklich hinter diesem Aufschrei? Saubere Luft ade? Die ZFE wurden 2019 eingeführt und sollten dafür sorgen, dass besonders schadstoffreiche Fahrzeuge – etwa mit der Pla…

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  • Kommentar: Ihr spielt mit unserer Gesundheit und unserer Umwelt – Schämt euch!

    Kommentar: Ihr spielt mit unserer Gesundheit und unserer Umwelt – Schämt euch!

    Es gibt Momente, da will man einfach nur schreien.

    Da liest man von einem neuen Gesetz, das angeblich „die Landwirte entlasten“ soll – und merkt, wie dabei Stück für Stück alles geopfert wird, was uns eigentlich heilig sein sollte: unsere Gesundheit, unsere Natur, unsere Zukunft.

    Was da unter dem Namen „Duplomb“ in der Nationalversammlung verhandelt wird, ist nichts anderes als ein Frontalangriff. Ein Angriff auf die Vernunft, auf die Wissenschaft, auf den gesunden Menschenverstand – und auf jeden, der noch an ein Leben im Einklang mit der Natur glaubt.

    Wie könnt ihr das verantworten?

    Wie kann man in Zeiten von Artensterben, Klimakatastrophen und steigenden Krebsraten ernsthaft ein Pestizid wie Acétamipride wieder auf unsere Felder lassen – ein Mittel, das erwiesenermaßen Bienen tötet, das mit neurologischen Schäden bei Kindern und mit Krebs bei Erwachsenen in Verbindung gebracht wird?

    Wirklich jetzt? Im Jahr 2025?

    Wollen wir das unseren Kindern erklären müssen? Dass wir weggeschaut haben, als es um ihre Zukunft ging?

    Wer profitiert – und wer zahlt den Preis?

    Natürlich wird das Ganze wieder in wohlklingende Worte verpackt: Wettbewerbsfähigkeit, Vereinfachung, „Bauern helfen“. Aber wem hilft dieses Gesetz wirklich?

    Den kleinen Höfen in der Bretagne? Den Bio-Betrieben, die mühsam versuchen, nachhaltig zu wirtschaften?

    Nein. Dieses Gesetz ist ein Geschenk an die Agro-Industrie. An diejenigen, die aus Monokultur Profit schlagen, die Tiere wie Maschinen behandeln und denen es egal ist, was mit dem Boden, dem Wasser, der Luft passiert – Hauptsache, die Zahlen stimmen am Ende des Quartals.

    Und währenddessen atmen wir alle ein, was da versprüht wird. Unsere Kinder spielen in Gärten, deren Böden längst vergiftet sind. Unsere Insekten verschwinden. Unsere Wälder trocknen aus.

    Ihr nennt das Fortschritt?

    Ich nenne das Wahnsinn.

    Und das Schlimmste: Ihr macht es im Eilverfahren. 3.500 Änderungsanträge? Abgewürgt mit einem formalen Trick. Kein öffentlicher Diskurs, kein Hinhören auf Wissenschaft oder Zivilgesellschaft. Ihr habt Angst vor der Wahrheit – das ist offensichtlich.

    Denn tief im Inneren wisst ihr es doch selbst.

    Dass man keine Gesundheit opfert für ein bisschen Bürokratieabbau.

    Dass man keine Ökosysteme zerschlägt, um Wahlkampfgeschenke zu verteilen.

    Dass man eine demokratische Debatte nicht einfach wegräumt wie lästigen Unrat.

    Aber ihr tut es trotzdem.

    Warum? Weil Lobbydruck größer ist als Gewissen? Weil Karriere wichtiger ist als Verantwortung?

    Ich habe es satt.

    Satt, dass Umweltschutz immer noch als Luxusproblem dargestellt wird.

    Satt, dass Kinder und Alte mit ihren Körpern für Entscheidungen zahlen, die sie nie getroffen haben.

    Satt, dass man uns das als Fortschritt verkaufen will – dabei ist es ein Rückschritt in die düstersten Kapitel unserer Geschichte.

    Die Natur verhandelt nicht. Die Gesundheit verzeiht nichts.

    Und wenn ihr dieses Gesetz durchdrückt – dann seid ihr verantwortlich für das, was folgt. Für jedes Bienensterben. Für jeden Asthmaanfall. Für jedes Kind, das in einer giftigen Welt aufwächst, nur weil ihr nicht den Mut hattet, Nein zu sagen.

    Wir brauchen Politiker mit Rückgrat, keine Sprechpuppen der Agrarlobby.

    Es geht nicht um Ideologie. Es geht ums Überleben.

    Schämt euch.

    Ein Kommentar von Andreas M. Brucker

  • Gesetzgebung – Warum die „Duplomb“-Initiative Frankreichs Agrarpolitik spaltet

    Gesetzgebung – Warum die „Duplomb“-Initiative Frankreichs Agrarpolitik spaltet

    Man nehme ein heiß diskutiertes Gesetz, würze es mit Umweltbedenken, politischen Grabenkämpfen und landwirtschaftlichen Interessenskonflikten – heraus kommt die „Duplomb“-Initiative, die aktuell Frankreichs Nationalversammlung aufheizt. Ein Vorhaben, das nicht nur den Alltag von Landwirten umkrempeln, sondern auch das ökologische Gleichgewicht des Landes auf die Probe stellen könnte. Ein Name, der polarisiert Der Name Laurent Duplomb ist in Frankreichs Politiklandschaft derzeit omnipräsent. Der konservative Senator aus der Haute-Loire will mit seinem Gesetzespaket – offiziell „Proposition de loi visant à lever les contraintes à l’exercice du métier d’agriculteur“ – den Landwirten das Leben erleichtern. Sein Versprechen: Weniger Bürokratie, mehr Wettbewerbsfähigkeit, größere Freiheit beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Klingt zunächst harmlos. Doch der Teufel steckt im Detail. Denn was Befürworter als „Befreiungsschlag“ für die Landwirtschaft feiern, sehen Umwelt- und Gesundheitsver…

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  • „Ihr habt unser Zuhause ertränkt!“ – Ein Aufschrei aus dem überschwemmten Var

    „Ihr habt unser Zuhause ertränkt!“ – Ein Aufschrei aus dem überschwemmten Var

    Es reicht. Wie viele Male noch müssen wir durch knietiefes Wasser waten, unsere Kinder auf den Schultern tragen und zusehen, wie unsere Wohnzimmer sich in Seenlandschaften verwandeln, bevor jemand Verantwortung übernimmt?

    Im Var – diesem sonnenverwöhnten Landstrich, der wie ein Magnet Touristen und Neubürger anzieht – hat sich über Jahrzehnte eine Entwicklung breitgemacht, die man heute getrost als Kurzschluss der Vernunft bezeichnen kann. Betonwüsten ersetzen Feuchtgebiete, Supermärkte verdrängen Auenlandschaften – und auf den ehemaligen Flussauen blühen Einfamilienhaussiedlungen. Klingt nach Wachstum, klingt nach Fortschritt – doch in Wahrheit haben wir uns selbst eine Falle gebaut.

    Die aktuellen Überschwemmungen sind kein bloßes „Unwetter“. Sie sind ein Symptom. Ein Alarmsignal. Und ja – ein Mahnmal für jahrzehntelange Fehlentscheidungen.

    Wer die Bilder gesehen hat, kann die Augen nicht mehr verschließen. Straßen, die zu Flüssen werden. Autos, die wie Spielzeugboote treiben. Menschen, die mit verzweifeltem Blick aus Fenstern schreien. Wer hier noch von „höherer Gewalt“ spricht, verkennt das wahre Drama: Es ist menschengemacht.

    Jahr für Jahr mahnen Experten: Siedlungsbau in Überschwemmungsgebieten ist brandgefährlich. Und was geschieht? Die Bagger rollen weiter. Die Argumente der Bauherren klingen stets gleich – Wirtschaftswachstum, Wohnraum, Arbeitsplätze. Doch all das nützt nichts, wenn in der Nacht der Sintflut die Infrastruktur versagt, Kanäle überquellen, und kein Notausgang mehr erreichbar ist.

    Natürlich: Der Klimawandel ist real. Er verstärkt die Extremwetterlagen, keine Frage. Aber es ist viel zu bequem, sich auf ihn zu berufen, während wir zeitgleich die natürlichen Schutzmechanismen systematisch vernichten. Versiegelte Böden, überforderte Kanalsysteme, falsche Standortwahl – die Liste ist lang. Und sie liest sich wie ein Armutszeugnis der Raumplanung.

    Der Zorn der Bevölkerung ist greifbar. Wer sein Zuhause, seine Erinnerungen, sein Sicherheitsgefühl im Schlamm verliert, will keine Statistiken hören. Die Menschen fordern Aufklärung. Und vor allem: Konsequenzen!

    Und jetzt Hand aufs Herz – wie kann es sein, dass 2025 noch immer Baugenehmigungen in bekannten Überschwemmungszonen erteilt werden? Haben wir nichts gelernt aus den Katastrophen von 2010, 2014, 2019 und den Folgejahren? Wie oft wollen wir Mutter Natur noch provozieren, bis sie endgültig zurückschlägt?

    Die Behörden verweisen auf Pläne, Programme, Prävention – PPRI, PAPI und all die anderen Buchstabenspiele. Papier ist geduldig. Wasser nicht. Es sucht sich seinen Weg. Und es wird ihn finden. Ob durch ein Tal, ein Wohnviertel oder durch unser aller Wohnzimmer.

    Verantwortung? Die liegt nicht nur bei Politik und Verwaltung. Auch wir als Gesellschaft tragen sie. Denn wir dulden das Spiel mit dem Risiko viel zu oft – aus Bequemlichkeit, aus Unwissen, manchmal auch aus Profitgier.

    Doch so geht es nicht weiter.

    Wollen wir wirklich noch zusehen, wie das Var zum Mahnmal eines gescheiterten Umweltschutzes wird? Oder drehen wir endlich das Ruder – mit Mut, Entschlossenheit und einem klaren Bekenntnis: Keine Urbanisierung auf Kosten der Natur. Keine Genehmigung gegen gesunden Menschenverstand.

    Denn wer sich gegen die Natur stellt, wird früher oder später untergehen – im wahrsten Sinne des Wortes.

    Von Andreas M. Brucker

  • Allein gegen die Zukunft: Wie die USA unter Trump den globalen Klimakonsens verlassen – und sich isolieren

    Allein gegen die Zukunft: Wie die USA unter Trump den globalen Klimakonsens verlassen – und sich isolieren

    Während sich versammelt, um die drohende Klimakatastrophe in den Griff zu bekommen, spielt ein Land den Störenfried – und das ist nicht irgendein Land, sondern die größte Volkswirtschaft des Planeten: die Vereinigten Staaten von Amerika.

    Und wer steht am Steuer? Donald Trump. Der Mann, der das Weltklima ignoriert wie ein Autofahrer, der bei Nebel das Fernlicht einschaltet und dann behauptet, alles sei in bester Ordnung.


    China, Indien, Europa – wer gibt den Takt an?

    In Peking saßen Anfang März Expertenteams zusammen, um neue Klimaziele zu schnüren, die als „sehr ambitioniert“ gelten. Indien, das noch vor Kurzem als Sorgenkind in Sachen Emissionen galt, produziert mittlerweile mehr erneuerbare Energie als Deutschland. Und die EU? Die hat es geschafft, mehr Strom aus Sonnenlicht als aus Kohle zu erzeugen. Wer hätte das gedacht?

    Alle ziehen an einem Strang – alle außer einem.


    Die USA auf Klimakurs? Eher auf Konfrontation.

    Während andernorts Windräder aufgestellt und Solarparks geplant werden, dreht die Trump-Administration die Uhren zurück. Umweltauflagen? Abgebaut. Forschungsgelder? Gestrichen. Katastrophenschutz? Zusammengekürzt. Und das alles zu einer Zeit, in der sich der Planet schneller erhitzt als je zuvor – ein absurdes Schauspiel auf offener Bühne.

    Was bedeutet das konkret? Hunderte von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben ihre Jobs verloren. Forschungseinrichtungen, die jahrzehntelang wertvolle Daten zu Klimaveränderungen gesammelt haben, wurden dichtgemacht. Und entscheidende Berichte, die aufzeigen sollten, wie der Klimawandel Wirtschaft und Gesellschaft in den USA bedroht, blieben schlichtweg in der Schublade – oder werden nicht mehr erstellt.


    Wenn der Staat nicht mehr hilft – wer dann?

    Katastrophenschutzprogramme, die Gemeinden auf Extremwetter vorbereiten sollten, wurden eingestellt. Hilfsgesuche nach Hurrikans oder Überschwemmungen? Abgewiesen. Die Folge: Menschen stehen vor Trümmern, buchstäblich – ohne Unterstützung, ohne Perspektive.

    Klingt das nach Verantwortung?

    Oder ist es eher eine kalte Schulter gegenüber der eigenen Bevölkerung?


    Was auf dem Spiel steht

    Klimapolitik ist keine Spielwiese für Ideologie – sie entscheidet über Leben und Tod. Überschwemmungen, Waldbrände, Hitzewellen: All das trifft längst nicht mehr nur ferne Länder, sondern amerikanische Städte, Vororte und ländliche Regionen. Trotzdem ignoriert Washington die Zeichen der Zeit.

    Noch absurder: Die USA könnten nicht nur mehr tun, sie wollten einmal mehr tun. Vor dem Wechsel im Weißen Haus galten sie als treibende Kraft beim Pariser Klimaabkommen. Und heute? Einziger Staat weltweit, der das Abkommen verlassen will.


    Und die Welt? Sie zieht weiter.

    Im November treffen sich die Staaten zur nächsten Weltklimakonferenz – COP30 in Brasilien. Und ob die USA überhaupt jemanden hinschicken, steht in den Sternen. Der Wille zur internationalen Zusammenarbeit? Fehlanzeige. Während andere Länder konkrete Pläne vorlegen, wie sie ihre Emissionen senken wollen, rollt Amerika den roten Teppich aus – für Öl- und Gaslobbyisten.


    Ein kleiner Exkurs: Warum das alles so schwer wiegt

    Klimawissenschaft ist heute präziser als je zuvor. Satellitendaten, Langzeitmessungen, KI-gestützte Klimamodelle – all das erlaubt uns ein immer klareres Bild dessen, was passiert, wenn die Weltpolitik versagt. Und doch legt eine der mächtigsten Nationen der Welt diese Werkzeuge bewusst beiseite.

    Was sagt das über den Zustand unserer Zeit aus?

    Und viel wichtiger: Wer zahlt am Ende den Preis?


    Was bleibt, ist ein Vakuum – und das Gefühl, dass mehr ginge

    Natürlich ist Trump nicht allein Schuld an der Misere. Aber seine Administration hat die Uhr zurückgedreht in eine Ära, in der Umweltfragen als Luxusproblem galten. Dabei wissen wir längst: Wer heute spart, zahlt morgen doppelt – in Menschenleben, in wirtschaftlichen Schäden, in verlorenem Vertrauen.

    Es geht hier nicht um parteipolitische Grabenkämpfe. Es geht darum, ob eine Supermacht bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Oder ob sie lieber Zuschauerin bleibt, während der Rest der Welt versucht, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.


    Was wir jetzt brauchen

    Ein neues Verständnis von Führung. Eine Rückkehr zur Wissenschaft. Und einen globalen Schulterschluss, der auch die USA mit einbezieht – nicht als Besserwisser, sondern als Teil einer Lösung, die größer ist als nationale Eitelkeit.

    Denn wenn eines sicher ist, dann das: Der Klimawandel fragt nicht nach Pässen oder Parteibüchern.

    Von Andreas M. Brucker