Schlagwort: Trockenheit

  • Dürre: In sehr vielen Gemeinden gelten trotz Regen und Gewitter immer noch Wasserbeschränkungen

    Dürre: In sehr vielen Gemeinden gelten trotz Regen und Gewitter immer noch Wasserbeschränkungen

    Die Hitzewellen sind zwar vorbei, aber in vielen Regionen Frankreichs gibt es immer noch Wasserbeschränkungen. 

    Der September ist da, der Herbst rückt näher, Gewitter und Regen werden häufiger. Und dennoch lässt die Trockenheit trotz sinkender Temperaturen nicht nach. Einige Flüsse wie die Loire haben stellenweise immer noch einen kritisch niedrigen Wasserstand, und in vielen Departements herrscht immer noch verstärkte Alarmbereitschaft für Trockenheit und Dürre. Die Wasserbeschränkungen scheinen somit noch einige Zeit andauern zu müssen.

    Warum hält die Dürre an?
    Der anhaltende Wassermangel hat sich trotz sinkender Temperaturen noch nicht gebessert. Die stellenweise geringen Regenmengen zum, aber auch die Art und Weise, wie der Regen fiel, erklären den anhaltenden Wassernotstand.

    Laut der Website Eaufrance, einem öffentlichen Wasser-Informationsdienst, sind „effiziente“ Niederschläge nur diejenigen, die das Grundwasser auffüllen, das laut dem Centre d’Information sur l’Eau die wichtigste Trinkwasserquelle in Frankreich ist. Im Sommer sind die Niederschläge jedoch weniger effizient, da sie oft von den Blättern der Bäume absorbiert und dann durch Verdunstung direkt in die Atmosphäre abgegeben werden, ohne dass sie den Boden erreichen können. Der Boden ist nach dem Sommer in vielen Regionen zu trocken und zu hart geworden, sodass er das Wasser weniger leicht aufnimmt, was wiederum zu Überschwemmungen führen kann.

    Deshalb sind zeitlich versetzte Regenfälle in Form von leichten Niederschlägen viel wünschenswerter als plötzliche und kurze Niederschläge, wie wir sie derzeit erleben; aus diesem Grund konnten die Gewitter das große Wasserdefizit, das sich im Juli und August angesammelt hatte, bisher nicht wieder ausgleichen. Vor dem Sommer sagte Météo France voraus, dass die Hitze bis September/Oktober anhalten würde. Und genau das gilt auch für die Dürre.

    Welche Einschränkungen gelten weiterhin?
    Weil die Dürre andauert, „werden die meisten Beschränkungen bis Ende Oktober, einige sogar bis Ende November erlassen“, wird Marillys Macé, Generaldirektorin des Centre d’Information sur l’Eau, von der Zeitung La Dépêche zitiert.

    Laut dem Ministerium für den ökologischen Übergang waren am 6. September in 93 Departements immer noch Gemeinden wegen Wasserknappheit in den Zustand der „Warnung“, der „verstärkten Warnung“ oder der „Krise“ versetzt. Lediglich in Paris, Hauts-de-Seine und Seine-Saint-Denis gilt „nur“ der Zustand „Wachsamkeit“.

    Die Anweisungen variieren zwischen den betroffenen Gebieten: Bei „Krise“ ist zum Beispiel das Bewässern von Rasenflächen in den Gemeinden verboten. Dasselbe gilt für Golfplätze oder das Füllen von privaten Schwimmbädern.

    Das Ministerium appelliert an die Verantwortung jedes Einzelnen und bittet darum, zum Beispiel Waschmaschinen nur gefüllt laufen zu lassen, um unnötigen Wasserverbrauch zu vermeiden.

  • Katastrophale Ernte 2022: Droht uns eine Kartoffelknappheit?

    Katastrophale Ernte 2022: Droht uns eine Kartoffelknappheit?

    Nach Angaben der Landwirte wird die Kartoffelernte 2022 in Frankreich katastrophal ausfallen. Die Dürre hat die nationale Produktion schwer mitgenommen. Und Frankreich ist weltweit einer der grössten Exporteure von Kartoffeln.

    Es ist eine schlimmer Situation für Tausende von Erzeugern. In Frankreich kündigt sich das Jahr 2022 als eines der schlimmsten – wenn nicht sogar das schlimmste – Kartoffeljahr des Jahrhunderts an. Von vielen Landwirten wird die diesjährige Ernte als „katastrophal“ bezeichnet. Dies wird nicht nur in den Supermarktregalen, sondern auch in Gastronomiebetrieben nicht unerhebliche Auswirkungen haben.

    In einer am Freitag, dem 26. August veröffentlichten Pressemitteilung erklären Kartoffelbauern, dass dies alles eine Folge der historischen Trockenheit ist, die Frankreich in den letzten Monaten heimgesucht hat: „Die sich abzeichnende katastrophale Ernte […] ist das Ergebnis der extremen Hitze, die mit einer starken Trockenheit korreliert, die die Entwicklung der Knollen buchstäblich gestoppt hat. Weder Niederschläge noch günstigere Temperaturen in naher Zukunft können diesen Trend noch umkehren“.

    In Frankreich litten die Erzeuger in der Region Hauts-de-France unter den ungewöhnlich hohen Temperaturen. Dort allein wachsen 64% der nationalen Kartoffelproduktion heran.

    Nach Angaben der Union nationale des producteurs de pommes de terre (UNPT) könnten in Frankreich fast 1,5 Millionen Tonnen Kartoffeln verloren gehen. Die Produktion könnte somit einen Rückgang um mindestens 20% gegenüber dem Durchschnitt der letzten 20 Jahre aufweisen.

    Für die Kartoffelbauern könnte dies nach ersten Schätzungen einen Verlust von mindestens 200 Millionen Euro bedeuten. Dieser Verlust ist umso bedenklicher, als die französische Kartoffelbranche der weltweit größte Exporteur von frischen Kartoffeln ist. Unter normalen Umständen werden jedes Jahr 8 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Nicht weniger als 16.000 Landwirte sind auf die Produktion des Lieblingsgemüses der Franzosen und der Deutschen spezialisiert.

    Vertreter der Landwirte wünschen sich eine grössere Unterstützung des Staates: „Die UNPT ruft ab sofort zu einer Aufwertung der an die Erzeuger gezahlten Preise und einer besseren Verteilung des Mehrwerts insbesondere mit den großen Handelsketten auf, zu einer vertraglichen Lockerung der von den Erzeugern zugesagten Mengen und zur raschen Einleitung von Überlegungen über die Einführung einer außergewöhnlichen staatlichen Beihilferegelung zur finanziellen Unterstützung der Erzeuger und als Anreiz für die Fortsetzung der Produktion“.

    Die meisten betroffenen Landwirte meinen, dass die Kartoffeln der Ernte 2022 größtenteils unter dem starken Wassermangel leiden. Die Folge: Die Knollen sind ungewöhnlich klein. Das kann sich auf die so beliebten Pommes Frites auswirken: Sie werden wohl kürzer werden. Das treibt den Fast-Food-Ketten die Sorgenfalten auf die Stirn.

    Bereits 2018 hatte die Branche eine besonders schwierige Ernte zu verkraften. Das Unternehmen McCain hatte damals angekündigt, die Größe seiner Pommes Frites um fast zwei Zentimeter zu reduzieren.

    Die Ernte 2022 hat noch nicht richtig begonnen – man wird also abwarten müssen…

  • Dürre: Gibt es in den kommenden Jahren keine Weihnachtsbäume mehr?

    Dürre: Gibt es in den kommenden Jahren keine Weihnachtsbäume mehr?

    Französische Weihnachtsbaumzüchter rechnen mit hohen Verlusten. Die Dürre im Sommer hat Zehntausende junger Bäume getötet.

    Es ist bekannt, dass die Dürre in Frankreich weitreichende Auswirkungen hat – in einigen Regionen ist sogar die Trinkwasserversorgung unterbrochen. Die französischen Landwirte haben die Auswirkungen der historischen Dürre und der Hitzewellen dieses Sommers besonders zu spüren bekommen. Französische Grundnahrungsmittel wie die Käse- und Weinproduktion sind betroffen – und auch die Weihnachtsbaumzüchter melden nun große Verluste.

    Junge Tannen wurden durch die Dürre dezimiert, da ihre Wurzeln noch nicht tief genug waren, um Wasser zu finden.

    Für Tannenbaumproduzenten bedeutet dies einen erheblichen finanziellen Verlust.

    Lesen Sie auch: Klimawandel: Französischen Kühen wird es zu heiss – es kann weniger Käse hergestellt werden

    Franceinfo erklärt, dass der Verlust der jungen Bäume bedeutet, dass eine grosse Menge der investierten Arbeit vernichtet wird. Normalerweise haben mehr als zweijährige Bäume besser und tiefer verankerte Wurzeln und schaffen es dadurch, Dürreperioden besser zu überstehen. Aber bei Juni-Temperaturen von fast 40 Grad Celsius und einer ausgeprägten Trockenheit waren in diesem Jahr die Bedingungen für das Überleben der jungen Bäume denkbar ungünstig.

    Es sieht so aus, dass in diesem Sommer eine ganze Generation von Bäumen in den Zuchtbetrieben und Wäldern verloren gegangen ist – das entspricht etwa 20.000 potentiellen Weihnachtsbäumen.

    Nun müssen die Weihnachtsbaumproduzenten die verlorenen Bäume ersetzen. Das bedeutet wahrscheinlich mindestens 30.000 € Mehrkosten und viel Arbeit pro Betrieb. Es müssen neue und tiefere Parzellen ausgehoben werden, damit auch die jungen Bäume näher an das Grundwasser gelangen und so hoffentlich am Leben bleiben.

    Für die Kunden gibt es aber eine gute Nachricht: Die Weihnachtszeit im Jahr 2022 wird nicht betroffen sein, da zu Weihnachten die älteren Bäume (in der Regel fünf Jahre alt oder älter) verkauft werden – allerdings wahrscheinlich zu einem höheren Preis aufgrund der Inflation.

  • Dürre: Katastrophale  Honigernte – ganze Bienenkolonien verschwinden

    Dürre: Katastrophale Honigernte – ganze Bienenkolonien verschwinden

    Die Bienensaison 2022 fällt extrem schlecht aus. Die Hitzewelle im Sommer hat das Leben in den Bienenstöcken völlig durcheinander gebracht. Es gibt nicht genug Blumen, wenig Nektar und die Imker müssen bereits die Bienen füttern, weil es ihnen an ausreichender natürlicher Nahrung fehlt, um gut durch…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Serbien: Relikte der Vergangenheit tauchen bei Niedrigwasser in der Donau auf

    Serbien: Relikte der Vergangenheit tauchen bei Niedrigwasser in der Donau auf

    Der Wasserstand der Donau ist aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit in diesem Sommer besonders niedrig. Jetzt tauchen gesunkene Kriegsschiffe auf und geben Anlass zur Sorge.

    Zuerst waren es Sandbänke, die in einem Teil der Donau bei Prahovo (Serbien) auftauchen, dann Schatten unter der Wasseroberfläche, bevor nun imposante Schiffswracks zum Vorschein kommen. Der Fluss hat seit einem Jahrhundert einen seiner niedrigsten Wasserstände und gibt jetzt gefährliche Überbleibsel aus der Vergangenheit preis. Dazu gehören Kriegsschiffe Hitler-Deutschlands, die hier vor fast 80 Jahren versenkt wurden. Etwa 20 Schiffe sind inzwischen wieder aufgetaucht. Aufgrund der Dürre in diesem Sommer liegt der Fluss deutlich unter seinem normalen Wasserstand.

    „Wir schätzen, dass sich hier in der Donau noch 100 Tonnen Sprengstoff befinden“.
    Lange Zeit existierten diese Schiffe nur auf Unterwasserkarten. Zusammen mit den Wracks taucht auch eine andere Bedrohung wieder auf. Die Munition der Kriegsschiffe wurde nie gesichert. „Manchmal kann man in der Nähe der Wracks Unterwasserminen ausmachen. Man schätzt, dass es hier in der Donau noch 100 Tonnen Sprengstoff gibt“, erklärt Saša Markovi, Kapitän eines Binnenschifffahrtsunternehmens gegenüber Franceinfo.

    Auch mehrere andere Länder, durch die die Donau fließt, schlagen derzeit Alarm. Der niedrige Wasserstand des Flusses führt zu ernsten Bewässerungsproblemen in der Landwirtschaft, aber auch, wie in Budapest, Ungarn, zu großen Sorgen um die Versorgung mit fließendem Trinkwasser.

  • Klimawandel: Französischen Kühen wird es zu heiss – es kann weniger Käse hergestellt werden

    Klimawandel: Französischen Kühen wird es zu heiss – es kann weniger Käse hergestellt werden

    Die Rekordhitze und die Dürre in Frankreich haben auch die Weiden unter den schneebedeckten Alpengipfeln nicht verschont. Die Kühe finden kaum genügend Gras, um ausreichend Milch für den Reblochon und andere bekannte Käsesorten zu produzieren.

    Alles ist gelb und verdorrt, also müssen die Bauern ihre Kuhherden einen Monat früher von den Weiden im Hochland holen.

    Touristen, die auf der Suche nach Abkühlung sind, strömen in diesem Sommer in Scharen in die Alpen, wo der Kauf von Reblochon-Käse aus Rohmilch und anderen handgemachten Käsesorten direkt von den lokalen Erzeugern sehr beliebt ist. Doch in diesem Jahr gehen einige leer aus – die Kühe bekommen nicht die gewohnte Menge frisches Gras, und ihre Milch ist deshalb weniger gehaltvoll.

    Der Juli war in Frankreich der trockenste Monat seit 1961, und Hitzewellen ließen die Temperaturen auch auf den Alpen in der Nähe von La Clusaz an mehreren Tagen auf über 30 Grad ansteigen. Was ein absolutes Novum ist.

    „Wir verlieren pro Kuh und Tag einen Reblochon, das sind in einer Woche 300 Käse weniger“, klagen französische Milchbauern.

    Für jeden Käse mit etwa 450 Gramm werden laut der Richtlinien des Nationalen Instituts für Herkunft und Qualität (INAO), das über die strengen französischen Lebensmittel- und Weinbezeichnungen wacht, etwa vier Liter Milch benötigt.

    Das Schlimmste ist, dass gerade dann, wenn viele Touristen kommen, nicht genug Käse für alle produziert werden kann – den Käsereien geht die Ware aus.

    Obwohl viele Landwirte bereits ihre Winterfuttervorräte aufgebraucht haben, liegt die Milchproduktion in der Region nach Angaben des Käseproduzentenverbands AFTAlp um 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

    Im Frühsommer bereits musste die Produktion des AOP-Käses Salars – einer Spezialität des Cantal in Zentralfrankreich – eingestellt werden, weil die Kühe wegen der Dürre nicht ausreichen mit frischem Gras gefüttert werden konnten.

    Viele Landwirte befürchten, dass die seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs steigenden Kosten für Futtermittel, Gas und Strom einen Teufelskreis in Gang setzen könnten und manchen Betrieben in den kommenden Monaten ein Überleben erschweren könnte.

    Die Preise für viele Käsesorten mussten bereits angehoben werden und sie werden wahrscheinlich noch einmal um etwa fünf bis acht Prozent verteuert werden müssen, um die Auswirkungen der diesjährigen Trockenheit und der Kriegsfolgen auszugleichen.

    Landwirte und Käsereien hoffen, dass sich die Produktion im kommenden Winter wieder erholen kann, aber es wird schwer sein, wieder aufzuholen, was man im Sommer verloren hat.

  • Abwasser, Meerwasser, Regenwasser – was kann gegen die Dürre helfen

    Abwasser, Meerwasser, Regenwasser – was kann gegen die Dürre helfen

    Seit Ende Juli ist Frankreich mit einer historischen Dürre konfrontiert, die in weiten Teilen des Landes zu hoher Wasserknappheit geführt hat. Da sich dieses Szenario aufgrund des Klimawandels wahrscheinlich in den kommenden Jahren wiederholen wird, suchen Wissenschaftler nach neuen Ressourcen. Sie lassen sich von Pionieren im Ausland, insbesondere in Wüstenländern, inspirieren und experimentieren mit verschiedenen Techniken.

    In rund 100 französischen Gemeinden sind die öffentlichen Leitungen abgestellt und es fließt kein Wasser mehr aus den Hähnen. Die außergewöhnliche Trockenheit, die das Land seit Ende Juli heimsucht – die schwerste seit 1959 – hat Flüsse und Grundwasser austrocknen lassen. Die Regierung, die Kommunalverwaltungen haben strenge Beschränkungen einführen müssen und müssen zum Teil das Trinkwasser in Tankwagen heran holen oder in Flaschen verteilten.

    Gleichzeitig fangen Experten und Wissenschaftler an, nach neuen Wegen suchen, um Wasser bereitzustellen und zu nutzen. In einigen Ländern sind einige dieser Ideen bereits weit verbreitet, doch in Frankreich haben sie noch Schwierigkeiten, sich durchzusetzen, was oft auf strenge Vorschriften und Umweltbedenken zurückzuführen ist.

    Wiederverwendung von Abwasser
    „Frankreich und die Europäische Union müssen die Wiederverwendung von Abwasser modernisieren“, eird Julie Mendret, Forscherin am Institut für Membranen der Universität Montpellier, von France 24 zitiert. „Heute werden in Frankreich weniger als 1% des Brauchwassers aufbereitet und wiederverwendet. In Italien sind es 8% und in Spanien 14%“, erläutert sie. „Wir sind weit entfernt von einigen Ländern, in denen dies völlig normal ist, insbesondere in Golfstaaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Katar. In Israel, das in diesem Bereich Pionierarbeit leistet, liegt der Anteil bei 80%.“

    In Europa wird das Wasser, das in unseren Wasserhähnen landet, aus dem Grundwasser gewonnen und dann in Trinkwasseraufbereitungsanlagen gereinigt. Nach dem Verbrauch wird es in Kläranlagen gereinigt, bevor es wieder in Flüsse geleitet wird. Würde es entsprechend bearbeitet, könnte es wieder in die Wasserleitungen zurückgeführt werden.

    In Frankreich werden täglich 19.000 m3 Abwasser wiederverwendet, um landwirtschaftliche Kulturen zu bewässern und Golfplätze zu bewässern. „Man könnte diese Verwendungszwecke durchaus ausweiten, um Straßen zu reinigen oder Grünflächen zu bewässern“, versichert Julie Mendret. „Und warum nicht noch einen Schritt weiter gehen und aus diesem recycelten Wasser wieder Trinkwasser reproduzieren?“

    In der Vendée wird das Jourdain-Projekt demnächst mit einer solchen Lösung experimentieren. Anstatt ins Meer geleitet zu werden, soll ein Teil des Wassers aus der Kläranlage der Gemeinde Les Sables-d’Olonne ausgeleitet und aufbereitet werden, bevor es wieder in die Trinkwasserkreisläufe eingespeist wird. Das wäre eine europäische Premiere, wird aber zum Beispiel in Singapur und sogar im afrikanischen Namibia bereits umgesetzt.

    Ihrer Meinung nach wird Frankreich durch „zu anspruchsvolle Vorschriften“ und Schwierigkeiten bei der Akzeptanz solcher Projekte auf lokaler Ebene gebremst. Im März hat die Regierung jedoch die Verwendungsmöglichkeiten für wiederaufbereitetes Wasser ausgeweitet, um das Grundwasser aufzufüllen oder Brände zu bekämpfen. Auf europäischer Ebene riefen die Mitgliedsländer am 3. August dazu auf, solche Projekte schneller voranzutreiben.

    Klar ist allerdings auch, dass nicht alles Wasser wiederverwertet werden kann. Nicht selten ist es unerlässlich, das geklärte Wasser wieder in Flüsse einzuleiten, um die Fließgeschwindigkeit aufrechtzuerhalten und die Artenvielfalt zu schützen. Aber solche Optionen bleiben vor allem für Küstengebiete, in denen Abwasser oft ins Meer geleitet wird, sehr interessant. Ins Meer abgeleitetes geklärtes Brauchwasser ist verlorenes Süßwasser.

    Nutzung von Regenwasser
    Experten und Expertinnen rufen dazu auf, die Nutzung von Regenwasser, das a priori nicht trinkbar ist, in Privathaushalten zu einzuführen. In Frankreich ist das gesamte Wasser, das für die verschiedensten Anwendungen verbraucht wird, wertvolles Trinkwasser. Bisher darf man in Frankreich Regenwasser nur zum Gießen des Gartens verwenden. In Belgien oder Deutschland funktionieren viele Häuser bereits schon seit einige Zeit mit Zweikreissystemen: Das Trinkwasser kommt nur in die Wasserhähne, um es zu trinken und zu duschen. Der Rest, Toilettenspülungen etc., wird mit Regenwasser gespeist, das in individuellen Tanks gelagert wird.

    Mit entsprechenden Systemen könnte man dieses nicht trinkbares Wasser sogar mehrfach verwenden. Einige L$änder recyceln es drei- oder viermal. In Israel sind es fünf oder sechs Kreisläufe, die diese „graue“ Wasser durchläuft.

    Meerwasser entsalzen
    Auf Korsika und in der Bretagne, in den kleinen Gemeinden Rogliano und auf der Insel Groix, wollten die Bürgermeister angesichts der Dürre eine andere Lösung ausprobieren: die Entsalzung von Meerwasser.

    Wie das Recycling von Abwasser wird auch diese Technik im Ausland bereits häufig eingesetzt. Die Internationale Vereinigung für Entsalzung, ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Industrieunternehmen und NGOs, zählt weltweit über 17.000 solcher Anlagen. Insgesamt sind mehr als 300 Millionen Menschen für ihren Wasserbedarf darauf angewiesen. Die größten Nutzer von Entsalzungsanlagen sind Saudi-Arabien und Israel. Auch die nordafrikanischen Maghreb-Staaten haben in den letzten Jahren massiv in diese Technik investiert. In Jordanien etwa soll bis 2026 eine Anlage am Roten Meer errichtet werden, die nach Angaben der Behörden 250 bis 300 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr produzieren soll, was etwa 750 Millionen Litern Wasser pro Tag entspricht.

    Diese Technik bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Entsalzungsanlagen sind sehr energieintensiv und daher für viele Gemeinden noch zu teuer. Vor allem aber produziert sie das Abfallprodukt Salzlauge, deren Entsorgung noch nicht zufriedenstellend geregelt ist. Laut einem UN-Bericht werden im Durchschnitt für jeden erzeugten Liter Süßwasser 1,5 Liter dieses salzhaltigen Schlamms wieder in den Ozean geleitet, was die Ökosysteme durcheinanderbringen kann.

    Nebel und Tau einfangen
    Anderswo auf der Welt gibt es eine Unzahl von Lösungen in kleinerem Maßstab. In Chile zum Beispiel wird Wasser aus dem Nebel gesammelt. Diese Technik, die es schon seit der präkolumbianischen Zeit gibt, ist sehr einfach: An nebligen Tagen werden engmaschige Netze aufgestellt. Die kleinen Wassertröpfchen bleiben darin hängen und rieseln dann in Container. Ein billiges, umweltfreundliches und natürliches Verfahren, das jedoch nur unter ganz bestimmten Wetterbedingungen funktioniert.

    Laurent Royon, Forscher am Interdisziplinären Laboratorium für Zukunftsenergien in Paris, untersucht die Möglichkeit, Tautropfen aufzufangen. „Diese Technik könnte überall eingesetzt werden, sogar in Wüsten, wo es nachts kalt ist“, wird der Wissenschaftler von France 24 zitiert. Experimente laufen bereits in Indien, Benin und Marokko. Die Ausbeute ist jedoch mit nur etwa 0,5 Litern pro Kubikmeter Luft und pro Nacht begrenzt.

    Eisberge bewegen, Regen fallen lassen…
    Während alle oben erwähnten Techniken bereits in mehr oder weniger großem Umfang weltweit eingesetzt werden, wollen andere Wissenschaftler noch einen Schritt weiter gehen und versuchen, bisher unerschlossene Wasserreservoirs anzuzapfen. In einer im Mai veröffentlichten Studie mit dem Titel „Unkonventionelle Wasserressourcen“ listen Forscher der Vereinten Nationen ein Dutzend solcher Möglichkeiten auf.

    Doch einige dieser Wege erweisen sich letztlich als kontraproduktiv. Ein Beispiel ist die „Wolkenimpfung“, mit der man Regen auf Kommando auslösen könnte. Die Idee, die seit den 1960er Jahren vor allem in China erforscht wird, besteht darin, das das in der Erdatmosphäre in den Wolken vorhandene Wasser zu nutzen. Nur 10-15% des in den Wolken enthaltenen Wassers fällt letztendlich als Regen. Forscher versuchen, die Niederschlagsmenge zu erhöhen, indem sie Aerosole beispielsweise durch kleine Raketen oder Feuerwerkskörper in die Wolken schiessen. Das Problem ist, dass nicht nur die Wirksamkeit dieser Technik umstritten ist, sondern dass eine Änderung des Wetters auch Kettenreaktionen in anderen Teilen der Welt auslösen könnte, die nur schwer vorhersehbar sind.

    Ebenso umstritten ist die Idee, Eisberge, die aus Süßwasser bestehen, zu bewegen. Fast vierzig Jahre lang beschäftigte dies den französischen Ingenieur Georges Mougin, der versuchte, riesigen Eisblöcke in Länder zu bewegen, die unter Dürre und Trockenheit leiden. Im Jahr 2010 kam man aber zu dem Schluss, dass es fünf Monate und 4.000 Tonnen Öl braucht, um einen Eisberg von Kanada auf die Kanarischen Inseln zu transportieren. Eine Idee also, die zu viele technologische, ökologische und finanzielle Probleme aufwirft.

  • Hitzewelle in der kommenden Woche – was genau ist zu erwarten?

    Hitzewelle in der kommenden Woche – was genau ist zu erwarten?

    Die Wetterfrösche erwarten Mitte nächster Woche eine kleine Hitzewelle mit Spitzenwerten um 32°C im Südosten. Danach werden in weiten Teilen des Landes Gewitter auftreten. Aber nicht genug, um das Grundwasser vor einem Herbst etwas aufzufüllen, der laut den Meteorologen „sehr trocken“ sein wird.

    Die Meteorologen gehen davon aus, dass das Szenario einer neuen Hitzewelle in der nächsten Woche, das in den Vorhersagen bereits angekündigt wurde, nun doch nicht so eintritt. Die Temperaturen werden zwar wieder steigen, aber es wird sich eher um eine kleine Hitzewelle handeln, die maximal drei Tage dauern wird.

    Am Mittwoch werden in Straßburg und Bordeaux 30°C und in Toulouse 31°C erwartet. Am Donnerstag wird das Thermometer in Paris nicht über 28°C und in Lyon nicht über 29°C steigen, aber in Perpignan und Ajaccio wird es 30°C erreichen, wobei im Südosten örtlich Spitzenwerte von 32°C erreicht werden können.

    Am Donnerstagabend wird sich die Lage voraussichtlich verschlechtern, da neue Gewitter aufziehen, die zunächst lokal ausbrechen und sich am Freitag über drei Viertel des Landes ausbreiten werden. Nur der Osten Frankreichs wird voraussichtlich von Blitz und Donner verschont bleiben.

    Aber: Wie die sintflutartigen Regenfälle der letzten Tage werden auch die kommenden Gewitter angesichts der Wassernot der Böden keine grossen Auswirkungen auf die Trockenheit haben. Aus diesem Grund sind auch an diesem Wochenende noch alle Departements von Einschränkungen der Wassernutzung betroffen.

    Es ist also weiterhin Wachsamkeit geboten, zumal die Kombination aus ausbleibenden Regenfällen und neuen Gewittern die Gefahr von Bränden erhöht, insbesondere an der Mittelmeerküste, wo mindestens bis Dienstag Mistral angekündigt ist.

    Die Vorhersagen für den Herbst
    Schlimmer noch, Frankreich steuert auf einen sehr trockenen Herbst zu, so der Meteorologe Régis Crepet, der auf der Website des Wetterkanals Folgendes schreibt: „Wiederkehrende Hitzewellen und seltene Regenfälle führen zu einer Dürre, die mit den Jahren 1976 und 1983 vergleichbar ist. In diesem Zusammenhang wären Regenfälle im Herbst und Winter notwendig, um in den Boden zu sickern und das Grundwasser anzureichern. Zum jetzigen Zeitpunkt scheint jedoch wiederkehrendes trockenes Hochdruckwetter für die nächsten drei Monate vorherrschend zu sein“.

    Infolgedessen könnte der September schön und warm werden. Das für Oktober prognostizierte Niederschlagsdefizit liegt bei fast 50 Prozent, vor allem im Westen Frankreichs. Auch im November erwarten Meteorologen Niederschläge, die um 30% unter den statistischen Durchschnittswerten liegen und Temperaturen, die in einer Größenordnung von +1 °C über den Durchschnittswerten liegen werden.

    Ein Grund mehr, den Bericht des IPCC nach dem außergewöhnlichen Sommer, den wir erleben, wirklich ernst zu nehmen.

  • Bald wieder 40 Grad? Neue Hitzewelle für nächste Woche in Frankreich erwartet

    Bald wieder 40 Grad? Neue Hitzewelle für nächste Woche in Frankreich erwartet

    Gerade erst sind die Temperaturen in Frankreich wieder unter die 25-Grad-Marke gefallen, und schon wird ab nächster Woche im Süden des Landes eine neue Hitzewelle erwartet.

    Es wird wieder heiß werden, sehr heiß sogar. Météo France kündigte für die nächste Woche eine neue Hitzewelle an, die sich zunächst auf den Süden konzentrieren und dann auf das ganze Land ausdehnen wird. Das Thermometer soll nochmals auf über 35 Grad klettern.

    Eine vierte Hitzewelle könnte ganz Frankreich in der nächsten Woche erreichen. Den Vorhersagen von Météo France zufolge werden die Temperaturen ab dem Wochenende nach dem Ende der Gewitter und Niederschläge, die wir derzeit erleben, wieder ansteigen.

    40 Grad im Südwesten?
    Ab Samstag über Südfrankreich die Sonne ungetrübt scheinen, ohne eine einzige Wolke am Himmel. Die 30-Grad-Marke wird in den Regionen Hérault und Pyrénées-Orientales sofort erreicht werden. In der anderen Hälfte des Landes wird es am Wochenende noch kühl bleiben, mit Werten zwischen 20 und 26 Grad.

    Ab Dienstag wird es bis zum Ende der Woche heiß und die Sonne kehrt auch in der nördlichen Hälfte des Landes zurück. Am Mittwoch wird es in Toulouse und Bordeaux 31 Grad und in Tarbes und Montélimar 29 Grad warm.

    Laut dem Wetterkanal la Chaîne Météo könnten im Südwesten Frankreichs bis zu 40 Grad erreicht werden. Es ist noch zu früh, um die Dauer und Intensität dieser neuen Hitzewelle mit grosser Genauigkeit zu bestimmen. Derzeit ziehen immer noch heftige Gewitter über das Land.

  • Trockenheit: Werden die Preise für Milch und Fleisch in den kommenden Monaten explodieren?

    Trockenheit: Werden die Preise für Milch und Fleisch in den kommenden Monaten explodieren?

    Die Dürre zwingt die Landwirte, angesichts des Mangels an Gras auf den Feldern ihre Tiere mit Futtervorräten zu füttern, die eigentlich für den Winter gedacht waren. Dies könnte in den kommenden Monaten zu deutlich höheren Preisen für Milch und Fleisch führen.

    Die Dürre nimmt zu und ihre finanziellen Folgen könnten sich bald bemerkbar machen. Die gelben Wiesen und das von der Hitze ausgetrocknete Gras zwingen die Landwirte, auf ihre Winterfuttervorräte zurückzugreifen, um ihre Tiere zu füttern.

    „Wir haben Tiere, die normalerweise in dieser Zeit auf der Weide sind, die nichts mehr zu fressen haben. Man muss das in diesem Frühjahr eingelagerte Futter, das für die Winterfütterung der Tiere bestimmt war, bereits jetzt zufüttern“, erklärte Yannick Fialip, Viehzüchter und Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses der Bauerngewerkschaft FNSEA, gegenüber Franceinfo.

    Lesen Sie auch: Wasserknappheit: Sind ganze Regionen bald ohne Leitungswasser?

    Werden die Preise für Fleisch und Milch?
    Die Tiere finden auf den Weiden nichts mehr zu fressen. Die relativ frühe Nutzung der Wintervorräte für die Fütterung der Kühe wird die Landwirte dazu zwingen, den Mangel an Heu für den kommenden Winter auszugleichen. Heu kostet etwa 80 Euro pro Tonne, eine Herde von zwanzig Tieren frisst fünf bis sechs Tonnen…

    Diese höheren Ausgaben für Züchter und Landwirte werden sich in den kommenden Wochen und Monaten zwangsläufig auf die Preise für Milch und Fleisch auswirken.

    Ein weiterer Grund für den Preisanstieg dürfte sein, dass es in den kommenden Monaten zu Engpässen bei Milch und Fleisch kommen wird. Viele Landwirte werden sich in Kürze von ihren Tieren trennen müssen, weil sie nicht genug Geld haben, um sie ausreichend zu ernähren. Und dann setzt folgender Mechanismus ein: Wenn die Züchter ihren Muttertierbestand verringern, dann haben sie drei Jahre lang nur noch eingeschränkte Möglichkeiten, Kälber zu produzieren.

    Langfristig bedeutet das, dass „in den französischen Supermärkten die Regale irgendwann leer bleiben werden und es für den Verbraucher komplizierter wird, diese Lebensmittel zu finden“, erklärte Pascal Lerousseau, Präsident der Landwirtschaftskammer des Departements Creuse, gegenüber dem Sender France Bleu.