Schlagwort: Tourismus

  • Urlaubsinsel im Ausnahmezustand – Sintflutartiger Regen über Lanzarote

    Urlaubsinsel im Ausnahmezustand – Sintflutartiger Regen über Lanzarote

    Lanzarote, 13. April 2025 – Statt Sonne, Strand und Entspannung erlebten Einheimische und Touristen auf Lanzarote am vergangenen Wochenende ein Naturereignis, das die Kanareninsel an den Rand des Ausnahmezustands brachte. Sintflutartige Regenfälle legten Teile der Infrastruktur lahm, überschwemmten ganze Stadtteile und sorgten für Hunderte Notrufe – ein Szenario, das viele Urlauber eiskalt erwischte.

    Wetter-Drama in Zahlen

    Allein in Tahíche prasselten binnen zwei Stunden mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter nieder – mehr als sonst im ganzen Monat. Auch Arrecife (61,7 Liter) und Teguise (48 Liter) meldeten Rekordwerte. Die Straßen verwandelten sich in reißende Bäche, Keller liefen voll, die Kanalisation kapitulierte. Besonders heftig traf es Costa Teguise, wo in einem Strandhotel sogar die Rezeption überschwemmt wurde. Tiefgaragen? Vollgelaufen bis zur Decke.

    Ausnahmezustand – und schnelle Reaktion

    Die Regionalregierung rief am Samstag rasch den Notstand aus – und konnte ihn Sonntagmorgen bereits wieder aufheben. Doch die Spuren der Katastrophe bleiben. Über 300 Notrufe in nur einer Nacht zeugen von der Dramatik der Situation. Der Leiter der Notfalldienste, Enrique Espinosa, sprach von einer „enormen Menge an Schlamm“ und mehreren überfluteten Häusern – der Schlamm ist zäh, nicht nur im wörtlichen Sinne.

    Urlaub mit Gummistiefeln

    Die Bilder in den sozialen Medien waren ebenso surreal wie erschreckend: Barfuß durch knöcheltiefes Wasser watende Touristen, durchweichte Koffer, improvisierte Evakuierungen. Ein deutscher Urlauber berichtet: „Wir saßen beim Abendessen, da kam plötzlich das Wasser unter der Tür durch. Minuten später standen wir im Wasser.“ Das Hotelpersonal habe blitzschnell reagiert – raus durch den Hintereingang, hochgelegene Zuflucht. Urlaub, wie man ihn sich nicht wünscht.

    Sturm Olivier: Mehr als nur ein Unwetter

    Hinter dem Ganzen steckt „Sturm Olivier“, der bereits am 9. April die Kanarischen Inseln heimsuchte. Die spanische Wetterbehörde AEMET warnt eindringlich vor weiteren Wetterextremen. Denn: Diese Ereignisse sind längst kein Zufall mehr. Meteorologen sehen im Klimawandel die Ursache für die zunehmenden Wetterkapriolen auf den sonst so ausgeglichen temperierten Kanaren. Der Tourismus – bisher auf verlässliches Wetter bauend – muss umdenken.

    Einbruch in die Urlaubsidylle

    Lanzarote ist nicht nur geologisch ein Insel-Unikat, sondern auch eine der meistbesuchten Ferieninseln Spaniens. Dass ganze Hotelanlagen unbewohnbar wurden und zahlreiche Ausflüge gestrichen werden mussten, stellt den Tourismussektor vor große Herausforderungen. Die Behörden loben zwar die reibungslose Zusammenarbeit mit Hotels und Rettungsdiensten – doch bis wieder Normalität einkehrt, werden Tage vergehen.

    Wichtige Hinweise für Reisende

    Wer in den kommenden Tagen eine Reise nach Lanzarote plant, sollte sich gut informieren. Offizielle Kanäle und Wetterdienste liefern regelmäßig Updates. Die Generaldirektion für Notfälle rät eindringlich, Schluchten und Wanderwege entlang der Küste zu meiden. Auch in beliebten Regionen wie Arrecife und Teguise könnten noch Aufräumarbeiten laufen. Urlauber, die bereits vor Ort sind, sollten Anweisungen des Hotelpersonals und der Behörden folgen – und bei Regenwarnungen besser auf Abenteuer verzichten.

    Was bleibt, ist ein Weckruf

    Lanzarote hat einmal mehr gezeigt, wie schnell sich Idylle in Ernst verwandeln kann. Und vielleicht ist dieses Unwetter mehr als nur ein meteorologisches Ereignis – vielleicht ist es ein weiterer Weckruf an uns alle: Die Natur ist nicht planbar, schon gar nicht im Zeitalter des Klimawandels.

    Von C. Hatty

  • Côte d’Azur: Touristenströme auch in der Nebensaison

    Côte d’Azur: Touristenströme auch in der Nebensaison

    Die Côte d’Azur bleibt ein Besuchermagnet – selbst in den Wintermonaten. Von der berühmten Promenade des Anglais in Nizza bis zu den Stränden von Saint-Raphaël zieht die französische Mittelmeerküste immer mehr Touristen an.

    Und das ist kein Zufall. Frankreich behauptet sich weiterhin als das meistbesuchte Land der Welt, was auch den positiven Effekten der Olympischen Spiele zu verdanken ist.

    Winter, Sonne, Côte d’Azur

    Die klassischen Postkartenmotive der Côte d’Azur – Palmen, türkisblaues Wasser und charmante Altstädte – verfehlen ihre Wirkung auch im Winter nicht. Während andere Urlaubsregionen in der kalten Jahreszeit einen Besucherrückgang erleben, boomt der Tourismus hier.

    Fast 50 % der touristischen Unterkünfte waren in der späten Wintersaison belegt. Auch Restaurants verzeichneten eine hohe Nachfrage, was bestätigt, dass viele Urlauber die milde Mittelmeerluft der französischen Riviera genossen haben.

    Hotels profitieren von steigenden Buchungen

    Ein Hotel in Hafennähe erreichte 2024 eine beeindruckende Auslastung von 80 %. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Plus von 3,5 %. Mit dem Frühling vor der Tür stehen Hoteliers und Gastronomen nun vor der Herausforderung, zusätzliches Personal zu rekrutieren.

    Olympische Spiele als Wachstumsmotor

    Die touristische Erfolgswelle betrifft nicht nur die Côte d’Azur. Dank der Olympischen und Paralympischen Spiele konnte Frankreich im Jahr 2024 beeindruckende 100 Millionen internationale Besucher begrüßen.

    Kein Zweifel – Frankreich bleibt die unangefochtene Nummer eins im weltweiten Tourismus. Und mit seinen sonnenverwöhnten Küsten ist die Côte d’Azur ein strahlendes Aushängeschild dieses Erfolgs.

    Von C. Hatty

  • Winterferien: Last-Minute-Trips in die milde Sonne des Var

    Winterferien: Last-Minute-Trips in die milde Sonne des Var

    In Saint-Raphaël, im Département Var, genießen Touristen das angenehme Winterwetter. Die Region bietet zudem zahlreiche Aktivitäten für Urlauber.

    Lissandre und ihre Mutter sind quer durch Frankreich gereist, um ein paar Tage an der Côte d’Azur zu verbringen. „Es ist fast niemand hier – einfach perfekt!“, freut sich die junge Frau. Ein Rentnerpaar hat sich ein sportlicheres Programm vorgenommen: Jeden Morgen stehen 10 Kilometer Spaziergang entlang des Meeres auf dem Plan.

    Milde Temperaturen und entspannte Atmosphäre

    Auch wenn die Sonne sich an diesem Freitag, dem 21. Februar, eher zurückhält, sorgt das milde Klima im Var für vielfältige Möglichkeiten. Die Temperaturen erreichen am Nachmittag angenehme 15 Grad – für eine Familie aus Paris genau richtig. „Man kann immer irgendwo gut essen gehen und das Meer genießen“, sagen sie entspannt.

    Während die Februarferien für die Tourismusbranche im Var zu den ruhigeren Zeiten des Jahres gehören, verzeichnet ein Hotel in Saint-Raphaël dennoch eine Auslastung von 30 Prozent – vor allem dank spontaner Last-Minute-Buchungen.

  • Nachhaltiger Tourismus: Ein Balanceakt zwischen Entdecken und Bewahren

    Nachhaltiger Tourismus: Ein Balanceakt zwischen Entdecken und Bewahren

    Am 17. Februar wird weltweit der Globale Tag der Nachhaltigkeit im Tourismus begangen – ein Datum, das viele Menschen vielleicht noch nicht auf dem Schirm haben, das aber angesichts der Herausforderungen unserer Zeit immer wichtiger wird. Reisen erweitert den Horizont, verbindet Kulturen und stärkt die Wirtschaft. Doch gleichzeitig hinterlässt der Tourismus oft tiefe Spuren: Umweltzerstörung, überfüllte Sehenswürdigkeiten und sozial unverträgliche Entwicklungen sind nur einige der Schattenseiten.

    Aber wie kann Reisen nachhaltiger gestaltet werden, ohne den Zauber des Entdeckens zu verlieren?

    Die Kehrseite des Massentourismus

    Ob Venedig, Barcelona oder die thailändische Insel Koh Phi Phi – weltweit kämpfen beliebte Reiseziele mit den Folgen des Massentourismus. Ströme von Touristen bevölkern historische Innenstädte, Kreuzfahrtschiffe pumpen Schadstoffe in die Luft und Korallenriffe sterben durch unachtsame Taucher ab. Die traurige Wahrheit: Viele paradiesische Orte stehen kurz vor dem ökologischen Kollaps.

    Ein Beispiel: In Thailand wurde 2018 die berühmte Maya Bay für mehrere Jahre geschlossen. Die atemberaubende Bucht, bekannt aus dem Film The Beach, war so überrannt, dass ihre Korallenriffe stark geschädigt wurden. Seit ihrer Wiedereröffnung dürfen nur noch begrenzte Besucherzahlen eintreten – eine Maßnahme, die in Zukunft vielleicht auch andere Destinationen ergreifen müssen.

    Nachhaltiger Tourismus – was bedeutet das konkret?

    Nachhaltigkeit im Tourismus bedeutet, dass Reisen so gestaltet wird, dass Umwelt, Kultur und die einheimische Bevölkerung nicht darunter leiden. Klingt logisch, oder? Doch in der Realität ist das oft komplizierter.

    Ökologisch nachhaltig bedeutet, dass Transport, Unterkünfte und Aktivitäten möglichst ressourcenschonend sind. Das fängt schon bei der Wahl des Verkehrsmittels an: Muss es wirklich der Kurzstreckenflug sein oder gibt es eine klimafreundlichere Alternative wie die Bahn? Hotels mit Solaranlagen, Regenwassernutzung und regionaler Küche sind weitere Beispiele für umweltbewusstes Reisen.

    Sozial nachhaltig heißt, dass die lokale Bevölkerung vom Tourismus profitiert, anstatt ausgebeutet zu werden. Ein typischer Fehler: Viele Reisende buchen große Hotelketten und essen in internationalen Restaurantketten, während kleine, familiengeführte Betriebe ums Überleben kämpfen. Wer wirklich nachhaltig unterwegs sein möchte, setzt auf lokale Anbieter, faire Löhne und respektvollen Umgang mit den Menschen vor Ort.

    Kulturelle Nachhaltigkeit schließlich bedeutet, dass Reisende die Traditionen und Bräuche eines Landes respektieren. Es mag für manche Touristen ein Spaß sein, auf Bali für ein Selfie in einen Tempel zu hüpfen oder in Japan lautstark in der U-Bahn zu telefonieren – für die Einheimischen ist es oft respektlos. Ein wenig kulturelles Feingefühl kann hier einen großen Unterschied machen.

    Kleine Schritte mit großer Wirkung

    Viele denken: Was kann ich als Einzelner schon tun? Tatsächlich eine ganze Menge. Denn nachhaltiges Reisen beginnt mit bewussten Entscheidungen.

    • Transport klug wählen: Wer innerhalb Europas reist, sollte Bahn oder Fernbus dem Flugzeug vorziehen. Falls ein Flug unvermeidbar ist, gibt es CO₂-Kompensationen, um den Fußabdruck zu verringern.
    • Sanfter Tourismus statt Hotspots: Statt sich mit Tausenden durch die Straßen von Paris zu drängen – warum nicht mal kleinere Städte wie Nantes oder Lyon erkunden? Oft sind es gerade die weniger bekannten Orte, die das authentischste Reiseerlebnis bieten.
    • Unterkunft mit Bedacht wählen: Eco-Lodges, nachhaltige Hotels oder Unterkünfte bei Einheimischen sorgen für eine geringere Umweltbelastung und eine direkte Unterstützung der lokalen Bevölkerung.
    • Müll vermeiden: Plastikflaschen, Coffee-to-go-Becher, Einwegbesteck – auf Reisen sammelt sich oft mehr Müll an als gedacht. Eine eigene Trinkflasche, Stoffbeutel und wiederverwendbares Besteck helfen, Abfall zu reduzieren.
    • Respekt zeigen: Andere Länder, andere Sitten. Wer sich informiert und lokale Gepflogenheiten achtet, wird nicht nur respektvoller reisen, sondern oft auch herzlicher empfangen.

    Verantwortung der Reiseindustrie

    Doch nicht nur Reisende stehen in der Verantwortung – auch die Tourismusbranche muss umdenken. Große Reiseveranstalter werben immer öfter mit nachhaltigen Angeboten, doch nicht überall steckt auch echte Nachhaltigkeit dahinter. Oft handelt es sich um „Greenwashing“ – also Marketingstrategien, die Umweltschutz nur vortäuschen.

    Hier sind strengere Richtlinien und unabhängige Kontrollen gefragt. Zertifizierungen wie das TourCert-Siegel oder das Green Key-Zertifikat helfen dabei, wirklich nachhaltige Anbieter zu erkennen.

    Wohin geht die Reise?

    Klar ist: Die Art und Weise, wie wir reisen, muss sich ändern. Wer nachhaltiger unterwegs ist, sorgt dafür, dass auch zukünftige Generationen noch die Schönheit dieser Welt entdecken können. Ist das nicht eine Verantwortung, die wir alle tragen sollten?

    Egal, ob ein Wochenende im Harz oder eine Fernreise nach Neuseeland – jeder Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zählt. Der Globale Tag der Nachhaltigkeit im Tourismus erinnert uns daran, dass wir unser Reiseverhalten überdenken müssen. Denn die Welt ist kein Freizeitpark – sie ist unser Zuhause.

    Von C. Hatty

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Eurovision 2025: Hotels nahe der Schweizer Grenze überfüllt

    Eurovision 2025: Hotels nahe der Schweizer Grenze überfüllt

    In der elsässischen Stadt Saint-Louis (Haut-Rhin), nur einen Katzensprung von der Schweizer Grenze und Basel entfernt, hat das Eurovision-Fieber bereits begonnen. Die Hotels sind restlos ausgebucht – Monate vor dem großen Musikwettbewerb im Mai.

    Riesiger Andrang auf Unterkünfte

    In Hagenthal-le-Bas, einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Basel, bereiten sich Hoteliers auf einen Ansturm internationaler Gäste vor. Der Eurovision Song Contest findet vom 13. bis 17. Mai 2025 in Basel statt, und die Nachfrage nach Unterkünften ist enorm.

    „Die erste Welle von Buchungen begann bereits im August 2024, als Genf und Basel als mögliche Austragungsorte bestätigt wurden“, berichtet die Hotelbetreiberin Line Dirrig. Seitdem sind Zimmer in der Region heiß begehrt.

    Ein Glücksfall für die Region

    Jedes Jahr lockt der größte TV-Gesangswettbewerb der Welt Zehntausende Fans aus ganz Europa an – eine Herausforderung für die Gastgeberstadt. Basel allein kann den Ansturm nicht bewältigen, weshalb sich auch Hotels in Frankreich füllen.

    Besonders Saint-Louis profitiert: Die rund 2.000 verfügbaren Hotelzimmer der Stadt sind praktisch ausgebucht. Auch weiter entfernte Orte wie Mulhouse, etwa 30 Kilometer von Basel entfernt, erleben einen Boom.

    Und die Stadt Mulhouse hat noch größere Pläne: Sie möchte ein offizielles Eurovision-Village einrichten. „Wir hoffen, einige Delegationen hier begrüßen zu dürfen“, sagt Emmanuelle Suarez, stellvertretende Bürgermeisterin von Mulhouse.

    Der Eurovision Song Contest sorgt also nicht nur für musikalische Begeisterung, sondern auch für einen touristischen Aufschwung im südlichen Elsass.

    Von C. Hatty

  • Notre-Dame de Paris: Besucheransturm nach Wiedereröffnung – 1,6 Millionen Gäste seit Dezember

    Notre-Dame de Paris: Besucheransturm nach Wiedereröffnung – 1,6 Millionen Gäste seit Dezember

    Die frisch renovierte Kathedrale Notre-Dame de Paris zieht die Massen an. Seit ihrer Wiedereröffnung im Dezember haben bereits über 1,6 Millionen Menschen das weltberühmte Wahrzeichen besucht. Diese beeindruckende Zahl wurde am vergangenen Wochenende erreicht, wie der Rektor-Archiprister Olivier Ribadeau Dumas berichtet.

    Täglich strömen inzwischen etwa 30.000 Besucher durch die Tore des gotischen Meisterwerks – eine enorme Steigerung im Vergleich zur Zeit vor dem verheerenden Brand von 2019. Damals lag die durchschnittliche Besucherzahl bei rund 23.500 Personen pro Tag.

    Ein Symbol der Wiederauferstehung

    Die Resonanz auf die Wiedereröffnung ist gewaltig. Allein zwischen Ende Januar und Anfang Februar kamen mehr als 700.000 Menschen, um einen Blick auf die restaurierte Kathedrale zu werfen. Bereits Mitte Januar waren es 860.000 Besucher gewesen – und das nur einen Monat nach der offiziellen Öffnung für die Öffentlichkeit.

    Die Verantwortlichen rechnen damit, dass 2025 insgesamt 15 Millionen Gäste Notre-Dame besichtigen werden. Die Zahlen sprechen für sich: Das Interesse an dem weltberühmten Wahrzeichen ist ungebrochen.

    Eine Kathedrale, die Menschen bewegt

    Die emotionale Bedeutung von Notre-Dame geht weit über Paris hinaus. Der verheerende Brand im April 2019 hatte weltweit Bestürzung ausgelöst. Die Bilder der einstürzenden Turmspitze gingen um die Welt, und Millionen Menschen verfolgten den dramatischen Kampf der Feuerwehr gegen die Flammen.

    Doch heute ist die Kathedrale wieder ein Ort der Hoffnung. Die sorgfältige Restaurierung, die mit enormem Aufwand und präziser Handwerkskunst durchgeführt wurde, hat das gotische Juwel zu neuem Leben erweckt. Die Besucher strömen nicht nur aus religiösen oder kulturellen Gründen hierher – sie kommen auch, um die Geschichte der Zerstörung und Wiederauferstehung mit eigenen Augen zu sehen.

    Ein Besuchermagnet wie nie zuvor

    Die aktuellen Besucherzahlen zeigen: Notre-Dame ist beliebter denn je. Es ist bemerkenswert, dass das Interesse nun sogar höher ist als vor dem Brand. Dies könnte auch mit der Neugier auf die Restaurierungsarbeiten zusammenhängen. Wer würde nicht gerne sehen, wie das fast verlorene Meisterwerk wieder zum Leben erweckt wurde?

    Die nächsten Jahre werden zeigen, ob sich dieser Ansturm fortsetzt. Eines ist jedoch sicher: Notre-Dame ist und bleibt ein zentraler Anziehungspunkt für Paris – und ein Symbol für die Widerstandskraft und den kulturellen Reichtum Frankreichs.

    Catherine H.

  • Auf den Spuren des Filmdramas „Könige des Sommers“

    Auf den Spuren des Filmdramas „Könige des Sommers“

    Eine Reise durch das wilde Herz des französischen Juragebirges.

    Manchmal bringt ein Film nicht nur eine Geschichte auf die Leinwand, sondern auch eine ganze Landschaft zum Leben. Könige des Sommers (Originaltitel: Vingt Dieux) ist so ein Film. Er erzählt von jugendlicher Freiheit, familiären Herausforderungen und der rauen, aber faszinierenden Natur des Juragebirges. Wer nach dem Kinobesuch Lust bekommt, die Drehorte selbst zu erkunden, sollte sich auf eine Reise voller ursprünglicher Schönheit, traditioneller Handwerkskunst und kulinarischer Genüsse gefasst machen.

    Orgelet – Der heimliche Hauptdarsteller

    Der kleine Ort Orgelet ist einer der zentralen Drehorte des Films. Hier beginnt die Geschichte von Totone, und hier schlägt auch das Herz des Jura-typischen Landlebens. Die engen Gassen, die historischen Steinhäuser und die umgebenden Weiden versprühen einen Charme, der an vergangene Zeiten erinnert.

    Ein Muss ist die Kirche Saint-Laurent, ein beeindruckendes gotisches Bauwerk, das sich majestätisch über den Ort erhebt. Wer durch Orgelet schlendert, versteht sofort, warum diese Kulisse perfekt für einen Film über Tradition, Familie und das raue, aber echte Leben im Jura ist.

    Val Suran – Natur und Einsamkeit

    Wer dem Fluss Suran folgt, taucht immer tiefer in die unberührte Natur des französischen Jura ein. Die Drehorte rund um Val Suran zeigen die Landschaft von ihrer wilden Seite: verwunschene Wälder, saftig grüne Hügel und plätschernde Bäche.

    Hier kann man wunderbare Wanderungen unternehmen und dabei genau jene Orte entdecken, an denen Totone im Film mit seinen Freunden durch die Gegend streift. Ein besonderes Highlight: die alten Mühlen am Suran, die sich malerisch in die Landschaft schmiegen. Man hört förmlich das Klappern der Wasserräder – oder ist das nur die Fantasie, befeuert durch den Film?

    Camping am Lac de Chalain – Ein See wie aus einem Gemälde

    Totones unbeschwerte Sommernächte spiegeln sich perfekt im Lac de Chalain wider. Dieser türkisfarbene See, umrahmt von steilen Felswänden und dichten Wäldern, ist einer der schönsten im ganzen Jura. Wer den Film gesehen hat, wird sich an die Szenen erinnern, in denen das Wasser die Sonne reflektiert und die Jugendlichen lachend hineinspringen.

    Ob Baden, Kanufahren oder einfach am Ufer entspannen – hier kommt echtes Sommerfeeling auf. Wer sich richtig auf das Filmgefühl einlassen will, kann auf einem der Campingplätze am See übernachten. Nachts, wenn die Sterne funkeln und das Wasser leise gegen das Ufer plätschert, fühlt man sich fast wie eine Figur aus Könige des Sommers.

    Simandre-sur-Suran – Dorfidylle mit Charme

    Auch Simandre-sur-Suran spielt eine wichtige Rolle im Film. Die typisch französischen Bauernhöfe mit ihren großen Holztoren und den alten Scheunen geben ein authentisches Bild des ländlichen Lebens.

    Besonders sehenswert ist die kleine romanische Kirche, die auf einer Anhöhe thront und von der aus man einen herrlichen Blick über die sanften Hügel der Region hat. Genau hier könnte man sich vorstellen, wie Totone nachdenkt, Pläne schmiedet und sich fragt, wohin sein Leben ihn führen wird.

    Fort des Rousses – Zwischen Geschichte und Käsekunst

    Ein ganz besonderer Drehort ist das Fort des Rousses. Einst eine riesige Militärfestung, dient es heute als Reifekeller für einen der berühmtesten Käsesorten Frankreichs: den Comté. Dieser würzige Hartkäse ist nicht nur im Film von zentraler Bedeutung, sondern auch im echten Leben des Jura unverzichtbar.

    Eine Führung durch das unterirdische Labyrinth der Festung ist ein echtes Erlebnis. Hier reifen Tausende von Käselaiben in perfektem Klima – ein Paradies für Käseliebhaber! Und wer nach dem Rundgang probiert, versteht sofort, warum Totone unbedingt am Wettbewerb teilnehmen wollte.

    Das Juragebirge – Ein Paradies für Naturfreunde

    Neben den Drehorten bietet das Jura noch so viel mehr: tiefe Wälder, spektakuläre Wasserfälle, geheimnisvolle Höhlen. Eine Wanderung zum Cascades du Hérisson, einer beeindruckenden Kaskade aus mehreren Wasserfällen, ist ein absolutes Highlight. Oder wie wäre es mit einer Kajaktour auf dem Fluss Ain, der sich durch wilde Schluchten schlängelt?

    Auch kulturell hat die Region einiges zu bieten. In Städten wie Lons-le-Saunier, der Heimat des berühmten Mineralwassers, oder Saint-Claude, dem Zentrum der Pfeifenherstellung, taucht man tief in die Traditionen des Jura ein.

    Kulinarische Entdeckungen – Ein Hoch auf Käse und Wurst

    Was wäre eine Reise ins Jura ohne seine Spezialitäten? Neben dem bereits erwähnten Comté sollte man unbedingt Morbier probieren, einen cremigen Käse mit einer markanten Ascheschicht in der Mitte.

    Dazu passt perfekt eine Portion Saucisse de Morteau, eine geräucherte Wurst, die über Tannenholz veredelt wird. Und als Dessert? Tarte aux Myrtilles, eine köstliche Heidelbeertarte, die nach Sommer und Freiheit schmeckt – fast so wie der Film selbst.

    Eine Reise wie ein Film – voller Abenteuer und Emotionen

    Wer Könige des Sommers mochte, wird diese Reise lieben. Denn das Jura ist mehr als nur eine Kulisse – es ist ein Gefühl. Eine Mischung aus rauer Schönheit, tief verwurzelter Tradition und ungebändigter Natur.

    Warum also nicht selbst auf Totones Spuren wandeln, ein Stück Comté probieren und sich von der Magie dieser einzigartigen Region verzaubern lassen?

    Ein Reisebericht von V.O.Yager


    Mehr über den Film

    https://de.wikipedia.org/wiki/Könige_des_Sommers

  • Straßensicherheit in Savoie: Höchste Wachsamkeit nach Felsstürzen

    Straßensicherheit in Savoie: Höchste Wachsamkeit nach Felsstürzen

    Die Straßen in der französischen Region Savoie stehen unter strenger Beobachtung – und das aus gutem Grund. Anderthalb Jahre nach einem gewaltigen Felssturz in der Maurienne-Talregion laufen die Arbeiten zur Sicherung der betroffenen Felswand auf Hochtouren. Der Schaden war immens: Am 27. August 2023 brachen 15.000 Kubikmeter Gestein von der Bergwand ab und krachten in die Tiefe. Glück im Unglück – niemand wurde verletzt. Doch eine Autobahn, eine Departementsstraße und eine Bahnstrecke wurden schwer getroffen.

    Millioneninvestition für die Sicherheit

    Die Instandsetzung und Sicherung der gefährdeten Zone erfordern eine gigantische Baustelle. Arbeiter rücken den instabilen Felsen mit Sprengstoff, Baggern und teilweise sogar mit bloßen Händen zu Leibe. Eine gewaltige Herausforderung, denn es geht nicht nur darum, bestehende Schäden zu beseitigen – es muss auch verhindert werden, dass so etwas erneut passiert.

    Rund 14 Millionen Euro kostet das Großprojekt. Besonders bemerkenswert: Sechs Millionen davon trägt das Departement Savoie selbst. Das entspricht mehr als 60 Prozent des gesamten Budgets, das für Naturkatastrophen eingeplant ist. Eine enorme finanzielle Belastung. Olivier Thevenet, Vizepräsident des Departementsrats von Savoie und verantwortlich für Infrastruktur, bringt es auf den Punkt: „Wenn wir jedes Jahr ein solches Ereignis hätten, wüssten wir nicht, wie wir das finanziell stemmen könnten.“

    Schutzmaßnahmen in schwindelerregender Höhe

    Um die Straße dauerhaft zu sichern, wurden bereits mehrere Dutzend Meter Schutzgitter an der Felswand angebracht. Doch das ist nur ein Teil der Sicherheitsmaßnahmen. Experten überwachen die geologische Stabilität der Region genau, um frühzeitig Gefahren zu erkennen.

    Die Arbeiten in der Maurienne-Region zeigen eindrücklich, mit welchen Herausforderungen bergige Gebiete zu kämpfen haben. Wer hätte gedacht, dass ein einziger Felssturz so massive Konsequenzen nach sich zieht?

    Und die nächste Frage drängt sich auf: Wie viele solcher Ereignisse kann sich Savoie überhaupt noch leisten?

    Von C. Hatty

  • Jubiläen und Feste in den Südvogesen – Ein Jahr voller Geschichte, Kultur und Naturerlebnisse

    Jubiläen und Feste in den Südvogesen – Ein Jahr voller Geschichte, Kultur und Naturerlebnisse

    2025 steht in den Südvogesen ganz im Zeichen besonderer Jubiläen – ein Jahr, das Tradition, Architektur und Natur in den Mittelpunkt rückt. Von der 550-jährigen Geschichte der ältesten Glashütte Frankreichs bis zum 50. Geburtstag der legendären „Planche des Belles Filles“ erwartet Besucher eine spannende Mischung aus Feierlichkeiten, kulturellen Highlights und unvergesslichen Momenten.

    550 Jahre La Verrerie La Rochère – Handwerkskunst mit Geschichte

    Ein halbes Jahrtausend und noch immer lebendig: Die Glashütte La Rochère in Passavant-la-Rochère feiert 550 Jahre meisterhafte Handwerkskunst. Hier wird Glas nicht nur gefertigt – es erzählt eine Geschichte, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Als Teil der „Unternehmen des lebenden Kulturerbes“ verbindet die traditionsreiche Manufaktur Nachhaltigkeit mit Tradition: Ihr Glas ist zu 100 % recycelbar. Besucher können die Kunst des Glasblasens hautnah erleben und durch die beeindruckenden Kollektionen stöbern. Ein besonderes Highlight ist der japanische Garten, der bereits zum 500. Jubiläum angelegt wurde und mit seiner ruhigen Atmosphäre zum Verweilen einlädt.

    70 Jahre Chapelle Notre-Dame-du-Haut – Le Corbusiers Meisterwerk im neuen Glanz

    Ein Juwel der modernen Architektur feiert Geburtstag: Die Chapelle Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp wird 70 Jahre alt. 1955 von Le Corbusier erbaut, zählt sie zu den bedeutendsten Sakralbauten des 20. Jahrhunderts. Ihre geschwungenen Formen und das Spiel aus Licht und Schatten machen sie zu einem Ort der Stille – und der Inspiration. Pünktlich zum Jubiläum sind die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen, die die Kapelle in ihrer ursprünglichen Pracht erstrahlen lassen. 2025 erwartet Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit Ausstellungen und besonderen Veranstaltungen, die das architektonische Erbe dieses außergewöhnlichen Bauwerks zelebrieren.

    50 Jahre Planche des Belles Filles – Von der Bergetappe zur Legende

    Ein Ort, der Radrennfahrer und Naturfreunde gleichermaßen begeistert: Die Bergstation Planche des Belles Filles blickt 2025 auf 50 Jahre Geschichte zurück. Als legendäre Etappe der Tour de France ist sie längst ein fester Bestandteil des Radsportkalenders. Doch nicht nur Profis treten hier in die Pedale – die Region lockt Wanderer, Wintersportler und Erholungssuchende mit atemberaubenden Landschaften. Zum Jubiläum stehen besondere Events an: Am 18. Mai startet ein actionreiches Seifenkistenrennen, während am 22. Juni ein Genussmarsch stattfindet, bei dem sich Naturerlebnis und kulinarische Highlights vereinen.

    20 Jahre archäologische Ausgrabungen in Luxeuil-les-Bains

    Vergangenheit zum Anfassen: Seit zwei Jahrzehnten liefern archäologische Ausgrabungen in Luxeuil-les-Bains spannende Einblicke in die Geschichte der Region. Besonders spektakulär war die Entdeckung von 150 merowingischen Sarkophagen, die zu den bedeutendsten Gräberfunden Europas zählen. Zum 20-jährigen Jubiläum lädt eine Sonderausstellung dazu ein, mehr über diese historischen Schätze zu erfahren. Zudem wird die Stätte „&cclesia“ offiziell eröffnet – ein Ort, der den Besuchern die bewegte Vergangenheit der Region eindrucksvoll näherbringt.

    Eine Region voller Entdeckungen

    Die Südvogesen erstrecken sich von Passavant-la-Rochère im Norden bis Belfort im Südosten. Die Region vereint sanfte Hügel, dichte Wälder und geschichtsträchtige Orte – ein Paradies für Naturliebhaber und Kulturliebhaber gleichermaßen.

    Mit rund 50.000 Einwohnern ist Belfort das pulsierende Zentrum. Hier wacht der berühmte Löwe von Bartholdi über die Stadt – ein imposantes Denkmal mit bewegter Geschichte. Der höchste Gipfel der Region, der Elsässer Belchen (1.247 m), thront majestätisch im Regionalen Naturpark Ballons des Vosges. Und dann ist da noch das geheimnisvolle Land der Tausend Teiche, eine Landschaft, die beinahe surreal wirkt.

    Doch nicht nur Natur und Geschichte faszinieren – auch kulinarisch haben die Südvogesen einiges zu bieten. Wie wäre es mit den berühmten Fougerolles-Kirschen oder frischen Blaubeeren? Wer einmal in diese Geschmackswelt eingetaucht ist, kommt garantiert wieder.

    Mehr Informationen zu den Jubiläumsveranstaltungen gibt es hier: https://bit.ly/Sudvogesen

  • Erdrutsch in Savoyen: Verkehr auf der RN 90 läuft wieder an

    Erdrutsch in Savoyen: Verkehr auf der RN 90 läuft wieder an

    Nach dem massiven Erdrutsch auf der RN 90 in Savoie kehrt langsam Normalität zurück. Seit dem frühen Sonntagmorgen bewegt sich der Verkehr wieder – wenn auch schleppend. Doch die Behörden warnen: Geduld und Vorsicht sind gefragt.

    Zäher Start nach der Blockade

    Samstagabend kam der Verkehr auf der wichtigen Route Nationale 90 völlig zum Erliegen. Gesteinsmassen hatten die Straße blockiert, Reisende Richtung Tarentaise und Haute-Tarentaise saßen fest. Eine ungemütliche Situation, gerade für die zahlreichen Wintersporturlauber, die auf dem Weg in die Skigebiete waren.

    Doch am Sonntagmorgen ab 7 Uhr die erlösende Nachricht: Der Verkehr rollt wieder – wenn auch nur schrittweise. Die Präfektur erwartet im Laufe des Tages ein hohes Verkehrsaufkommen mit möglichen Staus.

    Ein Kraftakt für die Einsatzkräfte

    Savoies Präfekt François Ravier nutzte die Gelegenheit, um all jenen zu danken, die in dieser Ausnahmesituation geholfen haben. Kommunale Teams, Katastrophenschutzorganisationen, die Gendarmerie, Feuerwehrleute des SDIS sowie Straßenmeistereien und der Département-Rat – sie alle haben Hand in Hand gearbeitet, um die Sicherheit der Autofahrer zu gewährleisten.

    Und diese Hilfe war dringend nötig. Rund 1.500 Menschen mussten in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Notunterkünften untergebracht werden. Dort konnten sie sich ausruhen, eine warme Mahlzeit bekommen oder einfach nur einen Moment durchatmen. Für viele Reisende eine unerwartete Zwangspause, die durch das Engagement der Helfer erträglicher wurde.

    Vorsicht bleibt das Gebot der Stunde

    Trotz der teilweisen Wiederaufnahme des Verkehrs ist die Situation noch nicht völlig entschärft. Die Behörden bitten alle Autofahrer, besonders vorsichtig zu sein – die Strecke bleibt anfällig für weitere Zwischenfälle.

    Denn eines ist klar: Die Natur lässt sich nicht kontrollieren. Erdrutsche in den Alpen sind keine Seltenheit, gerade in den Wintermonaten, wenn Frost, Tauwetter und Niederschläge die Hänge destabilisieren.

    Wer also in den kommenden Tagen durch Savoie reist, sollte Zeit einplanen – und auf der Straße nicht nur auf die eigene Sicherheit, sondern auch auf die der anderen achten.

    Autor: C. Hatty