Schlagwort: Tourismus

  • Charroux und seine Moutarde: Ein Dorf, ein Geschmack, eine Geschichte

    Charroux und seine Moutarde: Ein Dorf, ein Geschmack, eine Geschichte

    Mitten im Herzen des Départements Allier liegt das mittelalterliche Charroux – ein Ort, der nicht nur durch seine malerischen Gassen bezaubert, sondern auch durch ein kulinarisches Juwel: die Moutarde de Charroux. Diese Senfspezialität, tief verwurzelt in der lokalen Geschichte, steht für handwerkliches Können, Leidenschaft und einen Geschmack, der weit über Frankreichs Grenzen hinaus geschätzt wird.

    Als die Senfmacher Brüder hießen Im 18. Jahrhundert begannen die Brüder Poulain mit der Senfherstellung in Charroux. Sie legten den Grundstein für eine Tradition, die sich über Generationen hielt – und fast verloren gegangen wäre. In den 1950er Jahren erlosch das Handwerk beinahe vollständig. Erst 1990 hauchten Claude und Simone Maenner dem alten Gewerbe neues Leben ein. Und zwar nicht irgendwie – sondern mit Respekt für das Ursprüngliche. Die Moutarde de Charroux ist also nicht nur ein Produkt – sie ist ein Comeback.

    Senf, wie er früher gemacht wurde Der Herstellungsprozess liest sich f…

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  • Côte d’Azur: Wenn Amerika sich neu in Südfrankreich verliebt

    Côte d’Azur: Wenn Amerika sich neu in Südfrankreich verliebt

    Die Côte d’Azur erlebt derzeit eine Art transatlantisches Revival. Amerikanische Touristinnen und Touristen strömen wieder verstärkt an die französische Mittelmeerküste – nicht wie einst in den goldenen Fünfzigern, aber mit ähnlich viel Begeisterung. Und das ist mehr als nur ein vorübergehender Hype.


    Dollars und Dolce Vita: Eine spürbare Rückkehr

    2024 machten internationale Gäste satte 54 Prozent aller Besucher an der Côte d’Azur aus. Besonders auffällig dabei: Der starke Zuwachs aus Nordamerika. Und das schlägt sich nicht nur in der Besucherstatistik nieder, sondern auch in der Kasse – mit rund 170 Euro geben amerikanische Reisende täglich mehr als doppelt so viel aus wie ihre französischen Pendants.

    Diese neue Lust auf die Côte d’Azur fällt nicht zufällig mit einer verlängerten Tourismussaison zusammen. Dank Großereignissen wie den Olympischen Spielen oder dem Tour de France-Rummel zieht sich die Hauptsaison mittlerweile von Mai bis Oktober – ein echter Glücksfall für die Hotellerie. In Nizza lagen die Belegungszahlen im Sommer an manchen Wochenenden bei beeindruckenden 98 Prozent.


    Lieblingsecken mit Postkartenflair

    Wo zieht es die Gäste aus Übersee besonders hin?

    • Nizza lockt mit seiner Promenade des Anglais, einem Mix aus Belle Époque und urbaner Lässigkeit – genau der richtige Cocktail für Reisende auf der Suche nach Kultur und Meerblick.
    • Saint-Tropez versprüht weiter seinen alten Charme. Für viele bleibt der Ort Inbegriff französischen Glamours – samt Luxusläden, Yachten und schillerndem Nachtleben.
    • Monaco ist Pflichtprogramm für alle, die Prestige und Jetset erleben wollen – inklusive Casino, Formel 1 und königlichem Flair.
    • Cap d’Antibes bietet hingegen Ruhe, mediterrane Idylle und exklusive Rückzugsorte – ideal für diejenigen, die lieber unbemerkt genießen.

    Kurz gesagt: Jeder dieser Orte erfüllt ein anderes Fernweh – und gemeinsam machen sie die Region unwiderstehlich.


    Der Weg wird kürzer

    Ein wesentlicher Grund für die neu entflammte Begeisterung: Die Côte d’Azur ist leichter erreichbar als je zuvor. Der Flughafen Nizza-Côte d’Azur hat sein Transatlantikangebot kräftig ausgebaut. American Airlines etwa bietet Direktflüge aus Philadelphia an – und macht so den Sprung über den Atlantik für viele deutlich bequemer. Ein Jetlag, der sich lohnt.


    Wo Sonne ist, gibt’s auch Schatten

    Doch der Boom hat auch seine Kehrseiten. Mit dem Ansturm steigen nicht nur die Einnahmen, sondern auch die Herausforderungen: Verkehrsprobleme, Wohnraumknappheit, Umweltbelastung – Themen, die viele Einheimische betreffen. Die wachsende Nachfrage darf nicht zulasten der Lebensqualität oder der natürlichen Schönheit der Region gehen.

    Die Tourismusakteure vor Ort stehen daher vor einer komplexen Aufgabe: Wie kann man Wachstum und Nachhaltigkeit in Einklang bringen?


    Mehr als nur ein Sommerflirt?

    Die Begeisterung amerikanischer Gäste für die Côte d’Azur ist kein Zufallsprodukt. Es ist das Ergebnis gezielter Strategie, kultureller Attraktivität und einer Prise mediterranen Charmes, der auf der anderen Seite des Atlantiks nie ganz vergessen wurde. Die Region hat bewiesen, dass sie nicht nur fotogen ist – sondern auch zukunftsfähig.

    Die spannende Frage lautet nun: Gelingt es, diesen Schwung verantwortungsvoll zu nutzen – und dabei sowohl Gästen als auch Gastgebern gerecht zu werden?

    Von Andreas M. B.

  • Cézanne total: Aix-en-Provence feiert 2025 seinen berühmtesten Sohn – mit Köpfchen und Kultur

    Cézanne total: Aix-en-Provence feiert 2025 seinen berühmtesten Sohn – mit Köpfchen und Kultur

    2025 steht ganz im Zeichen eines Mannes, der die Kunstwelt auf den Kopf stellte – Paul Cézanne. In seiner Heimatstadt Aix-en-Provence wird dieser Geburtstag nicht einfach gefeiert – er wird zelebriert. Und zwar so durchdacht, dass selbst eingefleischte Tourismus-Skeptiker ins Staunen geraten könnten.

    Mit kluger Verkehrslenkung, nachhaltiger Mobilität und einer wahren Flut an kulturellen Highlights macht sich Aix bereit für ein Jahr voller Farben, Formen und faszinierender Geschichten. Willkommen zur „Année Cézanne“.


    Kunst trifft Organisation

    Das Zentrum des Geschehens bildet die monumentale Ausstellung Cézanne au Jas de Bouffan im Musée Granet. Von Ende Juni bis Mitte Oktober werden dort rund 130 Werke des Malers präsentiert – viele davon noch nie in Frankreich gezeigt. Parallel dazu werden legendäre Orte aus Cézannes Leben wie das Atelier des Lauves und die Bastide du Jas de Bouffan frisch restauriert und zugänglich gemacht.

    Doch mit großen Namen kommen auch große Besuchermengen – und genau darauf hat sich Aix bestens vorbereitet.


    Mobilität mit Verstand

    Niemand will, dass sich die engen Gassen der Altstadt in einen Parkplatz verwandeln. Deshalb wird der Verkehr clever umgeleitet:

    • In der Innenstadt werden während der Hauptveranstaltungen Parkflächen gesperrt oder eingeschränkt nutzbar sein.
    • Von außerhalb fahren spezielle Shuttlebusse, die Besucher bequem zu den Veranstaltungsorten bringen.
    • Der öffentliche Nahverkehr wird aufgestockt – samt vergünstigten Tickets.
    • Und wer es sportlich mag: Ausgebaute Radwege und Leihfahrräder stehen bereit, um ganz Cézanne-like durch die Provence zu cruisen.

    Wird damit wirklich alles besser? Zumindest dürfte der Frust über Staus und Parkplatzsuche deutlich geringer ausfallen.


    Ein Fest für alle Sinne

    Die Stadt hat sich nicht nur für Kunstkenner ins Zeug gelegt – auch Familien, Kinder und Genussmenschen kommen voll auf ihre Kosten.

    • La Petite Galerie Cézanne richtet sich mit einer interaktiven Ausstellung an Kinder zwischen 3 und 12 Jahren – spielerisch, bunt, inspirierend.
    • Geführte Spaziergänge auf der berühmten Route Cézanne verbinden Stadt, Landschaft und Kunst – ideal für alle, die mit den Augen wandern.
    • Und in den Restaurants? Da locken Menüs, inspiriert von Cézannes Lieblingszutaten und Farben. Ein Biss provenzalischer Impressionismus sozusagen.

    Das Ziel: Kultur, die bleibt

    Hinter all dem steckt mehr als bloßer Event-Tourismus. Aix-en-Provence will mit der Année Cézanne ein Signal setzen: für nachhaltige Mobilität, kluge Besucherführung und den bewussten Umgang mit kulturellem Erbe.

    Denn eine Stadt lebt nicht nur vom Glanz der Vergangenheit, sondern auch davon, wie sie ihn heute vermittelt. Und wenn Kultur und Alltag so geschickt ineinanderfließen, kann daraus tatsächlich etwas Bleibendes entstehen.


    Ein Hoch auf Cézanne – und auf eine Stadt, die zeigt, wie man’s richtig macht.

    Catherine H.

  • Wenn Drachen tanzen – Farbenrausch am Himmel von Berck-sur-Mer

    Wenn Drachen tanzen – Farbenrausch am Himmel von Berck-sur-Mer

    Berck-sur-Mer, 13. April 2025

    Berck-sur-Mer leuchtet. Und zwar nicht nur wegen des Frühlings – sondern hoch oben am Himmel. Dort schweben Kraken, Katzen, Fabelwesen und geometrische Kunstwerke über dem Strand, als hätte jemand den Horizont mit einem Farbkasten übergossen. Das internationale Drachenfestival, Festival International de Cerf-Volant, ist zurück – und es ist schöner denn je.

    Eine Hommage an den Wind – und an die Fantasie

    Die Luft schmeckt nach Meer, der Wind zieht kräftig durch die Dünen – perfekte Bedingungen für ein Festival, das sich seit über 30 Jahren zu einem kulturellen Fixpunkt der Côte d’Opale entwickelt hat. Tausende Menschen strömen jedes Jahr in den kleinen Ort im Département Pas-de-Calais, um dabei zu sein, wenn der Himmel zur Bühne wird. Und das Spektakel geht noch bis zum 21. April.

    Ob winzige, filigrane Lenkdrachen oder gigantische, bis zu 30 Meter lange Windwesen – was hier fliegt, ist mehr als nur Spielzeug. Es ist Kunst in Bewegung, mit viel Herz und noch mehr Technik dahinter.

    Internationale Windkunst im Wettstreit

    Im Mittelpunkt stehen die berühmten „Cerfs-Volants Géants“ – riesige Drachenkonstruktionen, die von Teams aus China, Japan, Neuseeland, den USA, Deutschland und vielen anderen Ländern durch die Lüfte dirigiert werden. Eine stille Choreografie aus Farben, Formen und Koordination.

    Monatelange Vorbereitung steckt in jeder Flugminute. Manche Teams reisen mit ganzen LKWs voller Material an. Die scheinbare Leichtigkeit täuscht – dahinter stecken Know-how, Teamarbeit und echtes Handwerk.

    Und genau das macht diesen Wettbewerb so charmant: Es geht nicht um Medaillen, sondern um Staunen. Wer bringt das Publikum mit seinem Flugobjekt zum Träumen? Wer bringt Kinderaugen zum Leuchten?

    Ein Fest für alle Sinne

    Das Festival ist aber weit mehr als ein Himmelsschauspiel. Es ist ein Fest für die ganze Familie. Straßenkünstler, Live-Musik, Workshops für Kinder und ein Schlaraffenland an kulinarischen Ständen machen Berck in diesen Tagen zum perfekten Ort für eine kleine Auszeit.

    Der Duft von Meeresfrüchten liegt in der Luft, Kinder basteln begeistert ihre eigenen Drachen, und auf dem Marktplatz tanzen Jongleure zu Straßenmusik – hier bekommt der Begriff „Volksfest“ eine poetische Note.

    Und ganz nebenbei kurbelt das Festival die Wirtschaft ordentlich an: Hotels ausgebucht, Restaurants voll, die Geschäfte brummen – für die Region ist das Ereignis ein echter Glücksfall.

    Himmel mit Haltung

    Auffallend in diesem Jahr: Viele Drachen transportieren Botschaften. Motive bedrohter Tierarten, Bilder vom schmelzenden Eis, Slogans gegen Plastik im Meer – die Luft ist nicht nur bunt, sondern auch politisch.

    Die Veranstalter setzen damit ein bewusstes Zeichen. Denn was wäre ein Festival ohne Haltung? Wenn Hunderte von Drachen am Himmel für den Schutz der Erde werben – ist das nicht auch eine stille Form von Protest?

    Mehr als nur ein Event

    Und vielleicht ist das das Schönste an diesem Festival: Es ist kein Spektakel der Lautstärke, sondern der Poesie. Kein schrilles Event, sondern eine Einladung zum Träumen. Gerade in einer Zeit, in der vieles laut, schnell und konfliktgeladen ist, wirkt dieser farbenfrohe Himmel über Berck wie eine kleine Utopie – ein Ort, an dem das Verbindende gefeiert wird.

    Wie oft hat man schon Gelegenheit, sich einfach hinzulegen, in den Himmel zu schauen und mit offenem Mund den Tanz eines 30 Meter langen Oktopus zu verfolgen?

    Ein Tipp für alle, die Luft zum Atmen brauchen

    Wem der Alltag gerade zu eng wird, der sollte sich Berck nicht entgehen lassen. Ob für ein Wochenende oder nur für ein paar Stunden – hier weht nicht nur der Wind, sondern auch ein Hauch von Magie.

    Von Catherine H.

  • Urlaubsinsel im Ausnahmezustand – Sintflutartiger Regen über Lanzarote

    Urlaubsinsel im Ausnahmezustand – Sintflutartiger Regen über Lanzarote

    Lanzarote, 13. April 2025 – Statt Sonne, Strand und Entspannung erlebten Einheimische und Touristen auf Lanzarote am vergangenen Wochenende ein Naturereignis, das die Kanareninsel an den Rand des Ausnahmezustands brachte. Sintflutartige Regenfälle legten Teile der Infrastruktur lahm, überschwemmten ganze Stadtteile und sorgten für Hunderte Notrufe – ein Szenario, das viele Urlauber eiskalt erwischte.

    Wetter-Drama in Zahlen

    Allein in Tahíche prasselten binnen zwei Stunden mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter nieder – mehr als sonst im ganzen Monat. Auch Arrecife (61,7 Liter) und Teguise (48 Liter) meldeten Rekordwerte. Die Straßen verwandelten sich in reißende Bäche, Keller liefen voll, die Kanalisation kapitulierte. Besonders heftig traf es Costa Teguise, wo in einem Strandhotel sogar die Rezeption überschwemmt wurde. Tiefgaragen? Vollgelaufen bis zur Decke.

    Ausnahmezustand – und schnelle Reaktion

    Die Regionalregierung rief am Samstag rasch den Notstand aus – und konnte ihn Sonntagmorgen bereits wieder aufheben. Doch die Spuren der Katastrophe bleiben. Über 300 Notrufe in nur einer Nacht zeugen von der Dramatik der Situation. Der Leiter der Notfalldienste, Enrique Espinosa, sprach von einer „enormen Menge an Schlamm“ und mehreren überfluteten Häusern – der Schlamm ist zäh, nicht nur im wörtlichen Sinne.

    Urlaub mit Gummistiefeln

    Die Bilder in den sozialen Medien waren ebenso surreal wie erschreckend: Barfuß durch knöcheltiefes Wasser watende Touristen, durchweichte Koffer, improvisierte Evakuierungen. Ein deutscher Urlauber berichtet: „Wir saßen beim Abendessen, da kam plötzlich das Wasser unter der Tür durch. Minuten später standen wir im Wasser.“ Das Hotelpersonal habe blitzschnell reagiert – raus durch den Hintereingang, hochgelegene Zuflucht. Urlaub, wie man ihn sich nicht wünscht.

    Sturm Olivier: Mehr als nur ein Unwetter

    Hinter dem Ganzen steckt „Sturm Olivier“, der bereits am 9. April die Kanarischen Inseln heimsuchte. Die spanische Wetterbehörde AEMET warnt eindringlich vor weiteren Wetterextremen. Denn: Diese Ereignisse sind längst kein Zufall mehr. Meteorologen sehen im Klimawandel die Ursache für die zunehmenden Wetterkapriolen auf den sonst so ausgeglichen temperierten Kanaren. Der Tourismus – bisher auf verlässliches Wetter bauend – muss umdenken.

    Einbruch in die Urlaubsidylle

    Lanzarote ist nicht nur geologisch ein Insel-Unikat, sondern auch eine der meistbesuchten Ferieninseln Spaniens. Dass ganze Hotelanlagen unbewohnbar wurden und zahlreiche Ausflüge gestrichen werden mussten, stellt den Tourismussektor vor große Herausforderungen. Die Behörden loben zwar die reibungslose Zusammenarbeit mit Hotels und Rettungsdiensten – doch bis wieder Normalität einkehrt, werden Tage vergehen.

    Wichtige Hinweise für Reisende

    Wer in den kommenden Tagen eine Reise nach Lanzarote plant, sollte sich gut informieren. Offizielle Kanäle und Wetterdienste liefern regelmäßig Updates. Die Generaldirektion für Notfälle rät eindringlich, Schluchten und Wanderwege entlang der Küste zu meiden. Auch in beliebten Regionen wie Arrecife und Teguise könnten noch Aufräumarbeiten laufen. Urlauber, die bereits vor Ort sind, sollten Anweisungen des Hotelpersonals und der Behörden folgen – und bei Regenwarnungen besser auf Abenteuer verzichten.

    Was bleibt, ist ein Weckruf

    Lanzarote hat einmal mehr gezeigt, wie schnell sich Idylle in Ernst verwandeln kann. Und vielleicht ist dieses Unwetter mehr als nur ein meteorologisches Ereignis – vielleicht ist es ein weiterer Weckruf an uns alle: Die Natur ist nicht planbar, schon gar nicht im Zeitalter des Klimawandels.

    Von C. Hatty

  • Côte d’Azur: Touristenströme auch in der Nebensaison

    Côte d’Azur: Touristenströme auch in der Nebensaison

    Die Côte d’Azur bleibt ein Besuchermagnet – selbst in den Wintermonaten. Von der berühmten Promenade des Anglais in Nizza bis zu den Stränden von Saint-Raphaël zieht die französische Mittelmeerküste immer mehr Touristen an.

    Und das ist kein Zufall. Frankreich behauptet sich weiterhin als das meistbesuchte Land der Welt, was auch den positiven Effekten der Olympischen Spiele zu verdanken ist.

    Winter, Sonne, Côte d’Azur

    Die klassischen Postkartenmotive der Côte d’Azur – Palmen, türkisblaues Wasser und charmante Altstädte – verfehlen ihre Wirkung auch im Winter nicht. Während andere Urlaubsregionen in der kalten Jahreszeit einen Besucherrückgang erleben, boomt der Tourismus hier.

    Fast 50 % der touristischen Unterkünfte waren in der späten Wintersaison belegt. Auch Restaurants verzeichneten eine hohe Nachfrage, was bestätigt, dass viele Urlauber die milde Mittelmeerluft der französischen Riviera genossen haben.

    Hotels profitieren von steigenden Buchungen

    Ein Hotel in Hafennähe erreichte 2024 eine beeindruckende Auslastung von 80 %. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Plus von 3,5 %. Mit dem Frühling vor der Tür stehen Hoteliers und Gastronomen nun vor der Herausforderung, zusätzliches Personal zu rekrutieren.

    Olympische Spiele als Wachstumsmotor

    Die touristische Erfolgswelle betrifft nicht nur die Côte d’Azur. Dank der Olympischen und Paralympischen Spiele konnte Frankreich im Jahr 2024 beeindruckende 100 Millionen internationale Besucher begrüßen.

    Kein Zweifel – Frankreich bleibt die unangefochtene Nummer eins im weltweiten Tourismus. Und mit seinen sonnenverwöhnten Küsten ist die Côte d’Azur ein strahlendes Aushängeschild dieses Erfolgs.

    Von C. Hatty

  • Winterferien: Last-Minute-Trips in die milde Sonne des Var

    Winterferien: Last-Minute-Trips in die milde Sonne des Var

    In Saint-Raphaël, im Département Var, genießen Touristen das angenehme Winterwetter. Die Region bietet zudem zahlreiche Aktivitäten für Urlauber.

    Lissandre und ihre Mutter sind quer durch Frankreich gereist, um ein paar Tage an der Côte d’Azur zu verbringen. „Es ist fast niemand hier – einfach perfekt!“, freut sich die junge Frau. Ein Rentnerpaar hat sich ein sportlicheres Programm vorgenommen: Jeden Morgen stehen 10 Kilometer Spaziergang entlang des Meeres auf dem Plan.

    Milde Temperaturen und entspannte Atmosphäre

    Auch wenn die Sonne sich an diesem Freitag, dem 21. Februar, eher zurückhält, sorgt das milde Klima im Var für vielfältige Möglichkeiten. Die Temperaturen erreichen am Nachmittag angenehme 15 Grad – für eine Familie aus Paris genau richtig. „Man kann immer irgendwo gut essen gehen und das Meer genießen“, sagen sie entspannt.

    Während die Februarferien für die Tourismusbranche im Var zu den ruhigeren Zeiten des Jahres gehören, verzeichnet ein Hotel in Saint-Raphaël dennoch eine Auslastung von 30 Prozent – vor allem dank spontaner Last-Minute-Buchungen.

  • Nachhaltiger Tourismus: Ein Balanceakt zwischen Entdecken und Bewahren

    Nachhaltiger Tourismus: Ein Balanceakt zwischen Entdecken und Bewahren

    Am 17. Februar wird weltweit der Globale Tag der Nachhaltigkeit im Tourismus begangen – ein Datum, das viele Menschen vielleicht noch nicht auf dem Schirm haben, das aber angesichts der Herausforderungen unserer Zeit immer wichtiger wird. Reisen erweitert den Horizont, verbindet Kulturen und stärkt die Wirtschaft. Doch gleichzeitig hinterlässt der Tourismus oft tiefe Spuren: Umweltzerstörung, überfüllte Sehenswürdigkeiten und sozial unverträgliche Entwicklungen sind nur einige der Schattenseiten.

    Aber wie kann Reisen nachhaltiger gestaltet werden, ohne den Zauber des Entdeckens zu verlieren?

    Die Kehrseite des Massentourismus

    Ob Venedig, Barcelona oder die thailändische Insel Koh Phi Phi – weltweit kämpfen beliebte Reiseziele mit den Folgen des Massentourismus. Ströme von Touristen bevölkern historische Innenstädte, Kreuzfahrtschiffe pumpen Schadstoffe in die Luft und Korallenriffe sterben durch unachtsame Taucher ab. Die traurige Wahrheit: Viele paradiesische Orte stehen kurz vor dem ökologischen Kollaps.

    Ein Beispiel: In Thailand wurde 2018 die berühmte Maya Bay für mehrere Jahre geschlossen. Die atemberaubende Bucht, bekannt aus dem Film The Beach, war so überrannt, dass ihre Korallenriffe stark geschädigt wurden. Seit ihrer Wiedereröffnung dürfen nur noch begrenzte Besucherzahlen eintreten – eine Maßnahme, die in Zukunft vielleicht auch andere Destinationen ergreifen müssen.

    Nachhaltiger Tourismus – was bedeutet das konkret?

    Nachhaltigkeit im Tourismus bedeutet, dass Reisen so gestaltet wird, dass Umwelt, Kultur und die einheimische Bevölkerung nicht darunter leiden. Klingt logisch, oder? Doch in der Realität ist das oft komplizierter.

    Ökologisch nachhaltig bedeutet, dass Transport, Unterkünfte und Aktivitäten möglichst ressourcenschonend sind. Das fängt schon bei der Wahl des Verkehrsmittels an: Muss es wirklich der Kurzstreckenflug sein oder gibt es eine klimafreundlichere Alternative wie die Bahn? Hotels mit Solaranlagen, Regenwassernutzung und regionaler Küche sind weitere Beispiele für umweltbewusstes Reisen.

    Sozial nachhaltig heißt, dass die lokale Bevölkerung vom Tourismus profitiert, anstatt ausgebeutet zu werden. Ein typischer Fehler: Viele Reisende buchen große Hotelketten und essen in internationalen Restaurantketten, während kleine, familiengeführte Betriebe ums Überleben kämpfen. Wer wirklich nachhaltig unterwegs sein möchte, setzt auf lokale Anbieter, faire Löhne und respektvollen Umgang mit den Menschen vor Ort.

    Kulturelle Nachhaltigkeit schließlich bedeutet, dass Reisende die Traditionen und Bräuche eines Landes respektieren. Es mag für manche Touristen ein Spaß sein, auf Bali für ein Selfie in einen Tempel zu hüpfen oder in Japan lautstark in der U-Bahn zu telefonieren – für die Einheimischen ist es oft respektlos. Ein wenig kulturelles Feingefühl kann hier einen großen Unterschied machen.

    Kleine Schritte mit großer Wirkung

    Viele denken: Was kann ich als Einzelner schon tun? Tatsächlich eine ganze Menge. Denn nachhaltiges Reisen beginnt mit bewussten Entscheidungen.

    • Transport klug wählen: Wer innerhalb Europas reist, sollte Bahn oder Fernbus dem Flugzeug vorziehen. Falls ein Flug unvermeidbar ist, gibt es CO₂-Kompensationen, um den Fußabdruck zu verringern.
    • Sanfter Tourismus statt Hotspots: Statt sich mit Tausenden durch die Straßen von Paris zu drängen – warum nicht mal kleinere Städte wie Nantes oder Lyon erkunden? Oft sind es gerade die weniger bekannten Orte, die das authentischste Reiseerlebnis bieten.
    • Unterkunft mit Bedacht wählen: Eco-Lodges, nachhaltige Hotels oder Unterkünfte bei Einheimischen sorgen für eine geringere Umweltbelastung und eine direkte Unterstützung der lokalen Bevölkerung.
    • Müll vermeiden: Plastikflaschen, Coffee-to-go-Becher, Einwegbesteck – auf Reisen sammelt sich oft mehr Müll an als gedacht. Eine eigene Trinkflasche, Stoffbeutel und wiederverwendbares Besteck helfen, Abfall zu reduzieren.
    • Respekt zeigen: Andere Länder, andere Sitten. Wer sich informiert und lokale Gepflogenheiten achtet, wird nicht nur respektvoller reisen, sondern oft auch herzlicher empfangen.

    Verantwortung der Reiseindustrie

    Doch nicht nur Reisende stehen in der Verantwortung – auch die Tourismusbranche muss umdenken. Große Reiseveranstalter werben immer öfter mit nachhaltigen Angeboten, doch nicht überall steckt auch echte Nachhaltigkeit dahinter. Oft handelt es sich um „Greenwashing“ – also Marketingstrategien, die Umweltschutz nur vortäuschen.

    Hier sind strengere Richtlinien und unabhängige Kontrollen gefragt. Zertifizierungen wie das TourCert-Siegel oder das Green Key-Zertifikat helfen dabei, wirklich nachhaltige Anbieter zu erkennen.

    Wohin geht die Reise?

    Klar ist: Die Art und Weise, wie wir reisen, muss sich ändern. Wer nachhaltiger unterwegs ist, sorgt dafür, dass auch zukünftige Generationen noch die Schönheit dieser Welt entdecken können. Ist das nicht eine Verantwortung, die wir alle tragen sollten?

    Egal, ob ein Wochenende im Harz oder eine Fernreise nach Neuseeland – jeder Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zählt. Der Globale Tag der Nachhaltigkeit im Tourismus erinnert uns daran, dass wir unser Reiseverhalten überdenken müssen. Denn die Welt ist kein Freizeitpark – sie ist unser Zuhause.

    Von C. Hatty

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Eurovision 2025: Hotels nahe der Schweizer Grenze überfüllt

    Eurovision 2025: Hotels nahe der Schweizer Grenze überfüllt

    In der elsässischen Stadt Saint-Louis (Haut-Rhin), nur einen Katzensprung von der Schweizer Grenze und Basel entfernt, hat das Eurovision-Fieber bereits begonnen. Die Hotels sind restlos ausgebucht – Monate vor dem großen Musikwettbewerb im Mai.

    Riesiger Andrang auf Unterkünfte

    In Hagenthal-le-Bas, einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Basel, bereiten sich Hoteliers auf einen Ansturm internationaler Gäste vor. Der Eurovision Song Contest findet vom 13. bis 17. Mai 2025 in Basel statt, und die Nachfrage nach Unterkünften ist enorm.

    „Die erste Welle von Buchungen begann bereits im August 2024, als Genf und Basel als mögliche Austragungsorte bestätigt wurden“, berichtet die Hotelbetreiberin Line Dirrig. Seitdem sind Zimmer in der Region heiß begehrt.

    Ein Glücksfall für die Region

    Jedes Jahr lockt der größte TV-Gesangswettbewerb der Welt Zehntausende Fans aus ganz Europa an – eine Herausforderung für die Gastgeberstadt. Basel allein kann den Ansturm nicht bewältigen, weshalb sich auch Hotels in Frankreich füllen.

    Besonders Saint-Louis profitiert: Die rund 2.000 verfügbaren Hotelzimmer der Stadt sind praktisch ausgebucht. Auch weiter entfernte Orte wie Mulhouse, etwa 30 Kilometer von Basel entfernt, erleben einen Boom.

    Und die Stadt Mulhouse hat noch größere Pläne: Sie möchte ein offizielles Eurovision-Village einrichten. „Wir hoffen, einige Delegationen hier begrüßen zu dürfen“, sagt Emmanuelle Suarez, stellvertretende Bürgermeisterin von Mulhouse.

    Der Eurovision Song Contest sorgt also nicht nur für musikalische Begeisterung, sondern auch für einen touristischen Aufschwung im südlichen Elsass.

    Von C. Hatty

  • Notre-Dame de Paris: Besucheransturm nach Wiedereröffnung – 1,6 Millionen Gäste seit Dezember

    Notre-Dame de Paris: Besucheransturm nach Wiedereröffnung – 1,6 Millionen Gäste seit Dezember

    Die frisch renovierte Kathedrale Notre-Dame de Paris zieht die Massen an. Seit ihrer Wiedereröffnung im Dezember haben bereits über 1,6 Millionen Menschen das weltberühmte Wahrzeichen besucht. Diese beeindruckende Zahl wurde am vergangenen Wochenende erreicht, wie der Rektor-Archiprister Olivier Ribadeau Dumas berichtet.

    Täglich strömen inzwischen etwa 30.000 Besucher durch die Tore des gotischen Meisterwerks – eine enorme Steigerung im Vergleich zur Zeit vor dem verheerenden Brand von 2019. Damals lag die durchschnittliche Besucherzahl bei rund 23.500 Personen pro Tag.

    Ein Symbol der Wiederauferstehung

    Die Resonanz auf die Wiedereröffnung ist gewaltig. Allein zwischen Ende Januar und Anfang Februar kamen mehr als 700.000 Menschen, um einen Blick auf die restaurierte Kathedrale zu werfen. Bereits Mitte Januar waren es 860.000 Besucher gewesen – und das nur einen Monat nach der offiziellen Öffnung für die Öffentlichkeit.

    Die Verantwortlichen rechnen damit, dass 2025 insgesamt 15 Millionen Gäste Notre-Dame besichtigen werden. Die Zahlen sprechen für sich: Das Interesse an dem weltberühmten Wahrzeichen ist ungebrochen.

    Eine Kathedrale, die Menschen bewegt

    Die emotionale Bedeutung von Notre-Dame geht weit über Paris hinaus. Der verheerende Brand im April 2019 hatte weltweit Bestürzung ausgelöst. Die Bilder der einstürzenden Turmspitze gingen um die Welt, und Millionen Menschen verfolgten den dramatischen Kampf der Feuerwehr gegen die Flammen.

    Doch heute ist die Kathedrale wieder ein Ort der Hoffnung. Die sorgfältige Restaurierung, die mit enormem Aufwand und präziser Handwerkskunst durchgeführt wurde, hat das gotische Juwel zu neuem Leben erweckt. Die Besucher strömen nicht nur aus religiösen oder kulturellen Gründen hierher – sie kommen auch, um die Geschichte der Zerstörung und Wiederauferstehung mit eigenen Augen zu sehen.

    Ein Besuchermagnet wie nie zuvor

    Die aktuellen Besucherzahlen zeigen: Notre-Dame ist beliebter denn je. Es ist bemerkenswert, dass das Interesse nun sogar höher ist als vor dem Brand. Dies könnte auch mit der Neugier auf die Restaurierungsarbeiten zusammenhängen. Wer würde nicht gerne sehen, wie das fast verlorene Meisterwerk wieder zum Leben erweckt wurde?

    Die nächsten Jahre werden zeigen, ob sich dieser Ansturm fortsetzt. Eines ist jedoch sicher: Notre-Dame ist und bleibt ein zentraler Anziehungspunkt für Paris – und ein Symbol für die Widerstandskraft und den kulturellen Reichtum Frankreichs.

    Catherine H.