Schlagwort: Tourismus

  • Frankreich ächzt unter der Gluthitze – Camper zwischen Pool, Schatten und Planänderung

    Frankreich ächzt unter der Gluthitze – Camper zwischen Pool, Schatten und Planänderung

    Frankreich kocht.
    Nicht im übertragenen Sinn – sondern buchstäblich.

    Die anhaltende Hitzewelle hat in vielen Regionen die 40-Grad-Marke geknackt, in manchen Orten wie Saint-Sever in den Landes fühlt sich das an wie ein Trockenschrank unter freiem Himmel. Urlauber, die ihre Ferien in Wohnwagen verbringen, berichten von Temperaturen, bei denen selbst die Nacht kaum erträglich ist. „Meine Kinder schwitzen selbst im Pool – das Wasser ist so warm, dass es keine Abkühlung mehr bringt“, erzählt ein Vater aus Toulouse.

    Und er ist nicht allein mit dieser Klage. In der Haute-Garonne, keine Stunde entfernt, sinkt das Thermometer nachts kaum unter 30 Grad. Camper wälzen sich schlaflos auf Luftmatratzen, während schon am frühen Morgen die Zeltplanen brütend heiß sind. Ein Kaffee im Schatten? Nur kurz angenehm, bevor die Hitze wieder auf den Kreislauf drückt.

    Die Betreiber der Campingplätze reagieren so gut es geht: Pools bleiben länger geöffnet, Sportkurse verlagern sich in schattige Bereiche, Kinderprogramme werden spontan umgestellt. Trotzdem stoßen viele an physische und organisatorische Grenzen. Was hilft ein geöffnetes Schwimmbecken, wenn das Wasser wie Badewanne wirkt?

    Folge: Immer mehr Urlauber denken um. Statt Richtung Mittelmeer oder in den Südwesten zu fahren, geht es nun gen Norden oder den nördlichen Westen – in die Bretagne, in die Normandie, ins kühlere Inland. Dort herrscht statt flirrendem Asphalt eher frischer Atlantikwind. Buchungsportale und Campingplätze in diesen Regionen verzeichnen seit Beginn der Hitzewellen deutlich mehr Anfragen.

    Dieses Phänomen ist mehr als nur eine kurzfristige Reaktion. Experten sprechen von einer strukturellen Veränderung im Urlaubsverhalten. Der Klimawandel verschiebt nicht nur Temperaturkurven – er verschiebt auch touristische Ströme. Wer heute „Sommerurlaub in Südfrankreich“ hört, denkt immer öfter auch an Ventilatoren, Klimaanlagen und zu warme Nächte ohne Schlaf.

    Das stellt die Tourismusbranche vor eine heikle Aufgabe: Anpassung oder Attraktivitätsverlust. Schon jetzt experimentieren Campingplätze mit zusätzlichen Sonnensegeln, kühleren Gemeinschaftsräumen oder gar „siesta-freundlichen“ Tagesprogrammen. Langfristig könnten ganze Regionen gezwungen sein, ihr Profil neu zu definieren – weg von der prallen Sonne, hin zu einem Konzept, das Schatten, Kühle und Erholung verspricht.

    Und die Urlauber? Die werden sich wohl fragen müssen, ob der Inbegriff von Sommerferien künftig weniger mit Südstrand am Mittelmeer und mehr mit dem Klang einer frischen Brise zu tun hat.

    Autor: Andreas M. B.

  • Dünen an Frankreichs Küsten – Sandige Wächter zwischen Land und Meer

    Dünen an Frankreichs Küsten – Sandige Wächter zwischen Land und Meer

    Sie wirken auf den ersten Blick wie bloße Sandhaufen. Doch wer an Frankreichs Küsten genauer hinschaut – von der rauen Côte d’Opale bis zu den sanft geschwungenen Mittelmeerstränden – erkennt: Küstendünen sind lebendige, atmende Landschaften. Geformt von Wind und Wellen, dienen sie als Bollwerk gegen die Kräfte der Natur, Lebensraum für seltene Arten und Pufferzone für ein sich wandelndes Klima. Ein unschätzbarer Schatz – und zugleich ein verletzliches Erbe.

    Wenn Sand zur Mauer wird Dünen sind Küstenfestungen ohne Beton. Ihre Hügelketten brechen die Wucht der Wellen, ihr Wurzelgeflecht hält den Boden zusammen. Besonders das Strandgras, in Frankreich „Oyat“ genannt, bindet den Sand wie ein unsichtbares Netz.Stürme, die andernorts Deiche sprengen, verlieren hier oft an Kraft. In der Bretagne etwa haben Dünen ganze Landstriche vor Überflutungen bewahrt.Und sie sind mehr als nur Schutzschilde: Sie funktionieren wie Sanddepots, aus denen die Natur die Strände nachfüllt – kostenlos, nachhal…

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  • Zaubertrank gegen den Verfall – Wie das Château du Rocher-Portail zur magischen Schule wurde

    Zaubertrank gegen den Verfall – Wie das Château du Rocher-Portail zur magischen Schule wurde

    Wer durch die sanften Hügel der Bretagne fährt und plötzlich vor den grauen Mauern des Château du Rocher-Portail steht, spürt sofort: Hier steckt Geschichte in jedem Stein. Zwischen 1586 und 1607 erbaut, hat dieses Renaissancejuwel Kriege, Revolutionen und Generationen überdauert. Doch vor einigen Jahren schien sein Schicksal ungewiss – bis ein Ehepaar beschloss, es mit […]

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  • Feuerhölle im Urlaubsparadies – Wie der verheerende Brand im Aude den Tourismus ins Wanken bringt

    Feuerhölle im Urlaubsparadies – Wie der verheerende Brand im Aude den Tourismus ins Wanken bringt

    Es sollte eine Hochsaison wie aus dem Bilderbuch werden. Strahlende Sonne, laue Abende unter Pinien, das Zirpen der Grillen. Doch Anfang August 2025 verwandelte sich die Urlaubsidylle im südfranzösischen Département Aude in eine Flammenhölle. Mehr als 16.000 Hektar Vegetation – eine Fläche größer als die Stadt Paris – gingen in Rauch auf. Und mit ihnen ein Stück Sommerglück.

    Ein Feuer frisst sich durch das Herz der Corbières Am 5. August 2025 begann in Ribaute, mitten im malerischen Massif des Corbières, ein Brand, der sich in Rekordzeit ausbreitete. Innerhalb von 24 Stunden waren nicht nur 25 Häuser und 35 Fahrzeuge zerstört, sondern auch das vertraute Landschaftsbild unwiederbringlich verändert. Eine 65-jährige Frau verlor in Saint-Laurent-de-la-Cabrerisse ihr Leben. Dreizehn Menschen erlitten Verletzungen, darunter elf Feuerwehrleute, die im Kampf gegen die Flammen ihr eigenes Leben riskierten. Über 2.150 Feuerwehrleute, unterstützt von neun Canadair-Löschflugzeugen, fünf Dash-Masc…

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  • Wenn der Mensch zu nah kommt – Warum das Alpenmurmeltier unseren Respekt braucht

    Wenn der Mensch zu nah kommt – Warum das Alpenmurmeltier unseren Respekt braucht

    Sie pfeift, sie kuschelt, sie gräbt – und sie ist das inoffizielle Maskottchen der französischen Alpen. Die Alpenmarmotte, das Alpenmurmeltier, ein putziger Bewohner der Hochgebirge, hat sich tief ins Herz vieler Wanderer geschlichen. Doch was viele nicht wissen: Hinter der dicken Wuschel-Fassade steckt ein sensibles Wildtier, das zunehmend unter dem Einfluss menschlicher Neugier leidet.

    Und genau hier liegt das Problem.

    Die stille Heldin der Berge

    Zwischen 800 und 3.000 Metern Höhe lebt die Marmota marmota in den französischen Alpen und seit ihrer erfolgreichen Wiederansiedlung 1948 auch in den Pyrenäen. Dort übernimmt sie eine Schlüsselrolle im ökologischen Gefüge. Durch ihr Fressen hält sie Pflanzenarten in Schach und begünstigt damit die Artenvielfalt. Ihre weitverzweigten Baue lockern den Boden auf – eine Art natürliche Belüftungsanlage für die Erde.

    Ein stiller Dienst an der Natur. Doch einer, der gefährdet ist.

    Denn seit den 1990er-Jahren geht es den Alpenmurmeltieren nicht mehr so gut. Klimatische Veränderungen setzen ihnen zu – und auch wir Menschen tragen ungewollt unseren Teil bei.

    Wenn der Winter nicht mehr schützt

    Der Klimawandel hat eine Botschaft: Weniger Schnee bedeutet weniger Isolation. Ohne die schützende Schneedecke verlieren Alpenmurmeltier im Winter ihre wichtigste Lebensversicherung. Die Temperaturen in ihren Bauen sinken, das Überleben während der monatelangen Hibernation wird riskanter.

    Besonders betroffen sind die Weibchen. Sie erwachen im Frühling oft unterernährt aus dem Winterschlaf – zu geschwächt, um sich erfolgreich zu paaren. Und so bleibt der Nachwuchs aus. Eine schleichende Krise.

    Zwischen Instagram und Irrsinn

    Die zweite Bedrohung ist hausgemacht – und sie trägt Wanderschuhe, Selfiestick und Müsliriegel.

    In beliebten Regionen wie Mont-Dauphin im Département Hautes-Alpes sind Alpenmurmeltiere längst zur Touristenattraktion geworden. Was als idyllisches Naturerlebnis beginnt, endet oft mit schwerwiegenden Störungen: Besucher füttern die Tiere mit Brot oder Keksen, nähern sich ihnen für das perfekte Foto oder lassen ihre Hunde frei herumtollen.

    Die Folge? Verdauungsprobleme, Verlust der natürlichen Scheu, erhöhter Stress. Ein Tier, das den Menschen nicht mehr fürchtet, ist leichte Beute für echte Fressfeinde. Oder schlicht überfordert mit dem Trubel.

    Und jetzt Hand aufs Herz: Muss man wirklich so nah ran?

    Weniger Nähe, mehr Verantwortung

    Die gute Nachricht: Es braucht kein Verbot, keine Zäune, keine Schilderflut. Ein paar einfache Verhaltensregeln reichen schon, um die Koexistenz von Mensch und Murmeltier gelassener zu gestalten.

    Erstens: Abstand halten – mindestens zehn Meter sollten es sein. Zweitens: Hände weg vom Futterbeutel. Drittens: Ruhe bewahren. Und viertens – ganz wichtig – Hunde an die Leine.

    Wer sich daran hält, wird belohnt: mit dem Anblick eines gesunden, lebendigen Tieres in seinem natürlichen Verhalten. Und mit dem guten Gefühl, nicht Teil des Problems zu sein.

    In vielen französischen Bergregionen gibt es mittlerweile auch Schulprojekte und Informationsangebote in Tourismusbüros. Kleine Aufklärung mit großer Wirkung.

    Zwischen Schutz und Schlapphut

    Kurios, aber wahr: Obwohl die Alpenmarmotte ein Symbol der Bergwelt ist, steht sie in Frankreich nicht flächendeckend unter Schutz. In manchen Départements darf sie noch immer gejagt werden – ein Relikt aus vergangenen Zeiten, das zunehmend auf Widerstand stößt.

    Tierschutzorganisationen fordern ein generelles Verbot. Und das aus gutem Grund. Denn wer einer bedrohten Art nachstellt, handelt nicht aus Tradition – sondern gegen jede Vernunft. Die Zeit der Jagd auf Alpenmurmeltiere sollte vorbei sein.

    Mehr als nur ein niedliches Gesicht

    Sie ist klein, rund und irgendwie immer ein bisschen verschlafen. Doch unterschätzen sollte man sie nicht. Die Marmotte ist ein stiller Wächter der Hochgebirge, ein ökologischer Teamplayer – und ein Prüfstein für unseren Umgang mit der Natur.

    Ob sie auch in Zukunft über die Almen pfeifen wird, hängt nicht allein vom Wetter ab. Sondern von uns allen. Denn wer die Berge liebt, sollte auch ihre Bewohner achten.

    Und vielleicht genügt manchmal schon ein Schritt zurück – um einem Tier den Raum zu lassen, den es verdient.

    Autor: C.H.

  • Dampflok-Idylle auf Schienen: Der Chemin de Fer Touristique du Tarn ist zurück

    Dampflok-Idylle auf Schienen: Der Chemin de Fer Touristique du Tarn ist zurück

    Sie pfeift wieder. Schnauft. Stampft. Und lässt nicht nur Eisenbahnfans das Herz höherschlagen: Nach sieben Jahren Zwangspause rollt der Chemin de Fer Touristique du Tarn (CFTT) endlich wieder über das Viadukt von Salles – mitten durch das grüne Herz Südfrankreichs. Was viele für unmöglich hielten, ist seit 8. Juni 2025 wieder Wirklichkeit geworden: Die historische […]

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  • David gegen Goliath: Europas Hoteliers verklagen Booking.com wegen unfairer Preispraktiken

    David gegen Goliath: Europas Hoteliers verklagen Booking.com wegen unfairer Preispraktiken

    Ein Donnerschlag für die Tourismusbranche: Nahezu 10.000 Hoteliers aus ganz Europa ziehen gemeinsam vor Gericht. Ihr Ziel? Die mächtige Online-Buchungsplattform Booking.com. Der Vorwurf: missbräuchliche Tarifpraktiken, die den Wettbewerb verzerren und den Hoteliers die Luft zum Atmen nehmen.

    Der Prozess hat Gewicht – nicht nur juristisch, sondern auch symbolisch. Denn hier stehen Tausende kleine und mittelständische Betriebe einem digitalen Giganten gegenüber, der den Markt längst dominiert.

    Die Klage hat es in sich

    Eingereicht wurde die Sammelklage von der niederländischen Hotel Claims Alliance Foundation am Amtsgericht in Amsterdam – dort, wo Booking.com seinen Hauptsitz hat. Der geschätzte wirtschaftliche Schaden? Mehrere hundert Millionen Euro. Eine Summe, die zeigt, wie tief der Frust in der Branche sitzt.

    Im Zentrum der Vorwürfe steht eine Praxis, die vielen Verbrauchern kaum bewusst sein dürfte: Booking.com soll Hoteliers untersagen – oder sie zumindest stark unter Druck setzen –, auf anderen Plattformen oder den eigenen Websites bessere Preise anzubieten. Eine Art Knebelvertrag, der jegliche Preishoheit in die Hände des Portals legt.

    Frankreich geht voran – und warnt

    Bereits im Juni hatte die französische Wettbewerbsbehörde Booking wegen dieses Vorgehens gerügt. Die Plattform wurde aufgefordert, ihre Geschäftspraktiken bis spätestens Ende des Jahres zu überarbeiten. Eine klare Ansage – und ein wichtiger Schritt, der nun Nachahmer in ganz Europa findet.

    Denn obwohl Booking diese Bestimmungen in Frankreich seit 2015 offiziell abgeschafft hat, gelten sie in anderen europäischen Ländern bis heute. Das Resultat: deutlich höhere Provisionssätze, die laut der europäischen Hotelverbände um bis zu 30 Prozent steigen können.

    Die stille Macht der Plattformen

    Booking.com ist kein Nischenanbieter – es ist der Platzhirsch. Rund 70 % aller Online-Buchungen laufen über diesen Kanal, während der größte Konkurrent Expedia auf lediglich 15 % kommt. Eine Machtposition, die nicht nur die Regeln des Spiels verändert, sondern auch das Spielfeld selbst.

    „Mit jeder Expansion konnte Booking seine Kommissionen erhöhen und stärker auf unsere Margen drücken“, erklärt Véronique Siegel, Präsidentin der Hotelsparte der französischen Branchenvereinigung Umih, gegenüber France Inter. Die Kalkulation ist schnell erklärt – und ernüchternd: Von einem Zimmerpreis von 100 Euro bleiben dem Hotelier nach Abzug der Provision im besten Fall 75 Euro. Davon müssen Gehälter gezahlt, das Haus instand gehalten und investiert werden.

    Die bittere Realität für Hoteliers

    Für viele Hotels – besonders unabhängige, familiengeführte Häuser – sind diese Bedingungen kaum noch tragbar. Sie verlieren die Kontrolle über ihre eigene Preisgestaltung und geraten immer tiefer in die Abhängigkeit eines Systems, das auf maximalen Profit ausgelegt ist.

    Dabei wünschen sich viele Hoteliers nichts sehnlicher als eines: fairen Wettbewerb. Wer sein Zimmer auf der eigenen Website günstiger anbietet als auf Booking, wird schnell sanktioniert – etwa durch schlechtere Sichtbarkeit auf dem Portal. Ein Teufelskreis, aus dem es kaum ein Entrinnen gibt.

    Ein zäher Weg – aber ein notwendiger

    Mehr als 30 europäische Hotelverbände unterstützen mittlerweile die Klage. Doch der Weg zur Entschädigung ist individuell: Jeder einzelne Hotelier muss sich aktiv online registrieren – und das bis Ende August. Kein einfacher Schritt, aber für viele die einzige Chance, ein Zeichen zu setzen.

    Wird dieser juristische Feldzug Erfolg haben? Die Chancen stehen nicht schlecht. Die Aufmerksamkeit ist da, die Argumente sind stichhaltig – und der öffentliche Druck wächst. Vielleicht ist diese Klage nicht nur der Beginn eines Gerichtsverfahrens, sondern auch der Anfang einer längst überfälligen Marktbereinigung.

    Denn mal ehrlich: Sollte nicht der Gastgeber über den Preis seiner Unterkunft bestimmen – und nicht der Vermittler?

    Autor: C.H.

  • Flammenmeer an der Costa de la Luz – Tarifa kämpft gegen eine Feuerwalze

    Flammenmeer an der Costa de la Luz – Tarifa kämpft gegen eine Feuerwalze

    Tarifa brennt.

    Was sonst nach Sommer, Sonne und salziger Meeresluft duftet, ist seit dem 5. August 2025 in dichte Rauchschwaden gehüllt. Die südlichste Stadt Europas, Surfer-Hotspot und Sehnsuchtsziel vieler Spanienreisender, befindet sich im Ausnahmezustand. Ein Waldbrand, ausgelöst durch ein brennendes Wohnmobil auf dem Campingplatz Torre de La Peña II, hat sich zu einer Naturgewalt entwickelt, die viele Urlaubsträume in Asche verwandelt.

    Innerhalb weniger Stunden breitete sich das Feuer aus – hungrig, unaufhaltsam, vom Wind gepeitscht. Andalusien glühte ohnehin schon unter der Hitze, weit über 40 Grad. Als ob der Himmel selbst dem Feuer Vorschub leistet.

    Die Bilanz: Sieben Hotels evakuiert. Zwei Campingplätze geräumt. Über 5.000 Fahrzeuge aus dem Gefahrenbereich geleitet. Die Nationalstraße N-340 – ein Lebensnerv der Region – wurde über mehrere Kilometer gesperrt. Ein logistischer Kraftakt, den die Behörden, wie Innenminister Antonio Sanz betonte, in „Rekordzeit“ gemeistert haben.

    Doch wer dabei war, beschreibt ein anderes Bild: überfüllte Straßen, verzweifelte Touristen in Flip-Flops und Koffer in der Hand, Rauch, der beißt und Sicht raubt. Feuerwehrleute, die sich mit Löschflugzeugen, Hubschraubern und purer Willenskraft gegen die Flammen stemmen.

    17 Löschflugzeuge sind im Dauereinsatz – ein Kampf gegen die Zeit. Gegen ein Feuer, das keine Gnade kennt.

    Tarifa ist nicht allein. Die gesamte Region Andalusien befindet sich unter einer Hitzewelle, wie sie Spanien in dieser Form nur selten erlebt. Die Behörden sprechen von „sehr hoher und extremer“ Brandgefahr. Der Zivilschutz schlägt Alarm, Meteorologen warnen, und doch: Die Bilder gleichen sich Jahr für Jahr. Und jedes Mal wirken sie etwas apokalyptischer.

    Was kann man tun, wenn der Sommer zur Bedrohung wird?

    Eine Frage, die sich nicht nur Tourist:innen stellen, sondern auch Anwohner:innen, die ihr Hab und Gut zurücklassen mussten. Während Einsatzkräfte Löschleitungen legen, eilen Anwohner von Tür zu Tür, lotsen Menschen ins Freie, in Sicherheit – oft ohne Gewissheit, ob sie ihr Zuhause je wiedersehen.

    Die Behörden haben Infopunkte eingerichtet, um Hilfe und Orientierung zu bieten. Rückkehrversuche in evakuierte Gebiete sind streng untersagt – aus gutem Grund. Zu groß ist die Gefahr, dass das Feuer plötzlich seine Richtung ändert, dass Funken überspringen, dass Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden.

    Aber was sagt uns dieser Brand?

    Er ist mehr als ein Unglück. Er ist ein Fanal. Ein Vorbote dessen, was in Zeiten des Klimawandels zur neuen Realität wird. Trockenheit, Hitze, Wind – eine toxische Mischung, die nicht nur Wälder, sondern ganze Lebensräume gefährdet. Wer glaubt, es handle sich um ein isoliertes Ereignis, irrt. Waldbrände wie dieser sind keine Zufälle mehr. Sie sind das Ergebnis eines Systems, das an seine klimatischen Grenzen stößt.

    Was es jetzt braucht?

    Ein radikales Umdenken. Bessere Prävention, modernere Frühwarnsysteme, striktere Auflagen für Campingplätze und Freizeitgebiete. Und eine Bevölkerung, die weiß, wie sie sich in solchen Krisensituationen richtig verhält. Denn Waldbrände löschen sich nicht mit guten Absichten – sondern mit Wissen, Technik und Konsequenz.

    Die nächsten Tage entscheiden über das Schicksal Tarifas. Die Einsatzkräfte kämpfen unermüdlich, meterweise, mit jeder Tonne Wasser gegen eine unermessliche Hitze. Ihre Hoffnung: fallende Temperaturen, nachlassender Wind, vielleicht sogar ein wenig Regen.

    Und bis dahin?

    Hoffen, dass die Küstenstadt am Ende nicht rauchgeschwärzt, sondern auch wachgerüttelt zurückbleibt.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Flammen im Ferienparadies – War der Hotelbrand in Mostuéjouls Brandstiftung?

    Flammen im Ferienparadies – War der Hotelbrand in Mostuéjouls Brandstiftung?

    Evakuierung in der Nacht: In der kleinen Gemeinde Mostuéjouls im Département Aveyron brach in der Nacht vom 5. auf den 6. August 2025 ein Brand in einem Hotel aus, der 84 Menschen – darunter 67 Urlauber – zur Flucht zwang. Drei Brandherde, ein klarer Verdacht: Die Ermittler gehen inzwischen von Brandstiftung aus.

    Drei Brände, ein Verdacht – und viele offene Fragen Wenn in einem Hotel nicht einer, nicht zwei, sondern gleich drei Feuer gleichzeitig ausbrechen, läuten bei Feuerwehr und Polizei alle Alarmglocken. So geschehen in Mostuéjouls. Die Einsatzkräfte fanden am Ort des Geschehens drei deutlich voneinander getrennte Brandherde. Die Schlussfolgerung? Kaum Zufall – vielmehr ein mögliches kriminelles Motiv. Noch gibt es keine Hinweise auf die Täter. Keine Bekennerschreiben, keine Video-Botschaften. Und doch ist der Verdacht so konkret, dass die Behörden umgehend eine kriminalpolizeiliche Untersuchung einleiteten. Derzei…

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  • Flammen im Paradies – Saint-Guilhem-le-Désert ringt mit dem Schock nach verheerendem Brand

    Flammen im Paradies – Saint-Guilhem-le-Désert ringt mit dem Schock nach verheerendem Brand

    Saint-Guilhem-le-Désert – ein Name wie aus einem Gedicht, ein Ort wie aus der Zeit gefallen. Kopfsteingepflasterte Gassen, mittelalterliche Fassaden, der Duft von Lavendel und frischem Brot in der Luft. Und jetzt? Nur noch Asche, Rauch und Ratlosigkeit. In der Nacht zum 3. August 2025 hat ein Feuer zwei der beliebtesten Restaurants des Dorfes im Herzen des Hérault in Südfrankreich vollständig zerstört. Zurück bleibt eine Gemeinschaft, die nicht nur Gebäude, sondern auch ein Stück Identität verloren hat. Es geschah in wenigen Stunden – aber der Schmerz wird wohl lange bleiben. Die beiden Lokale waren mehr als gastronomische Adressen. Sie waren Treffpunkte, Erinnerungsorte, lebendige Bühnen des Dorfalltags und für Festtage gleichermaßen. Für Touristen ein kulinarisches Versprechen, für Einheimische ein Stück Zuhause. Und jetzt? Ruinen, geschwärzte Balken, der Geruch von verkohltem Holz in der klaren Morgenluft.

    Die Flamme…

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