Schlagwort: Russland

  • Gipfel oder Farce? – Die unklare Zukunft des Treffens zwischen Trump und Putin

    Gipfel oder Farce? – Die unklare Zukunft des Treffens zwischen Trump und Putin

    Die geopolitische Lage rund um den Ukrainekrieg erhält neue Brisanz: Russland lässt verlauten, die Vorbereitungen für ein Gipfeltreffen zwischen Präsident Wladimir Putin und dem US-Präsidenten Donald Trump liefen weiter – trotz einer gegenteiligen Äußerung Trumps, der tags zuvor betont hatte, kein Treffen „für nichts“ abhalten zu wollen. Eine konkrete Terminsetzung gibt es bislang allerdings nicht. Austragungsort soll Budapest sein, Gastgeber der ungarische Premier Viktor Orbán. Doch Zweifel wachsen: Handelt es sich um ernsthafte diplomatische Annäherung – oder ein medienwirksames Schauspiel?

    Gegensätzliche Signale aus Moskau und Washington

    Während Kreml-Sprecher Dmitri Peskow versichert, die diplomatischen Kanäle seien aktiv und ein Gipfel befinde sich in Vorbereitung, geben sich Vertreter der US-Regierung zurückhaltender. Offiziell heißt es, derzeit seien keine Gespräche mit „substanzieller Agenda“ geplant. Donald Trump selbst erklärte, er wolle keine Begegnung „um des Treffens willen“, ohne klare Perspektive auf Ergebnisse.

    Dennoch bleibt offen, ob damit eine Absage gemeint war oder lediglich Druck auf die russische Seite ausgeübt werden soll. Die Kommunikationsstrategie Trumps ist bekanntermaßen erratisch: Eine öffentlichkeitswirksame Zurückweisung kann ebenso Teil einer vorbereitenden Verhandlungsstrategie sein wie ein tatsächlicher Rückzug.

    Budapest – symbolischer Ort, diplomatisch heikler Boden

    Die Wahl Budapests als möglicher Treffpunkt ist geopolitisch nicht zufällig. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán gilt als einer der wenigen westlichen Regierungschefs mit anhaltend guten Beziehungen zum Kreml. Als EU-Mitglied mit wiederholten Blockaden gegen Ukrainehilfen und EU-Sanktionen hat sich Budapest als eine Art Brückenkopf Moskaus im Westen positioniert.

    Zugleich bringt die Wahl der ungarischen Hauptstadt juristische Komplikationen mit sich: Gegen Wladimir Putin liegt ein internationaler Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs vor. Theoretisch verpflichtet sich jedes Unterzeichnerland des Römischen Statuts zur Festnahme. Ungarn hatte im Frühjahr erklärt, es werde dem Haftbefehl im Zweifel nicht Folge leisten – mit dem Argument, das ungarische Recht sehe dafür keine ausreichende Grundlage. Damit riskiert Orbán nicht nur diplomatische Spannungen innerhalb der EU, sondern stellt auch den rechtsstaatlichen Konsens in Frage.

    Inhaltliche Unklarheit – Treffen ohne Substanz?

    Worüber genau Trump und Putin sprechen könnten, bleibt unklar. Offiziell steht der Ukrainekrieg im Zentrum. Doch eine verhandlungsfähige Basis ist bislang nicht in Sicht. Russland fordert nach wie vor die Anerkennung annektierter Gebiete und lehnt einen vollständigen Rückzug ab. Die Ukraine wiederum macht jede Friedenslösung von der territorialen Wiederherstellung ihres Staatsgebiets abhängig. Auch aus Washington ist kein Kurswechsel zu vernehmen, der auf eine Aufweichung der bisherigen Unterstützungslinie hindeuten würde.

    Es ist daher fraglich, ob ein Treffen tatsächlich mehr als symbolischen Charakter hätte. Trump könnte versuchen, sich als Vermittler in Szene zu setzen – insbesondere mit Blick auf die bevorstehenden US-Wahlen. Putin wiederum dürfte darauf hoffen, durch ein solches Format westliche Spaltung sichtbar zu machen und das internationale Narrativ zu beeinflussen.

    Zeitgleich: Eskalation und europäische Unterstützung

    Während auf diplomatischer Bühne über Gipfeltreffen spekuliert wird, hält die militärische Eskalation in der Ukraine unvermindert an. Neue russische Luftangriffe forderten erneut zivile Opfer und führten zu großflächigen Stromausfällen. Präsident Selenskyj reiste unterdessen nach Norwegen und Schweden, um dort militärische Unterstützungsabkommen zu verhandeln. In Schweden wurde eine Einigung über Waffenexporte angekündigt – mutmaßlich geht es um Komponenten des Kampfflugzeugs Gripen.

    In Brüssel bereiten sich die EU-Staaten auf einen Sondergipfel vor, bei dem es unter anderem um die Freigabe eingefrorener russischer Vermögen zur Finanzierung eines 140-Milliarden-Euro-Kredits an Kiew gehen soll. Die außenpolitische Sprecherin der EU, Kaja Kallas, sprach von breitem Konsens innerhalb der Union.

    In diesem Spannungsfeld aus militärischer Eskalation, diplomatischen Initiativen und internen Verwerfungen innerhalb des Westens wirkt die Aussicht auf ein Putin-Trump-Gipfeltreffen wie eine Mischung aus symbolischem Schachzug und strategischem Nebelwurf.

    Es bleibt offen, ob dieses Treffen tatsächlich stattfinden wird – und wenn ja, ob es mehr ist als eine politische Inszenierung zweier Machthaber mit ähnlichem Faible für das Spektakuläre.

    Autor: P. Tiko

  • Donald Trump vertagt Treffen mit Putin – „Kein Gespräch nur zum Reden“

    Donald Trump vertagt Treffen mit Putin – „Kein Gespräch nur zum Reden“

    Ein Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin schien in Reichweite – jetzt ist es auf unbestimmte Zeit verschoben. Der US-Präsident erklärte am Dienstag, er wolle keine „Veranstaltung ohne Ergebnis“. Ein Satz, der nachklingt, mitten im anhaltenden Ukrainekrieg und in einer Phase zunehmender diplomatischer Nervosität.

    Trump hatte sich ursprünglich mit Putin in Budapest treffen wollen. Dort sollte über Wege zu einem möglichen Ende des Ukraine-Krieges gesprochen werden. Doch nun: Funkstille. „Ich will keine Zeit verlieren“, sagte Trump vor Journalisten in Washington. „Wir werden sehen, was passiert.“ Mehr ließ er sich nicht entlocken – keine neuen Termine, keine weiteren Hinweise.

    Der diplomatische Knoten

    Auch die vorbereitenden Gespräche auf Ministerebene wurden kurzerhand abgesagt. US-Außenminister Marco Rubio und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow hatten sich erst am Vortag telefonisch ausgetauscht – mit dem Ziel, die Begegnung zwischen Trump und Putin vorzubereiten. Doch schon am nächsten Morgen war alles hinfällig. Der Kreml bestätigte, es gebe „keine konkreten Pläne“ für ein neues Treffen.

    Das Timing wirkt bezeichnend. Während Washington und Moskau offiziell weiter über „Dialogbereitschaft“ sprechen, zieht sich die politische Wirklichkeit zurück in altbekannte Schützengräben.

    Zwischen Frustration und Pragmatismus

    Trumps Verhältnis zu Putin war in den letzten Monaten sichtbar abgekühlt. Zwar betont der US-Präsident regelmäßig, dass er persönlich „gut mit Wladimir“ auskomme, doch die Ungeduld wächst. Nach seinem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Freitag zeigte sich Trump deutlich gereizt.

    Selenskyj war mit hohen Erwartungen nach Washington gereist – und kehrte enttäuscht zurück. Seine Bitte um amerikanische Tomahawk-Marschflugkörper, also Waffen mit Reichweite tief ins russische Territorium, wurde von Trump strikt abgelehnt. Stattdessen habe der US-Präsident ihn aufgefordert, „einen Deal zu machen“.

    Ein diplomatisches Signal, das in Kiew wie ein Schlag ins Gesicht wirkte.

    Zwischen Moskau und Kiew – ein schmaler Grat

    Die Szene verdeutlicht Trumps wankende Position: einerseits der Drang, sich als Vermittler zwischen Ost und West zu profilieren, andererseits die wachsende Skepsis gegenüber beiden Konfliktparteien. Putin, der kein Interesse an schnellen Zugeständnissen zeigt; Selenskyj, der weiterhin auf militärische Unterstützung hofft.

    Trump steht damit in einem Zwiespalt, der durchaus vertraut ist: stark auftreten, aber sich nicht festlegen lassen. „Kein Gespräch nur zum Reden“ – dieser Satz lässt sich auch als Schutzbehauptung lesen. Denn wer keine konkreten Fortschritte vorweisen kann, meidet lieber den Schein des Stillstands.

    Die ungewisse Rolle Budapests

    Dass die Begegnung ausgerechnet in Budapest hätte stattfinden sollen, war kein Zufall. Ungarns Premier Viktor Orbán gilt als Brückenbauer zwischen Washington, Moskau und – zumindest teilweise – auch Kiew. Orbán hatte die Idee eines neutralen diplomatischen Rahmens unterstützt. Doch nun, mit der Verschiebung des Treffens, ist auch seine Rolle in der Schwebe.

    Für Orbán bedeutet das: weniger internationale Sichtbarkeit, aber auch weniger Risiko, sich zwischen den Mächten aufzureiben.

    Ein Rückschlag für den Frieden?

    Viele Beobachter fragen sich nun: Was bleibt von der vielbeschworenen „Trump-Initiative für den Frieden“? Nach außen klingt alles nach strategischer Geduld. Doch in Wahrheit deutet vieles darauf hin, dass Washington und Moskau derzeit keine gemeinsame Sprache finden.

    Ein hochrangiger US-Diplomat formulierte es kürzlich so: „Beide Seiten wissen, dass sie reden müssen – aber keiner will der Erste sein, der sich bewegt.“

    Vielleicht ist das der eigentliche Kern der Verschiebung: weniger eine Entscheidung gegen Gespräche als vielmehr ein Eingeständnis, dass die Bühne noch nicht bereit ist.

    Und so bleibt die Hoffnung auf Budapest vorerst ein politisches Phantom.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Trump plant weiteres Treffen mit Putin – und weitere World-News

    Trump plant weiteres Treffen mit Putin – und weitere World-News

    US-Präsident Donald Trump kündigte gestern an, dass er in den kommenden Wochen ein weiteres Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Budapest plane. Ziel sei es, Möglichkeiten auszuloten, wie der Krieg in der Ukraine beendet werden könne.

    Die Ankündigung folgte auf ein über zweistündiges Telefongespräch zwischen den beiden Staatschefs. Der Kreml bestätigte, dass über ein erneutes Treffen gesprochen worden sei – rund zwei Monate nach dem vorherigen bilateralen Gespräch in Alaska.

    Noch heute will Trump im Weißen Haus mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammentreffen. Beobachter gehen davon aus, dass Selenskyj weitere US-Waffenhilfen fordern wird.

    Trump hatte kürzlich angedeutet, den Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern an Kiew zu erlauben. Nach dem Telefonat mit Putin äußerte er jedoch Bedenken, die militärische Unterstützung für die Ukraine weiter auszuweiten. Sollte Putin zu Verhandlungen über eine diplomatische Lösung bereit sein, sei ein Kurswechsel denkbar, so Trump.


    Assads Vollstrecker

    Zwei Jahrzehnte lang – und während eines 13-jährigen Bürgerkriegs, der über eine halbe Million Menschen das Leben kostete – stützte sich Syriens Machthaber Baschar al-Assad auf ein Netzwerk von Schergen, die seine Herrschaft absicherten.

    Diese Männer folterten Zivilisten, entwickelten und setzten Chemiewaffen ein, betrieben Drogenschmuggel zur Finanzierung des Regimes und ordneten Bombenangriffe auf Krankenhäuser an. Als das Assad-Regime im Dezember 2024 zusammenbrach, verschwanden viele dieser Männer spurlos. Journalisten der New York Times machten sich daran, Beweise für deren Taten zu sichern – und herauszufinden, wo sie sich heute befinden könnten: etwa in Russland oder im libanesischen Exil, möglicherweise auf Rache sinnend.

    Die Spurensuche stützte sich auf kleinste Hinweise – etwa ein Foto einer luxuriösen Villa in Damaskus, gepostet in einer Nachbarschaftsgruppe auf Facebook, der Name eines Dorfes in einem Sanktionsdokument oder eine russische Telefonnummer, die diskret weitergegeben wurde. Die journalistische Recherche umfasste das Durchforsten von Gerichtsakten, Tür-zu-Tür-Befragungen sowie Gespräche mit Freunden, Verwandten und ehemaligen Kollegen der Verdächtigen. Die Reportage schildert auch die nächtlichen Flüge, mit denen viele der Täter das Land verließen.


    Weitere Meldungen

    – Die Huthi-Miliz im Jemen meldet den Tod ihres Generalstabschefs bei einem Luftangriff. Israel übernahm die Verantwortung für die Attacke.

    – In Kenia wurden mindestens zwei Menschen getötet, als die Polizei das Feuer auf Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung für den verstorbenen Oppositionsführer Raila Odinga eröffnete.

    – Eine vatikanische Kommission kritisiert, dass die römisch-katholische Kirche weiterhin zu langsam auf Fälle sexuellen Missbrauchs reagiere.

    – Kanchha Sherpa, das letzte noch lebende Mitglied des ersten Expeditionsteams, das den Mount Everest bestiegen hat, ist jetzt im Alter von 92 Jahren in Nepal gestorben.


    Autor: P. Tiko

  • Selenskyj bittet Macron um Hilfe: „Russland nutzt die weltweite Ablenkung schamlos aus“

    Selenskyj bittet Macron um Hilfe: „Russland nutzt die weltweite Ablenkung schamlos aus“

    Während im Nahen Osten über den Frieden verhandelt wird und viele westliche Regierungen mit innenpolitischen Turbulenzen kämpfen, meldet sich der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj eindringlich zu Wort – und richtet einen klaren Appell an Emmanuel Macron. Frankreich solle mehr Luftabwehrsysteme und Raketen liefern. Der Grund: Russland intensiviere seine Angriffe, während der Blick der Weltöffentlichkeit woanders verweilt. Selenskyj spricht nicht von normalen Angriffen. Er nennt sie „noch ignobler“ – eine Wortwahl, die in ihrer Schärfe kaum Spielraum lässt. Was der ukrainische Präsident damit meint, zeigen die nackten Zahlen und die kalte Realität der letzten Woche. Mehr als 3.100 Drohnen, 92 Raketen und rund 1.360 Gleitbomben wurden auf ukrainisches Gebiet abgefeuert. Besonders der Energieinfrastruktur galt die jüngste Welle von Angriffen. Allein am Freitagabend fiel in Kiew und neun weiteren Regionen der Strom aus. Dunkelheit, Kälte, Unsicherheit – ein Vorbote des bevorstehende…

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  • Zielscheibe Presseweste – Der Fall Antoni Lallican und die juristische Sprengkraft seiner letzten Reportage

    Zielscheibe Presseweste – Der Fall Antoni Lallican und die juristische Sprengkraft seiner letzten Reportage

    Der 3. Oktober 2025 – ein Tag, der sich in die Chronik des Kriegsjournalismus eingebrannt hat.

    An diesem grauen Morgen in der Ostukraine, nahe der Stadt Droujkivka, explodierte eine Drohne direkt neben einem zivilen Konvoi von Journalisten. Unter den Insassen: der französische Fotojournalist Antoni Lallican, 37 Jahre alt. Er starb noch am Tatort. Neben ihm wurde sein ukrainischer Kollege Georgiy Ivanchenko schwer verletzt. Das Auto trug deutlich sichtbar die Aufschrift „Presse“.

    Die ersten Ermittlungen deuten auf einen gezielten Angriff durch eine FPV-Drohne hin – eine jener ferngesteuerten Waffen, die mit präziser Steuerung ihr Ziel zentimetergenau treffen können. In diesem Fall: ein ziviler Reporter, klar gekennzeichnet, ohne militärischen Status.

    Lallican war kein Unbekannter. Er hatte den Ukrainekrieg über Jahre hinweg dokumentiert, war zuvor in Syrien, im Libanon, in den palästinensischen Gebieten im Einsatz. Seine Fotografien – oft rau, eindringlich, unbequem – hatten ihm internationale Anerkennung eingebracht. 2024 wurde er mit dem Victor-Hugo-Preis für engagierte Fotografie ausgezeichnet.

    Doch nun steht nicht sein Werk im Mittelpunkt – sondern die Umstände seines Todes.


    Kriegsverbrechen? Die französische Justiz erhebt Anklage

    Noch am selben Tag leitete die französische Antiterror-Staatsanwaltschaft (PNAT) ein Verfahren wegen Kriegsverbrechens ein. Ein gewichtiger Schritt. Denn hier geht es nicht nur um Aufklärung – sondern um ein Signal: Wenn ein Journalist gezielt getötet wird, steht das nicht nur moralisch, sondern auch juristisch außerhalb jeder Legitimität.

    Mit dem Begriff „Kriegsverbrechen“ bewegt sich die Justiz auf heiklem Terrain. Er bedeutet: Diese Tat könnte gegen internationales Kriegsrecht verstoßen – etwa gegen die Genfer Konventionen, die den Schutz von Zivilisten und Pressevertretern regeln. Und: Die Tat könnte geahndet werden.

    Die Ermittlungen übernimmt das französische Zentralamt zur Bekämpfung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ein juristisches Schwergewicht.


    Zwischen Frontlinie und Gerichtssaal – der schwierige Weg der Aufklärung

    Die Liste der Hürden ist lang.

    Erstens: die Frage nach der Zuständigkeit. Welches Gericht soll urteilen? Französische Justiz? Ein internationales Tribunal? Die Ukraine selbst?

    Zweitens: die Beweislage. Um ein Kriegsverbrechen nachzuweisen, reicht es nicht, dass ein Journalist stirbt. Es braucht konkrete Belege: Wrackteile des Drohnenmodells, digitale Steuerungsspuren, Radaraufzeichnungen, möglicherweise Zeugenaussagen aus der Kommandokette. Vor allem aber braucht es: die Absicht.

    Denn ob ein Angriff gezielt oder „nur“ fahrlässig war, entscheidet über Schuld oder Straffreiheit. Ein gezielter Angriff auf Pressevertreter gilt klar als völkerrechtswidrig. Und genau das soll nun bewiesen werden.

    Drittens: die Verantwortlichkeit. Wer hat die Drohne gesteuert? Wer hat den Befehl gegeben? Wer trägt letztlich die politische oder militärische Verantwortung?

    Im Raum steht ein Verdacht – aber noch keine gerichtsfesten Beweise. Noch nicht.


    Was dieser Fall verändern könnte

    Sollte Frankreich in diesem Fall Anklage erheben – und ein Verfahren durchziehen –, hätte das Signalwirkung.

    Denn bislang gilt: Journalisten sterben im Krieg, aber selten wird ermittelt. Noch seltener landet ein Fall vor Gericht. Die meisten Taten verschwinden im Nebel des Krieges, zwischen diplomatischem Kalkül und militärischer Ohnmacht.

    Hier aber gibt es eine klare Spur. Eine Identität. Einen bekannten Reporter. Ein präzises Angriffsmuster. Und ein Land – Frankreich –, das nicht bereit ist, das einfach zu schlucken.

    Wenn die Justiz hier erfolgreich ist, könnte sie ein Fundament legen für neue internationale Standards: Wer gezielt Journalisten angreift, muss mit Konsequenzen rechnen. Auch Jahre später. Auch über Grenzen hinweg.


    Der lange Schatten der Realität

    Und doch: Euphorie ist fehl am Platz.

    Denn in der Praxis sind solche Ermittlungen oft zäh, verlaufen meist im Sande. Beweise verschwinden, Zeugen verstummen, Staaten blockieren. Und: Die wirklichen Täter sitzen oft außerhalb der Reichweite westlicher Justiz.

    Die Gefahr, dass auch dieser Fall in einem politischen Patt endet, ist real. Der Vorwurf „Kriegsverbrechen“ ist juristisch aufgeladen, aber diplomatisch heikel.

    Was passiert, wenn Russland jede Beteiligung abstreitet? Wenn Beweise fehlen? Wenn internationale Zusammenarbeit verweigert wird?


    Ein Symbol, das bleibt

    So oder so: Der Name Antoni Lallican wird nicht verschwinden.

    Er steht heute für mehr als nur einen toten Journalisten. Er steht für die Frage, wie weit Kriegsparteien gehen – und wie stark unser Wille ist, das Völkerrecht nicht nur auf dem Papier zu verteidigen.

    Sein Tod könnte der Moment gewesen sein, in dem ein Rechtsstaat sagte: „Bis hierhin – und nicht weiter.“

    Oder?

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Drohnen, Demokratie und der Krieg in der Ukraine

    Drohnen, Demokratie und der Krieg in der Ukraine

    Der Krieg in der Ukraine ist schwer nachzuvollziehen – und die Äußerungen von Präsident Trump machen es nicht leichter. In einem Monat schreibt er der Ukraine keinerlei Chancen zu und sagt, sie habe „keine Karten in der Hand“. Im nächsten erklärt er, sie könne ihr gesamtes Territorium von Russland zurückerobern – „und vielleicht sogar noch weitergehen“.

    Russland und die Ukraine stehen sich in zwei separaten Wettläufen gegenüber, die über das Schlachtfeld hinausgehen: ein Wettrennen um technologische Innovationen, das die Zukunft der Kriegsführung neu definiert, und ein Langstreckenlauf zur Aufrechterhaltung der politischen Stabilität im eigenen Land.


    Der Drohnenkrieg

    Artillerie, Raketen, Panzer und Grabenkrieg dominierten die ersten Jahre des Krieges – aber das ist jetzt nicht mehr der Fall.

    Heute übernehmen Drohnen den Großteil der tödlichen Arbeit.

    Dabei handelt es sich nicht um große, teure Drohnen wie Predators oder Reapers. Die russischen und ukrainischen Drohnen sind meist kleine, massenproduzierte Quadrocopter oder günstige Fluggeräte in der Größe eines Kajaks. Beide Seiten versuchen, sie schneller, billiger und tödlicher herzustellen. Russlands industrielle Stärke hat Putins Armee zuletzt einen Vorteil verschafft: In diesem Jahr hat Russland mehr als 34.000 Drohnen in die Ukraine geschickt – fast neunmal so viele wie im Vorjahr.

    Und es sind nicht nur Luftdrohnen. In einer verlassenen Fabrik namens „Killhouse Academy“ lernen ukrainische Rekruten, unbemannte Bodenfahrzeuge zu steuern, die Nachschub liefern und Verwundete evakuieren – Aufgaben, die für Menschen zu gefährlich geworden sind. Im Schwarzen Meer halten drohnenartige Schnellboote und Torpedos Russlands Flotte in Schach.

    Das ist die neue „Ökonomie des Krieges“: Drohnen im Wert von Hunderten oder wenigen Tausend Dollar müssen mit Raketen im Millionenbereich abgeschossen werden – um Panzer und Schiffe zu schützen, die noch teurer sind. Das verändert die Natur des Konflikts.

    Ein weiterer Wettlauf ist im Gange – zur Verbesserung von Drohnenabwehrsystemen und zu deren Überwindung. Bessere elektronische Störsender können von Drohnen überlistet werden, die über Glasfaserkabel gesteuert werden – die wiederum mit einfachen Netzen gestoppt werden können. Risikokapital fließt in ukrainische Start-ups. Moskau erhält Unterstützung aus dem Iran und China.

    Der nächste Durchbruch – möglicherweise durch Künstliche Intelligenz – könnte den Krieg entweder wenden oder die Frontlinien einfrieren.


    Die Belastung wird spürbar

    Im Juli füllten Menschenmengen die Straßen Kiews, um gegen den Versuch von Präsident Wolodymyr Selenskyj zu protestieren, die unabhängigen Antikorruptionsbehörden des Landes zu schwächen. Er lenkte schnell ein. Die Sorgen bleiben jedoch bestehen.

    Seit fast vier Jahren gilt in der Ukraine das Kriegsrecht; andernfalls hätte Selenskyj im vergangenen Jahr um seine Wiederwahl kämpfen müssen. Selbst seine Hauptgegner sind sich jedoch einig, dass das Land inmitten des Krieges auf eine spaltende, störende Wahl verzichten sollte.

    Das lässt die Demokratie in der Ukraine – für die Demonstranten vor einem Jahrzehnt Blut vergossen – in einem fragilen Zustand zurück. Langjährige Sorgen über Korruption verschärfen sich durch die Angst, dass Gelder für den Krieg veruntreut werden. Zu Beginn des Krieges legten die Ukrainer alle ihre Differenzen beiseite, doch dieser Zusammenhalt beginnt zu bröckeln. Ein Abgeordneter sagte kürzlich, Selenskyjs Versuch, die Antikorruptionsbehörden zu schwächen, mache die Ukraine anfälliger für russische Versuche, politische Unruhe zu säen – eine Abkürzung zum Sieg im Krieg.

    In Moskau scheint Wladimir Putin im Amt zu sitzen. Doch auch in Russland bedroht der Krieg sein autoritäres System.

    Korrespondenten der New York Times berichteten im Sptember über eine Spaltung in Putins engstem Kreis, als ein langjähriger Berater, der ein Friedensabkommen unterstützte, zurücktreten musste. Der Kreml gibt massiv Geld aus, um den Krieg fortzusetzen und gleichzeitig eine wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung zu dämpfen – unter anderem mit sehr hohen Prämien bei der Anwerbung neuer Rekruten.

    Russlands Fähigkeit, diese Ausgaben beizubehalten und dabei länger durchzuhalten als die ukrainischen Bemühungen zur Wahrung der Einheit in seiner Bevölkerung, ist ein Wettstreit der politischen Systeme, der genauso aufmerksam beobachtet werden muss, wie der Krieg selbst.


    In Ägypten beginnen entscheidende Gespräche zum Frieden in Gaza

    Vertreter aus Israel, der Hamas und den USA befinden sich heute in Ägypten zu Gesprächen, die den Krieg in Gaza beenden sollen. Sowohl Israel als auch die Hamas haben signalisiert, dass sie bereit sind, auf Trumps Waffenstillstandsplan einzugehen – doch es bestehen noch erhebliche Differenzen.

    Am Freitag erklärte die Hamas, sie sei bereit, alle verbliebenen Geiseln im Gazastreifen im Austausch gegen palästinensische Gefangene in Israel freizulassen. Die Gespräche in Ägypten sollen sich auf diesen Austausch und einen Rückzug Israels aus Teilen Gazas konzentrieren.

    Die nächste Verhandlungsphase dürfte jedoch deutlich schwieriger werden. Dabei geht es unter anderem um die Entwaffnung der Hamas und die Einrichtung einer neuen Regierung für Gaza, die die Hamas ausschließt.

    Israel geht davon aus, dass sich noch etwa 20 lebende Geiseln in Gaza befinden, sowie die Leichen von mindestens 25 weiteren. Es ist unklar, ob die Hamas die Geiseln freilassen wird, bevor eine umfassende Einigung erzielt wurde. Sie sind das wichtigste Druckmittel der Terrororganisation.


    Weitere Nachrichten im Überblick

    • Gisèle Pelicot erscheint heute in Frankreich wieder vor Gericht – es geht um die Berufung eines Mannes, der einer von Dutzenden war, die sie im Drogenrausch vergewaltigten. Die Begegnungen wurden über fast zehn Jahre von ihrem Ehemann gefilmt.
    • Der angeschlagene britische Premier versprach, im Falle eines Wahlsiegs 150.000 illegale Einwanderer pro Jahr abzuschieben.
    • Während sich der Regierungsstillstand in den USA in die zweite Woche zieht, gibt es noch keine Fortschritte bei einem Haushaltsgesetz.
    • In Syrien finden die ersten Parlamentswahlen statt, seit Rebellen Bashar al-Assad vor zehn Monaten gestürzt haben.
    • Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bestätigte den Großteil des neuen Kabinetts von Sebatsian Lecornu – viele alte Gesichter bleiben auf Schlüsselposten.
    • Erdrutsche und Überschwemmungen haben in Nepal mindestens 40 Menschen das Leben gekostet – eine zusätzliche Herausforderung für die Übergangsregierung.
    • Taifun Matmo hat Südchina erreicht. Über 151.000 Menschen mussten evakuiert werden – Überschwemmungen drohen.

  • Putin gegen den Westen – Drohnen, Geistertanker und Drohungen: ein hybrides Kräftemessen verschärft sich

    Putin gegen den Westen – Drohnen, Geistertanker und Drohungen: ein hybrides Kräftemessen verschärft sich

    Mit zunehmender Regelmässigkeit kommt es zu Vorfällen, die auf eine neue Eskalationsstufe im Verhältnis zwischen Russland und dem Westen hindeuten. Unidentifizierte Drohnen verletzen den Luftraum von NATO-Staaten, verdächtige Öltanker werden in europäischen Hoheitsgewässern festgesetzt, aus Moskau kommen scharfe Töne. Die Grenze zwischen klassischer Abschreckung und hybrider Kriegsführung wird dabei immer durchlässiger.

    Drohnen als strategisches Nadelinstrument

    Besonders augenfällig sind derzeit die Drohnenüberflüge im osteuropäischen Luftraum. In Polen kam es im September zu einer Serie von Verletzungen des nationalen Luftraums durch nicht identifizierte Fluggeräte. Flughäfen wurden zeitweise geschlossen, das Frühwarnsystem der NATO aktiviert. Auch in Dänemark, Rumänien und dem Baltikum wurden zuletzt vermehrt Drohnen gesichtet – mit noch unklarem Ursprung, aber hoher politischer Signalwirkung.

    Diese Vorfälle lassen sich als kalkulierte Provokation deuten. Die Fluggeräte sind in der Regel unbewaffnet, ihre Herkunft schwer nachzuweisen. Sie ermöglichen Moskau, die Reaktionsfähigkeit des Westens zu testen, ohne formell gegen internationales Recht zu verstossen. Gleichzeitig verursachen sie operative Kosten, belasten die Luftverteidigungssysteme und schaffen ein Klima latenter Unsicherheit.

    Westliche Staaten reagieren zunehmend mit dem Aufbau von Abwehrkapazitäten – etwa in Form elektronischer Sperrzonen, mobiler Flugabwehr oder gemeinsamer Luftraumüberwachung. Vor allem aber wächst das Bewusstsein, dass die Drohne nicht nur ein taktisches Instrument ist, sondern ein Element strategischer Nadelstiche im Rahmen einer grösseren Auseinandersetzung.

    Die Geisterflotte: Wirtschaftskrieg auf hoher See

    Parallel dazu rückt eine weniger sichtbare, aber nicht minder bedeutende Front in den Fokus: der maritime Raum. Seit Beginn der westlichen Sanktionen gegen Russland hat sich ein Netzwerk aus sogenannten „Geistertankern“ etabliert – Frachtschiffe ohne klar erkennbare Zugehörigkeit, mit verschleierten Routen und ständig wechselnden Identitäten. Sie dienen ursprünglich dem Zweck, russisches Öl trotz Embargos auf den Weltmarkt zu bringen.

    Der jüngste Fall eines nahe der französischen Küste aufgebrachten Tankers hat die Aufmerksamkeit auf diese Schattenflotte gelenkt. Die französischen Behörden werfen dem Schiff Verstösse gegen das Seerecht vor, Kapitän und Steuermann wurden vorübergehend festgesetzt. In Paris wird der Vorfall als politisches Signal verstanden: Europa will nicht mehr nur sanktionieren, sondern aktiv unterbinden, dass Russland seine Einnahmen aus dem Energiesektor zur Finanzierung des Krieges nutzt.

    Für den Kreml steht dabei viel auf dem Spiel. Öl- und Gaseinnahmen machen einen erheblichen Teil des russischen Staatshaushalts aus, insbesondere zur Finanzierung militärischer Operationen und sozialer Stabilität im Innern. Angriffe auf diese wirtschaftliche Lebensader gelten daher als besonders empfindlich – und entsprechend scharf fällt die Reaktion aus.

    Moskaus Eskalationsrhetorik

    Die russische Führung reagierte prompt. Präsident Wladimir Putin sprach von „Piraterie“ und kündigte eine „signifikante Antwort“ an. Der Westen, so die Argumentation des Kremls, betreibe eine systematische Eskalation, mit dem Ziel, Russland in eine offene Konfrontation zu treiben. Das rhetorische Muster ist dabei bekannt: Jede Handlung des Gegners wird als Aggression umgedeutet, die eine eigene Reaktion rechtfertigt – notfalls auch militärisch.

    Diese Haltung folgt der Logik hybrider Kriegsführung: Es geht nicht um formale Kriegserklärungen, sondern um das bewusste Bespielen der Grauzonen zwischen Frieden und Konflikt. Indem Moskau die Schwelle zum offenen Krieg bewusst meidet, aber zugleich den Druck stetig erhöht, zwingt es den Westen zu einer schwierigen Gratwanderung – zwischen Reaktion und Zurückhaltung, zwischen Abschreckung und Eskalationsvermeidung.

    Europas heikler Balanceakt

    Für die Europäische Union stellt sich zunehmend die Frage, wie man glaubhaft auf diese Herausforderung reagieren kann, ohne selbst zum Brandbeschleuniger zu werden. Im Zentrum stehen dabei vier strategische Ansätze:

    Erstens der technische Ausbau der Luftverteidigung gegen Drohnen – durch elektronische Schutzsysteme, mobile Abfangwaffen und grenzüberschreitende Luftraumüberwachung. Zweitens eine intensivere maritime Kontrolle, insbesondere in Nord- und Ostsee, zur Ortung und Festsetzung verdächtiger Schiffe. Drittens eine juristisch und wirtschaftlich gezielte Verfolgung der Akteure hinter der Schattenflotte – inklusive Reedereien, Versicherern und Zwischenhändlern. Und viertens die militärische Koordination im Rahmen von NATO und EU, etwa durch gemeinsame Operationen zur Seeüberwachung und Bedrohungsabwehr.

    All diese Massnahmen bergen Risiken. Jede Festsetzung, jeder Zwischenfall könnte als überzogene Reaktion interpretiert und propagandistisch ausgeschlachtet werden. Eine Eskalation kann sich schnell verselbständigen – nicht durch einen grossen Angriff, sondern durch eine Kette von Zwischenfällen, bei denen die Grenze zwischen Verteidigung und Aggression zunehmend verwischt.


    Die Festsetzung des Tankers vor der französischen Küste ist Ausdruck eines Strategiewechsels. Der Westen beginnt, die wirtschaftlichen und technologischen Hebel gezielt einzusetzen, um Russlands Handlungsspielraum einzuengen. Dabei wird klar: Die Konfrontation verläuft längst nicht mehr nur entlang klassischer Fronten. Sie spielt sich im Luftraum, in internationalen Gewässern, im Cyberraum und im globalen Finanzsystem ab.

    Russland testet systematisch die Reaktionsfähigkeit des Westens – mit kalkulierter Ambivalenz und in der Hoffnung, dass Uneinigkeit oder Zögerlichkeit einen strategischen Vorteil bieten. Europas Aufgabe wird es sein, dem eine Form der Resilienz entgegenzusetzen, die nicht auf Überreaktion, sondern auf strategische Klarheit und konsequente Umsetzung gemeinsamer Regeln setzt.

    Autor: P. Tiko

  • Das rätselhafte Spiel der „Pushpa“: Russlands Geistertanker vor der französischen Küste

    Das rätselhafte Spiel der „Pushpa“: Russlands Geistertanker vor der französischen Küste

    Ein Tanker, der nicht fahren will. Ein Kapitän, der lieber Kreise dreht als Kurs nimmt. Und ein ganzes Land, das sich fragt: Was hat es mit der „Pushpa“ auf sich, diesem Schiff aus der russischen „Schattenflotte“, das seit Tagen vor Saint-Nazaire auf der Stelle tritt? Seit Sonntag, dem 28. September, dümpelt der 244 Meter lange Öltanker knapp außerhalb der französischen Hoheitsgewässer, so, als wolle er die Grenze kitzeln, aber nicht überschreiten. Mal Anker werfen, mal die Motoren wieder anwerfen, dann ein paar Runden drehen – das ist der Rhythmus der Pushpa, beobachtet von Marine, Justiz und Politik gleichermaßen. Ein Tanker ohne Ziel Offiziell ist die Pushpa auf dem Weg nach Vadinar in Indien, wo sie am 20. Oktober erwartet wird. Doch seit der Abfahrt aus Primorsk, im Westen Russlands, scheint der Kapitän nicht allzu viel Eile zu haben. Stattdessen kreist er nun seit Tagen im Atlantik, knapp vor der Loire-Mündung. Und das sorgt für Verwunderung – nicht nur wegen der Kosten. Denn jed…

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  • Macrons „Rien n’est exclu“: Strategische Ambiguität als Signal der Abschreckung

    Macrons „Rien n’est exclu“: Strategische Ambiguität als Signal der Abschreckung

    Emmanuel Macrons jüngste Äußerung zur möglichen Reaktion auf russische Luftraumverletzungen hat europaweit Aufmerksamkeit erregt. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte der französische Präsident, dass im Fall einer russischen Verletzung des europäischen Luftraums „nichts ausgeschlossen“ sei. Doch er fügte sogleich hinzu: „Wir werden nicht das Feuer eröffnen.“ Die Aussage, bewusst vage gehalten, folgt einer Strategie, die Macron selbst als „Doktrin der strategischen Ambiguität“ bezeichnet – und sie ist Ausdruck wachsender sicherheitspolitischer Spannungen an den Rändern Europas. Frankreichs Präsident platziert sich damit an einem neuralgischen Punkt der europäischen Sicherheitsarchitektur: zwischen Abschreckung, Deeskalation – und dem Versuch, Europa gegenüber Moskau strategisch handlungsfähiger erscheinen zu lassen.

    Ein Satz, viele Ebenen: Die doppelte Botschaft an Moskau und Brüssel Die Formulierung „rien n’est exclu“ ist mehr als eine politische Floskel. S…

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  • Macron fordert härtere NATO-Linie gegenüber Russland – mit Blick auf Trumps Kehrtwende

    Macron fordert härtere NATO-Linie gegenüber Russland – mit Blick auf Trumps Kehrtwende

    Auf der Bühne der UN-Generalversammlung in New York hat Emmanuel Macron eine klarere Haltung eingefordert: Die NATO müsse „eine Stufe zulegen“, um auf russische Provokationen wie Luftraumverletzungen in Osteuropa entschlossener zu reagieren – ohne jedoch in automatische Gegenschläge zu verfallen. Gleichzeitig beobachtet der französische Präsident mit vorsichtiger Skepsis die jüngsten Äußerungen von Donald Trump zur Ukraine – und erkennt darin sowohl eine Chance als auch ein Risiko für die transatlantische Geschlossenheit. Mehr Abschreckung, ohne Eskalation In einem Interview mit den Sendern France 24 und RFI warnte Macron vor einer Zunahme russischer Provokationen: Drohnen über Polen oder Rumänien, Verletzungen des baltischen Luftraums, „Tests“, wie er es nannte. Die NATO müsse darauf „mit etwas mehr Entschlossenheit“ reagieren, sagte Macron in New York. Doch er schränkte sogleich ein: Dies bedeute nicht, dass automatisch das Feuer eröffnet werde. „Wir werden nicht schießen“, betonte e…

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